Schon wieder ein Streik von Verdi

„Am Dienstag streikt Verdi wieder“. Den letzten Warnstreik am 20. März haben wir zum Glück verpasst, weil wir ‚Erneut Urlaub auf Teneriffa‘ machten. Dafür sind wir morgen gleich doppelt von diesem neuen ‚Streik gegen die Bürger‘ betroffen, denn der Kindergarten hat zu und meine Frau muss mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, weil auch der öffentliche Personennahverkehr (mit Ausnahme der S-Bahnen und Regionalzüge) bestreikt wird. Ich kann sie auch nicht bringen, da ich unseren Sohn zu einem anderen Termin fahren muss (und die Tochter gleich mit, weil ich sie nicht alleine zu Hause lassen kann) und die Straßen sehr voll sein werden.

Später fahre ich nach Münster zur Arbeit, denn als Beamter und auch Beschäftigter des Landes streike ich nicht und habe morgen die ersten Lehrveranstaltungen des Sommersemesters. Zum Glück haben wir eine Kinderfrau, die sich dann um unsere Kinder kümmern kann. Diese bezahlen wir zusätzlich zum Höchstsatz der Kitagebühren, während Verdi 6 Prozent mehr Gehalt und mindestens 200 Euro pro Monat zusätzlich fordert für die Angestellten des Bundes und der Kommunen.

Statt eines Streikrechts für Beamte (siehe ‚Streikrecht für Beamte?‘) wäre es vielleicht besser, auch den Angestellten im öffentlichen Dienst dieses zu nehmen und die Tarifverhandlungen dort durch automatische Lohnerhöhungen gemäß dem Schnitt der Tariferhöhungen in der Privatwirtschaft zu ersetzen (siehe bereits ‚Lohnerhöhung beendet Streik im öffentlichen Dienst‘). Die Streiks und Verhandlungen dort sind fairer und die mit den Löhnen steigenden Steuereinnahmen erlauben dann auch entsprechende Erhöhungen beim öffentlichen Dienst, dessen Sonderstellung aber auch nicht mehr ausgenutzt werden könnte. In echten Mangelberufen sind die Gehälter ohnehin anzupassen, ohne dass es dazu eines Streiks bedarf.

Fahrt nach Leipzig und zurück

Als Vorsitzender der ‚Programmkommission der VHB-Pfingsttagung 2018‘ bin ich heute zur Beiratssitzung des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft nach Leipzig gefahren, um den Entwurf für den offenen Programmteil der kommenden Tagung in Magdeburg vorzustellen. Das kann ich hier demnächst auch einmal machen, wenn er öffentlich ist, denn der Beirat hat meinen Vorschlag einstimmig beschlossen. Jetzt möchte ich über die Fahrt selbst berichten.

Ich bin erst neun Minuten zur Kita gefahren, um unsere Kinder abzugeben. Von dort brauchte ich netto dreieinhalb Stunden für die gut 400 km zur HHL Leipzig Graduate School of Management (früher Handelshochschule Leipzig). Hinzu kamen ein Tankstopp am Anfang und eine Essenspause. Das war schneller als erwartet und von Routenplaner sowie Navigationsgerät angekündigt. Zurück brauchte ich sogar nur drei Stunden und fünf Minuten ohne Pause. Dennoch war ich viel länger im Auto als in Leipzig oder gar mit meiner Präsentation beschäftigt. Allerdings ist es wohl sinnvoll und angemessen, solche Sachen den Kollegen persönlich vorzustellen.

Beim Autofahren kann ich am ehesten noch telefonieren, was ich heute jedoch nicht getan habe. Systematisches Nachdenken finde ich beim Autofahren viel schwieriger, da es zu viele äußere Eindrücke gibt, ich mich aufs Fahren konzentrieren muss und sich Gedanken schlecht festhalten lassen. Außerdem fahre ich lieber im Hellen als im Dunkeln, weil man dann mehr von der Landschaft, aber auch von den anderen Verkehrsteilnehmern sieht. Allerdings fahre ich auch lieber zurück als hin. Es ist dann nicht nur meistens weniger Verkehr, sondern vor allem auch weniger Zeitdruck, obwohl ich heute mit einem großen Zeitpuffer gestartet bin und dann auch noch schneller als geplant war. Leipzig liegt damit zeitlich näher als gedacht und lohnt eigentlich einen längeren Besuch, das nächste Mal vielleicht mit Familie.

Bundesverwaltungsgericht will Fahrverbote statt Abgasfilter

Heute gab es ein schlimmes Urteil vom „Bundesverwaltungsgericht: Städte können Fahrverbote verhängen“, was faktisch bedeutet, dass viele Städte es tun werden oder sogar müssen, damit sie nicht ihrerseits verklagt werden, obwohl ihnen das jetzt ohnehin droht. Etliche „Städte prüfen Fahrverbote – Hamburg prescht vor“, weil Recht und Eigentum dieser ehemals großen Hansestadt nichts mehr bedeuten. Dabei könnten die Länder, wozu Hamburg als Stadtstaat gehört, die bestehende und vom Bundesverwaltungsgericht einseitig interpretierte Rechtslage ändern. Das gilt noch mehr für die Bundesregierung, die für das ganze Chaos mit demnächst willkürlichen Fahrverboten in etlichen Städten oder sogar einzelnen Straßen verantwortlich ist.

Denn Frau Merkel hat die aus der Luft gegriffenen EU-Grenzwerte durchwinken lassen und zugleich das Schummeln bei den Abgastests toleriert. Die Autokonzerne wurden bis heute nicht zu einer ordentlichen Nachrüstung der nicht vertragsgemäßen Fahrzeuge oder einer Entschädigung der getäuschten und geschädigten Autokäufer verpflichtet, sondern die Autofahrer wurden erst betrogen und werden jetzt ein zweites Mal vom Staat bestraft statt geschützt. Die Luft wird dadurch auch nicht sauberer, sondern der Neuwagenverkauf kurzfristig angekurbelt und langfristig schwer geschädigt.

Die ‚Bundesregierung plant bereits Fahrverbote‘, statt ihren Bürgern und Kommunen sowie der Umwelt wirklich zu helfen. Statt selektiver Fahrverbote wäre eine technisch durchaus machbare und die Abgase tatsächlich reduzierende Hardware-Nachrüstung geboten, die weder die Autobesitzer noch die Steuerzahler, sondern die schummelnden Hersteller bezahlen müssten. Das wäre fair und umweltfreundlich zugleich. Doch unsere Regierung verhält sich lieber genau umgekehrt. Deshalb hoffe ich immer noch, dass die SPD-Mitglieder endlich aufwachen und gegen eine Neuauflage der bestehenden Großen Koalition stimmen.

Bundesregierung plant bereits Fahrverbote

‚Autobesitzer sollten nicht für Fehlverhalten von Konzernen und Staat zahlen müssen‘. Doch unsere ‚Politiker entwerten meinen Diesel um 5.000 Euro‘. Der „Bund will Fahrverbote ermöglichen“ entgegen allen bisherigen Beteuerungen und wohl unabhängig vom am kommenden Dienstag erwarteten Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, ob kommunale Fahrverbote bereits nach der geltenden Rechtslage zulässig oder sogar geboten sind. Für diese Rechtslage sind allerdings ebenfalls unsere Politiker verantwortlich, die willkürliche Grenzwerte und Fahrverbote beschließen, aber zugleich Autos zulassen und die Einhaltung der Zulassungskriterien nicht überprüfen. Diese Politiker verwenden sogar unsere Steuergelder, um die eigenen Kommunen zu verklagen, damit wir nicht mehr fahren dürfen (siehe „Finanzierung für die Diesel-Kläger: Wie Ihre Steuergelder zur Umwelthilfe fließen“).

Wenn es zu Fahrverboten kommt, wovon jetzt leider auszugehen ist, fühle ich mich zumindest moralisch daran nicht gebunden. Je nach Ort würde ich auch dagegen und gegen meinen Autohersteller Volvo klagen sowie die betreffenden Kommunen meiden. Politisch wird die Merkel-Regierung dadurch noch untragbarer als ohnehin schon. Auch bei Kommunal- und Europawahlen sollte jeder noch genauer hinschauen, wen man da eigentlich wählt und wie die Betreffenden dann abstimmen.

Es ist leider auch richtig, dass hier Bevölkerungsgruppen gegeneinander ausgespielt werden (siehe z. B. „Der Dieselkrieg der alten 68er gegen die Jugend“). Luftreinheit und Gesundheit sind hohe Güter, Mobilität und Eigentumsrechte aber auch. Der Staat darf nicht willkürlich und entschädigungslos enteignen. An den Fakten hat sich überhaupt nichts geändert bzw. die Luft ist heute sauberer als früher, nur das politische Klima ist insbesondere von Frau Merkel und den Grünen vergiftet worden. Es erinnert fatal an den überhasteten Atomausstieg wegen eines hierzulande unmöglichen Tsunamis in Japan.

Reise nach Valencia und vertauschter Koffer

Letztes Jahr machten wir einen ‚Vater-Sohn-Urlaub auf Mallorca‘ und waren dann auch noch einmal ein paar Tage zu zweit in Berlin. Nun waren Fabian und ich für eine Woche in Valencia. Das ist auch eine sehr schöne Stadt und vor allem deutlich wärmer und sonniger als zu Hause. Richtig viel haben wir nicht gemacht, aber wir waren z. B. auf der Kathedrale, am Meer und im Oceanogràfic. Fabian hat es sehr gut gefallen, auch wenn er etwas krank war und ich wohl etwas besser auf seine Ernährung hätte achten sollen.

Das blödeste Erlebnis hatten wir diesen Mittwoch ganz am Ende nach dem Rückflug in Düsseldorf. Ich hatte mit meinem Sohn auf unseren Plätzen gewartet, bis fast alle ausgestiegen waren. Derweil hatte jemand unseren Rollkoffer aus den oberen Fächern der Kabine mitgenommen und seinen eigenen dort zurückgelassen, der zwar auch schwarz war, aber ansonsten recht anders aussah. Ich habe das dem Kabinenpersonal gemeldet, welches uns aber nicht helfen wollte, sondern nur darum besorgt war, uns den anderen Koffer wegzunehmen und nicht einmal nach einem Namen schauen zu lassen. Im Flughafen gab es auch überhaupt keine Hilfe. Von der Fundstelle bei den Gepäckbändern wurden wir weggeschickt, weil man dort nur für eingechecktes Gepäck zuständig sei. Die Polizei wollte keine Anzeige aufnehmen, weil es mangels Absicht kein Diebstahl wäre (aber Unterschlagung?). Man verwies uns an die Aviation Handling Services (AHS), deren Schalter uns aber sofort an den Ticketschalter von Eurowings, unserer Fluggesellschaft, weiterschickte, wo man sich aber auch überhaupt nicht zuständig fühlte, nicht einmal den Namen nennen wollte und schließlich zurück zur Fundstelle schickte, die uns noch die Nummer des getrennten Fundbüros des gesamten Flughafens gab. So durfte ich nicht einmal den Verlust melden, was ich dann von zu Hause aus per E-Mail tat.

Immerhin gab es gestern zwei Antworten auf meine E-Mail. Zuerst wurde mir mitgeteilt, dass nichts gefunden worden sei. Dann teilte man mir jedoch die Nummer einer Person mit, die meinen Koffer mitgenommen hätte. Ich rief sie an und verabredete die Abholung in Bergheim, was nun nicht gerade um die Ecke liegt, doch ich war immerhin schon in Duisburg (siehe ‚Vortrag über 20 Jahre Workshop Hochschulmanagement beim 20. Workshop‘). Dadurch dauerte die Rückfahrt wie am Vortag eben etwas länger, doch zumindest habe ich jetzt meinen Koffer wieder. Der andere von der Crew einkassierte Koffer ist übrigens noch nicht wieder aufgetaucht. Wahrscheinlich wäre es doch besser gewesen, wenn ich diesen erst einmal mitgenommen hätte, ohne etwas zu sagen. Ich hatte mir aber nicht vorstellen können, wie wenig Hilfe man in so einem Fall von Fluggesellschaft und Flughafen bekommt. Wahrscheinlich bin ich demnächst auch beim Aussteigen nicht mehr so großzügig. Dann müssen eben alle etwas länger warten, es kann aber auch niemand mehr so leicht mein Gepäck mitnehmen.