Keine Gebühren, aber auch kein Roaming

Heute hat das Europaparlament mit Wirkung ab Juni Gebühren für EU-internes „Roaming abgeschafft – Kunden müssen trotzdem aufpassen“. So hatte ich meinen ‚Mobilfunkvertrag gewechselt‘ und eigentlich darauf vertraut, schon beim ‚Vater-Sohn-Urlaub auf Mallorca‘ dieselbe Flatrate wie in Deutschland nutzen zu können. Doch da hatte ich das Kleingedruckte nicht genau genug studiert, welches für ca. sieben Wochen die Sperrung der SIM-Karte außerhalb Deutschlands androht. Entsprechend konnte ich mein Smartphone auf Mallorca nicht günstiger, sondern überhaupt nicht nutzen, nicht einmal für eingehende Anrufe (sondern nur WLAN). Dabei habe ich nicht einmal den Konzern gewechselt. So führt eine Regulierung zu Ausweichreaktionen, die eigentlich gleich die nächste Regulierung erfordern, da es sich doch eindeutig um eine Diskriminierung im EU-Ausland handelt.

Vater-Sohn-Urlaub auf Mallorca

Wie hier angedacht, bin ich jetzt noch einmal für eine Woche mit Fabian für einen reinen Vater-Sohn-Urlaub verreist, und zwar nach Mallorca, was relativ günstig und eigentlich recht schnell geht (in unserem konkreten Fall leider nicht, weil wir von Frankfurt-Hahn geflogen sind, was mit Frankfurt nichts zu tun hat). Morgen fliegen wir zurück, um dann noch einen Tag in Deutschland herumzureisen (Erklärung folgt). Insgesamt ist die Reise ein ziemlicher Erfolg. Fabian möchte eine solche Reise zu zweit jedenfalls wiederholen (noch lieber allerdings mit seiner Mama). Wahrscheinlich mache ich das auch noch mit seiner Schwester oder mit beiden Kindern, wenn sie etwas größer sind. Noch schöner sind natürlich Reisen mit der ganzen Familie, doch meine Frau ist durch ihre Arbeit stärker ortsgebunden. Ich kann z. B. ein ‚Neues Diskussionspapier zum „Euro aus Unternehmensperspektive“‚ auch auf Mallorca fertigstellen, während Fabian mittags schläft oder abends vor mir.

Wenn er wach ist, machen wir die meisten Sachen gemeinsam einschließlich Laufen mit dem ‚Baby-Jogger‘. Das ist schon intensiver und vor allem extensiver als zu Hause, wo er jetzt in eine normale Kindergartengruppe geht und auch noch seine Mama sowie gelegentlich eine Kinderfrau hat. Der größte Schwachpunkt ist wohl die Ernährung, da er zu Hause von zu vielen Süßigkeiten erst wieder entwöhnt werden muss. Mehr als drei Bissen von einem Apfel pro Tag wären auch gut. Wirklich beklagenswert ist jedoch nur das Geschäftsgebaren von einigen Unternehmen, worauf ich demnächst einmal eingehe.

Meine Frau kam zu Hause mit Sophia wohl ebenfalls gut zurecht. Inzwischen schläft die Kleine sogar ganz durch, was demnächst besseren Nachtschlaf auch für mich verspricht. Fabian schläft hier in einem großen Bett leider sehr unruhig. Wie schon auf Teneriffa ist er sogar einmal herausgefallen, wobei ich diesmal extra etwas davorstellte und nichts weiter passiert ist.

Lebensziele

Die Wirtschaftswissenschaften gehen in der Regel von gegebenen Präferenzen aus. Dabei geht es nicht nur um alltägliche Konsumentscheidungen, also z. B. ob jemand lieber Vanille- oder Schokoladeneis möchte, sondern auch wesentliche Lebensentscheidungen wie die Berufs- und Partnerwahl. Bei einer vollständigen Präferenzordnung müsste man nur noch Risiken abwägen und dann das Gewünschte in die Tat umsetzen. In der Realität wissen wir häufig nicht so genau, was wir eigentlich wollen und haben widerstreitende Wünsche (wollen beispielsweise sowohl Schokoladen- als auch Vanilleeis und außerdem zugleich noch abnehmen).

Zumindest für die großen Lebensentscheidungen macht es Sinn, sich über seine Ziele im Leben Gedanken zu machen. Es reicht aber nicht, sich abstrakt ein Wunschziel zu überlegen, sondern man muss es wirklich wollen, um es dann auch im Alltag leben zu können. Wer z. B. Karriere machen will, muss dafür nicht nur fleißig sein, sondern auch karrierebewusst handeln. Wer lieber faul oder völlig spontan ist, wird in der Regel keine große berufliche Karriere machen und sollte das dementsprechend auch gar nicht anstreben. Wer sich umgekehrt für faul hält, aber sein ganzes Leben gewissenhaft arbeitet, ist es in Wirklichkeit nicht. Es ist also wichtig, sich selbst zu erkennen, seine wirklichen Lebensziele, aber auch sonstigen Wünsche und Fähigkeiten.

Hierin liegt auch die größte Chance zur Veränderung. Denn man kann nicht einfach ein anderer sein oder seine tiefsten Bedürfnisse völlig verändern, nur weil einem das einmal so einfällt. Es ist aber möglich, Zielkonflikte zu erkennen und sich dann auf bestimmte Aspekte zu konzentrieren, während man andere vernachlässigt. Außerdem kann man sich zumindest teilweise seine Mitmenschen und Umwelt aussuchen, mit denen man viel Zeit verbringt und die die eigene Person beeinflussen. Vor sich selbst kann man jedoch schlecht weglaufen.

Die meisten Menschen wollen ganz viel, z. B. reich und beliebt sein, ein netter und ehrlicher Mensch, glücklich und moralisch gut mit einem interessanten und sinnvollen Beruf sowie einer großartigen Familie, für die man viel Zeit hat, was auch für die vielen Freunde gilt etc. In der Realität muss man viele Kompromisse machen, weil es äußere Zwänge gibt, zumindest die Begrenzung des Tages auf 24 Stunden, aber auch eigene Unzulänglichkeiten.

Eine Form des Kompromisses ist es, sich auf wenige oder sogar nur ein Ziel zu konzentrieren. Wer unbedingt reich werden will, kann das durchaus schaffen (je nach Definition von Reichtum, aber Millionär kann in Deutschland wirklich fast jeder werden), muss dafür aber vielleicht auf vieles andere verzichten (wie viel Freizeit und Konsum), was vielleicht der ursprüngliche Grund war, warum man überhaupt reich werden wollte. Bei Konzentration auf ein Ziel ist es also ganz besonders wichtig zu prüfen, ob man das wirklich will oder nicht vielleicht doch etwas ganz anderes.

Außerdem ist die Konzentration auf eine Sache in einer arbeitsteiligen Gesellschaft hinsichtlich der eigenen Produktivität von Vorteil, für Konsumentscheidungen hingegen meistens nicht. Denn die Grenzproduktivität ist häufig steigend, der Grenznutzen hingegen fallend. Wer mehrere Lebensziele anstrebt (so wie ich), wird davon keines perfekt erreichen, hat aber häufig ein erfüllteres Leben. Zusätzlich ist das Risiko geringer, bei all seinen Lebenszielen zugleich zu scheitern.

Schließlich ist es wichtig zu wissen, dass sich manche Ziele direkt anstreben lassen, etwa Reichtum, während andere nur indirekt erreicht werden können, z. B. glücklich zu sein. Wer direkt Glücksgefühle haben möchte, nimmt dafür am besten Drogen (einschließlich körpereigenen Endorphinen, die beispielsweise beim Sport ausgeschüttet werden).

Bundesarbeitsgerichtspräsidentin versteht den Wert von Arbeit und Freizeit nicht

Es ist bekannt, dass die Arbeitsgerichte in Deutschland zumindest auf den ersten Blick besonders arbeitnehmerfreundlich urteilen und die meisten Juristen wenig von wirtschaftlichen Zusammenhängen verstehen. Die Präsidentin des Bundesarbeitsgerichts Ingrid Schmidt verkündet entsprechend Unsinn: „‚Das 148-fache eines Facharbeiters – so viel kann keine Arbeit wert sein'“. Natürlich kann Arbeit so viel und noch mehr wert sein, z. B. die von besonders nachgefragten Spitzensportlern, von genialen Erfindern oder auch von hervorragenden Managern. Wenn ein DAX-Konzern viele Zigmilliarden bewegt und ein Manager nur ein Promille mehr herausholt als andere, handelt es sich um Zigmillionen. Dasselbe gilt, wenn er in guten Zeiten gar nicht mehr Gewinn erwirtschaftet, aber das Insolvenzrisiko entsprechend reduziert und für weit mehr als 148 Facharbeiter den Arbeitsplatz rettet.

Das eigentliche Problem in der Praxis ist nicht die Höhe von Managergehältern, sondern die Art ihrer Auszahlung. Häufig hängen sie gar nicht vom Gewinn und dessen Mehrung ab, sondern vor allem von der Unternehmensgröße. Selbst wer Verluste einfährt, kann Millionengehälter und sogar noch Boni sowie am Ende eine hohe Abfindung (siehe ‚Diskussionspapier zu Erklärungen über Abfindungen‘) kassieren. Dort sollte man ansetzen. Als Minimum sollte bei Aktiengesellschaften stets die Hauptversammlung über hohe Zahlungen an Manager entscheiden dürfen, wenn sie den darüber im Aufsichtsrat befindenden Managern nicht traut.

Was die dienstlichen E-Mails in der Freizeit angeht, die Frau Schmidt öffentlich kritisiert, um dann demnächst angeblich ganz unbefangen darüber zu urteilen, so gibt es zumindest bei mir diese Trennung von Arbeit und Freizeit schon lange nicht mehr. Ich erledige tags und nachts dienstliche und private Dinge nebeneinander. Gerade noch habe ich die E-Mail einer Studentin beantwortet, jetzt schreibe ich diesen Blog, gleich kann ich hoffentlich zu Bett gehen, wenn ich mich nicht noch um meine Tochter kümmern muss.