Silvesterlauf 2022

Gestern bin ich wieder den ‚Silvesterlauf von Werl nach Soest‘ gelaufen, und zwar real. Letztes Jahr war es coronabedingt noch ein ‚Virtueller Silvesterlauf‘, den ich in 1:19:31 bewältigte. Diesmal war ich noch etwas langsamer mit 1:19:50 (netto, also von Start- bis Ziellinie; brutto vom Startschuss an waren es 1:20:19, siehe „41. Sparkassen Silvesterlauf: Ergebnisse“). Damit war ich 836. von 1.669 Männern, die das Ziel erreichten, also gerade in der zweiten Hälfte. Außerdem waren 173 von 752 Frauen schneller als ich. In meiner Altersklasse M50 war ich 99. von 212.

Stolzer bin ich da auf meine Kinder. Unser Sohn wurde Dritter (und Erster seines Jahrgangs) von 32 Jungs und 28 Mädchen der Jahrgänge 2013 und 2014 über 960 Meter in 4:02 in Werl (siehe „Silvesterlauf – Stadtwerke Werl – Kinderläufe: Ergebnisse“). Unsere Tochter wurde offiziell 7. (und faktisch wohl 6., da keine Dreijährige die ganze Strecke schneller lief) von 46 Mädchen der Jahrgänge 2015 und jünger beim Bambini-Lauf weiblich über ca. 320 Meter in 1:55. Wenn sie die Lust nicht verlieren, werden meine Kinder bald schneller als ich laufen (die Geschwindigkeit meines Sohnes war diesmal schon höher). Schließlich wünsche ich allen noch ein gutes neues Jahr 2023.

Argentinien ist Fußballweltmeister

Heute fand das spannende Finale der Fußballweltmeisterschaft 2022 der Männer in Katar zwischen Argentinien und Frankreich statt (siehe bei der FIFA). In der 23. Minute ging Argentinien in Führung, als der argentinische Superstar Lionel Messi bei seinem faktischen Abschiedsspiel einen Elfmeter verwandelte. Ángel Di María schoss in der 36. Minute das zweite Tor für Argentinien. In der 80. Minute gelang dem französischen Superstar Kylian Mbappé der Anschlusstreffer bei einem Elfmeter und gleich hinterher in der 81. Minute der Ausgleich, weshalb es zur Verlängerung kam. In der 108. Minute schoss Lionel Messi Argentinien wieder in Führung, in der 118. verwandelte Kylian Mbappé noch einen Elfmeter, weshalb das Spiel durch Elfmeterschießen entschieden werden musste. Für Argentinien treffen dabei alle (vier) Spieler, angefangen wieder mit Kylian Mbappé, während nur zwei französische Spieler, Kylian Mbappé und Randal Kolo Muani, trafen und zwei verschossen, wodurch Argentinien gewann und neuer Fußballweltmeister ist. Meinen Glückwunsch! Den dritten Platz sicherte sich schon gestern Kroatien gegen Marokko, welches als erste afrikanische Mannschaft überhaupt bis ins Halbfinale gekommen war mit Siegen u. a. gegen Spanien und Portugal. Deutschland schied wie schon 2018 bereits in der Vorrunde aus (siehe ‚Deutschland gewinnt gegen Costa Rica und fliegt aus der WM‘).

Deutschland gewinnt gegen Costa Rica und fliegt aus der WM

Manuel ‚Neuer, Nationalmannschaft und DFB kuschen vor FIFA und Katar‘ und kommen trotzdem oder gerade deswegen wieder wie schon 2018 über die Vorrunde nicht hinaus. Damit ist die „WM-Blamage perfekt – Deutschland fährt nach Hause“, obwohl die heutige Partie gegen Costa Rica 2:4 gewonnen wurde. Zwischenzeitlich lag die deutsche Nationalmannschaft sogar 2:1 zurück und wäre damit wie 2018 Gruppenletzter geworden. Doch auch der heutige Sieg reichte nur für den undankbaren dritten Platz, da Japan 2:1 gegen Spanien gewonnen hat. Wäre das zweite Tor von Japan nicht gewertet worden, weil der Ball kurz zuvor im Aus war, wäre Deutschland weiter. Doch vielleicht wollte Spanien gar nicht gewinnen, um demnächst leichtere Gegner zu haben.

Die deutsche Mannschaft hätte noch sechs weitere Tore schießen müssen, um aus eigener Kraft sicher weiterzukommen, weil Spanien 7:0 gegen Costa Rica gewonnen und damit das deutlich bessere Torverhältnis hatte. Torchancen gab es heute noch viel mehr, aber die Chancenverwertung war wieder ein Problem wie schon im ersten Spiel gegen Japan, welches 1:2 verloren wurde, weil die Japaner ihre wenigen Torchancen viel effizienter in Tore umsetzte. Gut gespielt hat die deutsche Mannschaft nur beim 1:1 gegen Spanien, wobei Japan heute zeigte, dass auch da eigentlich noch mehr möglich gewesen wäre.

Insgesamt zeigt sich, dass Deutschland auch im Fußball nicht mehr führend ist, weder bei der sportlichen Leistung noch beim überhöhten moralischen Anspruch, mit dem die Funktionäre den Gastgeber Katar erst mit einer Regenbogenbinde ärgern wollten, diese dann zu einer künstlichen und peinlichen „One Love“-Binde abschwächten, aber auch dafür zu feige waren, so dass sie am Ende die Spieler drängten, sich den Mund zuzuhalten, was wenigstens ein passendes Symbol für dieses Verhalten und auch das Ergebnis ist. Nun können wir ganz entspannt schauen, welche Mannschaft tatsächlich am besten spielt und diese Weltmeisterschaft gewinnt.

Habeck lobt sich für Gasimporte aus Katar ab 2026

Bundeswirtschaftsminister Robert „Habeck freut sich über Katar-Deal – ’15 Jahre ist super'“. Da hat sein Bückling in Katar also doch noch etwas gebracht, was auch die zwischenzeitlichen Beschimpfungen des Gastgebers der Fußball-Weltmeisterschaft nicht verhindern konnten. Die Flüssiggaslieferungen aus Katar beginnen allerdings erst 2026 und kommen deshalb für die aktuelle Energiekrise viel zu spät. Trotzdem will der Klimaschutzminister die deutschen Atomkraftwerke nächstes Frühjahr abschalten, obwohl die größte Energieknappheit erst im darauffolgenden Winter droht. Er reaktiviert lieber besonders dreckige Braunkohlekraftwerke und importiert Atomstrom aus weniger sicheren Atomkraftwerken nahe der deutschen Grenze.

Ebenso feiern die Grünen Gasimporte, verbieten aber weiter die heimische, umweltfreundlichere Gasförderung. Dabei ist das Argument, die deutsche Gasförderung würde erst nach der aktuellen Energiekrise wirklich anlaufen können, hinfällig angesichts des Selbstlobes für einen von 2026 bis 2041 laufenden Liefervertrag mit Katar. Auch danach wird Deutschland übrigens Gas oder eine bislang ausgeschlossene Alternative benötigen, weil Wind und Sonne nicht zuverlässig genug Strom liefern und bei ernsthaftem Streit mit China gar nicht weiter ausgebaut werden könnten. Zu einer vernünftigen Diversifikationsstrategie sollte schließlich nach Beendigung des Angriffskrieges gegen die Ukraine auch wieder russisches Gas gehören.

Neuer, Nationalmannschaft und DFB kuschen vor FIFA und Katar

Gestern wurde die ‚Fußball-WM in Katar eröffnet‘. Heute gab es gleich den ersten Skandal: „Deutschland knickt ein – Manuel Neuer spielt ohne ‚One Love‘-Binde“. Dabei war diese Binde selbst schon ein Einknicken, da der DFB sich nicht traute, die Regenbogenflagge zu zeigen, die man zuvor z. B. Ungarn aufnötigen wollte. Die FIFA hat auf ihre Regeln verwiesen, wonach sie selbst die Kapitänsbinden stellt und (andere) politische Botschaften nicht erlaubt sind. Grundsätzlich finde ich diese Trennung von Sport und Politik durchaus sinnvoll, doch wenn die deutschen Fußballer und Funktionäre wirklich ein moralisches Zeichen setzen wollten, müssten sie auch Strafen dafür in Kauf nehmen.

Eine (kleine) Geldstrafe hätten sie wohl auch riskiert, aber die FIFA drohte nicht näher spezifizierte sportliche Strafen an, angefangen wohl mit einer gelben Karte, dann vielleicht eine rote Karte oder auch ein Punktabzug oder sogar Spielabbruch. Da knicken die deutsche Nationalmannschaft und der ganze DFB gleich ein zusammen mit sechs anderen UEFA-Teams, während der französische Torhüter Hugo Lloris bereits vorher erklärt hatte, aus Respekt vor dem Gastgeber auf die Binde verzichten zu wollen. Das ist moralisch völlig akzeptabel, der Gratismut der Deutschen und anderen Europäer aber nicht, die nur dann ein Zeichen setzen wollen, wenn es nicht wirklich etwas kostet. Dann sollen sie es bitte immer lassen und nicht moralischer tun, als sie sind.

Wer sich so einfach abschrecken lässt, setzt damit ebenfalls ein Zeichen, nämlich dass ihm das zuvor laut verkündete Anliegen herzlich egal ist. Dabei hat die FIFA wahrscheinlich nur geblufft, weil sie die Prinzipienlosigkeit dieser Moralisten kannte. Sie hätte schlecht sieben Mannschaften öffentlichkeitswirksam von der WM ausschließen oder auch nur ernsthaft in ihren Gewinnchancen einschränken können. Ansonsten wäre es eine gute Gelegenheit gewesen, der FIFA ganz den Rücken zu kehren und eine weniger korrupte Gegenorganisation zu gründen. Aber wer selbst so korrumpierbar ist, passt natürlich in die FIFA und macht alles mit. Ein echtes und mutiges Zeichen hat hingegen die iranische Mannschaft gesetzt. Die „Iraner singen Hymne nicht – Staatsfernsehen unterbricht Übertragung“ und nun drohen den Spielern und ihren Angehörigen weit schlimmere Strafen als eine gelbe Karte oder ein Punktabzug. Das ist der Unterschied zwischen Mut und Gratismut, zwischen Moral und Opportunismus.

Fußball-WM in Katar eröffnet

Heute wurde die Fußball-Weltmeisterschaft der Herren eröffnet und „Katar verliert als erster WM-Gastgeber das Eröffnungsspiel“, und zwar 0:2 gegen Ecuador, welches auch nicht zu den Favoriten gehört. Trotzdem ist die Kritik am Gastgeber übertrieben und verlogen. „In defence of Qatar’s hosting of the World Cup“ muss man feststellen, dass Russland, wo 2018 die letzte Fußball-Weltmeisterschaft stattfand, viel schlimmer war und damals schon die Ukraine überfallen hatte, was aber kaum jemanden störte. Auch China als Veranstalter der Olympischen Sommer- und zuletzt Winterspiele ist ein viel schlimmeres Land, ebenso Ägypten, wohin gerade ganz viele Politiker und Journalisten mit dem Flugzeug reisten, um angeblich etwas gegen den Klimawandel zu tun. Katar ist keine Demokratie, aber wird trotzdem besser regiert als die meisten anderen Länder der Region. Gastarbeiter werden nicht immer fair behandelt, aber größtenteils relativ gut bezahlt, weshalb so viele kommen wollen und auch dürfen. Außerdem haben sich die Arbeitsbedingungen gebessert und hat so die WM einen echten Unterschied gemacht.

Wahrscheinlich flossen Bestechungsgelder für die WM-Vergabe nach Katar, aber das war bei Deutschland ganz sicher der Fall und ist vor allem die Schuld der FIFA, deren Präsident Gianni Infantino besonders korrupt und peinlich ist (siehe „Bizarrer Auftritt des FIFA-Chefs: ‚Beschämender‘ Infantino löst Empörung und Widerspruch aus“). Die Klimabilanz dieser WM ist trotz Verlegung in den Spätherbst besonders schlecht, aber die deutsche Ampel-Regierung, die sich für die Retterin des Weltklimas hält, sorgt gerade für einen viel größeren zusätzlichen CO2-Ausstoss durch die Abschaltung von sicheren Atomkraftwerken und das Verbrennen von mehr Kohle einschließlich Braunkohle. Richtig wäre eine grundlegende Reform der FIFA und der Regeln zur Vergabe solcher Großveranstaltungen, aber die moralische Entrüstung gerade von ARD und ZDF, die für die Übertragungsrechte über 200 Millionen Euro an Zwangsbeiträgen bezahlt haben, ist heuchlerisch. Man darf sich die Spiele ohne schlechtes Gewissen ansehen und sogar der deutschen Nationalmannschaft (oder einer anderen) Erfolg wünschen.

Engländerinnen werden Fußball-Europameisterinnen

„England feiert historischen Sieg bei Heim-EM“ im Frauen-Fußball gegen Deutschland. Die beste deutsche Spielerin, Alexandra Popp, fiel kurz vor dem Anpfiff aus. In der 26. Minute wurde ein eindeutiges Hand- bzw. Armspiel einer Engländerin direkt vor dem Tor nicht gepfiffen und der fällige Elfmeter nicht gegeben. In der 62. Minute gingen die Engländerinnen in Führung, in der 79. Minute gelang den deutschen Frauen der Ausgleich. In der Verlängerung erzielte das englische Team in der 110. Minute das 2:1, welches auch den Endstand bildete und das Turnier entschied. Die gastgebenden Engländerinnen sind damals erstmals Europameisterinnen im Fußball (während ihre männlichen Kollegen es bislang nur einmal ins Finale schafften, siehe ‚Italien ist Europameister‘), aber auch das deutsche Team hat heute und in den Spielen davor gut gekämpft. Meinen Glückwunsch!

Diskussionspapier zu Geisterspielen in der NFL

Gerade noch im Juni ist das Diskussionspapier des Instituts für Organisationsökonomik 6/2022 von Stephan Starke, Lars Vischer und mir erschienen mit dem Titel „Change in Home Bias Due to Ghost Games in the NFL“. Es knüpft an das ‚Diskussionspapier zu fehlendem Heimspielvorteil bei Geisterspielen‘ in der Fußballbundesliga an (siehe auch ‚Beitrag zu Geisterspielen in Athens Journal of Sports erschienen‘). Auch in der National Football League (NFL), der höchsten Liga vom American Football, verschwindet der Heimvorteil, wenn die Zuschauer fehlen, was sich allerdings nicht durch geändertes Verhalten der Schiedsrichter erklären lässt. Die deutsche Zusammenfassung lautet:

Wir analysieren Veränderungen in der National Football League (NFL) aufgrund von Geist-erspielen im Jahr 2020. Der Heimvorteil verschwindet wie erwartet. Schiedsrichterentscheidungen scheinen dafür aber nicht relevant zu sein. Auch für partielle Geisterspiele mit reduzierter Zuschauerzahl gibt es keine signifikanten Ergebnisse.

5 km Leonardo-Campus-Run 2022 in 24:57

Heute fand der 20. Leonardo-Campus-Run statt, der in den letzten beiden Jahren pandemiebedingt ausfiel bzw. letztes Jahr nur virtuell veranstaltet wurde (siehe ‚[…] Leonardo-Campus-Run digital‘, wo ich für 5 km 24:21 brauchte). 2019 lief ich ‚5 km Leonardo-Campus-Run in 22:42‘. Heute waren es 24:57 beim „5,0 km Sparkassen-Run (After-Work I)“ (siehe Ergebnisse). Damit wurde ich 61. von 219 das Ziel erreichenden Männern. 10 von 130 Frauen waren schneller als ich. In meiner Altersklasse wurde ich 6. von 23. Vor drei Wochen lief ich die ‚[…] 5 km [beim] TU Dortmund Campuslauf in 24:15‘, wobei es heute deutlich wärmer und sonniger war.

AOK-Firmenlauf Dortmund 2022 in 31:48 und 5 km TU Dortmund Campuslauf in 24:15

Heute fand wieder der AOK-Firmenlauf Dortmund statt (siehe zuletzt ‚AOK-Firmenlauf Dortmund 2019 in 30:03‘). Auf leicht geänderter Strecke von weiterhin rund 6,7 km brauchte ich 31:48 (brutto, also ab Startschuss 31:56, siehe Ergebnisse). Damit war ich 144. von 989 Männern. In meiner Altersklasse war ich 15. von 96. 10 von 772 Frauen waren schneller als ich (und eine hatte die gleiche Nettozeit). Gestartet bin ich wieder für Ausbüttels Apotheken, für die meine Frau arbeitet. Sie wurde übrigens 1. in ihrer Altersklasse (von 76) mit 34:26 und 30. Frau.

Gestern lief ich 5 km beim 36. Campuslauf der TU Dortmund. Mit 24:15 (brutto 24:16, siehe Ergebnisliste) war ich 73. von 196 Männern (9 von 93 Frauen waren schneller als ich). Dort liefen auch meine Kinder den Kids Run über 600m. Wegen eines Staus auf der B1 kamen wir zu spät und reichte es nach dem Abholen der Startnummern nur noch für einen fliegenden Start, bei dem meine Kinder das Feld von hinten aufrollten. Fabian wurde in 2:22 trotzdem noch 6. von 16 Jungs (eines von 13. Mädchen war schneller). Sophia wurde 8. Mädchen in 2:41 (und war schneller als 6 Jungen).