Gürtelrose

Alle reden vom Coronavirus (SARS-CoV-2), da bekomme ich eine ganz andere Viruserkrankung, nämlich Gürtelrose (Herpes Zoster). Diese Krankheit bekommt man nicht direkt durch Ansteckung, sondern weil oft (und in meinem Fall) Jahrzehnte nach Windpocken die Varizella-Zoster-Viren wieder aktiv werden und Nervenzellen entzünden. Ich dachte Freitag erst, ich hätte innere Verspannungen am Rücken, doch seit gestern Abend sind die typischen Hautbläschen zu sehen. Die Schmerzen sind noch erträglich und andere Symptome wie Fieber fehlen. Trotzdem habe ich natürlich das Lauftraining eingestellt, zumal der geplante Marathon im Mai (siehe ‚Anmeldung zu Marathon in Gelsenkirchen und Essen‘) ohnehin ausfallen dürfte.

Gürtelrose ist nicht so ansteckend wie Windpocken (bzw. als solche gar nicht, sondern sie kann bei anderen zu Windpocken führen), die meine Frau schon hatte und gegen die meine Kinder geimpft sind, während ich anderen Leuten ohnehin nicht mehr nahekomme. Damit stellt sich nur noch die Frage, warum ich das jetzt bekommen habe. Mein Immunsystem erscheint nicht außergewöhnlich geschwächt und mein einziger Risikofaktor ist das Alter. Stress kann ein Auslöser sein, den ich jedoch auch nicht stärker empfinde als sonst. Aber vielleicht gehen mir die Corona-Pandemie und vor allem die Maßnahmen dagegen doch unbewusst mehr auf die Nerven (im wahrsten Sinne des Wortes), als ich dachte. Wie mag es da erst anderen gehen?

44 Gedanken zu „Gürtelrose

  1. Sie haben aber keine Panik, weil sich Ihr Aktiendepot in Luft auflöst bzw. bedauern es nicht, Anfang 2020 alles verkauft zu haben? Falls Sie es gar nicht mehr aushalten, gehen Sie einfach short auf den S&P 500 oder ähnliches. Mir selber scheinen die Abschläge mittlerweile übertrieben zu sein; in China berappelt sich die Wirtschaft schon längst wieder und Ähnliches würde ich für den Westen mittelfristig auch erwarten.

    • Reine Buchverluste sitze ich einfach aus. Reale Verluste ergeben sich aus den drastischen Maßnahmen, die aber auch sonst und direkter mein Leben beeinträchtigen. Demnächst ergibt sich die Gelegenheit zum Nachkaufen, aber noch ist es zu früh dazu.

      • Es ist definitiv zu früh zum Nachkaufen. Der Scheitelpunkt der Pandemie ist noch lange nicht erreicht und auch danach wird die Wirtschaft noch ein gutes Weilchen brauchen, um sich zu erholen.

      • Na doch, in China und Südkorea anscheinend schon. Insbesondere von Südkorea sollte man lernen für jetzt und für mögliche zukünftige Epidemien.

      • China ist nicht zu trauen, Südkorea und Singapur sind interessanter, aber eigentlich hatte ich „überall“ gar nicht geographisch gemeint, sondern hinsichtlich Börse, Realwirtschaft, Epidemie, Gegenmaßnahmen etc. bei uns.

      • Warten wir es ab. Die Menschen dürften überall auf dem Globus mittlerweile hinreichend sensibilisiert sein. Wenn es viele schaffen, konsequent 1,5 m Abstand zu anderen zu halten bzw. wenn sie Mundschutz tragen, könnte sich die Lage schnell beruhigen.

  2. Da nimmt man wohl Aciclovir AL 800- 5 Tabletten/Tag und für die Symptome Anaestthesulf Lotion – Habe ich auf Grund einer falschen Diagnose hier noch unbenutzt liegen. Aber Ihre Frau arbeitet ja an der Quelle. Gute Besserung !

    • Danke, ich nehme was anderes, was aber schon zu wirken scheint. Vielleicht hat es mich auch einfach nicht so schwer erwischt. Ärgerlich ist, dass man Gürtelrose im Gegensatz zu den meisten anderen Viruserkrankungen immer wieder bekommen kann.

  3. Das China-Virus lässt viele vergessen, dass es auch noch andere Krankheiten gibt.
    Nehmen Sie sich die Zeit, das ordentlich zu kurieren. Gute Besserung!

  4. Zunächst Ihnen gute Besserung. Ich habe die Krankheit bislang zweimal gehabt, relativ milde zwar, aber trotzdem. Und das in beiden Fällen ohne mir logisch erklärbare Ursachen. Streß paßt natürlich immer, aber ich hatte das in beiden Fällen nicht so empfunden. Ich war damals übrigens noch relativ jung, einmal war ich sogar in Urlaub, als sie auftrat. Passiert ist dann eigentlich nichts, Tabletten etc., und das war es dann.
    Seit kurzem gibt es für Menschen über 50 eine Impfung gegen Herpes Zoster („Shingrix“), empfohlen von der Impfkommission. Sie ist momentan sehr schwer erhältlich. Herpes Zoster ist in höherem Alter sehr oft zu beobachten, wenn die Abwehrkräfte nach und nach zurückgehen. Ich habe das bei meiner Mutter leider erleben müssen.
    Ihrer Vermutung, daß die Corona-Geschehnisse sehr belastend sind bzw. sein können, stimme ich sofort zu. Vieles spielt sich dabei auf der unbewußten, vegetativen Ebene ab, und das ist rational ja nicht steuerbar. Allein die jetzt ausgesprochenen Beschränkungen sind für die meisten eine ganz enorme Belastung. Interessant: Prof. Sucharit Bhakdi von der Gutenberg-Universität Mainz (Mediziner, ehem. Institutsleiter) hat sich dazu Gedanken gemacht und kommt gar zu dem Schluß, daß die Maßnahmen sinnlos und selbstzerstörerisch sind:

    Nochmals: Alles Gute!

    • Danke. Ich denke auch, dass die aktuellen Maßnahmen viel mehr schaden als nutzen, zumal sie sich nicht lange durchhalten lassen. Was bringt es, die Ausbreitung einen Monat zu verzögern, wenn ein Impfstoff vielleicht noch ein Jahr entfernt ist?

  5. Sehr geehrter Herr Dilger,
    ich bin 79 Jahre im Ruhestand und habe kein Stress. Vor einem Jahr im Februar bekam ich die Gürtelrose zum 2ten mal in meinem Leben. Ich war damals ca. 30 Jahre alt, beruflich mit eigenem Betrieb, hatte ich einen 16 Stunden Tag und war Nachts telefonisch erreichbar für Notfälle. Der damalige Verlauf der Krankheit war harmlos. Nach ca. 10 Tagen war alles vorbei. Nicht so im vorigen Jahr, da hatte ich über 2 Monate damit zu kämpfen. Noch heute sieht man Flecken auf der Haut. Ich habe mich sofort impfen lassen. Dabei habe ich erfahren, das es eine starcke Verbreitung
    der Krankheit gab. Ich wünsche Ihnen einen guten schnellen Verlauf der Krankheit. Sie macht etwas demütig, so habe ich empfunden. Grüße

    • Danke. Wie wirkt eigentlich die Impfung, wenn man den Virus schon hatte? Werden neue Antikörper gebildet, weil es nicht genug alte gibt? Doch müsste dann nicht die Gürtelrose selbst wie eine Impfung wirken?

      • Die Impfung erfolgte im monatlichen Abstand 2 mal
        Ja es werden neue Antikörper gebildet. Wie die Krankheit selber wirkt, habe ich nicht kommuniziert.

      • Wie wirkt eigentlich die Impfung? H. Dilger 07.58 Uhr

        Die Impfung sorgt dafür das der Körper wieder mehr Antikörper gegen den Varizellen–Zoster-virus (VZV) bildet. Antikörper und den Virus haben wir alle seit unserer Erstinfektion mit diesem Virus, den Windpocken, im Körper.

        Der höhere Antikörperspiegel schützt dann vor einer erneute Verbreitung dieses Virus entlang unserer Hautnerven (die erneute Ausbreitung nennt man dann Gürtelrose)

        Dabei scheint es keine Rolle zu spielen ob man noch nie oder schon ein- oder mehrmals so eine Reinfektion (die Gürtelrose) hatte.

      • Das ist alles verständlich. Doch müsste dann nicht der Ausbruch der Gürtelrose selbst wie eine starke Impfung wirken, so dass ich für etliche Jahre keine bräuchte?

      • Nehmen Sie das lieber nicht auf die leichte Schulter. Ein Geschäftspartner von mir hat Jahre lang darunter gelitten und konnte sich nicht mal mehr beim Autofahren anschnallen.

  6. Zuerst gute Besserung und die sehr schnell. Da absoluter Laie mag ich keine Beurteilung „Gürtelrose“ geben.

    Suche nach Ursachen für den ekelhaften Virus nicht hilfreich , mit dem Alter hat es doch noch viel Zeit.

    Ihre geistige und körperliche Verfassung auf höchstem Level . Bleibt nur Gelassenheit und das ist bei Ihnen bestimmt nicht einfach.

    Hilfreich vielleicht kurzfristige Luftveränderung, gemeinsam mit der Familie ? Zeit ist ja da. Vielleicht haben Freunde / Bekannte / Verwandte kleine Hütte in den Bergen oder an der See ? Schön ist es z.B. in Kappeln, nur Natur mit viel Ruhe an der Ostsee / Schlei.

    Oder im kleinen wunderschönen Nest Handeloh ( !!! ) Lüneburger Heide, Fahrrad mitnehmen und alles wird gut. Garantie für Gesundheit mit Familie.

    • Danke, doch es ist gerade nicht die Zeit zum Verreisen, selbst wenn ich das vor gerade einmal einer Woche noch anders sah. Tourismus ist jetzt größtenteils verboten, z. T. fliegen die Leute sogar aus ihren eigenen Zweitwohnungen, wofür es wohl keine rationale Erklärung gibt. Tatsächlich macht mir unser Staat viel mehr Angst als die Krankheit(en) selbst.

      • Erst einmal auch von meiner Seite eine gute und schnelle Besserung, lieber Herr Dilger.

        Dass Menschen aus ihren eigenen Zweitwohnungen fliegen, habe ich noch nicht vernommen. Wo ist das passiert und mit welcher Begründung?

      • Der nächste Schritt ist dann wohl die Beschlagnahmung dieser Zweitwohnungen zur Einquartierung Obdachloser oder „Geflüchteter“ …

      • Schleswig-Holstein möchte offenbar seine Krankenhauskapazitäten exklusiv für die eigene Bevölkerung sichern. Im Ernstfall ist es also doch vorbei mit der „Willkommenskultur“ (wobei hier vornehmlich Deutsche betroffen sind).

      • Eine neue Blüte des Föderalismus?
        Schön wär´s. Allein mir fehlt der Glaube …

      • Das habe ich auch nicht behauptet. Ich denke, dass der Staat hier völlig übergriffig handelt, wenn die Menschen ihre eigenen Häuser und Wohnungen nicht mehr betreten dürfen oder sogar wieder verlassen müssen.

      • Außergewöhnliche Umstände wie eine Pandemie können durchaus außergewöhnliche Maßnahmen rechtfertigen. Diese sollten aber trotzdem effektiv, verhältnismäßig und vor allem vernünftig sein. Hier wird jedoch ohne erkennbaren Sinn massiv in Grundrechte eingegriffen. Die Ansteckungsgefahr sinkt doch eher, wenn jemand in seinem eigenen Häuschen bleibt.

      • @Alexander Dilger

        Da bin ich 1:1 bei Ihnen.
        Mit Merkel und ihrem Kakistokratenkabinett gibt es aber kein vorausschauendes und vernünftiges Handeln des Staates. Nur blinden Hinterherlauf-Aktionismus wie eh und je.

      • Der Skandal ist, dass „Flüchtlinge“, die ja nur über sichere Staaten Deutschland erreichen können, weiter herein gelassen werden…! 😦

  7. Sei vorsichtig, Alexander, und gute Besserung! Zu intensives Laufen schwächt übrigens auch das Immunsystem, und Du schläfst vielleicht zu wenig. Lieber mal ein Kommentar weniger, obwohl ich Deinen Blog sehr schätze.

    • Herr Prof. van Suntum! Ich schätze Sie beide sehr und wünsche, daß Sie beide irgendwie in aussichtsreiche Parteien eingreifen! Ich hörte einen Vortrag von Ihnen beim Hayek-Club hier in Dortmund und war davon begeistert. Es freut mich auch, daß Sie – wie ich- eine positive Wechselwirkung zwischen Religion und Liberalismus für möglich zu halten scheinen! Falls Sie wollen, kontaktieren Sie mich gelegentlich.

  8. Gute Besserung. Das kann sehr weh tun! Ich maile Ihnen nachher (aol funktioniert zur Zeit nicht) meinen (weiteren) Kommentar zur ungerechten und unsozialen Zwangsmietpreisstundung durch staatliche Gewalt.

  9. Pingback: Laufe wieder | Alexander Dilger

  10. Pingback: Corona Run Halbmarathon in 2:06:49 | Alexander Dilger

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