G7 wollen Importverbot für russisches Gold und Preisobergrenze für russisches Öl

Die „G7-Staaten wollen ein Importverbot für russisches Gold erlassen“, heißt es vom G7-Gipfel in Elmau. „Gold sei Russlands wichtigstes Exportgut außerhalb des Energiebereichs“. Trotzdem handelt es sich eher um Symbolpolitik gegen Putins Krieg in der Ukraine, zumal das Gold selbst ein Vermögenswert ist und beim Export deshalb ein Aktivtausch stattfindet.

Die „G7 diskutieren Preisdeckel für russisches Öl“. Dieser Vorschlag des US-Präsidenten Joe Biden ist viel bedeutender. Die EU hat bereits ein Öl-Embargo gegen Russland beschlossen (siehe im Vorfeld ‚Bundesregierung bislang gegen und jetzt für Ölembargo‘), welches jedoch Russland mehr nutzt als schadet, weil die reduzierten Absatzmengen durch stark steigende Preise überkompensiert werden.

Eine wirksame Reduktion der Preise würde deshalb mehr bringen, sowohl zur Schwächung der russischen Kriegskasse als auch für die importierenden Länder. Drittländer könnten sich dem freiwillig anschließen oder durch gezielte Maßnahmen dazu gezwungen werden, etwa durch ein Verbot von Versicherungen für Öltransporte bei höheren Preisen. Details sind noch zu diskutieren und auch die Folgen sollten genau beobachtet werden. Das Ölembargo gehört entsprechend ebenfalls auf den Prüfstand bzw. hat sich bereits als nicht sehr sinnvoll erwiesen, so dass es wieder abgeschafft werden sollte.

4 Gedanken zu „G7 wollen Importverbot für russisches Gold und Preisobergrenze für russisches Öl

  1. Wegen der Blockade von Öl werden allerdings jetzt schon größere Mengen unter Marktpreis abgesetzt, was angeblich Indien in die Lage versetzt, russisches Öl nach Europa zu verkaufen. Die russische Notenbank hat wegen des Devisen-Bestandes den Zwangsumtausch von Teilen der Verkaufserlöse der Exporteure in Devisen wieder aufgehoben (und deshalb bringt auch ein Gold-Embargo nichts). Die Devisenbestände resultieren zu einem erheblichen Teil aus verhinderten Ausgaben, also aus blockierten Importen von Gütern und Vorprodukten. Es wird vermutet, dass die Blockade in den nächsten Monaten voll auf die Wirtschaft durchschlägt.

  2. Gegen eine Abschaffung des Ölembargos werden die Inder wohl heftig protestieren. Die verdienen sich an der Umetikettierung des russischen Öls eine goldene Nase, die sie freiwillig nicht wieder hergeben werden.

  3. Die westlichen Regierungen unterschätzen das Aggressionspotential ihrer Bürger, sofern diese im Winter frieren müssen. Der Coronalockdown war für viele hart, aber sie konnten es sich zumindest zuhause schön machen. Wenn das nicht mehr gegeben ist, erwarte ich große Probleme. Vor allem erwarte ich, dass die Sanktionen dann schnell aufgehoben werden und man ggf. sogar bei Putin betteln geht, dass er weiter Rohstoffe liefert.

    • So wird es geschehen. Die Parolen vom „Frieren für den Frieden“ habe ich bislang eh nur von A14-Grünen gehört, die sich die Gaspreise leisten können.

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