Anmeldung zum Marathon in Bremen

Vor anderthalb Jahren hatte ich mich zum VIVAWEST-Marathon 2020 angemeldet (siehe ‚Anmeldung zu Marathon in Gelsenkirchen und Essen‘), der kürzlich coronabedingt zum vierten Mal verschoben wurde und nun mit zwei Jahren Verspätung nächstes Frühjahr stattfinden soll, was aber auch noch nicht sicher ist. Gestern fand der Volksbank-Münster-Marathon statt, für mich jedoch etwas zu früh in der Saison, obwohl das Wetter diesmal nicht zu heiß und sonnig war. Deshalb habe ich mich heute für den 16. swb-Marathon Bremen 2021 angemeldet, der am 3. Oktober stattfinden soll. Falls er auch noch ausfällt, laufe ich meinen ersten virtuellen Marathon.

Erster Schultag unserer Tochter

Heute wurde die ‚Vorzeitige Einschulung‘ unserer Tochter Sophia vollzogen. Ihr erster Schultag verlief ähnlich wie die ‚Einschulung von Fabian‘. Der Maskenzwang für uns Eltern war etwas gelockert, dafür müssen die Kinder, auch wenn sie noch keine sechs Jahre alt sind, Maske tragen, was wenig bringt und viel schadet. Wir haben danach noch privat etwas gefeiert bzw. viel gegessen, wobei Sophia reich beschenkt wurde. Der heutige Tag hat ihr gefallen. Mal sehen, ob das morgen nach dem ersten „richtigen“ Schultag auch noch so ist.  Wahrscheinlich wird sie jetzt noch 13 Jahre in die Schule gehen.

Urlaub auf Fehmarn

Dieses Jahr haben wir keine Fernreise gemacht, nicht aus Angst vor COVID-19, sondern wegen der willkürlichen, unverhältnismäßigen und sich ständig ändernden Maßnahmen dagegen. Es ist zu unsicher, ob man gleich wieder zurückgeschickt wird, im Ausland bleiben oder hier in Quarantäne muss. Nach unserem ‚Ausflug zur Saarschleife‘ waren wir noch für ein Wochenende in Aachen und jetzt zwei Wochen auf Fehmarn. Die Ostseeinsel ist sehr schön und wir haben bei jedem Wetter viel unternommen, mit dem Rad, im Meer, am Strand, auch auf dem Festland. Wir spielten Minigolf und Soccergolf. Ich bin viel gelaufen und wir fuhren mit der Bimmelbahn. Wir haben draußen bei Restaurants gegessen und in der Ferienwohnung selbst gekocht. Wir besichtigten Hünengräber, Wallanlagen, verschiedene Museen und Leuchttürme. Nur die Straßen nach Fehmarn einschließlich der Fehmarnsundbrücke sind überlastet, weshalb ich die Proteste gegen den geplanten Fehmarnbelttunnel verstehen kann.

Bundesregierung verschärft Einreiseregeln ganz kurzfristig

Das „Kabinett beschl[oss] neue Regeln für Einreise-Testpflicht“, und zwar gestern mit Wirkung ab morgen, Sonntag. Denn es konnte kein verantwortlicher Politiker vorher ahnen, dass jetzt Sommer ist und die Menschen nicht nur in den Urlaub fahren, sondern von dort auch wieder zurückkehren. Wir wussten allerdings vorher, dass unsere Politiker inzwischen völlig willkürlich handeln und kurzfristig die Regeln ändern, weshalb wir lieber Urlaub in Deutschland machen, wo man leider auch jeden Moment damit rechnen muss, entweder rauszufliegen oder gar nicht mehr weg zu dürfen.

Wer jetzt aus dem Ausland einreist, muss entweder vollständig geimpft bzw. kürzlich genesen sein oder einen negativen Corona-Test vorweisen können. Einziger Lichtblick ist, dass das nicht für Kinder unter 12 Jahren gilt, während ältere Kinder und Jugendliche weiter wie kleine Erwachsene behandelt werden, obwohl ihre Risiken für sich und andere viel kleiner sind. Außerdem kann jetzt jedes Land zum Hochrisikogebiet oder zum Virusvariantengebiet erklärt werden. Wer aus einem Hochrisikogebiet kommt und nicht geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, die nach fünf Tagen für Kinder unter 12 endet und für Ältere dann durch einen (weiteren) negativen Test beendet werden kann. Bei Einreise aus einem Virusvariantengebiet benötigen alle einen negativen Test, auch Geimpfte, Genesene und Kinder. Die Quarantäne dauert dann vierzehn Tage und kann in der Regel nicht verkürzt werden. Bei beiden Arten von Risikogebieten ist eine Anmeldung über ein digitales Einreiseportal mit allen Nachweisen vorgeschrieben. Ausnahmen gelten für Pendler, Kurzbesuche unter 24 Stunden oder eine direkte Durchreise.

25-jähriges Dienstjubiläum

Offiziell hatte ich diesen Monat mein 25-jähriges Dienstjubiläum im öffentlichen Dienst, und zwar bereits vor zwei Wochen am 4. Juli. Am 1. Januar 1997 hatte ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald angefangen und war seither durchgehend im öffentlichen Dienst, wobei zwei Semester als Gastprofessor an der Universität Wien mitzählen. Am 1. Oktober 2003 habe ich an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster als Professor angefangen. Laut Personalakte war es allerdings erst der 17. Oktober 2003, was ich nicht wusste (so kann es zu Abweichungen im Lebenslauf kommen), zumal ich meine Ernennungsurkunde bereits am 30. September 2003 erhielt. Angerechnet wird außerdem ein halbes Jahr, welches ich als studentische Hilfskraft 1990/91 an der Freien Universität Berlin beschäftigt war. Der 4. Juli ergibt sich, weil nicht in ganzen Monaten oder halben Jahren, sondern in Tagen gerechnet wird. Wenn ich nicht vorher sterbe oder schwer erkranke, werde ich wohl auch noch mein 40-jähriges Dienstjubiläum feiern können.

Offizieller Katastrophenfall nach Hackerangriff

Es kam zur Ausrufung vom „Erste[n] Cyber-Katastrophenfall in Deutschland – Landkreis Anhalt-Bitterfeld lahmgelegt“. Zum Glück sind keine Menschenleben in Gefahr, doch die Verwaltung wurde „praktisch vollkommen lahmgelegt“ und kann z. B. keine Sozialleistungen mehr auszahlen. Kommunen gelten als besonders gefährdet, weil sie keine großen IT-Abteilungen haben. Es waren aber auch schon Universitäten und Unternehmen betroffen, zuletzt spektakulär in den USA.

Typischerweise klauen Hacker gar keine Daten mehr, sondern verschlüsseln die Daten auf den Rechnern, um sie erst gegen ein Lösegeld wieder freizugeben, was bei Zahlung tatsächlich erfolgt. Während früher bei Erpressung die Übergabe des Lösegeldes der schwächste Punkt war, wird jetzt einfach eine Zahlung in Bitcoins verlangt und stehen die Rechner in Staaten, die bei der Strafverfolgung zumindest nicht kooperieren oder sogar selbst zu den Tätern gehören. Es ist nötig, sowohl bei der Prävention als auch Strafverfolgung mehr dagegen zu tun.

Ausflug zur Saarschleife

Am Wochenende haben wir unseren ersten Kurzurlaub mit Übernachtung seit dem ‚Bayern-Urlaub‘ letzten Sommer gemacht, wenn man von Verwandtenbesuchen absieht. Wir waren erstmals seit 2019 (siehe ‚Mit Kindern in Jugendherberge hinter Nordseedeich‘) wieder in einer Jugendherberge, und zwar in der Jugendherberge Dreisbach an der Saarschleife. Die Saarschleife haben wir dann natürlich besichtigt und sind den oberhalb gelegenen Baumwipfelpfad bis zum Aussichtsturm gegangen. Außerdem haben wir die Römische Villa Borg einschließlich Playmobil-Sonderausstellung besichtigt. Auf der doch recht langen Hin- wie Rückfahrt waren wir in Bitburg. Außerdem habe ich in Luxemburg günstig getankt. Insgesamt war es ein schöner und vom hoffentlich bald endenden Maskenzwang abgesehen wieder normaler Ausflug.

Einheitliche Grundrechtsbeschränkungen im geänderten Infektionsschutzgesetz

Die ‚Bundesregierung beschl[oss] Notbremse gegen Gang an die frische Luft‘ letzte Woche. Gestern stimmte der Bundestag abschließend mit einigen Änderungen zu, heute ließ der Bundesrat das „Vierte Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ passieren, welches dann gleich verkündet wurde und morgen in Kraft tritt. Zwar wurde das Gesetz im Bundesrat breit kritisiert, da es nicht nur inhaltlich mehr als fragwürdig ist, sondern auch die Länder entmachtet, aber dann wurde es trotzdem durchgewunken, was ein generelles Problem unserer demokratischen Institutionen darstellt. So meinte Bundesratspräsident Reiner „Haseloff im Bundesrat: ‚Der heutige Tag ist ein Tiefpunkt in der föderalen Kultur der Bundesrepublik'“. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier „bezeichnete die starren Ausgangsbeschränkungen als ‚verfassungsrechtlich problematisch'“ und es gibt auch schon Klagen dagegen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil nannte das Gesetz „unnötig, aber auch unschädlich“, was angesichts der massiven Grundrechtsbeschränkungen nicht überzeugt: Entweder sind diese notwendig oder nicht gerechtfertigt und damit schädlich.

Immerhin gelten die Ausgangsbeschränkungen nicht wie ursprünglich geplant ab 21 Uhr, was mich tatsächlich eingeschränkt hätte, sondern ab 22 Uhr und für allein ausgeübte körperliche Bewegung ab Mitternacht jeweils bis 5 Uhr. Sehr gravierend finde ich aber die Verschärfung, dass private Zusammenkünfte nun auch im privaten Raum auf einen Haushalt und eine weitere Person beschränkt werden, was z. B. den gemeinsamen Besuch der Großeltern von ihren Enkeln verbietet. Dauerhafte Schulschließungen (bei einer willkürlichen Inzidenz von 165) sind ebenfalls familien-, kinder- und bildungsfeindlich. Die Regierungen sollten sich lieber auf das zu langsame Impfen konzentrieren, welches wirklich Leben rettet und Gesundheit erhält, nicht massive Grundrechtsbeschränkungen für Zigmillionen völlig gesunde, kaum gefährdete oder sogar schon geimpfte Menschen.

Bundesregierung beschließt Notbremse gegen Gang an die frische Luft

Die Bundesregierung hat heute eine „Bundeseinheitliche Notbremse bei hohen Infektionszahlen“ beschlossen, die nächste Woche durch ihre Mehrheit im Bundestag ins Infektionsschutzgesetz eingefügt werden soll. Nach Ansicht der Bundesregierung muss der Bundesrat nicht zustimmen, sondern könnte höchstens Einspruch einlegen, was seinerseits strittig ist. Ziel ist es, die Bundesländer zu entmachten, weil sich Frau Merkel gegenüber den Ministerpräsidenten nicht mehr durchsetzen konnte. Die Länder können schon jetzt jede überhaupt zulässige Maßnahme anordnen und dabei differenzierter auf die Verhältnisse vor Ort eingehen.

Die geplante Notbremse soll im Wesentlichen bei einer Inzidenz über 100 (positiven Corona-Tests in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner im jeweiligen Landkreis) zum Einsatz kommen. Darunter können die Länder wie bisher nach eigenem Ermessen entscheiden. Darüber kommt es zu Ausgangssperren zwischen 21 Uhr und 5 Uhr, Kontaktbeschränkungen drinnen und draußen auf einen Hausstand plus eine Person, Schließung der meisten Geschäfte und Verbot der meisten körpernahen Dienstleistungen sowie starke Einschränkungen im Freizeit- und Sportbereich. Bei einer Inzidenz über 200 kommt es auch zur Schließung der Schulen und Kitas im Regelbetrieb.

Einheitliche Regeln für unterschiedliche Problemlagen wegen einer zweifelhaften Zahl (der Inzidenzwert ist von Zahl der Tests abhängig und ist bis heute offiziell wegen Ostern nicht wirklich aussagekräftig) sind nicht der einzige Kritikpunkt. Die meisten Regeln setzen nicht bei den tatsächlichen Infektionstreibern an oder gar den Risikogruppen. Vernünftige ‚Schutzmaßnahmen sollten sich auf Innenräume und Erwachsene konzentrieren‘, doch die Notbremse verbietet vor allem den sinnvollen Gang ins Freie, sei es nachts, mit Kontakten, zur Außengastronomie oder in Freizeiteinrichtungen und zum Sporttreiben. Schulen und Kitas werden geschlossen, dafür gibt es jedoch Notbetreuung mit ständig wechselnden Kindern und damit höherem Risiko. Damit handelt es sich nur um kontraproduktive Symbolpolitik, die vom Versagen derselben Politiker beim Impfen und Ver- oder zumindest Behindern des Einschleppens des Virus und nun mutierter Varianten ablenken soll.