Union und SPD geben Klimaziele und jeden Gestaltungsanspruch auf

Eigentlich sollte von den Sondierungsgesprächen zur Fortsetzung der Großen Koalition nichts vorab an die Öffentlichkeit dringen. Aber auch das war natürlich nicht glaubhaft und wurde gleich gebrochen. So berichten „Medien: Union und SPD wollen Klimaziele für 2020 aufgeben“. Inhaltlich finde ich das gut, weil das Ziel, den deutschen Kohlendioxidausstoß in den nächsten zwei Jahren um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren, nie sinnvoll war, nicht rechtsverbindlich vereinbart wurde und ohnehin kaum noch hätte erreicht werden können. Trotzdem gehörte es noch 2017 zu den Wahlversprechen von Frau Merkel. Vor allem war es ein zentraler Punkt auf der Agenda der gescheiterten Jamaika-Sondierungsgespräche. Das zeigt beispielhaft, dass es der Union und vorneweg Frau Merkel tatsächlich überhaupt nicht um Inhalte geht, sondern allein um den Verbleib an der Regierung bzw. im Kanzleramt zu jedem Preis. Denn auch sonst geht es jetzt um ganz andere Themen als bei den Jamaika-Gesprächen.

Am Ende macht es dann allerdings wohl doch gar keinen so großen Unterschied, über welche Themen verhandelt wird, weil auch die SPD keine echten Anliegen mehr hat, auch wenn sie jetzt viel von Bürgerversicherung und Steuererhöhungen spricht. Im Grunde konnte sie in der letzten Legislaturperiode all ihre Forderungen durchsetzen bzw. hat Frau Merkel diese für sie umgesetzt, so dass ihr jetzt nicht mehr wirklich etwas einfällt. Denn unzufrieden ist die SPD eigentlich nur damit, dass sie dafür von den Wähler nicht belohnt wurde. Sie zieht aber leider nicht den Schluss daraus, auf die Wähler zuzugehen und deren berechtigte Anliegen in bessere Politik umzusetzen. Wäre es hingegen zu einer Jamaika-Koalition gekommen, so hätten die Grünen mehr ideologische Forderungen eingebracht, z. B. zum Klimaschutz, während die FDP stärker zu bremsen versucht hätte, was ihr jedoch wie von 2009 bis 2013 wohl wieder nicht gelungen wäre. Nun dürfte die CSU wieder als Bremser versagen, was ohnehin keine dankbare politische Rolle ist.

Verschlechterten Ackerbau und Viehzucht das Leben?

Günther Konorza wirft in einem Kommentar die Frage auf, warum die „Neolithische Revolution“ (die vermutlich öfter unabhängig voneinander erfolgte und jeweils viele Generationen dauerte) stattfand, obwohl zumindest anfangs das Leben durch Ackerbau und Viehzucht härter und kürzer wurde: „Warum in aller Welt wurden die Jäger und Sammler mit zwei Stunden täglicher Arbeitszeit sesshaft, um 14 Stunden täglich Ackerbau zu treiben un[d] 10 Jahre kürzer zu leben?“ Der Schritt vom Jäger und Sammler zum Ackerbauern und Viehzüchter war für die weitere Entwicklung der Menschheit wesentlich, doch am Anfang scheinen die Nachteile die Vorteile überwogen zu haben.

Aus meiner Sicht gibt es drei mögliche Erklärungen, die natürlich alle spekulativ sind, aber das Rätsel lösen würde. Erstens kann die reine Not(wendigkeit) die Menschen dazu gezwungen haben, ihre Lebensweise umzustellen. Wenn es nicht mehr genug zu jagen (und fischen) gibt, dann muss man auf andere Formen der Ernährung zurückgreifen, um nicht zu verhungern. Ein plötzliches Ausbleiben von Beutetieren würde eine solche Umstellung auf einen deutlich längeren Zyklus der Nahrungsproduktion nicht erlauben, ein langfristiger Rückgang etwa durch Klimawandel hingegen schon. Für diesen Ansatz spricht, dass es Beispiele dafür gibt, dass Menschen zum Jagen zurückkehrten und den Ackerbau aufgaben, wenn es wieder genug zum Jagen gab.

Die zweiten Erklärung finde ich am plausibelsten: Ackerbau und Viehzucht erlaubten von Anfang an, mehr Menschen sicherer zu ernähren. Es gibt enge Grenzen, wie viele Menschen als Jäger und Sammler leben können. Ackerbau und Viehzucht haben von Anfang an diese Grenzen weit nach außen verschoben. Aber wie passt das zu den Skelettfunden, wonach die ersten Bauern wohl deutlich schlechter ernährt waren und früher starben als ihre jagenden Mitmenschen und Vorfahren? Zugleich ist zu vermuten, dass sie viel mehr arbeiten mussten für ihr karges und kurzes Leben. Die Erklärung dürfte darin liegen, dass mehr Menschen überlebten. Erwachsene Jäger lebten zwar länger, aber die Kindersterblichkeit war höher. Durch das stark schwankende Nahrungsangebot starben die meisten Kinder weg, während Erwachsene auch bei ausbleibendem Jagdglück länger von ihrer Substanz leben konnten. Die Bauern zogen hingegen mehr Kinder groß, wodurch alle im Schnitt weniger zu essen hatten, aber genug zum Überleben.

Eine dritte Möglichkeit ist noch, dass die Ausdifferenzierung und Hierarchisierung der menschlichen Gesellschaft nicht nur eine Folge, sondern auch die Ursache der Sesshaftigkeit war. Vielleicht wurden von Anfang an Menschen gezwungen, Ackerbau zu betreiben, und zwar nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere, die davon als Herren besser lebten, während die Sklaven schlechter lebten als die Jäger, die wegen des Herumziehens und Umgangs mit Waffen schlechter zu zwingen waren. Schließlich könnte diese Ausdifferenzierung auch friedlicher erfolgt sein. Der Ackerbau ermöglichte eine neue Nische zum Überleben, die von einzelnen Menschen genutzt wurde, die sonst nicht überlebt hätten. Die anderen blieben Jäger, bis erst deutlich später die Vorteile des Ackerbaus für alle überwogen, so dass auch die verbliebenen Jäger entweder freiwillig zu Bauern und Viehzüchtern oder von diesen verdrängt wurden.

Grüne fordern tierisches Verständnis

Die Grünen werden immer absonderlicher. „Das Netz spottet über ‚Bienen und Schmetterlings‘-Zitat von Göring-Eckart“. Die Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidatin der Grünen hat gestern beim Bundesparteitag ihrer Partei gesagt:

Wir wollen, dass in den nächsten vier Jahren jede Biene und jeder Schmetterling und jeder Vogel in diesem Land weiß: Wir werden uns weiter für sie einsetzen!

Naheliegend ist tatsächlich die Frage: „Was raucht Ihr da?“ Auch der Hinweis auf die von den Grünen propagierten Windkraftanlagen, die nicht nur viel Geld, sondern auch unzählige Vogelleben kosten, ist berechtigt. Viele Wiesen werden inzwischen mit Solaranlagen zugebaut. Vielleicht sind die Grünen jetzt doch für Gentechnik und wollen Insekten so verändern, dass wenigsten diese sie verstehen. Jedenfalls setzen sich die Grünen für alles und jeden ein, nur nicht für die deutschen Wähler, von denen sie immer noch erstaunlich viele Stimmen bekommen.

Völlig absurd ist auch die Aussage vom zweiten Spitzenkandidaten und Parteivorsitzenden Cem Özdemir (siehe „Özdemir will um FDP-Wähler werben“), „die liberale Partei Deutschlands sind die Grünen.“ Nein, die Grünen sind alles Mögliche, vor allem links und freiheits- bis menschenfeindlich (Schmetterlinge sind einfach bunter), aber nicht liberal.

Politiker entwerten meinen Diesel um 5.000 Euro

Es gibt jetzt „5000 Euro weniger für einen drei Jahre alten Diesel“. Mein Diesel ist jetzt drei Jahre alt (siehe ‚Autoabholung‘ und ‚Neuen Volvo seit einem Jahr‘). ‚Autobesitzer sollten nicht für Fehlverhalten von Konzernen und Staat zahlen müssen‘. Faktisch habe ich aber doch den Schaden. Zwar will ich mein Auto in absehbarer Zeit nicht verkaufen und damit einen entsprechenden Verlust nicht realisieren, trotzdem drohen mir Fahrverbote in einigen Städten, deren Risiko wiederum der Haupttreiber beim Preisverfall ist. Außerdem werde ich in einer doch möglichen Verkaufsentscheidung (mit Neukauf) negativ beeinflusst.

Erst kontrolliert die Politik die Autokonzerne nicht richig, dann sollen dafür die Autofahrer bestraft werden. Das ist typisch für unsere Politiker, die demnächst Verbrennungsmotoren ganz verbieten wollen, aber nur für Privatleute bzw. in PKWs, während auch die politisch gemachten Strompreise für Privathaushalte viel höher sind als für größere Betriebe.

Schröder arbeitet für Putin

Der einzige noch lebende deutsche Ex-Bundeskanzler möchte weder politisch-moralische Autorität gegenüber seiner Nachfolgerin noch ernsthafter Unterstützer seiner SPD sein, sondern Gerhard „Schröder wird bei Rosneft sogar Aufsichtsratschef“, nicht nur Aufsichtsratsmitglied. Damit steht er auf der Gehaltsliste des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Denn der Mineralölkonzern Rosneft war nicht nur ein reines Staatsunternehmen, sondern verblieb nach seinem Börsengang 2006 mehrheitlich im Besitz des russischen Staates und wird von dem engen Putin-Vertrauten und früheren Mitarbeiter Igor Setschin geleitet. Rosneft war auch Instrument des Kreml bei besonders schmutzigen Geschäften wie der Zerschlagung und Übernahme des Energiekonzerns Jukos mit dem Vorstandsvorsitzenden und nachfolgenden politischen Gefangenen Michail Chodorkowski. Aktuell steht Rosneft auf den Sanktionslisten der USA und EU, was dem Einstieg des Ex-Kanzlers besondere Brisanz verleiht, der schon direkt nach seiner Abwahl dadurch negativ auffiel, dass er noch schnell Nord Stream den Weg ebnete, um dann dort ebenfalls als Aufsichtsratsvorsitzender einzusteigen.

Jetzt reden Herr Schröder und seine russischen Gönner viel von deutsch-russischer Freundschaft. Tatsächlich dürfte es ihm vor allem ums Geld gehen und zusätzlich noch um etwas Medienaufmerksamkeit, während sein tatsächlicher Einfluss nahe null liegen dürfte. Die russische Führung belastet damit eher das Verhältnis zu Deutschland, demonstriert aber trotzdem eigene Stärke und die moralische Schwäche sowie Uneinigkeit westlicher Politiker. Außerdem ist es wohl ein nachträglicher Lohn für wertvolle Dienste nicht nur für Nord Stream. Aktuellen und zukünftigen westlichen Politikern wird damit angezeigt, dass sie ebenfalls später mit Belohnung rechnen können, wenn sie russischen Interessen dienen. Ich habe viele Vorbehalte gegen die aktuelle Kanzlerin, doch für solche Verlockungen ist sie nicht empfänglich. Der ständig klamme Ex-Bundespräsident Christian Wulff spielt hingegen auch in dieser Hinsicht ein paar Ligen tiefer und arbeitet für den türkischen Modehersteller Yargici.