Trump ruft Notstand zum Mauerbau aus

US-Präsident Donald „Trump ruft nationalen Notstand aus“. Es geht ihm immer noch um die im Wahlkampf versprochene Mauer zu Mexiko. Eigentlich wollte er, dass die Mexikaner dafür bezahlen, wozu diese jedoch verständlicherweise keine Lust haben. Dann wollte er, dass ihm der Kongress die Mittel dafür bewilligt, was dieser mit einer frisch gewählten Mehrheit der Demokraten im Repräsentantenhaus (auf die Herr Trump erst zu warten schien, weil es ihm wohl vor allem um den politischen Konflikt und weniger um die Sache geht) auch nicht wollte, so dass der Präsident selbst die Regierungstätigkeit lahmlegte. Das konnte er nicht durchhalten (siehe ‚Trump gibt nach und beendet Shutdown ohne Mauer‘), weshalb er es jetzt mit der Erklärung eines nationalen Notstands versucht, der ihm die Umschichtung gerade erst anders beschlossener Haushaltspositionen erlaubt.

Es stört Herrn Trump nicht, dass dies missbräuchlich geschieht, da gar kein akuter Notstand vorliegt und momentan deutlich weniger illegale Grenzübertritte erfolgen. Faktisch will er das Budgetrecht des Parlaments aushebeln, also eines der ältesten und wichtigsten demokratischen Rechte. Beide Kammern des Kongresses könnten dagegen stimmen, doch ein anschließendes präsidiales Veto müsste jeweils mit Zweidrittelmehrheit überstimmt werden, was nicht passieren wird. Alternativ ließe sich mit ungewissem Ausgang dagegen klagen. Am wahrscheinlichsten ist es, dass Herr Trump einen unschönen Präzedenzfall schafft, so dass er und nachfolgende Präsidenten Notstände für alles Mögliche ausrufen können. Ob die von ihm gewünschte Mauer überhaupt gebaut wird und dann tatsächlich etwas bringt, sind ganz andere Fragen. Schon jetzt wird die Grenze kontrolliert und nicht jeder in die USA gelassen, woran sich unsere Regierung im Gegensatz zum Mauerbau ein Beispiel nehmen sollte.

Workshop Hochschulmanagement in Wien

Letzte Jahr hielt ich einen ‚Vortrag über 20 Jahre Workshop Hochschulmanagement beim 20. Workshop‘ Hochschulmanagement in Duisburg. Heute fand der 21. Workshop Hochschulmanagement in Wien statt. Dafür nahm ich gestern den ‚Billigflug nach Wien‘. Außerdem gab es gestern Abend ein gemeinsames Abendessen. Heute gab es sechs Vorträge jeweils mit ausführlicher Diskussion. Mein Vortrag trug den Titel „Begutachtungsverfahren nach Zahl, Gewichtung und Fehlern der Gutachten“ und soll demnächst verschriftlicht werden.

Inzwischen bin ich wieder zurück in Dortmund, was mit Eurowings knapp 70 Euro kostete und deutlich länger dauerte, weil ich über Düsseldorf flog und in Dortmund meine U-Bahn-Linie abschnittsweise gesperrt ist. Doch der Rückflug nach Dortmund mit Wizz Air wäre morgens um 6 Uhr, was eine zusätzliche Übernachtung fast ohne Schlaf erfordert hätte.

Billigflug nach Wien

Heute früh bin ich zu einer kleinen Tagung, über die ich demnächst berichten werde, mit Wizz Air von Dortmund nach Wien geflogen. Der eigentliche „Fare Price“ betrug nur 6,99 Euro. Hinzu kamen 8 Euro „Administration Fee“, so dass der reine Flug keine 15 Euro kostete. Dazu buchte ich noch „Priority Boarding“ für 11 Euro, was ich dann gar nicht brauchte (ich fürchtete, sonst gar kein Gepäck mitnehmen zu dürfen, doch mein kleiner Rucksack wäre ohnehin erlaubt gewesen und früher an Bord wollte ich auch nicht). Fliegen ist offensichtlich zu billig, insbesondere da Kerosin fast nicht besteuert wird, obwohl es besonders umweltschädlich ist. Lieber verbieten uns die vielfliegenden Grünen die relativ sauberen Diesel-Autos.

Es gibt keinen festen Bedarf an Arbeitskräften und Zuwanderern

Es behauptet eine neue Bertelsmann-„Studie zu Arbeitskräftebedarf: Deutschland braucht 260.000 Zuwanderer pro Jahr“ (siehe „Zuwanderung und Digitalisierung: Wie viel Migration aus Drittstaaten benötigt der deutsche Arbeitsmarkt künftig?“). Nur so ließe sich die abnehmende Zahl einheimischer Arbeitskräfte halbwegs ausgleichen. Dabei seien schon Maßnahmen wie Rente mit 70 und höhere Frauenerwerbsbeteiligung berücksichtigt.

Bis 2060 werden der Studie zufolge aber jährlich rund 146.000 Einwanderer aus Drittstaaten und etwa 114.000 Zuwanderer aus EU-Staaten benötigt, um den demografiebedingten Rückgang des Arbeitskräfte-Angebots auf ein „für die Wirtschaft verträgliches Maß“ zu begrenzen.

Dabei lässt sich die demographische Entwicklung zwar einigermaßen genau prognostizieren, aber nicht der Bedarf an Arbeitskräften, der ohnehin keine feste Größe ist. Zum Teil fordern dieselben Personen sowohl unbegrenzte Zuwanderung als auch ein bedingungsloses Grundeinkommen, weil künstliche Intelligenz und Roboter die meisten Arbeitsplätze vernichten würde. Das nehme ich nicht an (siehe ‚Andere statt keine Arbeit durch Roboter‘), doch gar nicht oder sehr gering qualifizierte und motivierte Menschen werden sich zukünftig noch schlechter beschäftigen lassen als bereits heute. Qualifizierte Facharbeiter und Akademiker lassen sich jedoch nur schwer gewinnen, zumal Deutschland um sie mit in vielerlei Hinsicht attraktiveren Einwanderungsländern konkurriert.

In jedem Fall ist die Zahl der Arbeitsplätze nicht gegeben, sondern wird am stark regulierten Arbeitsmarkt zusammen mit dem Lohn bestimmt. Wenn das Arbeitsangebot geringer wird, droht nicht Verelendung, sondern ist ein höherer Lebensstandard pro Kopf mit steigenden Reallöhnen zu erwarten. Dass die Bertelsmann Stiftung und viele Unternehmen lieber mehr billige Arbeitskräfte hätten, ist nicht überraschend. Dass unsere Politiker da mitmachen oder gar jeden unkontrolliert ins Land lassen, als wenn eine maximale Zahl an welchen Menschen auch immer optimal wäre, ist das eigentliche Problem.

Kommentierte Stellenausschreibung

Es gibt eine aktuelle „Stellenausschreibung“ an meinem Institut für Organisationsökonomik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Ich zitiere den größtenteils vorgebenen Text mit Kommentaren:

Am Institut für Organisationsökonomik der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät wird ab dem 01.04.2019 ein(e)
wissenschaftliche Mitarbeiterin/wissenschaftlicher Mitarbeiter (w/m/d)
auf der Basis einer halben Stelle (zurzeit 19 Stunden 55 Minuten wöchentlich) der Entgelt­gruppe 13 TV-L ge­sucht.

Gibt es eigentlich noch keine eigene Bezeichnung für Personal des vom Bundesverfassungsgericht erfundenen dritten Geschlechts (siehe ‚Bundesverfassungsgericht erfindet drittes Geschlecht‘)? Ging es nicht gerade darum, dass Betreffende sich nicht als weibliche Mitarbeiterinnen oder männliche Mitarbeiter einordnen müssen?

Die halbe Stelle soll übrigens später aufgestockt werden. Allerdings habe ich schon mehr Mitarbeiter (beiderlei Geschlechts) als Stellen und ist eine spätere Aufstockung sowohl rechtlich als auch motivationsmäßig einfacher als eine Reduzierung.

Die Stelle ist zunächst auf 3 Jahre befristet.

Der Satz verzögerte die Ausschreibung um über einen Monat, da ich eigentlich eine durchaus zulässige kürzere Frist wollte, was aber die Personalabteilung ablehnte, weil es der Personalrat ablehnen würde. Mir wurden sukzessive drei andere Modelle vorgeschlagen und dann alle widerrufen. Ich hätte es nur mit einer Verzögerung um viele weitere Monate probieren können. Es ist erschreckend, wie im öffentlichen Dienst das geltende Recht nicht mehr zur Anwendung kommt.

Es wird die Mitar­beit bei der Vorbereitung und Durch­führung von For­schung und Lehre (2 SWS) sowie der Be­tei­ligung an der Selbst­verwaltung erwartet. Darüber hinaus besteht die Mög­lichkeit zur Promo­tion im Rahmen eines Themengebietes des Instituts.

Die zwei Semesterwochenstunden ergeben sich aus der halben Stelle. Bei mir bleibt jedoch auch innerhalb der bezahlten Arbeitszeit noch Freiraum zur Promotion, wobei gerade bei einer halben Stelle jedoch auch zusätzliche Zeit darauf verwendet werden sollte, um innerhalb von maximal sechs Jahren, der Höchstdauer solcher Stellen, promoviert zu werden.

Voraussetzung für eine Bewerbung ist ein mit Prädikat abgeschlossenes wirt­schafts­wissen­schaftliches oder vergleichbares Hochschulstudium (Master).

Es muss kein Master-, aber ein vergleichbarer Abschluss sein (z. B. noch Diplom oder Staatsexamen). Nur ein Bachelorabschluss erlaubt nicht die Einstellung in den höheren Dienst. Ohne Prädikatsexamen (mindestens „gut“) ist eine Promotion nur schwer möglich.

Kenntnisse in angewandter Ökono­metrie und/oder der Neuen Institutionenökonomik sind vo[n] Vorteil.

Die Anforderung ist von mir und nicht zwingend. Doch man sollte etwas können, was sich in Forschung und Lehre einsetzen lässt.

Die WWU Münster tritt für die Geschlechtergerechtigkeit ein und strebt eine Erhöhung des Anteils von Frauen in Forschung und Lehre an. Bewerbungen von Frauen sind ausdrücklich erwünscht; Frauen werden bei gleicher Eignung, Befähigung und fachli­cher Leistung bevorzugt berücksichtigt, sofern nicht in der Person eines Mitbewerbers liegende Gründe überwiegen.

Warum fehlt hier eigentlich das dritte Geschlecht und müssen dessen Angehörige auch gegenüber Frauen diskriminiert werden?

Schwerbehinderte werden bei gleicher Qualifika­tion bevorzugt eingestellt.

Das ist übrigens eine rechtlich weitaus stärkere Formulierung. Wenn sich ein formal qualifizierter Schwerbehinderter bewirbt, kann ich faktisch keinen anderen Bewerber mehr einstellen.

Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen richten Sie bitte bis zum 20.02.2019 an [mich.]

Es gibt übrigens einen internen Bewerber, den ich gerne einstellen möchte, was ohne Ausschreibung nicht zulässig ist (oder vielleicht doch, denn eines der drei dann widerrufenen Modelle sah einen Ausschreibungsverzicht vor). Das bedeutet aber nicht, dass sonst niemand eine Chance hätte. Einen noch besseren externen Bewerber würde ich einstellen und gegebenenfalls noch einmal ausschreiben (siehe ‚Weitere Ausschreibung wegen guter Bewerber‘).