Lindner ist nicht liberal

FDP gegen Ex-AfD-Mitglieder: Liberal ist Lindners Pauschalurteil nicht“. Das ist wahr, weshalb ich auch kein liberales Ex-AfD-Mitglied kenne, welches in die Lindner-FDP (zurück) will. Wenn wir reine Mitläufer wären, wie Herr Lindner behauptet, wären wir vielleicht in der FDP geblieben, in der er nicht nur jetzt als Vorsitzender eine unrühmliche Rolle spielt, sondern dies insbesondere auch als Generalsekretär tat, als der er den Mitgliederentscheid zur Eurorettungspolitik zu verantworten hatte, auch wenn er sich danach in die Büsche schlug. Liberale Überzeugungstäter sind hingegen aus der FDP ausgetreten oder haben sich in dieser gegen seinen Kurs positioniert. Vor beiden Wegen habe ich Respekt, nicht aber vor Herrn Lindner, der sich nicht an liberale Grundsätze hält, sei es beim Euro oder der Aufnahme von Mitgliedern. Deshalb bin ich auch froh, dass er nicht mehr mit mir in der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft e. V. ist, auch wenn ich die meisten anderen ‚Austritte aus der Hayek-Gesellschaft‘ bedauere.

9 Gedanken zu „Lindner ist nicht liberal

  1. Christian Lindner ist neben dem unsäglichen Wichtigtuer Graf Lambsdorff der Hauptgrund, warum die FDP für mich im Moment nicht akzeptabel ist. Er sieht die FDP einfach als Grünen-Abklatsch und Lifestyle-Partei, für die (ein grauenhaftes) Auftreten wichtiger ist als die Inhalte. Ex-AfD-Mitglieder will er nicht dabei haben, nicht weil er tatsächliche Zweifel an deren politischen Ansichten hegt, sondern weil er ein bekennender ESM-Fan ist und er die FDP als Steigbügelhalter eines Eurosuperstaates will, den er selbst befürwortet (weswegen er im Zweifel auch eine Eurosteuer nicht aufhalten würde). Ex-AfD-Mitglieder würden seine Wunsch-FDP daher verwässern.

    Es ist schlimm. Leute wie Herr Schäffler zeigen, was für ein Potential die Partei hat. Es ist wie mit den christlichen Kirchen: Da laufen die Mitglieder auch weg nicht weil sie schlagartig zu Atheisten geworden sind, sondern weil das reine Zeitgeistvereine geworden sind. Bei der FDP ist es genauso. Die Partei ist nicht attraktiv, solange sie sich anbiedert. Wenn die Partei es mal in einer Umfrage über die Hürde schafft, dann ist das immer nur die Schwäche der GroKo-Parteien und in der nächsten Erhebung wieder weg. Dass die FDP angesichts der von der CDU betrieben SPD-Politik nicht klar im zweistelligen Bereich steht, ist ein Armutszeugnis.

    Ich unterstelle übrigens weder Herrn Lindner noch der Union, die FDP 2017 in der Regierung sehen zu wollen. Für beide ist strategisch ein schwarz-grünes Bündnis besser: Für die Union (die das sowieso will), weil sie dadurch unabhängiger wird; für die FDP, weil sie sich so erst in der Opposition regenerieren kann. Hier sollte man bedenken, dass Lindner auch für die „Ampel“ offen ist. Das ist noch so etwas, was mir Angst macht. Da wählen Leute FDP und wachen mit Sigmar Gabriel als Kanzler und Fahimi als Finanzministerin auf.

    Falls das hier ein FDP-Mitglied liest: Ich bin in Rheinland-Pfalz wahlberechtigt. Wenn ihr nächstes Jahr meine Stimme (noch zu haben) wollt – Lindner raus, Eurogegner rein. Ansonsten wähle ich wahrscheinlich die ALFA – aus Prinzip. Ich frage mich immer: „Wie würde Thatcher wählen?“ Und die Dame war weder für Anbiederung noch für Euro-Mitläufertum bekannt. Hat es ihrem Land geschadet? Nein!

  2. EU und Euro in ihren jetzigen Ausgestaltungen und Liberalismus schließen sich gegenseitig aus. Dies verkennt Herr Lindner. Stattdessen macht er ein bisschen „Liberalalla“. Nur weil man die Vorratsdatenspeicherung ablehnt, ist man noch lange kein Liberaler, das ist zu wenig. Welche liberalen Themen besetzt die FDP? Wo bleibt der Aufschrei beim Mindestlohn, bei der Rente mit 63, bei der Mietpreisbremse, bei der Einrichtung von „Banken-“ und Transferunion, bei den Anleihekäufen der EZB? Wo ist das Eintreten für Steuersenkungen? Es ist und bleibt unverständlich, warum man bis dato nicht analysiert hat, wo die Ursachen für den Absturz von 14% 2009 auf 4% in 2013 liegen. Ich werde die FDP nie wieder wählen.

    • Wenn man über Misserfolg nachdenkt darf man Westerwelle und Rössler , beide unseriöse Politiker, und noch ein Paar Genossen nicht vergessen! Baum, Schnarrenberger, Brüderle etc. haben schon lange keine zündende Ideen zeigen können. Und trotzdem braucht FDP nur neue vertrauenswürdige Gesichter und Korrekturen am Programm und schon sind sie mehr als wählbar. Dann hätte ALFA nichts zu lachen!

    • Wenn es nicht um Europapolitik und die Währungsunion geht, vertritt die FDP
      Im Vergleich zur CDU viel entschiedener Wettbewerb und Soziale Marktwirtschaft:
      Christian Lindner zum Mindestlohn:
      „In einem Gastbeitrag für das Handelsblatt Online warne ich vor einer Gefährdung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands durch die Einführung eines flächendeckend einheitlichen Mindestlohns. (…)
      „Die Tarifautonomie ist nicht nur ein Eckpfeielr der Sozialen Marktwirtschaft – sie ist auch eines unserer wichtigsten Freiheitsrechte.“
      http://www.christian-lindner.de/Der-Mindestlohn-ist-nur-soziale-Fassade/6090c21562i1p59/index.html
      Christian Lindner zur kalten Progression:
      „Auch in anderen Fragen werden die Weichen falsch gestellt: Die Beschäftigten haben endlich einen fairen Anteil am Aufschwung verdient – stattdessen kassiert die Große Koalition weiter den Löwenanteil der Lohnsteigerungen und erhöht noch die Sozialbeiträge.“
      http://www.christian-lindner.de/Deutschlands-Staerke-nicht-leichtfertig-verspielen/5567c20598i1p59/index.html
      Christian Lindner zur zur Rente mit 63:
      „Jetzt unterstützt Angela Merkel die „Rente mit 63“. Wissenschaftler haben errechnet, dass zukünftige Generationen allein durch die Beschlüsse zur Rentenpolitik mit 852 Milliarden Euro belastet werden.“
      http://www.christian-lindner.de/Deutschlands-Staerke-nicht-leichtfertig-verspielen/5567c20598i1p59/index.html
      Christian Lindner und die regionale FDP sind Kritiker der „Mietpreisbremse“.
      Jens Meyer, stadtpolitischer Sprecher der FDP Hamburg:
      Die schwarz-rot-grün-knallrote Mietpreisbremse aus Berlin ist in Wahrheit eine Vollbremsung für den Wohnungsmarkt: Die Lage der Wohnungssuchenden wird sich weiter verschärfen. Und Olaf Scholz setzt damit in Hamburg das ‚Bündnis für das Wohnen‘ aufs Spiel, so dass weniger neue Wohnungen entstehen werden. Die gesetzliche Mietpreisdeckelung wird auch dazu führen, dass gut verdienende Wohnungssuchende subventioniert werden, während Menschen mit geringem Einkommen nun erstrecht das Nachsehen haben könnten: Vermieter suchen sich in der Regel den solventesten Mieter aus. Anstatt weitere Überregulierungen zu schaffen, sollte Rot-Grün den Wohnungsneubau mit klugen Anreizen ankurbeln.“
      http://www.fdp-fraktion-hh.de/vollbremsung-fuer-wohnungsmarkt-und-buendnis-fuer-das-wohnen/

  3. Wer ist denn ALFA? Aber wie dem auch sei, über Herrn Lindner sind wir einer Meinung. So wie er Frank Schäffler und den Liberalen Aufbruch kaltgestellt hat, kann er ebenso wenig ein Liberaler sein, wie er es nach der undemokratischen Manipulation des Mitgliederentscheids in der FDP gewesen ist. Schade daß Sie ohne Anker in der Sphäre herumtreiben, Herr Dilger!

      • Da verwechseln Sie etwas, nicht die AFD hat sich gewendet, sie steht nach wie vor zu der Programmatik des Wahlkampfs von 2013, sondern Lucke und Henkel wollten sie zu einem bloßen Anhängsel der CDU machen. Diese Wendung haben wir nicht mitgemacht, weder die Konservativen noch die Liberalen in der AFD. Fragen Sie doch mal Jörg Meuthen, der wird es Ihnen gerne näher erläutern!

      • Welche Liberalen in der AfD? Auch echte Konservative dürfte es dort kaum noch geben. Wie entschuldigt Herr Meuthen denn die Wahlfälschungen durch Frau Petry?

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