Wissenschaftskommunikation ohne Zwang

Bundesbildungs- und -forschungsministerin Anja „Karliczek will Wissenschaftler zur Kommunikation zwingen“. Das ist einmal mehr ein falsches, illiberales Mittel für ein grundsätzlich richtiges Ziel. Dabei denkt sie wohl gar nicht an Zwang für alle Wissenschaftler, sondern eine Pflicht zur Öffentlichkeitsarbeit bei Drittmitteln aus ihrem Hause. Sie spricht sich auch gleichzeitig für Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit aus (siehe „Karliczek sieht ‚Verhindern von andersgearteten Meinungen‘ an Unis“), zu der auch die Freiheit gehört, sich nicht stets überall äußern zu müssen.

Neben der Frage, wie grundsätzlich freie Wissenschaftler gezwungen werden können und sollen, sehe ich zwei Probleme: Erstens ist Wissenschaftskommunikation nur als Komplement guter Wissenschaft sinnvoll, nicht als Substitut, kann sie also ergänzen, aber nicht ersetzen. Genau eine solche Zweiteilung droht jedoch, bei der es einerseits gute und andererseits massenmedientaugliche (oder auch politisch korrekte) Forschung gibt und diese wenig miteinander zu tun haben oder sich sogar widersprechen.

Zweitens kann jedoch eine Trennung von Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation im Sinne von Arbeitsteilung sinnvoll sein. Die Wissenschaftler konzentrieren sich dann auf ihre Forschung und publizieren diese in Fachzeitschriften, während Wissenschaftsjournalisten gerade die besten Fachbeiträge aufgreifen und für ein größeres Publikum verständlicher darstellen und auch vereinfachen, ohne sie völlig falsch wiederzugeben oder durch eingängigeren Unsinn zu ersetzen. Es kann außerdem andere Medien wie diesen Blog geben, wobei wie auch in der Hochschullehre die Gefahr droht, dass er für manche nicht tief genug geht, während er für andere bereits zu schwer und unverständlich erscheint. Das spricht aber nicht gegen solche Angebote, sondern für noch viel mehr auf ganz unterschiedlichen Niveaus und zu allen möglichen Themen.

Vater-Kinder-Reise in Niedersachsen

Nach mehreren ‚Vater-Sohn-Urlaub[en …]‘ und einer ‚Vater-Tochter-Reise nach Berlin‘ habe ich jetzt im Anschluss an das ‚[…] Doktorandenseminar in Greifswald‘ erstmals eine kurze Reise mit beiden Kindern gleichzeitig ohne meine Frau und ihre Mutter unternommen. Wir waren u. a. im Dinosaurier-Park Münchehagen, mit der Steinhuder Personenschifffahrt auf dem Steinhuder Meer unterwegs, im Filmpalast Nienburg, um „Pets 2“ zu sehen, sowie im Kindermuseum Zinnober in Hannover.

Es hat alles sehr gut geklappt, wenn man von der Internetverbindung im Mühlengasthof Landesbergen absieht. Deren Fehlen hat aber weder meinen Kindern noch meinem Nachtschlaf geschadet, sondern höchstens diesem Blog, während ich Dienstliches nachhole. Die nächste Reise zu dritt kann deshalb kommen, spätestens wenn mein Sohn nächstes Jahr in die Schule kommt und dann viel mehr Ferien hat als seine Mutter.

Monetärer Anreiz für schnelles Gutachten

Momentan bin ich mit einem Projekt zu wissenschaftlichen Begutachtungsverfahren beschäftigt. Da erreichte mich zufällig die Anfrage von einer ziemlich guten Fachzeitschrift, ob ich nicht als Gutachter für einen bei ihr eingereichten Beitrag tätig werden wolle mit einem interessanten, mir bislang so noch nicht bekannten Anreiz für ein zügiges Gutachten: Wenn ich es innerhalb von vier Wochen erstelle, bekomme ich 50 Euro dafür.

Grundsätzlich halte ich das Bezahlen für solche Gutachten durch wissenschaftliche Zeitschriften für keine gute Idee. Eine angemessene Bezahlung für das gründliche Lesen und Begutachten eines anspruchsvollen Fachartikels wäre sehr hoch. 50 Euro drücken da eher eine geringe Wertschätzung aus und führen zu einem ziemlich niedrigen Stundenlohn (zumal ich einen hohen Grenzsteuersatz habe und zusätzlich einen lästigen ‚Zwang zur elektronischen Einnahmenüberschussrechnung‘). Ohne Bezahlung mache ich das aus Pflichtgefühl, manchmal ist es auch inhaltlich interessant und eine gute Zeitschrift überträgt marginal ihr Prestige auch auf von ihr ausgewählte Gutachter. Wenn man es für Geld machen soll, kommen andere Überlegungen ins Spiel und ich würde viel eher ablehnen.

Das Bezahlen nicht für das Gutachten selbst, sondern dessen schnelle Anfertigung ist ein interessanter Spezialfall. Ich habe gar nicht mehr Arbeit, sondern muss diese nur zeitlich vorziehen. Doch ich ertappe mich schon bei dem Gedanken, diesen Beitrag besonders lange liegenzulassen. Immerhin wurde mir keine andere Frist gesetzt und der moralische Druck ist durch die angebotene Bezahlung bzw. den Verzicht darauf viel geringer. Wahrscheinlich versuche ich es trotzdem vorher, aber ich habe auch noch anderes zu tun, z. B. diesen Blog, der ebenfalls nicht wirklich gut bezahlt wird (siehe ‚Weniger Blogbeiträge meldefähig‘ mit Diskussion).

Sechster Jahrestag dieses Blogs

Der ‚Blog-Start‘ erfolgte vor sechs Jahren. Da ich am Grundkonzept wohl ohnehin nichts mehr ändern werde, präsentiere ich diesmal einfach die Fortschreibung der Statistik (die aktuellen Werte werden dabei mit denen von ‚Blog wurde fünf‘ abgeglichen):

Dies ist der 2.056. Blog-Beitrag, also wurden im sechsten Jahr 356 Beiträge veröffentlicht. Es gab bis Mitternacht insgesamt 56.827 freigeschaltete Kommentare, davon 7.690 im sechsten Jahr. Die Zahl der Seitenaufrufe lag zur gleichen Zeit bei 1.725.640, was 238.882 Zugriffen im sechsten Jahr dieses Blogs entspricht. Zugriffe und Kommentare sind etwas gefallen im Vergleich zum Vorjahr, die Zahl der Blogbeiträge ist hingegen leicht gestiegen, was dazu geführt haben dürfte, dass ‚Weniger Blogbeiträge meldefähig‘ sind.

Dem Blog direkt oder per E-Mail folgen 247 Personen, 11 mehr als vor einem Jahr. Bei Twitter habe ich 583 Follower, 69 mehr als letztes Jahr. Bei Facebook habe ich inzwischen 2.846 „Freunde“, was einen Nettozuwachs von 1.234 bedeutet (und meine neue ‚Englischsprachige Facebook-Seite‘ hat sogar das Limit von ‚5.000 Freunde in vier Tagen‘ erreicht und aktuell 4.986). Meine deutschsprachige Facebook-Seite gefällt 361 Personen, 3 mehr als vor einem Jahr.

Vielen Dank an alle Leser, vor allem die aktiven!

Weniger Blogbeiträge meldefähig

Letztes Jahr hatte ich ‚Erstmals auch Blogbeiträge an VG Wort gemeldet‘. Es waren 33 Meldungen nur für 2016, 54 Meldungen nur für 2017, zwei für beide Jahre und eine aus 2015 (mit hinreichend vielen Zugriffen in 2017). Das führte zu einem ganz hübschen Sümmchen, auch wenn der Stundenlohn trotzdem miserabel war.

Heute habe ich erneut Meldungen eingereicht, aber viel weniger. Wahrscheinlich hatte mein Blog weniger Leser bzw. Zugriffe, vielleicht wurde auch die bisherige Mindestzugriffszahl von 1.500 für eine Meldung erhöht.

Aus 2018 konnte ich die folgenden sechs Beiträge melden:
Geukings bilden Doppelspitze auf der Europawahlliste der Familien-Partei
Geuking legt Veto gegen unsere Aufnahme durch ihn selbst ein
Mitteilung über Beendigung meiner Mitgliedschaft
Lucke wird LKR-Spitzenkandidat für die Europawahl
Merkel kündigt sukzessiven Rückzug an
Mini-Merkel folgt auf Merkel

Es fällt auf, dass vor allem parteipolitische Beiträge hinreichend hohe Zugriffszahlen erreichen.

Folgender Beitrag aus 2016 erreichte 2018 erstmals die nötige Zahl an Zugriffen:
Eigene Steuererklärung fertig

Außerdem erreichte dieser Beitrag aus 2016 erneut die nötigen Zugriffe:
Aktuelle Probleme der EU

Dasselbe gilt für diesen Beitrag aus 2015, der wohl der erfolgreichste überhaupt ist:
Was bedeutet Populismus?