Blog ist vier

Mit diesem Blog habe ich vor genau vier Jahren angefangen (siehe ‚Blog-Start‘). Meine Zielsetzung war eine andere, doch Frau Merkel ist leider immer noch im Amt und von ihrer Abwahl weiter entfernt, als es damals zumindest schien, was auf das Ende der Eurozone ebenfalls zutrifft. Die AfD hat sich leider viel schlechter entwickelt als erhofft, doch eine echte Alternative zur Alternative für Deutschland ist bislang auch nicht zu erkennen, während die AfD dieses Jahr zumindest in den Bundestag einziehen dürfte.

Für sich genommen ist es vielleicht gar nicht so spannend, doch ich schreibe zum Jahrestag die Statistik der letzten Jahre fort, insbesondere vom Ausgangspunkt des letzten Jahres (siehe ‚Blog ist drei Jahre alt‘), da die Daten jetzt relativ leicht abrufbar sind, sich aber später kaum noch rekonstruieren ließen.

Dies ist der 1.370. Blogbeitrag. Demnach wurden im 4. Jahr 284 Beiträge veröffentlicht, also deutlich weniger als in den Vorjahren, da ich zwischenzeitlich ganz über die Einstellung dieses Blogs nachdachte (siehe ‚Trump gewinnt und dieser Blog endet‘, aber auch ‚Weiter mit einer Ankündigung‘ mit Diskussion) und seither nicht mehr jeden Tag einen Beitrag anstrebe. Es gibt 40.005 freigeschaltete Kommentare, 8.240 mehr als vor einem Jahr, was ebenfalls einen Rückgang darstellt. Die Zahl der Seitenaufrufe liegt bei 1.203.584. Das entspricht gut 345.000 Zugriffen im 4. Jahr, was Rekord ist.

Dem Blog direkt folgen 219 Personen, 12 mehr als vor einem Jahr. Über Twitter folgen 474 Personen diesem Blog bzw. den Tweets über neue Beiträge, das sind 44 mehr als vor einem Jahr. Bei Facebook habe ich 1.573 „Freunde“, 76 mehr als vor einem Jahr. Meine Facebook-Seite gefällt 358 Personen, 23 mehr als letztes Jahr.

Insgesamt gibt es also noch Zuwachs, allerdings mit sehr geringer Rate, so dass der Blog wohl ein gewisses Gleichgewicht erreicht hat. Ich danke allen Lesern, insbesondere den Kommentatoren und sonst wie Aktiven. Es ist z. B. ganz einfach und kostenlos, bei einem Beitrag hier oder bei Facebook „Gefällt mir“ zu klicken.

Kurzurlaub auf dem Campingplatz

Dieses verlängerte Wochenende waren wir auf einem Campingplatz im Sauerland, wo wir einen stationären Wohnwagen gemietet hatten, um auch diese Art des Urlaubs einmal auszuprobieren. Das hat erstaunlich gut geklappt. Als Ökonom muss ich allerdings bemängeln, dass es nicht wirklich billiger ist, in beengten Verhältnissen mit getrennten Duschräumen zu campieren, als wenn man sich in einem Mittelklassehotel einmietet (wobei es zu Hause noch viel günstiger und bequemer ist). Zwei Vorteile sind die vielen weiteren Familien mit Kindern drumherum und die Möglichkeit, direkt vor dem Wohnwagen im Vorzelt oder ganz draußen zu sitzen. Gefehlt hat mir WLAN oder auch nur eine gute mobile Verbindung, worunter auch dieser Blog gelitten hat, mein Nachtschlaf aber nicht. Mit den Kindern haben wir viel unternommen, wobei sie für viele Sachen noch etwas klein sind und in einigen Jahren vielleicht zu groß sein werden. Der nächste Urlaub wird jedenfalls wieder ganz anders.

Der Facebook-Faktor

Die Süddeutsche Zeitung bietet eine Art Alternative zum Wahl-O-Mat an: „Der Facebook-Faktor: Testen Sie Ihre Filterblase“. Zumindest bei mir passt das ganz gut. Auf die FDP folgt gleich die AfD, dann CDU sowie CSU und erst mit deutlichem Abstand SPD, Linke und Grüne. Auch wenn ich hier sonst auf Bilder in den Beiträgen verzichte, lohnt sich diesmal wohl die optische Darstellung:

Vor allem ist mir dabei ein neuer Gedanke gekommen: Zwar gibt es nicht mehr eine Partei, die auch nur halbwegs meinen politischen Präferenzen entspricht, aber zwei bis vier zusammen tun das. Die richtige Mischung von FDP und AfD, vielleicht noch mit Beimischungen von CDU und CSU, wäre meine Partei. Die falsche Mischung wäre allerdings eine ziemliche Katastrophe. Als Konsequenz sollte ich diese Parteien vielleicht abwechselnd wählen.

AfD vs. Merkel

Heute ist Angela Merkel mit 89,5 Prozent der Delegiertenstimmen als CDU-Vorsitzende wiedergewählt worden (bei Einbezug der Enthaltungen wie in anderen Parteien üblich waren es 89,1 Prozent, siehe „Merkel mit schwachem Ergebnis wiedergewählt“). Es war ihr zweitschlechtestes Ergebnis (2004 bekam sie 88,4 Prozent), aber trotzdem fast 40 Prozentpunkte zu hoch, um sie als weitere Vorsitzende und Kanzlerin zu verhindern.

Dabei hat gerade heute das Bundesverfassungsgericht über ihren plötzlichen Atomausstieg geurteilt: „Energiekonzerne müssen für Atomausstieg entschädigt werden“. Für diese Fehlentscheidung von ihr werden die Bürger also gleich doppelt zur Kasse gebeten, nämlich über die Stromrechnung und das Finanzamt. Ihre ebenso sprunghafte wie falsche Flüchtlingspolitik kostet die Bürger dagegen nicht nur Geld, sondern manche sogar das Leben, während es von den meisten beeinträchtigt wird. Aber Frau Merkel ist zu keiner echten Kurskorrektur bereit und wird darin nicht nur von den meisten CDU-Funktionären unterstützt, sondern auch fast allen anderen Parteien.

Damit komme ich zur Auswertung meiner kleinen Umfrage: ‚Durch welche Partei lässt sich Merkel noch verhindern?‘ Einer von 188 Antwortenden (0,5 Prozent) meinte doch tatsächlich, dass die CDU dazu geeignet wäre. Spätestens seit heute dürfte dieser Traum ausgeträumt sein. Auch für die Lindner-FDP ist einer, für die Grünen gar keiner. Es votieren immerhin drei (1,6 Prozent) für die CSU, die jedoch ebenfalls alles mittragen und sich nicht bundesweit ausdehnen wird. 3,2 Prozent (6 Personen) wollen Frau Merkel gar nicht als Kanzlerin verhindern, ebenso viele trauen das der SPD zu. 3,7 Prozent hoffen auf sonstige Parteien (wobei sich ALFA bzw. LKR gerade selbst zerlegt und als angebliche Neugründung von CDU-Aussteigern eine AfD 3.0 plant). 6,4 Prozent könnten sich eine Wahlalternative gegen Merkel vorstellen, was bei einer repräsentativen Befragung zum Übersteigen der Fünf-Prozent-Hürde reichen könnte, nicht jedoch bei der ohnehin merkelkritischen Leserschaft dieses Blogs. Die Linke kommt immerhin auf 7,5 Prozent. 18,1 Prozent halten es für unmöglich, Frau Merkel zumindest 2017 als Kanzlerin zu verhindern. Unmöglich ist es wohl nicht, aber doch sehr unwahrscheinlich. Trotzdem setzt die absolute Mehrheit von 55,3 Prozent der Teilnehmer auf die AfD. Das ist natürlich nicht repräsentativ für alle Wahlberechtigten, aber doch eine klare Aussage meiner Leser, die ich nicht einfach ignorieren werde.

Mein Wiedereintritt in die AfD steht nicht unmittelbar bevor, zumal der jetzige NRW-Landesvorstand unter Herrn Pretzell einen Antrag von mir sicher ablehnen würde. Doch ich denke zumindest ernsthaft darüber nach, die AfD auf geeignete Weise wieder zu unterstützen, auch wenn sie eigentlich eine andere Partei ist als 2013. Trotzdem ist sie weiterhin die einzige ernsthafte Oppositionspartei gegen Frau Merkel und ihre linke, erratische sowie schlicht schlechte Politik. Auch wenn sich Frau Merkel 2017 kaum noch verhindern lässt, muss nicht nur ein deutliches Zeichen gegen ihre Politik gesetzt werden, sondern ist diese tatsächlich zu erschweren und zu restringieren sowie spätestens 2021 definitiv zu beenden.

Auf Englisch twittern (und bloggen?)

Seit sechs Jahren twittert mein Institut für Organisationsökonomik auf Deutsch unter dem Namen IO WWU Münster. Heute habe ich zusätzlich IO English eingerichtet, um international relevante Meldungen, also insbesondere solche zur Forschung, auch auf Englisch twittern zu können. Darüber nachgedacht habe ich schon länger. Konkreter Anlass war jetzt die (un)passende Einbindung von Twitter auf der ‚Institutshomepage mit neuem Design‘. Zumindest potentiell ist der Leserkreis dafür viel größer.

Deshalb denke ich inzwischen zur Fortführung dieses Blogs (siehe ‚Trump gewinnt und dieser Blog endet‘ sowie ‚Weiter mit einer Ankündigung‘) bzw. für allgemein politische und ökonomische statt persönliche Beiträge darüber nach, diese zukünftig auf Englisch zu verfassen. Denn weder die Euro- noch die Flüchtlingskrise oder selbst Frau Merkel sind rein deutsche Probleme. Englischsprachige Beiträge würden eine europaweite Diskussion darüber ermöglichen sowie unterstreichen, dass es nicht allein um nationale Befindlichkeiten geht. Schlimmstenfalls droht allerdings eine weitere abgehobene Elitendiskussion über die Völker hinweg, so wie die EU dem mittelalterlichen Europa ähnelt mit einer grenzüberschreitenden Aristokratie und Kirche, die von den jeweiligen Völkern nicht nur, aber auch sprachlich entfremdet waren.