Mitglied bei IASE und Überlegungen für Euro-Kritiker

Die „2nd ​​​​​​​​​International Conference Sport Economics & Sport Management (SESM)“ in Berlin vor zehn Tagen (siehe ‚Dopingvortrag in Berlin‘) wurde neben dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) auch von der International Association of Sports Economists (IASE) mitorganisiert. Ich bin dort jetzt Mitglied geworden. So kann ich meine Verbundenheit ausdrücken und erhalte Informationen über weitere Veranstaltungen und Aktivitäten. Vor allem kostet die Mitgliedschaft nichts.

Ich überlege, ob IASE vielleicht in einer von zwei Hinsichten ein Vorbild für die immer noch angedachte Gründung von Euro-Kritiker e. V. (siehe ‚Interessensabfrage für Euro-Kritiker e. V. i. G.‘) sein könnte. Keinerlei (verbindlicher) Mitgliedsbeitrag könnte zu deutlich mehr Mitgliedern führen. Wer grundsätzlich Interesse hat, sollte sich jedenfalls nicht davon abschrecken lassen, „dass ein monatlicher Mitgliedsbeitrag von 10 Euro vorgesehen ist und ein Förderbeitrag von 5 Euro“. Das war nur eine Idee, die vielleicht gar nicht so gut war und über die die Gründungsversammlung auf jeden Fall befinden muss. Alternativ zu keinem Beitrag, um die Zahl der Mitglieder zu maximieren, könnte die Zahl der formalen Mitglieder durch einen nicht zu geringen Beitrag extra niedrig gehalten werden, während andere, beitragsfreie Formate für Unterstützer und Interessenten anzubieten sind. Ein sehr niedriger Beitrag verursacht hingegen höhere Verwaltungskosten als Einnahmen.

Überlegenswert ist außerdem, ob ein solcher Verein weniger politisch als akademisch ausgestaltet werden sollte. Überparteilich wäre er in jedem Fall, doch ein politischer Verein setzt mehr auf die Breitenwirkung und ein akademischer Verein auf die inhaltliche Qualität. Doch ein wirklich wissenschaftlicher Verein sollte wohl neutral bzw. ergebnisoffen hinsichtlich möglicher Erkenntnisse zu seinem Kernthema sein. Also Euro-Forscher statt Euro-Kritiker?

München bleibt Meister, ansonsten spannender letzter Bundesligaspieltag

Heute ist der FC Bayern München offiziell Deutscher Meister im Fußball der Männer geworden (und faktisch schon Ende April am 31. Spieltag). Meinen Glückwunsch! Es ist für München der 5. Titel in Folge, der 27. insgesamt und der 26. in der Bundesliga. Vizemeister wurde erstmals RasenBallsport Leipzig. Den wichtigen dritten Platz, der die Teilnahme an der Champions League garantiert, sicherte sich Borussia Dortmund heute mit einem knappen Sieg (4:3) gegen Werder Bremen (siehe „Ziel erreicht! Dortmund dreht Offensiv-Spektakel“). Beim Kampf zur Vermeidung des drittletzten Platzes siegte der Hamburger SV 2:1 gegen den VfL Wolfsburg, der nun in die Relegation muss, während in der Frauen-Bundesliga morgen der VfL Wolfsburg die Meisterschaft gewinnen wird und in einer Woche das Pokalendspiel in Köln wie letztes Jahr gegen den SC Sand aus Willstätt im Ortenaukreis gewinnen kann. Dafür dürfen Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt in einer Woche noch das Pokalendspiel der Männer in Berlin bestreiten.

Dopingvortrag in Berlin

Heute haben zwei meiner Mitarbeiter und ich jeweils einen Vortrag bei der „2nd ​​​​​​​​​International Conference Sport Economics & Sport Management (SESM)“ in Berlin gehalten. Thema meines Vortrags war „Doping in Teams“, wozu es bislang noch nicht viele wissenschaftliche Untersuchungen gibt. Das Hauptergebnis meines theoretischen Modells ist, dass auch Doping ein Kollektivgut in Teams darstellt, also das Team und andere Teammitglieder eher stärker davon profitieren als der jeweils dopende Sportler selbst. In den meisten Fällen wird deshalb entweder gar nicht gedopt oder umgekehrt maximal, wenn die Strafe dafür oder die Entdeckungswahrscheinlichkeit zu gering sind. Ein mittleres Dopingniveau ist eher unwahrscheinlich. Empirisch werden echte Mannschaftssportler kaum beim Doping erwischt (im Gegensatz zu Radsportlern, die als Individualisten in unechten Teams unterwegs sind), was daran liegen könnte, dass entweder die meisten wirklich nicht dopen oder die Entdeckungswahrscheinlichkeit so klein ist, vielleicht sogar endogen aus politischen Gründen. Die Ergebnisse lassen sich übrigens leicht aus dem Sportkontext auf andere Bereiche übertragen, in denen Teams schummeln können, wie z. B. Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.

Freiheit vor Grünen sichern

Heute war ‚Gerd Habermann wieder beim Hayek-Club Ruhrgebiet‘. Sein Thema war „Freiheit oder Gleichheit: Ein Streifzug durch die Wahlprogramme der Parteien“ zur NRW-Wahl. Er beschränkte sich auf die sechs Parteien mit ernsthaften Chancen auf den Einzug in den Landtag. Dabei bestätigte er meinen Satz zum ‚Wahl-O-Mat Schleswig-Holstein‘: „Man kann klar erkennen, dass es zumindest in den Programmen noch ein bürgerliches und ein linkes Lager gibt.“ Dabei ist kein Programm durchgehend liberal, doch die von AfD und FDP sind es noch am meisten, während das der CDU schon recht links und egalistisch ist. Die SPD gibt sich freiheits- und wirtschaftsfeindlich, wird aber noch von Die Linke und vor allem den Grünen getoppt.

Es ist völlig absurd, wenn gerade die Grünen plakatieren: „1. Freiheit. 2. Sichern!“ Sie wollen nicht die Freiheit sichern, sondern sich vor dieser durch Überregulierung und staatliche Zwangsmaßnahmen schützen. Das grüne „Wahl. Programm.“ hat 260 Seiten. Der ernüchternde Gesamteindruck von Herrn Habermann lautet:

Neben der Linken gehen die Grünen am weitesten in ihrem Anspruch, Wirtschaft und Gesellschaft, Strukturen und Lebensmuster, Rollenbilder und Sitten im Interesse der absoluten ökonomischen Chancengleichheit und Gleichheit überhaupt („Inklusion“) sowie auch ihrer ökologischen Vorstellungen umzuformen. Dies fordert eine umfassende Intervention des Staates in die Zivilgesellschaft, eine weitestgehende Regulierung des Alltagslebens. Der Anspruchskatalog auf Staatsleistungen ist weitgespannt. Dem entspricht der Umfang des Programms: über 250 Seiten. Auf fast allen Gebieten des Lebens wird wo nicht direkt gezwungen und verboten, so doch gefördert, subventioniert, benachteiligt oder bevorteilt, angeboten oder vorenthalten, beraten oder erzogen… Selbst „Obdachlose“ dürfen nicht mindergeschätzt – „abgewertet“ – werden. Alle „Benachteiligten“ und „Opfergruppen“ haben Anspruch auf einen „Nachteilsausgleich“ durch den Staat.

Es handelt sich bei diesem Programm um ein ambitiöses Projekt des sozial-egalitären Rationalismus, den von Hayek auch „Konstruktivismus“ nennt. Er geht von einem „falschen Individualismus“ oder Atomismus aus, welcher nur den isolierten Einzelnen und die Gesamtgesellschaft kennt und alle Zwischengliederungen und Gruppen aus Gründen der Gerechtigkeit oder faktischen Gleichheit schwächen und ausschalten will.

Da kann man nur hoffen, dass diese Partei an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert.

Der Termin war übrigens etwas unglücklich, weil nach seiner Festlegung das Pokalhalbfinalspiel bzw. heimliche Finale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund stattfand. Doch im Lokal ließ sich der grandiose 2:3 Erfolg von Dortmund nach dem Vortrag verfolgen. Es war also ein rundum gelungener Abend.

Anschlag in Dortmund geschah aus Habgier

Der ‚Terroranschlag in Dortmund auf BVB-Bus‘ vor zehn Tagen war das Werk eines Kriminellen. Es gab heute seine „Festnahme nach BVB-Anschlag: Bomber wollte Aktien-Absturz“. Er hatte mit geliehenem Geld Put-Optionen gekauft und hätte damit an einem drastischen Kurssturz der BVB-Aktie verdient. Tatsächlich sank der Aktienkurs kaum bzw. stärker durch die Spielniederlage am nächsten Abend als durch den Anschlag selbst. Dies wäre vermutlich anders gewesen, wenn es mehr Verletzte oder gar Tote gegeben hätte, was der Täter wohl sogar beabsichtigte. Einer der ansonsten professionell angebrachten Sprengsätze war jedoch zu hoch. Bei etlichen toten Spielern wäre der Kurs nicht nur wegen des noch größeren Terrors stärker gefallen, sondern auch wegen des tatsächlichen Spielerverlusts.

Die vermeintlich islamistischen Bekennerschreiben am Tatort hatte der Täter gefälscht, um eine falsche Spur zu legen, die links- und rechtsextremistischen Bekenntnisse stammten von Trittbrettfahrern, was der IS offensichtlich nicht nötig hat. Ansonsten ging der Täter recht sorglos vor. Er mietete sich in das Mannschaftshotel von Borussia Dortmund ein und zündete die Sprengsätze mit Sichtkontakt aus dem Fenster. Außerdem tätigte er die bereits für sich genommen auffälligen Optionsgeschäfte unter seinem Namen ebenfalls von dem Hotel aus. Er übersah offensichtlich, dass solche Anschläge weniger die Börsen als die Medien, die Politik und auch die Polizei beeindrucken. Der Fahndungsdruck danach ist enorm und es wird jede Spur verfolgt. Der entscheidende Hinweis kam von seiner Bank. Das gibt Hoffnung, dass zumindest so ein dummes Verbrechen keine Nachahmer findet, da es sich nicht lohnt. Dagegen ist leider mit weiteren (pseudo)religiös und politisch motivierten Terroranschlägen zu rechnen, weil deren Kalkül nicht weniger bösartig, aber doch ganz anders ist.