Mordanschlag auf Salman Rushdie

Gestern gab es eine Messer-„Attacke auf Salman Rushdie: Mutmaßlicher Angreifer wegen versuchten Mordes angeklagt – Anwalt plädiert auf nicht schuldig“. Der Anstifter des Mordanschlags kann gar nicht mehr belangt werden, da er bereits seit 33 Jahren tot ist. Ajatollah Khomeini, Revolutionsführer und Massenmörder im Iran, hatte noch kurz vor seinem eigenen Tod in einer Fatwa zur Tötung des Schriftstellers Salman Rushdie aufgerufen wegen dessen Roman „Die satanischen Verse“. Das ist Cancel Culture in Extremform. Mit Islamisten ist nicht zu spaßen und sie bedrohen die Freiheit, die Kunst und das Leben selbst in den USA. Salman Rushdie hatte gar nicht mehr damit gerechnet und sich zuletzt mehr Sorgen um die Demokratie in den USA gemacht. Ich wünsche ihm gute Besserung.

Pelosi provoziert mit Taiwan-Besuch chinesisches Militärmanöver

Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses Nancy „Pelosi sagt Taiwan Solidarität der USA zu – Peking reagiert prompt“, insbesondere da sie trotz chinesischer Warnungen nach Taiwan gereist ist, um ihre Zusage zu unterstreichen. „Peking startet militärisches Abschreckungsmanöver“ deshalb. US-Präsident Joe ‚Biden sagt[e] Taiwan militärischen Beistand zu‘, so dass es schlimmstenfalls zum Dritten Weltkrieg kommt, den eigentlich niemand möchte. Deshalb wäre Zurückhaltung von allen Seiten besser, doch die grüne Außenministerin Annalena „Baerbock legt bei China-Kritik nach“, was sicher nicht im deutschen Interesse ist und Taiwan auch nichts nützt.

Inflation in Deutschland im Juli bei 7,5 Prozent

In Deutschland beträgt die „Inflationsrate im Juli 2022 voraussichtlich +7,5 %“. Das sind 0,1 Prozentpunkte weniger als im Juni jeweils im Vergleich zum Vorjahr. Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex, wie ihn die EZB verwendet, ist allerdings um 0,3 Prozentpunkte auf 8,5 Prozent gestiegen. Auch sind die Preise im Monat Juli im Vergleich zum Juni um 0,9 Prozent gestiegen. Außerdem ist der Wegfall der EEG-Umlage zum 1. Juli ein einmaliger Sonderfaktor. Entsprechend hatten der Tankrabatt und das 9-Euro-Ticket, die jeweils auf drei Monate befristet sind, bereits im Juni die Inflationsrate auf 7,6 Prozent reduziert. Der bisherige Höhepunkt wurde im Mai erreicht (siehe ‚Inflation in Deutschland steigt auf 7,9 Prozent‘).

Die eigentliche Inflationsdynamik ist jedoch ungebrochen. So wird es bald eine neue Gas-Umlage geben (siehe ‚Uniper wird gerettet auf Kosten der Steuerzahler und Verbraucher‘) und werden die inflationsgetriebenen Lohnerhöhungen die Inflation weiter antreiben, was noch stärker die EZB mit ihren mandatswidrigen Politik tut. Die ‚EZB hebt Zinsen erstmals seit elf Jahren etwas an‘, doch die Fed zeigt, wie Inflationsbekämpfung geht: Die „US-Zentralbank erhöht den Leitzins erneut um 0,75 Prozentpunkte“. Dadurch wird der Euro noch unattraktiver und fällt, was wiederum die hiesige Inflation weiter erhöht und den Realzins noch tiefer ins Negative senkt.

Biden traf sich mit mörderischem Kronprinz, der russisches Öl importiert

„Riad und Washington verbünden sich gegen Teheran“, dessen Nähe Moskau sucht. Dabei ist Saudi-Arabien ein schwieriger Partner für die USA. Joe Biden hatte früher versprochen, den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman nicht treffen zu wollen wegen seiner Verwicklung in die Ermordung von Jamal Khashoggi (siehe ‚Saudi-Arabien gibt Tötung in Istanbul zu‘). Nun hat sich der US-Präsident doch mit ihm getroffen wegen der gemeinsamen Interessen hinsichtlich Verteidigung und Öl.

Saudi-Arabien will nun seine Förderkapazitäten erhöhen und verdoppelt zugleich seine Einfuhren von russischem Öl (siehe „48.000 Fass am Tag: Warum die Saudis russisches Öl kaufen“). Dabei ist Saudi-Arabien selbst der größte Öl-Exporteur der Welt und kann Öl billiger fördern als Russland, aber wegen der Sanktionen auch deutlich teurer verkaufen. Deshalb ist es ökonomisch sinnvoll (jedoch zugleich ein Argument gegen diese Sanktionspolitik des Westens), russisches Öl zu kaufen und selbst zu verbrauchen, um mehr saudisches Öl zu einem höheren Preis verkaufen zu können.

Euro weniger als Dollar wert

Der „Euro fällt unter einen Dollar“. Das hat es seit zwanzig Jahren nicht gegeben, selbst auf dem Höhepunkt der Eurokrise stand der Euro höher. Jetzt trägt der Euroverfall zur viel zu hohen Inflation bei, da die Importe noch teurer werden. Paradoxerweise ist der Euro heute auch gefallen, weil die Inflationsrate in den USA mit 9,1 Prozent unerwartet hoch ist. Aber die ‚Fed kämpft gegen Inflation, EZB gegen höhere Zinsen hochverschuldeter Staaten‘, während sie immer noch an Null- und Negativzinsen festhält. Höhere Zinsen und ein steigender Kurs machen den Dollar attraktiver. Zusätzlich ist der Dollar eine Krisenwährung, in die Anleger selbst dann fliehen, wenn die USA selbst im Zentrum der Krise stehen. Momentan haben die USA allerdings weniger Probleme als Europa und insbesondere Deutschland, dem nicht nur eine Rezession droht, sondern auch Stromausfälle und Millionen kalte Wohnungen im Winter wegen unglaublich schlechter Politik.

Diskussionspapier zu Geisterspielen in der NFL

Gerade noch im Juni ist das Diskussionspapier des Instituts für Organisationsökonomik 6/2022 von Stephan Starke, Lars Vischer und mir erschienen mit dem Titel „Change in Home Bias Due to Ghost Games in the NFL“. Es knüpft an das ‚Diskussionspapier zu fehlendem Heimspielvorteil bei Geisterspielen‘ in der Fußballbundesliga an (siehe auch ‚Beitrag zu Geisterspielen in Athens Journal of Sports erschienen‘). Auch in der National Football League (NFL), der höchsten Liga vom American Football, verschwindet der Heimvorteil, wenn die Zuschauer fehlen, was sich allerdings nicht durch geändertes Verhalten der Schiedsrichter erklären lässt. Die deutsche Zusammenfassung lautet:

Wir analysieren Veränderungen in der National Football League (NFL) aufgrund von Geist-erspielen im Jahr 2020. Der Heimvorteil verschwindet wie erwartet. Schiedsrichterentscheidungen scheinen dafür aber nicht relevant zu sein. Auch für partielle Geisterspiele mit reduzierter Zuschauerzahl gibt es keine signifikanten Ergebnisse.

Türkei stimmt NATO-Erweiterung zu

‚Finnland will wegen Putins Krieg der NATO beitreten‘. ‚Auch Schweden will der NATO beitreten‘. Dazu meinte ich: „Die Türkei hat sich zwar kritisch geäußert, wird aber wie alle anderen zustimmen.“ Das hat sich heute kurz vor dem NATO-Gipfel in Madrid bewahrheitet: „Türkei stimmt NATO-Beitritt Schwedens und Finnlands zu“. Das ist eine gute Nachricht, sowohl für die NATO, die dadurch stärker wird und vor allem das Baltikum besser schützen kann, als auch Finnland und Schweden, die sicherer werden und von der Abschreckung insbesondere durch die USA profitieren.

Die Türkei hat Zugeständnisse erhalten, die ihr wichtig waren und den Skandinaviern nicht wirklich wehtun, seien es Waffenlieferungen an die Türkei, die dann ihr NATO-Partner sein wird, oder weniger öffentliche Zusammenarbeit mit Organisationen, die von der türkischen Regierung als terroristisch eingestuft werden. Der große Verlierer ist der russische Präsident Wladimir Putin, zu dessen Kriegszielen das Zurückdrängen der NATO gehört, während er tatsächlich das Gegenteil erreicht. Dabei ist die NATO gar keine Gefahr für Russland, hemmt aber Putins Expansionsdrang.

G7 wollen Importverbot für russisches Gold und Preisobergrenze für russisches Öl

Die „G7-Staaten wollen ein Importverbot für russisches Gold erlassen“, heißt es vom G7-Gipfel in Elmau. „Gold sei Russlands wichtigstes Exportgut außerhalb des Energiebereichs“. Trotzdem handelt es sich eher um Symbolpolitik gegen Putins Krieg in der Ukraine, zumal das Gold selbst ein Vermögenswert ist und beim Export deshalb ein Aktivtausch stattfindet.

Die „G7 diskutieren Preisdeckel für russisches Öl“. Dieser Vorschlag des US-Präsidenten Joe Biden ist viel bedeutender. Die EU hat bereits ein Öl-Embargo gegen Russland beschlossen (siehe im Vorfeld ‚Bundesregierung bislang gegen und jetzt für Ölembargo‘), welches jedoch Russland mehr nutzt als schadet, weil die reduzierten Absatzmengen durch stark steigende Preise überkompensiert werden.

Eine wirksame Reduktion der Preise würde deshalb mehr bringen, sowohl zur Schwächung der russischen Kriegskasse als auch für die importierenden Länder. Drittländer könnten sich dem freiwillig anschließen oder durch gezielte Maßnahmen dazu gezwungen werden, etwa durch ein Verbot von Versicherungen für Öltransporte bei höheren Preisen. Details sind noch zu diskutieren und auch die Folgen sollten genau beobachtet werden. Das Ölembargo gehört entsprechend ebenfalls auf den Prüfstand bzw. hat sich bereits als nicht sehr sinnvoll erwiesen, so dass es wieder abgeschafft werden sollte.

Fed kämpft gegen Inflation, EZB gegen höhere Zinsen hochverschuldeter Staaten

Die ‚EZB will erst nächsten Monat Zinsen geringfügig anheben und ihren Anleihenbestand nicht weiter erhöhen‘. Das hat sie vor nicht einmal einer Woche beschlossen und verkündet. Heute gab es eine kurzfristig anberaumt Sondersitzung des EZB-Rates, bei der es jedoch nicht um die viel zu hohe Inflation und damit das Mandat der Zentralbank ging, sondern im Gegenteil die verbotene monetäre Staatsfinanzierung weiter vorangetrieben werden soll. Angeblich seien die Renditen der Staatsanleihen der verschiedenen Euro-Mitglieder zu unterschiedlich, obwohl die Unterschiede nur künstlich von der EZB eingeebnet wurden, die in Italien und anderen hochverschuldeten Ländern in den letzten Jahren mehr als die Nettoneuverschuldung aufkaufte.

„Die EZB will dem Süden zu Hilfe eilen“ und den Anleihenbestand umschichten, also sichere Bundesanleihen auslaufen lassen oder sogar aktiv verkaufen, um noch mehr italienische und griechische Staatsanleihen kaufen zu können. Außerdem denkt die EZB über ein neues Anleihenkaufprogramm nach, will also bei Rekordinflation noch mehr Geld in den Markt pumpen bzw. überschuldeten Staaten zum Ausgeben zur Verfügung stellen. Es gab zwar auch das noch nie genutzte Programm der Outright Monetary Transactions (OMT), die jedoch mit Auflagen für die unterstützten Staaten verbunden wären, was politisch nicht mehr erwünscht ist. Es soll mehr Geld und Kredit ohne jede Bedingung geben, weshalb man sich über die hohe Inflation nicht zu wundern braucht.

Dass es auch anders geht und Inflation aktiv bekämpft werden kann, zeigt die Fed. Die „US-Notenbank hebt Leitzins um 0,75 Punkte“. Eine solche Zinserhöhung gab es zuletzt 1994. Der amerikanische Leitzins liegt nun in einer Spanne 1,50 bis 1,75 Prozent und wird weiter steigen, während die EZB immer noch nominale Null- und sogar Negativzinsen vorgibt. Dadurch sinkt der Euro und steigen die Preise noch stärker.

19 Kinder bei Amoklauf in texanischer Grundschule ermordet

Gestern gab es einen besonders schlimmen Amoklauf in einer Grundschule in Uvalde, Texas. Ein Achtzehnjähriger erschoss 19 Kinder und zwei Lehrer, bevor er selbst von der Polizei erschossen wurde. Vor dem Amoklauf schoss er seiner Großmutter, bei der er lebte, ins Gesicht und baute einen Verkehrsunfall (siehe „Täter kündigte den Amoklauf auf Facebook an“).

Es war nicht der ‚Schlimmste[] Amoklauf in den USA‘, den inzwischen der „Massenmord in Las Vegas 2017“ darstellt, doch das sinnlose Ermorden von unschuldigen Kindern ist besonders bösartig. Schwer gestörte Personen gibt es leider überall auf der Welt, doch solche Amokläufe häufen sich in den USA, wo die Täter besonders leicht an voll- und halbautomatische Waffen kommen. Daran wird sich auch nach diesem Amoklauf mit 19 ermordeten Kindern nichts ändern wegen der dysfunktionalen Politik in den USA.