Höcke löst Flügel in der AfD auf

Vor genau fünf Jahren und einer Woche ist die ‚Erfurter Resolution gegen [die] Gründungsidee der AfD‘ erschienen und wurde der „Flügel“ als Sammlungsbewegung von Björn Höcke initiiert. Heute verkündet Björn Höcke verklausuliert das Ende des Flügels (siehe „»Über den Flügel hinaus« – ein Gespräch mit Björn Höcke“).

Der „AfD-Vorstand fordert[e die] Auflösung des ‚Flügels'“ erst gestern. Ein heute geplantes Treffen des Flügels fand nicht statt, aber Björn Höcke ist bzw. war ohnehin der unumstrittene Führer dieser losen Organisation ohne demokratische Struktur. Der „Verfassungsschutz stuft[e den] AfD-‚Flügel‘ als rechtsextrem ein“ (und explizit meinte der „BfV-Chef: Höcke ist Rechtsextremist“) und damit als offiziellen Beobachtungsfall mit weiteren rechtlichen Konsequenzen. Im ‚Verfassungsschutz-Gutachten zur AfD‘ vor gut einem Jahr war er bereits zu einem Verdachtsfall erklärt worden, wozu nun den AfD-Landesverband Thüringen hochgestuft wurde, während die AfD insgesamt noch ein Prüffall bleibt.

Tatsächlich ist die Auflösung des Flügels aber gar keine Niederlage, denn der Flügel ist überhaupt kein Parteiflügel mehr, sondern er hat die AfD im Wesentlichen übernommen, weshalb nun auch deren Einheit betont wird. So führt Björn Höcke im oben verlinkten Interview aus:

Nun brauchen wir einen Impuls, der über den Flügel hinausweist und die Einheit der Partei betont. […]
Nun geht das, worüber wir längst nachdenken, eben schneller. Unsere Arbeit weist über den Flügel hinaus, Andreas Kalbitz, ich selbst und alle anderen politikfähigen »Flügler« werden ihren politischen Kurs im Sinne der AfD weiterführen.

Björn Höcke hat damit endgültig gewonnen und die AfD in eine bei Wahlen relativ erfolgreiche NPD 2.0 umgewandelt. Dabei würde jetzt erst recht eine anständige Opposition gebraucht, die weder extremistisch ist noch nur mit sich selbst beschäftigt wie die Höcke-Partei, sondern etwas Gehaltvolles z. B. zur Corona-Politik zu sagen hätte.

155 Gedanken zu „Höcke löst Flügel in der AfD auf

  1. Die AfD braucht auch keine „Partei in der Partei“. Schon Lucke hat mit seinem „Weckruf“ Schiffbruch erlitten. Es gibt nur die eine AfD mit dem bestehenden Grundsatzprogramm. Wer es noch deftiger will, muss gehen und seine eigene Partei gründen…!

      • @Alexander Dilger 08:34

        Höcke ist nach wie vor nicht „Die Mitte der Partei“, da kann sein Förderer Gauland behaupten, was er will. Wenn der Bundesvorstand der AfD jetzt aber nicht endlich durchgreift, könnte Höcke das durchaus weden. Nämlich, wenn noch mehr Realos gehen.

      • Ich stimme Ihnen zu, dass der Beschluss vom Freitag zahnlos ist. Wäre der Bundesvorstand aber tatsächlich gekippt, wäre nicht einmal dieser zahnlose Beschluss gefasst worden.

      • Doch, man will den Rest, insbesondere Herrn Meuthen, noch nicht ganz verlieren, sondern durch faule Kompromisse (demnächst auch zur Rente) einbinden. Warum sollte man auf Mitglieder und Wähler verzichten, wenn man ohnehin das Sagen hat?

      • So unkritisch sind die Mitglieder und Wähler nun auch nicht.

        Der sozialpaternalistische Leitantrag der Bundesprogrammkommission zur Sozialpolitik ist übrigens unter massivem Zutun eines CDU-Etatisten zustande gekommen. Aber das gehört momentan nicht auf diese Bühne hier.

      • Niemand hat die AfD übernommen und die AfD ist auch keine NPD 2.0. Für alle Mitglieder gilt das sehr gute AfD-Bundesprogramm ( https://www.afd.de/grundsatzprogramm/ ) . Die AfD hat einen sehr ausgeglichenen und ausgleichenden Bundesvorstand, der in keinster von Herrn Höcke beeinflussbar ist. Alles andere wird in die Partei von außen hineingesponnen.

      • Das Grundsatzprogramm ist im Wesentlichen noch unter Bernd Lucke entwickelt worden. Genau dagegen opponiert(e) Björn Höcke wie auch gegen das Grundgesetz, was jetzt amtlich festgestellt wurde, ohne dass er dagegen vorgeht.

      • Als das Grundsatzprogramm beschlossen wurde, war der kleine Bernd schon fast ein Jahr weg und in den Monaten vor seinem Abflug hat er sich ausnahmslos mit der Gründung seiner neuen Partei befasst, aber nicht mit dem Parteiprogramm der AfD. Sie glorifizieren immer Herrn Lucke, der nichts, aber rein gar nichts dafür getan hat, eine Einflußnahme des Flügels zu verhindern. Im Gegenteil – durch den Wegruf seiner Jünger hat er seinen Kameraden Höcke doch gezielt gestärkt.

      • Das Programm ist nicht von, sondern gegen Björn Höcke entwickelt worden. Er und seine Leute haben weder das intellektuelle noch moralische Format dazu. Richtig ist, dass auch Bernd Lucke das Programm nicht vorangetrieben, sondern eher zurückgehalten hat. Aber alle Ideen stammen noch aus seiner Zeit, wenn auch nicht von ihm persönlich.

      • Das Grundsatzprogramm der AfD stammt weder aus Luckes noch aus Höckes Feder.

      • Das stimmt nicht.
        Sehr viele seinerzeitige Fachausschussmitglieder sind bis heute aktiv.

      • „Es stammt ganz überwiegend von Leuten, die nicht mehr Mitglied der Höcke-AfD sind.“

        Das es bis jetzt nicht geändert wurde, zeigt gerade, das ihre Thesen von wegen NPD 2.0 Quatsch sind und die AfD sich gar nicht so stark verändert hat.

        Der BuVo ist nicht gekippt, sondern wie ich bereits im letzten Jahr an Hand der Zusammensetzung ausführte, keinesfalls „rechter“, als der vorgherige.

        Herausgekommen ist ein Kompromiss-Beschluss, der sogar stärker die „Flügel-Kritiker“ begünsrtigt hat. Kompromisse muss man in einer Partei immer machen. Und so einfach per Fingerschnipsen kann man in D nicht Mitglieder ausschließen. Das wäre antidemokratisch.

        „…was jetzt amtlich festgestellt wurde, ohne dass er dagegen vorgeht.“

        Es wird gegen die VS-Eskalation auf verschiedene Art und Weise juristisch vorgegeganen. Und es sind im letzten Jahr ja auch bereits Erfolge erzielt worden, wo widerrechtliches ! Vorgehen sanktioniert wurde.

        Der VS ist auch nicht in der Lage sachlich neutral zu agieren, da er ein Inlandsgeheimdienst der Innenministerien ist, von Parteibuchlern geführt wird und auf Geheiß seiner Auftraggeber (meist SPD, CDU,CSU) arbeitet und von diesen auch wieder sanktioniert werden kann (siehe Maaßen).

        Außerdem wird er von der aktuell einflussreichen politischen Strömung getrieben und letztendlich beeinflusst. Meinungsverbrechen und Kontaktschuld wurden ebenso wie Beobachtungskriterien im rechten Spektrum immer weiter ausgeweitet, während echter Extremismus (Antifa) sowie eine Protegierung dessen (Steinmeier lobt linksextreme Polizei hassende Bands) oft achselzuckend übergangen werden.
        Die Band der grünen sächsischen Justizministerin war linksextrem und hat Gewalt gegen Polizisten besungen. Interessiert es den VS? Nein, weil er abhängig ist und auf Geheiß reagiert. Grüne Politiker posoeren im EU-Parlament mit Antifa-Flagge. Interessiert es den VS? Nein.

        Das heißt nicht dass alle VS-Beurteilungen falsch sind, aber eben auch nicht alle automatisch richtig sind. Oft genug mussten im Nachhinein Entscheidungen zurückgenommen werden.

        Wir haben in DE übrigens einen Sonderweg. Normalerweise sind Geheimdienste qua Namen geheim und haben mit der Öffentlichkeit nichts zu tun. Sie decken Terrorplots und kriminelle Netzwerke auf.

        Öffentlichkeitsarbeit und Parteinahme zugunsten der Regierung sind ein deutsches Unikum und demokratietheoretisch fragwürdig, da aktiv und einseitig in den freien Wettbewerb der Ideen eingegriffen wird. In Deutschland werden sogar Berichte angefertigt, Pressekonferenzen mit Parteipolitikern und Mainstrempresse abgehalten, die explizit für die Verbreitung und Untermalung in den Medien gedacht sind.

        Einer stolzen Kultur- und Industreination ist ein derartig fragwürdiges Demokratie-Gebaren eigentlich unwürdig, zumal viele Verquickungen mit schweren Verbrechen (NSU/ Amri) gelinde gesagt dubios sind.

      • Der Weckruf war der Versuch den von mir als Pupsern Bezeichneten etwas entgegen zu stellen, der Flügel spielte zu diesem Zeitpunkt kaum eine Rolle.

        Hier war wohl mehr die Unterwanderung durch die Freiheit und die bekannten NRW Kräfte verantwortlich – siehe dazu auch den LPT in Siegen. (Damals stellte NRW noch mehr Delegierte als die 5 Ostverbände zusammen.

        Es ist im Übrigen weniger Höcke oder der Flügel der hier das Wesen der AfD verändert – es ist der dahinter stehende Kubitschek.

        Und natürlich reicht Pretzells Einfluss immer noch nach NRW – seine Seilschaften halten immer noch die totale Macht.

        und Michael – Dein Optimismus in Allen Ehren – die wenigen Verbliebenen in NRW aus der Gründungszeit, die sich nicht Mandate sicherten denken durchaus ernsthaft über eine Auflösung nach.

        In Bayern nach der unglaublichen Wahlniederlage wird es doch nicht viel besser sein. Jetzt haben wir auch noch einen Juristen als Leiter des Mittelstandsforums. Ist das nicht super?

      • Der Einfluss von Herrn Pretzell auf die AfD in NRW und darüber sowie über Frau Petry auch auf die Bundespartei war extrem schlecht. Aber glauben Sie tatsächlich, dass er selbst heute noch irgendeinen Einfluss hat? Seine früheren Anhänger klammern sich noch an Macht und Mandate, werden sie aber nicht halten können.

        Sie können die AfD verlassen, diese aber nicht mehr auflösen. Eine Alternative zur Alternative wäre gut, ist aber momentan nicht zu sehen. Vielleicht werden durch die gegenwärtige Krise Spreu und Weizen bei den Politikern der etablierten Parteien getrennt. Manche wachsen durch ihre Aufgaben, andere beweisen dann ihre völlige Inkompetenz.

      • @erwinelsen
        zu „Mittelstandsforum“

        Hallo Erwin,

        ich bin da gar nicht mehr auf dem Laufenden, da ich jegliche Versuche, sich zur Zeit in den Alten Bundesländern (und nur auf die kommt es letztlich an) unter AfD-Flagge dem Mittelstand zu nähern, zum Scheitern verurteilt sehe, so lange nationale Sozialisten die öffentliche Wahrnehmung der AfD prägen.

        Offenbar gibt es jetzt aber eine Spaltung derer, die sich berufen fühlen, sich um den Mittelstand zu kümmern:
        http://www.mittelstandsforum-deutschland.de/impressum.html
        Vorsitzender: MdB Gert Pasemann, ein Chemiefacharbeiter und „Diplom-Lehrer“ aus Sachsen-Anhalt
        Ehrenvorsitzender: MdB Hansjörg Müller („Russenmüller“), der – wie wir seit der erhellenden Versammlung seinerzeit in Würzburg wissen – Krankenschwestern und Lehrer für den Mittelstand hält …
        Noch Fragen?

        und (offenbar ganz neu)
        https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/agenda/f-a-z-afd-plant-ein-mittelstandsforum-12590891.html

      • @ Alexander Dilger 23.3 00:02

        Natürlich hat Herr Pretzell immer noch den dominierenden Einfluss, schließlich sind Landtagsfraktion und Landesvorstand nahezu 100 % aus seiner ‚Spähre‘

        Und es wäre absurd anzunehmen, hier hätte Schnellroda einen geringeren Einfluss als beim Flügel.

        Heute sehe ich es so, dass der Flügel sich nur durch ungleich mehr Fleiß auszeichnet.

      • @ 300sel 23.03. 12.08

        Hallo Michael

        selbst von dieser ‚Spaltung‘ wusste ich nichts mehr. Wie wir in Würzburg ja schon feststellen mussten ging des nur um noch mehr Pöstchen beim sogenannten Mittelstandsforum.

        Von den von mir einst gebildeten ‚Unternehmer in der AfD‘ sind von einst 44 außer mir nur noch 1 an Bord.

        Gehe ich aber weg vom Flügel und schaue mir ganz allgemein die anderen Lauten an, dann haben die gleich noch weniger mit der AfD zu tun, als der Flügel.

    • @francomacorisano

      Genau so sehe ich das auch. Allerdings würde „Der Flügel“ schnell feststellen, dass sich ohne Geld nichts so leicht erreichen lässt wie mit Geld. Daher sind Kubitscheks Leute darauf aus, die AfD zu kapern und werden das auch nicht so schnell aufgeben.

      • Noch nicht. Aber wenn der Bundesvorstand nicht beherzt durchgreift, wird es wohl noch dieses Jahr dazu kommen.

      • Wer soll denn da noch durchgreifen? Die letzte Chance wäre vielleicht noch ein richtungsweisender Mitgliederentscheid. Aber auch dessen Ausgang hätte asymmetrische Konsequenzen: Wenn der Flügel gewinnt, gehen auch die letzten Gemäßigten, wenn er verliert, machen Höcke & Co. trotzdem einfach weiter.

      • Seit dem Rücktritt des Bundesschatzmeisters Klaus Fohrmann sind alle Mitglieder des Bundesvorstands mehr oder weniger hauptberufliche Mandatsträger. Kaum einer von ihnen würde die Aufstellungsversammlungen zur nächsten Wahl überstehen, wenn tatsächlich eintritt, was Sie ständig düster prognostizieren. Glauben Sie wirklich, dass sie das nicht auch selbst wissen?

      • Es ist genau umgekehrt. Wer irgendwo in der AfD noch aufgestellt bzw. innerparteilich gewählt werden will, muss sich mit dem Flügel arrangieren, siehe insbesondere Frau Weidel, die komplett umgedreht wurde, oder umgekehrt Bernd Lucke, der wegen seiner Weigerung abgewählt wurde. Besonders dämlich hat das Pleitepärchen agiert.

      • Wenn noch mehr Realos austreten, dann würde es tatsächlich so. Von den heutigen BuVo-Mitgliedern würden das nach meiner Einschätzung aber nur drei oder vier überstehen. Das ist nicht die Mehrheit.

  2. Der Flügel ist noch nicht aufgelöst, auch wenn das wohl bis zur vom Bundesvorstand der AfD gesetzten Frist Ende April erfolgen wird. Der sogenannte Verfassungsschutz ist nur noch ein Machterhaltungswerkzeug der politischen Klasse, das jedem liberalen Demokraten Angst einjagen muß. Die AfD steht derzeit nicht im Rampenlicht, weil sie keine Regierungsbeteiligung hat und alle Aufmerksamkeit der Exekutive gilt. Es ist aber zu erwarten, das sie als einzige globalisierungskritische Bundestagspartei in den nächsten ein bis zwei Jahren einen starken Aufschwung erleben wird. Grüne Themen, um die alle anderen Parteien sich raufen, interessieren im Angesicht der Seuche und der Rezession keine Sau mehr.

    • Herr Höcke hätte gegen die Einstufung des Flügels und auch seiner Person klagen können. Er hätte aber verloren, nicht weil die Gerichte parteiisch wären, sondern weil diese Einstufung richtig ist. Nicht jeder rechts der Kanzlerin ist rechtsextrem, aber er ist es.

      Was schlagen denn die AfD und ihr Führer aktuell gegen die Pandemie vor? Das Schließen der Grenzen reicht nicht mehr, das Virus ist schon massenhaft da. Sollen deshalb alle zu Hause bleiben oder nur die Alten und Vorerkrankten? Soll hier Survival of the Fittest ganz praktisch umgesetzt werden oder doch lieber nationaler Sozialismus?

      • Warten Sie mal ab. Die AfD wird innerhalb der nächsten zwölf Monate die 20%-Marke durchbrechen.

      • Gut. Ich platziere ein Lesezeichen und mache mir eine Notiz.

      • Wir sollten erst noch einen Wetteinsatz vereinbaren. Die übliche Flasche Champagner? Sie könnten diese beim AfD-Erfolg öffnen, ich warte immer noch auf das Ende der Kanzlerschaft von Frau Merkel.

      • Wetten wir ums Recht. Oder gibt es eine Börse für Wetten auf die Entwicklung von Umfragewerten von Parteien? Dort könnten wir jeder für sich wetten und dann nächstes Jahr unsere Wettscheine abgleichen.

  3. Höcke hat die Auflösung des Flügels noch gestern Abend selbst dementiert.
    Wörtlich schreibt er in einem Post:

    „Die Medienmeldungen über einen angeblich heute gefassten ‚Beschluss zur Auflösung des Flügels‘ sind schlicht falsch – Wir beschäftigen uns derzeit intensiv mit der Bewertung und möglichen fristgemäßen Umsetzung des Bundesvorstandsbeschlusses zum Flügel – ich mahne alle Mitstreiter zur Gelassenheit – Mehr dazu gibt es hier: https://sezession.de/62309/ueber-den-fluegel-hinaus-ein-gespraech-mit-bjoern-hoecke

    Howgh, der Indianerführer hat gesprochen …

    Es ist also noch völlig offen, was nun wirklich geschieht. Sollte sich der Flügel tatsächlich „auflösen“, seine Führer aber ohne weitere Konsequenzen innert der AfD in Amt und Funktion bleiben, dann wäre das auch meiner Ansicht nach der Anfang vom Ende der der AfD. Vollständige Überwachung durch den Verfassungsschutz eingeschlossen. Aber warten wir es ab.

    • Der Flügel existierte doch ohnehin nur informell und das wird er weiterhin, ob mit oder ohne Auflösungserklärung. Seine Führer und Anhänger bleiben weiter in der AfD und dominieren sie. Was wollen Sie noch in dieser Höcke-Partei?

      • Noch ist es nicht die „Höcke-Partei“. Aber dass sich die AfD wieder einmal fast ausschließlich mit ihrem Narrensaum befasst, statt sich auf Sachpolitik zu konzentrieren, zeigt, wie nötig es ist, sich endlich von diesen Leuten zu trennen. Wenn der Bundesvorstand da jetzt nicht endlich durchgreift, hat die AfD in der Tat keine Zukunft. Die Abwärtsentwicklung der AfD-Wahlergebnisse in Bayern seit der Bundestagswahl 2017 dokumentiert das eindrucksvoll.

      • Das Thema ist durch. Der frühere Narrensaum ist schon länger die Mitte der Partei und Sie gehören zu den Narren, die das immer noch nicht gemerkt haben.

      • Immer noch besser als zu den Narren zu gehören, die den Narrensaum erst möglich gemacht haben und dann erschrocken davon gelaufen sind.

      • Die AfD hat ca. 35.000 Mitglieder. Der Verfassungsschutz rechnet 7.000 zum „Flügel“. Das sind nicht mal 20%. Doch mit jedem Bürgerlich-Konservativen der jetzt geht, besteht die Gefahr, dass Rechtsaußen stärker wird.

        Der „Flügel“ existiert nicht nur „informell“, wie Herr Dilger vermutet, sondern hat eine offizielle Homepage mit Logo, Werbemittel-Shop und Veranstaltungen. Im Bundesvorstand gab es nur eine Gegenstimme, vermutlich Kalbitz, und eine Enthaltung, vermutlich Protschka, bei der klaren Forderung, dass der „Flügel“ aufgelöst werden muss.

        Jetzt muss aufgeräumt werden! Der Ausschluss von Gedeon war ein guter Anfang. Sein Fan Räpple sollte folgen und jeder, der in Nationalismus und Sozialismus etwas Positives sieht. Ich wiederhole mich: Es gilt NUR das AfD-Grundsatzprogramm! Wer etwas anderes will, muss die AfD verlassen!

      • Die Rechtsextremisten Höcke und Kalbitz müssen die AfD nicht verlassen, ganz im Gegenteil. Wer noch offen gegen sie ist, wird nichts mehr in der Höcke-Partei.

        Der Flügel hat eine Homepage wie mein Blog, aber keine offiziellen Mitglieder und auch keine gewählten Repräsentanten, sondern Herr Höcke ist antidemokratische Führer. Das Modell wird jetzt auf die ganze Partei übertragen, in der es aus rechtlichen Gründen offizielle Mitglieder und Vorstände geben muss, aber die tatsächliche Macht ebenfalls zunehmend von Höcke & Co. ausgeübt wird. So stellt er sich das schließlich für das ganze Land vor.

      • Die Gegenstimme war von Herrn Kalbitz und die Enthaltung von Herrn Brandner.

      • Das sind Höckes propagierte feuchte Träume.
        Repräsentativ für die Mehrheit in der AfD ist es nicht.

  4. Solange sich insbesondere einige der exponierten Flügelvertreter nicht zurückziehen, bringt die Flügel-Auflösung nichts.
    Die Corona-Krise ist denkbar schweres Terrain für die Opposition. Selbst wenn es intelligente, alternative Vorschläge von wem auch immer gibt, haben sie es sehr schwer durchzudringen bei der aktuellen Hysterie. Dementsprechend kaum vorstellbar erscheint in diesen Monaten auch eine erfolgversprechende Parteineugründung.
    Wenn wir hoffentlich im Herbst mit der Corona-Krise durch sind oder diese dann professionell und erfolgreich gemanagt werden kann, können wir den Blick auf das Super-Wahljahr 2021 werfen.

    • Warum sollten sich die Flügelvertreter zurückziehen? Herr Höcke sagt doch recht offen, dass der Flügel nur zum Promoten seiner eigenen Person diente und jetzt seine Schuldigkeit getan hat.

      Welche intelligenten Vorschläge gibt es denn von der AfD zur Corona-Pandemie (oder auch sonst), die nur nicht durchdringen würden? Es warten wohl alle ab, um hinterher sagen zu können, sie hätten es schon immer gewusst. Nur Donald Trump ist dreister und behauptet einfach das Gegenteil von gestern.

    • @ 300sel
      Nochmals meine Frage: Welche Fakten können Sie nennen, dass Alexander Gauland „unter dem damaligen CDU-Ministerpräsidenten Walter Wallmann eine nicht unumstrittene Persönlichkeit vom rechten Rand“ gewesen sein soll…?

      • @francomacorisano

        Da es seinerzeit noch kein Internet gegeben hat, wäre es sehr mühsam, hier Belege Schwarz auf Weiß zusammen zu tragen. Aber meine Erinnerung an die damalige Berichterstattung über Herrn Gauland trügt mich nicht. Alexander Gauland ist nicht der feine Grandseigneur, für den ihn so viele Verklärte halten …

      • „Sonderling“?
        Na wenn es das alleine wäre …

        Hier sehen Sie etwas über drei frühere Sonderlinge:

        Bei zwei davon sind gewisse Ähnlichkeiten mit heute lebenden Personen natürlich rein zufällig.

      • Das ist jetzt aber auch weder sachlich noch passend. Doch wenn Sie die AfD-Führung noch schlimmer finden als ich, was hält Sie dann noch dort?

      • Keine dieser Personen gehört zur eigentlichen AfD-Führung.
        Sie erklären sie nur ständig dazu.

      • Herr Gauland schon und Herr Höcke ist immerhin Landesvorsitzender und Führer des dominierenden Flügels, Herr Kalbitz ist außerdem noch im Bundesvorstand.

      • Landesvernand von Thüringen. Wie groß ist Thüringen? Ein Scheinriese eben.

        Gauland ist Ehrenvorsitzender. M.E. ein großer Fehler, unter dem der Ruf der AfD noch lange leiden wird.

      • Noch 2013 war Herr Gauland ein anderer. Sein Wandel muss sich 2014 vollzogen haben. Solche Formen der Selbstradikalisierung sind übrigens ein Grund mehr, warum man die AfD jetzt meiden sollte.

      • Passt doch alles zusammen. Man muss nur auch zwischen den Zeilen lesen.

  5. Ein brauner Apfel verdirbt den ganzen Korb. 7000 braune AfDler, viele davon im Bundestag, in den Landtagen und den Kreisverbänden, werden nun unterhalb des öffentlichen Radarschirms das „Ausschwitzen“ fortsetzen und die gesamte AfD durchseuchen. Es ist nur nur eine Frage der Zeit, bis der Verfassungsschutz die gesamte Partei beobachtet und das wars dann mit der Alternative für Deutschland.

    • Auch die Höcke-AfD wird noch Wähler finden, vor allem in der früheren DDR. Aber es handelt sich dann definitiv nicht mehr um eine Politik gestaltende Opposition mit potentiellem Regierungsanspruch, sondern eine die Regierung stabilisierende Fundamentalopposition.

      • @Alexander Dilger 09:59

        Damit stützen auch Sie die (Verschwörungs-?) Theorie vom CDU-Spin-off.

      • Diesen Unsinn hatten wir doch schon oft genug. Ich halte nichts von Verschwörungstheorien, insbesondere wenn es viel einfachere Erklärungen gibt.

      • Es spricht leider sehr vieles für diese Theorie.
        Ich wollte das selbst sehr lange Zeit nicht wahr haben, halte es heute aber für durchaus möglich (was jedoch noch kein abschließendes Urteil ist).

      • Es spricht nichts dafür und Sie sind der Einzige, der immer wieder damit anfängt. Warum ziehen Sie dann eigentlich nicht die Konsequenz daraus? Am ehesten könnte ich mir noch vorstellen, dass Björn Höcke ein V-Mann vom Verfassungsschutz war, der sich verselbständigt hat.

      • Beides ist möglich und denkbar. Die bloße Tatsache, dass CDU-Mann Lucke kalte Füße bekommen hat und vor den Geistern, die er selbst rief, davon gelaufen ist, beweist gar nichts. Es sind noch genügend CDU-Dickschiffe an Bord der AfD und arbeiten genau in diese Richtung. Nicht nur Herr Gauland.

      • Im Westen würde die AfD sich dann als Reps 2.0 um die 5% Hürde bewegen, ähnlich unbedeutend und klein wie die sozialliberale bis ökosoziale FDP.

      • Ich kann im Westen keine fünf Prozent Wählerpotential für eine solche Partei erkennen. Höchstens zwei bis drei Prozent.

      • Ja, doch bundesweit könnte es noch für fünf Prozent reichen. Doch selbst jetzt ist die AfD unbedeutender als die kleinere FDP, die grundsätzlich regierungsfähig ist und trotz Herrn Lindner bessere Vorschläge macht.

      • Die FDP ist seit mehr als fünfzehn Jahren nur noch eine Opportunistenklitsche. Und so lange dort Opportunisten und Karrieristen das Zepter halten, wird sich daran auch nichts ändern. Das wissen Sie doch im Grunde selbst, Herr Dilger. Oder warum haben Sie die FDP verlassen?

      • Ja, aber selbst diese FDP ist viel besser als Ihre Höcke-AfD. Wirklich Hoffnung macht aber wohl nur noch eine Merz-CDU. Immerhin diskreditiert sich Herr Laschet gerade selbst.

      • Ich habe keine „Höcke AfD“. Die „Höcke AfD“ ist in Thüringen und in den NBL. Nicht meine Baustelle.

        Von Friedrich Merz halte ich nichts. Dass die CDU personell nicht mehr zu bieten hat, als Friedrich Merz, zeigt doch nur, wie schlecht es personell um sie bestellt ist.

      • Der Flügel ist überall und dominiert jetzt die AfD. Es ist mir völlig unverständlich, wie Sie oder überhaupt halbwegs vernünftige Menschen das noch unterstützen können.

      • Höcke ist weder Bundeskanzler nochg AfD-Vorsitzender. Auch wenn sich das seine alkoholvernebelten zahnlosen Fans in Jogginghosen noch so sehr wünschen.

      • Sagt sein Ziehvater Gauland.
        Aber auch er ist nicht die Mitte der AfD.

      • Doch, die überwiegend Mehrheit ist für Herrn Gauland und damit zumindest indirekt auch für Herrn Höcke. Wie können Sie das nur verdrängen?

      • Warum Gauland auf viele so eine bedeutsame Ausstrahlung hat, ist mir ein Rätsel. Aber Sie können mir das sicher erklären, nachdem Sie ja selbst lange genug davon befallen waren.

      • @Alexander Dilger 22:45

        Aha. Und wie „ist“ bzw. „war“ Herr Gauland?
        Was macht er Ihrer Meinung nach heute anders als zu Zeiten, als er Sie noch positiv beeindruckte?

      • Herr Gauland war ein konservativer Politprofi, sogar liberaler als Bernd Lucke. Nun unterstützt er Rechtsextremisten oder ist sogar selbst einer geworden. Es wäre interessant, diese Entwicklung zu verstehen.

      • Gauland war schon zu seiner Zeit als Leiter der Hessischen Staatskanzlei unter dem damaligen CDU-Ministerpräsidenten Walter Wallmann eine nicht unumstrittene Persönlichkeit vom rechten Rand.

        Liberaler als Bernd Lucke zu sein, ist nicht schwer. Das bekommt sogar Herr Gauland hin. Schwieriger dürfte es sein, Politiker zu finden, die illiberaler sind als Autokrat Lucke.

      • Ja, Höcke und Kalbitz ganz sicher. Die Kanzlerin, Claudia Roth und Robert Habeck auch. Vielleicht noch Ralf Stegner von der SPD. Dann wird es – zumindest in Deutschland – aber schon eng.

      • In Deutschland gibt es leider wenig Liberale und Bernd Lucke gehört explizit nicht dazu. Trotzdem ist ein Erzkonservativer doch viel besser als ein Rechtsextremist. Außerdem wäre er heute so oder so nicht mehr die unumstrittene Nummer 1 in der AfD. Frau Petry hätte z. B. nur etwas geduldiger sein müssen. Auch Herr Gauland hätte die Fäden in der Hand behalten können, statt Höcke & Co. zu stärken. Herr Meuthen leistet noch letzten Widerstand.

      • Lucke hat doch den ganzen rechtsextremen Spuk erst möglich gemacht. Er hätte ihn locker verhindern können. Hat aber genau das Gegenteil getan. Und dann vergessen Sie bitte nicht, mit welchen rechtsextremen Figuren er sich auch nach seinem Weggang umgeben hat (z.B. seine Brüsseler Assistentin Eva Kahlmann, die – was Lucke ganz genau wusste – eine der übelsten rechtsradikalen Hetzerinnen der Partei „Die Freiheit“ gewesen ist und auch sonst keine Unbekannte in rechtsextremistischen Kreisen).

        Und was Gauland angeht – hatte er jemals etwas anderes im Sinn?

      • Sie suggerieren wieder fälschlich, dass Herr Lucke Rechtsextremisten fördern wollte. Dabei ist die Erklärung banaler und wurde von ihm selbst (wenig klug) öffentlich benannt: mangelnde Menschenkenntnis. Wenn mam das aber selbst weiß, muss man als intelligenter Mensch anders damit umgehen und darf nicht mehr blind irgendwelchen Leuten vertrauen, darunter Extremisten und seine größten Gegner.

        Herr Gauland hielt sich wohl anfangs alle Optionen offen. Hätten sich bei erfolgreicher Bundestagswahl 2013 die Liberalen durchgesetzt, wäre er wohl heute auf unserer Seite.

      • Mangelnde Menschenkenntnis kommt in Luckes Fall sicher noch dazu. Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass er es war, der den Rechtsextremisten Tür und Tor geöffnet hat. Ob aus mangelnder Menschenkenntnis oder mit Absicht, spielt im Ergebnis absolut keine Rolle. Lucke war damit seinerzeit der größte Schädling der AfD.

        Ich halte Herrn Gauland nicht für einen opportunistischen Umfaller. Er verfolgt m.E. eine ganz klare Linie. Und zwar von Anfang an. Ich weiß nicht, ob Sie 2014 auf dem Bundesparteitag in Erfurt dabei waren. Spätestens dort hat Gauland in seiner Rede klar gemacht, welche Linie das ist.

      • Mir war Herr Gauland schon suspekt als es die AfD noch gar nicht gegeben hat.

      • Ich war auch 20 Jahre CDU-Mitglied, als junger Mann Funktionär in der Schüler Union, bzw. der Jungen Union.

      • Aber Sie wurden doch nicht mit einem Auftrag von der CDU in die AfD geschickt, sondern sind freiwillig gegangen, weil die CDU nicht mehr Ihre alten Ziele vertrat und vertritt. Aber das gilt doch inzwischen auch für die AfD. Vermutlich würden Sie deshalb erneut weiterziehen, wenn es eine aussichtsreiche Alternative gäbe wie 2013 mit der AfD.

      • Alexander Dilger
        sagte am 22/03/2020 um 17:46 :“Der Flügel ist überall und dominiert jetzt die AfD. . . .“ – Höcke bezeichnet als Zweck der „Erfurter Erklärung“ von vor 5 Jahren die AfD davon abzuhalten, sich mit Kompromissen koalitionsfähig zu machen. Das bedeutet im Umkehrschluss, der Anhängerschaft vorzutäuschen, der Weg zu politischer Gestaltung führe über realisierbare absolute Mehrheiten. Das war auch die von Gauland gestützte Linie auf dem Kölner Parteitag in der Auseinandersetzung mit Petry. Ich halte Höcke für einen hochintelligenten Psychopathen, der es versteht, die AfD in ganz Deutschland für persönliche Ziele (übersteigertes Geltungsstreben, Streben nach öffentlicher Aufmerksamkeit) einzuspannen. Die Erfurter Erklärung erfolgte in dem Wissen, dass die AfD in absehbarer Zeit zu den von einer Partei in der Breite geforderten Antworten auf Sachprobleme nichts beizusteuern hat. So dürfte auch der engste Kreis um Höcke die Lage einschätzen.

      • @Klaus Wolfgang Berger
        „Das war auch die von Gauland gestützte Linie auf dem Kölner Parteitag in der Auseinandersetzung mit Petry.“

        Genau das ist der springende Punkt.

      • Klaus Wolfgang Berger,

        Sie scheinen ja wir mir schon in anderen Kommentaren aufgefallen ist auf Petry immer noch große Stücke zu halten. Dabei hat diese es nicht einmal in Sachsen hinbekommen eine demokratisch astreine Liste aufzustellen.

        Die 50,1%, die Höcke vor einigen Jahren mal in den Raum stellte, sind natürlich unter normalen politisch-gesellschaftlichen Verläufen illusorisch. Dafür ist die Gesellschaft auch zu differenziert.

        Eine Zuspitzung der Lage und eine Zuspitzung der Krisen (Massenarbeitslosigkeit gerade in der deutschen Automobilbranche, Zuspitzungen hinsichtlich Migration und Verteilungskämpfen, etc) wird es aber schon in den nächsten Jahren geben und dann steigt auch das Wählerpotential wieder. Dann muss sie AfD als Retter in der Krise und Stimme der wütenden Mehrheit da sein. Durch finanzielle und parlamentarische Strukturen ist sie heir gegenüber eibnem Newcomer klar im Vorteil.

        Und was Sie immer noch nicht verstanden zu haben scheinen, ist, dass man nicht nur durch Regierungsbeteiligungen Politik machen kann, sondern auch durch Druck von außen auf die Altparteien-Allparteien-Regierungen sowie durch ein Vordringen mit seinen Themen in den vorpolitischen Raum, woraus dann idealerweise eine Diskursverschiebung und eine Schwerpunktverlagerung weiterer Parteien erfolgt.

        Die Grünen haben so nur durch wenig Beteiligungen den etablierten Parteien ihre Themen aufegdrängt, so dass dann sogar die Merkel-Union diese umgesetzt hat.

      • „Am ehesten könnte ich mir noch vorstellen, dass Björn Höcke ein V-Mann vom Verfassungsschutz war, der sich verselbständigt hat.“

        Die Ausage ist nach wie vor Unsinn. Höcke hat seine Auffasungen und Eigenarten schon vor der AfD (er hat sich u.a. schon vor 12 Jahren in der JF thematisch geäußert). Ihm ist es nicht gut bekommen, dass er sich zu viele Jahre in kleinen „elitären PolitiknIschen“ aufgehalten hat, die wenig Realitäts- und Praxisbezug hatten. Hinzu kamen Aussagen von älteren Herren vom rechten Rand der Hessen-CDU (Heiner Hofsommer, etc) an den jungen Höcke, dass er mal noch eine große Rolle bei der Rettung Deutschlands spielen würde.

        Diese Aussagen hat er wohl zu wörtlich genommen. Dann kam noch die Vertriebenen-Geschichte seiner Familie hinzu und schließlich hat er wohl über lange Zeit ein zu naives Verständnis seiner Anti-Berufspolitiker -Rolle kultiviert. Sein Hang zum Kitsch, zur Polit-Folklore und seine Liebe für philosophisch-national-romantische Phrasen und Bilder sind überdurchschnittlich ausgeprägt und besonders im Deutschland des 21 Jahrhunderts wenig förderlich.

        Viele seiner politischen Lageanalysen hinsichtlich der Altparteien uznd Altmedien sind richtig, er ist jedoch persönlich nur bedingt für die vorderen Reihen einer Partei im hier und jetzt geeignet. Auch wenn er sich tendentiell gebessert hat, ganz kanne r sich von seinen persönlichen Unzulänglichkeiten nicht verabschieden.

        Er ist aber ein Sonderfall. Die meisten im rechten Lager der AfD sind pragmatisch und selbstreflektiert genug.

      • Herr Höcke ist jetzt der Führer der AfD, gerade auch wegen seiner persönlichen Defizite (er glaubt den Unsinn wirklich und hält sich für auserwählt).

      • Höcke ist ein Scheinriese und nicht „der Führer der AfD“.

      • Patriot
        sagte am 22/03/2020 um 20:34 :“Sie scheinen ja wir mir schon in anderen Kommentaren aufgefallen ist auf Petry immer noch große Stücke zu halten. . . “
        Ich bin stets bemüht, die Beschreibung von Rollen von personenbezogenen Werturteilen freizuhalten. Die Rollen wechseln und sind dann neu zu bewerten.
        Positive Aspekte des indirekten Einflusses der AfD auf Politik – etwa durch Konkurrenz um Mandate im Wahlkampf – sehe ich durchaus. Dem gegenüber steht der Nachteil, dass die AfD mit einer Strategie, die nicht auf direkte Gestaltung von Politik gerichtet ist (siehe Erfurter Erklärung), leistungsfähige Mitglieder (von denen ich zu etlichen persönlichen Kontakt habe), neutralisiert. Es ist ein Mißbrauch guten Willens und von Resourcen. Deshalb überwiegt mein kritisches Urteil. Die Hoffnung, die AfD könne von Ausnahmezuständen des Staates profitieren, teilt diese mit allen möglichen radikalen Gruppierungen von links bis rechts. Wollen wir hoffen, dass es dazu nie kommt. Wenn es jetzt von dort schon keine Rezepte gibt, sind sie im Ausnahmezustand erst recht nicht zu erwarten.

      • Der Personenbegriff geht eigentlich auf Masken zurück, so dass die Differenzierung von Rollen nicht ganz überzeugt. Richtig ist, dass wir Menschen verschiedene Rollen haben (spielen) und uns nicht gänzlich darauf reduzieren lassen. Bei allen Bewertungen hier geht es jedoch stets um die Träger bestimmter Rollen, nicht zwingend die Menschen dahinter (das gilt erst recht bei Kritik auf Blogkommentare, wo es mir stets nur um das Geäußerte geht und ich keinem Menschen zu nahe treten möchte). Angela Merkel als Mensch kann ich nicht beurteilen, als Kanzlerin halte ich sie für eine Katastrophe. Dasselbe gilt für Björn Höcke als Politiker, während ich mir über ihn als Menschen kein Urteil erlaube. Wahrscheinlich sind wir uns als Menschen sogar näher denn als Rollenträger, insbesondere im politischen Bereich mit seinen Antagonismen.

        Was nun Frau Petry angeht, so halte ich sie für die eigentliche Zerstörerin der ursprünglichen AfD. In jedem Fall hat sie am unvernünftigsten gehandelt, weil ihr Kurs erkennbar scheitern musste. Herr Lucke hätte hingegen erfolgreich sein können und Herrn Höcke kann man seinen innerparteilichen Erfolg auch nicht wirklich vorwerfen. Frau Petry hätte sich hingegen 2015 gegen Herrn Höcke entscheiden können, dann wäre sie heute die führende Vorsitzende einer besseren AfD, oder sie hätte ihr Bündnis mit ihm durchhalten müssen, dann wäre ihre Rolle heute wohl vergleichbar mit Frau Weidel.

        Wir leben doch jetzt in einem Ausnahmezustand und die AfD hat sich abgemeldet.

      • @ 300sel
        Gauland war schon zu seiner Zeit als Leiter der Hessischen Staatskanzlei unter dem damaligen CDU-Ministerpräsidenten Walter Wallmann eine nicht unumstrittene Persönlichkeit vom rechten Rand

        Da habe ich einen anderen Eindruch, bzw. das müssten Sie genauer erläutern. Ich hatte es als Konservativer und Strauß-Fan in der rheinland-pfälzischen CDU damals nicht einfach und war sehr gut nach Hessen vernetzt, wo die CDU viel „rechter“ war. Alfred Dregger („Stahlhelmflügel“) war in Hessen CDU- Chef und Walter Wallmann sein „liberaler“ innerparteilicher Gegenspieler. Und Gauland war der engste Mitarbeiter von Wallmann, quasi sein „Architekt der Macht“.

      • Das ist natürlich ein anderes Maß. Alfred Dregger wäre nach heutigen Maßstäben wohl selbst im Flügel „Rechtsaußen“ …

      • Dass Höcke kein Demokrat ist, da bin ich doch völlig bei Ihnen.
        Mein Hinweis war auch nicht als Verteidigungsrede für Höcke gedacht.
        Aber die seinerzeitigen Äußerungen Dreggers, die würden heute sicher genügen, dass Heiko Maas oder Renate Künast seine sofortige Inhaftierung fordern …

      • Ja und?
        Er muss sich ja nicht ständig outen.
        Ein Kommentar in der WELT verlangt natürlich andere Botschaften als eine Rede beim Kyffhäusertreffen des Flügels, um abgedruckt zu werden.

      • Wie ich bereits geschrieben hatte, genügt mir dafür mein Gedächtnis an die 1980er und 1990er Jahre. Tweedsakko, Jagdhundkrawatte und Jaguar machen noch lange keinen Liberalen aus einem Menschen, sondern sind eher typisches Verleger- und Zeitungsherausgeber-Gehabe, das sich Herr Gauland in seiner Zeit als Herausgeber der „Märkischen Allgemeine“ (1991-2005) zugelegt haben dürfte.

        Zudem wäre es wirklich etwas arg viel Aufwand, nur für einen Blogbeitrag nach alten Artikeln usw. zu recherchieren. Wenn Ihnen das nicht genügt, dann betrachten Sie es doch einfach als meine persönliche und subjektive Einschätzung oder Wahrnehmung und glauben Sie weiter an den großen anglophilen Liberalen Alexander Gauland. 😉

      • Es ist doch unstrittig, dass Herr Gauland in keinster Weise mehr liberal oder auch nur bürgerlich-konservativ ist. Trotzdem halte ich es für interessant und sogar politisch wichtig zu fragen, wie es dazu gekommen ist. Ihre unbelegte These lautet, dass er schon immer so war wie jetzt. Alternativ könnte er sich grundlegend geändert haben. Da das eher selten ist, könnte es schließlich sein, dass andere Eigenschaften für ihn konstitutiv sind und der Wandel ein Oberflächenphänomen durch geänderte Umstände ist.

      • Das herauszufinden wäre nur interessant, um zu wissen, ob er tatsächlich glaubt was er sagt oder „nur“ als Agent Provocateur auf dem Ticket der CDU unterwegs ist. Das Ergebnis ist aber dasselbe. Geschenkt!

      • Herr Gauland ist kein Agent der CDU, das ist nur eine Ihrer absurden Verschwörungstheorien. Gerade deshalb ist es von allgemeinem Interesse, wie anständige Bürger zu Rechtsradikalen werden können. Ändern sie ihre Überzeugungen oder hatten sie nie wirklich welche, sondern erzählen jeweils nur, was ihnen gerade günstig erscheint?

      • Unabhängig davon, ob man die Möglichkeit eines CDU- und/oder VS-gesteuerten Flügels in Erwägung zieht oder nicht, ändern Menschen im Laufe ihres Lebens natürlich mit zunehmender Lebenserfahrung schon auch mal ihre Einstellung.
        Allerdings eher irgedwann zwischen der Adoleszenz und den besten Lebensjahren. Häufig dann, wenn sich ein gewisser Wohlstand einstellt. Zum Beispiel, wenn der ehemalige Hausbesetzer selbst Vermieter wird, ändert sich natürlich die Einstellung zu Hausbesetzungen.

        Für einen solchen Gesinnungsschwenk ist Herr Gauland allerdings zu alt. Als er die CDU angeblich verlassen hat, war er schon über 70 (!) … warum sollte er da noch vom Paulus zum Saulus werden? Viel wahrscheinlicher ist doch, dass er entweder schon immer Saulus war und den Paulus nur gegeben hat oder – falls er tatsächlich ein Paulus gewesen sein sollte – jetzt den Saulus nur spielt …

  6. Die Marke AfD ist zwar mittlerweile bekannt, aber komplett verbrannt. Die Partei ist isoliert und hat keine Machtoptionen. Wer sinnvolle Ideen hat, sollte sie gerade nicht unter dem Namen AfD verkaufen, da häufig das Gegenteil von dem gemacht wird, was diese Partei vorschlägt. Das sind keine schönen Aussichten. Umgekehrt gelingt es wohl nun bis auf weiteres, dass sich sehr weit rechtsstehende Abgeordnete in die Parlamente wählen lassen und dort hetzen können.

    • Die Marke AfD ist nicht verbrannt. Sie ist die einzige wirksame Oppositionpartei gegen die Globalisten und hat dauerhaft über 12 % Wähler bundesweit. Es gibt keine Alternative zur AfD.

      • Doch, die Marke AfD ist allgemein verbrannt, was nicht bedeutet, dass sie in einer bestimmten Nische nicht doch noch Wähler findet, aber keine neuen und anderen mehr.

      • Die Behauptung, dass die AfD jetzt und in jeder Zukunft keine neuen Wähler gewinnen kann, ist einfach Unsinn. In diesen dynamischen Zeiten können schnell die Lügen der Altparteien auffliegen und die AfD ganz stark werden.

      • Die Inkompetenz der etablierten Parteien macht aber den Rechtsextremismus der Höcke-AfD nicht besser, sondern in gewisser Weise noch schlimmer. Wir können uns das einfach nicht mehr leisten.

      • Um so wichtiger ist doch eine AfD, die gerade nicht von Höcke, Kalbitz und den CDU-Agenten dominiert wird!

      • Die AfD wurde von Beginn an von CDU-Agenten dominiert und daran hat sich leider bis heute nichts geändert. Es sind dies zum größten Teil noch dieselben Köpfe wie 2013 und sie paktieren ganz vorzüglich mit Höcke und seinem Gefolge.

      • Es ist schon ziemlich arrogant und schon eine recht steile Aussage bei einer bundesweit prozentual zweistelligen Partei mit Millionen Wählern und umfassender parlamentarischer Repräsentanz von einer Nische zu reden.

        Was soll man denn dann zu einer FDP sagen, die trotz vieler Jahrzehnte nur wenig mehr als halb so groß ist und in einigen Bundesländern unter 5% ist. oder einer SPD, die fast die gleichen Werte hat, wie die 7 jahre alte AfD?

        Und freidenker60 hat recht, dass nun ziemlich viel in Bewegung ist und die Hysterie der Altparteien nebst ihrer Helfer in Medien und VS gerade deshalvb so groß ist, weil sie wissen, dass unruhigere Zeiten, bei denen Greta und fff keine Rolle mehr spielen, in nicht mehr ganz so weiter Ferne sind.

      • Nischen können groß sein, aber die Höcke-AfD ist weder koalitions- noch regierungsfähig. Das liegt nicht nur an den anderen Parteien, sondern vor allem am inzwischen dominierenden Flügel. Hand aufs Herz, würden Sie wirklich von solchen Leuten regiert werden wollen?

      • @Alexander Dilger

        Flügel und AfD sind nicht identisch und es gibt genügend Kräfte in der AfD, die genau das, was sie hier skizzieren, auch nicht wollen und sich gerade sehr engagiert dagegen stemmen.

  7. Wenn die Corona Krise überstanden wird, wird der Wähler sich besinnen und sich von der AfD abwenden. Ob der Spaßwähler dann die 5% erreicht bleibt abzuwarten. In der ernsten Lage, in der wir jetzt sind hört man nichts mehr von der AfD,weil sie nicht themenkompetent ist. Sie hat keine Wissenschaftler mehr an ihrer Seite und keine Organisationskompetenz. Der Wähler,der bislang die AfD gewählt hat, weiß das und wählt die,die ihn am Leben gehalten haben. Diejenigen, die uns die AfD „eingebrockt“ hatten, waren wir. Damals hießen wir „Professorenpartei“. Die sind aber heute alle weg.

    • Völliger Unsinn. Gerade die AfD hat sich in der Corona-Sache äußerst kompetent bewiesen ( https://dushanwegner.com/woraus-wirst-du-trinken/?mc_cid=f5f17f3b55 ). Die Corona-Krise wird nicht einfach überstanden sein und es wird nicht einfach weitergehen wie die letzten Jahre. Auch ohne Corona-Virus wäre das mit EZB-Geldern aufgeblasene derzeitige Wirtschaftssystem in Kürze geplatzt. Der Versuch der Bundesregierung, jetzt wieder alles mit Geld zuzuschütten, wird nicht reichen, schon weil andere Euro-Länder auch auf dieses deutsche Geld angewiesen sind. Unser System wird zusammenbrechen. Es ist jetzt nur noch die Frage, was nach dem Zusammenbruch kommt, Freiheit oder (diktatorischer) Sozialismus. Die Parteien von links bis einschließlich der CDU zielen auf ein sozialististisches planwirtschaftliches System ab und werden dies auch mit ihrer Medienmacht schlußendlich propagieren. Es ist das Schlimmste zu befürchten, die AfD wird sicher für die Freiheit stehen.

      • Die Höcke-AfD steht doch nicht für Freiheit, sondern nationalen Sozialismus. Kritiker wie ich müssten mit Gefängnis oder Schlimmerem rechnen.

      • Werden Kritiker der Merkel-Kakistokratie wie Sie und ich etwa nicht sogar vom eigenen privaten Freundeskreis und von der eigenen Familie angehalten, sich doch bitte etwas zurück zu nehmen mit der Kritik an unserer großartigen Bundesregierung? Verbunden mit dem wohlwollenden Rat, dass man sich damit doch völlig unnötig in Misskredit brächte und seinen Ruf gefährde.

        Seien Sie ehrlich zu sich selbst!

      • Das ist aber doch Teil der ganz normalen politischen Diskussion. Wir sind gegen die Merkel-Regierung und andere sind für sie. Ich kann das trennen von anderen Fragen, andere können das weniger. Sie können keinen zwingen, dass er Sie mag.

        Eine andere Qualität bekommt das erst durch politische Gewalt z. B. durch die Antifa oder schlimmstenfalls den Staat selbst. Letzteres ist unter Frau Merkel kaum vorstellbar, unter Herrn Höcke hingegen nahezu sicher.

      • @Alexander Dilger
        „Letzteres ist unter Frau Merkel kaum vorstellbar …“

        Da wäre ich mir nicht so sicher. Die FDJ-Sekretärin war schon für so manche Überraschung gut.

      • Frau Merkel wird uns nicht ins Gefängnis stecken, das ist nun wirklich meine geringste Sorge. Eine Linke-Regierung würde eher darüber nachdenken und unter Führer Höcke wäre es fast sicher (KZ oder Hinrichtung wären dann allerdings auch möglich). Das hört sich vielleicht noch witzig an, aber die Höcke-AfD ist wirklich gefährlich und nur der fehlende Wählerzuspruch schützt uns noch. Sie spielen mit dem Feuer und Ihre AfD-Mitgliedschaft wird Sie dann nicht schützen.

      • Keine Sorge, Herr Dilger, ich spiele fast immer mit dem Feuer. Das gehört zu meinem Naturell und ich bin nun mal nicht der Typ, der sich verstellt. V-Mann Höcke selbst ist meiner Ansicht nach nicht die eigentliche Gefahr. Er ist nur eine Marionette und ein Scheinriese. Aber ich stimme Ihnen zu, dass von seinen Hinterleuten (und damit meine ich nicht den VS) eine große Gefahr für Deutschland ausgeht. Gerade deshalb ist es um so wichtiger, dass die – allen Unkenrufen zum Trotz – inzwischen gut eingeführte Marke und als politisches Handlungsinstrument bestens aufgestellte AfD eben nicht in die Hände dieser Leute fällt. Langjährige Ex-CDUler wie Herr Gauland werden allerdings keinen Beitrag dazu leisten, dies zu verhindern.

      • Das sehe ich nicht so. Wäre es tatsächlich der Fall, wäre auch ich weg.

      • @freidenker60

        Sie haben völlig Recht mit Ihren Hinweisen.

        Auf Alice Weidels Rede vom 04. März 2020 https://www.youtube.com/watch?v=eh-sbYTaZEU folgten im Bundestag allenfalls Spott und Hohn.

        Und jetzt, wo die vorhersehbare Krise Deutschland erreicht hat, wird der AfD vorgeworfen, sich nicht zur Sache zu äußern? Hat sich die AfD etwa „zu früh“ geäußert? Erfolgte Weidels Rede zur Unzeit, da es im Kakistokraten-Deutschland zum guten Ton gehört, den Ereignissen hinterher zu laufen statt vorausschauend zu handeln?

      • Es gibt schon seit Anfang letzter Woche einen 5-Punkte-Plan ( https://afdkompakt.de/2020/03/19/afd-legt-5-punkte-programm-zur-corona-krisenbewaeltigung-vor/ ), der heute früh auch über die Pressestelle der AfD verschickt wurde.

        Nur, welche Beachtung wird dieser als Beitrag einer Oppositionspartei AfD schon finden?
        Und wozu sollte die AfD jetzt weitere Ratschläge vom Spielfeldrand erteilen?
        Die Kakistokraten werden ohnehin machen, was sie wollen (oder wohlwollend ausgedrückt „für zielführend halten“) und die Gefahr eines Putsches droht im „Besten Deutschland aller Zeiten“ mit Sicherheit nicht. Der Deutsche Michel ist es doch gewohnt, dass seine Regierung den Ereignissen hinterher läuft.

    • 300sel
      sagte am 23/03/2020 um 08:55 :“Es gibt schon seit Anfang letzter Woche einen 5-Punkte-Plan . . .“
      Angesichts der vorliegenden Beschlüsse von Bund und Ländern und Vereinbarungen in wichtigen Tarifgebieten ist dieser 5-Punkte-Plan eine Alibi-Veranstaltung von Leuten, die nicht in der politischen Verantwortung sind. Was genau würden Sie als Mann der Wirtschaft persönlich denn jetzt im Gegensatz zu den bestehenden Regelungen (oder deren Verbesserung) von diesen Punkten umsetzen ( damit man mal eine Diskussionsgrundlage hat) ?

      • @Klaus Wolfgang Berger

        Ich halte diese fünf Punkte alle für umsetzungswürdig, ein Teil davon wird zumindest in Bayern auch tatsächlich bereits umgesetzt (2.), wenn auch unabhängig von der AfD.

        Meine persönliche Priorisierung wäre
        5. – 2. – 1. – 3. – 4.

        Ob 4. technisch realisierbar ist, kann ich nicht beurteilen.
        Meine Befürchtung ist eher, dass man Privathaushalten das Internet in Kürze zumindest temporär abschalten wird, damit es nicht zusammenbricht.

  8. Jetzt fragen Sie nach dem Rat der AfD, nachdem die Merkel-Regierung solange versagt hat, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist. Die Merkel-Regierung weiss spätestens seit 2013, dass genau das wahrscheinlich passieren wird, was jetzt passiert. Es wurde nichts vorbereitet, es fehlen Beatmungsgeräte und ausgebildete Bediener. Bitte lesen ab S. 55: https://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/120/1712051.pdf?fbclid=IwAR1ROQejhTPyPb0BWakdB0766aa1cEZD-n3XTKkECKrVLh5PbuPBICZTtOc

  9. 5-Punkte-Plan der AfD:
    Z.B zu Punkt 5: Etwas aus der Zeit gefallen. Grundnahrungsmittel werden in der Landwirtschaft maschinell erzeugt und zu 30 % exportiert. Handlungsbedarf ?
    Für saisonale Produkte wie Spargel, Erdbeeren oder sonstige Handarbeiten (Hopfen aufbinden) haben die Erzeuger (gerade im Bodensee-Raum) mit großem Erfolg Freiwillige (gegen Bezahlung) geworben – der Absatz im Lebensmittel-Bereich ist ja gesichert- kein staatlicher Handlungsbedarf.
    Z.B zu Punkt 4 -Internet. Das Problem ist nicht die private Nachfrage; die Anbieter hatten mit dem Verkauf schnellerer Verbindungen schon in der Vergangenheit Probleme. In unterversorgten Gebieten und für den gewerblichen Bedarf gibt es technisch bedingt längere Vorlaufzeiten.
    Zu 2 u.a. Verlorene Zuschüsse sind zugesagt (aber ohne die Abhängigkeit vom bisherigen Geschäftserfolg- die Bilanzen für 2019 sind in den betr. Unternehmen auch nicht fertig; Zeitaufwand für die Prüfungen ?) Steuerregelungen hatte ich bereits zitiert.
    „Erholungsangebote“ für die Krisen-Helfer, die eigentlich uk sind -wo ? In den gerade geschlossenen Hotels ?
    Ein Problem, das über den Tourismus hinausgeht, sind die geschlossenen Unternehmen mit den nach Entlastung durch die BfA verbleibenden fixen und teilvariablen Betriebs- und Kapitalkosten. Da würde es eigentlich spannend, aber mit einem „Rettungsschirm . . ., dessen Kernelement ein umfassender, finanziell großzügig ausgestatteter Notfallfonds ist . . .“ ist noch nichts gesagt. Und sollen wir internationale Eigentümergesellschaften mit ihren Großhotels, die sich an der „Hotelsteuer“ dumm und dämlich verdient haben, nun auch noch retten ? Die Häuser gehen ja nicht verloren- sie gehören dann eventuell nur jemand Anderem. Also ich sehe keinen einzigen brauchbaren Punkt in dem AfD-Vorschlag.

    • Die Vorschläge gehen doch vor allem an den eigentlichen Problemen vorbei. So findet sich kein Wort zum Gesundheitswesen oder zu den massiven Beschränkungen, um die Ausbreitung des Virus zu beschränken, und zu deren Dauer, auch keine Abwägung von Kosten und Nutzen, sondern nur die Forderung von willkürlichen Subventionen für viele, andere aber auch nicht.

    • Es kamen heute weitere Vorschläge zur Krisenbewältigung vom AfD-„Landwirtschaftsexperten“ Stephan Protschka.

      Ich bin aber nach wie vor der Meinung, dass jetzt verantwortliches Handeln der Bundes- und Länderregierungen gefragt ist und weniger hypothetische Diskusionen über Vorschläge vom Spielfeldrand.

      • Hinsichtlich Handlungsalternativen soll man eine Oppositionspartei nicht überfordern, zumal meist der Zugang zu helfender Executive fehlt.
        Aber: Rundumschläge zahlen sich für eine bürgerliche Oppositionspartei nicht aus – also zumindest nicht in PR.

      • Die AfD ist doch längst keine bürgerliche Partei mehr. Als Fundamentalopposition mit Mut zur Unwahrheit müsste die AfD doch keine Verschwörungstheorie auslassen. Warum sollte sie nicht die Chinesen, CIA, EU, EZB, Grüne, Liberale, Linke, Merkel, Muslime und Zionisten gleichzeitig für alles verantwortlich machen?

      • @Alexander Dilger 18:06

        Das ist jetzt aber auch nur billiges AfD-Bashing, wie es unterirdischer von den Grünen oder der SPD nicht hätte kommen können … 😉

      • @Klaus Wolfgang Berger
        „Rundumschläge zahlen sich für eine bürgerliche Oppositionspartei nicht aus – also zumindest nicht in PR.“

        Da widerspreche ich Ihnen als Medienprofi nicht. Ich halte diese Aktionen jetzt auch für wenig bis gar nicht wirksam nach außen. Sie dienen bestenfalls der Mitgliedermotivation.
        Aber i.S. PR ist die AfD eben nach wie vor äußerst ungelenk.

      • Es reicht vollkommen aus, immer wieder darauf hinzuweisen, dass trotz geschlossener Grenzen, „Flüchtlinge“ weiter hereinspazieren dürfen, obwohl die nur aus sicheren Drittstaaten kommen können. Allein damit bringt man Merkel & Co. in Erklärungsnot!

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