Krank auf Teneriffa

Dieses Jahr waren wir wieder auf den Kanaren, diesmal auf Teneriffa. Gestern kamen wir zurück und es ist im Gegensatz zu den Vorjahren (siehe ‚Zurück von Lanzarote‘ und ‚Heil zu Hause‘ von Fuerteventura) wohl auch auf anderen Flügen und -häfen nichts passiert. Frau und Kindern geht es gut, zu Hause ist ebenfalls alles in Ordnung.

Nur ich selbst bin krank gestartet, geblieben und zurückgekehrt. Fast zwei Wochen in deutlich wärmerem Klima und mit mehr Sonne haben gegen einen bösen Infekt nicht geholfen. Deshalb war ich auf Teneriffa nicht einmal laufen oder schwimmen. Es war trotzdem ganz schön. Mehr Sorgen macht mir, ob die Sache jetzt hier wieder schlimmer wird. Dann muss ich vielleicht doch einmal zum Arzt gehen, obwohl dieser kaum etwas anderes empfehlen wird als eine Apothekerin.

Consorsbank verbietet vernünftige Geldanlage

Bis 2008 war ich Kunde bei Consors bzw. dann Cortal Consors für mein Aktiendepot. Wegen ungünstiger Konditionen bei Effektenkrediten, also der Beleihung meiner Aktien, wechselte ich zur DAB Bank, um noch möglichst viele Aktien vor Einführung der Abgeltungsteuer kaufen zu können. Letzten Herbst übertrug die DAB Bank, nachdem sie ebenfalls von der französischen Großbank BNP Paribas übernommen worden war, alle Aktiendepots zur erneut etwas umbenannten Consorsbank.

Für mich selbst ist es ärgerlich genug, unfreiwillig wieder dort gelandet zu sein, auch wenn ich keine Effektenkredite mehr habe und mit der DAB Bank ebenfalls nicht immer zufrieden war (siehe ‚Immer Ärger mit den Banken‘). Viel schlimmer ist das jedoch für die Aktiendepots meiner Kinder, wie ich gestern feststellen musste. Ich wollte für sie Aktien aus dem Dow Jones und dem MDAX kaufen, was beides nicht ging, weil es oberhalb der maximalen Risikoklasse für Minderjährige läge. Das ist lächerlich, weil es sich um Standardwerte handelt und durch eine breite Streuung gerade auch über Ländergrenzen hinweg das Risiko sinkt statt steigt. Außerdem haben beide Kinder schon entsprechende Werte im Depot. Schließlich kann ich ansonsten willkürlich über das Geld meiner Kinder verfügen und könnte es z. B. in Bierflaschen anlegen.

Auf meine Beschwerde wurde mir geantwortet, dass es Geschäftspolitik der Consorsbank sei, solche Geschäfte nicht zuzulassen. Ich könne jedoch entsprechende Aktien von meinem eigenen Depot auf das meiner Kinder übertragen. Wie das genau geht, wurde nicht mitgeteilt, zumal es den Charakter als reine Schikane unterstreicht, da der Umweg über mein Depot das Vermögen meiner Kinder nicht sicherer macht, sondern höchsten schmälert, falls dafür zusätzliche Gebühren anfallen sollten. Für die Empfehlung einer besseren Bank für Direktanleger bin ich deshalb dankbar.

Philosoph Derek Parfit gestorben

Der britische Philosoph Derek Parfit ist bereits am 1. Januar im Alter von 74 Jahren verstorben. „The whole philosophy community is mourning Derek Parfit. Here’s why he mattered.“

Während meines Philosophiestudiums las ich sein erstes Hauptwerk „Reasons and Persons“. Dabei beeindruckte mich vor allem seine Dekonstruktion der personalen Identität. Mein Ich wird vor allem durch Erinnerungen, aber auch langfristige Charaktereigenschaften, kognitive Fähigkeiten etc. konstituiert. Über lange Zeiträume verändere ich mich jedoch stark, so dass ich vielleicht noch derselbe, aber nicht mehr der Gleiche bin. In Gedankenexperimenten mit z. B. geteilten und anders wieder zusammengesetzten Gehirnhälften wird dann die Identität ganz hinterfragt. Wenn ich verdoppelt würde, wer wäre dann mein richtiges Ich? Als kleines Kind war ich meinem Sohn heute ähnlicher als mir jetzt, was wiederum Auswirkungen auf die Ethik, aber z. B. auch die Klugheit des Egoismus hat.

Interessant fand ich auch Fragen nach der optimalen Größe der Menschheit. Sollten zusätzliche Menschen in die Welt kommen, solange ihr Lebensglück positiv ist? Ich denke da allerdings nicht utilitaristisch, sondern rein individualistisch und voluntaristisch, also dass die Zahl der Kinder nicht gesellschaftlich determiniert werden sollte, sondern sich aus der jeweils freien Entscheidung der vielen (potentiellen) Eltern ergibt.

Politisch relevant ist das Argument, dass alle bedeutenden Ereignisse die Identität der nachfolgenden Menschen beeinflussen. Ohne den Zweiten Weltkrieg wäre ich z. B. nie geboren worden, sondern höchstens ein anderer an meiner Stelle. Das relativiert dann auch die Klagen von Nachkommen von Opfern, die es ohne die beklagte Tat gar nicht gäbe.

Parfits zweites Hauptwerk „On What Matters“ (zwei Bände, denen noch ein dritter dieses Jahr folgen soll) habe ich noch nicht gelesen. Vielleicht finde ich einmal die Zeit dazu, doch die Vorstellung von einer objektiven Ethik finde ich nicht so überzeugend, zumal sie inhaltlich recht illiberal zu sein scheint.

In jedem Fall ist ein großer Philosoph gestorben, aber nach seiner eigenen Theorie nicht so ganz, weil Erinnerungen an ihn und Gedanken von ihm fortleben.

Minizinsen und Inflation

Heute haben unsere Kinder Sparkonto-Auszüge erhalten. Sophia bekam gerade einmal 10 Cent Zinsen für 2016, wovon auch noch 3 Cent als Kapitalertragsteuer abgezogen wurden. Fabian hat schon etwas mehr auf dem Konto, wofür er 30 Cent abzüglich 8 Cent Steuern bekam.

Während die Zinsen im Promillebereich verharren, hat die Inflationsrate in Deutschland einen ordentlichen Sprung nach oben gemacht. Im November lag die Preissteigerungsrate noch bei 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, im Dezember waren es dann 1,7 Prozent (siehe „Inflationszahlen entfachen Streit über Niedrigzins-Idee“).

Man schiebt das jetzt auf den steigenden Ölpreis, um an der Politik der EZB nichts ändern zu müssen. Dabei hinderte zuvor der fallende Ölpreis nicht daran, vor Deflation zu warnen, um die Minizinsen und massiven Anleihenaufkäufe zu rechtfertigen. Tatsächlich ist es jedoch umgekehrt, dass fallende Ölpreise (bzw. allgemeiner Importpreise) für eine Volkswirtschaft eher einen Vorteil als ein Problem darstellen, während Inflation durch steigende Ölpreise die Verbraucher nicht weniger schädigt als steigende Preise für heimische Produkte.

Der beste Inflationsschutz ist übrigens die Geldanlage in realen Werten. Meine Kinder haben wie ich das meiste Geld nicht auf dem Sparkonto, sondern im Aktiendepot. Kurzfristig mag das riskanter sein, doch langfristig ist die Rendite dort sowohl höher als auch sicherer.

Silvesterlauf mit Sophia

Heute bin ich zum vierten Mal den ‚Silvesterlauf von Werl nach Soest‘ gelaufen, zum dritten Mal mit dem ‚Baby-Jogger‘ und zum ersten Mal mit unserer Tochter Sophia, da Fabian diesmal nicht wollte und meine Frau nicht konnte (dafür sind beide mit dem Auto von Werl nach Soest gefahren, was die Rückreise erleichterte). Netto brauchte ich genau 75 Minuten, also 5 Minuten pro Kilometer (brutto, also vom Startschuss statt vom Überschreiten der Ziellinie an, waren es 1:16:48, siehe hier). Das war wohl mein schnellster Lauf mit Baby-Jogger, wobei nicht klar ist, wie lange ich ihn oder gar den ‚Zweite[n] Baby-Jogger für zwei‘ noch werde nutzen können. Gestern habe ich übrigens für unseren normalen Kinderwagen ein Trittbrett („Buggy Board Mini (Basic) von Lascal schwarz“, vor Ort im Geschäft sogar noch etwas günstiger als im Internet) gekauft, so dass Fabian stehend mitfahren kann.

Persönlich war 2016 sehr schön für uns. Politisch kann 2017 eigentlich nur besser werden. In jedem Fall wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie einen guten Rutsch und ein glückliches Jahr 2017.