SPD und CSU verlieren in Bayern

Die offiziellen vorläufigen Ergebnisse sind noch (wenn Sie das lesen, kann es bereits anders sein) weniger verlässlich als die Hochrechnungen (z. B. hier). Sicher ist jedoch, dass SPD und CSU stark verloren haben. Die SPD hat demnach ihr Ergebnis von 2013 mehr als halbiert von 20,6 Prozent auf 9,5 Prozent, ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in der Bundesrepublik Deutschland. Die CSU fällt von 47,7 Prozent auf 37,4 Prozent, ihr schlechtestes Ergebnis seit 1950. Trotzdem bleibt die CSU mit Abstand stärkste Partei und eine Koalition ohne sie ist praktisch nicht möglich, während sie sich einen Koalitionspartner aussuchen kann und voraussichtlich die Freien Wähler wählen wird, die von 9,0 Prozent auf 11,7 Prozent zulegen. Die Grünen können ihr Ergebnis mehr als verdoppeln von 8,6 Prozent auf 17,8 Prozent, doch ihr Zuwachs ist geringer als der Verlust der SPD. Den größten Zuwachs hat ohnehin die AfD, die 2013 noch nicht antrat und jetzt auf 10,3 Prozent kommt, wobei sich manche mehr erhofft hatten. Die FDP muss mit 5,0 Prozent in den Hochrechnungen noch zittern nach 3,3 Prozent beim letzten Mal, wobei es auf ihren Einzug gar nicht wirklich ankommen dürfte, weil so oder so eine Koalition von CSU und Freien Wählern möglich erscheint. Die Linke bleibt sicher draußen mit 3,1 Prozent nach 2,1 Prozent vor fünf Jahren. Die sonstigen Parteien kommen auf 5,4 Prozent nach 8,7 Prozent, darunter LKR mit den erwarteten 0,0 Prozent.

Was bedeutet dieses Ergebnis über Bayern hinaus, wo vermutlich Markus Söder Ministerpräsident bleibt in einer Koalitionsregierung mit den Freien Wählern? Horst Seehofer muss vermutlich noch nicht sofort gehen als CSU-Vorsitzender und Bundesinnenminister, aber noch im Laufe dieses Jahres. Die anderen Parteien einschließlich der CDU, die in Bayern nicht zur Wahl stand, werden noch die Landtagswahl in Hessen in zwei Wochen abwarten. Danach wird vielleicht doch die Kritik lauter an Frau Merkel. Vor allem wird sich dann die SPD ernsthaft Gedanken machen müssen, was sie eigentlich noch richtig macht, wobei ihr Neuwahlen im Bund nicht gelegen kommen dürften, aber doch eine andere Koalition ohne ihre Beteiligung.

91 Gedanken zu „SPD und CSU verlieren in Bayern

  1. Bayern. Fast 20% für die Grünen, die von einer bekennenden Linksextremistin geleitet werden.

    Das war’s für Bayern. Dürfte bald (wieder) am Tropf von NRW hängen und hat jetzt Chancen, Europas Kalifornien und Deutschlands linke Müllkippe Nummer 1 zu sein. Denn so oder so wird die CSU jetzt komplett auf Grünenkurs gehen; das Wahlvolk hat seine Sympathien klar ausgedrückt. Das hat auch etwas Gutes, denn von nun an kann uns da niemand mehr etwas vom hohen Ross predigen: Es gibt jetzt nur wenig Peinlicheres, als in Hippie-Bayern zu leben, wo es bald Quoten für Metrosexuelle (?) geben dürfte usw.

    Die AfD wäre besser beraten gewesen, sich im Wahlkampf auf für die Wähler („Wählende“, „Wähler_Innen“, „Wähla“ von nun an in Bayern) zu konzentrieren, statt mit ihren (wenigen) jüdischen Mitgliedern hausieren zu gehen – und sich vor aller Augen darüber zu verkrachen. Natürlich geht es mir dabei nicht um jüdische Menschen, sondern um Selbstbeschäftigung, die hoffentlich auch die „GroKo“ versenkt. Dann kann die Benzinpreiserhöhung auf 2 Euro wenigstens ein paar Monate warten. In Bayern sollten es 5 Euro pro Liter sein, da den Leuten dort linksextreme Politik gefällt und es der dekadenten Bevölkerung zu gut zu gehen scheint. Vielleicht möchten die auch die Asylbewerber aus Sachsen, Thüringen und Brandenburg nächstes Jahr aufnehmen.

    Wenn ich versöhnlich gestimmt wäre, würde ich sagen, dass die Grünen nur die SPD-Stimmen eingefahren haben. Ich bin abe rnicht so gestimmt: Es gab genügend bürgerliche Optionen. Bayern will die 2 Euro pro Liter Benzin.

    • Sie überschätzen das gute Ergebnis der Grünen. Die linken Parteien zusammen haben in Bayern verloren und zu einer Koalitionsregierung mit den Grünen wird es zum Glück nicht kommen. Mittelfristig rechne ich damit, dass auch im Bund die SPD gar keine Rolle mehr spielen wird, sondern die Grünen ihren Platz einnehmen.

      • Wenn die Grünen langfristig Erfolg haben wollen, dann geht das nur als Ersatz für die SPD und damit in der Wirtschaftspolitik recht liberal. Wie das Beispiel BW zeigt. Übertreiben es die grünen in Zukunft wieder, Veggie-Day, Verbot von Kurzstreckenflügen, Citymaut, Anhebung der KFZ und anderer Steuern, dann sind die ganz schnell wieder bei 8,5%.

      • Die Grünen sind doch nicht wirtschaftsliberal, sondern sie setzen noch viel mehr auf Gängelung als die SPD, der es immerhin noch um die Menschen ging.

      • Mögen die klassisch linken Parteien in Summe auch geringfügig verloren haben, so gibt es mit der Union oder zumindest ihren größeren Teils eine weitere linksgrüne Partei zusätzlich. Das ist das Problem, dass die Union sich bürgerlicher Werte entledigt hat. Es ist sehr fraglich, ob sie wieder dahin zurück kehrt.

      • Das trifft auf die CSU weniger zu als auf die CDU, weshalb auch das Wahlergebnis in Hessen besonders spannend sein wird. Ich halte es für möglich, dass danach die gar nicht mehr Große Koalition zerbricht.

      • Ein katastrophale Ergebnis der CDU und ein sehr starkes Ergebnis der FDP und AfD in Hessen wäre sehr wichtig. Nur so lässt sich die falsche Argumentation entkräften, dass sie CSU zu „rechts“ sei.

        Ich denke, dass die Tage der Koalition von Merkel dann gezählt sind, wenn sich im Dezember ein aussichtsreicher Gegenkandidat findet. Dann würde es zu Neuwahlen kommen. Diese Neuwahlen wären allerdings sehr gefährlich, weil es für Schwarz-Gelb nicht reichen wird und wir entweder Jamaika oder sogar Schwarz-Grün bekämen, was angesichts des Leidens der SPD sogar wahrscheinlicher ist. Eine Katastrophe für Deutschland also.

      • Für die Wahl der FDP in Hessen habe ich mich bereits ausgesprochen (siehe ‚Wahl-O-Mat Hessen‘), wobei ich die Gründe in Bayern noch überzeugender fand, wo jetzt die FDP zur Regierungsbildung gar nicht gebraucht wird. Auf keinen Fall sollte man in Hessen die CDU wählen. Es wäre auch schön, wenn dort SPD und Grüne verlieren.

        Bei einem sehr schwachen CDU-Ergebnis traut sich vielleicht doch noch ein aussichtsreicher Gegenkandidat aus der Deckung. Nach einem Sturz von Frau Merkel wäre Jamaika wieder eine Option und nicht so schlimm wie mit ihr als grüner Kanzlerin.

    • Ich fürchte, mit dieser Art der Argumentation werden Sie den Grünen eher Wähler zuführen statt wegnehmen. In Bayern würde der Kommunismus und die Anarchie auch dann nicht ausbrechen, wenn es zu einer schwarz-grünen Koalition käme (was nach derzeitigem Stand eh nicht passieren wird). Interessanter wird Hessen in 14 Tagen. Dort wird es auf eine Jamaika-Koalition hinauslaufen und dann hat man nach Schleswig-Holstein eine weitere Blaupause für den Bund.

    • „Europas Kalifornien“? Soll das eine Schreckensvision sein? Haben sie Sorge, dass Bayern zu reich werden könnte?

    • Beben in Bayern„? Wann? Dieses Ergebnis war erwartet worden. So what?

      In der Tat hätte ich mir für die AfD etwas mehr Stimmen erhofft, aber mit den Freien Wählern stand eine weitere nicht linke Alternative zur Verfügung, die es so in Hessen nicht geben wird. Daher bleibt die Hessen-Wahl in der Tat spannend und jetzt davor wird in den Altparteien noch „Ruhe im Glied“ verordnet.

      Der Hype um die Grünen ist von der Masse der links-grünen Journalisten künstlich erzeugt worden. Natürlich profitieren die Grünen auch von Merkel, die ihre grüne Politik umsetzt. Bei der grünen Wahlparty stürzte sich der Spitzenkandidat mit dem Bundessprecher in seine Anhänger und sie wurden auf Händen durch den Saal getragen („stagediving„). Hätte es so etwas bei der AfD gegeben, wäre das in der linken Lügenpresse als „dubioser Personenkult“ oder „hündischer Gehorsam“ (also voll Nahtzieh) dargestellt werden! Aber die Grünen dürfen alles, Kinder fi**en, Rauschgift verteilen und zu Gewalt gegen Andersdenkende aufrufen!?!

      Und die CSU wird sich entscheiden müssen: Merkel-Kurs mit Ilse Aigner? Dann kann sie sich gleich in einen bayrischen Landesverband der CDU umwandeln! Klare Kante gegen Merkel? Wer soll das machen, nachdem Peter Gauweiler hingeschmissen hat? Oder weiter Zick-Zack und So-wohl-als-auch-Kurs á la Dreh-Hofer und Söder? Die verdiente Niederlage dafür hat die CSU am Sonntag bekommen!

      • In welchem Paralleluniversum leben Sie eigentlich, wo Stagediven solch absurde Assoziationen hervorruft?

      • Das Getue um den Wahlerfolg der Grünen verstehe ich auch nicht.
        Wie 2013 haben rund Zweidrittel der Bayern Mitte-Rechts-Parteien gewählt.
        Alles ist gut.
        Mit Schuld an dem Abschneider der AfD unter dem der BTW ist, dass die AfD in Bayern noch zerstrittener ist als im Bund.

  2. Wenn die CSU bald mit den FW koaliert, wird die Schmach der -10PP und der Verlust der absoluten Mehrheit schnell vergessen sein, zumal das Ergebnis besser ist als die letzten Umfragen. Schwarz-grün bleibt uns hoffentlich erspart. – Das AfD-Ergebnis ist enttäuschend schwach. Im aus AfD-Sicht schlimmsten Fall hat sie im Westen bereits ihren Zenit überschritten.

    • Die Umfragen waren nicht so falsch. Die AfD wurde jedenfalls eher noch über- als unterschätzt, während die CSU stärker abschneidet als prognostiziert. Sie hat zwar deutlich gegenüber der Landtagswahl 2013 verloren, aber kaum im Vergleich zur Bundestagswahl 2017. Das einschneidende Ereignis war Frau Merkels Einladung an alle Welt 2015. Herr Seehofer hat zwar dagegen gesprochen, aber nichts gemacht. Dieses Missverhältnis zwischen Worten und Taten rächt sich. Er hätte handeln sollen oder sonst zumindest die Klappe halten müssen. Die AfD kann noch lauter sprechen, weil niemand von ihr Taten erwartet.

      • Die Afd hat es geschafft sich das Ergebnis stabil zu halten. Trotz des Streits in der Partei und der Konkurrenz durch die FW. Da sind 10% jetzt nicht schlecht. Nur sollten es vielen auch klar sein, dass das Wählerpotential sehr begrenzt ist. Gerade bei Frauen kommt ein großer Teil der Forderungen gar nicht an. Will die AfD bessere Wahlergebnisse, muss sie daran dringend arbeiten.

      • Meine Prognose hat sich mehrheitlich bestätigt. Es gab keinen Linksschwenk in der Bevölkerung. Die Grünen waren am Ende doch merklich unter 20 Prozent. Gleichzeitig blieben die SPD und die Linke jeweils unter 10 bzw. 5 Prozent. Die AfD schnitt etwas schwächer ab als erwartet, was wie prognostiziert am starken abschneiden der FW lag, zudem aber auch am letztendlich „ordentlichen“ Ergebnis der CSU.

        Was bedeutet das Ergebnis nun? Medial wird es umgedeutet werden, Günther hat schon den Anfang gemacht. Obwohl es eindeutig keinen Linksschwenk gab und Grüne und SPD lediglich die Rollen getauscht haben, wird man den „Rechtskurs“ der CSU für das Wahlergebnis verantwortlich machen. Es ist ein zukünftiger Linkskurs zu befürchten, dieser hat sich ja schon in der Endphase des Wahlkampfes abgezeichnet.

        Die CSU hat letztendlich ordentlichen abgeschnitten. Es ist kein Abwärtstrend erkennbar. Das etwas schwächere Ergebnis als bei der Bundestagswahl ist auf die Stärke der FW in Bayern zurückzuführen, die bei der Bundestagswahl keine Rolle spielen. Die CDU in Hessen wird im Vergleich zur Bundestagswahl wesentlich mehr verlieren. Der CSU ist es gelungen nur marginal an Grüne und das bürgerliche Lager zu verlieren.

        Die SPD ist tot. Sie ist eine zweite Akademikerpartei. Die gibt es schon mit den Grünen, die jedoch das Original sind. Sie sollte sich den Grünen anschließen oder alternativ der Bewegung Wagenknechts, die als klassische SPD in eine Lücke stoßen könnte.

        Die Grünen haben glücklicherweise nur eine Bluttransfusion von der SPD gekommen. Einen Vorstoß ins konservative Lager gab es nicht.

        Die FDP ist nach wie vor nicht über dem Berg. Der Einbruch gegenüber der Bundestagswahl zeigt, dass sie dort viele Leihstimmen von Anti-Merkel-Wähler bekam, die jetzt entweder wieder zurück zur CSU fanden oder zu den FW bzw. AfD wechselten.

        Die AfD hat offensichtlich nach wie vor Probleme bei Landtagswahlen zu punkten. Mit Ausnahme der kleinen Bundestagswahl schneidet die bei Wahlen und Umfragen auf Länderebene stets schlechter ab als im Bund. Das gute Ergebnis der FW zeigt auch, dass die AfD deutliche Probleme mit der Akzeptanz im bürgerlichen Lager hat. Hier muss was passieren. In Hessen ist die Konkurrenz geringer und das Ergebnis wird besser werden, aber die Ergebnisse müssen im Westen eindeutig besser werden.

      • Ohne die FW und mit Merkel (d.h. bei Bundestagswahlen) wären das gestern über 15 Prozent geworden. Trotzdem ist das für eine konservative Hochburg natürlich viel zu wenig. Positiv ist einzig, dass sich langsam eine Stammwählerschaft herausgebildet hat, die außerhalb von Nordwestdeutschland eigentlich immer für den Einzug ins Parlament ausreichen dürfte.

        Offensichtlich hat die CSU seit der Bundestagswahlen keine Wähler mehr verloren. Der CDU wird das kaum gelungen sein, anders lassen sich die Bundestagsumfragen nicht erklären.

      • Was ist positiv an Stammwählern für die AfD? Als Protestpartei gegen Frau Merkel mag die AfD noch eine gewisse Funktion haben, doch nach einem Kurswechsel der Union sollten konservative Wähler zurückkehren. Wenn die Union ihren Kurs auch dann nicht ändert, muss es eine seriöse Alternative geben, z. B. die Freien Wähler.

      • „Die Grünen haben glücklicherweise nur eine Bluttransfusion von der SPD gekommen. Einen Vorstoß ins konservative Lager gab es nicht.“

        Die Zahlen sprechen eine andere Sprache: https://www.welt.de/politik/deutschland/article182068850/Landtagswahl-Bayern-2018-An-diese-Parteien-verlor-die-CSU-die-meisten-Stimmen.html

        Wenn man bedenkt wie groß die Abstände und auch Abneigungen von vielen CSUlern zu den Grünen immer noch sind ist eine so große Wählerwanderaug von der CSU zu den Grünen bemerkenswert.

        Die CSU wird wohl mit den FW koalieren und wird noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen sein, wenn sie die nächsten Jahre in der Regierung nicht völlig vergeigt. Sie hatte letztendlich Glück im Unglück denn es hätte schlimmer kommen können. Ich denke nicht zuletzt die absurd zerstrittene AfD in Bayern war wohl ihre Rettung.

        Aber beim schlechtesten Ergebnis seit den 50gern von einem „ordentlichen“ Abschneiden zu sprechen ist m.E. verfehlt. Die CSU bewegt sich doch jetzt in ähnlichen Bereichen wie die CDU in ihren Starken Bundesländern und das Alleinstellungsmal als unfassbar Starke Regionalpartei (50 +X!) ist bis auf weiteres dahin.

      • Es gab Wählerbewegungen von der CSU zu den Grünen. Umgekehrt sind Wähler von der SPD zur CSU gewandert. Wenn man in politischen Lagern denkt, hat das linke Lager netto nichts gewonnen, sondern sogar verloren. Allerdings würde ich die AfD nicht mehr zum bürgerlichen Lager zählen, so dass dieses auch verloren hat. Der Aufstieg der AfD und das Einbrechen der CSU liegen doch ganz eindeutig an Frau Merkel (einschließlich dem zweifelhaften Umgang von Herrn Seehofer mit ihr) und haben mit Bayern selbst relativ wenig zu tun. Die Frage ist, ob sich diese Entwicklung umkehren lässt, wenn Frau Merkel irgendwann nicht mehr Kanzlerin sein wird.

  3. In der Diskussion bei Anne Will erschien mir der Beitrag des Soziologieprofessors interessant, nämlich dass sich die politische Polarität von rechts-links zu europafreundlich/migrantenfreundlich gegen euopa- und migrantenskeptisch verschoben hat. Erstes wird von den Grünen vertreten, sicher nicht ausreichend der Gegenpol von AfD und Anderen.

    Zunächst muss verwundern, dass ausgerechnet in den Automobilstaaten die Grünen so aufblühen.
    Meines Erachtens liegt es daran, dass inzwischen bei 80% der deutschen Haushalte die wesentliche Einnahmequelle eine Transferleistung ist, wobei ich die Beamtengehälter mit einbeziehe, Entschuldigung, gilt zumindest für Verwaltung.
    Es ist eine Dissoziation zwischen Arbeit und Einkommen eingetreten, so dass man meint, gefahrlos eine industrie- und technikfeindliche Partei wählen zu können, da das Geld für Viele vom Konto kommt. Der steigende Rentneranteil, die längere Ausbildungsdauer mit Bafög etc. verstärken dieses Gefühl.
    Bedenken muss man, dass die Automobilindustrie die einzige Massenbeschäftigung ist, die Deutschland verbleibt. Chemie, Elektronik, Pharma sind schon verloren.

    • Wankt die Automobilindustrie, dann ist Deutschland tot. Vielen ist auch gar nicht bewusst, dass der deutsche Markt längst nebensächlich für die Automobilkonzerne geworden ist. In Südostasien und Amerika spielt die Musik und strömt das Geld. Der Heimatmarkt ist lediglich noch für die hierzulande Beschäftigten relevant, da hier noch vorwiegend im Inland produziert wird. Irgendwann wird den Konzern das Rent-Seeking im Inland zu blöd und setzen die Beschäftigten einfach auf die Straße. Dann wird eben vorwiegend im Ausland produziert und allenfalls der Sitz verbleibt in Deutschland. Die Auswirkung auf die Zulieferer und die restliche Volkswirtschaft wird katastrophal sein.

      Ich glaube aber nicht, dass die Wähler der Grünen in den Werken von Audi und BMW malochen gehen. Das werden die Studenten und der ÖD sein, denen nicht wirklich bewusst ist, dass es auch sie nicht so schön hätten, wenn es Daimler, BMW und VW nicht gäbe.

      • Die Automobilindustrie ist unsere wichtigste Industrie. Es ist ein schwerer Fehler, sie so direkt anzugreifen, wobei kurzfristige Maßnahmen wie Umtauschprämien nicht gegen den langfristigen Vertrauensverlust helfen. Außerdem wäre es wichtig, Deutschland auch für andere Branchen wieder attraktiver zu machen. Mit den Grünen wird das jedoch noch weniger gelingen als mit der SPD.

    • Wenn man die Transfers an Arztpraxeb, die laut Kassenärztlicher Vereinigung mit durchschnittlich 80.000 Euro im Jahr subventioniert werden, addiert, leben wohl noch mehr als 80 % der dt. Haushalte von Transferleistungen

      • Viele private Unternehmen hängen ebenfalls am Staatstropf. Allerdings leben im Sozialismus alle vom Staat, trotzdem gibt es auch dort Leistungsträger, wenngleich diese übermäßig gegängelt werden.

    • ‚Offen vs. geschlossen‘ ist keine ganz neue Idee. Zur Charakterisierung des deutschen Parteiensystems taugt das jedoch wenig, weil doch eigentlich alle Parteien bis auf die AfD europafreundlich bzw. EU-unkritisch sind und in der praktischen Flüchtlingspolitik auch auf Merkelkurs. Dass Herr Seehofer manchmal erfolglos dagegen gestänkert hat, hat ihm und der CSU doch eher geschadet. Richtig wäre hingegen ein Mittelweg, sowohl hinsichtlich EU als auch Flüchtlingen.

  4. Wieder ein tolles Ergebnis für die LKR. 0,0% ist ein Armutszeugnis. Letzter Platz und das hinter der Partei „Gesundheistsforschung“. Ich lehne mich weit aus dem Fenster und behaupte,dass LKR sich nach der EU-Wahl auflöst, da Lucke wohl wieder Prof. werden muss. Wettet jemand dagegen?
    Jeder, der noch Energie in diese Partei steckt, muss mir das erklären

    • Schade, dass die MLPD nicht in Bayern angetreten ist, die hätten nämlich mehr Stimmen als die LKR erreicht.
      Wenn die Bayernpartei in Hessen antreten würde, würden die auch mehr Stimmen als die LKR erreichen.

      • Inzwischen erreicht jeder mehr Stimmen als LKR. Die Partei hat einen stark negativen Markenwert und wird Bernd Lucke den Wiedereinzug ins Europaparlament kosten. Mit einer expliziten Lucke-Liste hätte er bessere Chancen.

  5. Auf den errsten Blick schockiert das Ergebnis wegen des relativ hohen Wertes der Grünen. Tatsächlich relativiert sich das Ganze aber, wenn man bedenkt, dass als klar linke Parteien es nur SPD und Grüne mit zusammen etwa 27% in den Landtag geschafft haben. CSU, FW und AfD haben zusammen 59%. Man kann also nicht von einem SIgnal der Wähler nach linker Politik reden, auch wenn die Mainstreammedien dies gerne so darstellen wollen.
    Außerdem haben die Medien die Grünen extrem gepusht und ihre beiden Lieblingsthemen „Umweltschutz“ und „Nazis gibt es überall“ über mehrere Monate hinweg massiv bespielt und so für eine hohe Mobilisierung gesorgt. Natürlich sind die Messstationen nirgendwo in der EU so aberwitzig positioniert wie in Deutschland und die zulässigen Grenzwerte sind am Arbeitsplatz um ein vielfaches höher, aber dass erfahren die meisten Menschen nicht von unseren „neutralen“ und „faktenorientierten“ Medien. Auch dass die Gewalt viel mehr von links kommt, sich lagerübergreifend alle in der AfD fortwährend gegen Gewalt äußern und dass es viele Migranten und Homosexuelle in der AfD gibt, wissen die wenigsten.
    In Hessen dürfte das Ergebnis wegen der fehlenden FW etwas besser ausfallen und vielleicht auf 14% kommen.
    Nachdem ich über mehrere Jahre jemand war, der den leichten inhaltlichen „Rechtsruck“ der AfD auf Grund wichtiger Themen wie Heimat, Identität, Massenmigration und Islamisierung begrüßt hat und als richtig angesehen hat, so denke ich nun, dass die AfD hier nun einen Pflock einschlagen muss und sich nun um die „Entdiabolisierung“ der Partei gerade bei den ängstlichen und mangelhaft informierten Wählerschichten in Westdeutschland kümmern muss.
    Insgesamt steht die AfD inhaltlich und personell recht gut dar, finanziell und strukturell durch die Etablierung ebenso. Auch scheint die Partei bundesweit verglichen mit früheren Zeiten auch relativ befriedet, öffentlichen Streit wie zu Lucke- und Petry-Zeiten hört man so intensiv kaum noch, ganz im Gegnsatz zu CDU/ CSU und SPD. Da die AfD nun vor der vollständigen Etablierung steht, ist der Ruf vor allem von Seiten der SPD nach VS natürlich nur verständlich.
    Die AfD muss nun eine breitere Image-Kampagne machen, die zeigt, dass Minderheiten wie Homosexuelle oder Juden, selbstbewusste im Leben stehende Frauen und assimilierte Menschen mit Migrationshintergrund Teil der AfD und des Deutschlandbildes der AfD sind. Dies sollte natürlich nicht gezwungen und nach Virtue Signalling strotzend rüber kommen, sondern ganz locker, sympathisch und selbstverständlich. Der Wahlspot der AfD Hessen ist hier bereits ein gelungener Akzent.

    Besonders im ängstlichen Westdeutschland ist dies relevant und hilft neben dem Erschließen neuer Wählerschichten auch das Erhöhen der Absurdität einer eventuellen VS-Beobachtung durch die Altparteien. Außerdem ist es natürlich nicht nur taktischer Natur, sondern auch eine sinnvolle inhaltliche Positionierung. Schlussendlich ist es auch so, dass sie AfD nicht alle Formen der Metapolitik betreiben kann. Bei vielen DIngen ist es besser, wenn dies andere im vorpolitischen Raum übernehmen, damit diese neues Terrain austesten können und die AfD damit nicht sofort in Verbindung gebracht wird, wie etwa in Chemnitz.

    • „Die AfD muss nun eine breitere Image-Kampagne machen, die zeigt, dass Minderheiten wie Homosexuelle oder Juden, selbstbewusste im Leben stehende Frauen und assimilierte Menschen mit Migrationshintergrund Teil der AfD und des Deutschlandbildes der AfD sind“

      Aber sind sie das denn überhaupt? Und wenn ja, würde das nicht die starke Stellung der AfD in ihren Hochburgen v.a. im Osten wieder untergraben?

      • Sie sind natürlich durch Ihr sehr linkes Weltbild in Schubladen gefangen und nicht besonders gut zur objektiven Betrachtung fähig. Im Bundestag hat die AfD mehr Mitglieder mit Migrationshintergrund, als die CDU oder FDP. Frau Weidel ist homosexuell und trotzdem von AfD-Parteiveranstaltungen in Verantwortung gewählt worden. Gleiches gilt für die Abgeordneten im Bundestag und auch für die Mitglieder in dem gezeigten Werbespot aus Hessen, die alle ihre Ämter und Mandate in JA und AfD bekommen haben, obwohl sie einen Migrationshintergrund haben. In mehreren Landtagen sitzen AfD-Mitglieder, die Homosexuell sind (unter anderem Berlin, Bremen, MV, NRW..).

        Auch die Ostdeutschen werden ja von Leuten wie Ihnen, sowie den Augsteins und Spiegel-Journalisten dieser Republik gerne als Neo-Nazis und Fremdenfeinde diffamiert, dabei haben diese ebenfalls schon Jahrzehnte mit gut integrierten/ assimilierten Migranten aus Kuba, Vietnam oder Afrika zusammengelebt. Auch das Opfer in Chmenitz, über das im Gegensatz zu den dortigen Demonstrationen gar nicht mehr geredet wird, hatte einen Migrationshintergrund und viele Leute aus dessen Bekanntenkreis auch.
        Mehrere AfD-Funktionäre und Mandatare haben übrigens auch Frauen mit Migrationshintergrund, oft z.B. aus Asien, wie der Bundestagsabgeordnete Frohnmaier. Der bayrische Landeschef und Bundestagsabgeordnete Sichert hat eine kurdische Jesidin geheiratet…
        Gerade gut integrierte/ assimilierte Migranten kennen die Realität aus ihren Herkunftsländern und befinden sich nicht im Elfenbeinturm…

      • Auf eine vernünftige Frage kann man auch vernünftig antworten ohne den Blödsinn den sie da über mich eingebaut haben zu verzapfen. Was soll das??

      • Ja, persönliche Angriffe bringen die sachliche Diskussion nicht weiter, sondern beeinträchtigen diese. Ich halte es für richtig, die Flüchtlings- und Migrationspolitik von Frau Merkel zu kritisieren, ohne pauschal gegen alle Ausländer und Deutschen mit ausländischen Wurzeln zu sein. Die AfD scheint mir in dieser Frage gespalten zu sein, also teilweise meine Kritik zu teilen, während andere leider doch pauschale Ausländerfeinde und Rassisten sind.

      • Genau so ist es. Und eine Bewegung in eine dieser Richtungen führt eben oft eine Ablehnung auf der jeweils anderen Seite mit sich. Und ich denke dass die sehr rechte Fraktion im Osten stärker ist. Das bedeutet natürlich nicht, dass alle oder auch nur eine Mehrheit der Menschen in Ostdeutschland rechtsextrem sind.

      • In den NBL leben etwa 12% der deutschen Wahlberechtigten. Sich an dieser Minderheit auszurichten bedeutet, den Schwanz mit dem Hund wedeln zu lassen. M.E. ist das der Kardinalfehler der AfD und auf den puren Zufall zurück zu führen, dass die ersten Landtagswahlen, an denen die AfD teilgenommen hat, in Sachsen, Thüringen und Brandenburg stattgefunden haben. Deren gutes Ergebnis wurde völlig überbewertet. Daran krankt die AfD leider bis heute.

      • Sie machen sich das zu einfach. Die AfD ist inzwischen eine ähnlich gespaltene Partei wie Die Linke mit viel mehr Rückhalt in den neuen Bundesländern als in den alten. Zugleich gibt es in der ehemaligen DDR viel weniger Vorbehalte gegenüber Extremisten, sei es die alte SED oder erst die NPD oder jetzt Höcke-AfD. Daraus kann dann der falsche Eindruck entstehen, besonders radikale Positionen und Personen wären überall erfolgreicher und auch in den alten Bundesländern wäre man einfach noch nicht radikal genug.

      • Dem widerspreche ich nicht. Genauso sehen es die Ossis in der AfD. Auch solche, die in die alten Bundesländer emigriert sind und sich dort bis heute nicht integriert haben. Diese Menschen begreifen einfach nicht, dass es ein Deutschland, wie sie es sich vorstellen, nicht gibt und auch in absehbarer Zukunft nicht geben wird.

      • Höcke muss dringend weg. Nur wie will man das bewerkstelligen?

      • Sie können sich bei Frau Petry und Herrn Gauland dafür bedanken, dass das nicht mehr geht. Also sollten sich die vernünftigen AfDler auf die machbaren Fälle wie Herrn Gedeon konzentrieren.

      • Herr Gedeon erreicht bei Weitem nicht die mediale Präsenz von Bernd Höcke. Daher wäre es für die AfD weit wichtiger, erst einmal Herrn Höcke loszuwerden als Herrn Gedeon.

      • Es wäre wichtiger, aber es ist doch offensichtlich momentan nicht möglich, was selbst wieder kein gutes Licht auf die AfD wirft.

      • Dass es bis heute nicht möglich ist bzw. war, Figuren wie Höcke loszuwerden, ist in erster Linie dem Umstand zu verdanken, dass der Qualität der Besetzung der Schiedsgerichte der AfD von gemäßigter Seite nie genügend Beachtung geschenkt wurde. In den Anfangszeiten war man froh, wenn sich überhaupt genügend Kandidaten für diese extrem zeitaufwändige und undankbare Aufgabe gefunden haben. Das haben die Gesandten der Neuen Rechten sehr viel früher erkannt als alle anderen und zügig ihre Handlanger in den Schiedsgerichten installiert

      • Ein Ausschluss Gedeons wäre ein erster Schritt. Jetzt möchte Thügida gegen Höcke demonstrieren. Das ist doch nicht schlecht. Wenn sich Höcke aus politischen Gründen am äußersten Rand Feinde macht, dann ist das nur hilfreich Verliert er dort an Unterstützung, dann wird die Mitte wieder an Macht gewinnen. Das Problem war ja, dass die Mitte sich uneinig war, während Höcke die Reihen geschlossen hielt. Ohne Petry könnte eine innere Geschlossenheit im bürgerlichen Flügel möglich sein.

    • Die AfD steht inhaltlich und personell nicht gut da, sondern profitiert vor allem von Frau Merkel und ihrer schlechten Politik. Als seriöse Opposition würde sie jedoch viel mehr Stimmen bekommen. Es ist kein Zufall, dass in Bayern die Freien Wähler vor der AfD liegen.

      • Das Ergebnis der Bayerischen Landtagswahl ist für die bayerische AfD alles andere als zufriedenstellend.

        Leider haben offenbar weder das „Kampateam“ noch der verantwortliche „Wahlkampfmanager“ begriffen, dass es sich bei der Wahl am 14. Oktober 2018 um die Landtagswahl in Bayern handelte und nicht um eine partielle Bundestagswahl irgendwo in den NBL …

        Interessant ist besonders die Wählerwanderung:
        https://derstandard.at/2000089400609/Waehlerstroeme-Eher-wenige-AfD-Stimmen-kommen-von-der-CSU

        Insbesondere auf dem Land kommen Themaverfehlungen wie „Festung Europa“ oder „Der Islam gehört nicht zu Bayern“ eben ganz und gar nicht an. („Setzen sechs!“)

        Dass geworben wurde wie bei der letzten Bundestagswahl (was auch schon nicht sehr geschickt war), obwohl die AfD Bayern ein prall mit bayerischen Themen gefülltes Landtagswahlprogramm erarbeitet hat, ist wohl der Hauptgrund dafür, dass die Freien Wähler (die das diesbezügliche Agenda Setting deutlich besser beherrscht haben) der AfD vor allem auf dem Land den Schneid abgekauft und die der CSU verloren gegangenen Wähler weggeschnappt haben.

      • Ihre persönliche Enttäuschung verstehe ich. Aber insgesamt ist es besser, dass die Freien Wähler mehr Stimmen bekommen haben und so z. B. eine Regierungsbeteiligung der Grünen verhindern.

      • Man muss auch verlieren können.

        Ob die Freien Wähler die CSU tatsächlich vor sich hertreiben bzw. auf einen bayernorientierteren Kurs zu bringen vermögen, bleibt indes abzuwarten. Gleichwohl ich deren Vorsitzenden Hubert Aiwanger für einen Opportunisten und Maulhelden halte, haben die FW doch zugegebenermaßen viele gute Ansätze und im Gegensatz zur bayerischen FDP auch einige klügere Köpfe ins Rennen geschickt. Dass eine Koalition aus CSU und FW Bayern besser zu Gesicht steht als Schwarz-Grün (wozu es ganz sicher nicht kommen wird) steht selbstverständlich auch für mich außer Frage.

    • Wenn die AfD im realen Leben so authentisch und überzeugend rüberkommen würde wie in dem sehr guten Spot zur Hessenwahl, könnte die „Entdiabolisierung“ noch gelingen. Jedoch ist inzwischen viel Porzellan zerschlagen worden und nur mit der 100% Patrioten Nummer wird im Westen nicht viel mehr als 10-14% zu erreichen sein. Wann werden im Westen die 15,1% der LTW BaWü 2016 übertroffen? Das kann dauern, nur Hessen könnte derzeit noch in die Nähe kommen.

  6. Die Freien Wähler in Bayern machen auf mich einen sehr guten Eindruck. Es wäre schön wenn diese Partei auch bundesweit relevant wäre.

      • Sie dürfen nicht den Fehler wie die FDP 2008-2013 machen und sich von der CSU nach unten ziehen lassen. Sie können allerdings jetzt auch selbstbewusster auftreten, weil die CSU in der besagten Zeit mit einem Abwandern zur FDP drohen konnte. Jetzt hat sie kein glaubwürdiges Drohmittel mehr, abgesehen von Neuwahlen.

      • Sie meinen vermutlich, dass damals der FDP mit den Freien Wählern gedroht werden konnte, was jetzt umgekehrt nicht möglich ist.

  7. Ich habe jetzt alle Beiträge im gesamten gelesen mit folgender Qintessenz:
    Die Grünen will man nicht
    Die CSU will man nicht
    Die CDU mit Frau Merkel will man auch nicht.
    Die SPD will niemand
    Die Linke will keiner
    Die FDP will einer
    Die FW kennt man wohl wenig
    Die AFD will einer
    Die LKR kennt keiner
    Frage: Was will man eigentlich?

  8. Kann mich noch dunkel erinnern vor ca. 30 Jahren habe ich im Urlaub mit einem Bayern über neue deutsche Parteien diskutiert.
    Der erzählt mir, die Freien Wähler werden zuerst in Bayern und dann in ganz Deutschland Erfolg haben.
    Ich, vergiss es, die Republikaner unter Franz Schönhuber werden dauerhaft Erfolg in der BRD haben, der besetzt eine politische Marktlücke, nur ist er nicht so jung und charismatisch wie Jörg Haider.
    Gut der Bayer hatte teilrecht und die REPs hatten nur in 2 Bundesländer Erfolg, aber halt nicht längerfristig.

    • Es wird spannend, ob die Freien Wähler jetzt in Bayern etwas durchsetzen können. Falls ja, haben sie auch in anderen Bundesländern Chancen, falls nein, sollten sie sich vielleicht wieder auf die Kommunalpolitik beschränken.

      • Ja aber die Freien Wähler gibst doch schon seit Jahrzehnten. Nach so langer Zeit plötzlich bundesweit den Aufstieg zu schaffen, wird schwer werden. Natürlich durch eine Koalition steigt der Bekanntheitsgrad, aber wenn die da nur durchsetzten, welche bayrische Gemeinde da Zusatzgeld vom Land bekommt ( oder so ähnlich) interessiert das ja keinen nördlich der Weißwurstgrenze.

        Am besten an Bayern ist der Nockherberg, gefällt mir auch ohne 6 Bier getrunken zu haben. Am besten ist der Schauspieler der auf Söder macht.
        Ist meine Lieblingsfolge vom Nockherberg 2017 ( die von 2018 war zwar nicht schlecht, aber doch etwas schwächer) :

      • Kommunale Gruppen der Freien Wähler gibt es seit den 1950er Jahren. Der Landesverband Bayern trat 1998 erstmals zu einer Landtagswahl an. Nach dem Einzug 2008 in den Landtag gab es einen bundesweiten Antritt 2009 zur Europawahl. In der Folge wurde 2010 die Bundesvereinigung gegründet, nicht zu verwechseln mit dem Bundesverband der kommunalen Gruppen.

      • Die FW sind doch auch im Europaparlament mit dem damaligen Vorsitzenden der Familienpartei. Da wären Anfänge schon gemacht.

  9. @ Horst Krebs

    „Anfänge sind gemacht“. Sie lieber Herr Horst haben 1000 Euro Wettschulden, bei mir,sie Ehrenmann, wann zahlen endlich.

      • @ Krebs

        Natürlich 1000 Euro , bei der 1,1% Wette.
        Sei doch nur froh , du Ehrenmann, Wettschulden sind Ehrenschulden, kann man nicht gerichtlich einklagen.
        Krebs bekommt bullige Schlägertypen auf den Hals “ Auszahlen sonst kannst deine Zähne lutschen“
        .

      • Bitte keine Gewaltdrohungen und -aufrufe in meinem Blog, auch nicht im Scherz. Tatsächlich sind Wettschulden Ehrenschulden, also nicht einklagbar. Sie dürfen gelegentlich auf die Ehrensache hinweisen, aber mehr geht halt nicht. Sie haben natürlich seinerzeit die Wette gewonnen, weil LKR mangels Wahlantritt gar keine Stimmen erzielte und gestern glorreiche 0,015 Prozent.

    • Das wurde zuletzt vor einem Jahr hier aufgeklärt. Wahrscheinlich sollten keine so hohen Wetteinsätze vereinbart werden, da bei niedrigeren Einsätzen wie einer Flasche Wein der Spaß größer und die Erfüllungbereitschaft höher ist.

  10. Kann ich bestätigen, dass [Beleidigung gelöscht, AD] Horst Krebs sich um die Zahlung seiner Wettschulden drückt. Wer den seinerzeitigen Thread möchte, kann sich gerne bei mir melden, ich habe ihn gespeichert.

  11. Danke, Herr Widmann, können sie gerne veröffentlichen. Die Wette wurde ja ungültig, weil der besagte Wettgegenstand weggefallen war. Das ist auch die Meinung fast aller, die mir geschrieben haben. Ich verstehe auch diejenigen, die hier anderer Meinung sind. Somit tun Sie mir im Besonderen leid.

    • Der Wettgegenstand war nicht weggefallen. ALFA hat keine 1,1 Prozent bei der letzten Bundestagswahl erzielt, sondern gar nichts. Daran ändert die Umbenennung in LKR nichts (umgekehrt hätte man bei einem Wahlerfolg von LKR diskutieren können, ob wirklich ALFA diesen erzielte, was ich allerdings bejaht hätte) und auch nicht der unterlassene Wahlantritt. Wenn wir jetzt wetten würden, ob die deutsche Nationalmannschaft der nächste Fußballeuropameister wird, wäre es doch auch unanständig zu behaupten, mangels Qualifizierung zur EM wäre die Wette ungültig oder wegen des Namens „Die Mannschaft“.

      • Ich meine bei Pferdewetten würde der Einsatz zurückgezahlt wenn das Pferd auf das gewettet wurde gar nicht antritt.

        Ohne das ich damit eine Meinung zu dieser Wette ausdrücken möchte. .

      • Das ist nicht automatisch so, sondern wird in den AGB geregelt und für kompliziertere Wetten z. T. auch anders. Deshalb versuche ich bei meinen Wetten die Bedingungen vorher zu klären. Im Fußball verliert z. B. die Mannschaft, die von sich aus nicht antritt. Bei einer öffentlichen Wahl gibt es vorher Hürden. Wer sie nicht nimmt, schneidet doch eigentlich noch schlechter ab als jemand mit einem schlechten Ergebnis bei der Wahl. Schließlich zeigen die nachfolgenden Wahlergebnisse, dass 1,1 Prozent völlig unrealistisch sind für diese 0,0-Prozent-Partei.

      • Das stimmt. Und ausserdem lag es ja in LKRs ermessen anzutreten und sie haben sich dagegen entschieden. Bei den Pferdewetten geht es ja meist um Verletzungen, Krankheit oder dass das Pferd nicht in die Box will.

      • Und ganz besonders haben Pferde auch größere Köpfe als Luckianer … 😜

      • Sie meinen, die LKR sollte das Denken den Pferden überlassen. Einen Versuch wäre es wert, schlimmer kann es ja kaum noch werden 🙂

  12. Das kann die LKR aber schwer unterbieten, eine Partei tritt zur Wahl an und erreich Null Stimmen:
    „Österreichische Patriotische Union (ÖPU) 0 0,00 %“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalratswahl_in_%C3%96sterreich_1949

    In wie vielen Wahlkreisen sind denn diese Helden angetreten, da wählt der Spitzenkandidat nicht mal seine eigen Partei.
    Die dagegen war 1949 fast schon eine Großpartei, immerhin 3 Stimmen erreicht
    “ Wirtschaftspartei der Haus- und Grundbesitzer (Wirtschaftspartei) 3 0,00 % „

      • Da erreicht ja jede obskure Partei mehr Stimmen in Bayern als die LKR.
        Wetten eine “ Hier kommt Alex!“ -Partei hätte viel mehr Stimmen als die LKR geholt.
        Ich hätte ja eine mutige Wetten anbieten wollen, die MLPD erreicht in der bekannten marxistisch-leninistischen Hochburg Bayern mehr Stimmen als die LKR. Da die aber nicht angetreten sind, war ich schlau genug dieses Wettangebot doch nicht anzubieten.

      • Wenn „Hier kommt Alex“ nicht politisch vorbelastet wäre, könnte ich das Experiment zur Europawahl starten. Ich vermute inzwischen, dass LKR auch da den letzten Platz belegen wird mit 0,0 Prozent (oder wieder gar nicht antritt). Selbst die Familie-Geuking-Partei hat deutlich bessere Chancen. Die MLPD trat übrigens zur Bundestagswahl an und war dort mit 0,1 Prozent der Stimmen deutlich erfolgreicher als LKR seinerzeit oder auch jetzt.

      • Selbst eine Partei zur Wiedereinführung der Monarchie hätte bessere Chancen als LKR. Vorausgesetzt, der Spitzenkandidat ist nicht Möchtegern-Monarch Bernd I. (Lucke).

      • Monarchistische Parteien spielen ja überhaupt keine Rolle in Europa.
        In Ö wollte mal vor ein paar Jahren eine “ Schwarz Gelbe Allianz“ ( Farbe der Habsburger) zur Parlamentswahl antreten, die schafften aber in keinem Bundesland die Unterschriftenhürde. Daher kann man nicht einschätzen wie erfolgreich die bei der Wahl gewesen wären.

      • Wer die Unterschriftenhürde nicht schafft, hat entweder zu wenige Untertanen oder muss ganz einfach früher aufstehen.

  13. Bezüglich Bayern und Habsburger, die wollten historisch gesehen öfters Bayern einkassieren, Da würde der Fußballverein jetzt Austria München heißen.
    Diese Preußen haben das immer verhindert, dass man Bayern einkassiert.

    “ Der Bayerische Erbfolgekrieg (1778/1779) wurde durch den Anspruch Österreichs auf Niederbayern und die Oberpfalz ausgelöst,…….
    Am 3. Juli erklärte Preußen nach vorausgegangenen diplomatischen Verhandlungen Österreich den Krieg. Der preußische König mobilisierte seine Truppen und ließ sie am 5. Juli 1778 in Böhmen einmarschieren, womit der Bayerische Erbfolgekrieg begann…….“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bayerischer_Erbfolgekrieg

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