Langfristiges Wachstum und Geburtenrate

Gerald Braunberger widmet sich der wichtigen Fragen: „Wann begann das Wirtschaftswachstum?“ Dabei stellt er die Ansicht vor, dass das Wachstum nicht erst mit der Industriellen Revolution Anfang des 19. Jahrhunderts einsetzte, sondern bereits gut 200 Jahre früher, wenn auch nicht so stark. Ich würde allerdings viel weiter gehen, dass es eigentlich ständig Wirtschaftswachstum gegeben hat in der Menschheitsgeschichte, allerdings schwere Rückschläge möglich waren und sind, nach denen wieder gewachsen wird (vergleichbar den Börsenkursen, die langfristig steigen, kurzfristig jedoch schwanken und gelegentlich stark einbrechen).

Dafür spricht der technische Fortschritt, den es selbst in der Steinzeit gegeben hat, wenn auch viel langsamer als heute. Doch was einmal entdeckt oder erfunden wurde, wird im Falle einer echten Verbesserung weitergegeben. Hinzu kommen Kapitalakkumulation sowie die Erweiterung des nutzbaren Bodens, wobei in beiden Fällen Rückschläge möglich sind und in besonders schlimmen Zeiten auch Teile des Wissensstandes verloren gehen können.

Das erklärt z. B. diese Feststellung von Herrn Braunberger: „Die Menschen lebten im Rom zum Zeitpunkt von Christi Geburt im Durchschnitt kaum schlechter als im Rom des Jahres 1200.“ Das Ende der Antike bzw. des Weströmischen Reiches war eine entsprechende Katastrophe, insbesondere für die Römer. Vielleicht trifft das auch auf die Neolithische Revolution zu (siehe ‚Verschlechterten Ackerbau und Viehzucht das Leben?‘). Auf jeden Fall würde ein Dritter Weltkrieg so wirken. Doch in normalen Zeiten gibt es Wachstum.

Allerdings kann dieses Wachstum auch zu mehr Menschen führen, die ernährt werden können, ohne pro Kopf wirklich reicher zu werden. Im Grunde ist das die These von Thomas Malthus. Alle (land)wirtschaftlichen Produktivitätsgewinne würden durch das Bevölkerungswachstum nivelliert. Insbesondere das gilt spätestens seit der Industriellen Revolution nicht mehr. Höhere Wachstumsraten haben dazu beigetragen, aber auch ein Rückgang der durchschnittlichen Kinderzahl pro Familie. Dieser Trend hält bis heute weltweit an.

Mit steigendem Wohlstand geht die Kinderzahl zurück. Allerdings bin ich nicht sicher, ob dieser Zusammenhang kausal ist. Eigentlich sollte man sich mit größerem Wohlstand mehr Kinder leisten können. Deshalb ist der Zusammenhang wohl etwas komplizierter. So führt die geringere Kindersterblichkeit, sei es durch bessere Ernährung oder medizinische Versorgung, dazu, dass nicht mehr so viele Kinder geboren werden müssen, um eine vergleichbare Zahl an Erwachsenen hervorzubringen. Typischerweise steigt bei sinkender Kindersterblichkeit die Bevölkerungszahl erst an, bis die (potentiellen) Eltern reagieren und die Zahl der Geburten sinkt.

Ein anderer wichtiger Grund für sinkende Geburtenzahlen dürfte sein, dass die Opportunitätskosten von Kindern gestiegen sind. ‚Mütter verdienen wegen ihrer Kinder weniger […]‘ und haben zugleich höhere direkte Kosten. Früher dienten eigene Kinder hingegen nicht nur der Altersvorsorge, sondern konnten schon in jungen Jahren zur Feldarbeit geschickt werden. Wem heutzutage Kinder direkt mehr nutzen als kosten, der hat in der Regel auch immer noch mehr als andere, die kräftig zuzahlen. Bei diesen steigt dann der individuelle Wohlstand mit weniger oder gar keinen Kindern.

Greenpeace verletzt nach schwerem Diebstahl Menschen

„Volkswagens seltsames Verständnis für den tausendfachen Diebstahl“ von Autoschlüsseln durch Greenpeace war keine gute Idee, sondern hat die überhaupt nicht friedliche Organisation zu einer noch kriminelleren Aktion heute angestachelt. „Motorgleitschirmflieger landet im Stadion – Technikerin verletzt“ beim ersten deutschen EM-Spiel in München, welches übrigens Frankreich durch ein Eigentor von Mats Hummels gewann. Bei dieser Aktion von Greenpeace gegen VW hätten noch mehr Menschen verletzt oder sogar getötet werden können. Hinzu kommen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch.

Ein Greenpeace-Sprecher erklärte danach: „Es war natürlich nie unsere Absicht, jemanden zu verletzen.“ Doch das ist passiert und wurde mindestens grob fahrlässig in Kauf genommen. Greenpeace sollte mindestens die Gemeinnützigkeit entzogen werden, sogar ein Verbot als kriminelle Vereinigung wäre gerechtfertigt. Dabei geht es nicht um die politischen Forderungen, die man teilen kann oder auch nicht, sondern die fast immer illegalen Mittel, um in die Medien zu kommen und Spendengelder zu akquirieren.

Luftpiraterie durch Weißrussland

Heute wurde von der Regierung in Weißrussland (Belarus) eine „Ryanair-Maschine zur Landung gezwungen [und ein] Regimekritiker festgenommen“, was der Zweck dieser völlig illegalen und bislang beispiellosen Art von Luftpiraterie und Flugzeugentführung war. Als Vorwand zur Umlenkung des Fluges diente eine angebliche Bombendrohung. Doch gerade bei einer scharfen Bombe hätte das Flugzeug am viel näheren Zielflughafen von Vilnius in Litauen landen müssen statt in Minsk, wohin es von einem Kampfjet gezwungen wurde. Eine Bombe wurde dann auch nicht gefunden, aber der regimekritische Blogger Roman Protasewitsch wurde verhaftet. Ihm droht nun die Todesstrafe wegen Terrorismus, der tatsächlich von Diktator Alexander Lukaschenko ausgeht. EU und NATO sollten darauf reagieren und ihre Sanktionen ausweiten. Der Luftraum von Weißrussland ist außerdem für unsicher zu erklären, was er durch den Vorfall objektiv ist, und für den zivilen Flugverkehr zu sperren.

Hamas attackiert Israel physisch und Fridays for Future digital

Die „Hamas feuert 130 Raketen auf Tel Aviv“, nachdem sie vorher schon andere Ziele in Israel beschossen und dabei zwei Zivilisten getötet und viele weitere verletzt hatte. Das geht bereits über Terrorismus hinaus und ist ein kriegerischer Akt. Allerdings handelt es sich um eine sehr asymmetrische Kriegsführung, da Israel militärisch völlig überlegen ist. Gezielte Reaktionen sind auch völlig legitim, während die Hamas völlig ziellos schießt und den Tod von unbeteiligten Zivilisten einschließlich Kindern nicht nur in Kauf nimmt, sondern eigentlich beabsichtigt, aber zum Glück nicht über die Mittel für massenhafte Morde verfügt.

Es ist moralisch und politisch richtig, sich klar auf die Seite der angegriffenen Israelis zu stellen und nicht auf die der angreifenden Terrororganisation oder beide Seiten gleichzustellen. Leider sehen das insbesondere viele Linke anders, z. B. Greta Thunberg (aber auch die ‚Jusos verschwestern sich mit israelfeindlicher Fatah-Jugend‘). Erst twittert sie gegen Israel und versucht sich dann als neutral und friedensliebend darzustellen (siehe „Kritik wegen Tweet zum Nahost-Konflikt – Greta Thunberg reagiert“). Ihre Bewegung Fridays for Future teilt Beiträge von propalästinensischen Aktivisten, die nicht nur zum Boykott von Israel aufrufen, sondern Israel sogar das Existenzrecht absprechen. „Jüdische Gemeinden in NRW kritisieren Luisa Neubauer“ derweil, weil sie bei Anne Will ohne Beleg Hans-Georg Maaßen der Verbreitung von Antisemitismus bezichtigte, was tatsächlich ihre eigene Bewegung tut.

Grüne wollen mit Linke und Linksextremistin koalieren

„Linke wählen Wissler und Bartsch als Spitzenduo“. Dietmar Bartsch ist für die Verhältnisse der umbenannten SED pragmatisch (was nicht viel heißt, siehe ‚Linken-Chef will Zwangsarbeit statt Erschießungen für Reiche‘), ist aktuell Fraktionsvorsitzender und war schon vor vier Jahren Spitzenkandidat, damals mit Sahra Wagenknecht. Nun hat er mit Janine Wissler eine andere Linksextremistin an seiner Seite (siehe ‚Linke wählt Linksextremistin zur Vorsitzenden‘).

Das eigentliche Problem ist nicht einmal, dass Die Linke trotzdem wieder in den Bundestag einziehen wird, sondern dass sie erstmals realistische Chancen auf eine Regierungsbeteiligung hat. „‚Wer Baerbock wählt, der bekommt die Linkspartei'“. Das sagen nicht nur Unionspolitiker, sondern Robert „Habeck schließt Grün-Rot-Rot nicht aus – und fordert von Linkspartei Bekenntnis zur Nato“. Die „Linke lehnt Bekenntnis zur Nato ab“, was aber nichts heißen muss. Die Grünen forderten 1998 auch noch den Austritt aus der NATO, um dann gleich Deutschland in den ersten, auch noch völkerrechtswidrigen Angriffskrieg seit 1945 zu führen. Die Linke hat unter ihrem alten Namen die Nationale Volksarmee auch in Militäreinsätze geschickt, die Angriffskriege der Sowjetunion bejubelt und auf die eigenen Bürger schießen lassen. Schließlich könnten sie in einer Regierung auch weiter Kritik an der NATO äußern, ohne dass diese zu einem Austritt aus der NATO oder der Regierung führen müsste.

In den meisten anderen Politikfeldern ist nämlich die Schnittmenge zwischen Linke, Grünen und SPD sehr groß. Dem Klimaschutz soll alles untergeordnet werden und die individuelle Freiheit wollen sie mit dieser und auch jeder anderen Begründung so stark wie möglich beschneiden. Der einzige Vorteil an Grün-Rot-Rot wäre, dass es dann vielleicht endlich wieder eine ernsthafte Opposition gäbe, während insbesondere eine grün-schwarze Regierung die Union endgültig entkernen würde, wie in Baden-Württemberg bereits zu beobachten ist.