Geschäftsführender Herausgeber von Hochschulmanagement

In der jüngsten Ausgabe (2+3/2019) von Hochschulmanagement (Zeitschrift für die Leitung, Entwicklung und Selbstverwaltung von Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen) ist mein Beitrag „Hochschulräte in NRW: Mehr Hochschulfreiheit oder Staatseinfluss“ erschienen. Noch berichtenswerter ist jedoch, dass ich seit Anfang des Jahres geschäftsführender Herausgeber der Zeitschrift bin. Dem Herausgeberkreis gehöre ich schon seit etlichen Jahren an, doch die Selbstorganisation ohne geschäftsführenden Herausgeber wurde immer schwieriger. So steht das Heft 4/2019 noch aus. Danach verantworte ich die kontinuierliche Herausgabe, wofür Beiträge sehr willkommen sind. Es ist auch möglich, ein eigenes Sonder- bzw. Themenheft herauszugeben.

Neben Frau schummelt auch Herr Giffey

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hatte bei ihrer Doktorarbeit plagiiert (siehe ‚Familienministerin Giffey will trotz Plagiaten SPD-Vorsitzende werden‘). Das beeinträchtigt ihre politische Karriere aber nicht weiter, denn „Familienministerin Giffey darf Doktortitel behalten“, weil die FU Berlin ihr nur eine Rüge erteilte, für die es gar keine Rechtsgrundlage gibt und wobei weitere formale Fehler gemacht wurden (siehe „Uni kennzeichnet Promotion falsch“).

Nun gibt es „Das nächste Problem der Franziska Giffey“, denn ihr Mann wurde mit Verwaltungsgerichtsurteil unehrenhaft aus dem Beamtenverhältnis entlassen. Er war Amtsveterinär im Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales und hat wohl den Staat zu Lasten der Steuerzahler mit mindestens einer fiktiven Dienstreise getäuscht, was keine reine Privatangelegenheit ist (siehe auch „Warum der Fall Giffey keine Privatsache ist“). Damit passen die beiden Schwindler zusammen, wie auch diese geschwindelte Antwort zeigt: „Auf die Frage ‚Für was steht der Name Giffey?‘ antwortete sie: ‚Für Geradlinigkeit. […]'“ Dabei gilt sie noch als Hoffnungsträgerin für die arme SPD.

Diskussionspapier mit Tipps für den wissenschaftlichen Nachwuchs

Zu Silvester ist noch das jüngste Diskussionspapier des Instituts für Organisationsökonomik 12/2019 erschienen mit dem Titel „Von der Promotion zur Professur: Fünfzehn Tipps für den wissenschaftlichen Nachwuchs“. Darin „werden fünfzehn Tipps gegeben und erläutert für Promovierte, die eine Universitätsprofessur in Deutschland anstreben.“ Für Berichte über eigene Erfahrungen von Nachwuchswissenschaftlern und Kollegen, die den Tipps entsprechen oder auch nicht, wäre ich dankbar, sei es hier in den Kommentaren oder direkt per Mail.

Professoren genießen großen Respekt

Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat eine repräsentative Befragung zum „Respekt verschiedener Berufsgruppen in der Gesellschaft“ durchführen lassen (siehe insbesondere für die Detailergebnisse auch dieses PDF). Von zwölf abgefragten Berufsgruppen genießen Professoren den zweitgrößten Respekt, nur die Hausärzte liegen davor. 24 Prozent der Befragten meinen, dass Professoren sehr viel Respekt in der Gesellschaft genießen, und 48 Prozent meinen, es sei viel Respekt (also zusammen 72 Prozent gegenüber 75 Prozent bei den Hausärzten). Am wenigsten Respekt genießen Politiker (7 Prozent antworten sehr viel und 18 Prozent viel) und Journalisten (ebenfalls 7 Prozent sehr viel und 25 Prozent viel).

Während die Frage nach dem aktuellen Respekt in der Gesellschaft allgemein gehalten war („Ich nenne Ihnen nun einige Berufsgruppen. Was ist Ihre Meinung: Genießen diese in der Gesellschaft sehr viel, viel, etwas, wenig oder sehr wenig Respekt?“), sollte die Frage nach der Veränderung des Respekts explizit persönlich beantwortet werden („Nun eine Frage zu Ihnen: Hatten Sie vor diesen Berufsgruppen früher mehr, gleich viel oder weniger Respekt?“). Demnach haben alle zwölf Berufsgruppen an Respekt verloren mit Ausnahme der Gewerkschafter. Der Verlust ist aber bei den Professoren im Saldo der drittkleinste mit sieben Prozentpunkten. 18 Prozent hatten demnach früher mehr Respekt und 11 Prozent weniger. Den größten Respektverlust erlitten übrigens Lehrer mit 28 Prozentpunkten im Saldo, was aber auch am subjektiven Charakter der Frage liegen kann (früher als insbesondere junge Schüler hatten vielleicht viele mehr Respekt).

Am überraschendsten finde ich, dass aufgeschlüsselt nach Parteipräferenzen ausgerechnet die Grünen den Professoren den größten gesellschaftlichen Respekt zusprechen (36 Prozent sehr viel und 54 Prozent viel). Eine mögliche Erklärung könnte der Glaube an eine menschengemachte Klimakatastrophe sein, der leider von vielen Kollegen wissenschaftlich aufgewertet wird. Dabei halten die Grünen eigentlich nicht so viel von Wissenschaft (siehe ‚Grüne hinterfragen lieber Wissenschaft als Homöopathie‘) und in diesem Fall nichts von wissenschaftlichem Zweifel.

Bundesrat gegen günstigere Bahntickets, aber für neue Steuern und Abschlüsse

Der „Bundesrat stoppt wichtige Teile des Klimapakets“. Insbesondere die Grünen haben gegen günstiger Bahntickets und Vorteile bei der energetischen Sanierung von Häusern gestimmt, weil sie die Kosten nicht mit dem Bund teilen, sondern diesem allein zuschieben wollen. Zugleich stimmte der Bundesrat nach dem Bundestag für noch zwei weitere neue Steuern, erstens auf Flugtickets und zweitens auf CO2 aus Sprit und Heizöl. Hierbei kritisierten die Grünen den Preis von 10 Euro pro Tonne als zu niedrig, als wenn es nicht schon viel höhere Sondersteuern insbesondere auf Benzin und Diesel gäbe (und dadurch der Einbezug in den EU-weiten Zertifikatehandel nicht noch weiter erschwert würde). Die deutschen Steuereinnahmen sind ohnehin bereits auf Rekordniveau, aber es findet sich immer eine dumme Begründung, warum den Bürgen noch mehr weggenommen und verboten werden muss, zumal wir jetzt in einem alles rechtfertigenden Notstand leben (siehe ‚EU-Parlament ruft Klimanotstand aus‘).

Unsere Politiker können den Bürgern und vor allem der Jugend aber auch noch anders das Leben schwer machen: Der „Bundesrat beschließt ‚Berufsbachelor'“ und -master. Am Ende der Lehre wird man zukünftig „Bachelor Professional“ und die Meisterprüfung wird mit einem „Master Professional“ gekrönt. So sieht der jüngste deutsche Sonderweg aus, während es sich im Rest der Welt bei Bachelor und Master um akademische Abschlüsse handelt (aber z. T. auch für sehr praktische Berufe an Hochschulen studiert werden kann). Durch diese Entdifferenzierung verlieren alle, Akademiker wie Nichtakademiker, Hochschulen und Handwerksbetriebe, gleichermaßen. Aber deutsche Bildungspolitiker haben schon vorher ohne Not die deutschen Diplome abgeschafft, insbesondere den Diplom-Ingenieur mit Weltruhm.  Nur die Juristen (und Mediziner) drücken sich vor den nivellierenden Abschlüssen, die sie allen anderen verordnen.