Kurzurlaub auf dem Campingplatz

Dieses verlängerte Wochenende waren wir auf einem Campingplatz im Sauerland, wo wir einen stationären Wohnwagen gemietet hatten, um auch diese Art des Urlaubs einmal auszuprobieren. Das hat erstaunlich gut geklappt. Als Ökonom muss ich allerdings bemängeln, dass es nicht wirklich billiger ist, in beengten Verhältnissen mit getrennten Duschräumen zu campieren, als wenn man sich in einem Mittelklassehotel einmietet (wobei es zu Hause noch viel günstiger und bequemer ist). Zwei Vorteile sind die vielen weiteren Familien mit Kindern drumherum und die Möglichkeit, direkt vor dem Wohnwagen im Vorzelt oder ganz draußen zu sitzen. Gefehlt hat mir WLAN oder auch nur eine gute mobile Verbindung, worunter auch dieser Blog gelitten hat, mein Nachtschlaf aber nicht. Mit den Kindern haben wir viel unternommen, wobei sie für viele Sachen noch etwas klein sind und in einigen Jahren vielleicht zu groß sein werden. Der nächste Urlaub wird jedenfalls wieder ganz anders.

Der Facebook-Faktor

Die Süddeutsche Zeitung bietet eine Art Alternative zum Wahl-O-Mat an: „Der Facebook-Faktor: Testen Sie Ihre Filterblase“. Zumindest bei mir passt das ganz gut. Auf die FDP folgt gleich die AfD, dann CDU sowie CSU und erst mit deutlichem Abstand SPD, Linke und Grüne. Auch wenn ich hier sonst auf Bilder in den Beiträgen verzichte, lohnt sich diesmal wohl die optische Darstellung:

Vor allem ist mir dabei ein neuer Gedanke gekommen: Zwar gibt es nicht mehr eine Partei, die auch nur halbwegs meinen politischen Präferenzen entspricht, aber zwei bis vier zusammen tun das. Die richtige Mischung von FDP und AfD, vielleicht noch mit Beimischungen von CDU und CSU, wäre meine Partei. Die falsche Mischung wäre allerdings eine ziemliche Katastrophe. Als Konsequenz sollte ich diese Parteien vielleicht abwechselnd wählen.

AfD vs. Merkel

Heute ist Angela Merkel mit 89,5 Prozent der Delegiertenstimmen als CDU-Vorsitzende wiedergewählt worden (bei Einbezug der Enthaltungen wie in anderen Parteien üblich waren es 89,1 Prozent, siehe „Merkel mit schwachem Ergebnis wiedergewählt“). Es war ihr zweitschlechtestes Ergebnis (2004 bekam sie 88,4 Prozent), aber trotzdem fast 40 Prozentpunkte zu hoch, um sie als weitere Vorsitzende und Kanzlerin zu verhindern.

Dabei hat gerade heute das Bundesverfassungsgericht über ihren plötzlichen Atomausstieg geurteilt: „Energiekonzerne müssen für Atomausstieg entschädigt werden“. Für diese Fehlentscheidung von ihr werden die Bürger also gleich doppelt zur Kasse gebeten, nämlich über die Stromrechnung und das Finanzamt. Ihre ebenso sprunghafte wie falsche Flüchtlingspolitik kostet die Bürger dagegen nicht nur Geld, sondern manche sogar das Leben, während es von den meisten beeinträchtigt wird. Aber Frau Merkel ist zu keiner echten Kurskorrektur bereit und wird darin nicht nur von den meisten CDU-Funktionären unterstützt, sondern auch fast allen anderen Parteien.

Damit komme ich zur Auswertung meiner kleinen Umfrage: ‚Durch welche Partei lässt sich Merkel noch verhindern?‘ Einer von 188 Antwortenden (0,5 Prozent) meinte doch tatsächlich, dass die CDU dazu geeignet wäre. Spätestens seit heute dürfte dieser Traum ausgeträumt sein. Auch für die Lindner-FDP ist einer, für die Grünen gar keiner. Es votieren immerhin drei (1,6 Prozent) für die CSU, die jedoch ebenfalls alles mittragen und sich nicht bundesweit ausdehnen wird. 3,2 Prozent (6 Personen) wollen Frau Merkel gar nicht als Kanzlerin verhindern, ebenso viele trauen das der SPD zu. 3,7 Prozent hoffen auf sonstige Parteien (wobei sich ALFA bzw. LKR gerade selbst zerlegt und als angebliche Neugründung von CDU-Aussteigern eine AfD 3.0 plant). 6,4 Prozent könnten sich eine Wahlalternative gegen Merkel vorstellen, was bei einer repräsentativen Befragung zum Übersteigen der Fünf-Prozent-Hürde reichen könnte, nicht jedoch bei der ohnehin merkelkritischen Leserschaft dieses Blogs. Die Linke kommt immerhin auf 7,5 Prozent. 18,1 Prozent halten es für unmöglich, Frau Merkel zumindest 2017 als Kanzlerin zu verhindern. Unmöglich ist es wohl nicht, aber doch sehr unwahrscheinlich. Trotzdem setzt die absolute Mehrheit von 55,3 Prozent der Teilnehmer auf die AfD. Das ist natürlich nicht repräsentativ für alle Wahlberechtigten, aber doch eine klare Aussage meiner Leser, die ich nicht einfach ignorieren werde.

Mein Wiedereintritt in die AfD steht nicht unmittelbar bevor, zumal der jetzige NRW-Landesvorstand unter Herrn Pretzell einen Antrag von mir sicher ablehnen würde. Doch ich denke zumindest ernsthaft darüber nach, die AfD auf geeignete Weise wieder zu unterstützen, auch wenn sie eigentlich eine andere Partei ist als 2013. Trotzdem ist sie weiterhin die einzige ernsthafte Oppositionspartei gegen Frau Merkel und ihre linke, erratische sowie schlicht schlechte Politik. Auch wenn sich Frau Merkel 2017 kaum noch verhindern lässt, muss nicht nur ein deutliches Zeichen gegen ihre Politik gesetzt werden, sondern ist diese tatsächlich zu erschweren und zu restringieren sowie spätestens 2021 definitiv zu beenden.

Auf Englisch twittern (und bloggen?)

Seit sechs Jahren twittert mein Institut für Organisationsökonomik auf Deutsch unter dem Namen IO WWU Münster. Heute habe ich zusätzlich IO English eingerichtet, um international relevante Meldungen, also insbesondere solche zur Forschung, auch auf Englisch twittern zu können. Darüber nachgedacht habe ich schon länger. Konkreter Anlass war jetzt die (un)passende Einbindung von Twitter auf der ‚Institutshomepage mit neuem Design‘. Zumindest potentiell ist der Leserkreis dafür viel größer.

Deshalb denke ich inzwischen zur Fortführung dieses Blogs (siehe ‚Trump gewinnt und dieser Blog endet‘ sowie ‚Weiter mit einer Ankündigung‘) bzw. für allgemein politische und ökonomische statt persönliche Beiträge darüber nach, diese zukünftig auf Englisch zu verfassen. Denn weder die Euro- noch die Flüchtlingskrise oder selbst Frau Merkel sind rein deutsche Probleme. Englischsprachige Beiträge würden eine europaweite Diskussion darüber ermöglichen sowie unterstreichen, dass es nicht allein um nationale Befindlichkeiten geht. Schlimmstenfalls droht allerdings eine weitere abgehobene Elitendiskussion über die Völker hinweg, so wie die EU dem mittelalterlichen Europa ähnelt mit einer grenzüberschreitenden Aristokratie und Kirche, die von den jeweiligen Völkern nicht nur, aber auch sprachlich entfremdet waren.

Über eine Millionen Aufrufe

Heute hat dieser Blog über eine Millionen Aufrufe erreicht. Für sich genommen ist das eine beeindruckende Zahl. Hätte ich tatsächlich eine Millionen Leser, würde ich sicher nicht über die Einstellung (siehe ‚Trump gewinnt und dieser Blog endet‘) oder zumindest Neuausrichtung (siehe ‚Weiter mit einer Ankündigung‘ und die jeweilige Diskussion) dieses Blogs nachdenken. Tatsächlich habe ich jedoch in fast dreieinhalb Jahren 1.248 Beiträge (noch ohne diesen) geschrieben, was gut 800 Aufrufen pro Beitrag entspricht (meine eigenen Aufrufe werden übrigens nicht mitgezählt, zumindest solange ich angemeldet bin, was fast immer der Fall ist). Für Ausschüttungen von VG Wort dürfte das nur in Ausnahmefällen reichen (siehe ‚Zählmarken von VG Wort‘).

An Besuchern meldet das System aktuell insgesamt 323.684, von denen jedoch auch viele wiederkehren. Ich gehe von momentan 300-400 regelmäßigen Lesern aus zuzüglich gelegentlichen sowie einmaligen Besuchern. Daneben gibt es noch 133 E-Mail-Follower, die alle Beiträge per E-Mail zugeschickt bekommen, während 1.560 Follower bei Facebook (plus 336, denen meine zusätzliche Seite gefällt, wobei die Schnittmenge mit 188 recht groß ist), 444 bei Twitter und wohl auch die 74 bei WordPress diesen Blog erst aufrufen müssten, um die Beiträge lesen zu können. Wie viele Leser auf anderen Seiten gespiegelte Beiträge von mir finden (insbesondere auf Die Freie Welt), entzieht sich meiner Kenntnis.

Ich erreiche wohl immer noch etliche aktive Parteimitglieder, von denen einige inzwischen richtige Politiker geworden sind. Sie lassen sich hoffentlich immer noch durch Argumente überzeugen, auch wenn es darauf in unserer gegenwärtigen Parteiendemokratie mit Frau Merkel an der Spitze leider kaum noch ankommt. Außerdem sind 36.054 Kommentare Ausdruck eines großen Diskussionsbedarfs. Zum Abschluss danke ich allen Lesern. Ich wünsche Ihnen alles Gute.