LKR drückt sich vor der Wahl in NRW

Die Liberal-Konservativen Reformer (LKR) waren eigentlich schon wenige Wochen nach ihrer Gründung als Allianz für Fortschritt und Aufbruch (ALFA) (siehe ‚Lucke wird einziger Vorsitzender von ALFA‘) ein völlig hoffnungsloser Fall. Bei der Gründung gab es noch die kleine Chance, dass hinreichend große und vor allem vernünftige Teile Herrn Lucke aus der AfD folgen würden, so dass diese hätte beerbt werden können. Doch schon nach kurzer Zeit war klar, dass das nicht passierte, sondern Frau Merkel durch ihre Einladung an alle Welt der AfD eine zweite Chance gegeben hatte, während zur ALFA nur wenige Mitglieder wechselten oder neu kamen, darunter etliche Problemfälle. Die Parallelen zur AfD sind erstaunlich, nur dass der Erfolg beim Wähler fehlt.

Jetzt geht man in NRW noch einen Schritt weiter und will sich gar nicht mehr dem Wähler stellen (siehe „Weiße Flagge bei Kleinstpartei: AfD-Abspaltung gibt Teilnahme an Landtagswahl auf“). Dabei gab es schon eine Landesliste, Unterstützungsunterschriften dafür, ein Wahlprogramm zur Landtagswahl und sogar eine Mitgliederbefragung, bei der sich eine deutliche Mehrheit für den Wahlantritt aussprach. Doch der Landesparteitag stimmte gestern dagegen und wählte einen neuen Landesvorstand, der den AfD-Landesvorstand wie ein echtes Kompetenzteam erscheinen lässt. Der Anteil an Pleitiers und Extremisten ist jetzt bei LKR höher, so dass es sich definitiv nicht um eine bürgerliche und gemäßigte Alternative zur Alternative handelt. Offiziell schätzt man die Chancen bei der Landtagswahl als zu gering ein, so dass man sich auf die Bundestagswahl konzentrieren will. Doch auch dort wird man wie im Saarland und in Schleswig-Holstein im Promillebereich bleiben. Wer braucht noch eine radikale Kleinstpartei, die die Wähler nicht nur nicht umwirbt, sondern regelrecht fürchtet?

138 Gedanken zu „LKR drückt sich vor der Wahl in NRW

    • Haben wir bereits durch! Die Wahlalternative, Vorläufer der AfD, hat es zur letzten niedersächsischen Landtagswahl mit den Freien Wählern versucht. Aber das ist nur ein Altherrenverein, der den Hintern nicht hoch bekommt. Und dass Hubert Aiwanger jeden Fortschritt blockiert, musste sogar Bernd Lucke schmerzlich erfahren.

      • Dass es funktionieren kann sieht man in Bonn mit dem BBB

      • Sie kommentieren hier wirklich jeden (!) Beitrag mehrfach in einer blasiert-motzenden Art. Was machen Sie eigentlich sonst so? Rentner?

    • Die FW haben den Fokus traditionell auf der Kommunal- und maximal Landespolitik und sind auch sehr heterogen. Von dem Bundespräsidentenkandidaten der FW, Alexander Hold, gab es sehr gute Statements auch zu bundespolit. Themen, aber das reicht natürlich nicht, um auch auf Bundesebene eine weitere Partei mit echter Chance auf 5% und mehr zu schaffen.

  1. Wenn das stimmt, dann kann man LKR ja bereits beerdigen. Seit letztem Jahr ein solcher Mitgliedsverlust – die Partei ist eine Karteileiche.

    Gar nicht so unwahrscheinlich, dass Lucke zur CDU zurückkehrt, wobei, mittlerweile taugt er nicht einmal mehr als PR-Coup, um unzufriedene AfD-Wähler zurückzuholen. Wäre Lucke kein abgehalfterter Politiker, sondern C-Promi oder in Ungnade gefallener Fußballer, RTL würde alles daran setzen, ihn ins Dschungelcamp zu lotsen. Wobei, Ronald Schill ist ja auch bei Big Brother gelandet. Allerdings hat der Showfähigkeiten, die gehen dem biederen Lucke doch ziemlich ab. Und glücklicherweise wird Lucke vermutlich auch besser mit seinem Geld umgehen können.

    Das zeigt aber nur eines: Es gab eine Chance für eine Partei neben der Union. Das war und ist die AfD. Scheitert die AfD, dann war es das. Die Leute haben genug von Parteigründungen. Die AfD hat diese historische Aufgabe und muss liefern.

    Heute kam die Nachricht, dass Petry nicht mit Gauland als Spitzenteam antreten möchte. Eigentlich gehört Gauland in ein Spitzenteam, schließlich vertritt er einen großen Flügel in der Partei und ist auch darüber hinaus in der Partei geachtet. Hoffentlich habe ich den Artikel richtig gelesen und Gauland verzichtet tatsächlich freiwillig auf eine Kampfkandidatur gegen Petry. Das wäre eine große Geste, denn es würde beweisen, dass er den Erfolg der Partei über persönliche Posten stellte. Petry dagegen würde in einem ziemlich schlechten Licht erscheinen. Denn was es jetzt vor der Wahl sicher nicht braucht, ist Streit. Petry kann zwar nicht die Zukunft der Partei sein. Dafür ist aber noch Zeit bis nach der Wahl.

    • Die AfD hat immer noch Chancen, aber ist langfristig noch längst nicht in trockenen Tüchern. Die Fortsetzung des offenen Machtkampfes vor der Bundestagswahl ist ein schwerer Fehler. Am besten wäre ein Spitzenteam mit Gauland, Petry und Weidel. Dazu wird es wohl nicht kommen, doch Frau Petry muss unbedingt eingehegt werden. Wenn im Spitzenteam neben ihr nur Vasallen von ihr sitzen, schwinden die Chancen sowohl bei der Wahl als auch danach.

      Sollte die AfD irgendwann ähnlich bedeutungslos werden wie LKR, dann gibt es auch wieder Chancen für eine neue Partei, doch vorher nicht.

      • 100 Prozent Zustimmung. Das wäre das passende Spitzenteam, weil alle Strömungen abgedeckt wären.

        Und ja, die AfD ist weder verloren noch in trockenen Tüchern.

        Petry wird noch über sich selbst stolpern. Sie ist allenfalls Quasi-Spitzenkandidatin auf Abruf. Sie hat einfach zu viele Mitglieder gegen sich aufgebracht. Das ist vielleicht der Unterschied zu Höcke. Höcke mag politisch katastrophal sein. Aber er scheint im persönlichen Umgang so etwas wie Charme zu besitzen, anders kann ich mich seine vielen persönlichen Freunde, die er in der AfD gewonnen hat, nicht erklären. Das würde jedenfalls zu den Zeitungsberichten passen, die Höcke als äußerst beliebten Lehrer beschrieben. So jemand verzeiht man mehr Fehltritte als einer Beißzange wie Petry.

      • Wenn ich mir eine Spitze zur BTW wünschen könnte,
        wären dies Herr Holm, Herr Bystron und Herr Hampel.

        Begründung:
        Mit diesen Personen könnten auch (fast) alle AfDler
        leben, da sie nicht so stark polarisieren.
        Außerdem kommt jeder von ihnen sympatisch herüber,
        was es den Medien schwer machen würde, zu einer
        „Nazi-Jagd“ zu blasen.

        Außerdem würde Frau Merkel dann noch weiter unter
        Druck geraten, da sie in ihrem Heimatwahlkreis gegen
        Herrn Holm antritt. Ein schwaches Abschneiden von
        Merkel in ihrem Heimatwahlkreis wäre dann keine
        Empfehlung für die CDU, an ihr festzuhalten.

        Gauland wirkt in der öffentlichen Wahrnehmung sehr
        knöchern, Petrys Schwächen wurden hier schon genug
        diskutiert. Weidel hat schon in ihrem Kreisverband und
        Landesverband eine eher schwache Performance
        gezeigt.

      • Herr Holm wäre eine gute Wahl, Herr Hampel polarisiert hingegen sehr stark, zumindest in seinem Landesverband Niedersachsen.

        Es hat sich wohl überhaupt kein Kompetenzteam nach den seltsamen Vorgaben des Konvents beworben, so dass die Mitglieder gar nicht mehr gefragt werden, sondern das Spitzenteam irgendwie ausgekungelt und dann von den Delegierten absegnet wird.

      • Prof. Dilger

        Sie haben recht. Herr Hampel ist genauso wenig vertrauenswuerdig wie Herrn Gauland etc. Hampels Antiamerikanismus und Putinverstehen sind bewaehrte Mittel der Populisten in der AfD. Haben wir schon vergessen seine Besuche der russischen Botschaft und seine Intrigen mit der Initiative gegen gemaessigte Mitglieder in NDS? Zeiten wo ganze Kreisverbaende und LV durch Radikale unterwandert wurden?

  2. Bernd Lucke und seine Getreuen hätten viel mehr bewegen können, wenn sie nach dem Parteitag in Essen in der AfD geblieben wären und ihre eigene Plattform/Flügel gebildet hätten. Heute ist Lucke bedeutungslos und das ist alleine seine Schuld, denn er ist kein Teamplayer. Das viele Geld von Hans-Olaf Henkel kann ihn auch nicht retten. Es steht mit dem Rücken zur Wand, hat alles falsch gemacht und gutgemeinten Rat in den Wind geschlagen. Ich hoffe, dass er sich nicht irgendwann etwas antut….

    • Prof. Lucke hat in Essen eine Niederlage erlitten aber verlies AfD in geordneter Weise. Sonst waere er von organisiertem Mob in darauffolgenden Monaten zermuerbt und beleidigt. Er haette nur etwas bewegen koennen wenn er konfrontativ noch vor Bremen geklaert haette wie sieht die Grundausrichtung seiner Partei und wer mitmacht, auch auf die Gefahr dass es frueh zu einer Spaltung gekommen waere. Dazu gehoerte auch ein Parteiprogramm oder festhalten an den urspruenglichen 4.Seiten.

      • Herr Lucke hat die AfD doch nicht geordnet und anständig verlassen, sondern dafür den Weckruf genutzt, der erkennbar zur Spaltung der Partei gegründet worden war, auch wenn das vor Essen vehement geleugnet wurde. Allein das hat ihn viele Sympathien und Stimmen gekostet. Ein noch größerer Fehler war das Durchdrücken einer neuen Satzung in Bremen. Das war ein typischer Pyrrhussieg. Am besten hätte er ganz auf solch eine umfangreiche Satzungsänderung verzichtet, weil am Ende Personen entscheidend sind und nicht Paragraphen. Doch wenn er unbedingt meinte, mehr formale Macht zu benötigen, dann hätte er die Satzungsänderung auf dem gleichen Parteitag wie die Neuwahl des Vorstands organisieren müssen, sei es schon in Bremen oder dann in Essen. So brauchte er zweimal eine Mehrheit, was seinen Gegnern, die er nicht entschlossen genug bekämpfte oder bis kurz vor Schluss nicht einmal als solche erkannte, viel Zeit und Propagandamittel gegen ihn verschaffte. Dass die Grundausrichtung der AfD nie richtig geklärt wurde und bis zu seiner Abwahl kein breit beschlossenes Programm vorlag, lag doch auch vor allem an ihm. Schließlich wäre er kaum noch gemobbt worden, wenn er sich nach Essen in der AfD einfach passiv verhalten hätte. Vielleicht würde er jetzt schon wieder als große Hoffnung gefeiert, während LKR einfach hoffnungslos ist.

      • Lese ich das richtig und Lucke hat auch die LKR bereits „verloren“? Mit verloren meine ich, dass er die ganze Macht wollte, aber er und seine Getreuen bereits jetzt entmachtet sind? Er aber als Promi nochmal als Spitzenkandidat ran darf?

        Lucke war fachlich sicherlich gut, aber es mangelte an sozialer Kompetenz. Fachlich wäre er Petry sicherlich überlegen gewesen. Und die Ausgetretenen würden der AfD auch heute noch helfen. Nur hat Lucke nicht verstanden, dass es für eine erfolgreiche AfD alle braucht. Die Professoren und den Pöbel. Die alte AfD vor Essen ist für mich immer noch die beste Partei. Sie vereinte Kompetenz und klare, direkte Ansagen (böse Zungen nennen das Populismus). Nun ist die neue AfD das geringste Übel.

      • Richtig ist, dass Herr Lucke schon länger nicht mehr an der Spitze von LKR (bzw. zuvor ALFA) steht, aber deren Spitzenkandidat für die Bundestagswahl ist. Ich denke, dass er von sich aus auf den Parteivorsitz verzichtet hat, um sich nicht um das Klein-Klein der Parteiarbeit kümmern zu müssen. Jetzt zeigt sich aber einmal mehr, wie wichtig dieses Klein-Klein ist. Natürlich kann ein Mann nicht alles allein machen, sondern muss delegieren und vor allem die richtigen Leute identifizieren können.

        Die AfD war 2013 ein echter Hoffnungsträger. Aus meiner Sicht begann direkt nach dem knapp verpassten Einzug in den Bundestag der Niedergang, an dem Herr Lucke aktiv mitwirkte. Der Tiefstpunkt wurde in Essen bzw. kurz danach erreicht. Frau Merkel hauchte dann der AfD neues Leben ein. Im Grunde handelt es sich jetzt um eine neue Partei, die vor allem vom Protest gegen Frau Merkel bzw. alle etablierten Parteien lebt, aber noch nicht aus eigener Kraft positiv für etwas steht.

      • Weckruf zu gruenden war doch eine Verteidigungsreaktion und ein Versuch Fronten zu klaeren! Es war eine Reaktion auf Platformen, Initiativen und vernetzte Konspiration der radikalen Nationalchauvinisten in AfD. Weckruf als unanstaendig zu bezeichnen ist irrefuehrend!

        Ist es nicht unanstaendig jetzt Herrn Lucke und LKR zu diffamieren um von AfD abzulenken? Prof. Dilger, Sie sind selbst damals ausgetretten statt gegen Nationalchauvinisten-Guerilla weiter tapfer zu kaempfen!

      • Natürlich ist es unanständig, wenn der Bundesvorsitzende einer Partei vom Amt aus die Gründung einer Gegenpartei betreibt. Das gilt ganz allgemein, nicht nur für die AfD (sondern z. B. auch LKR, wo das doch noch einmal versucht wurde, dann aber mangels Zuspruch unterblieb). Für den Konflikt innerhalb der AfD hat der Weckruf doch nachweisbar auch nichts gebracht, sondern geschadet.

        Was ist denn LKR anderes als eine Ablenkung von der AfD? Inzwischen kann man nicht einmal behaupten, dass LKR gemäßigter und vernünftiger wäre. Beim Essener Parteitag schien mir die AfD verloren, nicht zuletzt weil der Austritt von Herrn Lucke und vielen Mitstreitern absehbar war. Dass Frau Merkel kurz darauf die AfD so stark unterstützen würde, konnte niemand ahnen.

    • Man kann in die Menschen nicht hineinschauen, doch eigentlich ist Herr Lucke nicht der Typ dafür, um sich etwas anzutun, zumal er auch noch ein Leben sowie Erfolge außerhalb der Politik hat. Ich wünsche ihm alles Gute und die Einsicht, es nicht mit noch einer neuen Partei zu versuchen, schon gar nicht an der Spitze.

    • Man wollte alles oder gar nichts und hat schlußendlich gar nichts bekommen.

      Es hätte aber auch in der Partei nicht mehr geklappt, da denen, die gegangen sind, ihr bürgerlicher Ruf letztlich wichtiger war. Und auch nicht jeder hatte mehr Lust, quartalsweise Nacht der Langen Messer spielen. Die Partei ist dafür jetzt wesentlich homogener und die Auseinandersetzungen an der Spitze sind nicht so sehr Ausdruck von Richtungs- als von Machtkämpfen.

      • Die ÖDP hatte sich ursprünglich als bürgerlich-konservativer Flügel einstmals von den Grünen abgespalten. Inzwischen sind sie aber wieder so weit nach links gerückt, dass es keine nennenswerten Unterschiede zu den Grünen gibt. Wie LKR, so was brauchen wir nicht!

      • Die ÖDP ist keine liberale und im herkömmlichen politischen Sinne (wenn man vom Umweltschutz absieht) auch keine konservative Partei, aber viel weniger links als die Grünen.

      • Ich kenne viele Mitglieder der ÖDP, darunter auch einige ehemals führende. In den Kommunalparlamenten hat die ÖDP normalerweise eine eigene Fraktion (oder ist fraktionslos, falls es nicht zur Fraktionsstärke reicht), aber vereinigt sich nicht mit den Grünen oder SPD.

        Das Menschenbild der ÖDP würde ich christlich-ökologisch verorten. Traditionelle Familienwerte spielen immer noch eine Rolle. Auch sind die Menschen ganz andere als bei den Grünen. Man findet bei der ÖDP keine Leute der Antifa und auch nicht die Schickimickiakademiker der Grünen. Sondern eher den alteingesessenen Landwirt vom Land. Oder andere hart arbeitende Personen.

        Liberale Wirtschaftspolitik kann man freilich nicht erwarten, aber auch keinen Sozialismus à la Linkspartei. In der Flüchtlingsfrage kenne ich die Position nicht genau. Ich würde aber vermuten, dass es weder eine Refugee-Welcome-Meinung wäre noch würde man Schießbefehle unterstützen. Ich würde vielmehr vermuten, dass die Partei diesbezüglich sehr gespalten wäre in Anhänger, die Seehofer ganz toll finden und solche, die total auf Flüchtlingshilfe stehen, ohne jetzt aber am Bahnhof zu klatschen.

        Ich kenne auch einige jüngere Wähler der ÖDP. Wie generell in jungen Jahren stehen diese eher links. Aber sie stehen vernünftig links, sind pragmatisch und schütteln genauso nur entsetzt den Kopf, wenn die Antifa wieder zum Marsch ansetzt.

        Mir ist die ÖDP allemal lieber als die Grünen.

      • Die ÖDP ist ein gutes Beispiel für eine Partei von Idealisten, die auf Bundesebene immer eine Klein(st)partei gewesen ist und nur in einigen Kommunen, vor allem in Bayern, auch etwas größere Erfolge erzielen konnte. Auf Landesebene war aber spätestens bei ca. 1% bis 2% Schluss, meistens deutlich darunter. Die ÖDP hat sehr viele junge Idealisten verschlissen, als diese sehen mussten, dass trotz hohen Einsatzes kaum was zu erreichen war.

        Ähnlich zur Weckruf/ALFA/LKR-Abspaltung von der AfD galt auch für die ÖDP, unter Herbert Gruhl von den Grünen 1982 abgespalten: Wer geht, verliert.
        Herbert Gruhl (MdB, zunächst CDU), mit dem Bestseller „Ein Planet wird geplündert“ in den 1970ern bekannt geworden, war Protestant, konservativ und ein Verfechter des deutschen Nationalstaats. In der Bevölkerungsexplosion und den Migrationsströmen sah er – neben unserer Konsum- und Wegwerfgesellschaft sowie der Atomenergie – eine große ökologische Bedrohung. Gegen Gruhl setzte sich dann in der ÖDP eine (vereinfacht ausgedrückt) „linkskatholische Strömung“ durch, die sich im Wesentlichen durch ihre sehr strikte Ablehnung der Abtreibung von den Grünen unterschied. Viele dieser ÖDPler waren oder sind übrigens aktiv in der „Aktion Lebensrecht für alle“ (Alfa).

        Interessanterweise konnte die ÖDP in jüngerer Vergangenheit unter einem jungen, charismatischen Bundesvorsitzenden, Sebastian Frankenberger, einiges Aufsehen erregen und durch außerparlamentarische Aktionen/Volksbegehren auch Erfolge erzielen (Nichtraucherschutz; Abschaffung des bayerischen Senats).

        Doch auch in dieser kleinen Partei ging und geht es offenbar nicht übermäßig harmonisch oder zumindest halbwegs professionell zu: Herr Frankenberger hat die Partei nach mehreren Jahren sehr hohen Engagements (Bundesvorsitzender 2010 bis 2014) dann 2015 verlassen und sich aus der dt. Politik zurückgezogen.

      • Die Leute der ÖDP, die ich kenne, sind aber auch so mal gar nicht kompatibel mit den Grünen. Streng katholisch vom Land, 10 Kinder und sicherlich nichts für Genderquatsch übrig. Eine Abspaltung von den Grünen macht da durchaus Sinn. Die Unterschiede waren einfach zu groß. Das sieht man auch am Wahl-o-Mat. Da habe ich bei der ÖDP durchaus mal relativ hohe Zustimmungswerte, bei den Grünen stets mit die geringsten.

        Alfa und AfD unterschieden sich hingegen nur in Nuancen. Über die grundsätzliche Politik war man sich doch einig. Lediglich um das Wie wurde gestritten und wie radikal man sich positionieren sollte. Die Trennung fand nicht aufgrund Inhalten statt, es ging um Personen. Das wäre vielleicht jetzt der Fall, wenn die Migrationskrise in den Hintergrund träte, dann gäb es vielleicht Differenzen zwischen Neoliberalen und Sozialisten im Osten. Da käme es eben auf die Kompromissbereitschaft an, ob man sich auf einen Kurs der Mitte (ehemalige CDU) einigen könnte, um Volkspartei zu werden. Denn nur so könnte man die anderen Themen, bei denen Einheit herrscht, durchsetzen.

  3. Guten Morgen!

    ALFA/LKR ist am Egomanen, Herrn Lucke, gescheitert. Mit den rund zehn Prozent im Rücken, die nach dem Parteitag in Essen die AfD verließen, hätte er einen starken Rückhalt gehabt.

    Wie ein kleines Kind, welches seinen Willen nicht bekommt, verließ er dann ,seine Partei‘. Und hat Herr Lucke nicht seinen Weg in die Bedeutungslosigkeit selbst herbeigeführt, indem er die Gründung des Weckrufes zuvor in Szene setzte?

    Hat ,Bernie‘, den ich hier erstmalig in Wardenburg persönlich kennen lernte, und von dem ich sehr viel hielt, nicht verstanden, dass man auch innerparteilich mal zurückstecken muss? Beim Aufbau einer bundesweiten Partei haben persönliche Interessen erst einmal zurück zu stehen! Das gilt natürlich momentan auch für die jetzigen Personen an vorderster Front.

    Für den Denkzettel in Essen sind er und seine Jünger erst mal allein verantwortlich. Glaubte er, die meisten Mitglieder sind doof und merken die Heimtücke nicht, mit der er der AfD in den Rücken fiel? Das ist vermutlich das vorhersehbare Ende der LKR.

    Die etablierten Parteien handeln übrigens genau so. Sie machen schlechte Politik und betrügen die Wähler. Und CDUSPDLINKeFDPGrüne denken, die Wähler merken es nicht. Das drückt sich beim Deutschen Volk dann in Frust und Parteiverdrossenheit aus. Oder sie wählen auf einmal die Alternative…

    Mit freundlichen Grüßen

    • Das sehe ich auch so. In der AfD hat man sich noch über den Abgang von Herrn Lucke und seinen Getreuen gefreut, statt den großen Verlust an fachlicher und persönlicher, wenn auch nicht unbedingt politischer, Kompetenz zu bedauern. Mit Pleitiers und Radikalen an der Spitze wird es auch für die AfD langfristig schwer, während LKR so gar keine Chance hat.

      • Was meinen Sie bitte im Zusammenhang mit Herrn Lucke als (seine) „persönliche“ Kompetenz?

      • Herr Lucke ist auf jeden Fall seriöser als Frau Petry oder Herr Pretzell. Außerdem bezog ich mich nicht nur auf ihn, sondern auch Mitstreiter wie die Herrn Kollegen Starbatty und Schiele.

  4. Freie Wähler und ähnliche Gruppierungen können im kommunalen Bereich sehr erfolgreich für die Bürger agieren; Sie sind auch ein Beispiel dafür.
    LKR hingegen wollte die große Politik an ihren empfindlichen Stellen packen und zu Reformen treiben, dort wo es knirscht und knackt, Rechtsstaat, Euro, Direkte Demokratie, Markt und Wachstum und Sozialsystem. Dazu musste man sich zeitig gründen. Der Weckruf war da. Das Programm dafür konnte sich sehen lassen, war präsentabel. Nun verschluckte sich wiederholt an denen, die nur ihr eigenes Weiterkommen im Auge haben.
    Ein engagierter Versuch ist in NRW erst einmal grandios gescheitert. Und weiterhin stellen wir uns die Frage: Wie können wir unseren Staat zukunftssicher machen und Deutschland bewahren.

    • Liebe Frau Konorza – Grüße nach Bonn! Gerade in Ihrer Stadt haben wir ja einen guten Beleg dafür, wie erfolgreich z.B. der Bürger Bund Bonn (BBB) bei Wahlen ist. Er gehört ja zum Verbund der Freien Wähler. – Die Wählergemeinschaften haben jenes Fundament aufgebaut, welches den Neugründungen (LKR usw. ) leider fehlt. Nur hatte der Erfolg des BBB eben auch mit einem überregionalen Thema (Umzug bleibt Unfug – Bonn als dauerhafter Standort der Ministerien) zu tun. Das haben viele Freie Wähler noch nicht begriffen. Leider auch meine Mitstreiter in Köln nicht. Langfristig muss man sich im Land und im Bund engagieren. Ansonsten droht man zum „Machterhaltungs-Anhängsel“ von CDU und SPD zu verkommen. Letztlich braucht man auch nur 1-2 große Themen (Euro-Krise allein reicht nicht mehr). Denn Ziel sollte es nicht sein, möglichst schnell eine große Volkspartei zu werden. Themen wie Asyl und Zuwanderungspolitik eignen sich nicht zur Zuspitzung, weil eben in der Folge die falschen (rechten) Kreise angezogen werden und dann die Stimmung „kippt“. Überhaupt erachte ich es als falsch, sich dezidiert rechts von der Union zu verorten. Ein Kurs wie ihn z.B. Rutte und seine VVD in den Niederlanden fährt, könnte auch in Deutschland erfolgreich sein. Modern und um die Werte der Rechtsstaatlichkeit besorgt. In diesem Sinne müssen wir auch die Islam-Debatte führen. Nicht wie Lucke und Petry, die immer vor allem die „christlichen Werte“ betont haben. Überhaupt ist diese ganze „CSU-Nostalgie“ Mist. Die Erfolge der CSU unter Strauß waren Kinder ihrer Zeit. Das lässt sich nicht wiederholen. Heute würde dieser Mann und seine Affärenpolitik, politisch keine 4 Jahre überleben.

      • Das Hauptproblem ist, dass die vielen kommunalen Freien Wähler nicht mit der gleichnamigen Partei zusammenarbeiten wollen. Andernfalls könnte es die mitgliederstärkste Partei in Deutschland sein, die auch Chancen in den Ländern und im Bund hätte. Allerdings müsste man sich dazu auch auf gute Programme im Bund und in den Ländern einigen. Mittlerweile will die Partei aber doch z. B. auch den Euro retten, so dass die Unterschiede zu FDP und CDU nicht hinreichend groß sind.

      • Hallo Herr Dilger, ja das ist ein großes Problem. Allerdings bin ich geneigt die „Euro-Kröte“ inzwischen zu schlucken. Es kommt aber auf die Bedingungen an. Das Grundproblem ist doch immer noch der Maastricht-Vertrag und das Fehlen eines Ausschluss-Szenarios für jene Länder, die die Kriterien nicht schaffen, oder nicht einhalten möchten.

      • Der Maastricht-Vertrag ist faktisch tot. Allerdings braucht man nicht einmal ein Ausschluss-Szenario, eine geordnete Ausstiegsoption würde reichen, insbesondere wenn für den Verbleib im Euro keine Riesensubventionen mehr gezahlt würden.

      • Das Problem am Euro ist doch längst nicht mehr die Nichteinhaltung des Maastrichter Vertrags, sondern die Politik der EZB. Deshalb ist es um den Euro ja auch so ruhig geworden. MMn. hilft da nur ein sofortiger Austritt und selbst mit diesem wird man sich von den Auswirkungen der Geldpolitik der EZB nicht komplett isolieren können.

        Bei ESM und Co. ging es allenfalls um den deutschen Staatsbankrott. Die Politik der EZB ist ungleich gefährlicher und bringt das komplette Wirtschaftssystem in Gefahr. Das, was momentan aus Sicht der EZB ganz gut funktioniert, kann durchaus entgleiten. Dann hilft nur noch beten. Da geht es dann nicht mehr um eine schleichende Umverteilung und Enteignung des deutschen Sparers, dann geht es um viel mehr.

      • Wenn Deutschland austritt, ist der Euro sofort Geschichte. Politisch wird das jedoch nicht passieren. Irgendwann wird jedoch ein Land austreten. Wenn es klein ist, wird man mit noch mehr Geld gegenhalten wollen; wenn es groß ist, z. B. Frankreich oder Italien, dann zerbricht die gegenwärtige Eurozone und bleibt höchstens ein Nordeuro o. ä. Wenn das ungeordnet geschieht, wird es extrem teuer. Doch je länger man damit wartet, desto teurer wird es.

    • Ein gutes Progamm oder eine (vermeintliche) Lücke im Parteienspektrum reichen nicht für eine erfolgreiche Parteigründung. Herr Lucke hat wesentliche Fehler der AfD-Gründung wiederholt, nur dass bei ALFA bzw. LKR auch noch die Wähler ausbleiben. 2017 bleibt deshalb nur die Wahl des kleinsten Übels. Danach sehen wir weiter.

      • Tja, ich hoffe immer noch auf eine Partei wie die VVD in den Niederlanden. Die alte FDP macht leider weiter so wie bisher und profitiert ausschließlich von Merkels Schwächen und dem Rechtsruck der AfD. Ich kann nur hoffen, dass das Comeback der FDP am Ende so mager ausfallen wird, dass sich in der Folge, sozusagen aus dieser „Konkursmasse“ heraus etwas Positives entwickeln kann. Vielleicht in Kombination mit Freien Wählern und LKR. Hierfür bräuchte es aber mindestens 2 charismatische Persönlichkeiten und 2 große Themen.

      • Die Lindner-FDP ist leider für eine ernsthafte Erneuerung zu erfolgreich. Für noch eine neue Partei sehe ich momentan nur zwei Außenseiterchancen: Man braucht entweder einen echten Prominenten (Wolfgang Bosbach wäre ideal, es ginge aber z. B. auch Günther Jauch) oder ein ganz breites Bündnis von allen bürgerlichen Klein- und Kleinstparteien. Von außen betrachtet fallen deren Unterschiede doch überhaupt nicht ins Gewicht, zeigt die Zersplitterung aber die mangelnde Politikfähigkeit. Große Themen gibt es leider mehr als genug.

      • Wolfgang Bosbach ist ein ganz feiner Kerl. Durch seine fortgeschrittene Krebserkrankung ist von ihm leider allerdings nicht mehr viel zu erwarten.

        Versuche, die ganzen bürgerlichen Splitterparteien zu einen, gab es in den letzten Jahrzehnen immer wieder. Sie haben nie zum Erfolg geführt und sind fast immer am Egoismus einzelner Provinzfürsten gescheitert.

  5. Johannes Willi Knaup (ehemals stellv. Landesvorsitzender LKR NRW )
    Diese Inszenierung war sorgsam geplant, Kott, Vogel, Pott und Jungblut u.a. spielten ihre einstudierten Rollen gut. Die Nebenrollen waren an die Lautstarken im Saal verteilt.
    Dieses Schauspiel aber war ein klarer Bruch der vorherigen gemeinsamen Vereinbarungen aus Siegen. Kott war zur Neutralität als Vergleichsgrundlage verpflichtet, tatsächlich aber hat er massiv die Meinungsbildung beeinflusst und zur Nichtwahl aufgefordert. Schon das ist ein Grund, die getroffene Entscheidung einer Vergleichsvereinbarung für diesen LPT zu überprüfen. Herr Vogel verstieß mit Absicht wiederholt gegen die Satzung der GO für Parteitage. [Insgesamt 199 von 699 Wörtern gekürzt, AD.]
    Aus dem alten LaVo NRW bin ich übrigens nicht zurückgetreten, interessiert hat das in Sachen Neuwahl des LaVo niemanden, locker geht der neue LaVo offensichtlich mit dem um, was man da als Recht empfindet. Ich habe nach dem übel manipulierten Entscheid, nicht an der NRW Wahl teilzunehmen, den Saal verlassen müssen, damit mich mein Bluthochdruck nicht umbringt.
    Aber ich kann auch eine „Niederlage“ hinnehmen, auch wenn das sehr weh tut, schließlich engagiere ich mich für die Partei, einen persönlichen Vorteil habe ich nicht, eher ne Menge Kosten. Die Partei aber hätte bei 1 Prozent in die Finanzierung kommen können und das nicht mindestens versucht zu haben, schadet der Partei für die nächsten Jahre. Für mich ist das eine Parteischädigung.
    Wie bekannt bin ich zwar der Meinung, die NRW Wahl wäre beste Werbung für LKR gewesen. Stand der UUs bei uns in PB war am 18.3. übrigens: Landesliste = 186 / Wahlkreis PB II- Knaup: 116 / Wahlkreis PB I – Wittenbrock-Heeg: 72 ( es wäre noch eine ganze Woche Zeit gewesen ). Heute nun eine wertlose Arbeit der letzten Wochen. Insgesamt war der Stand der gesammelten UUs in NRW über 1200. Ich habe 116 UU überwiegend aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis der Stadt erhalten. Das sind Menschen, die ich als Gymnasiallehrer in der Stadt alle gut kenne. Sie unterstützen mich als Person, obwohl sie zum Beispiel selbst Mitglied einer anderen Partei sind. [Hier noch ein Satz gekürzt, AD.] Dieses Hin und Her schadet nicht nur der Partei LKR, sondern auch mir persönlich. Ich mache mich unglaubwürdig.
    Für die Lucke AfD habe ich mit Mitstreitern vor Ort 2 Mandate im Rat der Stadt Paderborn erarbeitet, wir bildeten dort die AfD Fraktion, dann waren wir die ALFA Fraktion, nun sind wir die LKR Fraktion und stehen in der öffentlichen Presse Wahrnehmung noch immer positiv da, LKR kommen in der lokalen Presse positiv vor. Ordentliche Grundlagen für einen Wahlkampf in NRW. Wenn eine Partei lokal gut verankert ist, dann sehe ich durchaus gute Chancen auf ein ordentliches Wahlergebnis. Wer das bestreitet, zeigt, dass es ihm nicht um die Partei geht, sondern um seine persönliche Befindlichkeit, endlich im Leben einmal wichtig zu sein. Der jetzt eingeschlagene Kurs mit diesem neuen LaVo ist richtungsweisend, geht aber in die falsche Richtung. Glaubt jemand im Ernst, dass ein Nachäffen der AfD irgend jemand beeindruckt? Da wählt man lieber das Original.
    Ich bleibe in der LKR, weil wir von NRW aus vielleicht den Grundgedanken der LKR nach den Bundestagswahlergebnissen reorganisieren müssen.

    • Ich bewundere Ihre Leidensfähigkeit und Ihren Optimismus. Doch die LKR ist gleich doppelt gescheitert, sowohl bei den Wählern als auch bei Personal und Ausrichtung. Wer braucht eine erfolglose AfD 2.0? Sie sollten sich besser rein kommunal engagieren oder eine andere Partei suchen.

    • Schön dass die LKR in Paderborn eine Fraktion hat und in der lokalen Presse vorkommt. Leider kommen die LKR Paderborn und andere Fraktionen oder Einzelmandatsträger anderswo in NRW, so weit es welche gibt, auf der LKR-NRW-Webseite nicht vor. Aus der lokalen Verankerung hat die Partei absolut nichts gemacht. Insofern hat es der ehemals einzige AfD-Abgeordnete im Kreistag Düren richtig gemacht: Er ist nach seinem Austritt bei der AfD nicht bei ALFA eingetreten. Und steht jetzt als unabhängiger Kandidat auf dem Landtagswahl-Stimmzettel (www.walter-peters.de)..

  6. Die NRW-Wahl war vom Vorstand startklar vorbereitet, soweit es ging. Der wahre Grund: Man war bestrebt, diesen mit seiner liberal-konservativen Ausrichtung seit eineinhalb Jahren absetzen. Nun ists vollbracht. Glück auf zum „Richtungswechsel“ mitte-rechts. Schon an der Saar wird man das Liedchen linksherum singen.

  7. LKR wird wohl auch am Wochenende im Saarland nichts reißen.

    Interessant hingegen wird es für die SPD. Da sie ja laut „Qualitätspresse“
    und Meinungsforschern aufgrund des „Mega-Martin-Effektes“ angeblich
    binnen 4 Wochen um schlappe 60% zugelegt haben soll, müßte sie jetzt
    an der Saar eigentlich rund 49% der Stimmen holen
    (letzte LTW 30,6%*1,6=49%).

    Selbst wenn hier der Mega-Martin-Effekt nur unterdurchschnittlich ausge-
    prägt sein sollte – aufgrund von Einflüssen der Landespolitik – nur vorsich-
    tig taxiert 30% Zuwachs zu erwarten ist, dann ergäbe sich
    30,6%*1,3=40%

    Aber eigentlich müßte an der Saar mehr rauszuholen sein, denn die
    linken Piraten-Wähler (letzte LTW 7,4%) sollten mehrheitlich zur SPD
    heimkehren.

    Kurzum – jedes Ergebnis unter 35% würde darauf hindeuten, daß es
    keinen Mega-Martin-Effekt in der Realität gibt, und nur desillusionierte
    Piratenwähler zur SPD „heimgekehrt“ sind.

    Ich bin gespannt, was der Indikator „Saarland-Wahlergebnis“ zur
    „Mega-Martin“-Hysterie unserer „Qualitätspresse“ anzeigen wird.

    • LKR wird im Saarland unter einem Prozent bleiben. FDP und Grüne kommen auch nicht in den Landtag, die AfD schon, aber nicht wirklich glorreich. Die SPD legt auf jeden Fall zu und bildet vielleicht eine rot-rote Regierung, insbesondere wenn sie hinter der CDU bleibt und deshalb in einer Großen Koalition nur Juniorpartner wäre.

      • Warten wir ab. Ich denke, die Umfragen im Saarland sind mit großer Unsicherheit behaftet und alles möglich ist. CDU-SPD in beiden Variationen sowie Rot-Rot. Auch Grüne und FDP sind noch nicht sicher draußen, das halte ich nicht für ausgemacht.

        Die Wahl hat kaum Aufmerksamkeit bekommen, das ermöglicht Überraschungen.

        Die momentanen Umfragewerte der SPD sind allerdings angesichts des Schulz-Effektes ziemlich bescheiden. Die Piraten werden 7 Prozent verlieren, die Linke laut Umfrage 4 Prozent und auch die Grünen nochmal 1 Prozent. Und trotzdem würde die SPD im Vergleich zu 2012 kaum Stimmen gewinnen. Das könnte man niemals einen Wahlsieg nennen, selbst wenn es zu einer SPD-Ministerpräsidentin reichen würde.

      • Das Saarland hat einige Besonderheiten und ist nicht repräsentativ für westliche Bundesländer. So ist die Linke sehr stark. Die sehr rechte AfD ist eher schwach, aber auch ihre Stimmen müssen von irgendwo kommen.

  8. Der jüngste Parteitag der LKR mit dem Ergebnis des Nicht-Antritts zur Landtagswahl bedeutet sicher einen Rückschlag für die LKR in NRW. Daraus entsteht aber ein Dilemma: Es bleibt keine Partei mehr, die man dort nun wählen kann! Die FDP ist völlig unglaubwürdig (siehe Landeshauptstadt: erst haben sie groß getönt, in eine Ampel einzutreten, um die Schuldenfreiheit zu garantieren und zwei Jahre und zwei defizitäre Haushalte später sind schon wieder 150 Mio. € Schulden da. Da wäre das LKR-Konzept „keine Schulden ohne Volksentscheid“ deutlich besser gewesen), die AfD mit Pretzell, Renner & Co, zur effektlosen Daueropposition verdammt und auch die CDU in NRW hat selbst mal nicht ein Programm, das über schwammige Allgemeinplätze hinausgeht. Von Lösungen keine Spur und auch nicht von irgendwelchen Ansätzen für die bürgerliche Mitte. Konsequenz: auch wenn es dieses Mal nicht klappt und sich der neue Vorstand vielleicht erst noch mal selbst demontieren muss, bleibt die LKR als einziges Vehikel, um die bürgerliche Vernunft zu bündeln. Weitere Parteigründungen kann es in den nächsten 10 Jahren nicht mehr geben, also muss die LKR erhalten bleiben.

    • Es fehlt tatsächlich eine vernünftige und aussichtsreiche Partei für bürgerliche Wähler. Aber es hilft ja nichts, die LKR ist definitiv nicht diese Partei, da sie keinerlei realistische Wahlchancen hat (und jetzt in NRW nicht einmal mehr antritt, so dass es nicht einmal mehr die Illusion einer Chance gibt) und inzwischen ähnlich abschreckende Personen sowie Positionen an der Spitze aufweist wie die AfD. Zu meinen (dialektischen) Wahlempfehlungen in NRW und im Bund komme ich noch. Doch es sind natürlich aussichtsreichere Parteigründungen als LKR denkbar.

    • „…Die FDP ist völlig unglaubwürdig (siehe Landeshauptstadt . . .“
      Von kommunalpolitischen Entscheidungen auf die Qualität von landes- oder bundespolitischen Leitlinien einer Partei zu schließen, ist nicht zwingend. Hier in meinem Landkreis – traditionell FDP-stark – gibt die FDP ein gutes Bild ab- ist häufig deckungsgleich mit der AfD. FDP- Bashing, begründet in tatsächlichen oder vermeintlichen Fehltritten in der Vergangenheit, ist unpolitisch und blockiert neue Ansätze.

      • Welche neuen Ansätze meinen Sie? In den Kommunen steht und fällt die Qualität mit den verantwortlichen Personen. Das gilt aber auch in Land und Bund. Früher hatte die FDP immer mehrere Spitzenleute, jetzt dominiert allein Herr Lindner, der für den ganzen Mist nach dem Wahlerfolg 2009 mitverantwortlich ist. Er ist auch ein Pleitier (formal hat er sich da ebenfalls kurz vorher in die Büsche geschlagen), der Millionen an Steuergeldern versenkte, um seither als Berufspolitiker zu leben.

      • “ . . Früher hatte die FDP immer mehrere Spitzenleute, jetzt dominiert allein Herr Lindner . . .“
        Lindner hat auf diesen Vorwurf dahingehend geantwortet, dass er – neben Kubicki – von den Medien eben allein angefragt werde und diese Situation als belastend empfinde. Die FDP ist ja bekanntlich in der Wählergunst und damit im öffentlichen Interesse geschrumpft. Dass Frank Schäffler, der in „Tychis Einblick“ als ständiger Autor vertreten ist, medial sonst so wenig vorkommt, hängt doch mit Merkels Kammersängern in der Presse von links bis konservativ zusammen, die die Themen „Energiewende“ und „Euro“ bisher zu unkritisch begleiten (wobei sich die Gunst der Medien im Augenblick ja eher dem Martin Schulz zuzuwenden scheint). Die AfD-Spitzen sind auch eher wegen ihrer von der Parteilinie abweichenden, teilweise skandalösen Meinungen medial vertreten und weniger wegen Expertise. Übrigens halte ich als Unternehmensberater die ständigen Anwürfe als „Pleitier“ (auch gegen Frau Petry) von Seiten eines Wirtschaftswissenschaftlers schon für sehr merkwürdig. In der AfD und LKR haben sich die Wirtschaftswissenschaftler bisher auch nicht mit Ruhm bekleckert.

      • Das ist doch lächerlich, dass Herr Lindner nicht an den vielen Medienanfragen interessiert sei. Er könnte sie auch an andere FDP-Leute weiterreichen und diese aufbauen helfen, wenn er daran interessiert wäre. Vor allem müsste er nicht gleichzeitig Spitzenkandidat im Land und im Bund sein.

        Was finden Sie denn merkwürdig am Verweis darauf, dass etliche deutsche Berufspolitiker im sonstigen Leben nichts erreicht haben und auf Mandate zur Einkommenserzielung angewiesen sind? Das scheint mir große Erklärungskraft für die politischen Verhältnisse in diesem Land zu haben. Wenn ein Unternehmer hingegen einmal eine Pleite hinlegt und dann wieder unternehmerischen Erfolg hat, ist doch nichts dagegen zu sagen.

      • „. . .Er könnte sie auch an andere FDP-Leute weiterreichen und diese aufbauen helfen, . . .“ – Lindner und die FDP mussten bisher froh sein, überhaupt angefragt zu werden- da sollten wir uns nun wirklich nicht verbeißen. Die These des „Angewiesenseins“ auf Einkünfte aus Abgeordneten-Tätigkeit scheint mir für die hier benannten noch jungen Personen mit teilweise sehr guter Ausbildung nicht zu passen. Es besteht immer das Risiko, dass langjährige Anläufe zu einem Mandat nicht zum Erfolg führen und der Verlust an Lebenszeit dann nicht mehr aufzuholen ist.
        Ob für – ehemalige – Unternehmer die Alimentation eines Abgeordneten als Erwerbsziel attraktiv ist, steht auch in Frage, Da müsste schon ein mittelbarer Nutzen – wie z.B bei Joschka Fischer – hinzutreten- alles sehr ungewiss und wenig planbar.

      • So jung sind die Genannten auch nicht mehr. Was sollten und könnten sie denn außerhalb der Politik noch arbeiten? In ihren Parteien haben sie erst mit ihren Unternehmen und z. T. Familien geprahlt. Warum darf man dann nicht auf Probleme hinweisen, zumal ihre politische Glaubwürdigkeit kaum größer ist?

      • Mal abgesehen von Lindner hat die FDP ein ganz großes Problem: Die momentan etwas stärkere SPD ermöglicht ihr plötzlich Koalitionsoptionen. In NRW könnten wir das sehen und auch im Bund könnte eine Ampel möglich sein. Ich habe Rheinland-Pfalz jetzt nicht genau verfolgt, aber ich vermute mal, dass die FDP dort alle linken Utopien mitträgt, nur um an der Macht zu sein. Eine Erneuerung in der Regierung mit linken und linksradikalen Parteien ist völlig unmöglich.

      • Was tun Sie sich, den Tieren oder der menschlichen Gesellschaft damit Gutes? Die Tierschutzpartei zieht nicht in den Landtag ein, Stimmen für sie setzen aber auch kein Zeichen, wofür oder wogegen auch immer.

      • Tierschutzpartei??? Das sind doch verkappte Grüne!

      • Jedenfalls zeigt diese Partei, dass ein guter Name allein viel mehr Stimmen bringen kann als alle Bemühungen von ALFA, LKR etc.

      • Würde ich heute eine Partei gründen, ich würde sie kurz und bündig Populistenpartei nennen. Dann könnten die Altparteien ihre Populistenkeule erst gar nicht schwingen, denn dann hat man das bereits ironisch und provokativ auf sich genommen.

        Ähnlich hat es die Piratenpartei ja auch gemacht. Der Name war ihr sicher nicht abträglich.

        Wenn die Tierschutzpartei verkappt Grüne sind, dann finde ich das wunderbar. Das sind schon 1-2 Prozent, die dann den Grünen fehlen.

  9. Hier steht es auch in einem offizielleren Medium
    http://nrw-direkt.net/lkr-mit-neuem-landesvorstand/
    Aber das muss alles nicht das Ende sein. Zitat Christian Kott, seit November 2016 neuer LKR-Bundesvorsitzender:„Wenn wir die Fünfprozent-Tauglichkeit bewiesen haben, sind wir auch schnell bei acht“. Also der Fahrplan ist wohl: An der Saar wahrgenommen werden, in Schleswig-Holstein 5%, dann 8% im Bund. Inchallah.
    Wobei, in Schleswig-Holstein können sie es tatsächlich schaffen: Sollen sich einfach zu Dänen oder Friesen erklären, schon ist man von der Fünf-Prozent-Hürde befreit.

    • Der hypothetische Satz stimmt sogar: Wenn LKR irgendwo die Fünf-Prozent-Hürde nimmt, dann sind danach auch acht Prozent und mehr drin. Die Bedingung wird jedoch nie erfüllt werden. Die Ein-Prozent-Hürde für die Wahlkampffinanzierung wurde nur einmal in Baden-Württemberg knapp überwunden und dürfte inzwischen kaum noch erreichbar sein. Interessant ist vielleicht noch, ob LKR zumindest einen Sitz im Europaparlament mit gut fünf Promille behalten kann.

    • Naja, offizielles Medium ist hier sehr hoch gegriffen.
      Das ist eine Hobbypublikation. Der Verfasser und laut Impressum Verantwortliche hat keine journalistische Ausbildung in dem Sinne, sondern ist hauptberuflich selbstständig im Handwerk tätig.
      Seine Publikation ist seit ihrer Gründung so etwas wie die LKR-NRW Hauspostille.
      Das Themenspektrum ist äusserst eingeschränkt, und die dort publizierenden „Kolumnisten“ sind allesamt im rechten, strammkonservativen, wenn nicht reaktionären Spektrum zu verorten.
      Die Themen welche thematisiert werden sind zu über 90% :
      Zuwanderung, Islam und Islamisierung, Justizkritik.
      Beiträge des „Sektors“ Politik erscheinen dort mindestens täglich teils Mehrfach. Alle anderen Bereiche (Kultur, Wirtschaft & Verkehr) werden mit einer wesentlich geringeren Frequenz bestückt, und im letzteren Fall wird meist nur der ÖPNV oder der Flugverkehr thematisiert, hierbei aber meist lediglich mit eigenen Bildern unterlegte Kommentare zu anderen Publikationen oder Agenturmeldungen veröffentlicht. Eigene journalistische Leistung kann man da also dann mit der Lupe suchen.
      Einzuordnen ist das ganze in der gleichen Ecke wie metropolico oder andere
      stramm islamkritische Blogs.

    • nrw-direkt ist bei weitem nicht als offizielles Medium zu sehen. Dort beteilgte man sich sehr auffällig an der Demontage des liberalen LKR Vorstand. Ob das mit den Verbindungen einiger des neuen NRW LKR Vorständen zu tun hat, bleibt dahin gestellt. Fakt ist, das dieses beschriebene Medium doch sehr rechtslastig veröffentlicht. Danke an Herrn Dilger für den Link „weiße Flagge“ im Artikel. Dieser hat mir eigentlich nur das bestätigt, was ich für mich schon gemeint erkannt zu haben. LKR wie AfD werden dieses Land nicht weiter bringen, wobei die AfD wenigstens noch eine Stimme hat, die gehört wird. Auch wenn es die der unvernunft ist. Aber LKR, mehr eine Facebook Partei.

      LKR ist mit zwei Obdachlosen zu vergleichen, die sich untereinander einreden, bald reich und bedeutend zu sein und sich dabei immer wieder bestätigend auf die Schultern klopfen. Die Passanten jedoch bekommen davon nichts mit und übersehen die zwei einfach. Schöne heile LKR Welt.

      • Wenn ich lese, daß NRW-direkt „sehr rechtslastig“ oder gar „reaktionär“ verortet wird, bin ich gleich froh, daß ich mit der LKR nichts zu tun habe. Denn eine weitere cuckservative Partei, die der Meinungsführerschaft der Linken brav folgt, braucht auch kein Mensch mehr.

  10. Für uns, der LKR, ist es wichtig, dass wir bei der Bundestagswahl gut dabei sind. Ich möchte ja auch meine 1000 Euro Wette, welche ich hier im Dilger Blog im letzten Jahr getätigt habe, gewinnen.

    • 1,1 Prozent für LKR sind (nahezu) ausgeschlossen. Der Nichtantritt zur NRW-Wahl verbessert auch keineswegs die Wahlchancen im Bund. Von Achtungserfolgen im Saarland und in Schleswig-Holstein hätte man auch in NRW profitieren können, was dann Schwung für den Bundestag gegeben hätte. Es müssen ja auch nicht gleich 5 Prozent sein, sondern schon 1,1 Prozent wären unerwartet viel.

      • Nicht nahezu, die sind völlig ausgeschlossen! Wenn die erfolgreich sind, liegen da höchstens 0,3% in der Wahlurne und wenn Herr Krebs seine 1000€ der LKR spenden würde, vieleicht 0,031 Prozent.

      • Nichts ist unmöglich, aber es gibt Wahrscheinlichkeiten. Herr Krebs muss doch 1.000 Euro zahlen, weil LKR keine 1,1 Prozent erreicht. Selbst 2.000 Euro (sein eigener Wetteinsatz plus -gewinn) würden bei weitem nicht reichen, um LKR darüber zu heben. Ich wage die Behauptung, die sich allerdings schwer prüfen lässt, dass selbst 2 Millionen Euro nicht dafür reichen würden.

  11. Das ist absolut gruselig, was hier zu lesen ist inkl. der vielen Insidersichten in den Kommentaren. Es geht zudem um eine völlig bedeutungslose Kleinstpartei, die weit näher an 0,1% dran ist als an 1% geschweige denn mehr. Schon bei der Berlinwahl lagen mehr als ein Dutzend Parteien vor ALFA/LKR und fast nix dahinter. Es tut mir aber wirklich ehrlich leid um das Engagement und den Idealismus von ein paar Hundert aktiven und engagierten Mitbürgern inkl. einiger Professoren, der sich in nichts aufgelöst hat, keine Wirkung, kein Einfluss, nix. Man kann nur hoffen, dass diese Menschen eine neue Plattform im politischen oder vorpolitischen Raum finden werden, denn es wird jeder gebraucht, der mithilft, Merkel abzulösen und Schulz nur eine kleine Episode werden zu lassen.

    Was wird denn nun aus der „Konservativen Sammlung“ und „Zukunft Deutschland“? Stand heute kann man doch nur auf die wenigen kritischen Köpfe in CDU (und FDP?) setzen oder aber trotz starker Bauchschmerzen auf eine AfD, die sich hoffentlich bald wieder stärker zur gesellschaftlichen Mitte öffnet und bestimmte Leute und Positionen rechtsaußen liegen lässt.

      • Sollten Sie immer mal wieder bewerben diesen Verein in Gründung. – Ich meine, ich hätte mich vor längerer Zeit gemeldet. Falls meine Daten nicht vorliegen, kann ich mich gerne noch mal melden.

      • Ja, Sie stehen mit Ihrem richtigen Namen in der Interessentenliste. Es hat sich gestern auch noch jemand eingetragen, doch trotzdem fehlen noch ein paar Personen. Wenn 100 erreicht sind, schreibe ich alle an und frage nach dem weiteren Vorgehen. Ich neige zum Gründen, denn auch ein kleiner Verein kann auf seinem Gebiet etwas bewirken. Außerdem kenne ich immer noch keinen anderen Verein zu diesem wichtigen Thema, während es doch sonst zu allem einen Haufen Vereine in Deutschland gibt. Falls ich einen entsprechenden Verein übersehen habe, wäre ich für einen Hinweis dankbar.

      • Vorschlag: Setzen Sie zur erhöhten Sichtbarkeit einen Link zu dem Artikel in den Kopf- oder Seitenbereich des Blogs. Möglicherweise geht das auch in der Basisversion von WordPress, die Sie benutzen.

      • Nach einigen Schwierigkeiten habe ich jetzt rechts die Kategorie „Besonders beachtenswert“ eingefügt, die auf den Beitrag zur Interessensabfrage verweist. Außerdem habe ich rechts etwas weiter unten „Suchen“ eingefügt, wonach schon mehrfach gefragt wurde, obwohl es zumindest bei mir auch rechts ganz oben erscheint.

      • Ja, paßt. Platzierung ist oft die halbe Miete in der Aufmerksamkeitsökonomie des Internets.

        Was man noch andenken könnte, wäre den Link in der Email-Benachrichtigung für neue Beiträge aufzuführen – wenn das softwareseitig geht. Damit erreichen Sie ja immerhin über 2.000 Abonnenten.

        Oder in der Kopfleiste neben „About“. Sie haben ja den Platz auf dem Blog.

        PS: Das Suchen-Feld erscheint bei mir auch zweimal – wird seine Richtigkeit haben.

      • Die Mails werden automatisch generiert und auch nicht so oft verschickt. In der angezeigten Zahl sind vor allem auch meine Facebook-Freunde und Twitter-Follower enthalten.

        Das untere Suchfeld nehme ich dann wohl wieder heraus.

  12. Wenn man auf die Metaebene geht, zeigt der Fall, daß die Abspaltung (LKR/ALFA von AfD) der Abspaltung (AfD von CDU) nicht funktioniert. Zuviele Reibungsverluste, zumal im deutschen Parteiensystem, wo es Neueinsteigern besonders schwer haben.

    In Frankreich gründen sich Politiker wie Macron einfach ihre eigene Partei, wenn sie eine Machtbasis brauchen. In Italien stellt man notfalls einen ehemaligen Pornostar als Zugpferd auf (Cicciolina). In Deutschland glaubt man dagegen, mit dem Umschreiben des Wahlprogramms die notwendige Aufmerksamkeit der Wähler erhalten zu können. Als hätte sich auch nur die Mehrheit der eigenen Partemitglieder das Programm durchgelesen.

    Was insbesondere Liberalkonservative nie verstehen werden: man verkauft nicht das Steak, man verkauft das Brutzeln des Steaks. Und das macht die AfD mit (notwendigen) Zuspitzungen ungleich erfolgreicher. Der Trend geht zu mehr Trump und nicht zu mehr Parteitagsgedöns.

    • Wenn man nur herumbrutzelt und viel Rauch erzeugt, aber gar kein echtes Steak hat, fällt das irgendwann auch auf. Die Kombination von Sachverstand und Populismus war in der AfD 2013 (fast) ideal. Jetzt fehlt es leider an Substanz und sogar oft an der Einsicht, dass überhaupt etwas fehlt. Für den Einzug in den Bundestag wird es reichen, doch was macht die AfD dort und dann?

      • Selbst wenn die AfD aus sovielen Dumpfbacken besteht, wie Sie vielleicht glauben, das hat die Wähler der Grünen doch auch nicht davon abgehalten, Strickpulliträger und hauptberufliche Steinewerfer immer wieder in das Parlament zu wählen. Oder die Linkenwähler Stasispitzel. Oder die FDP-Wähler Pleitiers. Dagegen macht das Personal der AfD doch eine ausgesprochen gute Figur.

        Die AfD wird an der Aufgabe wachsen. Merkel hat die Meßlatte für die Qualifikation für ein hohes Amt doch auf den Nullpunkt heruntergelegt, oder glaubt jemand, daß Deutschland heute nicht besser dastehen würde, wenn man das Amt des Bundeskanzler vakant gelassen hätte?

      • Es ist nicht möglich, dass Amt des Bundeskanzlers vakant zu lassen. Sollten sich keine Mehrheiten für einen Nachfolger finden, bleibt Frau Merkel eben geschäftsführend im Amt, gegebenenfalls über Jahre. Vielleicht würde das ihre Macht beschränken, was ein Vorteil wäre, doch vielleicht würde sie sich gegenüber einem zerstrittenen Bundestag noch mehr herausnehmen als gegenüber den Abgeordneten der Großen Koalition.

      • Opposition, das kann eine Protestpartei noch immerhin. Das Problem ist doch, daß man in der AfD, um nur möglichst groß zu sein, nicht nur enttäuschte CDU- und FDP-Wähler eingesammelt hat, sondern auch enttäuschte SPD-Wähler. Seitdem hört man bei AfD-Reden von bösen „Neoliberalen“, von Mindestlöhnen und von Politik für den kleinen Mann – das ganze SPD-Reportoire eben etc.pp. Daß ein Erzsozi wie Guido Reil nicht mit einer Liberalen wie Alice Weidel einig in einer politischen Partei sitzen kann, das dürfte offenkundig sein. Da kann man jetzt schon sehen, daß hier ein Graben für künftige Verwerfungen verläuft. Die einigende Klammer ist allein die katastrophale Migrationspolitik der Regierung. Sobal die AfD indes jenseits von dieser Problemetik Politik machen muß, wird sie unweigerlich auseinanderbrechen. Schade wäre es schon.

      • Es geht der AfD doch nicht nur um SPD-Wähler, sondern insbesondere in den neuen Bundesländern um solche von Die Linke. Außerdem sind sehr rechte Positionen wie die von Herrn Höcke grundsätzlich nicht liberal, sondern kollektivistisch. Es ist also gut möglich, dass die AfD demnächst den Mantel der Bürgerlichkeit ganz ablegt und sich national-sozialistisch (wenn nicht im historischen Sinne, so doch inhaltlich) aufstellt.

    • Die LKR hat vielleicht noch eine Chance im Falle eines SPD-Wahlsieges und Merkel-Rücktrittes. Dann tritt die ganze programmatische Leere der CDU zutage und personell hat die Partei ja auch keine Substanz mehr. Die Chance ist aber wohl eher theoretischer Natur. Dafür müßte die LKR schon heute in der öffentlichen Wahrnehmung in der Position des Thronfolgers sein. Da steht aber die AfD.

      Ich denke, Lucke wird die politische Lage nach der BTW abschätzen und sich nach Ablauf seines EP-Mandats wieder in das Privatleben zurückziehen, wenn er klug ist.

      Eine Vereinsgründung als konservative advocacy group hätte noch Erfolgschancen, weil man so die Kräfte besser auf wenige Themen bündeln kann, anstatt sich ohne die notwendigen Ressourcen in der Breite zu verzetteln. Dann müßte er sich aber auch auf Jahre hinaus damit abfinden, am Rande der Diskursarena herumzukrebsen, in der Hoffnung auf ein paar Brotkrumen vom Establishment, bis dann vielleicht doch der Durchbruch erfolgt. Ich denke, da ist er besser beraten, gleich einen geordneten Rückzug an die Universität anzutreten. Meinen Respekt wird er für die Parteigründung der AfD und als mutiger Eurokritiker immer haben.

      • Wecken Sie keine falschen Hoffnungen. Die LKR könnte auch nicht vom Zerbrechen der CDU profitieren. Ihr Markenwert ist inzwischen negativ. Würden wir morgen eine neue Partei gründen, hätte sie bessere Chancen. Doch auch für die AfD ist das Ende der Ära Merkel gefährlich. Dann fehlt das größte Feindbild, wird die Politik hoffentlich tatsächlich etwas besser und rückt die CDU vielleicht wieder etwas nach rechts und sei es nur in die Mitte. Sollte die CDU noch weiter nach links rücken oder ganz zerfallen, ergeben sich ganz neue Möglichkeiten. Bis dahin warte ich ab. Wenn Herr Lucke es doch noch einmal in der Politik versuchen will, sollte er das auch tun.

      • Einigem kann ich ja noch durchaus beipflichten, aber daß die LKR partizipieren könnte weil die CDU keine personelle Substanz hätte treibt mir ein gewisses Schmunzeln auf die Lippen. Die CDU hat in jedem Großstadt-Stadtverband als die LKR im gesamten Bundesgebiet, darunter finden sich sicherlich auch ettliche recht helle Köpfe, welche aber derzeit einfach keine Ambitionen haben sich durch den meterdicken Filz durchzubeissen der nach Oben abgrenzt.
        Nehmen wir nun aber den Worst-Case Rot-Rot-Grün an, oder eine Ampel,
        also den Fall daß Merkel und ihre Entourage abgestraft wird. Dann wird innerhalb der CDU das passieren was schon am Ende der Ära Kohl passiert ist.
        Sie, und das Enge Gefolge (Altmeier / von der Leyen / Schäuble) werden vom Hof gejagt, und das würde Nachrückern von unten helfen.
        Der ganze AfD / LKR / ZD Zauber hat für die Union einen gewaltigen Vorteil.
        Die ganzen postengeilen Hinterbankler (wie dieser Vorsitzende der KS / ZD) und andere Pleitegeier haben sich bereits in diese Organisationen verkrümmelt, und die Union wird den Teufel tun solche Leute wieder auf zu nehmen.
        Es fand also im Partei-Trester so eine Art bereinigung statt.
        RRG im Bund würde keine 2 Jahre durchhalten. Und eine Lindner-FDP würde in einer Ampel Schulz genauso in den Rücken fallen wie die Genscher-FDP damals Schmidt. Das hätte auch keine 4 Jahre Bestand.
        Genau die Zeit die die Union bräuchte um sich in der Führung zu erneuern.
        Es wird derzeit von allen Fans der Kleinparteienneugründungen eines verkannt.
        Die etablierten Parteien haben annähernd unisono nun die Talsohle bei der Mitgliederentwicklung durchschritten und verzeichnen annähernd alle wieder Mitgliederzuwächse.

      • Richtig ist, dass Union und SPD eine ganz andere personelle Substanz haben als jede Klein- oder gar Kleinstpartei. Trotzdem kommen auch dort sehr zweifelhafte Personen nach oben, weil es grundsätzliche Probleme im deutschen Parteiensystem gibt. Die CDU hat doch auch die schmerzhafte Ablösung von Frau Merkel erst noch vor sich, die ich übrigens nicht für den schlimmsten Fall halte, sondern notwendig finde. Bei der SPD wird der Schulz-Hype ebenfalls wieder enden.

      • @ Alexander Dilger
        Wenn Merkel irgendwann geht, ist noch lange nicht sichergestellt, dass sich die CDU inhaltlich wieder restauriert. „Flinten-Uschi“ oder „Die Misere“ wären nicht besser! Die CDU hat leider nur noch ganz wenige konservative Köpfe. Bis von der Basis neue nachwachsen, kann es zu spät sein.

      • Es ist offen, wie sich die CDU dann entwickelt. Doch ist die AfD auf die verschiedenen Szenarien vorbereitet? Kann sie bürgerliche Wähler ansprechen, wenn die CDU sie ganz aufgibt? Was macht sie, falls die CDU wieder konservativer wird?

  13. Hier scheint ja offensichtlich unter den vernünftigen liberalen oder auch wertkonservativen Geistern hier die ideale Partei zum Wählen, Eintreten und Mitmachen noch nicht gefunden zu sein. Ein Weckruf war da.
    Hätte man sich nicht rechtzeitig auf eine einigen können und – bis auf die AfD-Vertreter, die ihrer treu bleiben – massiv in eine Partei stürmen sollen, um diese mitzugestalten statt nur zu lamentieren – ob LKR oder PPP Pipelpopelpartei wie auch immer. Es kommt auf viele starke Typen und identifikationsstarke Programme und eine gewisse Mindestmenge an Aktiven an, die an einem Strang ziehen und ihre persönlichen Befindlichkeiten dabei zurückstellen können. All dies konnte die LKR leider im nötigen Maße nicht aufbieten.

    • ALFA hatte von Anfang an große Probleme und nicht genug gute Mitstreiter. Ich habe das gleich gesehen und darauf hingewiesen, wofür ich nicht zuletzt von Ihnen kritisiert wurde. Hätte nur ich mich anders verhalten und wider besseres Wissen mitgemacht, wäre die Situation jetzt nicht besser, denn so wichtig bin ich dann doch nicht. Wenn überhaupt, dann war unser Austritt aus der AfD ein Fehler. Allein kann man da auch nichts bewegen, doch ein paar Dutzend Aktive würden z. B. in NRW bereits einen echten Unterschied machen. Schauen Sie sich an, auf wie knappe Mehrheiten sich Herr Pretzell stützt.

  14. Wusste gar nicht, dass Alexander Dilger die LKR so am Herzen liegt, dass er sie unbedingt auf dem Wahlzettel sehen will. Bei den Bundestagswahlen kann er das, … dann darf er sie auch wählen.

  15. Die AFD täte gut daran ihr Profil zu schärfen,indem sie bestimmten Personen bestimmte Sachbereiche abdecken ließe und hier ein besser zuzuordnendes Profil abgibt,als zum Beispiel die SPD.

    Schulz hat nichts,aber auch gar nichts gesagt,was ihn wählbar macht.

    Lediglich das er keine Steuersenkungen wolle,sondern Investitionen wofür ihn kaum einer wählt.

    ABER der Hauch einer Reform der Agenda 2010 lassen die Parteieintritte auf 12.000 ansteigen.
    Wobei der tatsächlich außer ein paar Monaten längers Arbeitslosengeld für ältere nichts anbietet und auch gar nicht umsetzen will und wird.

    Eine PR Mogelpackung die ihm eventuell ins Kanzleramt bringen wird.

    • Herr Schulz hat von Frau Merkel gelernt und sagt absichtlich nichts Substanzielles. Sonst hätte er kaum 100 Prozent beim SPD-Parteitag erhalten und wäre der Hype um seine Person schnell vorbei, denn jede inhaltliche Festlegung verprellt irgendwen.

      • Und warum kommentiert die selbsternannte „vierte Gewalt“ das nicht kritisch?

        Ach ja, die ist damit beschäftigt, „die AfD zu entlarven“.

        Seit vier Jahren schon…

  16. Dieser Artikel wurde hier fast einhundert Mal kommentiert. Zuviel für eine unbedeutende Splitterpartei und Herrn Lucke, der sich immer selbst im Wege steht!

  17. Da man über Kleinparteien gern diskutiert, hat wer von den Ergokraten gehört. An sich mal ein cooler Parteiname und Wirtschaftsexperten waren die auch.

    “ Die Ergokratie (griechisch ergon = Werk, Arbeit, Leistung) ist die Lehre von der gerechten Verteilung. Hauptübel der bestehenden Wirtschaftsordnung ist demnach ein ganzes Bündel von Merkmalen, wie Inflation, Zinssystem, das ungeregelte Geldanlegen, die grenzenlosen Kreditierungen, das monetaristische, ungerechte und ineffiziente Steuersystem, das Geldhorten im großen Stil, die künstlich erzeugten Staatsdefizite und die mutwillig herbeigeführten Staatsschulden.

    Seine Form der Kapitalismuskritik fand Anklang bei Anhängern sowohl linker als auch rechter Parteien.

    In Österreich trat bei der Nationalratswahl 1949 eine Partei namens Vierte Partei (Ergokraten) an, sie erreichte 7.134 Stimmen und verfehlte damit klar den Einzug ins Parlament.“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_F%C3%A4rber

    Jaja Vierte Partei, na wenigstens nicht die Fünfte Kolonne. Gag aus dem spanischen Bürgerkrieg.

  18. Ich sage mal voraus, dass viele sich hier in diesem Jahre noch wundern werden, was die LKR angeht. Vielleicht braucht es der Argumentationsreife noch etwas Zeit. Denkt euch einfach mal Lucke weg, dann wird euer Blick klarer.

      • Herr Dilger, da haben sie meinen Text nicht genau verstanden. Die mehrheitliche Argumentation gegen LKR hat hier mit den Aversionen gegen Lucke zu tun. Das hat sich bei Ihnen hier etwas eingebürgert. Deshalb sagte ich, um Argumente eurerseits reifen zu lassen, solltet ihr euch lieber Lucke wegdenken.

      • Ich verstehe schon, dass Sie die inhaltlichen Argumente dadurch wegwischen wollen, dass Sie alles auf persönliche Animositäten schieben. Tatsächlich wird aber LKR durch den Rückzug von Herrn Lucke gar nicht besser, schauen Sie sich die Entwicklung seit seinem Rückzug aus dem Vorstand an. Wenn er demnächst ganz gehen sollte, was bleibt denn dann noch übrig?

  19. Wie kommen sie denn darauf, dass Lucke gehen soll? Er ist unser Bundestagskandidat Nr.1. Waren wir mal eine Ein-Partei ist die Diversifikation mittlerweile weit fortgeschritten. Ich hoffe, dass sich das in den beiden nächsten Landtagswahlen niederschlägt.

    • Sie wollten, dass ich Herrn Lucke wegdenke aus LKR. Das habe ich getan, was Ihnen auch wieder nicht recht ist. So oder so bleibt LKR im Promillebereich. In NRW werden es hingegen sicher 0,0 Prozent, weil LKR von sich aus nicht antritt, obwohl doch schon alle Voraussetzungen zum Wahlantritt erfüllt waren und sich die Mehrheit der Mitglieder dafür aussprach. Das ist ähnlich undemokratisch wie bei der AfD, wo sich die Mehrheit gegen einen Wahlantritt im Saarland aussprach, der trotzdem erfolgt.

      • Auf einem außerordentlichen Delegiertenparteitag am Wochenende in Köln haben wir mit Mehrheit entschieden, an der Landtagswahl im Mai nicht teilzunehmen. Die logistischen Voraussetzungen waren nicht gegeben und die Wahlaussichten waren schlecht. Die Minderheit argumentierte, dass es doch einen guten Werbezweck hätte geben können, bekanntlich sind wir ja noch nicht bei den Medien angekommen. Wir hoffen, dass es sich zur Bundestagswahl verbessern wird. Unser Parteiprogramm ist gut und liberal konservativ ausgerichtet. Ich werde im Mai die Tierschutzpartei wählen (müssen).

      • Die Wahlaussichten von LKR sind überall schlecht. Ob es nun 3 oder 6 Promille werden, ist letztlich völlig egal. Auf einen großartigen Wahlkampf kommt es dafür auch nicht an. Die Tierschutzpartei bekommt allein wegen ihres Namens mehr Stimmen. LKR hätte zumindest Außenseiterchancen auf 1 Prozent in NRW und damit auf staatliche Parteienfinanzierung gehabt, wenn z. B. die AfD-Liste doch noch scheitert oder das LKR-Ergebnis im Saarland oder Schleswig-Holstein überraschend gut ist. Vernünftigerweise hätte man deshalb die bereits aufgestellte Liste eingereicht, zumal für diese auch schon Unterstützungsunterschriften gesammelt wurden. Das wurde allein aus innerparteilicher Missgunst hintertrieben, was sicherlich keine Wahlempfehlung für die Bundestagswahl darstellt.

  20. http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/parteien/id_80693892/die-gruenen-in-bayern-claudia-stamm-will-eigene-partei-gruenden.html

    Ist Ihnen diesbezüglich etwas bekannt? Ich kenne die Frau zwar nicht, aber sie scheint ja verhältnismäßig bekannt zu sein. An der Bundestagswahl wird man wohl nicht mehr teilnehmen können, aber wenn eine solche Partei dafür sorgen würde, dass die Grünen unter 5 Prozent blieben, dann würde ich das Ventilen begrüßen. Großen Erfolg wird die Partei freilich nicht haben, denn im linken Spektrum gibt es keinerlei Repräsentationslücken.

    • Es ist doch gerade unter Linken üblich, sich um die reine Lehre zu streiten und immer weiter zu zersplittern. Die Union hat hingegen zu Beginn der Bundesrepublik Deutschland etliche Parteien aufgesaugt und dann lange viele bürgerliche und konservative Kräfte vereint sowie gebunden. Erst Frau Merkel hat die AfD möglich gemacht und nach deren Spaltung wiederbelebt.

      Inzwischen ist es allerdings vorstellbar, dass eine Petry-Pretzell-AfD sich ebenfalls von der CDU aufsaugen ließe. Diese gewinnt dann ein paar Prozentpunkte zurück und verliert eine potentielle Konkurrenz von rechts. Das kostet nur ein paar Pöstchen, insbesondere wenn die AfD nicht mehr über fünf Prozent kommen sollte, aber immer noch drei bis vier Prozent abgreift.

    • Aus dem Grunde wünsche ich den Piraten auch immer 4,9%.

      Ich glaube nicht, daß Petry die AfD in die Koalition mit der CDU führen wird. Dazu ist ihre Position in der Partei zu schwach und die Vorbehalte gegen die CDU zu groß.

      Die Zeit spielt für die AfD, denn die Probleme, die der ungezügelte Gloablismus von CDUSPDFDPGRÜNE mitverursacht hat, werden mit mathematischer Sicherheit immer größer werden. Deswegen muß die AfD immer weiter nach rechts in der Einwanderungsfrage rücken, wohingegen in der Sozialpolitik neoliberale Positionen aufgegeben werden sollten. Daß ist die Trump-gewinnt-Strategie, mit der der kleine Mann und die Mittelschicht gewonnen wird.

      • Nicht sofort, doch in vier bis acht Jahren halte ich nicht nur eine Koalition, sondern sogar den Anschluss an die Union für möglich. Das hängt natürlich davon ab, wer sich in der AfD (und CDU) durchsetzt. Sie glauben an einen nationalistisch-sozialistischen Kurs, der vielleicht neue Wähler anspricht, doch inhaltlich fast das Gegenteil der Gründungsgedanken von 2013 vertritt.

  21. Bekomme immer mehr den Eindruck, dass Lucke resigniert und seine Felle davonschwimenn sieht, jedenfalls mit dieser Partei, die anfangs berechtigte Hoffnung ALFA/LKR als Vehikel zu verwenden um Lucke 2019 einen Sitz im EP zu sichern scheint gegenstandslos zu werden.
    Die von Jo Leinen (SPD) maßgeblich miterarbeitete EU-Wahlrechtsreform sieht für die jeweiligen Mitgliedsstaaten eine 3% bzw. 5% Hürde vor. Mit der Schaffung einer höherrangigen Regel geht dem BVerfG eines der schwerwiegenderen Argumente verloren und ein Kippen dieser Regel durch Gerichte erscheint unwahrscheinlicher. Wie weit der Gesetzgebungsprozess bzgl. der Wahlrechtsreform vorangeschritten ist ergab sich leider nicht aus den Websiten des EP, jedoch dürfte die Reform eine stabile Mehrheit haben.

    • Ich denke, Bernd Lucke wird 2019 wieder ordentlicher Professor und wird sich ins Privatleben zurückziehen. Dort wird er hoffen, dass seine politische Episode möglichst schnell in Vergessenheit gerät.

      Seine gesamte Entourage ist doch am abdanken. Henkel und Starbatty sind ohnehin zu alt, sie zieht es in den Ruhestand. Trebesius, die Interimschefin, tritt nicht einmal mehr zur Wahl in SH an. Und von Kölmel hat man auch schon länger nichts mehr gehört. Die konservative Sammlung war ein letzter Versuch, der gescheitert ist und scheitern musste, denn wer kauft schon die Katze im Sack.

  22. Lucke ist nicht die LKR, die LKR sind wir. Allerdings gestatten wir Lucke,am Montag mal für eine Stunde im Fernsehen aufzutreten. Auch wenn es manchem hier weh tut, er ist unser Bester. Heute beginnt der Wahlkampf in Schleswig Holstein, ich erwarte 5%.

  23. Wenn schon hier so viel Interesse an LKR herrscht kann ich empfehlen sich endlich ueber lkr.de besser zu informieren.
    LKR ist aktiv, mit Themen die auch AfD “ Freunde“ betreffen. Z. B, Prof. Luckes Beitrag “ Geldwaescheskandal “ Russian Laundromat“ muss untersucht werden“ ist mehr als aktuell und wichtig in den Monaten vor BTW.
    Statt ueber Promille zu spekulieren soll man sich lieber informieren wie stark wird Putin deutsche Wahlen beeinflussen, zu welchen Parteien fliessen Milliarden aus Russland und was wird dagegen unternommen! Waere es kein Thema sich damit zu beschaftigen wie man effektiv verhindert, dass Geld aus Ausland Einfluss auf deutsche Politik ausuebt?
    P.S. In Kiew wurde ein ex- Abgeordneter aus Moskau erschossen; Magnitskijs Rechtsanwalt ist in Umgebung von Moskau aus dem Fenster gefallen etc.etc. Ich weiss, laute Einzelffaelle und Unfaelle, sagt die 5. Kolonne!

  24. Der Austritt von Prof. Lucke und seinen
    Fans, zu denen ich mich zählte, war eine emotionale Trotzreaktion, politisch völlig sinnlos und Alfa leider eine Todgeburt. Die 2000 Ausgetretenen hätten in und mit der
    AfD mehr bewirken können. Hätte, hätte Fahrradkette!

    • Die Frage ist, was man jetzt tun sollte. LKR ist sinnlos, wie auch der heutige Wahlabend wieder zeigen wird, weshalb diese Partei geschlossen bzw. von allen vernünftigen Mitgliedern verlassen werden sollte. Für die Rückkehr zur AfD wurde vermutlich der beste Zeitpunkt verpasst. Es gibt viele Möglichkeiten zur politischen Betätigung, die leider alle nicht ideal sind. Deshalb warte ich weiter ab. Nach den Wahlen in NRW und vor allem im Bund sieht man klarer. Bei der Bundestagswahl ist mein Hauptinteresse, Frau Merkel irgendwie loszuwerden.

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