Erfurter Resolution gegen Gründungsidee der AfD

Der „Flügelstreit in der AfD eskaliert erneut“ bzw. weiter. Unter derfluegel.de ist heute eine „Erfurter Resolution“ erschienen, die von Björn Höcke initiiert, aber auch gleich von Alexander Gauland unterzeichnet wurde. Es geht darum, die Geschichte der AfD umzudeuten. Die eurokritische Gründungsidee wird geleugnet und der angebliche „provokative Umbau der AfD zu einer technokratisch ausgerichteten Partei“ kritisiert, womit in Wirklichkeit der ursprüngliche Kurs von Bernd Lucke gemeint ist.

Die entscheidende Frage ist, ob man bessere Politik auf dem Boden des Grundgesetzes will oder deshalb „über das fehlende Bekenntnis der AfD zu einer grundsätzlichen politischen Wende in Deutschland“ enttäuscht ist. Die Herren wünschen „selbst den Radius unseres Handelns abzustecken und zu erweitern“ ohne Rücksicht auf Grundwerte und -rechte. Ich bin nicht wegen dieser Leute in die AfD eingetreten, sondern bin trotz ihnen noch dabei. Mit dem „Mut zur Wahrheit und zum wirklich freien Wort“ frage ich, warum sie überhaupt in der AfD sind und nicht z. B. bei Pro Deutschland.

131 Gedanken zu „Erfurter Resolution gegen Gründungsidee der AfD

  1. … und wieder einmal kann ich nur dringend zum Austritt Bayerns (gerne auch anderer Regionen) aus diesem ‚Deutschland‘ raten.

    • Hallo!

      Man sollte sich bei der Machtgier der US-Amerikaner fragen, ob ganz Deutschland nicht eher ein Kanton der Schweiz werden sollte.
      Die Eidgenossen waren so klug, sich nicht am ersten und auch nicht am zweiten Weltkrieg zu beteiligen.

      Friedvolle Grüße von der Nordseeküste

      Gerd Taddicken

      • Nur zur Erinnerung, Deutschland war aktiv am Ersten Weltkrieg beteiligt und hat den Zweiten Weltkrieg im Wesentlichen verursacht. Die Schweizer wollen sicher nicht Deutschland als übergroßes Kanton geschenkt haben, was ohnehin eine völlig unhistorische und unpolitische Vorstellung ist.

      • So freundlich sind die Schweizer den Deutschen nicht gesonnen.

  2. Ein innerparteilicher Richtungsstreit lohnt nicht – in den neuen Bundesländern ticken die Uhren etwas anders und auch die Presse hat sich schon an Herrn Gauland gewöhnt. Parteifreund Höcke soll mal dazu beitragen, die geringe Zahl der AfD-Mitglieder in Thüringen zu erhöhen. Als grenzwertig empfinde ich, der die Kinder hier in den Aufnahmelagern gesehen hat und die derzeitigen Verhältnisse im Kosovo und anderen Herkunftsländern kennt, die Normenkontroll-Klage von Höcke & Co. gegen den winterlichen Abschiebestopp von Wirtschaftsflüchtlingen. Allerdings hat die zitierte Resolution insofern einen wahren Kern, als die wenigen aktiven AFD-Mitglieder von der Kommunal- und Kreistags-Politik absorbiert zu sein scheinen, wo die AfD bisher eigentlich kaum vermisst wurde. Aus diesem Grund war auch die Aktion zur Mitgliederwerbung Ende 2014 ein Schlag ins Wasser. Positiv sehe ich die LPT-Beschlüsse in Kamen zu Volksinitiativen für Einschränkungen bei den Windmühlen in NRW und gegen die GEZ-Abzocke. Da wird Parteiarbeit nach außen sichtbar.

  3. Leider sind auch aus Hannover (LPT) keine gute Nachrichten von „Bürgerlichen“ zu erwarten. In Hinblick auf Mandat von Bremen (BPT) könnte man sie ignorieren, bei Delegierten- Wahlen wird es schon riskanter.
    Unerwartet ist , dass es neben Linken, Grünen, NPD, MLPD, Pro D und anderen Parteien noch genug rechte und linke Extremisten, Wüteriche, Protestwähler, Antiamerikaner, Frackinggegner usw. gibt, die AfD entführen wollen und daraus eine chaotische, destruktive Bürgerbewegung machen wollen. Sie alle wollen uns „Basispolitik“ aufzwingen!
    Grundausrichtung der AfD ist im Gefahr!

    • Ich stimme ja in den meisten Punkten mit Ihnen überein, lieber Herr de Grisogono. Aber einer Partei die sich zu Fracking und NATO-Vasallenstatus bekennt, möchte ich dennoch ebenso wenig angehören wie einer Partei emotionaler Islam-Basher und sonstiger Links- oder Rechtsextremisten.

      • Wer sich nicht rechtzeitig ein Programm geben will, der muß da halt durch. Man hat alle möglichen Leute unter allen möglichen Vorspiegelungen in den Laden gelockt und nun kommen eben die Konsequenzen.

      • Ja, das stimmt.

        Aber zeichnen sich bei der WA 2017 nicht gerade ganz ähnliche Probleme ab?
        Da gibt es sehr Vieles, womit ich mich 100%ig identifizieren kann, aber auch ein paar Dinge, an denen sich die WA 2017 ganz gewaltig die Finger verbrennen wird.

  4. Danke für Ihre Worte. Die Radikalisierung und damit auch Spaltung der Partei nimmt ihren Lauf. Auch auf dem Parteitag in Niedersachsen, der am heutigen Sonntag fortgesetzt wird, sieht es nach einem Durchmarsch des rechten Flügels aus. Bald droht die Partei ein Fall für den Verfassungsschutz zu sein, aber nicht mehr meine politische Heimat. Ich werde aber in jedem Fall die nächste Bundesvorstandswahl noch abwarten.

    • Ja, alle gemäßigten Mitglieder sollten noch die Bundesvorstandswahl abwarten und dann schlimmstenfalls geschlossen austreten. Umgekehrt ist zu hoffen, dass der nächste Bundesvorstand ganz vernünftig wird und sich dann die Radikalinskis eine andere Spielwiese suchen.

      • Die „Radikalinskis“ sind doch bestens im AfD-Bundesvorstand vertreten. Sogar Herr Lucke ist schließlich der Meinung, dass es doch besser sei, Rechtsradikale wählen AfD als NPD. Daher ist auch von ihm kein ernsthafter Widerstand gegen den Partei-Pöbel zu erwarten.

      • Herr Meister, ist das Ihr Ernst? Herr Lucke wehrt sich mit Händen und Füßen gegen den braunen Mob, war aber bisher auch stets bemüht, die Einheit der Partei zu wahren. Dieser Spagat wird nun aber nicht mehr klappen. Die Spaltung der Partei ist nicht mehr aufzuhalten. Die Frage ist bloß, welche Seite in der Partei bleibt.

        Luckes NPD-Aussage damals war ein großer Fehler, den er nicht wiederholt hat. Ich konnte sie nachvollziehen, sie wurde aber vielfach missverstanden.

        Ich habe mit Herrn Lucke gestern kurz sprechen können. Glauben Sie mir, er ist sich bewusst, dass er bald weg sein könnte.

      • Herr Lucke könnte verhindern, dass er bald weg ist, denn die ganz überwiegende Mehrheit der Mitglieder ist immer noch für ihn und einen gemäßigten Kurs. Er sollte aber weniger beratungsresistent sein als bisher. Schon in Bremen hat er zu viel riskiert. Die Zweidrittelmehrheit hat er für seinen Satzungsentwurf erreicht, aber doch nur knapp. Im Übrigen ist weniger seine eigene Position als Vorsitzender in Gefahr als die Mehrheit im Vorstand.

      • @GL:

        Bernd Lucke hat den Rechtsextremismus in der AfD doch in Person von Frau Kahlmann in seinem Brüsseler Vorzimmer sitzen. Ich glaube ihm kein Wort mehr, wenn es um seine (angeblichen) Vorstellungen von der Ausrichtung der AfD geht.

      • Jeder, der ein ultraliberales Gesellschaftsmodell verneint ist damit noch kein Radikalinski – Herr Lucke selbst führt ein bodenständiges konservatives Leben und präferiert auch ein entsprechendes Familienbild.

      • @Marcus R.:

        Herr Lucke darf gerne ein „bodenständiges konservatives Leben“ führen und auch gerne ein entsprechendes Familienbild präferieren, so lange er nicht erwartet, dass alle nach seinen religiös geprägten Wertvorstellungen leben. Aber Religion ist in einer aufgeklärten, säkularisierten Gesellschaft nun mal Privatsache. Das gilt für moralisierende christliche Taliban genauso wie für Muslime.

        Im Übrigen bleibe ich dabei, dass Lucke keine Spur von liberal ist und ich nicht ansatzweise nachvollziehen kann, wie man ihn als „liberal-konservativ“ oder gar als „Wirtschaftsliberalen“ (er war Zeit seines Lebens ein Beamter!) einordnen kann.

  5. Statt sich mit Flügeln zu beschäftigen, würde MdL Herr Gauland besser mit seinen Wählern reden. Auch von Herrn Höcke MdL haben die Thüringer Wähler nichts mehr gehört.
    Sie könnten auch fliegen zu Pro Deutschland und ich hätte nichts dagegen.

    Die Beschäftigung mit dem Wähler ist wohl nicht Medientauglich.

    http://www.heute.de/ein-halbes-jahr-nach-der-landtagswahl-in-brandenburg-enttaeuschung-in-der-afd-hochburg-lawitz-37564500.html

    < Das sagt das ZDF:
    < Gauland gibt zu, dass man sich nach der Wahl nicht blicken lassen hat, ausgerechnet in dem
    < Kreis, der der AfD die höchsten Stimmen brachte. "Das war ein Fehler. Das werden wir
    < nachholen." Etwa mit einer "Sicherheits-Konferenz" in Frankfurt (Oder).
    < Mag sein, dass die AfD im nahen Lawitz damit zu spät kommt.

    < "Das nächste Mal wählen wir die nicht" (gemeint ist die AfD).

    Wenn wir uns nicht mit unseren Wählern beschäftigen, geht es mit der AfD bergab. Pegida kann nicht die Lösung sein. Die AfD Mitglieder müssen selbst aktiv werden.

    • Herr Gauland erklärte im heute-journal auch, dass man als Opposition nichts machen könne. Das ist nicht wahr, aber dafür muss man natürlich laufend konstruktive Vorschläge unterbreiten und mit den anderen Parteien reden, statt sich zur Fundamentalopposition zu erklären. Glaubt er denn ernsthaft an eine absolute Mehrheit für seinen Kurs? Will er umgekehrt gar nichts real verändern, sondern nur herumpöbeln?

      • Prof. Dilger,

        der Alterspräsident des brandenburger Landtags, Dr. Gauland, pöbelt nun wirklich nicht herum und die brandenburger AfD-Fraktion unterbreitet auch laufend konstruktive Vorschläge, die übrigens überwiegend nichts mit Asyl usw. zu tun haben. Die geben sogar einen wöchentlichen (!) Tätigkeitsbericht heraus, der viel Beifall findet.

        Selbstverständlich werden Sondierungen mit anderen Parteien geführt, ob man zB. zur 10H-Regel an einem Strang ziehen könnte, aber am Ende aber steht nun mal das hausinterne Dogma, niemals mit der AfD zu stimmen. Daran hält sich auch die CDU. Bei wichtigen Fragen, wie der in diesem Artikel angesprochenen, sowieso.

        Die Sicherheitskonferenz in Frankfurt/Oder hat an diesem Wochenende stattgefunden. Vielleicht waren auch ein paar Leute aus diesem Nest Lawitz dabei. Die AfD-Fraktion hatte im ganzen Land große Erfolge und kann nicht überall gleichzeitig sein. Bald nach der Wahl war sie zB. in Eisenhüttenstadt im Erstaufnahmelager. Aber ok, das ist ja jetzt wieder rechtspopulistisch …

      • Herr Riedelsdorf,
        welche konstruktiven Vorschläge unterbreitete die AfD-Fraktion wann wo konkret? Wo kann der wöchentliche Tätigkeitsbericht eingesehen werden? Welche Sicherheitskonferenz in Frankfurt/Oder meinen Sie? Für Quellenangaben dankt ein aufmerskamer Leser und Freund dieses Blogs.

  6. Wir sollten mal keine falsche Legendenbildung betreiben: Der nationalkonservative Flügel war von Anfang an personell sowohl an der Wahlalternative 2013 als auch an der AfD beteiligt (er hat sich nur etwas zurückhaltend artikuliert). Und warum diese Leute bei der AfD sind und nicht woanders, liegt auf der Hand – sonst wären sie nicht da wo sie jetzt sind. Mit den Wahlergebnissen im Osten haben sie ein starkes Argument auf ihrer Seite. Die Kernthese des Positionspapiers – die Hamburg-Wahl hätte auch besser laufen können – muss zwar dahingestellt bleiben, die Schill-Partei hatte 2001 allerdings 19,4% der Stimmen geholt. Wobei gerade das Hamburger (und Bremer!) Wahlsystem eine Möglichkeit bietet, die These zu testen:
    https://professorenpartei.wordpress.com/2015/03/01/nachbetrachtung-hamburger-buergerschaftswahl/
    Denn hier darf der Wähler nicht nur einfach die AfD ankreuzen sondern auch sein Kreuz bei bestimmten Listenkandidaten machen. Dank dieses Systems konnten zwei Kandidaten, die eigentlich auf Platz 9 und 15 der AfD-Liste standen, einen Platz in der Bürgerschaft erringen (wo die AfD 8 Sitze hat). Und es handelt sich dabei sicher nicht zufällig um Kandidaten, welche im Vorfeld wegen Burschenschafts- bzw. Pegida-Lastigkeit „angezählt“ wurden. OK, das beweist noch nichts, denn um die These wirklich zu testen, müssten sich auch einige Kandidaten als dezidierte Liberale darstellen (und ja, es muss auch jemand mitbekommen. Vermeintlich oder tatsächlich „rechtslastige“ AfDler erhalten aber leider deutlich einfacher Medien-Aufmerksamkeit).

    • „Der nationalskonservative Flügel“ hatte nie die Mehrheit, war aber immer laut und hat so getan, als hätte er die überwiegende Mehrheit der Mitglieder und Wähler hinter sich. Beides trifft bis heute nicht zu, könnte sich aber irgendwann bewahrheiten, wenn nur genügend gemäßigte Mitglieder und Wähler vertrieben wurden. Die Erfolge in den neuen Bundesländern sind nicht zu leugnen, doch die größeren Kosten in den alten Bundesländern auch nicht. Entsprechend beweisen die Detailergebnisse in Hamburg auch nicht die größere Beliebtheit von rechtslastigen Kandidaten, sondern wie weit es organisierte Minderheiten bringen können. Außerdem entlarvt es die Legende, dass in Hamburg der liberale Flügel für das nicht so gute Abschneiden wie in Brandenburg verantwortlich wäre.

      • Da behaupte ich wie immer: Genau das Gegenteil ist der Fall, die „liberalalas“ waren die Minderheit, aber dafür haben sie einen Radau produziert wie ein Teich geiler Frösche.. Und ganz macchiavelistisch wird nun der Gegner der eigenen Taten geziehen.

      • Es ist unklar, wen Sie mit „liberalalas“ meinen. Die Liberalen waren von Anfang an eine Minderheit in der AfD und sind es jetzt noch mehr. Doch Bernd Lucke, ein konservativer Ökonom aus der CDU, hatte ganz klar die Mehrheit und hat sie noch immer. Er wird jetzt aber vermehrt öffentlich von AfDlern angegriffen, was anfangs so nicht der Fall war.

      • Die guten Ergebnisse im Osten sind ausschließlich der beschämend niedrigen Wahlbeteiligung zu verdanken. Wenn die Wahlbeteiligung auch nur annähernd der in Hamburg entsprochen hätte, wären die Ergebnisse ähnlich ausgefallen.

      • Das ist nur partiell richtig. Der wichtigste Faktor für die guten AfD-Ergebnisse in den neuen Bundesländern ist die gänzlich andere Linkspartei dort, der man eigentlich konservative Wähler abnehmen kann, die sie in den alten Bundesländern gar nicht hat.

  7. Die AfD hat sich von ihren Ursprüngen ganz dramatisch entfernt. War die AfD doch tatsächlich eine bürgerlich-pogressive Partei, so geben inzwischen die Plakativen den Pro-Deutschland-Weg vor. Stand die AfD früher für Intellekt, so steht die AfD heute für plakative und destruktive Emotionen. Gehen die Bürgerlichen, dann kann die AfD mit der Pro-Deutschland fusionieren.

    • Was Sie beschreiben, ist kein wirklicher Wandel. Man nennt dieses in der Politik weit verbreitete Phänomen in der realen Welt Opportunismus.

      • Das empfinde ich auch so. Daher ist die Klärung der Richtung überfällig.

  8. An dieser fast schon amüsanten Kritik, von wegen „wer abseits eines weichgespülten Liberalala ernsthafte gesellschaftliche Probleme nicht ignorieren will, verstößt gegen das Grundgesetz“ erkennt man doch schon, wie recht diese Leute haben.

    • Welche ernsthaften gesellschaftlichen Probleme werden denn von den Verfassern der Erfurter Resolution adressiert? Im Grunde spielen sie den etablierten Parteien in die Hände, weil sie die Kritik an den ernsthaften Problemen diskreditieren und durch Pseudoprobleme ersetzen.

      • Genau die gesellschaftlichen Probleme, bei denen Sie herumlavieren, wie etwa der hunderttausendfache Asylmissbrauch, Gender Mainstreaming, Multikulturalismus und Erziehungsbeliebigkeit.

        Nun bin ich mit meiner Frage dran. Sie nehmen in Ihrem Beitrag zweimal Bezug auf das Grundgesetz. Warum liegt automatisch ein Verstoß gegen das Grundgesetz vor, wenn jemand andere Ansichten vertritt als Sie?

      • Im Gegensatz zur Erfurter Resolution laviere ich nicht herum, sondern habe jeweils eine klare Meinung, die Ihnen nur nicht gefällt, weil Sie von radikalen Einfachlösungen jenseits des Grundgesetzes träumen.

        Es gibt sehr viele Ansichten, die ich nicht teile, die jedoch gut mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Es gibt aber auch Ansichten, die mit diesem nicht vereinbar sind. Diese dürfen in der Regel trotzdem geäußert und sogar politisch vertreten werden, aber in einer solchen Partei möchte ich nicht Mitglied sein und sie wird auch nachhaltig an der 5 %-Hürde scheitern. Beispiele dafür gibt es doch mehr als genug.

      • Mein Kommentar: „2013 wurden 15.000 Scheinasylanten ab- oder zurückgeschoben, 10.000 sind ausgereist. Bei 600.000, deren Asylantrag abgelehnt wurde oder deren Flüchtlingsschutz abgelaufen ist. Das sind gerade mal vier (4) Prozent. Haben 96 Prozent ihren Ausweis weggeworfen? Sind 96 Prozent krank und reiseunfähig geworden?“ https://alexanderdilger.wordpress.com/2015/01/28/treffen-in-bremen/comment-page-1/#comment-13789

        Prof. Dilgers Position zum Asylmissbrauch: „Rechtsbruch ist natürlich kein liberales Anliegen, aber ein weiterer Rechtsbruch ist auch keine richtige Antwort darauf.“ https://alexanderdilger.wordpress.com/2015/01/28/treffen-in-bremen/comment-page-1/#comment-13796

      • Ich bin für die Einhaltung des Rechts. Was finden Sie an dieser Position unklar? Können Sie sich dem ohne Einschränkungen anschließen? Wenn nicht, wer eiert dann herum?

      • Ihre banalen Phrasen sind keine lösungsorientierte Position zum hunderttausendfachen Asylmissbrauch. Sie haben damit praktisch nichts gesagt.

      • Natürlich habe ich damit sehr viel ausgesagt, Sie haben es nur nicht verstanden, während Sie überhaupt keine Lösung anzubieten haben, weil Sie nicht einmal die Problematik verstehen. Wie und wohin wollen Sie denn ganz konkret alle abgelehnten Asylbewerber abschieben?

      • Arno kann leider nicht rechnen.
        10.000 von 600.000 sind nicht 4%, sondern 1,67%.

  9. Die Resolution sollte lieber der „gebrochene Flügel“ heißen, da diese Resolution von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Die Verfasser der Resolution sollten sich eigentlich im Klaren darüber sein, dass man mit einem Flügel noch lange nicht fliegen kann. Vielmehr gehört ein ganzer Körper mit Kopf und zweitem Flügel dazu. Diese Resolution stellt in meinen Augen eine klare Kampfansage gegen die 2/3-Mehrheit in Bremen und einen ganz klaren Bruch mit der dort beschlossenen Richtung dar. Das Ergebnis dürfte jetzt schon klar sein.

    • Welche „Richtung“ hat denn die Partei da genau beschlossen? Habe ich was verpaßt? Meines Wissens ging es da um eine Satzung.

      • Aus der Satzung wurde doch eine Grundsatzfrage gemacht, insbesondere auch von Herrn Gauland. Er hat zusammen mit den anderen Briefeschreibern gegen Herrn Lucke verloren und versucht es jetzt eben mit der Resolution, bei der Bundesvorstandswahl etc. Das ist auch sein gutes Recht in der politischen Auseinandersetzung, doch man darf sich auch dagegen wehren.

      • Einige sehen die AfD jetzt als von der Parteibasis autorisierte Transatlantiker- und TTIP-Befürworter-Partei. Steht so aber (noch) nicht in der Satzung … 😉

    • Leute wie Sie sollte man für den Schaden, den Sie vorsätzlich an Deutschland anrichten, persönlich haftbar machen und zur Rechenschaft ziehen. Für die gesellschaftlichen Folgekosten der Zerstörung der Familie, der Herabwürdigung der Ehe, des Genderwahns und der Frühsexualisierung. Für die zigtausenden Körperverletzungen, Morde und Vergewaltigungen verübt durch kulturfremde Unterschichten, massenweise importiert aus rassistischem Deutschenhass.

    • Äußerst interessant:
      „Ladig und Höcke stellen dem zinsbasierten Finanzkapitalismus eine „organische Marktwirtschaft“ gegenüber. Bemüht man Suchmaschinen, um mehr über die Wortschöpfung „organische Marktwirtschaft“ zu finden, so werden ausschließlich zwei Quellen genannt: der NPD-Artikel von Ladig aus dem Jahr 2012 und ein Interview von Björn Höcke von 2014.“

      Vielen Dank, das erklärt so einiges über die Geisteswelt von Björn Ladig … äääh Höcke.

      • Herr Andreas Kemper ist offenbar unfähig, diesen Begriff per Suchmaschine zu finden.

        „grundlegend neues Verständnis von organischer Marktwirtschaft“ steht auf Seite 138 des Buches „Deutschland im internationalen Technologiewettlauf“ https://books.google.de/books?id=cfBBGf0Qq1AC

        „in der organischen Marktwirtschaft“ steht auf Seite 137 des Buches „Kartelle, Gewerkschaften und Genossenschaften nach ihrem inneren Zusammenhang im Wirtschaftsleben“ https://books.google.de/books?id=jxlBAAAAIAAJ

        „in jedem Fall aber der organischen Marktwritschaft nicht angemessen sei“ steht auf den Seiten 69 und 71 des Buches „Zur Prognoseleistung ökonometrischer Konjunkturmodelle für die Bundesrepublik Deutschland“ https://books.google.de/books?id=zWKSbx0ASPQC

        Alles über Google innerhalb von Minuten gefunden. An dieser Stelle wäre eigentlich eine Entschuldigung für das Verbreiten von falschen Tatsachenbehauptungen fällig. Dafür bräuchte man allerdings ein Rückgrat.

      • @Arno Sie werden sogar noch einen weiteren Begriff finden: vom Reichnährstand 1936. Im Gegensatz zu denen von Ihnen gefundenen Treffern wurde vom NS-Reichsbauernführer das Begriffspaar „organische Marktwirtschaft“ in dem Sinne gebraucht, wie es „Ladig“ und Höcke benutzen, nämlich als Gegenbegriff zur zinsbasierten Globalwirtschaft. Beim NS-Reichsbauernführer hatte das dann noch eine deutlich antisemitische Aufladung. „Ladigs“ und Höckes Benutzung dieses Wortpaares gehen allerdings durchaus in eine Richtung, die die Grundlage für Strukturellen Antisemitismus bildet: http://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismusforschung#Struktureller_Antisemitismus

        Zu ihren Treffern: Der eine ist von 1912, der zweite von 1993, der dritte ist keiner, weil dort nicht „organische Marktwirtschaft“ steht, sondern „‚organische‘ Marktwirtschaft“. Alle drei jedenfalls beschreiben einen ganz anderen Kontext und haben daher grundsätzlich andere Bedeutungen als beim Reichsbauernführer von 1936, bei „Ladig“ 2012 und Höcke 2014.

        Relevant ist, dass Höcke das Begriffspaar „organische Marktwirtschaft“ genau in dem Sinne verwandte wie der NPDler „Ladig“, der in dem Artikel, in dem er diese Formulierung verwendet, das Wohnhaus von Höcke erwähnt. Seien Sie ehrlich, halten Sie das für einen Zufall? Und die selbe Benutzung von Worten wie „Vernutzung“, „Entelechie“, usw. Das gemeinsame Verweisen auf Postwachstumsökonomie, Polarität der Geschlechter, aktive Bevölkerungspolitik, Gesellschaftsexperimente des Multikulturalismus und Gendermanistreamings? Nein. Die Frage ist nur, WIE der Zusammenhang zwischen „Ladig“ und Höcke besteht, was Höcke mit der NPD zu tun hat und ob das ausreicht, ihn aus der AfD zu schmeißen.

      • Mag sein, aber ein noch viel stärkeres Indiz ist eigentlich die exakte Beschreibung des winzigen Wohnortes Björn Höckes (laut Impressum auf seiner Webseite) und der Duktus sowie die Wortwahl, mit dem Ladig über die Leib- und Magenthemen von Björn Höcke schreibt.

    • Ein weiterer Beleg, daß die soziologischen Fakultäten baldmöglichst zu schließen sind. Reine Geldverschwendung, wie Häuptling Schwarze Feder wieder mal exemplarisch vorführt.

  10. was mich am meisten wundert – dass ausgerechnet von der Seite die permanent mit eigenen Grüppchen auffällt am meisten jammert, wenn es (vermeintlich) konservative auch so halten.

    Angefangen mit den ‚elitären‘ Kolibris – die stolz das AfD in ihrer Webadresse führen, obwohl man es dem Forum (ehemals offiziellens Forum der AfD) mit fast 3.000 Mitglieder verwehrte und gar mit Abmahnungen reagierte.

    Jüngst die Transatlantiker, die als offizielle Big es gleich auf die Homepage der AfD schafften – in FB aber gerade mal 74 Mitglieder aufwiesen.

    Anders als die Patriotische Plattform mit rund 700 Mitgliedern, die aber keinesfalls mit AfD werben dürfen, obwohl sie sich freiwillig auf AfDler beschränken.

    Dass die AfD in Brandenburg nicht mehr erfolgreich ist, ist eine glatte Lüge. So wurden jüngst bei den Landtagswahlen im LK Oberhavel satte 12,7 % eingefahren.

    Der Doppelkreis (Greiz-Altenburg) unterhält 4 Büros, die der dortige MdL aus eigenen Mittel mit 450 Eurokräften unterstützt.

    Die Mitgliederzahl erhöhte sich von 17 auf 35 – in Thüringen von 350 auf 450. Langsam erholt man sich von dem Schock den die von Bernd Lucke so empfohlene Michaela Merz dort hinterlassen hat.

    Dass all die Spaltungsversuche seitens der liberalen Seite zu Gegenreaktionen führen mussten, bedauere ich selbst zwar ausdrücklich es war aber nicht vermeidbar.

    Zumal die eine Seite immer nach Ausreden sucht – warum sie beim Wahlkampf nicht so erfolgreich ist.

    • Wer jammert denn darüber, dass sich die Verfasser der Erfurter Resolution endlich klar bekennen? Das finde ich gut. Die Krise muss sich zuspitzen, damit sie zu einer Lösung kommt. Dabei mache ich mir keine Illusionen über die Erfolgschancen. Doch wenn die AfD gekippt wird, wird sie bald eine Splitterpartei, bestenfalls eine ostdeutsche Regionalpartei sein. Interessanter ist die Frage, wie sich eine gemäßigte Reformpartei nachhaltig gründen lässt. Vielleicht ist sogar direkt nach dem Sturz von Herrn Lucke der beste Zeitpunkt dazu, weil die ganzen rechten und opportunistischen Parteienwanderer dann noch in der AfD gebunden sind.

      • Herr Dilger, wann treffen Sie sich mit Herrn Frank Schäffler? Die Schnittmengen zwischen Ihnen und ihm sind doch beeindruckend groß.

      • Die bekennen sich ja nicht klar. Die sagen doch in dem Dokument nichts. Da wurde auch extrem viel rausgestrichen, das wurde massiv weichgespült. Mir lag der Entwurf vor. Höcke und Co. verfolgen eine klare NPD-Politik, bekennen sich aber nicht dazu. Nun schreibt der Herr Kemper, der oben gepostet hat, viel Unsinn über die AfD, aber das Weltbild Höckes hat er ordentlich freigelegt. Höcke ist ein „brauner Sozialist“, wie einer mal über ihn sagte, als die AfD noch nicht existierte. Öffentlich politisch geäußert hat er sich aber bis zur AfD-Gründung nicht, aber für NPD-Publikationen unter Pseudonym Artikel verfasst.

    • Herr Elsen,

      Sie sehen die Situation durch eine rosa Brille. Dass AfD zum Forum als Zusatz nicht gehört ist leicht zu verstehen. Manche verbale Übergriffe gegen AfD und besonderes gegen Prof. Lucke , Herrn Henkel und manche andere auf den Seiten des Forums waren und sind unter der Gürtellinie.
      Keine frei gewählte Parteiführung darf solche destruktive, guerilla Stützpunkte tolerieren. Und wenn wir schon Kolibris erwähnen, ein Kolibri Blog -Beitrag ist sachlich, informativ, tolerant und nicht beleidegend. Sehr ähnlich wie die Beiträge hier. Sicherlich sind Ihnen die Unterschiede schon längst aufgefallen!

      • Man könnte auch sagen, dass es Gleichere unter Gleichen gibt.
        Alles eine Frage der Perspektive …

      • aber, aber werter Herr Grisogono,

        genau wie auch Michael Meister waren Sie Teilnehmer in dem ehemals ‚Offiziellen Arbeitsforum der Alternativen für Deutschland‘ in das ich, wie 1000 sende andere Mitglieder über meine nur der Partei bekannt gegebene E-Mail adresse eingeladen wurde.

        Und – noch gibt es keinen Maulkorberlass für die Mitglieder – und dies erst recht nicht in einem nur Mitgliedern zugänglichen Forum.

        Natürlich – wenn man von oben die Mitglieder als reine Melkkühe sieht, ihnen aber alle anderen Rechte verwehrt, dann darf man sich nicht wundern, wenn es kontra gibt.

        AfD aber ist nun einmal kein geschütztes Begriff – ich war nicht der Eigentümer des Forums, sonst wäre das durchgeklagt worden.

        und wenn Sie die ganz, ganz überwältigende Parteimehrheit als ‚Guerilliastützpunkte‘ bezeichnen, dann sind wir einmal mehr unterschiedlicher Meinung, was wir unter dem Begriff Demokratie verstehen.

        Und was auch immer Kolibri sein mag – wieso dürfen diese winzigste Minderheit den Namen der Partei führen.

      • Herr Elsen ,

        ich bin sicher Sie können gut rechnen und nüchtern überlegen. Deswegen nehme ich Ihre Worte -ganz, ganz überweltigende Mehrheit- nicht als ernst gemeint. Vielleicht sind 10 Aktive, inkl Moderatoren und Administratoren, die eine eng definierte Richtung dominieren wollen, Ihrer Meinung. Mehr ist da nicht zu sagen. Demokratie ist nicht, andere Meinungen zu unterdrücken.

      • @erwin elsen

        Lieber Erwin,

        in diesem Punkt muss ich Ivan de Grisogono Recht geben.

        Das „Alternative Arbeitsforum“ ist kein Hort der Meinungsfreiheit. Anfangs war es das, aber seit sein Initiator es an die derzeitigen Betreiber abgegeben hat, gibt es dort eine Doktrin, die freie Meinungsäußerung und Kritik an bestimmten Personen vollkommen unmöglich macht, OBWOHL es nur Parteimitgliedern zugänglich ist.

        Auf den für Jedermann einsehbaren offiziellen AfD-Facebook hingegen darf selbst der Bodensatz des Parteipöbels jeden noch so unterirdischen Schreibdurchfall posten.

  11. zugegeben, das Wochenende war für die Demokraten in der AfD nach Bremen eine herbe Enttäuschung. – Das liegt aber daran, dass die Extremisten einfach (organisiert) sind, während die Demokraten wie ein aufgescheuchter Hühnerhof reagieren. Wir sollten gegen die Erfurter Resolution eine Gegenresolution verfassen. Ich denke, es gibt noch genügend Leute mit Verstand in der Partei. Wer organisiert sie ?

    • Bis jetzt waren die linken Extremisten meistens besser organisiert und leichter zu mobilisieren. Aber die Anderen sind auch lernfähig und benutzen russisch-griechische Techniken. Man erinnert sich, es gab Besuche und Beratungen mit russischen Diplomaten?
      Die Mitte soll wach werden bevor es zu spät ist. Eine Gegenresolution der liberalen Mitglieder ist eine gute Idee!

      • Leider ist die Reaktion „Deutschlandresolution“ kein Jota besser als die „Erfurter Resolution“. Sie fördert nur weitere Grabenkämpfe und hat inhaltlich überhaupt nichts zu bieten.

  12. Sehr geehrter Herr Dilger,

    niemand muss die „Erfurter Resolution“ befürworten. Ohne jeden Zweifel kann man geteilter Ansicht über Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit der Resolution an sich sein. Auch über die (weit gefaßten) Formulierungen kann man streiten.

    Aber wie kommen Sie darauf, dass die Initiatoren der „Erfurter Resolution“ und die Erstunterzeichner nicht auf dem Boden des Grundgesetzes stehen und keine „Rücksicht auf Grundwerte und -rechte“ nehmen? Diese Einschätzung ist mir wirklich vollkommen unverständlich, dafür fehlen m.E. jegliche Anhaltspunkte.

    Mit freundlichen Grüßen
    Jan Schiffers

      • Die Resolution habe ich schon sehr genau gelesen bevor ich die Erklärung unterzeichnet habe.

        Die Entwicklung der AfD in den letzten Monaten und Wochen, v.a. seit Bremen macht mir wie vielen Mitgliedern große Sorgen. Ich denke die Initiatoren der Resolution sehen das genauso.

        Der derzeitige Kurs von führenden Parteimitgliedern (um Michael Meister zufrieden zu stellen hier mit Ross und Reiter 😉 : Lucke, Greve, Kölmel, Henkel) hat meiner Meinung nach nicht mehr viel mit dem zu tun, für was die AfD eigentlich angetreten ist.

      • Lieber Jan,

        was Frauke Petry (die die Erfurter Resolution bemerkenswerterweise nicht mitunterzeichnet hat) und Björn Höcke so alles fordern, hat m.E. auch kaum noch etwas damit zu tun, wofür die AfD ursprünglich angetreten ist.

        Ich bin jedenfalls nicht im März 2013 der AfD beigetreten, um Nazis und Islam-Basher salonfähig zu machen.

      • Lieber Michael,

        auch ich will keine Nazis und plumpen Islamhasser in der AfD und will diese schon gar nicht salonfähig machen. Aber weder Petry noch Höcke fallen für mich unter diese Kategorien.

        Ich will aber auch keine EU-Abgeordneten, die dank des Einsatzes engagierter Mitglieder, die im Europawahlkampf ihre Wochenenden geopfert haben und u.a. mit dem Slogan „Kein Freihandelsabkommen zu Lasten Europas“ für Wählerstimmen geworben haben, ins „Parlament“ gewählt wurden und nun für TTIP schwärmen und zur Krönung des Ganzen die Leute, die ihnen das hochbezahlte Amt ermöglicht haben, verunglimpfen.

      • Lieber Jan,

        Deine Einschätzung von Björn Höcke und Frauke Petry teile ich nicht.

        Aber dem zweiten Absatz Deines obigen Beitrags stimme ich 1:1 zu.

        LG
        Michael

      • Ich sehe da vor allem honorige Kamera… ähm, FunktionärInnen.
        *Ironie off*

  13. Wenn ich richtig informiert bin ist das Papier selbst in Höckes eigener Fraktion umstritten. Erst 5 von 11 Abgeordneten sollen das Papier unterschrieben haben. Die Frage ist doch nur wie sich der liberalkonservative Teil der Mitglieder durchsetzen soll, wenn diese dann aus Vorstandsämtern zurücktreten. Dann überlässt man ja praktisch den Rechten das Feld.

    • Hier wird nur von Flügeln, von konservativ und liberal, von radikal und gemäßigt, von Bürgerlichen und Radikalen, von Patriotismus und Europa gesprochen. Man ettiketiert mit diesen Begriffen dann meistens einen vermeintlichen politischen Gegner. Niemand macht sich die Mühe, diese Begriffe inhaltlich zu füllen. Für alle diese Begriffe gibt es eine Unmenge sehr verschiedener, oft extrem abweichenden Definitionen. Insofern ist das Ganze, auch von denen, die sich als Liberale verstehen, letzlich wie der völlig sinnlose Kampf des Don Quijote gegen Windmühlen“flügel“. Das einzig Sinnvolle ist doch, Positionen zu gesellschaftsrelevanten Themen inhaltlich zu erarbeiten. Dann wird man feststellen, dass man gar nicht so weit von einander entfernt ist. Der massenhafte Mißbrauch des Rechts auf politisches Asyl etwa oder die Bildung von Paralellgesellschaften kann doch auch einen sich als Liberalen fühlenden Menschen nicht gefallen, oder? Das Grundprinzip der Selbstverantwortung des Einzelnen und weniger staatliche Reglementation kann doch sicher in vielen Bereichen auch ein sich als Patriot oder Konservativer Fühlender befürworten. Bezüglich des Islam muss man sich aber einmal entscheiden, ob dieser wirklich reformierbar ist. Der Koran mit seinen klaren Aussagen „für“ Gewalt (bis zur Ermordung von Andersgläubigen) und zu ungleichen Rechten für Menschen ist wohl nicht zu ändern. Ob man da sich alles so einfach hininterpretieren kann, sowas sind doch Fragen, die beantwortet werden müssen.

      • Hier mache ich mir schon die Mühe, die Begriffe zu füllen und vor allem inhaltliche Positionen zu erarbeiten. Nun sind Definitionen weder wahr noch falsch, also auch ganz andere Definitionen möglich, aber sie können mehr oder weniger zweckmäßig sein sowie dem ursprünglichen und aktuellen Gebrauch entsprechen oder nicht.

        Natürlich sind gerade Liberale für die Einhaltung des Rechts. Allerdings gibt es noch andere Gründe gegen eine Abschiebung als das relativ enge Recht auf Asyl wegen politischer Verfolgung.

        „Bezüglich des Islam muss man sich aber einmal entscheiden, ob dieser wirklich reformierbar ist.“ Nein, als liberaler oder sonstiger Politiker muss man diese theologische Frage nicht entscheiden. Ohnehin kann eine solche Reform nur durch Muslime erfolgen und nicht durch Christen oder Atheisten. Politisch und rechtlich entscheidend ist, ob Muslime sich an die hiesigen Gesetze halten oder nicht.

    • Auch die Fraktionsmitglieder in Thüringen folgen Björn Höcke nicht. Sechs der Fraktionsmitglieder haben das Flügelpapier nicht unterzeichnet. Es zeigt sich, dass Höcke keine Mehrheit in Thüringen hat.

      Auch die sächsische Fraktionsführerin Dr. Frauke Petry hat das Flügelpapier nicht unterzeichnet. Nach eigenen Angaben sympathisiert sie jedoch mit Höcke und Gauland.

      Frau Petry unterstützt derweil den der Lüge überführten NRW- Sprecher, den Rechtsanwalt und Immobilienentwickler, Markus Pretzell. Die beiden Spitzenfunktionäre sind auf Roadshow in NRW. Beim gemeinsamen Auftritt in Nettetal konnte Pretzell in seinem Bericht über TTIP den Begriff TTIP allerdings nicht erklären.
      Immerhin haben die Nettetaler den beiden einen Einzug in den Saal à la Franz- Josef Strauß bereitet. Beim Einzug durch den Mittelgang applaudierten jedoch nur ein Viertel der Besucher.
      Vom Bezirksverband Düsseldorf wurden nur die Rechtsausleger [zwei Namen gelöscht, AD] begrüßt.

      Herr Pretzell hat wahrscheinlich zu viel mit den Fehlern seines Bielefelder Finanzamtes zu tun. Nach wiederholten Angaben seiner Sprecherin hat nur das Bielefelder Finanzamt Fehler gemacht. Ein Schelm wer Böses dabei denkt. Nach Angaben in Brüssel hatte Pretzell in den letzten drei Jahren kein Einkommen. Wofür muss er dann Steuern bezahlen? Auf jeden Fall sorgt Pretzell dafür, dass die AfD NRW in den Schlagzeilen bleibt.

      Eigentlich ist es schade, dass die AfD in Flügel zerfällt. Die AfD im Kreis Viersen hat jetzt auch ihren Nettetaler, von Martin Renner gesteuerten, rechten Flügel. [Ein Name gelöscht, AD] holte sich schon auf dem Kamener Parteitag Anweisungen bei Martin Renner, dem Strippenzieher für Marcus Pretzell und Frauke Petry.
      Bereits 1.000 Mitglieder in NRW positionieren sich gegen den Rechtsruck in der AfD NRW und wollen Pretzell nicht folgen

      G. Schneider

  14. Über was hier diskutiert wird ist einfach nur peinlich – wer glaubte die AFD sei eine reine Kopie der FDP, wie sie sich ein Frank Schäffler träumen würde, der muss irren. Eine „Alternative“ nur auf Basis der Anti-Haltung gegenüber der Eurorettungspolitik – das hätte in den neuen Bundesländern niemand interessiert. Und nach drei verlorenen Landtagswahlen wäre die ganze Dynamik ohnehin abgeebbt.

    • Wenn die Liberalen in der AfD eine Kopie der FDP gewollt hätten, dann wären sie sicher in der FDP geblieben oder dieser beigetreten. Die FDP vertritt aber leider kaum noch wirklich liberale Positionen. Die AfD zugegebenermaßen allerdings auch nicht.

  15. LPT Niedersachsen, 15./16.03. Hannover.
    Anwesend waren rund 170 Mitglieder von ca. 2000.
    Von 11 Mitglieder des Landesvorstandes gehören 8 zum Bürgerlichem Flügel! Das ist kein gutes Zeichen. Ich interpretiere es als ein Rechtsruck der Verschwörungstheoretiker und Putinversteher, auch gegen Prof. Lucke gerichtet!

    • Lucke hat sich bei bayerischen Landesparteitag in Ingolstadt selbst als „größten Putinversteher“ bezeichnet und es damit begründet, dass er Putins Machtgier sehr gut nachvollziehen kann. Was vielleicht ironisch von Bernd Lucke gemeint war (er ist ja ohnehin ein unerhörter Humorbolzen), mutete an wie Realsatire.

    • Könnten Sie bitte konkret anführen, warum Ihrer Ansicht nach die Initiative „Bürgerliche AfD“ in Niedersachsen Verschwörungstheorien vertritt?

      • Eine ganze Gruppe der “ Buerger“ die bei LPT kandidierten (und teilweise gewaehlt wurden) sind im NDS-Forum ziemlich aufgefallen mit tollen „Theorien“. Lesen Sie so manche ausgefallene, ich sage unserioese, Gedanken und Diskussionen im Forum. Viel Vergnuegen.
        Leider hoert man von anderen Mitgliedern aus NDS fast nichts.

      • @Ivan de Grisogono, 18.3., 23:28

        Schade, leider keine konkrete Antwort. Nennen Sie doch bitte mal ein konkretes Beispiel.

        Ich bin leider nicht im NDS-Forum.

        Ist es z.B. schon eine Verschwörungstheorie, wenn man behauptet die EU betreibt eine Politik der Gleichmacherei?

  16. Interessant ist die Kritik des stell. Bundessprechers Prof Henkel.

    http://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2015/streit-in-afd-henkel-warnt-vor-voelkischem-gedankengut/
    http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/politik/detail/-/specific/Thueringer-AfD-will-Bundespartei-staerker-nach-rechts-ausrichten-1666151177
    Ich habe das Gefühl die Mitteldeutschen wollen die AfD mit aller Gewalt Spalten. Am besten treten die Spalter aus der Alternative für Deutschland aus.

    • Das ist alles nichts Neues. Die überwiegend der CDU entliehene Parteiführung versucht eben den Spagat von „wirtschaftsliberal“ (angeblich durch Herrn Henkel repräsentiert) über „christlich-konservativ“ (Lucke, Kölmel) und „patriotisch“ (Gauland) bis „islamkritisch“ (Höcke, Petry). Aber die eierlegende Wollmilchsau ist eben eine Kreuzung, die nichts richtig kann.

    • Stimmt, die Kritik von Henkel ist interessant. Allerdings wegen der unglaublichen Arroganz, der vollständig falschen inhaltlichen Bewertung der Erfurter Resolution und der Unverschämtheit, die Hans-Olaf Henkel hier an den Tag legt.

      Parteischädigender und schäbiger geht es nun wirklich nicht mehr.

      Im Übrigen: Die Spaltung ging doch von Lucke und Henkel aus, die Erfurter Resolution ist doch nur eine Reaktion (die zudem auch im Westen auf Zustimmung stößt).

    • Bravo! Herrn Henkels Beobachtungen kann jeder machen der mit offenen Augen AfD Zuckungen verfolgt. Ob dumme Antiamerikanismus nur bei so erfahrenen Ossis stark verbreitet ist ? Auch in Niedersachsen kann man merkwürdige Auswüchse sehen. Also, Spalter sind vieleicht konzentriert im Osten aber auch sehr aktiv in manchen anderen Regionen. Denken wir nur an Offene Briefe und Resolutionen, Propaganda im Forum, Interviews bei Russia Today, Besuche des russ. Botschafters etc. Sehr weitsichtig waren Herrn Henkels Worte schon über Verschwörungstheoretiker bei AfD! Beruhigend zu wissen ist, dass diese s.g. Spalter nicht die Meinung der Mehrheit der Bevölkerung widergeben. Mehrheit der Deutschen weiss dass Russland Hauptschuld an Ukraine Krise hat. Allensbach Umfrage zeigt dass immerhin 15-20% der Mitglieder der Linken und AfD an die russ. Propaganda glaubt. Gut geschätzt!

      • Deshalb ist die CDU ja die stärkste Partei. Wenn alle so unkritisch USA-unterwürfig dächten wie Sie, hätte Herr Henkel vielleicht Recht.
        Es wäre daher sehr interessant zu wissen, ob die Transatlantiker in der AfD tatsächlich mehrheitsfähig sind. Ich glaube das nicht.
        Da können unsere vorlauten Bundeswehr-Hubschrauberpiloten und Absolventen der „Helmut-Schmidt-Universität“ (zu ihrer eigenen Studienzeit noch wahrheitsgemäß ‚Hochschule der Bundeswehr‘) noch so eine subtile Welle inszenieren …

    • Nein, nicht die Mitteldeutschen, sondern nur ein paar euchlerische Egomanen. Aber selbst in Thüringen hat der Großteil der Fraktion das inhaltsleere Dokument gar nicht unterschrieben. Höcke macht autoritäre Alleingänge, was seine Position tatsächlich nicht stärken wird, sondern schwächt. Gute so. Höcke ist ein brauner Sozialist, kein Konservativer. Der muss aus der AfD rausgeschmissen werden.

      • Da können Sie Frau Petry gleich in einem Atemzug mitbenennen.

    • Genau das will ja Herr Lucke, den sogenannten Flügel rausschmeißen. Also wer ist dann hier der Spalter ? Und übrigens, schon mal überlegt, warum man von Flügel spricht ? Letztere wollen zusammenführen, erstere wollen zerschlagen.

  17. Kenne die politischen Ansichten von Björn Hocke und diese sund nicht rechtsextrem sondern wertkonservativ. Höcke ist der erste Politiker der sein Schlafzimmer im Landtag für Flüchtlinge bereit gestellt hat und der auch sich Flüchtlingsheime auch von innen ansieht und mit den Bewohner spricht der Flüchtlinge bei sich in seinem schönen großen Haus aufnehmen würde.

    Björn sieht die Sorge dass die AfD zu einer beliebigen mainstream Partei wird. Das ist auch berechtigt wie ich finde und Hocke ist eigentlich der letzte der Schaden der Partei wünscht er hat sich bis jetzt mit Lucke nicht angelegt.

    Björn Höcke sollte in den BuVo aufrücken.

  18. Erfurter Resolution ist angeblich von ca. 1000 Menschen bisher unterzeichnet?
    Statt sich mit Arbeit der Fachausschüsse (Programm etc.) zu befassen hüpfen die unzufriedenen Bürger von einer Verschwörung zum anderen. Wichtig ist, immer schön sich über etwas aufregen zu können.

  19. Saudumm, wie AfD Politiker sich den von den Medien initiierten Flügelkampf aufoktroyieren haben lassen.
    Die AfD war von Beginn an eine breite bürgerliche Bewegung mit verschiedenen Strömungen, mit klarer Abgrenzung zum Extremismus.

    Lucke ein Liberaler? Lächerlich. Der Mann ist Abtreibungsgegner und stockkonservativer Christ.
    Er müsste es sich nur langsam mal eingestehen und aufhören sich zu rechtfertigen, sondern attackieren!

    Starbatty ist überzeugter Burschenschafter und bestenfalls Nationalliberaler.

    Als Störenfried muss man zunehmend Hans Olaf Henkel bezeichnen, der immer wieder öffentlich gegen Parteifreunde austeilt. Das ist parteischädlich und sollte zu einer Ordnungsmaßnahme führen.

    Eines ist klar: Frau Merkel wird ihre Politik nur ändern, wenn der Druck durch Umfragen zunimmt. Heißt: Die AfD muss Richtung 10% auf Bundesebene steigen. Dazu müssen wir die konservativen Themen aufgreifen, die von der Union aufgegeben wurden.

    Setzt sich hingegen Herr Henkel durch und macht die AfD zu einer reinen Lobbypartei der Großkonzerne, die konservative Inhalte meidet, dann werden FDP und AFD sich gegenseitig kanibalisieren und beide an der 5% Hürde scheitern.

    So müssten gerade Dilger, Metzger, Trebesius und Co. erkennen, dass effiziente Anti-Euro Politik nur aus einer Position der Stärke heraus möglich ist. Dazu benötigt man aber auch die unterschiedlichen konservativen Strömungen innerhalb unserer Partei (Gender-Gegner, Christen, Pegida-Anhänger, Islamisierungskritiker, Burschenschafter).

    Und da die AfD offensichtlich nicht mehr in Talkshows eingeladen wird, muss man langsam mal darüber nachdenken, welcher AfD Politiker sich in Dresden vor 25000 Menschen auf die Bühne stellt und das Ende des Euro fordert. Oder in Berlin vor dem Brandenburger Tor?
    Stattdessen zerstreiten wir uns in lächerlichen Machtspielchen.
    Kindergarten. Es geht nur gemeinsam.

    1989 ging auch alles ganz schnell.

    Wer hat den Mut?

    • Sie machen genau das, was Sie Herrn Henkel vorwerfen, nämlich „öffentlich gegen Parteifreunde austeil“en. Im Übrigen hat die von Ihnen empfohlene Politik genau dazu geführt, dass die FDP doch wieder eine Chance hat, wodurch die AfD einen vielleicht tödlichen Konkurrenten behält. Etliche AfD-Mitglieder und mehr noch Wähler kehren zur FDP zurück, obwohl sich diese noch gar nicht erneuert hat. Sollte sich diese gar auf ihre liberalen Werte besinnen und beginnen, den Euro zu kritisieren, was macht die AfD dann noch attraktiv?

      • „Etliche AfD-Mitglieder und mehr noch Wähler kehren zur FDP zurück, obwohl sich diese noch gar nicht erneuert hat. Sollte sich diese gar auf ihre liberalen Werte besinnen und beginnen, den Euro zu kritisieren, was macht die AfD dann noch attraktiv?“

        Für Liberale nichts. Für braunen Pöbel ist die AfD dann aber das Ticket in die Parlamente. Je mehr Liberale die AfD verlassen, desto mehr geht die Entwicklung der AfD in diese Richtung. Den derzeitigen AfD-Oberen ist es ja (wie wir inzwischen zur Genüge erfahren durften) ziemlich egal, von wem sie unterstützt, gewählt und an die Tröge getragen werden. Hauptsache, sie kommen dort an.

      • Ohne seriöse Mitglieder werden der AfD aber auch die Wähler davonlaufen. Beispiele von früheren Parteigründungen, die anfangs erfolgreich waren und dann gescheitert sind, gibt es mehr als genug.

      • Warten wir´s ab. Wer sind die Alternativen?
        Ein geschickter Schachzug wäre es allemal.

  20. Die permanenten Vorstöße von “Rechtsaußen” vor der Wahl in Hamburg haben bereits schon für viel Unsicherheit in der dortigen Wählerschaft gesorgt und damit ihren Teil für das relativ schlechte Abschneiden der AfD Hamburg beigetragen. Die neuesten Vorstöße von “Rechtsaußen” vor der anstehenden Wahl in Bremen verfolgen offensichtlich das gleiche Ziel. Meines Erachtens reines politisches Kalkül, zu Lasten der gesamten AfD.

  21. FREITAG, 20. MÄRZ 2015
    POLITIK
    AfD-Landesvorsitzender Pretzell sollte Offenbarungseid
    leisten
    Zwangsvollstreckung / Über Monate keine Meldeadresse
    jbe. FRANKFURT, 19. März. Der nordrhein-westfälische AfD-Landesvorsitzende und
    Europaabgeordnete Marcus Pretzell ist von einer Bielefelder Obergerichtsvollzieherin zur Abgabe
    einer Vermögensauskunft aufgefordert worden, die im Volksmund als „Offenbarungseid“ bezeichnet
    wird. Pretzell hat dieser Auskunftspflicht im November 2014 und im Januar 2015 nicht Folge
    geleistet. Das geht aus Eintragungen in das Schuldnerregister durch das Vollstreckungsgericht
    Bielefeld hervor, die dieser Zeitung vorliegen. Damit gerät Pretzell in den Verdacht, bei seiner
    Rechtfertigung für eine von ihm verursachte Pfändung des Parteikontos einen falschen Eindruck
    erweckt zu haben. Sollte dieser Vorwurf zutreffen, könnten Forderungen nach Pretzells Rücktritt
    zunehmen, die seit Wochen aus dem Landesvorstand gegen ihn erhoben werden. An diesem Freitag
    entscheidet der AfD-Bundesvorstand zudem über eine Untersuchung der Affäre.
    Bekanntgeworden waren Pretzells finanzielle Schwierigkeiten, als das Finanzamt Bielefeld-
    Innenstadt am 23. Januar ein Parteikonto der AfD sperrte. Hintergrund waren Steuerschulden des
    Landesvorsitzenden, die dieser über einen längeren Zeitraum nicht beglichen hatte. Um das Geld
    einzutreiben, hatte das Finanzamt nach Möglichkeiten gesucht, ein mögliches Parteigehalt zu
    pfänden. Die Bundesgeschäftsstelle und die Landesgeschäftsstelle der AfD in Nordrhein-Westfalen
    wurden deshalb zu einer Auskunft aufgefordert, ob und wie viel Geld der Landesvorsitzende von
    der AfD bekommt. Tatsächlich aber erhält Pretzell, wie alle AfD-Funktionäre, kein Gehalt. Während
    die AfD-Bundesgeschäftsstelle diese Information an das Finanzamt weitergab, blieb die
    Landesgeschäftsstelle eine Mitteilung über Monate schuldig. Das Finanzamt reagierte mit der
    Verhängung eines Zwangsgeldes und pfändete das Parteikonto, nachdem das Zwangsgeld nicht
    gezahlt worden war. Die Sperrung des Parteikontos führte zu großer Empörung im Landesverband,
    weil selbst führende Mitglieder des Landesvorstands über Monate von Pretzell weder über die
    angedrohten Zwangsgelder noch über die vom Finanzamt verlangte Erklärung informiert worden
    waren.
    Pretzell unternahm mehrere Versuche, sich für die Pfändung des Parteikontos zu rechtfertigen.
    Dabei machte er Aussagen, die den Eindruck erwecken, er sei nicht verschuldet. „Ich war und bin
    jedoch entgegen manch anderer Behauptung in der Lage, meinen finanziellen Verpflichtungen
    nachzukommen“, schrieb Pretzell in dem sozialen Netzwerk Facebook. Falsch ist dieser Satz nur
    dann nicht, wenn Pretzell sich darauf beruft, theoretisch zahlen zu können – es aber nicht getan zu
    haben.
    Nach der Einschätzung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform gilt Pretzell als unzuverlässiger
    Schuldner. In einer Bonitätsprüfung, die dieser Zeitung vorliegt, wird seinen beiden Firmen, seiner
    Anwaltskanzlei und der Maloony Projektentwicklung GmbH, die Kreditwürdigkeit abgesprochen.
    Die Wahrscheinlichkeit des Ausfallrisikos für Gläubiger wird im Fall der Kanzlei mit 94 Prozent,
    im Fall der GmbH mit 80 Prozent angegeben. „Von einer Geschäftsverbindung wird abgeraten“,
    heißt es im Fall der Kanzlei.
    Pretzell hatte auch gesagt, der Partei sei durch die kurzzeitige Pfändung ihres Kontos kein Schaden
    entstanden – er habe selbst alle Zwangsgelder gezahlt. Tatsächlich ist aber noch unklar, ob die
    Partei dadurch ihre Kreditwürdigkeit bei Wirtschaftsauskunfteien eingebüßt hat. Wäre dem so,
    könnte der Abschluss von Verträgen, aber auch der geplante Einzug der Mitgliedsbeiträge im
    Lastschriftverfahren gefährdet sein – weil dieses eine Kreditwürdigkeit in Höhe der eingezogenen
    Summe voraussetzt, die im Falle eines Widerrufs erstattet werden muss. Pretzell sagte dieser
    Zeitung am Donnerstag, er wisse nicht, ob die Bank das Schuldnerverhalten der AfD an die
    Wirtschaftsauskunftei Schufa gemeldet habe.
    Unklar schien zunächst auch, warum Pretzell, der offenbar Schulden hat oder hatte, seit Monaten in
    Deutschland über keine Meldeadresse verfügt. Pretzell wollte am Donnerstag keine Angaben zu
    Vorgängen machen, die sein Privatleben betreffen. Er, der von seiner Frau getrennt lebt, sei von
    einer „anderen Person“ am alten Wohnort abgemeldet worden – ohne sein Wissen.
    Behördenschreiben und andere wichtige Briefe seien ihm von dort nicht weitergeleitet worden.
    Dass er über keine Meldeadresse verfüge, habe er erst vor kurzem erfahren. Von Forderungen, etwa
    des Finanzamtes, habe er deshalb nichts gewusst. Auf die Frage, ob er nicht auch ohne
    Mahnschreiben von möglichen Forderungen hätte wissen können, antwortete Pretzell, er wolle sich
    zu dieser Sache nicht äußern.
    (Quelle: FAZ)

    • Am interessantesten finde ich, dass Herr Pretzell wohl keinen Wohnsitz mehr in NRW hat. Damit ist er auch nicht mehr Mitglied des Landesverbandes und folglich auch nicht mehr Landesvorsitzender!

      • Endlich!
        Wenn man viele (durch Dummheiten) „gefallene“ AfD-Funktionäre betrachtet, kann man sich fragen wie dumm müßen die AfD-Mitglieder sein?

      • So oder so, Herr Pretzell ist für das Amt des Sprechers der Alternative für Deutschland damit definitiv nicht mehr tragbar.

      • Es wird immer kurioser. Kein Wohnsitz in Deutschland?

        Die AfD zerlegt sich selbst…. Zerstreitet sich. Führt Lager bzw Flügelkämpfe….

        Die Eurokrise geht in die heiße Phase, doch Lucke und Co werden von den Medien ignoriert.
        Bereitwillig bietet man denen täglich neue Interna…

        Am Samstag redet Lucke in einem Frankfurter Hotel.
        Ob das der richtige Rahmen ist?
        Warum keine große Anti Euro Demo?

        Pegida wächst wieder. Doch ob jemand den Mut hat?

        Hans Olaf Henkel wäre der richtige Mann! Er könnte zehntausende Menschen mobilisieren… Sparer und Kleinanleger. Liberale und Konservative…..

        Aber man streitet sich lieber…

        Auch die Medienarbeit ist schwach. Wenn man nicht mehr eingeladen wird, muss man selbst aktiv werden.

        YouTube gibt alle Möglichkeiten. Mit Roland Klaus und Herrn Hampel hat man TV Profis in der Partei.
        Wenn es selbst die FPÖ schafft ein eigenes TV Magazin zu produzieren, warum die AfD nicht?

    • Warum riecht es plötzlich so nach Schwefel und warum erinnert mich das alles irgendwie an Hexenverbrennung und Inquisition?

      • @ AfD Mitglied

        Herr Hampel war ein Journalist. Für eine aussagekräftige pro-AfD Sendung bezweifle ich, dass man einen Putin-Versteher gebrauchen kann.

      • @AfD Mitglied
        „Wenn man nicht mehr eingeladen wird, muss man selbst aktiv werden.“

        Das ist richtig. Aber unsere oberste Partei-Memme ergießt sich schon seit Jahr und Tag lieber beratungsresistent in medialem Selbstmitleid und inszeniert sich als „Opfer der Medien“ (was bei erstaunlich vielen Mitgliedern gut ankommt) als professionell zu agieren.

    • Natürlich habe ich sie (hier) gelesen, aber aus verschiedenen Gründen nicht unterschrieben. Vor allem sollte eine gute Resolution positiv formuliert sein, also die gewollten politischen Inhalte in den Vordergrund stellen, während sowohl die Erfurter als auch die Deutschland-Resolution vor allem negativ und gegen andere Parteifreunde ausgerichtet sind. Diese innerparteiliche Auseinandersetzung braucht man wohl leider auch, aber auf andere Weise.

      • Für mich war es wichtig, dass eine angemessene Reaktion erfolgt ist und ein Mitgliederpartietag gefordert wird.
        Die Richtung dieser Resolution stimmt für mich, auch wenn man über verschiedene Aspekte unterschiedlicher Meinung sein kann. Ich hoffe nur, dass man wegen Grundsatzfragen nicht zu viele Unterschriften verliert, um klar zu zeigen wo sich Mehrheiten befinden.
        Erwähnung von Frau Petry ist interessant weil sie scheinbar zwischen beiden Stühlen sitzt, obwohl sie sicherlich Erfurter-Res. und -Personen näher ist.

      • Das mit dem Mitgliederparteitag befürworte ich (inzwischen) auch, aber das gilt z. B. ebenfalls für die Parteitagsmehrheit in Niedersachsen, die politisch vermutlich der Erfurter Resolution nähersteht. Von daher ist das keine reine Frage der jeweiligen Ausrichtung bzw. Taktik, sondern von grundsätzlichen Überzeugungen und Überlegungen. Dass die Deutschland-Resolution Frau Petry zu vereinnahmen versucht, finde ich eher peinlich. Man sollte jeden einladen, aber entscheiden muss dann jeder selbst.

      • Auch ich kann diese Resolution beim besten Willen nicht mittragen. Schon die einer TV-Soap entlehnte optische Aufmachung aber insbesondere die inhaltliche Ausrichtung auf Personen statt auf ein klares Parteiprogramm sind nur ein weiterer Beitrag zur Vertiefung der Grabenkämpfe statt zu einer klaren inhaltlichen Ausrichtung und reduzieren die „Deutschlandresolution“ auf eine reine Re-Aktion gegen die „Erfurter Resolution“. Von Niveau keine Spur.

  22. Die Erfurter Resolution hat einen wahren Kern.
    Die AfD ist angepasst geworden.
    Nicht nur in der Anti Euro Politik ist man ängstlich geworden.
    Luckes Jauch Auftritt war ein Debakel.
    Pegida hat man voreilig disqualifiziert obwohl deren Programm mit unserem weitgehend übereinszimmt.
    Laut Umfragen hat mehr als die Hälfte der deutschen Schwierigkeiten mit dem „Islam“, nach unzähligen Attentaten und Vorfällen.
    SPD Mann Buschkowski beschreibt eindrucksvoll dir Islamisierung in Berlin.
    In Hamburg , Frankfurt und anderswo werden an Schulen für den Dschihad geworben.
    In vielen Vierteln unserer Städte ist die Islamisierung sichtbar, an Kopftüchern, Burkas..
    Brüssel ist wie keine andere europ. Hauptstadt von Islamisierung betroffen. Ganze Stadtviertel werden mehrheitlich von Muslimen bewohnt. Sharia4Belgium warb offen für die Einführung der Scharia.

    Aber Herr Lucke will keine Islamisierung erkennen…

    Man fragt dich bei Lucke und Henkel manchmal, in welcher Welt diese Menschen leben.
    Gehen die mal in soziale Brennpunkte? Fahren sie Ubahn?

    Man muss daran zweifeln.

    Im Kern hat die Erfurter Resolution in vielen Punkten ins schwarze getroffen.

    Dumm ist die Titulierung DerFlügel und Seitenhiebe auf Parteifreunde.

  23. Die Herren Lucke, Henkel, Starbatty, Dilger uvm. sind Realisten. Viele „Traumtaenzer“ schreien nach drastischen Veraenderungen, wissen aber nicht was sie wollen. Solche Mitglieder in Niedersachsens Doerfern kriegen schon Schreikraempfe wann man Quellen in englischer Sprache verlinkt. Was fuer eine Partei.
    So wird AfD keine Partei des Menschen- und Sachverstandes. Es bleibt nur uebrig Lucke-Henkel-Starbatty Formation uneingeschraenkt zu unterstuetzen in Ueberzeugung, dass die stille Mehrheit gut versteht um was es geht! Die anderen werden am 22.03. nach Witten fahren um „Wissen“ bei einem gewissen Herrn Elsaesser zu tanken und sich dann als echte „Buerger“ zu fuehlen.

  24. Pingback: Oster-Appell von Weinböhla | Alexander Dilger

  25. Pingback: Oster-Appell von Weinböhla | FreieWelt.net

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s