Skulptur Projekte 2017 in Münster

Eigentlich hatte ich gedacht, ich hätte schon über unseren Besuch der „Skulptur Projekte 2017“ in Münster Ende Juli mit der ganzen Familie berichtet. Doch das ging wohl wegen unserer USA-Reise unter. Jedenfalls besuchten wir bei schlechtem Wetter 10 der 35 aktuellen Projekte und auch einige ältere. Die Skulpturenausstellung findet alle zehn Jahre seit 1977 statt und 2007 hatten wir schon einmal viel besichtigt, als wir noch in Münster wohnten. Bei den Projekten handelt es sich nicht immer um Skulpturen (im engeren Sinne). Am besten gefiel uns „3 V“ von Aram Bartholl. Dabei treiben Teelichter über Solarzellen LED-Lampen in Kronleuchtern an, wodurch ein dunkler Gang beleuchtet wird. Unseren Kindern gefiel vermutlich die Eisdiele am besten.

Heute waren wir noch einmal ohne die Kinder in Münster, wo es wieder viel regnete. Dabei schafften wir 14 weitere aktuelle Projekte (bzw. genauer 12 und die zwei von Aram Bartholl noch fehlenden Teilprojekte „12 V“ und „5 V“, bei denen ebenfalls über Feuer Strom erzeugt wird, um einen WLAN-Router zu betreiben bzw. Handys aufladen zu können). Diesmal und wohl auch insgesamt gefiel uns „On Water [Auf dem Wasser]“ von Ayşe Erkmen am besten. Dabei kann ich den künstlerischen Wert schlecht beurteilen, doch es ist einfach eine Idee mit hohem Erlebnisfaktor. Denn man läuft im Hafen auf einem Metallsteg im Wasser bzw. fast darüber. Das Wasser war recht kühl, was ich jedoch schon bald nicht mehr merkte, während ich das Gitter jetzt noch an den Füßen spüre.

Alle Projekt kann man noch bis zum 1. Oktober besichtigen, wobei ich einen Besuch nur empfehlen kann, der auch zur Erkundung von Münster dient. Danach wird die Stadt wieder einige Projekte ankaufen, die dauerhaft das Stadtbild bereichern werden, während die meisten abgebaut werden oder ohnehin enden.

Dortmunder Konzert von Fury in the Slaughterhouse

Gestern waren wir erstmals seit etlichen Jahren wieder bei einem Konzert, und zwar bei „Fury in the Slaughterhouse“ im Westfalenpark (siehe hier). Es hat mir gut gefallen, sowohl von der Musik her als auch von der Atmosphäre des im Schnitt doch schon älteren Publikums und des Westfalenparks bei Nacht.

Etwas unpassend fand ich allerdings die recht platte Kritik an Donald Trump wie auch der AfD. Zu „Every Generation Got Its Own Disease“ wurde z. B. eine Videocollage mit verschiedenen hierzulande eher unbeliebten ausländischen Staatsmännern, Adolf Hitler und anderen Nationalsozialisten sowie Frauke Petry und Marcus Pretzell gezeigt. Das ist wohl etwas zu viel der Ehre für diese AfD-Sternchen. Die eigentliche Krankheit unserer Zeit und unseres Landes hat mit Frau Merkel zu tun, während die AfD nur ein Symptom ist. Aber die meisten Bands sind links, dürfen ihre Meinung vertreten oder auch als Kunst verkaufen und sogar (frühere) Zuschauer von der Bühne herab beschimpfen, die eine andere Meinung zu äußern wagten.

Verlängertes Babyphone

Eigentlich ist es immer weniger relevant für uns, doch insbesondere auf Reisen ist es eine gute Idee, die Reichweite von einem oder auch zwei Babyphones mit Mobiltelefonen zu verlängern. Mit einem Babyphone kann man sein schlafendes Baby oder auch Kleinkind abhören. Wenn es schreit oder weint, bekommt man das auch einige Räume weiter mit. Umgekehrt hört das Kind die Eltern nicht, wenn man nicht wie bei einem alten Funkgerät extra eine Taste drückt (was insbesondere unseren dreijährigen Sohn jetzt sehr verwirrt, wenn eine Stimme ohne anwesende Person zu ihm spricht).

Mittels zwei Mobiltelefonen lässt sich die Reichweite eines Babyphones deutlich, eigentlich beliebig vergrößern. Das Kind schläft in einem Zimmer mit einem Teil vom Babyphone, das korrespondierende Teil ist mit dem ersten Mobiltelefon in einem anderen Raum, z. B. dem Bad oder Flur, das zweite Mobiltelefon nimmt man mit und verbindet beide durch einen Daueranruf, wofür ein Vertrag mit unbegrenztem Gesprächsumfang vorteilhaft ist. Als Eltern darf man sich natürlich trotzdem nicht zu weit entfernt, um in kurzer Zeit zurückkommen zu können. Doch ein Hotelrestaurant kann bereits zu weit entfernt oder durch zu dicke Decken und Wände getrennt sein für das Babyphone allein.

Theoretisch könnte man auch ganz auf das Babyphone verzichten und einfach zwei Mobiltelefone benutzen, wobei das mitgenommene Telefon dann stumm geschaltet werden muss. Gespräche werden aber beispielsweise nach zwei Stunden automatisch unterbrochen und das Hantieren mit den Mobiltelefonen stört in einem separaten Raum weniger. Schließlich schlafen unsere Kinder jetzt meistens durch, doch wir können sie natürlich trotzdem nicht völlig unbeaufsichtigt lassen. Zu Hause kommt Fabian jetzt von sich aus, wenn er nachts Probleme hat, während Sophia kaum zu überhören ist.

Steuererklärung 2016 erstellt

Eigentlich war unsere Steuererklärung für letztes Jahr schon Ende Mai fällig, doch beim ‚Kurzurlaub auf dem Campingplatz‘ handelte ich eine Verlängerung bis Ende Juli heraus. Ich hätte besser Ende August gesagt. So habe ich mich gestern, nachdem ich erst das neue Diskussionspapier meines Instituts „Theoretische Erklärungsansätze für die Entsprechenserklärungen zu Abfindungen für Vorstandsmitglieder“ von Frau Schottmüller-Einwag abschließend korrigiert und fertiggestellt und dann eine überarbeitete Version vom Diskussionspapier „Willingness to Pay and Accept for Hosting Olympic Games in Germany“ bei einer wissenschaftlichen Zeitschrift eingereicht hatte, vier weitere Stunden an meinen Rechner gesetzt und die erste Version der Steuererklärung erstellt, wofür ich das „ElsterFormular“ neu installieren musste, weil das Update nicht funktionierte. Zum Glück konnte ich trotzdem die alten Daten übernehmen. Heute habe ich noch einmal gut vier Stunden darauf verwendet, die erste Version zu überarbeiten, noch fehlende Belege zusammenzusuchen und alles fertigzustellen. Nicht eingerechnet ist der Gang mit meiner Tochter zu MEDIMAX, um für viel Geld eine neue Druckerpatrone zu kaufen. Morgen werde ich auch noch beim Finanzamt vorbeifahren, um die ausgedruckte komprimierte Version mit dem Teil der verlangten Belege abzugeben.

Grundsätzlich war es so ähnlich wie in den Vorjahren (siehe ‚Eigene Steuererklärung fertig‘ und ‚Steuererklärung gemacht‘). Es hat zwar etwas länger gedauert, aber dafür schaffte meine Mutter ihre Steuererklärung wieder alleine (für letztes Jahr siehe ‚Fremde Steuererklärung und ihre Vereinfachung‘). Außerdem können wir mit einem eigenen Haus jetzt mehr Sachen absetzen. Auch wenn es nur ein Bruchteil der Handwerkerkosten ist, leben wir jetzt trotzdem günstiger als zuvor zur Miete. Der größte Teil der zu erwartenden Steuerrückzahlung ergibt sich allerdings wieder daraus, dass meine Frau in Elternzeit viel weniger verdient hat und deshalb die Steuerprogression bei mir zu hoch angesetzt war.

Gespart habe ich es mir (zu Lasten Dritter, nämlich meiner Kinder), einen weiteren Nachteil des erzwungenen Wechsels zur Consorsbank (siehe ‚Consorsbank verbietet vernünftige Geldanlage‘) auszugleichen: Die Freistellungsaufträge sind nicht übertragen worden, so dass meinen Kindern am Jahresende Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag berechnet wurden. Diese würden ihnen grundsätzlich erstattet, was aber vermutlich eigenständige Steuererklärungen für sie erfordert hätte, was für einen einstelligen Eurobetrag nicht lohnt.

Autobesitzer sollten nicht für Fehlverhalten von Konzernen und Staat zahlen müssen

In der Regel halte ich von Bundesjustizminister Heiko Maas und seinen Maßnahmen wenig (siehe zuletzt ‚Netzwerkdurchsetzungsgesetz soll Zensur durchsetzen‘ oder zuvor z. B. ‚Maas mag Mörder mehr‘). In der Diesel-Affäre muss ich ihm jedoch ausnahmsweise einmal zustimmen, wenn er sagt: „Die Kosten dürfen nicht an den Autokäufern hängen bleiben“. Zumindest einige Autokonzerne haben die Autokäufer betrogen (Volvo ist noch nicht weiter aufgefallen, was jedoch schlicht an mangelnder Größe liegen könnte) und dazu vielleicht sogar ein illegales Kartell gebildet (siehe „Das geheime Kartell der deutschen Autobauer“).

Zugleich hat der Staat mehrfach versagt (siehe „Wenn die Hersteller keine Lösungen anbieten, ist der Diesel tot“). Schon die Vorgabe von Grenzwerten scheint mehr willkürlich (und vielleicht sogar absichtlich ungenau) als sachlich begründet erfolgt zu sein. Vor allem hat man dann bei deren Überwachung geschlampt, bis in den USA massive Manipulationen auffielen und nicht einfach ignoriert wurden. Dort mussten in der Folge milliardenschwere Entschädigungen gezahlt und Autos ohne die zugesicherten Eigenschaften zurückgenommen werden, während hierzulande die Kunden zweifelhafte Nachrüstungen, die gegebenenfalls Leistung und mehr Dieselkraftstoff kosten oder sogar aus eigener Tasche zu bezahlen sind, hinnehmen sollen und vielleicht auch noch mit Fahrverboten bestraft werden, was einen enteignungsgleichen Eingriff darstellt.

Sollte das auch mein Auto betreffen, werde ich nicht auf die Möglichkeit für Sammelklagen warten, sondern neben Volvo auch die zuständigen staatlichen Stellen verklagen, selbst wenn das mehr kosten als finanziell bringen mag. In diesem speziellen Fall halte ich auch zivilen Ungehorsam für gerechtfertigt, also z. B. das bewusste Missachten von Fahrverboten, um mich durch alle Instanzen verklagen zu lassen. Die verantwortlichen Parteien wähle ich ohnehin nicht mehr.