Fake-Journals als zunehmendes Problem

Mittlerweile habe ich öfter die ‚Aufnahme in [einen] Herausgeberkreis abgelehnt‘ oder auch gar nicht mehr auf entsprechende Anfragen geantwortet. Denn es scheint immer mehr Angebote von vorgeblich wissenschaftlichen, tatsächlich jedoch unseriösen und allein auf Gelderwerb angelegten Online-Zeitschriften wie auch Konferenzen zu geben.

Dieses Thema haben jetzt auch Journalisten entdeckt. Sie schreiben über „Studien von NRW-Forschern auf zweifelhaften Portalen“. „So einfach wurden wir Wissenschaftler“ und „Tausende Forscher sind auf Fake-Journale hereingefallen“. Tatsächlich sind die Wissenschaftler eher leichtgläubige Opfer als betrügerische Täter. Einer inzwischen promovierten Doktorandin von mir ist das auch schon passiert, weshalb ich jetzt explizit davor warne. Denn eine solche Veröffentlichung kostet nicht nur etwas Geld, sondern vor allem Reputation, statt welche zu bringen, wozu Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften eigentlich dienen sollen.

Es ist wie mit dem Internet allgemein: Nicht jeder Beitrag ist schlecht, aber es gibt keine Qualitätskontrolle. Dafür muss man dann nicht noch Geld ausgegeben, sondern kann seine Sachen auch einfach so und kostenlos ins Internet stellen und sogar auf bestimmte wissenschaftliche Seiten wie z. B SSRN (Social Science Research Network). Selbst ernsthaftes Peer Review ist übrigens keine Garantie für wissenschaftliche Qualität, erhöht jedoch die Wahrscheinlichkeit. Dabei schafft es vor allem gute Standardforschung in die Top-Journals, während wirklich bahnbrechende Arbeiten anfangs schwerer von Schund zu unterscheiden sind.

Trump will kleines NATO-Mitglied nicht mehr verteidigen

Es wird immer schlimmer mit dem aktuellen US-Präsidenten. Donald ‚Trump hofiert Putin und bezeichnet EU als Feind‘. „Nach Kritik an Trump: ‚Habe mich in Helsinki versprochen'“. Das ist natürlich einfach gelogen, doch seine Fans lassen ihm alles durchgehen, vermutlich selbst seine jüngste Volte, die auf das Ende der NATO hinausläuft: „Montenegro verteidigen? Trump rüttelt an den Grundfesten der Nato“:

Die Verteidigung eines kleinen Verbündeten wie Montenegro könne im Dritten Weltkrieg enden, sagte Trump in einem Interview mit dem Sender Fox News. Auf eine entsprechende Frage des Moderators erklärte er, er habe sich auch schon gefragt, warum US-Soldaten im Fall eines Angriffes in ein kleines Land wie Montenegro gehen sollten.

Das war es dann wohl mit der Beistandsgarantie der NATO, wonach der Angriff auf einen als Angriff auf alle zu betrachten sei und den Bündnisfall auslöst. Dabei droht Montenegro, dem jüngsten NATO-Mitglied, gar kein Angriff (siehe ‚Montenegro wird 29. NATO-Mitglied‘), aber vielleicht einem Land im Baltikum (siehe ‚Ist die NATO-Beistandsgarantie glaubwürdig?‘). Die baltischen Staaten sind ebenfalls klein und könnten vom russischen Präsidenten Putin ebenso einverleibt werden die Krim. Sie können sich nicht selbst verteidigen und auch konventionell kaum von anderen verteidigt werden. Wenn die USA sie nicht mehr schützen wollen, sind sie wortwörtlich schutzlos.

Dagegen würde auch eine Aufstockung des deutschen Verteidigungsetats auf die vereinbarten zwei Prozent des BIP nichts nützen. Im Fall der Fälle könnte sich Deutschland nicht einmal selbst verteidigen. Bei der Verteidigungspolitik handelt es sich um eine echte gemeinsame Aufgabe, wo Europa viel stärker kooperieren könnte und sollte. Russland gehört übrigens ebenfalls zu Europa, auch wenn es sich weit in Asien ausgedehnt hat. Doch um mit Präsident Putin erfolgreich zu verhandeln, muss man Stärke zeigen, während US-Präsident Trump sich ihm gegenüber sehr schwach zeigt und auch seine bisherigen Verbündeten ganz bewusst zu schwächen statt zu unterstützen versucht.

Bundesverfassungsgericht winkt Rundfunkbeitrag pro Wohnung durch

Das ‚Bundesverfassungsgericht dankt ab‘, heute einmal mehr nach so krassen Fehlentscheiden wie ‚Bundesverfassungsgericht drückt sich vor NPD-Verbot‘, ‚Bundesverfassungsgericht schützt Tarifautonomie nicht‘ oder ‚Bundesverfassungsgericht erfindet drittes Geschlecht‘. Vielleicht will uns das Bundesverfassungsgericht aber auch nur sagen, dass es sich wie Frau Merkel nicht mehr an das deutsche Recht gebunden fühlt, sondern die Macht hat, völlig willkürlich bzw. rein politisch statt juristisch und sachlogisch zu entscheiden.

In seiner heutigen Entscheidung zum Rundfunkbeitrag ignoriert das Bundesverfassungsgericht jedenfalls die grundlegende, angehenden Juristen und Ökonomen bereits im ersten Semester vermittelte Unterscheidung zwischen Beitrag bzw. Gebühr einerseits und einer Steuer andererseits. „Wirklichkeitsfremder geht es nicht“. Demnach darf der Zwangsbeitrag für den öffentlich-rechtlichen bzw. inzwischen parteipolitischen Rundfunk pro Wohnung oder Betriebsstätte und für betrieblich genutzte Autos erhoben werden, selbst wenn jemand den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gar nicht nutzen will (weil er z. B. bei der Arbeit oder dem propagandafreien Denken stört) oder kann. Auf die Zahl der in einer Wohnung lebenden Personen kommt es nicht an, was für Familien gut ist, aber auch Wohngemeinschaften etc. begünstigt. Unlogischerweise wird ein Beitrag für Zweitwohnungen jedoch verboten, weil der personenunabhängige Wohnungsbeitrag dann für dieselbe Person doch nicht zweimal erhoben werden soll, was interessante Fragen aufwirft, wenn eine Person in verschiedenen Wohnungen mit verschiedenen anderen Personen zusammenlebt.

Was lässt sich dagegen tun, dass das Bundesverfassungsgericht Artikel 5 Abs. 1 Satz 1 GG („Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet.“) in sein Gegenteil verkehrt? Denn ein zwangsfinanzierter Rundfunk ist gerade nicht frei. Dabei werden die Bürger nicht nur durch den Zwangsbeitrag in ihrer Freiheit eingeschränkt, sondern es wird auch der Wettbewerb mit wirklich freien Medien verzerrt, wobei sich ARD und ZDF nicht nur auf Hörfunk und Fernsehen beschränken, sondern zunehmend auch die privaten Zeitungen, Zeitschriften und Onlinemedien angreifen.

Wer kann das Grundgesetz, die Presse- und Entscheidungsfreiheit schützen, wenn es das Bundesverfassungsgericht nicht tut? In Wirklichkeit ist es ohnehin keine juristische, sondern eine politische Frage. Der Beitrag beruht nicht einmal auf einem Gesetz, sondern auf einem Staatsvertrag der Länder. Jedes einzelne Bundesland könnte ihn kündigen. Eine Partei, die es wirklich wollte, könnte hier ansetzen. Leider ist zu befürchten, dass jede Partei, die mächtig genug dazu ist, ihr Interesse daran verliert, da sie lieber selbst Posten besetzen und die öffentliche Meinung beeinflussen will. Zumindest ist es lustig, wenn auch nicht schön, dass demnächst die linken und grünen Merkel-Fans mit ihren Zwangsbeiträgen nicht nur ihre eigene Propaganda, sondern auch die der AfD finanzieren müssen.

Thyssenkrupp steht vor Zerschlagung

„Nach Vorstandschef Hiesinger tritt auch Thyssen-Krupp-Aufsichtsratschef Lehner zurück“. Beiden wollten den Konzern zusammenhalten. Das ist eigentlich auch satzungsmäßiges Ziel der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die mit 21 Prozent der größte Aktionär ist. Deren Kuratoriumsvorsitzende folgt aber wohl lieber dem Motto des Stifters: „Vorstellungen einer falsch verstandenen Tradition dürfen uns nicht hindern, zu neuen Wegen zu finden.“ Das dürfte die übrigen Aktionäre einschließlich mir freuen. So ist der Aktienkurs nach den Rücktritten gestiegen. Denn bei der thyssenkrupp AG ist die Summe der Teile deutlich mehr wert als das Ganze. Sogar eine der fünf Sparten allein, die Aufzugssparte, hat einen höheren Wert als der Gesamtkonzern. Das ist ein sehr starkes wirtschaftliches und finanzielles Argument, gegen das auch unsere Politiker nicht ankommen. Sie sollten sich lieber selbstkritisch fragen, warum das so ist und wie sich derart wertvernichtende Regelungen ändern lassen.

Trump hofiert Putin und bezeichnet EU als Feind

Heute haben sich der amerikanische und der russische Präsident in Helsinki getroffen, um miteinander zu reden. Das ist für sich genommen nicht schlecht, insbesondere wenn man die Alternativen bedenkt. Allerdings gab es einen klaren Gewinner des Gesprächs ohne Vorbedingungen und ohne greifbare Ergebnisse. Wladimir Putin wurde dadurch aufgewertet wie zuvor schon und noch stärker Kim Jong Un, Nordkoreas Diktator. Peinlich war heute vor allem, wie Donald Trump den russischen Lügen mehr glaubt als den eigenen Geheimdiensten und demokratischen Institutionen, was die Manipulationen seiner eigenen Wahl angeht. Vielleicht wachen nun auch die Republikaner auf: Donald „Trump löst Empörung im US-Kongress aus“.

Noch schlimmer ist die gestrige Aussage von „Donald Trump: ‚Die EU ist ein Feind'“ („foe“). Er bezeichnete auch China und Russland als Feinde, allerdings in abgeschwächter Form. Außerdem bezog er das vor allem auf den Handel, wo er nicht die gegenseitigen Vorteile sieht, sondern fälschlicherweise ein Nullsummenspiel, bei dem es auf große Überschüsse ankäme, die auch Frau Merkel ganz großartig findet. Jedenfalls sieht der gegenwärtige US-Präsident seine Verbündeten und Freunde als Feinde, während er Tyrannen hofiert und bewundert. Das ist schlimm und schadet nicht nur uns Europäern, sondern auch den Amerikanern und letztlich der ganzen Welt.