Reise nach Valencia und vertauschter Koffer

Letztes Jahr machten wir einen ‚Vater-Sohn-Urlaub auf Mallorca‘ und waren dann auch noch einmal ein paar Tage zu zweit in Berlin. Nun waren Fabian und ich für eine Woche in Valencia. Das ist auch eine sehr schöne Stadt und vor allem deutlich wärmer und sonniger als zu Hause. Richtig viel haben wir nicht gemacht, aber wir waren z. B. auf der Kathedrale, am Meer und im Oceanogràfic. Fabian hat es sehr gut gefallen, auch wenn er etwas krank war und ich wohl etwas besser auf seine Ernährung hätte achten sollen.

Das blödeste Erlebnis hatten wir diesen Mittwoch ganz am Ende nach dem Rückflug in Düsseldorf. Ich hatte mit meinem Sohn auf unseren Plätzen gewartet, bis fast alle ausgestiegen waren. Derweil hatte jemand unseren Rollkoffer aus den oberen Fächern der Kabine mitgenommen und seinen eigenen dort zurückgelassen, der zwar auch schwarz war, aber ansonsten recht anders aussah. Ich habe das dem Kabinenpersonal gemeldet, welches uns aber nicht helfen wollte, sondern nur darum besorgt war, uns den anderen Koffer wegzunehmen und nicht einmal nach einem Namen schauen zu lassen. Im Flughafen gab es auch überhaupt keine Hilfe. Von der Fundstelle bei den Gepäckbändern wurden wir weggeschickt, weil man dort nur für eingechecktes Gepäck zuständig sei. Die Polizei wollte keine Anzeige aufnehmen, weil es mangels Absicht kein Diebstahl wäre (aber Unterschlagung?). Man verwies uns an die Aviation Handling Services (AHS), deren Schalter uns aber sofort an den Ticketschalter von Eurowings, unserer Fluggesellschaft, weiterschickte, wo man sich aber auch überhaupt nicht zuständig fühlte, nicht einmal den Namen nennen wollte und schließlich zurück zur Fundstelle schickte, die uns noch die Nummer des getrennten Fundbüros des gesamten Flughafens gab. So durfte ich nicht einmal den Verlust melden, was ich dann von zu Hause aus per E-Mail tat.

Immerhin gab es gestern zwei Antworten auf meine E-Mail. Zuerst wurde mir mitgeteilt, dass nichts gefunden worden sei. Dann teilte man mir jedoch die Nummer einer Person mit, die meinen Koffer mitgenommen hätte. Ich rief sie an und verabredete die Abholung in Bergheim, was nun nicht gerade um die Ecke liegt, doch ich war immerhin schon in Duisburg (siehe ‚Vortrag über 20 Jahre Workshop Hochschulmanagement beim 20. Workshop‘). Dadurch dauerte die Rückfahrt wie am Vortag eben etwas länger, doch zumindest habe ich jetzt meinen Koffer wieder. Der andere von der Crew einkassierte Koffer ist übrigens noch nicht wieder aufgetaucht. Wahrscheinlich wäre es doch besser gewesen, wenn ich diesen erst einmal mitgenommen hätte, ohne etwas zu sagen. Ich hatte mir aber nicht vorstellen können, wie wenig Hilfe man in so einem Fall von Fluggesellschaft und Flughafen bekommt. Wahrscheinlich bin ich demnächst auch beim Aussteigen nicht mehr so großzügig. Dann müssen eben alle etwas länger warten, es kann aber auch niemand mehr so leicht mein Gepäck mitnehmen.

Politiker entwerten meinen Diesel um 5.000 Euro

Es gibt jetzt „5000 Euro weniger für einen drei Jahre alten Diesel“. Mein Diesel ist jetzt drei Jahre alt (siehe ‚Autoabholung‘ und ‚Neuen Volvo seit einem Jahr‘). ‚Autobesitzer sollten nicht für Fehlverhalten von Konzernen und Staat zahlen müssen‘. Faktisch habe ich aber doch den Schaden. Zwar will ich mein Auto in absehbarer Zeit nicht verkaufen und damit einen entsprechenden Verlust nicht realisieren, trotzdem drohen mir Fahrverbote in einigen Städten, deren Risiko wiederum der Haupttreiber beim Preisverfall ist. Außerdem werde ich in einer doch möglichen Verkaufsentscheidung (mit Neukauf) negativ beeinflusst.

Erst kontrolliert die Politik die Autokonzerne nicht richig, dann sollen dafür die Autofahrer bestraft werden. Das ist typisch für unsere Politiker, die demnächst Verbrennungsmotoren ganz verbieten wollen, aber nur für Privatleute bzw. in PKWs, während auch die politisch gemachten Strompreise für Privathaushalte viel höher sind als für größere Betriebe.

Beim Kemnader Burglauf 10 km in 54:37

Gestern sind wir beim „Kemnader Burglauf“ die 10 km-Runde um den Kemnader See gelaufen. Leider sind die Ergebnisse noch nicht online, doch ich habe schon eine Urkunde vor Ort erhalten. Demnach wurde ich der 124. Mann (und der 150. insgesamt) in 54 Minuten und 37 Sekunden. Faktisch war ich etwas schneller. So gab es keinen Chip zur Zeitmessung, weshalb nur die Bruttozeit erfasst wurde. Mit unserem „Zweite[n] Baby-Jogger für zwei“ wollte ich mich nicht ganz vorne anstellen. Vor allem war für diesen Wagen der Zieleinlauf zu schmal, weshalb ich mich daneben durch die Zuschauer kämpfte und meinen Einlauf sowohl den Zeitnehmern als auch danach separat den Erfassern der Startnummer kundtun musste, was zu einer gewissen Ungenauigkeit führte (ich kam rund zehn Plätze früher an, als es dann notiert wurde).

Unabhängig davon war es wieder ein Fall von ‚Langsamster und schnellster […] Lauf zugleich‘. Denn ich lief noch keinen 10 km-Lauf mit dem Babyjogger und schon gar nicht mit dem Doppelwagen. Pro Kilometer war ich etwas schneller als beim letztjährigen ‚AOK-Firmenlauf in Dortmund‘. Es war zwar wieder voll, aber nicht so voll, vor allem nicht die ganze Zeit. Allerdings war die Laufstrecke nicht gesperrt, so dass mich am meisten die Radfahrer auf dem Fußweg störten (während auf dem Weg zum Start der Gehweg komplett zugeparkt war und wir auf einer vielbefahrenen Straße gehen mussten). Außerdem war es sehr sonnig und warm.

Meine Frau brauchte übrigens 56 Minuten und 28 Sekunden, womit sie 34. Frau wurde (früher war sie schon einmal als Dritte beim dortigen Halbmarathon auf dem Treppchen). Außerdem lief meine 18-jährige Nichte ihren ersten 10 km-Lauf in gut 57 Minuten. Eigentlich hätten wir angesichts der geringen Differenzen auch die ganze Zeit zusammen laufen können. Gemeinsam haben wir danach die Oma bzw. meine Mutter in Bochum besucht.

Seehofer fordert jetzt Verbrennungsmotoren statt Obergrenze

Gerade erst hat Horst Seehofer eine angebliche Koalitionsbedingung aufgehoben (siehe ‚Seehofer will Koalition ohne Obergrenze für Willkür akzeptieren‘), da stellt er eine neue auf: „Seehofer macht Festhalten am Verbrennungsmotor zur Koalitionsbedingung“. Es fällt auf, dass es sich um reine Rückzugsgefechte handelt, die er dann auch noch aufgibt, weil selbst die Kanzlerin der CDU für so verrückte Ideen der Grünen eintritt, unkontrolliert unbegrenzt viele Menschen ins Land zu lassen oder Verbrennungsmotoren zumindest für PKWs staatlich zu verbieten (statt zu warten, bis Alternativen attraktiv genug sind, um von selbst gekauft zu werden).

Dabei stehen unsere Politiker weder zu ihrer eigenen Verantwortung beim Dieselskandal noch nehmen sie die Autokonzerne in Haftung (während in den USA langjährige Haftstrafen drohen), sondern sie wollen entschädigungslos Millionen Autobesitzer enteignen. Wer das als Wähler auch noch unterstützt, ist allerdings selbst schuld. Immerhin wird eine Koalition zugleich mit CSU und Grünen durch diesen Schritt etwas schwerer. Doch im Zweifel fällt Herr Seehofer einmal mehr um, zumal er sich jetzt schon für eine fünfte Amtszeit von Frau Merkel ausspricht (siehe „CSU-Chef kann sich fünfte Amtszeit für Merkel vorstellen“), die es unbedingt zu verhindern gilt.

Teurer Wahlkampf mit Subventionen für Air Berlin

Air Berlin hat gestern Insolvenz beantragt und gleichzeitig einen Kredit mit Bundesbürgschaft über 150 Millionen Euro erhalten. Das ist schon vom Ablauf her zweifelhaft, aber vor allem ist diese Staatsbürgschaft grundsätzlich nicht in Ordnung, die entgegen den Bekundungen wahrscheinlich verloren ist und der vielleicht noch viel mehr Steuergelder folgen, was die EU-Kommission ignoriert. Die Politik entscheidet wieder einmal willkürlich über Gute Pleiten, schlechte Pleiten“. Es stehen Wahlen bevor und die Regierung will offensichtlich keine Bilder von gestrandeten Urlaubern, die es in anderen Fällen und zu anderen Zeiten durchaus gab und wieder geben wird.

Auch die Beschäftigten und Gläubiger werden ungleich zu anderen Fällen behandelt. Als Wähler kann ich das nicht gutheißen, hätte aber Frau Merkel ohnehin nicht gewählt. Richtig wäre es, das Insolvenzrecht immer gleich anzuwenden. Wenn man bestimmte Gruppen wie Arbeitnehmer, Endverbraucher oder Kleinsparer bevorzugen bzw. besonders schützen will, dann sollte das systematisch in das Insolvenzrecht integriert statt fallweise willkürlich entschieden werden.