Krank auf Teneriffa

Dieses Jahr waren wir wieder auf den Kanaren, diesmal auf Teneriffa. Gestern kamen wir zurück und es ist im Gegensatz zu den Vorjahren (siehe ‚Zurück von Lanzarote‘ und ‚Heil zu Hause‘ von Fuerteventura) wohl auch auf anderen Flügen und -häfen nichts passiert. Frau und Kindern geht es gut, zu Hause ist ebenfalls alles in Ordnung.

Nur ich selbst bin krank gestartet, geblieben und zurückgekehrt. Fast zwei Wochen in deutlich wärmerem Klima und mit mehr Sonne haben gegen einen bösen Infekt nicht geholfen. Deshalb war ich auf Teneriffa nicht einmal laufen oder schwimmen. Es war trotzdem ganz schön. Mehr Sorgen macht mir, ob die Sache jetzt hier wieder schlimmer wird. Dann muss ich vielleicht doch einmal zum Arzt gehen, obwohl dieser kaum etwas anderes empfehlen wird als eine Apothekerin.

Dortmund gibt Gehwege zum Parken frei

Der Abbau des Rechtsstaats zeigt sich nicht nur im Großen, sondern auch im Kleinen, z. B. hier in Dortmund: „Stadt Dortmund kommt Falschparkern entgegen“. Jahrelang haben Falschparker in den Außenbezirken wie z. B. Aplerbeck gar keine Knöllchen bekommen, wenn sie rechtswidrig und z. T. Fußgänger behindernd oder sogar gefährdend auf dem Bürgersteig parken, was dementsprechend auch tausendfach vorkommt. Nun wurden wohl einmal an einigen Stellen Verwarnungsgelder verlangt. Doch die Stadt knickt sofort ein und will die bestehenden gesetzlichen Regelungen auch weiterhin nicht durchsetzen, weil es Beschwerden von den Gesetzesbrechern gab.

Dabei vermute ich (siehe ‚Mangelnde Kenntnis und Einhaltung der Verkehrsregeln‘), dass viele nicht einmal wissen, dass das Parken auf Bürgersteigen, auch mit zwei Rädern, grundsätzlich verboten ist, wenn es nicht durch Schilder oder Markierungen extra erlaubt wird (siehe „Ist das Parken auf dem Gehweg erlaubt? – Regeln zum Halten und Parken“). Auf breiten Bürgersteigen sollte man das Parken meinetwegen erlauben, wenn genug Platz für Fußgänger, auch mit Kinderwagen oder mit Kindern an der Hand, bleibt. Doch wer Fußgänger behindert oder gar gefährdet, indem er sie auf die Straße zwingt oder sogar den Bürgersteig selbst zur Straße macht und dort herumfährt, sollte mindestens ein Knöllchen bekommen oder besser noch abgeschleppt bzw. angezeigt werden.

Doch ich habe schon von Polizisten zur Antwort bekommen, als ich mich über einen Autofahrer beschwerte, der vor ihrer Nase über den Gehweg fuhr und dabei mich als Jogger zum Ausweichen zwang: „Sie haben doch Augen im Kopf.“ Ich hätte am liebsten geantwortet: „Sie aber nicht.“ Dabei ist das eigentliche Problem die politische Führung, die es sich nicht mit potentiellen Wählern verscherzen will, als wenn wir nur als Autofahrer und -parker wählen würden.

Consorsbank verbietet vernünftige Geldanlage

Bis 2008 war ich Kunde bei Consors bzw. dann Cortal Consors für mein Aktiendepot. Wegen ungünstiger Konditionen bei Effektenkrediten, also der Beleihung meiner Aktien, wechselte ich zur DAB Bank, um noch möglichst viele Aktien vor Einführung der Abgeltungsteuer kaufen zu können. Letzten Herbst übertrug die DAB Bank, nachdem sie ebenfalls von der französischen Großbank BNP Paribas übernommen worden war, alle Aktiendepots zur erneut etwas umbenannten Consorsbank.

Für mich selbst ist es ärgerlich genug, unfreiwillig wieder dort gelandet zu sein, auch wenn ich keine Effektenkredite mehr habe und mit der DAB Bank ebenfalls nicht immer zufrieden war (siehe ‚Immer Ärger mit den Banken‘). Viel schlimmer ist das jedoch für die Aktiendepots meiner Kinder, wie ich gestern feststellen musste. Ich wollte für sie Aktien aus dem Dow Jones und dem MDAX kaufen, was beides nicht ging, weil es oberhalb der maximalen Risikoklasse für Minderjährige läge. Das ist lächerlich, weil es sich um Standardwerte handelt und durch eine breite Streuung gerade auch über Ländergrenzen hinweg das Risiko sinkt statt steigt. Außerdem haben beide Kinder schon entsprechende Werte im Depot. Schließlich kann ich ansonsten willkürlich über das Geld meiner Kinder verfügen und könnte es z. B. in Bierflaschen anlegen.

Auf meine Beschwerde wurde mir geantwortet, dass es Geschäftspolitik der Consorsbank sei, solche Geschäfte nicht zuzulassen. Ich könne jedoch entsprechende Aktien von meinem eigenen Depot auf das meiner Kinder übertragen. Wie das genau geht, wurde nicht mitgeteilt, zumal es den Charakter als reine Schikane unterstreicht, da der Umweg über mein Depot das Vermögen meiner Kinder nicht sicherer macht, sondern höchsten schmälert, falls dafür zusätzliche Gebühren anfallen sollten. Für die Empfehlung einer besseren Bank für Direktanleger bin ich deshalb dankbar.

Minizinsen und Inflation

Heute haben unsere Kinder Sparkonto-Auszüge erhalten. Sophia bekam gerade einmal 10 Cent Zinsen für 2016, wovon auch noch 3 Cent als Kapitalertragsteuer abgezogen wurden. Fabian hat schon etwas mehr auf dem Konto, wofür er 30 Cent abzüglich 8 Cent Steuern bekam.

Während die Zinsen im Promillebereich verharren, hat die Inflationsrate in Deutschland einen ordentlichen Sprung nach oben gemacht. Im November lag die Preissteigerungsrate noch bei 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, im Dezember waren es dann 1,7 Prozent (siehe „Inflationszahlen entfachen Streit über Niedrigzins-Idee“).

Man schiebt das jetzt auf den steigenden Ölpreis, um an der Politik der EZB nichts ändern zu müssen. Dabei hinderte zuvor der fallende Ölpreis nicht daran, vor Deflation zu warnen, um die Minizinsen und massiven Anleihenaufkäufe zu rechtfertigen. Tatsächlich ist es jedoch umgekehrt, dass fallende Ölpreise (bzw. allgemeiner Importpreise) für eine Volkswirtschaft eher einen Vorteil als ein Problem darstellen, während Inflation durch steigende Ölpreise die Verbraucher nicht weniger schädigt als steigende Preise für heimische Produkte.

Der beste Inflationsschutz ist übrigens die Geldanlage in realen Werten. Meine Kinder haben wie ich das meiste Geld nicht auf dem Sparkonto, sondern im Aktiendepot. Kurzfristig mag das riskanter sein, doch langfristig ist die Rendite dort sowohl höher als auch sicherer.

Erster Schnee und Räumungspflicht

Frohes neues Jahr! Heute fiel gleich der erste Schnee, was schön anzusehen ist.

Die Gemeinden übertragen die „Winterwartung, Streu- und Räumungspflicht“ auf die Bürger, weshalb ich heute Morgen schon Schnee geschippt und gefegt habe. Dabei fällt auf, dass viele Anlieger dieser Pflicht nicht nachkommen. Das gilt gerade auch für öffentliche Einrichtungen. Privatpersonen sind vielleicht verreist (oder bei Schneefall über den Tag auf der Arbeit), was wir diesen Winter auch noch einmal vorhaben.

Insgesamt erscheint es ineffizient, dass Millionen Anwohner zum Räumen der Gehwege verpflichtet werden, während Millionen Fußgänger vor jedem zweiten Grundstück dann doch wieder ins Rutschen geraten. Der Staat drängt sich in viele Bereiche, die ihn nichts angehen oder in denen er schlechter wirtschaftet als Private, doch hier handelt es sich um eine Aufgabe, die er bzw. seine Gemeinden sinnvoll übernehmen könnten.

Optimal wäre wohl eine Opt-out-Option aus einem kommunalen Winterdienst. Wer diese ausübt, muss dann wie bisher den Gehsteig selbst passierbar halten, wobei der Maßstab die kommunale Erledigung dieser Aufgabe wäre. Hilfsweise sollte zumindest eine Opt-in-Option von den Kommunen angeboten werden, während man jetzt nur einen privaten Dienst suchen kann und dann in Dortmund auch noch eine Gebühr von 70 Euro für die offizielle Übertragung der Reinigungs- und Winterwartungspflicht bezahlen muss. Gestern habe ich übrigens den Gehsteig vor unserem Haus bereits von fremdem Silvestermüll gereinigt, von dem sonst auch noch viel herumliegt.

Aber eigentlich wundert es nicht, dass der Staat solchen sinnvollen Aufgaben nicht nachkommt, wo er doch schon die notwendigen Staatsaufgaben wie die Sicherung der Außengrenzen und die innere Sicherheit vernachlässigt. Vor einem Jahr gab es zu Silvester ‚Gewalt gegen Frauen trotz Polizei wegen falscher Politik‘. „Grüne und Linke kritisieren Vorgehen der Polizei in Köln“ dieses Silvester, gerade weil die Polizei diesmal wirksamer, wenn auch nicht perfekt, vor Kriminellen geschützt hat.