Acht Milliarden Menschen auf der Welt

„Erdenbewohner Nummer 8.000.000.000“ wurde heute geboren, zumindest schätzen das die Vereinten Nationen bzw. gehen davon im November aus und haben symbolisch den 15. November ausgewählt, um ab heute von acht Milliarden Menschen zu sprechen. Es kommen jede Sekunde noch gut zwei Menschen dazu, doch die ‚Weltbevölkerung wächst langsamer mit Maximum noch in diesem Jahrhundert‘. In den meisten Ländern der Welt fallen die Geburtenraten und in vielen Ländern einschließlich Deutschland liegen sie bereits unter dem Niveau zum Erhalt der Bevölkerung. Die Bevölkerung kann dann noch eine Weile weiterwachsen durch eine steigende Lebenserwartung und eine Altersstruktur mit noch vielen jungen Frauen, selbst wenn diese im Schnitt weniger als 2,1 Kinder gebären. In Deutschland sinkt die Bevölkerungszahl nur wegen Zuwanderung noch nicht, während Indien wohl schon nächstes Jahr China als bevölkerungsreichstes Land ablösen wird. Die höchsten Geburtenraten gibt es jetzt allerdings in Afrika, wo auch die wirtschaftliche Entwicklung besonders schwach ist. Mit steigendem Wohlstand sinkt interessanterweise die Kinderzahl, was gut für die Umwelt ist, zumal größerer Wohlstand auch mehr Umweltschutz erlaubt (siehe „Debunking degrowth: Economic growth no longer requires rising emissions“).

Union für höhere Regelsätze bei Hartz IV, Ampel für Bürgergeld mit weniger Bedingungen

‚SPD und Grüne wollen ihre eigenen Hartz-Reformen abschaffen‘ und die früher einmal liberale FDP macht jetzt dabei mit. Die „Union will Regelsatz abtrennen: Ampel schlägt Bürgergeld-Kompromiss aus“. Die Erhöhung der Regelsätze ist angesichts der hohen Inflation richtig und sogar grundgesetzlich geboten. Sie droht nun aber zu scheitern oder zumindest vertagt zu werden, weil die Ampel-Koalition auch Grundsätzliches am Hartz-IV-System ändern will, wozu sie die Zustimmung der Union im Bundesrat braucht, ohne die gewünschten Änderungen mit ihr abgesprochen zu haben. Es wären durchaus Verbesserungen möglich, doch die meisten Änderungswünsche der Bundesregierung gehen in die falsche Richtung. Deshalb ist es richtig, dass CDU und CSU diesen Änderungen nicht zustimmen wollen, wobei die Gefahr groß ist, dass sie am Ende doch wieder umfallen wie zuvor schon die FDP.

Nicht richtig am geplanten Umbau zum Bürgergeld ist vor allem, dass arbeitsfähige Menschen weniger zum Arbeiten angehalten werden sollen und in den ersten sechs Monaten gar nicht mehr. Umgekehrt sollten die Arbeitsanreize verstärkt werden, insbesondere da es aktuell Millionen freie Stellen gibt. Wer arbeiten will, findet jetzt arbeitet, verdient aber vielleicht kaum mehr als mit dem Bürgergeld, insbesondere wenn er (oder sie) Angehörige zu versorgen hat. ‚Arbeitende Eltern sollten mehr bekommen als Hartz IV‘, doch der eigene Verdienst kann für viele Familien kleiner sein als das Bürgergeld (oder aktuell noch Hartz IV) mit Zuschüssen, insbesondere der Übernahme der Warmmiete. Dann kann man Aufstockung mit dem Bürgergeld beantragen oder gleich ganz aufs Arbeiten verzichten bzw. schwarz noch etwas hinzuverdienen.

Geringere Abzüge von Arbeitseinkommen beim Bürgergeld im Vergleich zu Hartz IV sind hingegen zu begrüßen. Höhere Vermögensfreibeträge sehe ich ambivalent. Einerseits sollte jeder vorrangig für sich selbst sorgen und erst dann vom Staat und damit den arbeitenden Steuerzahlern unterstützt werden, wenn das nicht mehr geht. Andererseits sollte auch eine angemessene Vorsorge fürs eigene Alter nicht bestraft werden. Schließlich bietet die unbegrenzte Übernahme der Heizkosten keinen Sparanreiz. Hier sollte lieber eine angemessene Pauschale in Abhängigkeit von der Wohnungsgröße und Art der Heizung gezahlt werden. Wer mehr heizt, muss dann an anderer Stelle sparen, während sparsames Heizen belohnt würde.

Steuererklärungen 2021

Heute habe ich unsere Steuererklärungen für 2021 fertiggestellt und wie in den beiden Vorjahren (siehe ‚Elektronische Steuererklärung 2019‘ und ‚Steuererklärung 2020‘) online eingereicht. Für die eigene Einkommensteuererklärung von meiner Frau und mir habe ich rund vier Stunden gebraucht, für die Einnahmeüberschussrechnung und die Steuererklärungen meiner Kinder noch einmal eine Schulstunde. Die weit vorher beantragten Nichtveranlagungsbescheinigungen für meine Kinder gelten erst ab diesem Jahr. Die Grundsteuererklärung hatte ich bereits im August gemacht (und meiner Mutter im September bei ihrer Grundsteuererklärung geholfen), wobei ich vor allem den Behörden schon vorliegende und z. T. von ihnen extra zur Verfügung gestellte Daten eingetragen habe.

Kinder hatten Corona

Meine Frau hatte einen ‚Positive[n] Corona-Test‘ im März. ‚Corona-positiv‘ getestet wurde ich selbst im August. Letzte Woche hat es unsere Kinder erwischt. Letzten Montag war der Corona-Test von unserem Sohn positiv, weshalb er zu Hause bleiben musste. Er hatte leichten Husten und wäre bei negativem Test zur Schule und wahrscheinlich sogar zum Sport gegangen. Unsere Tochter entwickelte etwas stärkere Symptome, ihre Tests waren allerdings noch negativ. Deshalb versuchten wir, die Kinder zu trennen, was nicht so leicht ist, weder für Kinder noch Eltern. Am Donnerstag war dann auch ihr Corona-Test positiv, während die Symptome verschwanden und sie wieder ganz gesund wirkte. Heute gelang es, sie beide freitesten zu lassen. Bei unserer Tochter war es der fünfte Tag der Isolierung. Vorher ist ein Freitesten gar nicht erlaubt und laut Auskunft der Teststelle hätte es bislang auch noch keiner am fünften Tag geschafft. Beide Kinder sind gesund und froh, endlich wieder das Haus immerhin mit Garten verlassen zu dürfen. Morgen wollen sie wieder in die Schule gehen und kann ich hoffentlich etwas Arbeit nachholen.

Corona-positiv

Meine Frau hatte einen ‚Positive[n] Corona-Test‘ im März. Bundesgesundheitsminister ‚Lauterbach infiziert[e] sich mit Corona‘ letzte Woche und nun hat es auch mich erwischt. „Dies zeigt, dass bei der hochansteckenden Omikronvariante eine Infektion selbst bei äußerster Vorsicht nicht vollständig auszuschließen ist“, meinte das Bundesgesundheitsministerium hinsichtlich des Ministers. Zu „äußerster Vorsicht“ würde es wohl gehören, sich ständig selbst zu isolieren, was ich erst jetzt angesichts positiver Testergebnisse mache. Doch ich habe mich zumindest nicht besonders riskant verhalten und weiß nicht, wo und bei wem ich mich angesteckt haben könnte. Ich bin auch nicht ernstlich krank und habe keine coronaspezifischen Symptome, sondern nur ganz leichte Kopf- und Halsweh. Ohne Corona-Test würde ich jetzt ganz normal weiterleben.

Doch ich habe am Dienstag einen Selbsttest gemacht, der ganz schwach positiv war. Das darf man nicht einfach ignorieren, auch wenn ein zweiter Selbsttest eindeutig negativ ausfiel. Ich ließ deshalb noch einen Schnelltest in einem offiziellen Testzentrum machen. Dieser soll wohl zu diesem Zweck gar nicht mehr staatlich bezahlt werden, aber der Mitarbeiter kreuzte einfach etwas an. Er kreuzte dann auch erst das negative Ergebnis an, bis er ebenfalls eine ganz schwache positive Testlinie erkannte. Damit war meine Corona-Infektion offiziell und musste ich in Isolierung.

Gestern habe ich noch einen PCR-Test gemacht, wobei der tiefe Nasenabstrich der schmerzhafteste Teil der ganzen Geschichte war. Heute kam das ebenfalls positive Ergebnis, so dass ich, je nach Auslegung („frühestens am fünften Tag der Isolierung“ laut § 8 Abs. 4 Satz 1 Corona-Test-und-Quarantäneverordnung NRW), ab Samstag oder Sonntag versuchen kann, mich freitesten zu lassen. Bis dahin wohne ich im Keller und besuche nur unseren Garten. Zum Glück geht es den Kindern gut und meine Frau blieb diesmal verschont. Wenn man schon infiziert wird, ist es im Sommer wohl besser als im Winter. Vielleicht schützt mich die Genesung auch besser vor der nächsten Infektion, da meine drei Impfungen dafür offensichtlich nicht hinreichend waren.

Zweites Meerschweinchen gestorben

Vor anderthalb Jahren ist eines unserer ‚Meerschweinchen gestorben‘. Gestern, kurz bevor wir es nach unserem ‚Dänemark-Urlaub‘ abholen wollten, starb das zweite, nach Jack auch Jan. Nun haben wir nur noch Schneeflöckchen, den wir als Ersatz für Jack kauften, damit Jan nicht allein ist. Wahrscheinlich kaufen wir demnächst noch ein Meerschweinchen und hoffen dann auf ein längeres Leben für beide. Jan war schon vor unserem Urlaub im Bauchbereich krank und der Tierarzt deutete seinen nahen Tod an. Jan erholte sich dann wieder, aber offensichtlich nicht nachhaltig. Heute haben wir ihn neben Jack (und Tieren aus dem Garten) beerdigt.

Dänemark-Urlaub

Dieses Jahr haben wir Urlaub in Dänemark gemacht. Es gibt dort keine den Alltag beeinträchtigenden Corona-Maßnahmen mehr. Es ist alles etwas teurer, doch das größtenteils bargeldlose Bezahlen ist häufig Vertrauenssache, wohl weil die meisten Menschen ehrlich sind und Personal zum Kassieren teurer wäre als die Nachteile durch Nichtzahler. Das Wetter war kühler als in Deutschland, was diesen Sommer jedoch auch ein Vorteil war. Nord- und Ostsee sind ohnehin schön. Unsere Kinder mochten am meisten Legoland und Tivoli. Auf der Rückreise waren wir noch in Greifswald, wo nach zweijähriger Pause wieder das Berliner-Münsteraner Doktorandenseminar stattfand.

Weltbevölkerung wächst langsamer mit Maximum noch in diesem Jahrhundert

Heute ist Weltbevölkerungstag und die UNO hat eine gute Nachricht zu verkünden: Die „Weltbevölkerung wächst immer langsamer“. Schätzungsweise im November soll es 8 Milliarden Menschen geben. Gegen 2080 erwartet die UNO ein Maximum von ca. 10,4 Milliarden Menschen und ab 2100 einen globalen Bevölkerungsrückgang. Wissenschaftler aus den USA rechnen bereits 2064 mit einem Maximum von 9,7 Milliarden Menschen. Das sinkende Wachstum und dann die Schrumpfung der Weltbevölkerung sind jedenfalls gut gegen Hunger und Umweltzerstörung sowie für mehr Bildung und Fürsorge für jedes Kind. Eine alternde Gesellschaft führt jedoch auch zu eigenen Problemen, wie wir bald in Deutschland merken werden.

Verbot von Abtreibungsverboten fällt in den USA und Werbeverbot für Abtreibungen in Deutschland

‚Oberster Gerichtshof plant[e] Aufhebung seines eigenen alten Urteils zu Abtreibungen‘ in den USA. Heute hat er so entschieden, womit die politische Entscheidung zum Umgang mit Schwangerschaftsabbrüchen wieder bei den gewählten Politikern liegt. „‚Tragischer Fehler‘, sagt Biden – ‚Entscheidung Gottes‘, sagt Trump“. Beides ist falsch. Donald Trump hat wesentlich zu diesem Urteil beigetragen durch seine Ernennung entsprechender Richter. Er ist aber nicht Gott, selbst wenn er sich dafür halten mag. Das Urteil ist allerdings kein Fehlurteil, sondern korrigiert eine Fehlentscheidung und Kompetenzanmaßung desselben Gerichts vor 49 Jahren. In der amerikanischen Verfassung findet sich schlicht keine Regelung zu Abtreibungen und die generelle Abtreibungserlaubnis bis zur Lebensfähigkeit des Fötus außerhalb des Mutterleibs hatte sich das Gericht damals einfach ausgedacht und damit sich selbst zum Übergesetzgeber ohne demokratische oder verfassungsmäßige Legitimation erklärt. Es ist richtig, diese Entscheidung wieder den gewählten Volksvertretern zu überlassen, sei es auf Ebene der Einzelstaaten oder der USA insgesamt. Inhaltlich wäre es richtig, Abtreibungen nicht grundsätzlich zu verbieten und zu bestrafen, sondern innerhalb kürzerer Fristen generell  und darüber hinaus bei bestimmten Gründen zuzulassen. Einige Bundesstaaten werden jetzt noch lockerer sein und andere viel strenger.

Der Deutsche „Bundestag kippt Werbeverbot für Abtreibungen“ ebenfalls heute. § 219a Strafgesetzbuch wurde vielleicht zu streng ausgelegt und hätte deshalb abgeschwächt werden können, um sachliche Informationen zu Abtreibungen eindeutig zu erlauben. Doch die komplette Abschaffung und damit das Zulassen von aktiver Werbung für weiterhin rechtswidrige Schwangerschaftsabbrüche ist ein Fehler, der den hierzulande gefundenen Kompromiss zu Abtreibungen aufkündigt. Das könnte durchaus zu einer Gegenbewegung wie in den USA führen und hilft den betroffenen Frauen nicht.

Pfingsten 2022

Wie jedes Jahr wünsche ich auch 2022: ‚Schöne Pfingsten!‘ Leider ist die Welt auch heute nicht friedlich, sondern führt der russische Präsident einen blutigen Krieg in der Ukraine und gab es „Dutzende Tote bei Angriff auf Pfingstmesse“ in Nigeria. In Deutschland ist es zumindest friedlich und wir besuchten heute die „Festkonzerte 2022 der Chorakademie“ am und im Konzerthaus Dortmund, bei der Sophia ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte.