Anschlag in Dortmund geschah aus Habgier

Der ‚Terroranschlag in Dortmund auf BVB-Bus‘ vor zehn Tagen war das Werk eines Kriminellen. Es gab heute seine „Festnahme nach BVB-Anschlag: Bomber wollte Aktien-Absturz“. Er hatte mit geliehenem Geld Put-Optionen gekauft und hätte damit an einem drastischen Kurssturz der BVB-Aktie verdient. Tatsächlich sank der Aktienkurs kaum bzw. stärker durch die Spielniederlage am nächsten Abend als durch den Anschlag selbst. Dies wäre vermutlich anders gewesen, wenn es mehr Verletzte oder gar Tote gegeben hätte, was der Täter wohl sogar beabsichtigte. Einer der ansonsten professionell angebrachten Sprengsätze war jedoch zu hoch. Bei etlichen toten Spielern wäre der Kurs nicht nur wegen des noch größeren Terrors stärker gefallen, sondern auch wegen des tatsächlichen Spielerverlusts.

Die vermeintlich islamistischen Bekennerschreiben am Tatort hatte der Täter gefälscht, um eine falsche Spur zu legen, die links- und rechtsextremistischen Bekenntnisse stammten von Trittbrettfahrern, was der IS offensichtlich nicht nötig hat. Ansonsten ging der Täter recht sorglos vor. Er mietete sich in das Mannschaftshotel von Borussia Dortmund ein und zündete die Sprengsätze mit Sichtkontakt aus dem Fenster. Außerdem tätigte er die bereits für sich genommen auffälligen Optionsgeschäfte unter seinem Namen ebenfalls von dem Hotel aus. Er übersah offensichtlich, dass solche Anschläge weniger die Börsen als die Medien, die Politik und auch die Polizei beeindrucken. Der Fahndungsdruck danach ist enorm und es wird jede Spur verfolgt. Der entscheidende Hinweis kam von seiner Bank. Das gibt Hoffnung, dass zumindest so ein dummes Verbrechen keine Nachahmer findet, da es sich nicht lohnt. Dagegen ist leider mit weiteren (pseudo)religiös und politisch motivierten Terroranschlägen zu rechnen, weil deren Kalkül nicht weniger bösartig, aber doch ganz anders ist.

Terroranschlag in Dortmund auf BVB-Bus

Gestern Abend wurde ein Anschlag mit drei Sprengsätzen auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund beim Mannschaftshotel verübt (siehe „Was über den Anschlag auf den BVB-Bus bekannt ist – und was nicht“). Dabei wurden der Spieler Marc Batra und ein Polizist verletzt. Es hätte aber auch viel mehr Verletzte oder sogar Tote geben können. Am Tatort gab es drei islamistische Bekennerschreiben und später im Internet ein linksextremistisches. Letzteres ist am wenigsten glaubwürdig, doch auch die drei anderen sind zumindest ungewöhnlich (siehe „Das Rätsel um die drei identischen Bekennerschreiben“).

Wer auch immer die Täter sind, eine solche Tat ist in jedem Fall abzulehnen, was Terroristen leider nicht beeindruckt, sondern noch anspornt. Deutschland ist in den letzten Jahren weniger friedlich und unsicherer geworden. Direkt verantwortlich sind stets die Täter, doch auch unsere Regierungen im Bund und Land tragen eine Mitverantwortung für diese Entwicklung.

Das für gestern angesetzte Champions League-Spiel gegen AS Monaco wurde auf heute verschoben und dann von Borussia Dortmund 2:3 verloren (siehe „Dortmund verliert daheim gegen Monaco“). Vielleicht lässt sich das in einer Woche beim Rückspiel in Monaco noch drehen, doch wichtiger ist es, dass es den Verletzten bald wieder besser geht.

Lebensziele

Die Wirtschaftswissenschaften gehen in der Regel von gegebenen Präferenzen aus. Dabei geht es nicht nur um alltägliche Konsumentscheidungen, also z. B. ob jemand lieber Vanille- oder Schokoladeneis möchte, sondern auch wesentliche Lebensentscheidungen wie die Berufs- und Partnerwahl. Bei einer vollständigen Präferenzordnung müsste man nur noch Risiken abwägen und dann das Gewünschte in die Tat umsetzen. In der Realität wissen wir häufig nicht so genau, was wir eigentlich wollen und haben widerstreitende Wünsche (wollen beispielsweise sowohl Schokoladen- als auch Vanilleeis und außerdem zugleich noch abnehmen).

Zumindest für die großen Lebensentscheidungen macht es Sinn, sich über seine Ziele im Leben Gedanken zu machen. Es reicht aber nicht, sich abstrakt ein Wunschziel zu überlegen, sondern man muss es wirklich wollen, um es dann auch im Alltag leben zu können. Wer z. B. Karriere machen will, muss dafür nicht nur fleißig sein, sondern auch karrierebewusst handeln. Wer lieber faul oder völlig spontan ist, wird in der Regel keine große berufliche Karriere machen und sollte das dementsprechend auch gar nicht anstreben. Wer sich umgekehrt für faul hält, aber sein ganzes Leben gewissenhaft arbeitet, ist es in Wirklichkeit nicht. Es ist also wichtig, sich selbst zu erkennen, seine wirklichen Lebensziele, aber auch sonstigen Wünsche und Fähigkeiten.

Hierin liegt auch die größte Chance zur Veränderung. Denn man kann nicht einfach ein anderer sein oder seine tiefsten Bedürfnisse völlig verändern, nur weil einem das einmal so einfällt. Es ist aber möglich, Zielkonflikte zu erkennen und sich dann auf bestimmte Aspekte zu konzentrieren, während man andere vernachlässigt. Außerdem kann man sich zumindest teilweise seine Mitmenschen und Umwelt aussuchen, mit denen man viel Zeit verbringt und die die eigene Person beeinflussen. Vor sich selbst kann man jedoch schlecht weglaufen.

Die meisten Menschen wollen ganz viel, z. B. reich und beliebt sein, ein netter und ehrlicher Mensch, glücklich und moralisch gut mit einem interessanten und sinnvollen Beruf sowie einer großartigen Familie, für die man viel Zeit hat, was auch für die vielen Freunde gilt etc. In der Realität muss man viele Kompromisse machen, weil es äußere Zwänge gibt, zumindest die Begrenzung des Tages auf 24 Stunden, aber auch eigene Unzulänglichkeiten.

Eine Form des Kompromisses ist es, sich auf wenige oder sogar nur ein Ziel zu konzentrieren. Wer unbedingt reich werden will, kann das durchaus schaffen (je nach Definition von Reichtum, aber Millionär kann in Deutschland wirklich fast jeder werden), muss dafür aber vielleicht auf vieles andere verzichten (wie viel Freizeit und Konsum), was vielleicht der ursprüngliche Grund war, warum man überhaupt reich werden wollte. Bei Konzentration auf ein Ziel ist es also ganz besonders wichtig zu prüfen, ob man das wirklich will oder nicht vielleicht doch etwas ganz anderes.

Außerdem ist die Konzentration auf eine Sache in einer arbeitsteiligen Gesellschaft hinsichtlich der eigenen Produktivität von Vorteil, für Konsumentscheidungen hingegen meistens nicht. Denn die Grenzproduktivität ist häufig steigend, der Grenznutzen hingegen fallend. Wer mehrere Lebensziele anstrebt (so wie ich), wird davon keines perfekt erreichen, hat aber häufig ein erfüllteres Leben. Zusätzlich ist das Risiko geringer, bei all seinen Lebenszielen zugleich zu scheitern.

Schließlich ist es wichtig zu wissen, dass sich manche Ziele direkt anstreben lassen, etwa Reichtum, während andere nur indirekt erreicht werden können, z. B. glücklich zu sein. Wer direkt Glücksgefühle haben möchte, nimmt dafür am besten Drogen (einschließlich körpereigenen Endorphinen, die beispielsweise beim Sport ausgeschüttet werden).

Krank auf Teneriffa

Dieses Jahr waren wir wieder auf den Kanaren, diesmal auf Teneriffa. Gestern kamen wir zurück und es ist im Gegensatz zu den Vorjahren (siehe ‚Zurück von Lanzarote‘ und ‚Heil zu Hause‘ von Fuerteventura) wohl auch auf anderen Flügen und -häfen nichts passiert. Frau und Kindern geht es gut, zu Hause ist ebenfalls alles in Ordnung.

Nur ich selbst bin krank gestartet, geblieben und zurückgekehrt. Fast zwei Wochen in deutlich wärmerem Klima und mit mehr Sonne haben gegen einen bösen Infekt nicht geholfen. Deshalb war ich auf Teneriffa nicht einmal laufen oder schwimmen. Es war trotzdem ganz schön. Mehr Sorgen macht mir, ob die Sache jetzt hier wieder schlimmer wird. Dann muss ich vielleicht doch einmal zum Arzt gehen, obwohl dieser kaum etwas anderes empfehlen wird als eine Apothekerin.

Silvesterlauf mit Sophia

Heute bin ich zum vierten Mal den ‚Silvesterlauf von Werl nach Soest‘ gelaufen, zum dritten Mal mit dem ‚Baby-Jogger‘ und zum ersten Mal mit unserer Tochter Sophia, da Fabian diesmal nicht wollte und meine Frau nicht konnte (dafür sind beide mit dem Auto von Werl nach Soest gefahren, was die Rückreise erleichterte). Netto brauchte ich genau 75 Minuten, also 5 Minuten pro Kilometer (brutto, also vom Startschuss statt vom Überschreiten der Ziellinie an, waren es 1:16:48, siehe hier). Das war wohl mein schnellster Lauf mit Baby-Jogger, wobei nicht klar ist, wie lange ich ihn oder gar den ‚Zweite[n] Baby-Jogger für zwei‘ noch werde nutzen können. Gestern habe ich übrigens für unseren normalen Kinderwagen ein Trittbrett („Buggy Board Mini (Basic) von Lascal schwarz“, vor Ort im Geschäft sogar noch etwas günstiger als im Internet) gekauft, so dass Fabian stehend mitfahren kann.

Persönlich war 2016 sehr schön für uns. Politisch kann 2017 eigentlich nur besser werden. In jedem Fall wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie einen guten Rutsch und ein glückliches Jahr 2017.