Wenig los zwischen den Jahren

Auch wenn die Zeitung jeden Tag ähnlich dick ist, passiert nicht jeden Tag gleich viel Wichtiges. Heute habe ich z. B. einmal wieder eine halbstündige Nachrichtensendung im Fernsehen gesehen ohne eine einzige echte Nachricht. Auch bei Google News finde ich nichts, worüber sich wirklich zu bloggen lohnt (vielleicht von den Beleidigungen des WDR im doppelten Sinne abgesehen).

Ich glaube, dass das kein Zufall ist. Natürlich gibt es Zufallsschwankungen hinsichtlich wichtiger Ereignisse. Aber es gibt auch Perioden, in denen grundsätzlich weniger passiert, weil die meisten Menschen einschließlich mir vor allem privaten Dingen nachgehen. In diesem Sinne wünsche ich eine geruhsame Zeit zwischen den Jahren. Denn wenn etwas mit Nachrichtenwert los ist, ist es leider meistens nichts Positives.

Deutschsprachiges Facebook-Profil überholt englischsprachiges

Meine „Englischsprachige Facebook-Seite“ (eigentlich dieses Profil) erreichte Anfang des Jahres ‚5.000 Freunde in vier Tagen‘, was das Limit darstellt. Einige Monate hat das gehalten bzw. konnten gelegentliche Abgänge durch Zugänge ausgeglichen werden (am ‚Sechste[n] Jahrestag dieses Blogs‘ Anfang Juni hatte ich dort 4.986 Facebook-Freunde), doch inzwischen bröckelt es deutlich, weil die anfangs wahllos akzeptierten „Freunde“ häufig doch nicht so real und seriös waren. Einige Accounts werden wohl von Facebook gelöscht, andere von den Betreibern. Einige „Freundschaften“ werden wohl beendet, weil ich nichts kaufe, keinen Kredit beantrage und auch unseriösen Links nicht folge. Andere beende ich selbst, wenn sie zu unseriös und zugleich aktiv sind, während ich mir den Bestand wohl besser nicht genauer anschaue. Jedenfalls ist er auf aktuell 4.172 Facebook-Freunde geschrumpft. Die meisten Neuzugänge kommen jetzt über mein deutschsprachiges Profil, von dem ich Anfragen von Profilen fremder Sprache weiterleite.

Heute berichte ich darüber, weil es erstmals mit 4.184 Facebook-Freunden über dem Wert für die englischsprachige Seite liegt. Das Limit von 5.000 dürfte nächstes Jahr erreicht werden, woraufhin das regelmäßige ‚Ausmisten bei Facebook‘ etwas gründlicher ausfallen dürfte. Schon jetzt bin ich bei der Annahme von Anfragen etwas selektiver als früher und werde dann meine neuen Kriterien vorstellen.

Die Profile unterscheiden sich übrigens nicht nur in der Sprache, sondern vor allem auch in den Inhalten. Auf dem deutschsprachigen Profil teile ich vor allem die Verlinkungen auf diesen Blog, die automatisch auf meiner ‚[…] Fanseite bei Facebook‘ mit momentan 344 Likes erscheinen. Auf der englischsprachigen Seite berichte ich fast jeden Tag kurz über vor allem familiäre Aktivitäten. Wen das interessiert, der kann der Seite folgen oder sollte sich direkt bei mir melden. Doppelte Freundschaften akzeptiere ich nur in Ausnahmefällen von mir real bekannten Personen, aber ein Wechselwunsch ist kein Problem. Mir selbst wäre stets der Inhalt wichtiger als die Sprache (solange ich diese verstehe).

Wissenschaftskommunikation ohne Zwang

Bundesbildungs- und -forschungsministerin Anja „Karliczek will Wissenschaftler zur Kommunikation zwingen“. Das ist einmal mehr ein falsches, illiberales Mittel für ein grundsätzlich richtiges Ziel. Dabei denkt sie wohl gar nicht an Zwang für alle Wissenschaftler, sondern eine Pflicht zur Öffentlichkeitsarbeit bei Drittmitteln aus ihrem Hause. Sie spricht sich auch gleichzeitig für Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit aus (siehe „Karliczek sieht ‚Verhindern von andersgearteten Meinungen‘ an Unis“), zu der auch die Freiheit gehört, sich nicht stets überall äußern zu müssen.

Neben der Frage, wie grundsätzlich freie Wissenschaftler gezwungen werden können und sollen, sehe ich zwei Probleme: Erstens ist Wissenschaftskommunikation nur als Komplement guter Wissenschaft sinnvoll, nicht als Substitut, kann sie also ergänzen, aber nicht ersetzen. Genau eine solche Zweiteilung droht jedoch, bei der es einerseits gute und andererseits massenmedientaugliche (oder auch politisch korrekte) Forschung gibt und diese wenig miteinander zu tun haben oder sich sogar widersprechen.

Zweitens kann jedoch eine Trennung von Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation im Sinne von Arbeitsteilung sinnvoll sein. Die Wissenschaftler konzentrieren sich dann auf ihre Forschung und publizieren diese in Fachzeitschriften, während Wissenschaftsjournalisten gerade die besten Fachbeiträge aufgreifen und für ein größeres Publikum verständlicher darstellen und auch vereinfachen, ohne sie völlig falsch wiederzugeben oder durch eingängigeren Unsinn zu ersetzen. Es kann außerdem andere Medien wie diesen Blog geben, wobei wie auch in der Hochschullehre die Gefahr droht, dass er für manche nicht tief genug geht, während er für andere bereits zu schwer und unverständlich erscheint. Das spricht aber nicht gegen solche Angebote, sondern für noch viel mehr auf ganz unterschiedlichen Niveaus und zu allen möglichen Themen.

Vater-Kinder-Reise in Niedersachsen

Nach mehreren ‚Vater-Sohn-Urlaub[en …]‘ und einer ‚Vater-Tochter-Reise nach Berlin‘ habe ich jetzt im Anschluss an das ‚[…] Doktorandenseminar in Greifswald‘ erstmals eine kurze Reise mit beiden Kindern gleichzeitig ohne meine Frau und ihre Mutter unternommen. Wir waren u. a. im Dinosaurier-Park Münchehagen, mit der Steinhuder Personenschifffahrt auf dem Steinhuder Meer unterwegs, im Filmpalast Nienburg, um „Pets 2“ zu sehen, sowie im Kindermuseum Zinnober in Hannover.

Es hat alles sehr gut geklappt, wenn man von der Internetverbindung im Mühlengasthof Landesbergen absieht. Deren Fehlen hat aber weder meinen Kindern noch meinem Nachtschlaf geschadet, sondern höchstens diesem Blog, während ich Dienstliches nachhole. Die nächste Reise zu dritt kann deshalb kommen, spätestens wenn mein Sohn nächstes Jahr in die Schule kommt und dann viel mehr Ferien hat als seine Mutter.

Monetärer Anreiz für schnelles Gutachten

Momentan bin ich mit einem Projekt zu wissenschaftlichen Begutachtungsverfahren beschäftigt. Da erreichte mich zufällig die Anfrage von einer ziemlich guten Fachzeitschrift, ob ich nicht als Gutachter für einen bei ihr eingereichten Beitrag tätig werden wolle mit einem interessanten, mir bislang so noch nicht bekannten Anreiz für ein zügiges Gutachten: Wenn ich es innerhalb von vier Wochen erstelle, bekomme ich 50 Euro dafür.

Grundsätzlich halte ich das Bezahlen für solche Gutachten durch wissenschaftliche Zeitschriften für keine gute Idee. Eine angemessene Bezahlung für das gründliche Lesen und Begutachten eines anspruchsvollen Fachartikels wäre sehr hoch. 50 Euro drücken da eher eine geringe Wertschätzung aus und führen zu einem ziemlich niedrigen Stundenlohn (zumal ich einen hohen Grenzsteuersatz habe und zusätzlich einen lästigen ‚Zwang zur elektronischen Einnahmenüberschussrechnung‘). Ohne Bezahlung mache ich das aus Pflichtgefühl, manchmal ist es auch inhaltlich interessant und eine gute Zeitschrift überträgt marginal ihr Prestige auch auf von ihr ausgewählte Gutachter. Wenn man es für Geld machen soll, kommen andere Überlegungen ins Spiel und ich würde viel eher ablehnen.

Das Bezahlen nicht für das Gutachten selbst, sondern dessen schnelle Anfertigung ist ein interessanter Spezialfall. Ich habe gar nicht mehr Arbeit, sondern muss diese nur zeitlich vorziehen. Doch ich ertappe mich schon bei dem Gedanken, diesen Beitrag besonders lange liegenzulassen. Immerhin wurde mir keine andere Frist gesetzt und der moralische Druck ist durch die angebotene Bezahlung bzw. den Verzicht darauf viel geringer. Wahrscheinlich versuche ich es trotzdem vorher, aber ich habe auch noch anderes zu tun, z. B. diesen Blog, der ebenfalls nicht wirklich gut bezahlt wird (siehe ‚Weniger Blogbeiträge meldefähig‘ mit Diskussion).