Austritte aus der Hayek-Gesellschaft

‚Auch die Hayek-Gesellschaft streitet sich‘, schrieb ich vor einer Woche, nun ist man auch da einen Schritt weiter. Heute Morgen informierte die Vorsitzende der Hayek-Gesellschaft Frau Dr. Karen Horn in einer E-Mail über ihren Austritt zusammen mit etlichen weiteren Mitgliedern (siehe „Austritte erschüttern Hayek-Gesellschaft“). Frau Horn kenne ich nicht persönlich, doch manche der anderen, die jetzt gehen und vielleicht sogar eine neue Gesellschaft gründen wollen, so wie nächsten Sonntag voraussichtlich eine neue Partei aus dem Weckruf heraus gegründet wird.

Doch während ich bei der AfD den Rechtsruck gesehen habe, sehe ich ihn in der Hayek-Gesellschaft zumindest bislang nicht. Ja, es gibt dort auch verschrobene Ansichten und seltsame Kautze, doch dagegen ist aus liberaler Sicht überhaupt nichts zu sagen. Es ist schön, wenn Liberale nett und freundlich sind, doch es gibt auch das Recht und die Freiheit dazu, griesgrämig und sonderlich zu sein. Angeblich (ich konnte leider nicht dort sein) gab es in Leipzig bei der Jahresversammlung unzivilisiertes Verhalten, doch ich kann mir nicht vorstellen, dass tatsächlich wie in Essen bei der AfD der Mob tobte. Kritische Fragen und andere Meinungen in einer Diskussion muss jeder Liberale aushalten. Ich bedauere es sehr, dass es jetzt zu dieser Trennung kommt, die wichtige Diskussionen über den Liberalismus in der Gesellschaft erschwert. Ich selbst werde jedoch der Hayek-Gesellschaft treu bleiben und hoffentlich demnächst endlich zur ersten diesjährigen Veranstaltung des ‚Hayek-Club Ruhrgebiet‘ einladen können.

51 Gedanken zu „Austritte aus der Hayek-Gesellschaft

  1. Frau von Storch und ihre Anhänger freuen sich, dass die „Linken“ wie Herr Henkel ausgetreten sind…ist für die ein Befreiungsschlag wie jetzt in der AfD…

    • Was heißt denn hier „links“? Seit wann ist es liberal, wenn man dafür ist, daß US-Großkonzene hier den Marktzugang für Chlorhünchen und genmanipulierte Lebensmittel erzwingen können? Und was soll daran „links“ sein, wenn man damit einverstanden ist, daß die EU-Kommission mit der US-Regierung Geheimverhandlungen über TTiP führt? Damit sind noch nicht einmal die GRÜNEN einverstanden, Henkel und Lucke aber durchaus. Ja, Sie lesen richtig, die EU-Parlamentarier wissen gar nicht, was im Einzelnen verhandelt wird! Und was ist daran liberal, wenn man seiner eigenen Entmündigung auch noch zustimmt? Nationalliberal finde ich das schon gar nicht, das wüßte ich aber!

  2. Die Vergleiche mit der AfD halte ich für deplatziert, weil dadurch die Rest-AfD mehr oder weniger in Schutz genommen wird. Sie sind auch inhaltlich falsch, weil man schlecht gleichzeitig rechtsextrem (i.S.v. dem Nationalsozialismus zuneigend) und libertär eingestellt sein kann. Die Ausgetretenen scheinen dem Phantom des „Linksliberalismus“ anzuhängen, bei dem sich die Bezeichnung „Liberalismus“ als Feigenblatt für einen starken, sich in alle Lebensbelange einmischenden Staat hergeben muss. Eine Gesellschaft dafür gibt es schon, nämlich die Grünen und alle Kopien dieser Partei.
    Auch unpassend ist die hier ständig wiederholte Behauptung, „aus dem Weckruf heraus“ werde eine neue Partei gegründet. Diese basiert auf Ihrer Fehlannahme, der Weckruf werde eins zu eins inklusive Satzung und Mitgliederschaft, gar des Namens, in eine Partei transformiert. Das stimmt erweislich nicht; man hat dazu – wie von Ihnen selbst angeraten – etwas Neues gegründet („Neustart“), und für den Namen darf jeder via Internet Vorschläge machen, was nun nicht auf abgehobene Selbstherrlichkeit und Hinterzimmerklüngel hindeutet.
    Die jetzt wieder kursierenden bizarren Vorschläge zur Zukunft der Eurozone sowie das Durchsetzen einer Riesengeldvernichtung gegen den Willen von Geberländern zeigt ganz klar, dass es in Deutschland auch aus europäischer Verantwortung heraus dringend eine Euronotbremse geben muss. Dies zu versuchen ist nicht aussichtsloser, ehrloser und verkehrter als es zu unterlassen. Die sich in Selbstverstümmlung ergehende Rumpf-AfD kann dies nicht leisten; und die Vorgänge in einer so renommierten Organisation wie der Hayek-Gesellschaft legen auch nicht nahe dass durch Vereine oder ähnliche Gruppierungen ein relevanter Druck aufgebaut werden kann.
    Wenn es in den nächsten immerhin zwei Jahren gelänge, in Deutschland eine gemäßigte Partei in der Mitte der Gesellschaft zu installieren, die gegen die Eurorettung ist, ohne für unseriöse Außenpolitik, Deutschtümelei und pauschale Ablehnung von freiem Handel zu stehen, so wäre dies ein gigantischer Erfolg und sogar den vielleicht notwendigen Ärger in den zwei Jahren davor wert. Was dagegen eine Abspaltung der Hayek-Gesellschaft bieten soll, erkenne ich nicht.

    • Wer neigt denn dem Nationalsozialismus zu? Solche Leute werden Sie auch in der Petry-AfD kaum finden. Dagegen gibt es durchaus eine Nähe von vielen Libertären zu sehr rechten, illiberalen (aber nicht nationalsozialistischen) Positionen. Warum das so ist, ist eine interessante Frage. Es könnte an der Überdehnung der eigenen Freiheit liegen, die dann nicht mehr wirklich die Freiheit anderer achtet.

      Natürlich wird die neue Partei aus dem Weckruf heraus gegründet, ohne mit dem Weckruf identisch zu sein. Für kommendes Wochenende ist ein Weckruf-Treffen in Kassel eingeladen, was über die Parteigründung berät und diese auch gleich im Anschluss vollziehen kann und vermutlich wird. Daran teilnehmen darf aber nicht jeder, sondern nur einige ausgekungelte Personen. Gegen eine erfolgversprechende Gründung einer eurokritischen Partei hätte ich nichts, doch es werden alle Fehler der AfD-Gründung wiederholt.

      • Werter Herr Prof. Dilger,
        vielleicht sehen Sie etwas zu skeptisch auf das, was in diesem Kernteam für eine Neugründung erarbeitet wird.
        Sie wissen, dass im Weckruf eine Menge engagierter Leute projektartig arbeiten, aber als Klüngel oder Kungeln würde ich das nicht bezeichnen. Es arbeiten die an diesem Großprojekt, die sich engagieren und arbeiten wollen, die sich also die Wochenend Abende bei weiten Anfahrten um die Ohren hauen und auch etwas anzubieten haben. Klar ist allen auch: es braucht zumindest vorläufige Strukturen, damit arbeitsteilig halbwegs effektiv gearbeitet werden kann. Und wenn Arbeit gemacht werden muss, rufen nicht alle begeistert „ich“. Jeder arbeitet nach besten Kräften und ich zum Beispiel werde in keinem Vorstand sein, gehe sicher keinen Kungel mit wem auch immer ein. Es geht auch mir um die Sache.
        Auch glaube ich nicht, dass alte Fehler so einfach wiederholt werden. Im Kernteam wird schon zurück geschaut und überlegt, wie das dann vermieden werden kann. Ich bin da guter Dinge – ach ja: ich werde einer der 5 NRW Vertreter in Kassel sein und vertraue dort nicht nur auf meinen gesunden Menschenverstand. Ich kenne aber auch Mitstreiter, die sich freuen werden, wenn Sie signalisieren könnten „Ich mache mit.“ Arbeit gibt es genug.

      • Ihnen glaube ich, dass es Ihnen um die Sache geht. Doch schauen Sie sich einmal Ihren obersten Länderkoordinator in NRW an und wie er aktive Mitstreiter ausgegrenzt hat und dazu beitrug, den Parteitag in Essen vor die Wand zu fahren. Sie sollten darauf drängen, dass es möglichst schnell echte Wahlen gibt, da solche Leute dabei zum Glück kaum Chancen haben.

  3. Ich bin kein Insider in der Hayek-Gesellschaft, habe aber in der Vergangenheit in einem recht informellen, örtlichen Hayek-Gesprächskreis etwa zwei Jahre lang die Organisation übernommen. Dass es hierbei nur um „verschrobene Ansichten“ Einzelner handelt, über die man „aus liberaler Sicht überhaupt nichts“ sagen kann, kann ich nicht bestätigen.

    Es ist nun mal so, dass Hayek sehr oft politisiert wird, was angesichts seines Werkes und seiner Vita auch nicht weiter verwundert. Wenn man in einem Hayek-Gesprächskreis dann aber auf etliche Leute trifft, die Hayek für einen „Sozialisten“ halten, dann wird einem schnell klar, wohin die Reise geht; nämlich in Kreise, in denen bspw. mit aller Vehemenz vertreten wird, dass „Steuern nicht nur Diebstahl, sondern Raub sind“.

    Ich glaube, diese Kreise sind es, die Karin Horn in Ihrem 2014 im Fazit-Blog erschienen Beitrag »Was ist zeitgemäßer Liberalismus? Ein Nachwort« (http://blogs.faz.net/fazit/2014/04/23/ist-zeitgemaesser-liberalismus-ein-nachwort-3888/) gemeint hat:

    „Den Staat abschaffen will heute nur noch die schmale „Lunatic fringe“ der Libertären, die ungefähr so ernst zu nehmen ist wie die guten alten Anarchisten.“

    Es mag sein, dass dieser „Lunatic fringe“ beim Hayek-Club-Ruhrgebiet nicht existiert. Aber leider scheinen solche Tendenzen im allgemeinen immer stärker zuzunehmen und ich habe es sehr begrüßt, dass Karin Horn hierzu klar Stellung bezogen hat. Bei der Hayek-Gesellschaft scheint die Ansicht vorzuherrschen, dass man so etwas tolerieren könne. Damit setzt sich die Hayek-Gesellschaft langfristig der Gefahr aus, selbst als Kreis „verschrobener Libertärer“ wahrgenommen zu werden, was ihrer Glaubwürdigkeit als liberaler Thinktank großen Schaden zufügen kann.

    Die Amtsniederlegung und der Austritt von Karen Horn sind ein herber Verlust für die Hayek-Gesellschaft. Karin Horn selbst hat allerdings ein so gutes Standing, dass sie auf das Amt der Vorsitzenden der Hayek-Gesellschaft getrost verzichten kann.

    Und das hat sie konsequenterweise auch getan.

    • Ja, es gibt anarchistische Libertäre, doch diese können sich nicht wirklich auf Friedrich August von Hayek berufen. Spannender ist die Frage, ob sein Liberalismus mit dem Sozialstaat des Grundgesetzes vereinbar ist. Auf die gegenwärtige Ausgestaltung desselben trifft das sicher nicht zu, aber diese ist nicht alternativlos.

      • Ob die Libertären sich auf Hayek berufen können oder nicht, spielt doch hier keine Rolle: Teilweise tun sie es jedenfalls und als Hayekianer sollte man sich diesen Libertären gegenüber deutlich abgrenzen.

        Die Frage zu Hayek und Sozialstaat ist wirklich sehr spannend! Mir geht es da in etwa wie Karen Horn: „Auch waren die Schriften Hayeks für mich nie eine Art Bibel.“

        Unbestreitbar ist jedenfalls, dass an der derzeitigen Ausgestaltung einiges im Sinne von Hayek verbessert werden könnte. Ich persönlich denke da z.B. an Rundfunkgebührenpflicht, Kammerzwangsmitgliedschaften und einiges mehr.

        Andererseits muss man eben auch bedenken, das wir in Deutschland ein gewachsenes und durchaus gut funktionierendes System haben, bei dem man nicht gleichzeitig an allen Schrauben drehen kann.

        Was Vereinbarkeit von Hayek und Grundgesetz angeht, hatte ich übrigens vor längerer Zeit den allgemeinen Gedanken, ökonomische Ansätze und Modelle auf ihre Verfassungskonformität zu überprüfen. Ich habe damals einen (kurzen) Blogbeitrag darüber geschrieben und habe den Gedanken plakativ „Juristische Analyse der Ökonomie“ genannt. Leider gibt’s den Blog nicht mehr, bei dem ich das veröffentlicht habe und meine Sicherung der Beiträge ist dummerweise im „Datennirvana“ verschwunden.

      • @Alexander Dilger:
        „Spannender ist die Frage, ob sein Liberalismus mit dem Sozialstaat des Grundgesetzes vereinbar ist“

        Um das zu analysieren, sollten Sie erst einmal genauer definieren, was genau der „Sozialstaat des Grundgesetzes“ ist und ob der heutige Umverteilungssozialismus diesem gerecht wird. Falls Sie zu dem ERgebnis kämen, dass der Umverteilungssozialismus mit dem „Sozialstaat des Grundgesetzes“ vereinbar ist, müssen Sie Ihre spannende Frage wohl eindeutig verneinen.

        @Rainer Großmann:
        „Andererseits muss man eben auch bedenken, das wir in Deutschland ein gewachsenes und durchaus gut funktionierendes System haben, bei dem man nicht gleichzeitig an allen Schrauben drehen kann.“

        Was Sie als „gut funktionierendes System“ bezeichnen, führt sich inzwischen selbst ad absurdum. Der Staat blutet seine Leistungsträger aus. Das wird ihn letztlich um seine eigene Überlebensfähigkeit bringen. Man kann lediglich darüber spekulieren, wie lange das noch dauert.

  4. < sowie nächsten Sonntag voraussichtlich eine neue Partei aus dem Weckruf heraus
    < gegründet wird.

    Im Weckruf2015, der die beabsichtigte neue Partei gründen will, läuft es anscheinend auch nicht so glatt wie viele Weckrufer sich das gewünscht haben.

    Es scheinen 70 selbstlose Kämpfer für die neue Partei zu sein.

    Keiner der Interessenten weiß, wer denn z.B. in NRW hinter den Kompetenz-Team steckt. Namen werden in den Rundmails nicht genannt. Es soll 4.000 Mitglieder/Interessenten geben. Aber nur 70 Frauen und Männer machen alles unter sich aus.

    Vielleicht sollten Sie, Herr Prof. Dilger, den ANTI-EURO VEREIN gründen.

    Wer versteckt sich hier oder müssen sich die Akteure verstecken? Wer politisch arbeiten will, sollte sich nicht verstecken.

    Wer hat hier wo vor Angst?

    • Vertraulich könnte ich Ihnen Namen nennen, doch da diese tatsächlich bislang nicht öffentlich sind, werde ich damit hier nicht anfangen. Wenn man die Namen kennt, weiß man auch, warum zumindest einige der Herren sich nicht ans Licht der Öffentlichkeit trauen, weil sie dort keine Akzeptanz finden würden. Transparenz und Demokratie sehen anders aus, womit die neue Partei bereits vor ihrer Gründung beschädigt ist.

      • 1. Es ist kein Fehler die Zeitkomponente fest im Auge zu behalten. Eine gewisse Dringlichkeit ist unumstritten. Deswegen ist legitim einer Gruppe 70 die Vorbereitungen zu überlassen in der Hoffnung, dass Gruppe 70 geballte Kompetenz darstellt. Nach Frau Merkel, scheitert die Gruppe 70, scheittert die neue Partei!
        2. Eine Bedingung muss erfüllt werden, bevor diese Partei entsteht. Ein Parteiprogramm und Grundausrichtung sind essentiell. In dieser Phase geht es nicht um Transparenz und Akzeptanz der Initiatoren. Ein Top-Produkt (Programm) muss vorgelegt werden. Vorbereitungen für eine Parteigründung sind kein demokratischer Prozess.
        3. Wer sich mit dem Programm identifiziert ,kann dieser Partei bewusst beitretten und sie wählen. Einfach und demokratisch. AfD Fehler war, sich als eine Bürgerbewegung darzustellen und zu versuchen ohne ein Parteiprogramm alle zu bedienen.
        4. Ich bin überzeugt, dass Weckruf-Gründung richtig war. Gründung einer neuen Partei ist auch ganz richtig. Wie man zu dieser Partei stehen wird ist aber noch ganz offen. Schon die Worte „AfD von 2013“ sind nicht ermutigend!

      • @Ivan de Grisogono:

        „Eine Bedingung muss erfüllt werden, bevor diese Partei entsteht. Ein Parteiprogramm und Grundausrichtung sind essentiell.“
        und
        “AfD von 2013″

        Das ist doch schon ein Widerspruch in sich!

        Die Weckrufer werden dilettantisch wiederholen, was schon bei der AfD nicht funktioniert hat.

    • Naja, die 70 Gründungsmitglieder der der komischen Ansammlung sind zum großen Teil Leute, die in der AfD nicht an die ersehnten Fleischtröge kamen, oder -aus guten Gründen- nicht (mehr) Funktionäre waren. Nur ein Beispiel: die sogenannten ‚Länderkoordinatoren‘ des Weckruf‘ in Baden-Württemberg sind

      – ein im letzten Jahr abgewählter Landesschatzmeister
      – ein im letzten Jahr abgewählter Kreissprecher
      – ein nicht wiedergewählter stellvertretender Landessprecher
      – ein ehemaliger stellvertretender Landessprecher

      Drei der vier hatten sich zudem erfolglos für Bundestags- und/oder EU-Mandate beworben. In den anderen Bundesländern sieht es auch nicht wesentlich anders aus. Vor allem (aber nicht ausschließlich) abgewählte oder nicht wiedergewählte ehemalige AfD-Funktionäre. Doch, eine respektable Riege.

      • Wer gesehen hat wie in AfD gewählt wurde weiss dass Menschen die nicht wiedergewählt wurden in keiner Weise weniger fähig oder sogar nicht integer sind. Diese Menschen sind jetzt notwendig um Weckruf ordentlich zu starten, ohne zu grosse Verzögerungen und Wiederholungen.

  5. Kann eigentlich jeder Hansel Mitglied der Hayek-Gesellschaft werden ? Bei so einer (Un-)Person wie Frau von Storch frage ich mich ernsthaft, wo diese Dame mal öffentlich liberales Gedankengut verbreitet hätte. Müsste ein Mitglied der Hayek-Gesellschaft nicht auch die Ideen und Gedanken von Herrn Hayek verbreiten ? Bei den bisherigen öffentlichen Auftritten dieser Dame kann ich da aber gar keinen Bezug zu Hayek entdecken und auch sonst kann ich keinen Bezug zu irgendeiner Art von Liberalität finden.

    • Das Aufnahmeverfahren ist eigentlich recht streng. Auf Vorschlag von zwei Mitgliedern entscheiden Vorstand und Mitgliederversammlung darüber. Frau von Storch ist zumindest bei ihrer Eurokritik konsequenter als z. B. Herr Lucke. Ihre gesellschaftspolitischen Thesen sind hingegen illiberal und mit den Gedanken von Hayeks unvereinbar.

  6. Nun ja, Herr Prof. Dilger, ich war in Leipzig dabei.
    Folglich kann ich sagen, dass dort gegen Horn keine Mobbing-Kampagne stattdfand. Ein wenig unruhiger ist es geworden, als einige-mögliche-vorsätzliche Unwahrheiten der Horn ruchbar wurden.
    Horn zeigt durch die PR-Kampagne auf http://erklaerung-leipzig.de/ sehr eindeutig, was Horn ist. Horn disqulifiziert sich selbst – und das ist gut so! Mehr ist dazu nicht zu sagen.

  7. Es muss doch wohl zu denken geben, wenn renommierte Wirtschaftsprofessoren wie Lars Feld und Michael Hüther (Chef des industrienahen Institutes IW) sowie Prof. Wohlgemuth (Leiter des den europapolitischen Vorstellungen der Tories nahestehenden Think Tank „open europe berlin“) und Hans Olaf Henkel aus der Hayek-Gesellschaft austreten. Sind das „Linksliberale“? Es bleiben dort u.a. Frau von Storch, die CDU-Rechtsaußen-Frau Vera Lengsfeld (die sich von einer ehemaligen DDR-Bürgerrechtlerin zu einer „Putinista“ gewandelt hat) und Herr Weede, der bevorzugt in „Junge Freiheit“ publiziert. Ich hatte auch einmal überlegt, dort Mitglied zu werden und von Ihnen ja auch Einladungen zu den Veranstaltungen im Ruhrgebiet bekommen. Mag sein, dass es dort anders zu geht. Aber vermutlich werden Sie nach dieser Entwicklung als Liberaler in der Hayek-Gesellschaft genauso auf verlorenem Posten kämpfen wie Sie es seit mindestens einem Jahr in der AfD getan haben. Vielleicht ist es Zeit, sich als Liberaler in die „innere Emigration“, ins Privat- bzw. Gelehrtenleben zurückzuziehen. Denn die FDP erweist sich mit der Hetze von Herrn Lindner gegen ehemalige Liberale in der AfD und dem von ihm verfügten Aufnahmeverbot in die FDP ebenfalls als illiberal.

  8. Herr Prof. Dilger, Sie sind aus der AfD ausgetreten, weil Sie sich dort als Freund des BRD-Establishments nicht durchsetzen konnten. Da die Parallelen zwischen Hayek-Gesellschaft und AfD unverkennbar sind, werden Sie diese wohl auch verlassen (müssen). Ich frage in einem Jahr nach.

    • Das hängt davon ab, ob die Hayek-Gesellschaft ihren Gründungsidealen (insbesondere den Ideen von Hayeks) treu bleibt oder wie die AfD antiliberal wird. Im zweiten Fall trete ich aus und droht der Gesellschaft dasselbe Schicksal wie der AfD, nämlich die totale Bedeutungslosigkeit.

  9. Was halten Sie denn von Lindners neuester Volte a)die afd position gegen den euro zu übernehmen und b)die afd’ler pauschal als xenophobe rechtsausleger zu bezeichnen ,die in der edlen fdp nicht willkommen sind?

    • Herr Lindner ist für mich ein wichtiger Grund, warum eine Rückkehr zur FDP keine sinnvolle Option ist. Er ist für das Desaster der FDP wesentlich mitverantwortlich und ändert seine Positionen ständig, wie es ihm gerade opportun erscheint. In der AfD hat es viele Mitglieder gegeben, die viel liberaler sind als Herr Lindner. Allerdings vermute ich, dass davon keine zurückbleiben werden. Gerade deshalb sollte die FDP eigentlich denjenigen ein Angebot machen, die jetzt die AfD verlassen. Doch Herr Lindner will das aus Gründen des innerparteilichen Machterhalts nicht. Auch wenn ich die meisten Austritte aus der Hayek-Gesellschaft bedauere, begrüße ich den von Herrn Lindner ausdrücklich, der dort wirklich nicht hingehörte.

      • Erscheint mir alles wenig sinnvoll: die 1-2% liberale bei der afd könnten die fdp gerade über die 5% schwelle heben, aber statt sie zu umwerben mache er einen auf prinzipientreu. Da er gerade in der Euro frage offensichtlich seine Meinung geändert hat scheint mir das nicht konsistent. Davon abgesehen wäre Lindner wohl der letzte der aussenpolitischem Druck von Obama, Holland und innerparteilichem druck von Genscher, Kinkel etc standhalten wuerde- die „Cochones“ hat er nicht…

      • Wahrscheinlich kommen FDP Vorsitzende automatisch rein, weil die FDP zumindest laut Verpackung eine liberale Partei ist?

      • Die FDP hat doch gerade unter dem Vorsitzenden Herrn Lindner den Zusatz „Die Liberalen“ gestrichen. Seine Vorverurteilung von Menschen, die in der AfD schon vor ihm auf die Idee gekommen sind, dass ein Grexit für alle Beteiligten gar nicht so schlecht wäre, ist auch nicht gerade ein Ausweis von Liberalität.

      • Eigentlich genau der richtige Zeitpunkt zur Gründung einer wirklich liberalen Partei. Finden Sie nicht?

      • Nein, überhaupt nicht. Es gibt noch die AfD (auch wenn diese überhaupt nicht mehr liberal ist, sind noch selbsterklärte Liberale wie Sie Mitglied), es entsteht demnächst eine AfD 2.0, während die FDP wieder im Aufwind ist. Erst wenn sich diese alle gegenseitig zerlegt haben sollten, macht noch eine neue Partei Sinn.

  10. Gibt es in Hamburg eigentlich auch Veranstaltungen der Hayek Gesellschaft, die man als Bürger besuchen kann ? Als nicht Akademiker, also als einfacher Kaufmann fehlen mir wesentliches Wissen über Hayek und Hintergründe dieser Gesellschaft. Wo kann man sich Informieren, ohne gleich in tief Akademische Bereiche eintauchen zu müssen. Bei Youtube habe ich mir Gastvorträge von bekannten Personen in der Gesellschaft angesehen. Das würde mich schon mal interessieren.

  11. Apropos! Was ist mit Kolibri-Blog passiert? Auch diese sparsame Aktivitäten in der Vergangenheit sind seit Mai zu Ende gegangen. Letzter Beitrag war ein offener Brief an Frau Petry.

      • Welcher Euro kritischen Partei geben Sie denn im Hinblick auf die kommenden 3 Landtagswahlen und die Bundestagswahl 2017 die größten Chancen?

        AfD, Weckruf oder FDP?

        In Baden Württemberg und Sachen-Anhalt dürfte für die AfD Favorit sein.

        Mit konservativen Positionen zu den medial dominierenden Themen Asyl und im Ländle zusätzlich dem grünen Bildungsplanmurks (Gender) und Finanzdebakel ist die AfD doch gut aufgestellt…

        Oder sehen Sie für die FDP (haben die schon eine langbeinige Schönheit gefunden??) bzw. den Weckruf mit Superstar Kölmel bessere Chancen?

      • In Sachsen-Anhalt könnte tatsächlich die AfD noch einmal in einen Landtag einziehen. In Baden-Württemberg hat die keineswegs eurokritische Lindner-FDP (er ist aus reinem Opportunismus jetzt für einen Grexit) inzwischen wieder Chancen. Immerhin ist es ihr Stammland und geht es dort um alles bzw. realistische Chancen für die Bundestagswahl, die die anderen beiden Parteien nicht mehr haben. Die Neugründung nächsten Sonntag würde sich, wenn sie klug wäre, auf Rheinland-Pfalz konzentrieren, doch man wird sich höchstwahrscheinlich in Baden-Württemberg verzetteln.

  12. Reisende soll man ziehen lassen!
    Linke sind ja schrecklich! Linksliberale noch schrecklicher,
    weil Freiheit und Sozialismus NIEMALS zusammen passen!

    • Ja in Rheinland Pfalz stehen die Chancen ziemlich schlecht für die AfD.

      Vielleicht wird ja in BW Prof. Meuthen zum AfD Landesvorsitzenden gewählt…
      Eigentlich müsste der Weckruf dann eine vernünftig aufgestellte AfD unterstützen. Insbesondere von Prof. Starbatty erwarte ich das auch, weil genau dafür wurde er ins EU Parlament gewählt.

      Das Problem ist wohl die zweite Reihe beim Weckruf. ZB der in Erfurt nicht gewählte Schatzmeister-Kandidat aus Baden-Württemberg, dem man dubiose Outsourcing Deals vorwarf.

      Leuten wie er, die in 2 Parteien keine Karriere gemacht haben, sehen im Weckruf natürlich eine neue Chance… die werden Lucke und Henkel dazu drängen, flächendeckend anzutreten….

      Es wäre so viel klüger, auf die AfD und die Debatte ingsgesamt im vorpolitischen Raum Einfluss zu nehmen.

      Zb. könnten die Eurokritiker eine Partei -unabhängige Gesellschaft gründen (ähnlich wie die Hayek Gesellschaft).

      Als Namensgeber böte sich der große Wilhelm Hankel an….

      • Die jetzt Ausgetretenen einschießlich mir werden die AfD sicher nicht mehr unterstützen. Bei mehr politischer Klugheit auf beiden Seiten (mit der man sich aber gar nicht hätte spalten müssen) wäre höchstens ein stillschweigendes Übereinkommen möglich, z. B. dass in Baden-Württemberg nur die AfD antritt, wofür sie in Rheinland-Pfalz der neuen Partei das Feld überlässt.

        Einen eurokritschen bzw. für die komplette Abschaffung des Euro eintretenden parteiunabhängigen Verein plane ich schon länger, doch es kam immer etwas dazwischen. Vielleicht ist nach der Sommerpause der richtige Zeitpunkt dafür gekommen.

      • Weckruf soll nicht den fatalen Fehler machen programatisch oder durch Absprachen mit AfD zu kooperieren. Weckruf sollte eine neue, bessere Partei werden. Eindeutig, gemässigt und seriös. Schwerpunkte sollen Rechtsstaatlichkeit, Eurokritik, anti- EU-Staat und Schutz der deutschen Interessen werden.

  13. Ein Kardinalfehler der Alt-AfD war das Versäumnis, professionelle Politiker vom Rang enes Gauweiler, Bosbach, Schäffler einzubinden. Politprofis hätten den beginnenden Morbus Petry / Pretzell gestoppt.
    Als Neugründung würde ich einen Verein bevorzugen – mit dem Leitsignal „Euro esse delendam“. Die Mitglieder könnten in die vorhandenen Parteien eintreten und deren Meinungsbildung beeinflussen. Ähnlich der Überpartei Die Grauen, Trude Unruh, die ausdrücklich Zusatzmitgliedschaft in allen alten Parteien zuließ und dabei konsequent die Interessen der Alten verfolgte.
    Aus dem Verein könnte sich bis zur nächsten Europawahl auch eine derartige Überpartei entwickeln!?

  14. Ich war nicht auf dem Treffen der Hayek-Gesellschaft, habe jedoch in der Presse darüber gelesen. Da soll jemand folgende Frage gestellt haben:“Was haben wohl die Indianer über Zuwanderung gedacht?“ War das so ein Verschrobener?

    • Viele waren nicht „amused“ aber manche wollten Decken und Alcohol, später Lebensmittel! Indianer waren wehrlos, Europäer sind es nicht, Europäer sind indoktriniert und verwirrt!

      • Die Droge der Europäer ist die linksliberale Gehirnwäsche. Ich war lange genug in der FDP um das mitzubekommen. Mein Liberalismus bedeutet immer noch: möglichst viel Freiheit für möglichst viele Menschen. Gesinnungshegemonie mit Tabuthemen gehört dazu genau so wenig wie heuchlerisches „Gutmenschentum“.

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