Betriebsausflug nach Düsseldorf

Heute fand der diesjährige Betriebsausflug des Centrums für Interdisziplinäre Wirtschaftsforschung (CIW) statt, dem mein Institut für Organisationsökonomik angehört. Leider konnten die meisten meiner Mitarbeiter und studentischen Hilfskräfte nicht teilnehmen, weil sie heute Lehrveranstaltungen bis hin zu Klausuren hatten. Es ist allerdings auch sehr schwierig, einen für die meisten passenden Termin zu finden. Immerhin haben insgesamt 21 Personen teilgenommen.

Es ging nach Düsseldorf, wobei ich direkt von Dortmund mit öffentlichen Verkehrsmitteln (und der übertragbaren Monatskarte meiner Frau) dorthin gefahren bin, während der Rest aus Münster kam. Zuerst stand eine Tour über den Düsseldorfer Flughafen auf dem Programm, die nicht in den Gebäuden, sondern mit einem Bus auf dem Gelände stattfand. Obwohl der Bus dort nicht verlassen werden durfte, fand anfangs eine Personenkontrolle statt (für die der Bus verlassen werden musste). Die Tour war interessant und hätte meinem Sohn sicher auch gefallen. Vielleicht fahre ich mit ihm demnächst auf die Besucherterrasse, für die es Gutscheine gab.

Danach ging es zur Altstadt und am Rhein entlang zum Landtag. Bei viel Regen erfolgte eine Führung durch den Medienhafen. Ich war zwar schon öfter dort, habe ihn aber noch nie so gesehen. Anschließend aßen wir in einer Pizzeria, deren hohe Rechnung (Düsseldorf ist nicht Dortmund) meine beiden Kollegen und ich uns teilen.

Schließlich brauchte ich wegen verspäteter Züge fast drei Stunden nach Hause, während die Hinfahrt anderthalb Stunden gedauert hatte. Beides wäre mit dem Auto schneller möglich gewesen, welches ich wohl beim nächsten Mal wieder nutzen werde. Insgesamt war ich 12 Stunden und 40 Minuten unterwegs. Es war ein schöner Tag, weder reine Freizeit noch harte Arbeit, sondern wie häufig etwas dazwischen.

Diskussionspapier zu Teamdoping

Noch am Freitag ist mein jüngstes Diskussionspapier erschienen zu „Doping in Teams: A Simple Decision Theoretic Model“. Es handelt sich um eine kurze schriftliche Ausarbeitung von meinem ‚Dopingvortrag in Berlin‘. Die deutsche Zusammenfassung lautet:

Doping in Teams
Ein einfaches entscheidungstheoretisches Modell

Ein einfaches entscheidungstheoretisches Modell zeigt die Doping-Anreize für ein Mitglied eines professionellen Sportteams. Abhängig von der Entdeckungswahrscheinlichkeit und der Bestrafung dopt ein Sportler gar nicht, auf einem mittlerem Niveau oder maximal. Das ganze Team hat einen höheren Anreiz als ein einzelnes Teammitglied dafür, dass zumindest einige Teammitglieder dopen. Dass es nicht viele Fälle von eindeutig nachgewiesenem Doping in Teamsportarten gibt, könnte daran liegen, dass Doping weniger effektiv ist oder die Anreize zur Verschleierung höher sind als in Individualsportarten.

Leonardo-Campus-Run mit Running Profs

Vorgestern fand der 17. Leonardo-Campus-Run statt. Diesmal nahm ich gleich an zwei Rennen teil, weil erstmals seit langem wieder „Running Profs“ eingeladen wurden, wenn auch sehr kurzfristig. Als solcher nahm ich am „2,5 km S-E-T-Students-Run“ teil und brauchte dafür 10:54. Damit wurde ich 16. von 68 männlichen Teilnehmer, wobei alle vor mir eher Jugendliche oder sogar noch Jungen waren. Von den 98 Teilnehmerinnen waren vier schneller als ich, während ich der erste der nur vier Running Profs war.

Beim „5,0 km Sparkassen-Run (After-Work I)“ benötigte ich dieses Jahr 23:06, womit ich 87. von 470 erfolgreichen männlichen Teilnehmern war (für letztes Jahr siehe ‚5 km Leonardo-Campus-Run allein in 22:49‘ mit Verweisen auf die Vorjahre). Vier von 310 Frauen waren schneller als ich.

Professoren gewinnen 2:1 gegen Sisters of No Mercy

Nach der Niederlage letztes Jahr (siehe ‚Sisters of No Mercy gewinnen 2:1 gegen Professoren‘) haben wir Professoren heute beim „MLP-Wiwi-Cup 2017“ 2:1 gegen die Damenmannschaft „Sisters of No Mercy“ im Fußball gewonnen. Das erste Tor fiel nach wenigen Sekunden. Dann zog sich die erste Halbzeit 17 statt geplante 10 Minuten hin. Ich stand wieder im Tor und hatte fast nichts zu tun, wenn man von einem falsch aufgenommen Ball absieht, der von einem Kollegen kam. Die zweite Halbzeit dauerte dann tatsächlich 10 Minuten und führte bald zum 2:0. Den Gegentreffer konnte ich nicht verhindern und musste noch einige weitere Bälle abwehren. Zum Glück kam es in der letzten Minuten nicht zu einem weiteren Gegentreffer, als traditionell alle Damen gleichzeitig aufs Feld durften. Mein Dank und Glückwunsch gehen an meine engagiert laufenden Kollegen. Ich war dann zu Hause noch mit meinen Kindern im ‚Zweite[n] Baby-Jogger für zwei‘ unterwegs.

Von Amann mir zugeschriebene Zitate über Lucke

Heute habe ich meinen Wettgewinn zur NRW-Wahl (siehe hier), einen Büchergutschein im Wert von 30 Euro, für den ich mich noch einmal bei Andreas Walter bedanken möchte, in zwei Kinderbücher und „Angst für Deutschland“ von Melanie Amann investiert. Alle drei Bücher lesen sich recht leicht, doch ich muss erst noch eine Dissertation durcharbeiten, die sich recht schwer liest, bis ich eine Rezension zu dem politischen Buch schreiben kann.

Allerdings habe ich gleich geschaut, was Frau Amann aus den Zitaten gemacht hat, die sie mir unterschieben wollte (wenn auch nicht so krass wie ‚Falsche Zitate im stern‘ oder gar ‚Unwahrheiten in der taz‘). Letzten Dezember sollte ich die folgenden Zitate freigeben, die angeblich aus einem Gespräch von Dezember 2014 stammten, welches jedoch nicht aufgezeichnet worden war, so dass sie die mir in den Mund gelegten Zitate aus ihren Notizen erstellte:

1) Über Ihre gemeinsame Zeit im Doktorandenseminar: „Bernd war ein Nerd, bevor das Wort erfunden wurde.“ …  „Schon damals konnte ich feststellen: Lucke ist sehr gut darin, sich die Wahrheit winkeladvokatorisch zurechtzubiegen. Wahrscheinlich wäre aus ihm auch ein guter Jesuit geworden.“

2) Zur Anfangsphase der AfD: „Die Leute haben Lucke angebetet in der Anfangszeit, das hat ihm nicht gut getan“, sagt Alexander Dilger.

Darauf habe ich ihr geantwortet:

bitte die Zitate unter 1) nicht verwenden. Das zweite davon habe ich ziemlich sicher nicht geäußert (vielleicht eine andere Person?), auf jeden Fall ist es sachlich nicht richtig. Herr Lucke hat sich früher nicht „winkeladvokatorisch“ aufgeführt, doch auch heute liegt ihm juristisches Denken ziemlich fern. Aus ihm wäre auch nie ein guter Jesuit geworden, weil er Calvinist ist.

Das erste habe ich vielleicht so gesagt, würde es aber nicht mehr unterschreiben, weil es sachlich ebenfalls nicht richtig ist. Das Wort „Nerd“ stammt bereits aus den 1950er Jahren, auch wenn es erst später nach Deutschland kam. Außerdem hat es einen starken Computerbezug, der auf Herrn Lucke nicht zutrifft.

Sie argumentierte für ihre Formulierungen (wobei ich nicht weiß, ob ich das hier zitieren dürfte) und führt vor allem an, dass die folgende Formulierung bereits von mir freigegeben worden und im SPIEGEL erschienen war:

„Lucke war damals eher ein Nerd, der ganz in seinem Fachgebiet aufging und sich kaum an unseren politischen Debatten beteiligte“, sagt Alexander Dilger…“

Meine Antwort darauf war:

das ist doch eine ganz andere Nerd-Aussage, die Sie zitiert hatten und jetzt gerne wieder zitieren dürfen. Denn so dürfte ich das gesagt haben, aber doch nicht „bevor das Wort erfunden wurde“, da das gar nicht stimmt. Vermutlich verhält es sich bei den anderen Ausdrücken ähnlich, also dass sie gefallen sind, aber in anderen Formulierungen und Zusammenhängen (in den 1990er Jahren hatte Herr Lucke sich zumindest mir gegenüber nie irgendwie juristisch geäußert). Gerade wenn Sie mich wörtlich zitieren, sollte auch jedes Wort stimmen oder zumindest jetzt von mir zu eigen gemacht werden.

Sie ließ nicht locker, weil sie die Zitate bringen wollte und keinen Unterschied in den Formulierungen sah. Meine abschließende Äußerung dazu lautete:

„eher ein Nerd“ ist gerade kein vollgültiger Nerd, „der ganz in seinem Fachgebiet aufging“ stellte den Zusammenhang klar. Warum sollte er sich dann „winkeladvokatorisch“ geäußert haben? Dabei ging es sicher nicht um die 1990er, sondern um seine Satzungsauslegungen in der AfD.

Ich weiß nur, dass ich die angeblichen wörtlichen Zitate so nicht geäußert habe, da ich so nicht spreche, selbst wenn Sie keinen Unterschied sehen. Also könnten Sie ehrlicherweise höchstens schreiben, dass die Worte „winkeladvokatorisch“ und „Jesuit“ in unserem Gespräch gefallen sind. Ich werde mir dazu jetzt keine neuen Zitate ausdenken.

In ihrem Buch steht jetzt Folgendes (S. 118 f.), was formal meine Einwände teilweise aufgreift, doch inhaltlich nur sehr bedingt berücksichtigt:

Der BWL-Professor Alexander Dilger, zeitweise Landessprecher der AfD Nordrhein-Westfalen, kennt Bernd Lucke seit 1992. Die beiden saßen zusammen im Graduiertenkolleg für Angewandte Mikroökonomik an der Freien Universität Berlin [Herr Lucke war damals allerdings schon Habilitand, AD]. Dilger sagt [wohl kaum; um die Freigabe dieser Aussage hatte sie auch nicht gebeten, AD], er hätte damals wohl jedem einen Vogel gezeigt, der Lucke eine Karriere als Politiker prophezeit hätte. »Bernd war eher ein Nerd, der sich kaum an politischen Debatten beteiligte.« Aber in dem späteren Politiker Lucke erkannte Dilger viele Seiten des jungen Wissenschaftlers wieder, zum Beispiel die Unerbittlichkeit, mit der er seine Positionen verteidigte. Lucke sei sehr gut darin, sich die Wahrheit »winkeladvokatorisch« zurechtzubiegen. Dilger vergleicht ihn in dieser Hinsicht mit einem Jesuiten.

[…] »Die Leute haben Lucke angebetet in der Anfangszeit, das hat ihm nicht gutgetan«, sagt Dilger.