Kapitalgesellschaften im Profifußball

Gestern habe ich kurzfristig auf Vermittlung der Pressestelle der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster dem Radio Kiepenkerl ein telefonisches Interview gegeben. Einen Link darauf kann ich nicht finden, doch es ging um den SC Preußen Münster bzw. konkret um die Ausgliederung von dessen Profifußballabteilung in der 3. Bundesliga in eine Kapitalgesellschaft, genauer in eine GmbH & Co. KGaA (siehe „Preußen wollen Ausgliederung im Januar 2018 vollziehen“). Zu den aktuellen Plänen dieses Vereins hätte ich wenig sagen können, wurde ich aber auch nicht gefragt.

Allgemein ist es so, dass Fußballvereine durch die Schaffung solch einer Kapitalgesellschaft Geld für ihren Profibereich einnehmen und ihr Management etwas professionalisieren können. Allerdings gilt in Deutschland die „50+1-Regel“, wonach ausgegliederte Profimannschaften normalerweise (Ausnahmen sind Bayer Leverkusen, Hoffenheim und Wolfsburg) mehrheitlich im Vereinsbesitz verbleiben müssen, externe Kapitalgeber also nicht die Mehrheit übernehmen und z. B. eigenständig ein zu schlechtes Management auswechseln dürfen. Als ernsthafte Geldanlage für an der Rendite interessierte Investoren taugen Fußballaktien erfahrungsgemäß ohnehin nicht.

Der sportliche Wettbewerb ist dafür im europäischen Fußball mit regelmäßigen Abstiegen viel zu hoch, zumal kaum ein Verein auf Gewinn achtet, sondern lieber alle verfügbaren Mittel in den kurzfristigen Erfolg auf dem Platz gesteckt werden. Viele Vereine begreifen deshalb auch nicht, dass die Erlöse aus dem Aktienverkauf keine laufenden Einnahmen sind, sondern einmalig anfallen und langfristig investiert werden müssen. Wenn dies gelingt, kann sich allerdings das wirtschaftliche wie auch sportliche Niveau eines Vereins nachhaltig bessern. Von daher hat Preußen Münster wenig zu verlieren. Echte Fans werden die Aktien dann auch nachfragen. Allen anderen würde ich jedoch davon eher abraten.

IOC sperrt Russland für Olympische Winterspiele

‚IOC lässt Russland trotz Staatsdoping für Rio zu‘. Diesen Fehler vom letzten Jahr will man jetzt nicht wiederholen: „IOC schließt russisches Olympia-Team von Winterspielen 2018 aus“. Das halte ich angesichts des systematischen Dopings durch den russischen Staat einschließlich seiner Geheimdienste für richtig, zumal es auch verantwortliche Funktionäre trifft, nicht aber nachweislich (wahrscheinlich) ungedopte Sportler aus Russland, die unter der olympischen Flagge starten dürfen, falls es ihnen nicht noch von der russischen Regierung verboten wird. Auch die FIFA sollte jetzt dem Beispiel des IOC folgen, traut sich jedoch vermutlich nicht, weil Russland nächstes Jahr die Fußball-Weltmeisterschaft ausrichten soll.

Fabians erster Bambinilauf

Unser Sohn Fabian ist gestern beim „33. PSD Bank Citylauf Dortmund“ seinen ersten Bambinilauf bzw. (lockeren) Wettkampf gelaufen. Dieser erfolgte zwar ohne offizielle Zeitmessung, aber er hat (wie alle teilnehmenden Kinder) eine Medaille und ein Eis gewonnen. Vor allem ist er die zwei Runden auf dem Friedensplatz bzw. eine Strecke von rund 400 Metern ohne Gehen oder Stehen durchgelaufen. Nach meiner Messung benötigte er dafür 3:29 (3 Minuten und 29 Sekunden). Er wurde auch nicht vom Schnellsten, vermutlich einem Siebenjährigen, überrundet, der in 1:45 gerade nach Fabians erster Runde ins Ziel kam, was übrigens ein ziemlich konstantes Lauftempo bedeutet. Ich bin stolz auf unseren Dreieinhalbjährigen.

Dagegen fällt kaum ins Gewicht, dass ich diesmal für die 5 km auf geänderter Strecke (eine kurze und zwei längere Runden statt vier gleiche) 22:51 brauchte (brutto 22:56), was für den 33. Platz (von 121) bei den Männern, den 6. Platz (von 17) in meiner Altersklasse und den 36. Platz insgesamt (von 212) reichte (siehe die Ergebnisliste). Letztes Jahr waren wir verreist und vor zwei Jahren schaffte ich die ‚5 km Citylauf Dortmund in 21:37‘. 2014 war ich jedoch beim ’30. Dortmunder Citylauf in 23:27′ noch langsamer als dieses Jahr. 2013 reichten 21:49 für den ‚Erste[n] Platz beim Dortmunder Citylauf“ in der Mannschaftswertung. Diesmal war der Chef meiner Frau wieder etwas schneller als ich (22:44), doch mangels drittem Mitläufer kamen wir gar nicht in die Teamwertung.

Meine Frau wurde in 26:07 übrigens 15. der Frauen und 1. in ihrer Altersklasse. Meinen Glückwunsch! Sie lief außerdem mit Fabian seine zwei Runden. Sophia schaute immer nur zu bzw. wartete am Apotheken-Stand, wo sie natürlich auch ein Eis bekam. Fürs Laufen mit dem Baby-Jogger wäre die Strecke nicht geeignet gewesen.

Beim Kemnader Burglauf 10 km in 54:37

Gestern sind wir beim „Kemnader Burglauf“ die 10 km-Runde um den Kemnader See gelaufen. Leider sind die Ergebnisse noch nicht online, doch ich habe schon eine Urkunde vor Ort erhalten. Demnach wurde ich der 124. Mann (und der 150. insgesamt) in 54 Minuten und 37 Sekunden. Faktisch war ich etwas schneller. So gab es keinen Chip zur Zeitmessung, weshalb nur die Bruttozeit erfasst wurde. Mit unserem „Zweite[n] Baby-Jogger für zwei“ wollte ich mich nicht ganz vorne anstellen. Vor allem war für diesen Wagen der Zieleinlauf zu schmal, weshalb ich mich daneben durch die Zuschauer kämpfte und meinen Einlauf sowohl den Zeitnehmern als auch danach separat den Erfassern der Startnummer kundtun musste, was zu einer gewissen Ungenauigkeit führte (ich kam rund zehn Plätze früher an, als es dann notiert wurde).

Unabhängig davon war es wieder ein Fall von ‚Langsamster und schnellster […] Lauf zugleich‘. Denn ich lief noch keinen 10 km-Lauf mit dem Babyjogger und schon gar nicht mit dem Doppelwagen. Pro Kilometer war ich etwas schneller als beim letztjährigen ‚AOK-Firmenlauf in Dortmund‘. Es war zwar wieder voll, aber nicht so voll, vor allem nicht die ganze Zeit. Allerdings war die Laufstrecke nicht gesperrt, so dass mich am meisten die Radfahrer auf dem Fußweg störten (während auf dem Weg zum Start der Gehweg komplett zugeparkt war und wir auf einer vielbefahrenen Straße gehen mussten). Außerdem war es sehr sonnig und warm.

Meine Frau brauchte übrigens 56 Minuten und 28 Sekunden, womit sie 34. Frau wurde (früher war sie schon einmal als Dritte beim dortigen Halbmarathon auf dem Treppchen). Außerdem lief meine 18-jährige Nichte ihren ersten 10 km-Lauf in gut 57 Minuten. Eigentlich hätten wir angesichts der geringen Differenzen auch die ganze Zeit zusammen laufen können. Gemeinsam haben wir danach die Oma bzw. meine Mutter in Bochum besucht.

Diskussionspapier zu Teamdoping

Noch am Freitag ist mein jüngstes Diskussionspapier erschienen zu „Doping in Teams: A Simple Decision Theoretic Model“. Es handelt sich um eine kurze schriftliche Ausarbeitung von meinem ‚Dopingvortrag in Berlin‘. Die deutsche Zusammenfassung lautet:

Doping in Teams
Ein einfaches entscheidungstheoretisches Modell

Ein einfaches entscheidungstheoretisches Modell zeigt die Doping-Anreize für ein Mitglied eines professionellen Sportteams. Abhängig von der Entdeckungswahrscheinlichkeit und der Bestrafung dopt ein Sportler gar nicht, auf einem mittlerem Niveau oder maximal. Das ganze Team hat einen höheren Anreiz als ein einzelnes Teammitglied dafür, dass zumindest einige Teammitglieder dopen. Dass es nicht viele Fälle von eindeutig nachgewiesenem Doping in Teamsportarten gibt, könnte daran liegen, dass Doping weniger effektiv ist oder die Anreize zur Verschleierung höher sind als in Individualsportarten.