„Ehe für alle“ als Merkels jüngste Volte

Vor nicht einmal zwei Wochen schien die „Ehe für alle“ noch eine abwegige Koalitionsbedingung der Grünen zu sein (siehe ‚Grüne wollen Deutschland bzw. sich selbst abschaffen‘). Dann sprangen die SPD und vor allem auch die FDP bzw. Herr Lindner auf diesen Zug auf. Wer gedacht hatte, das würde ein großes Wahlkampfthema oder sogar ein echtes Hindernis für Koalitionsverhandlungen der Union, der machte einmal mehr die Rechnung ohne Frau Merkel. Am Montag verkündete sie nicht im Bundestag, sondern bei einer Veranstaltung der Zeitschrift Brigitte ihren jüngsten abrupten Kurswechsel. Aus dem strikten Nein der Union wurde kurzerhand eine Gewissensentscheidung für jeden Abgeordneten ohne Fraktionszwang. Damit war der Weg frei, so dass heute der „Entwurf eines Gesetzes zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts“, der vom Bundesrat bereits 2015 beschlossen worden war, vom Bundestag angenommen wurde, übrigens gegen die taktische Stimme von Frau Merkel, aber von einer geschlossenen rot-rot-grünen Mehrheit und einer Reihe von Unionsabgeordneten.

Der wichtigste Inhalt ist die Änderung von § 1353 Absatz 1 Satz 1 BGB. Noch lautet er: „Die Ehe wird auf Lebenszeit geschlossen.“ Demnächst heißt es: „Die Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen.“

Inhaltlich finde ich das nicht weltbewegend. Es gibt größere Probleme. So wurde heute auch das „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ beschlossen (siehe ‚Netzwerkdurchsetzungsgesetz soll Zensur durchsetzen‘, wobei es noch einige Änderungen gab), welches viel mehr Menschen und deren Recht auf Meinungsfreiheit tangiert. Die „Homo-Ehe“ betrifft hingegen relativ wenige Menschen und für diese materiell am ehesten noch das volle Adoptionsrecht.

„Ehe für alle“ ist hingegen ein bewusst falscher Begriff. Nur erwachsenen gleichgeschlechtlichen Paaren wird jetzt neben Paaren aus je einem Mann und einer Frau die Eheschließung erlaubt. Alle anderen Beziehungsformen werden weiterhin diskriminiert, wenn man das so nennen möchte. Warum sollen nicht z. B. Vielehen auch für Deutsche erlaubt werden, wenn alle Beteiligten zustimmen? Vom Begriff her handelt es sich dabei eindeutig um Ehen, während das für gleichgeschlechtliche Partnerschaften dem Bundesverfassungsgericht demnächst zur Prüfung vorlegt werden dürfte. Umgekehrt könnte man überlegen, den besonderen Schutz der Ehe aus dem Grundgesetz zu streichen. Familien mit Kindern haben ein echtes Schutzbedürfnis, werden aber häufig schlechter behandelt als kinderlose Ehen.

Professoren gewinnen 2:1 gegen Sisters of No Mercy

Nach der Niederlage letztes Jahr (siehe ‚Sisters of No Mercy gewinnen 2:1 gegen Professoren‘) haben wir Professoren heute beim „MLP-Wiwi-Cup 2017“ 2:1 gegen die Damenmannschaft „Sisters of No Mercy“ im Fußball gewonnen. Das erste Tor fiel nach wenigen Sekunden. Dann zog sich die erste Halbzeit 17 statt geplante 10 Minuten hin. Ich stand wieder im Tor und hatte fast nichts zu tun, wenn man von einem falsch aufgenommen Ball absieht, der von einem Kollegen kam. Die zweite Halbzeit dauerte dann tatsächlich 10 Minuten und führte bald zum 2:0. Den Gegentreffer konnte ich nicht verhindern und musste noch einige weitere Bälle abwehren. Zum Glück kam es in der letzten Minuten nicht zu einem weiteren Gegentreffer, als traditionell alle Damen gleichzeitig aufs Feld durften. Mein Dank und Glückwunsch gehen an meine engagiert laufenden Kollegen. Ich war dann zu Hause noch mit meinen Kindern im ‚Zweite[n] Baby-Jogger für zwei‘ unterwegs.

AOK-Firmenlauf diesmal in 31:36

Nach dem ‚AOK-Firmenlauf in Dortmund‘ letztes Jahr sind wir auch dieses Jahr beim „9. AOK-Firmenlauf“ mitgelaufen, diesmal allerdings ohne die Kinder, die am Start und dann Ziel auf uns warteten und danach mit Eis belohnt wurden. Dadurch brauchte ich für die 6,7 km diesmal „nur“ 31 Minuten und 36 Sekunden netto (31:46 brutto, also 10 Sekunden vom Startschuss bis zur Startlinie), weil ich weiter vorne starten und besser überholen konnte sowie natürlich keinen Wagen schieben und Hügel hochwuchten musste. Damit wurde ich 186. von 1.414 Männern (und Jungen). Außerdem waren 21 von 989 Frauen schneller als ich.

Erster Todestag meines Vaters

‚Mein Vater ist gestorben‘ vor genau einem Jahr. Einerseits ist das traurig. Andererseits hat er sein Leben gelebt und war wohl insgesamt glücklich damit. Er hat bis zuletzt gerne gelebt, hatte aber wohl auch keine große Angst vor dem Tod. Ich selbst fürchte den Tod jedenfalls nicht, sondern höchstens ein qualvolles Sterben, welches ihm zum Glück erspart blieb. Außerdem möchte ich für meine Kinder zumindest solange da sein, bis sie erwachsen sind. Das hat mein Vater erreicht. Er war mir ein guter Vater, von dem ich viel gelernt habe und der zu meiner insgesamt glücklichen Kindheit wie auch meinem weiteren Lebensweg wesentlich beitrug. Ich möchte ihm posthum dafür danken.

Kurzurlaub auf dem Campingplatz

Dieses verlängerte Wochenende waren wir auf einem Campingplatz im Sauerland, wo wir einen stationären Wohnwagen gemietet hatten, um auch diese Art des Urlaubs einmal auszuprobieren. Das hat erstaunlich gut geklappt. Als Ökonom muss ich allerdings bemängeln, dass es nicht wirklich billiger ist, in beengten Verhältnissen mit getrennten Duschräumen zu campieren, als wenn man sich in einem Mittelklassehotel einmietet (wobei es zu Hause noch viel günstiger und bequemer ist). Zwei Vorteile sind die vielen weiteren Familien mit Kindern drumherum und die Möglichkeit, direkt vor dem Wohnwagen im Vorzelt oder ganz draußen zu sitzen. Gefehlt hat mir WLAN oder auch nur eine gute mobile Verbindung, worunter auch dieser Blog gelitten hat, mein Nachtschlaf aber nicht. Mit den Kindern haben wir viel unternommen, wobei sie für viele Sachen noch etwas klein sind und in einigen Jahren vielleicht zu groß sein werden. Der nächste Urlaub wird jedenfalls wieder ganz anders.