Diskussionspapier zu fehlendem Heimspielvorteil bei Geisterspielen

Das aktuelle Diskussionspapier des Instituts für Organisationsökonomik stammt von meinem neuen Mitarbeiter, Herrn Lars Vischer, und mir. Es trägt den Titel „No Home Bias in Ghost Games“. Die deutsche Zusammenfassung lautet:

Wegen der COVID-19-Pandemie musste die erste deutsche Bundesliga der Männer die Saison 2019/20 mit Geisterspielen beenden, da Zuschauer in den Stadien nicht zugelassen waren. Wenn wir diese Spiele mit den regulären Spielen zwischen denselben Teams vergleichen, stellen wir fest, dass der normale Vorteil für die Heimmannschaft verschwindet. Ein Grund dafür ist das Verschwinden des Bias der Schiedsrichter für die Heimmannschaft, während Änderungen in der sportlichen Leistung der Mannschaften in dieser Hinsicht irrelevant zu sein scheinen.

Zweieinhalb Argumente für Quoten

Die ‚CDU will eigene Frauenquote und Gleichstellung statt Gleichberechtigung für alle‘. Die Argumente dagegen dürften den Leserinnen und Lesern meines Blogs vertraut sein. Es wird in die Entscheidungs- und Wahlfreiheit eingegriffen, um nach dem Geschlecht zu diskriminieren, was bereits für sich genommen ein Übel ist. Außerdem wird die Qualität der Gewählten schlechter, wenn nicht mehr die Besten insgesamt ausgewählt werden dürfen, sondern dies quotiert und getrennt nach Geschlechtern erfolgen muss. Die Standardargumente dafür überzeugen nicht, etwa dass es nur darum ginge, die Diskriminierung von Frauen zu verhindern und auszugleichen, die ohne Diskriminierung überall hälftig vertreten sein müssten (bzw. in begehrten Spitzenpositionen, während sie auch anderswo unterrepräsentiert sind, z. B. bei den normalen Parteimitgliedern oder in Gefängnissen). Dass die Entscheidungen von Gremien mit einem höheren Frauenanteil besser würden, spricht (zumindest für sich genommen) auch nicht für eine verpflichtende Quote, weil dann doch eigentlich freiwillig mehr Frauen gewählt werden müssten bzw. diese sich im Wettbewerb durchsetzen sollten (wenn nicht innerhalb von männerdominierten Organisationen, dann im Wettbewerb zwischen solchen Organisationen, von denen die mit mehr Frauen annahmegemäß besser abschneiden sollten).

Gibt es vielleicht bessere Argumente, die für eine Frauenquote sprechen könnten? Mir fallen zweieinhalb ein: Das erste Argument stellt nicht auf die gegebene Qualität, sondern die Anstrengung von Frauen und Männern im Wettbewerb ab. Gerade wenn Männer als solche in einer relevanten Hinsicht besser sein sollten (z. B. im Sport hinsichtlich Muskelkraft), kann das den Wettbewerb vermindern und die Anstrengung bei Männern, die ohnehin gewinnen, und Frauen, die schlechtere Chancen haben, verringern. Eine Quote bzw. Separierung nach dem Geschlecht (wie in den meisten Sportarten üblich), kann dann den Wettbewerb und damit das Anstrengungsniveau für beide Geschlechter erhöhen. Ob das tatsächlich so ist und ob es mögliche Einschränkungen der Qualität überkompensiert, ist eine empirische Frage.

Das zweite Argument für eine Quote gilt in einer ‚Kakistokratie‘, bei der Herrschaft der Schlechtesten. Wie bei einem Qualitätswettbewerb eine Quote die Qualität senkt, so kann sie bei einem Antiqualitätswettbewerb die (besonders niedrige) Qualität erhöhen. Ohne Quote werden die Schlechtesten überhaupt ausgesucht bzw. drängen sich diese im Rahmen adverser Selektion selbst nach vorne. Mit einer Quote setzen sich immer noch die allerschlechtesten Männer durch, aber weniger von ihnen, während die von der Quote profitierenden Frauen zwar auch schlecht sind, aber besser als die von der Quote verdrängten Männer, weil sie sich sonst schon ohne Quote durchgesetzt hätten. Noch besser als eine Quote wäre es natürlich, solche dysfunktionalen Auswahlprozesse ganz zu durchbrechen und z. B. durchs Losen zu ersetzen, welches zu mittlerer statt besonders schlecher (oder umgekehrt guter) Qualität führt.

Das letzte halbe Argument für eine Quote setzt bei der Idee an, Männerseilschaften zu durchbrechen, die den freien Wettbewerb um begehrte Positionen beschränken. Solche Beschränkungen hindern sowohl die Anstrengung als auch die Qualität (zumindest wenn es sich um einen Qualitätswettbwerb und keine Kakistokratie handelt). Die Einführung einer Quote bringt tatsächlich das zuvor existierende Machtgefüge durcheinander. Allerdings ergeben sich dann neue Machtstrukturen, die sich ihrerseits zu verfestigen und den Wettbewerb zu beeinträchtigen drohen. Wichtig ist in diesem Fall also gar nicht die Quote, sondern die Veränderung bei ihrer Einführung, später aber z. B. auch bei ihrer Abschaffung oder Verschärfung auf 100 Prozent etc. Ein einfacheres Mittel als eine sich ständige ändernde Quote wären deshalb Amtszeitbegrenzungen für alle.

10 km beim Bunert Solo Run Dortmund in 45:24

Kürzlich haben wir den ‚Digitale[n] NRW-Uni-Laufcup abgeschlossen‘. Heute waren meine Frau und ich erstmals seit den Corona-Beschränkungen wieder bei einem richtigen Laufwettbewerb dabei, beim Bunert Solo Run Dortmund, der allerdings eine Besonderheit hatte, nämlich Einzelstarts aller Läufer jeweils 30 Sekunden auseinander. (Wir hätten auch zusammen starten dürfen, aber wer hätte dann auf unsere Kinder aufgepasst?) Meine Frau lief 5 km in 22:44 und war damit relativ gesehen viel besser als ich mit nahezu gleichem Tempo über 10 km in 45:24 (siehe „Ergebnisliste“). Damit wurde ich immerhin 50. von 137 Männern, 7. von 20 in meiner Altersklasse und 59. von 223 Läuferinnen und Läufern insgesamt über 10 km.

Interessant ist noch, dass meine Laufuhr nicht 10 km gemessen hat, sondern nur 9,55 km. Wenn die Uhr tatsächlich Strecken um 4,5 Prozent unterschätzt, waren meine Zeiten auch bei dem digitalen Laufwettbewerb und im Training eigentlich besser. Es könnte auch sein, dass das Unterschätzen der Strecken vor allem bei Wettkämpfen auftritt, da ich dann längere Schritte mache, während die Uhr zur Streckenmessung wohl GPS-Daten und die Zahl der Schritte zusammen mit der mittleren Schrittlänge kombiniert. Allerdings war wohl auch die heutige Strecke nicht perfekt vermessen und auf jeden Fall die 5 km-Runde kürzer als die Hälfte der zwei Runden der 10 km, weil der Abzweig zum Ziel deutlich kürzer war als das Verbindungsstück wieder zum Startbereich.

Digitaler NRW-Uni-Laufcup abgeschlossen

Zuerst lief ich ‚8 km in 43 Minuten beim digitalen NRW-Uni-Laufcup‘. Es folgten 10 km in 52:40, 12 km in 1:02:55 und letzte Woche 5,555 km (bzw. 5,56 km wegen der Mess[un]genauigkeit meiner Laufuhr) in 26:08. Interessanterweise wurde ich dabei immer schneller (pro Kilometer), obwohl die Distanzen erst länger wurden. Jede Distanz bin ich übrigens dreimal gelaufen und hier steht jeweils der schnellste Wert. Letztes Jahr war ich allerdings noch schneller, als ich die ‚5 km Leonardo-Campus-Run in 22:42‘ lief. Mir fehlt wahrscheinlich der echte Wettkampfcharakter. Die schnellsten 5,555 km lief ich übrigens in Münster um den Aasee, alle anderen elf Läufe in Dortmund.

Alle Ergebnisse finden sich hier, wobei ich nur auf die Gesamtergebnisse eingehe, bei denen alle vier Läufe zusammengezählt wurden. Ich komme dann auf 3:04:43 für die insgesamt 35,555 km. Damit wurde ich der 89. von 142 Männern. Die hintere Hälfte ist eher neu für mich, wobei es wohl auch einen Selektionseffekt gab: Es machten eher bessere Läufer mit, von denen auch nicht alle die vier Läufe durchgehalten haben. Meine Frau wurde übrigens die 36. von 97 Frauen. Von allen 239 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde ich 109.

Mal wieder Double für Bayern München

Es gibt mal wieder einen ‚Glückwunsch zum Double!‘ Denn es gab ‚Wieder Double für Bayern München‘. ‚München w[u]rd[e] Meister vor Dortmund‘ auch in diesem Jahr und gewann außerdem heute Abend den DFB-Pokal der Männer 4:2 gegen Bayer Leverkusen. Das waren die 30. Meisterschaft und der 20. Pokalerfolg der Bayern. Bei den Frauen holt übrigens der VfL Wolfsburg jetzt dauernd die Meisterschaft und auch den Pokal.