Deutsche Wirtschaft schrumpft

„Deutsche Wirtschaft schrumpft im zweiten Quartal stärker als erwartet“, nämlich um 2 Promille. Hauptgründe sind das milde Klima im ersten Quartal, wodurch viele Bauinvestitionen vorgezogen wurden und das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) noch bei 7 Promille lag, sowie internationale Konflikte, insbesondere mit Russland. Es gab zwar noch keine (nennenswerten) Sanktionen im 2. Quartal, doch die Krise trübte schon die Erwartungen, was zu einem Rückgang der Investitionen führte. Sollte die Wirtschaft im laufenden dritten Quartal wieder schrumpfen, wäre Deutschland offiziell in einer Rezession. Sehr wahrscheinlich ist das nicht, aber auch keineswegs ausgeschlossen, zumal auch die gesamte Eurozone weiter schwächelt.

46 Gedanken zu „Deutsche Wirtschaft schrumpft

  1. Die Kriegstreiberei, zunächst nur als westliche Sanktionen und Gegenmaßnahmen, werden die europäische Wirtschaft über die Klippe stoßen. Damit wird die widersinnige Wirtschaftspolitik in der EU und der Eurowahn zu Ende gebracht. Man kann sein Versagen dann dem „Äußeren Feind“, den man gerade selbst aufbaut, Rußland, in die Schuhe schieben. Wenn die AfD einst eingetreten ist, Europa zu helfen, muß sie sich umgehend gegen den amerikanischen Wahnsinn wenden. Fischer hat es seinerzeit richtig gemacht. Das Chaos berechtigt den letzten Schritt in die EU-Diktatur, alternativlos.

    • Sorry, in der Ukraine ist nicht der Westen der Kriegstreiber, sondern ganz eindeutig Russland, welches völkerrechtswidrig die Krim annektiert hat und nun den Osten des Landes destabilisiert. Auch ein offener Einmarsch ist leider weiterhin möglich.

      • Die Krimannektion folgte auf den von den USA mit bis zu 5 Mrd. Dollar gesponsorten Putsch, mit dem dort eine Marioinettenregierung installiert wurde.
        Beides ist völkerrechtswidrig. Die Krimannektion logische, wenn für den Westen auch überraschende Folge. Wenn man der Situation dort intensiver folgt,
        erschließt sich ein Bild, daß dem Westen einen Ausgang aus seiner Verschuldungsmisere mittels äüßerem Feind anbietet. Er arbeitet darauf hin.
        Fällt Ihnen die Propaganda nicht auf? Lesen Sie bitte das Essay von Gabor Steingart.

      • Fällt Ihnen die russische Kriegspropaganda nicht auf, die Sie da verbreiten? Selbst wenn es einen Putsch gegeben haben sollte, rechtfertigt das keine Annexion. Außerdem hat die Ukraine wieder einen demokratisch gewählten Präsidenten. Der Westen wird in der Ukraine militärisch nicht eingreifen, was ihm bei internen Verschuldungsproblemen auch nicht helfen würde. Schließlich sind die USA souverän hinsichtlich des Dollar und können alle Staatsschulden immer begleichen, wenn sie wollen.

      • Lieber Herr Dilger,

        das ist die Darstellung wie Sie unseren Leitmedien eingeflüstert und dem Publikum präsentiert wird. Ich bin inzwischen nicht mehr bereit, dieser Art von „Berichterstattung“ Glauben zu schenken.

        Ukrainer, insbesondere Ost-Ukrainer sehen den Konflikt ganz anders, als uns Glauben gemacht werden soll. Ich hatte gerade Gäste aus Kiew und aus der Ostukraine zu Besuch und musste mich davon überzeugen lassen, dass sich vieles in diesem Konflikt in unseren Medien ganz anders darstellt als vor Ort.

        Auch der von Chufu zum Abschuss der MH-17 kürzlich verlinkte Artikel ist durchaus lesenswert (wenn auch an völlig verkehrter Stelle gepostet).

        NATO, USA und EU verspielen diesbezüglich gerade ihre letzte Glaubwürdigkeit.

        Siehe auch: http://www.hintergrund.de/201408153197/hintergrund/medien/mh-17-der-glaubwuerdigkeits-gau.html

        Herzliche Grüße
        Michael Meister

      • Die völkerrechtswidrige Krimannexion ist ein Faktum, welches selbst Russland nicht leugnen kann. Der Flugzeugabsturz ist bis heute nicht aufgeklärt. Das sollten wir abwarten. Bis dahin empfehle ich die Lektüre des von mir verlinkten Artikels dazu, der deutlich differenzierter ist als die verlinkten Beiträge von Chufu oder jetzt auch Ihnen.

      • @Chufu:

        Auch wenn die Verfasserin des Artikels dem linken Spektrum zuzuordnen ist – dem ich selbst weiß Gott nicht zugeneigt bin – kann man sich den Argumenten ihres Beitrags nicht entziehen.

    • Ich plädiere aus den von ihnen ins Feld geführten Gründen schon seit Längerem für ein Europa autonomer Regionen. Selbst vermeintlich „sichere“ Super-Staaten wie Deutschland, Großbritannien, Italien oder Spanien, in denen zusammengeschlossen wurde, was kulturell und ethnisch nicht wirklich so richtig zusammen gehört, stellen mit ihrem zunehmenden Zentralismus ein Risiko für den Frieden und die innere Stabilität Europas dar.

      • Das sind doch keine Superstaaten, sondern Nationalstaaten, auch wenn es einige nationale Minderheiten in ihnen gibt (in Deutschland übrigens am wenigsten). Vereinigte Staaten von Europa wären dagegen ein Superstaat.

      • Auch Deutschland, Italien und Spanien sind künstlich geschaffene Staaten, in denen Stämme oder Völker mit anderen zwangsvereinigt wurden, denen ein gemeinsamer Staat mit ihren unmittelbaren Nachbarn viel besser anstünde. Denken Sie doch nur an Südtirol, Katalonien, das Baskenland oder Bayern.

      • Die Bayern sind ein deutscher Stamm wie andere auch. Wenn man klassisch nationalstaatlich denkt, dann gehört auch Österreich zu Deutschland, ebenso Südtirol und sogar der deutschsprachige Teil der Schweiz. Doch man sollte keinen zwingen, der nicht will. Wenn Bayern tatsächlich mit großer Mehrheit die Bundesrepublik Deutschland verlassen wollte, würde ich es ziehen lassen (Herr Kollege Lucke übrigens nicht).

      • Sie können das doch nicht an einer gemeinsamen Amtssprache (im Falle Bayerns Hochdeutsch) festmachen, lieber Herr Dilger!

        Wenn Sie hier schon Sprachräume zu Grunde legen, dann ist Bayern mit den Teilen Österreichs, in denen bayerischische Dialekte gesprochen werden (beginnend östlich des Arlbergs) und mithin auch mit Südtirol zusammen zu führen, die deutschsprachige Schweiz mit Vorarlberg und dem alemannischen Teil Baden-Württembergs und der germanische Teil Deutschlands kann vielleicht als „Deutschland“ durchgehen.

        Einen Zusammenschluss verschiedener Alpenregionen (möglicherweise Schweiz, Österreich, Bayern, Südtirol, Lombardei und auch das Veneto) halte ich im Übrigen für gar nicht so unwahrscheinlich.

        Aus welchen Gründen ausgerechnet Herr Lucke, der mir ansonsten eher eine ausgeprägte Bayern-Phobie zu haben scheint, die Bayern nicht ziehen lassen würde, liegt auf der Hand. Im Grunde seines Herzens ist er offenbar ein Freund des Merkelschen Zentralismus geblieben. Mehr als 30 Jahre CDU prägen eben doch. Aber das ist ’nur‘ meine ganz persönliche Einschätzung unseres Bundessprechers … 😉

      • Eine Nation wird auch, aber nicht nur von einer gemeinsamen Sprache begründet. Wollen Sie leugnen, dass die Deutschen eine Nation bilden? Die großdeutsche Lösung wurde im 19. Jahrhundert sehr ernsthaft erwogen. Die zwei Hinderungsgründe, Preußens Macht und der große nichtdeutsche Teil Österreich-Ungarns, bestehen heute nicht mehr. Dafür gibt es jetzt vielleicht andere Hinderungsgründe und vor allem weniger Drang in diese Richtung. Allerdings sehe ich auch wenige ernsthafte Bestrebungen, dass Bayern aus der Bundesrepublik Deutschland austreten will. In jedem Fall wäre das keine sinnvolle Zielsetzung für die Alternative für Deutschland.

      • Nun, in der Geschichte Europas gab es immer wieder Grenzverschiebungen. Wenn Sie sich in Bezug auf die „deutsche“ Geschichtsschreibung schon auf das 19. Jahrhundert beziehen, gehen Sie doch bitte noch ein wenig weiter zurück und lassen Sie nicht außer Acht, welche Rolle Napoleon dabei spielte.

        Ich bin der Meinung, dass Bayern besser mit Österreich harmoniert als beispielsweise mit den neuen Bundesländern. Auch wenn das unsere ostdeutschen und Berliner Parteifreunde natürlich nicht so gerne lesen werden, aber gerade die Überstrapazierung des Länderfinanzausgleichs wird noch ein wichtiges Thema für Deutschland werden. Auch die AfD wird sich dem stellen müssen. Wir können doch nicht glaubhaft die planlose Umverteilung, die wir in der EU völlig zu Recht kritisieren, im eigenen Staat im Maßstab 1:6 gutheißen!

      • Lieber Herr Meister,

        der bajuwarische Stamm hat sich zwischen 480 und 530 unter Kontrolle des Goten Theoderich des Großen aus verschiedenen germanischen Stammessplittern (in der Hauptsache Alemannen, Goten und Thüringer!!!) sich auf ehemals römischen Provinzgebiet herausgebildet, wobei nicht geflohene „Reströmer“ (hatten zuerst Sklavenstatus) im Laufe der Jahrhunderte integriert wurden. Seit der Integration des bayerischen Stammesherzogtum in das Frankenreich (ähnlich der anderen germanischen Stämme) gehörte Bayern zum Rückgrat des erst fränkischen, dann ostfränkischen und dann ab ca. 950 endlich deutschen Reiches. Eine bayerische Abteilung spielte eine wesentliche Rolle bei dem Sieg Ottos auf dem Lechfeld (955) über die Ungarn, ein Moment den man gut als Geburtsmoment unserer Nation betrachten kann. Es gab ingesamt dreimal Bayern, die den römisch-deutsche Kaiser und König stellten (Heinrich II, Ludwig den Bayern, dem aus dem 18.Jj. habe ich vergessen. Die Bayern haben eine wichtige Rolle im Mittelalter beim Aufbau der Markgrafschaft Brandenburg (aus das spätere Preußen entstand).

        Das Spezielle an Bayern ist, dass es das Glück hatte, über die Jahrhunderte relativ unbeschadet als politische Einheit überstanden zu haben. Im Unterschied zu den anderen Stammesgebieten, die mit der Zeit in etliche Unterherrschaftsgebiete aufgeteilt wurden (z. B. das Herzogtum Sachsen, das ungefähr in der Lage und Fläche dem heutigen Niedersachsen entspricht. Deshalb hat Bayern ein ungebrocheneres Selbstverständnis. Der Gründer von München, Heinrich der Löwe, war gleichzeitig Herzog von Sachsen und Bayern! Ohne Bayern ist Deutschland zerstört. Die Linie (Nieder-)sachsen-Bayern ist noch heute wichtig. Österreich als ehemaliges Slavengebiet wurde von Bayern aus germanisiert und unter Herrschaft gebracht. Deshalb sind die Dialekte in Bayern und Österreich sehr verwandt und eben auch die Mentalität.
        Am Anhang (10.Jahrhundert) war Österreich Teil des bayerischen Herzogtums! Ich glaube es wurde erst mit der Niederwerfung Heinrich des Löwen vom Herzogtum abgetrennt, blieb aber natürlich Bestandteil des Reiches (eben bis 1806).

      • Guten Abend Chufu,

        Herrn Dilger wird Ihre Interpretation der bayerischen Rolle in der deutschen Geschichte freuen, denn sie stützt seine obige These deutscher Stämme. Ich enke nicht, dass man irgend eine beliebige Epoche zur Begründung seiner Thesen, was deutsch ist bzw. zu Deutschland gehört, heran ziehen darf, denn irgendwann sind wir dann alle Afrikaner.

        Wichtig ist mir persönlich, zu überschaubaren Größen zurück zu kehren, um unnötige Bürokratie abbauen zu können und den globalen Transport- und Wettbewebswahn wieder auf ein gesundes Maß zurück zu fahren.

        Regionale Nachhaltigkeit ist m.E. die einzige wirklich zukunftsfähige Wirtschaftsform.

        Nicht alles was größer und vermeintlich fortschrittlicher ist, macht die Welt und das Leben besser.

      • Lieber Herr Meister,

        der Artikel von http://www.hintergrund.de ist brillant!! Vielen Dank!

        Noch ein Wort an Herrn Dilger: Man kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die USA – durch ihre effektiven Aufklärungsmittel – genau im Detail weiß was mit MH 17 passiert ist.

        Nun, dass die USA damit nicht herauskommen bedeutet einfach, dass der tatsächliche Ablauf ihnen und dem „Puppet-Regime“ in Kiew nicht zum Vorteil gereicht. (Dazu passt auch, dass wir immer noch nichts von der Auswertung des Flugschreibers gehört haben, der nun in England ist.)

        So einfach ist das, ganz einfache Logik, der Sie sich auch nicht verschließen können.

      • Einerseits überschätzen Sie die Fähigkeiten der USA. MH 370 ist bis heute ganz verschwunden. Halten Sie das auch für eine Verschwörung? Andererseits unterschätzen Sie die Fähigkeiten Russlands. Könnte es nicht einen Flugschreiber manipulieren oder sogar durch einen anderen ersetzen? Also üben Sie sich noch etwas in Geduld, bevor Sie voreilige Schlüsse ziehen.

      • @Alexander Dilger:

        Es könnte aber auch genau umgekehrt sein. Nämlich, dass Sie die Amerikaner/NATO/EU unter- und die Russen überschätzen …

      • Ich habe doch gar keine Einschätzung vorgenommen, sondern schon x-mal dafür plädiert, den offiziellen Bericht abzuwarten. Dann kann man sich immer noch an diesem abarbeiten und neue Verschwörungstheorien ausdenken…

      • Dann habe ich Sie vielleicht falsch interpretiert. Das war nicht meine Absicht.

        Was ich als intimer Kenner der Medienbranche aber mit Sicherheit sagen kann, ist, dass die Informationswege zu den großen Leitmedien heute breit asphaltierte Autobahnen sind, auf denen nur noch die Aussendungen der Pressestellen bequem durch die Schwertransporter einer Handvoll äußerst zuverlässiger, regierungstreuer großer Spediteure, nämlich den großen Presseagenturen, den Rundfunkanstalten, ihren Zulieferern und den Zeitungsverlagen direkt ins Haus geliedert werden.

        Individuelle Recherche findet schon aus Kostengründen kaum noch statt und wenn doch, dann werden die dadurch gewonnenen Erkenntnisse zu völlig unattraktiven und nicht reichweitenrelevanten Zeiten am Spätabend oder im Nachtprogramm öffentlich-rechtlicher Spartensender ausgestrahlt (oder besser gesagt versteckt).

        Kleine Publikationen mit geringer Reichweite werden als Plattformen von Verschwörungstheoretikern abgetan.

        Die gezielte Nichtinformation und Desinformation der Mehrheit ist heute die Regel.

        Das war vor zwanzig, dreißig Jahren – zumindest was Printmedien anging – noch anders.

      • Lieber Herr Meister,

        dass sechs germanische Großstämme (nämlich: Alemannen, Franken, Bajuwaren, Sachsen, Thüringer und Friesen) existiert haben, aus denen bis vor kurzem der Großteil der deutschen Bevölkerung hervorgegangen ist (was sich erst in den letzten Jahrzehnten durch massive Zuwanderung ändert) und die sich noch heute in der politischen und kulturellen Struktur Deutschlands abbilden, ist eine historische Tatsache.

        Die Führer der wichtigsten Stämme (Herzöge) bildeten im ostfränkisch-deutschen Reich die Führungsschicht und „wechselten“ sich in der Inhaber des Königtums ab (Ottonen, Salier, Staufer, ….). Man kann sagen, seit ca. 950 gibt es einen einheitlichen Staat als Reich, der in Kontinuität bis zum heutigen Deutschland reicht, wobei ca. ab 1250 durch Schwäche der Zentralgewalt (durch Einflüsse wie der Auseinandersetzung mit dem Papst und dem „Zwang“ zur Nachfolge des Römischen Reiches) die lokalen Reichsfürsten ihre Macht zunehmend ausbauten, was den einheitlichen deutschen Nationalstaat um Jahrhunderte verzögerte.
        Kulturell war aber die Einheit viel früher realisiert, spätestens um 1400 lag ein deutsches Nationalgefühl vor. Bedenken Sie zum Beispiel wie weit unsere gemeinsame Sprache zurückreicht. Wenn Sie sich anstrengen, können in althochdeutschen Texten (althochdeutsch fasst verschiedene deutsche Dialekte zusammen) aus dem Jahr 800 etwas verstehen.

        in bestimmter Hinsicht habe ich Verständnis für den Wunsch nach kleineren überschaubaren, dem Menschen besser angepassten politischen Einheiten. Das ist ja auch eine libertäre Idee und wird von HHH oft vorgebracht. Allerdings muss es mit dem realen Umfeld verträglich sein (d. h. sich gegen Super- und Großmächten behaupten und verteidigen können), etwas was HHH als Theoretiker vielleicht nicht so leicht erkennt. Ich bin eher der Meinung, dass man alle Deutsch Sprechenden (es sind gerade mal ca. 100 Millionen) in einen Staat zusammenfassen müsste, um unsere Kultur und Tradition zu erhalten, die bedroht wird. Über in die interne, basisdemokratische Struktur kann man sprechen.

      • Hier bin ich einmal bei Ihnen. Die Deutschen haben viel gemeinsam, nicht nur die Sprache, sondern auch Geschichte, Kultur, Grundwerte bis hin zu bestimmten Verhaltensweisen. Selbst die sich antideutsch gebärdenden Linken sind gerade darin ziemlich deutsch (und verstehen nicht, dass andere Europäer ziemlich anders sind und anderes wollen). Wenn man ins Ausland fährt, sieht man noch stärker die Gemeinsamkeiten, die nicht immer nur schmeichelhaft sind. Es macht auch Sinn, eine Nation in einem Staat zu bündeln, insbesondere wenn das friedlich und freiwillig geschieht. Kleinstaaterei ist dagegen eine Schönwetterveranstaltung bzw. von schützenden Großmächten abhängig.

      • Nun, wenn Bayern und/oder Baden-Württemberg aus der Bundesrepublik ausscheren würde(n), dann hat das nichts mit „Kleinstaaterei“ zu tun.
        Immerhin wäre Bayern dann der nach Einwohnern neuntgrößte und nach seiner Wirtschaftskraft sechst- oder siebtgrößte Staat Europas. Die meisten heutigen Staaten der EU könnten Bayern nicht ansatzweise das Wasser reichen.

      • Naja, dann ist wohl Bayern auch ein Superstaat, schließlich leben in dem Bundesland ja nicht nur Bayern, sondern auch Franken. Aber da das „fränkische Reich“ auch wirtschafltich schwach sind, schmeißen Sie es am besten gleich aus Bayern raus. Es kriegt dann auch noch eine eigene Währung, seinen König und und fliegt am besten auch noch aus der Zollunion. Dann haben Sie das wahre Bayern. Dann hat sich das Wirtschaftswachstum wenigsten auch für Bayern noch erledigt.

      • Lieber Herr Wilhelm,

        so gesehen ist Bayern auch ein kleiner „Superstaat“.

        Ich selbst bin übrigens gebürtiger Nürnberger. Nichtsdestotrotz fühle ich mich eher als Bayer als als Franke, da mir der fränkische Regionalpatriotismus immer etwas suspekt war.

        Was eine etwaige Abspaltung Frankens mit seinen mehr als 4 Mio. Einwohnern von Bayern anginge, sollten Sie die Franken dennoch nicht unterschätzen.
        Alleine in meinem langjährigen mittelfränkischen Wohnort Herzogenaurach mit etwas mehr als 20.000 Einwohnern sind drei große Weltunternehmen ansässig:
        Schaeffler (größter deutscher Automobilzulieferer und Eigentümer von Continental), Adidas (zugleich Eigentümer von Reebok) und Puma.

        Ein Bundeslank Franken würde die meisten anderen Bundesländer wirtschaftlich immer noch um Längen schlagen.

  2. Hallo Herr Meister,

    ich glaube nicht das Herr Lucke ein Anhänger des „Merkelschen Zentralismus“ ist.

    Der kann schlicht Rechnen ;-).
    Wenn Bayern mit seiner Wirtschaftskraft die BRD verlässt, geht im Rest der Republik
    das Licht aus. (Das sehe ich auch so für Baden-Würtemberg.)

    • Ja klar. Soweit kann auch Frau Merkel rechnen und die meisten Berliner und Neubundesbürger ebenfalls.

      Ist genauso wie mit dem so genannten „Sozialstaat“ und der Mehrheit der Wahlberechtigten in Deutschland.

      Was unterscheidet unseren Bundessprecher also schon groß von seinen früheren Parteifreunden?

      • Hacken Sie nicht immer auf CDU/CSU Vergangenheiten rumm 😉

        Ich war da auch „mal“.
        Vor 20-15 Jahren…. war das keine ganz schlechte Partei mit tollen Persönlichkeiten und viel Sachverstand.

        Heute ist die CDU/CSU eine sozialdemokratisierte angegrünte beliebigkeits Truppe.

        Bleiben wir doch dabei: Egal wer (!) die richtigen/besseren Argumente hat, hat Recht. Die können auch mal von der Bundeskanzlerin kommen… der SPD… der NPD… einem Kaninchenzüchterverein. Egal.

      • @Basismitglied aus NRW:
        Wir leben aber nun mal nicht vor 20 oder mehr Jahren. Die „deutsche Einheit“ hat uns unter anderem den Linksdrall der Unionsparteien beschert und auch, dass ehemalige DDR-Politiker und Parteifunktionäre überproportional in Schlüsselpositionen der deutschen Politik vertreten sind. Da darf man sich dann nicht wundern, dass die Politik dabei heraus kommt, die wir heute haben.

  3. Hmm, war jetzt nicht das Theme eigentlich dass die deutsche Wirtschaft schrumpft? Und geschieht das im Folgequartal auch, dann haben wir eine Rezesszion – zumindest per Definition.

    Sicherlich hat das auch mit den Sanktionen gegen Rußland zu tun. Richtig nachdenklich stimmte mich aber ein Artikel im MM (nein Michael Du bist nicht gemeint 🙂 ) der beschrieb, dass die deutsche Industrie sechsmal mehr im Ausland investiert, als im Inland.

    • Kurzfristig muss das nicht so schlimm sein, insbesondere wenn die Investitionsgüter dafür in Deutschland gekauft werden. Irgendwie müssen die hohen Exportüberschüsse verwendet werden. Langfristig leidet jedoch der deutsche Kapitalstock und damit auch die Produktivität, das Wachstum und der Wohlstand.

      • Guten Morgen Herr Dilger,

        ich weiß nicht, an welcher Stelle diesen Kommentar besser einfügen kann. Dann eben hier. Ich freue mich, dass wir bei einem wichtigen Punkt Gemeinsamkeiten entdecken. (Ich möchte nicht ausschließen, dass Sie sich vielleicht bei anderen Themen in meine Richtung bewegen. ) Es stimmt, im Ausland z. B. im Urlaub fallen die Gemeinsamkeiten der Deutschen – egal aus welcher Ecke Sie stammen – besonders auf. Sie haben Recht bzgl. der Bemerkung zu den Grünen.

        Für mich war der wichtigste Grund (noch vor der Wiedereinführung der DM) für meinen Parteieintritt, einen kleinen Beitrag zur Abwehr des zerstörerischen Angriffes auf unsere Identität, der von der EU aber auch von internen Kräften wie bestimmten linken Gruppierungen (zuvorderst von den Grünen) ausgeht, zu leisten.

        Was das Thema Ukraine angeht, habe Sie sich ein wenig verrannt (und sollten zurückrudern) und von der Kiewer Regierung und deren menschenverachtenden Propaganda einen Bären aufbinden lassen (siehe aktuelle Lüge von einem Einfall russischer Truppen). Selbst die sonst fröhlich lügenden USA nehmen diesen speziellen Vorwurf wieder zurück.

        Sehen Sie sich mal bei youtube an (wenn Sie den Anblick abgetrennter Körperteile aushalten können), wie die ostukrainische Zivilbevölkerung von der eigenen Regierung abgeschlachtet wird.

      • Die Kommentare werden wohl etwas unübersichtlich angezeigt, wenn es viele und verschachtelte sind. Trotzdem macht es natürlich Sinn, innerhalb eines laufenden Diskussionsstrangs zu antworten und nicht irgendwo anders.

        Bezüglich der Ukraine sind die Argumente jetzt wohl ausgetauscht. Ihnen bedeutet eben das moderne Völkerrecht nichts, sondern Sie sehen die Ukraine als Hinterhof Russlands an, wo es als Großmacht nach Belieben walten und schalten darf.

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  5. MM, das beste wäre die jetzigen Grenzen zu behalten, wenn Bayern jedoch Eigenstaatlichkeit wünscht, kann es gerne ein eigener Staat werden, aber dann sollte es auch wirklich souverän sein, eine eigene Währung haben und kein EU-Mitglied sein.
    Keinen Sinn macht meiner Ansicht nach eine Alpenföderation zwischen Österreich, der Schweiz, Südtirol, Lombardei usw. Italien, Österreich und die Schweiz müssen souveräne Staaten bleiben, anstatt sich zu einem Superstaat zusammenzuschließen. Der Erfolg der Schweiz resultiert grade aus ihrer Kleinteiligkeit und ihrer Differnziertheit: Besonders die direkte Demokratie funktioniert in einem Staat mit 7 Millionen Einwohnern besser als in einer supranationalen Alpenföderation.
    Die beste Lösung wäre folgende: Die Schweiz bleibt unabhängig, Österreich wird wieder unabhängig und holt sich den Schilling zurück und auch die Italiener verlassen EU und Eurozone und werden ebenso souverän. Das macht aber nur Sinn, wenn diese Staaten dann auch frei und unabhängig bleiben und sich keinem neuen Superstaat anschließen, auch keiner Alpenföderation!

    • Gegen ein souveränes Bayern hätte ich ebensowenig einzuwenden wie gegen einen EU-Austritt Österreichs, eine souveräne Lombardei, souveränes Veneto oder Katalonien. Irgendjemand muss ja den Anfang machen, wenn wir tatsächlich den Zentralismus abschaffen und Regionalität schaffen wollen. Dazu gehört dann allerdings auch die Subsidiarität der souveränen Länder bzw. Regionen. Also nix mehr Länderfinanzausgleich mit bayerischen Milliarden für die Misswirtschaft Berlins und die neuen Bundesländer.

      • Als Idee mag das ganz lustig sein, doch es gibt keine ernsthafte politische Kraft dahinter und auch wirtschaftlich wäre es ein Desaster. Viel realistischer sind Reformen der EU und des Länderfinanzausgleichs.

      • Warum sollte es ein wirtschaftliches Desaster geben?
        Für Bayern wäre es eine Wohltat und für die Empfängerländer des Länderfinanzausgleichs über kurz oder lang auch, da sie endlich lernen müssten ordentlich zu wirtschaften. Ist im Grunde wie mit der künstlich geschaffenen und um jeden Preis erhaltenen Eurozone …
        Die politische Kraft für eine solche Idee zeichnet sich derzeit (noch) nicht ab. Aber auch das kann sich unter gewissen Voraussetzungen sehr schnell ändern. Immerhin hat Bayern mehr als anderthalb mal so viele Einwohner wie die Schweiz oder Österreich. Und wirtschaftlich ist es mit diesen Ländern mindestens auf Augenhöhe.

      • Wirtschaftlich gibt es enorme Größenvorteile. Die Schweiz muss fast alle Vorgaben der EU schlucken, um auf dem gemeinsamen Markt präsent sein zu können. Dasselbe würde für Bayern gelten. Sollte hingegen die EU ganz zerbrechen, was sich einige (Anti-)Patrioten in der AfD wünschen, dann geht es allen wirtschaftlich schlechter und dominieren die USA ganz ohne TTIP.

      • Der EU-Zentralismus hat für kleinere Unternehmen mehr Nachteile als Vorteile und schwächt die Regionen. Was Sie hier als Größen“vorteil“ bezeichnen, lieber Herr Dilger, betrachte ich viel eher als Nachteil.
        Dass die überwiegend in USA ansässigen großen Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BlackRock usw.) weiterhin dominieren wollen, wird durch eine zentralistische EU und TTIP nicht gemindert, sondern voraussichtlich noch verstärkt.

      • Wenn ein kleines Unternehmen direkt mit großen konkurriert, sind deren Größenvorteile für das kleine Unternehmen natürlich ein Nachteil. Doch viele Mittelständler sind hochspezialisiert und benötigen einen großen Markt, um ihre Produkte und Dienstleistungen absetzen zu können.

      • Das stimmt zwar, aber dafür genügt ein EWR. Diesem könnten auch die Regionen direkt angehören, ohne dass es Kunststaaten wie der Bundesrepublik Deutschland oder der Republica Italiana bedarf und schon gar keinen europäischen Zentralstaat in Form der Vereinigten Staaten von Europa, auf die wir gerade zulaufen. Wie Sie wissen, bin ich ein Freund des Regionalprinzips. Dafür gibt es viele Gründe. Die meisten davon haben mit besserer Lebensqualität für die Menschen zu tun.

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