AfD vs. Merkel

Heute ist Angela Merkel mit 89,5 Prozent der Delegiertenstimmen als CDU-Vorsitzende wiedergewählt worden (bei Einbezug der Enthaltungen wie in anderen Parteien üblich waren es 89,1 Prozent, siehe „Merkel mit schwachem Ergebnis wiedergewählt“). Es war ihr zweitschlechtestes Ergebnis (2004 bekam sie 88,4 Prozent), aber trotzdem fast 40 Prozentpunkte zu hoch, um sie als weitere Vorsitzende und Kanzlerin zu verhindern.

Dabei hat gerade heute das Bundesverfassungsgericht über ihren plötzlichen Atomausstieg geurteilt: „Energiekonzerne müssen für Atomausstieg entschädigt werden“. Für diese Fehlentscheidung von ihr werden die Bürger also gleich doppelt zur Kasse gebeten, nämlich über die Stromrechnung und das Finanzamt. Ihre ebenso sprunghafte wie falsche Flüchtlingspolitik kostet die Bürger dagegen nicht nur Geld, sondern manche sogar das Leben, während es von den meisten beeinträchtigt wird. Aber Frau Merkel ist zu keiner echten Kurskorrektur bereit und wird darin nicht nur von den meisten CDU-Funktionären unterstützt, sondern auch fast allen anderen Parteien.

Damit komme ich zur Auswertung meiner kleinen Umfrage: ‚Durch welche Partei lässt sich Merkel noch verhindern?‘ Einer von 188 Antwortenden (0,5 Prozent) meinte doch tatsächlich, dass die CDU dazu geeignet wäre. Spätestens seit heute dürfte dieser Traum ausgeträumt sein. Auch für die Lindner-FDP ist einer, für die Grünen gar keiner. Es votieren immerhin drei (1,6 Prozent) für die CSU, die jedoch ebenfalls alles mittragen und sich nicht bundesweit ausdehnen wird. 3,2 Prozent (6 Personen) wollen Frau Merkel gar nicht als Kanzlerin verhindern, ebenso viele trauen das der SPD zu. 3,7 Prozent hoffen auf sonstige Parteien (wobei sich ALFA bzw. LKR gerade selbst zerlegt und als angebliche Neugründung von CDU-Aussteigern eine AfD 3.0 plant). 6,4 Prozent könnten sich eine Wahlalternative gegen Merkel vorstellen, was bei einer repräsentativen Befragung zum Übersteigen der Fünf-Prozent-Hürde reichen könnte, nicht jedoch bei der ohnehin merkelkritischen Leserschaft dieses Blogs. Die Linke kommt immerhin auf 7,5 Prozent. 18,1 Prozent halten es für unmöglich, Frau Merkel zumindest 2017 als Kanzlerin zu verhindern. Unmöglich ist es wohl nicht, aber doch sehr unwahrscheinlich. Trotzdem setzt die absolute Mehrheit von 55,3 Prozent der Teilnehmer auf die AfD. Das ist natürlich nicht repräsentativ für alle Wahlberechtigten, aber doch eine klare Aussage meiner Leser, die ich nicht einfach ignorieren werde.

Mein Wiedereintritt in die AfD steht nicht unmittelbar bevor, zumal der jetzige NRW-Landesvorstand unter Herrn Pretzell einen Antrag von mir sicher ablehnen würde. Doch ich denke zumindest ernsthaft darüber nach, die AfD auf geeignete Weise wieder zu unterstützen, auch wenn sie eigentlich eine andere Partei ist als 2013. Trotzdem ist sie weiterhin die einzige ernsthafte Oppositionspartei gegen Frau Merkel und ihre linke, erratische sowie schlicht schlechte Politik. Auch wenn sich Frau Merkel 2017 kaum noch verhindern lässt, muss nicht nur ein deutliches Zeichen gegen ihre Politik gesetzt werden, sondern ist diese tatsächlich zu erschweren und zu restringieren sowie spätestens 2021 definitiv zu beenden.

Auf Englisch twittern (und bloggen?)

Seit sechs Jahren twittert mein Institut für Organisationsökonomik auf Deutsch unter dem Namen IO WWU Münster. Heute habe ich zusätzlich IO English eingerichtet, um international relevante Meldungen, also insbesondere solche zur Forschung, auch auf Englisch twittern zu können. Darüber nachgedacht habe ich schon länger. Konkreter Anlass war jetzt die (un)passende Einbindung von Twitter auf der ‚Institutshomepage mit neuem Design‘. Zumindest potentiell ist der Leserkreis dafür viel größer.

Deshalb denke ich inzwischen zur Fortführung dieses Blogs (siehe ‚Trump gewinnt und dieser Blog endet‘ sowie ‚Weiter mit einer Ankündigung‘) bzw. für allgemein politische und ökonomische statt persönliche Beiträge darüber nach, diese zukünftig auf Englisch zu verfassen. Denn weder die Euro- noch die Flüchtlingskrise oder selbst Frau Merkel sind rein deutsche Probleme. Englischsprachige Beiträge würden eine europaweite Diskussion darüber ermöglichen sowie unterstreichen, dass es nicht allein um nationale Befindlichkeiten geht. Schlimmstenfalls droht allerdings eine weitere abgehobene Elitendiskussion über die Völker hinweg, so wie die EU dem mittelalterlichen Europa ähnelt mit einer grenzüberschreitenden Aristokratie und Kirche, die von den jeweiligen Völkern nicht nur, aber auch sprachlich entfremdet waren.

Über eine Millionen Aufrufe

Heute hat dieser Blog über eine Millionen Aufrufe erreicht. Für sich genommen ist das eine beeindruckende Zahl. Hätte ich tatsächlich eine Millionen Leser, würde ich sicher nicht über die Einstellung (siehe ‚Trump gewinnt und dieser Blog endet‘) oder zumindest Neuausrichtung (siehe ‚Weiter mit einer Ankündigung‘ und die jeweilige Diskussion) dieses Blogs nachdenken. Tatsächlich habe ich jedoch in fast dreieinhalb Jahren 1.248 Beiträge (noch ohne diesen) geschrieben, was gut 800 Aufrufen pro Beitrag entspricht (meine eigenen Aufrufe werden übrigens nicht mitgezählt, zumindest solange ich angemeldet bin, was fast immer der Fall ist). Für Ausschüttungen von VG Wort dürfte das nur in Ausnahmefällen reichen (siehe ‚Zählmarken von VG Wort‘).

An Besuchern meldet das System aktuell insgesamt 323.684, von denen jedoch auch viele wiederkehren. Ich gehe von momentan 300-400 regelmäßigen Lesern aus zuzüglich gelegentlichen sowie einmaligen Besuchern. Daneben gibt es noch 133 E-Mail-Follower, die alle Beiträge per E-Mail zugeschickt bekommen, während 1.560 Follower bei Facebook (plus 336, denen meine zusätzliche Seite gefällt, wobei die Schnittmenge mit 188 recht groß ist), 444 bei Twitter und wohl auch die 74 bei WordPress diesen Blog erst aufrufen müssten, um die Beiträge lesen zu können. Wie viele Leser auf anderen Seiten gespiegelte Beiträge von mir finden (insbesondere auf Die Freie Welt), entzieht sich meiner Kenntnis.

Ich erreiche wohl immer noch etliche aktive Parteimitglieder, von denen einige inzwischen richtige Politiker geworden sind. Sie lassen sich hoffentlich immer noch durch Argumente überzeugen, auch wenn es darauf in unserer gegenwärtigen Parteiendemokratie mit Frau Merkel an der Spitze leider kaum noch ankommt. Außerdem sind 36.054 Kommentare Ausdruck eines großen Diskussionsbedarfs. Zum Abschluss danke ich allen Lesern. Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Besuch im Center Parc Port Zélande

Diese Woche waren wir beim Center Parc Port Zélande an der holländischen Nordseeküste. Wir hatten typisches Novemberwetter, doch die Küstenlandschaft war trotzdem schön. Außerdem konnten wir die Badelandschaft nutzen. Der Preis ist deutlich günstiger als in Deutschland, weshalb wir uns ein Häuschen mit gleich drei Schlafzimmern und Halbpension gönnten. Drei Stunden Fahrzeit sind auch für kleine Kinder sehr gut zu verkraften, insbesondere wenn man eine Pause macht.

Leider war nicht alles perfekt im Park, sondern machten sich Nachlässigkeiten der Nebensaison deutlich bemerkbar (über dieses Wochenende ist der Park ganz für die Öffentlichkeit gesperrt). So fiel für den größten Teil der Zeit die Internetverbindung aus. Zum Glück schreibe ich diesen Blog nicht mehr täglich (obwohl viel passiert, siehe z. B. meinen jüngsten Beitrag bei der Bürgerlichen Alternative: „Merkel setzt auch beim Präsidentenamt SPD-Forderung um“). Doch es erschwerte meine eigentliche Arbeit, die ich nebenher erledigte (siehe ‚Von wegen Ferien‘) mit sogar einem kleinen Erfolg, über den ich vielleicht später einmal berichte.

Für die Arbeit und vor allem den Nachtschlaf förderlich war dagegen der zusätzliche Ausfall des Fernsehens. Dafür ließ man uns in den Themenrestaurants mit den kleinen Kindern bis zu zwei Stunden aufs Essen warten. Insbesondere für Kinder viel besser ist ein Buffet, welches jedoch nur zum Frühstück und an zwei von vier Abenden angeboten wurde. Beim Frühstück fehlten leider Kleinigkeiten wie die Milch im Automaten für den Cappuccino. Schließlich wurde ständig im Park und speziell an unserem Nachbarhäuschen herumgewerkelt, von wo man uns sogar das Laub auf die eigene Terrasse blies. Vielleicht fahren wir trotzdem noch einmal im Sommer dorthin, wenn es weniger Laub gibt und auch die Nordsee zum Baden einlädt.

Weiter mit einer Ankündigung

Erst gestern habe ich angekündigt, dass ‚[…] dieser Blog endet‘. Denn ich hatte zuvor Michael Meister versprochen, dass „ich mich nicht mehr politisch äußern und diesen Blog einstellen“ werde, wenn Donald Trump die US-Präsidentschaftswahl wider Erwarten gewinnen sollte, was er getan hat. Vermutlich ist es nicht so klug, solche Aussagen zu treffen, wie ich z. B. auch schon vor drei Jahren nicht hätte versprechen sollen, nicht wieder als Sprecher der AfD NRW anzutreten (siehe ‚Jörg Burger als Sprecher‘).

Nun halte ich mich grundsätzlich an mein Wort, welches zumindest in diesem Fall jedoch der Interpretation bedarf. Dass ich mich überhaupt nicht mehr politisch äußern würde, konnte ohnehin niemand ernsthaft erwarten. Die zwei Teile der Aussage sind also im Zusammenhang zu sehen: Ich äußere mich hier nicht mehr politisch und stelle diesen Blog für politische Beiträge ein. Auch das sollte nicht zu eng ausgelegt werden und lässt Raum für politische Aussagen anderswo und wie schon bisher für die Ankündigung von entsprechenden Veranstaltungen sowie Berichte über andere Ereignisse in diesem Blog, wenn auch nicht mehr täglich. Sie dürfen gerne hier weiterdiskutieren, sei es bei alten Beiträgen, aktuellen Ankündigungen oder z. B. bei der Bürgerlichen Alternative.

Konkret ankündigen möchte ich heute meinen Vortrag „Was kostet der Euro?“ mit Diskussion beim Liberalen Club Dortmund. Er findet statt am Donnerstag, den 24. November 2016, um 19.30 Uhr in der Schweizer Botschaft, Schweizer Allee 127, 44287 Dortmund. Sie sind eingeladen und können sogar mit Schweizer Franken statt Euro bezahlen. Die Liberalen Clubs gehören zum Liberalen Aufbruch. Wenn sich diese Richtung in der FDP und vor allem bei deren Euro-Mitgliederentscheid durchgesetzt hätte, dann wäre ich noch dabei und die AfD gar nicht gegründet worden.