BND schnüffelt auch (ein wenig)

Als letztes Jahr herauskam, dass der US-amerikanische Geheimdienst NSA millionenfach deutsche Telefonate und Internetaktivitäten überwacht, hat das für weniger Aufregung gesorgt als das Abhören eines einzigen Mobiltelefons, nämlich von dem der Kanzlerin (siehe ‚Abhörskandal‘). Nun stellt sich heraus, der „BND hörte Hillary Clinton ab“, als sie noch Außenministerin der USA war. Das war zwar noch nicht einmal planmäßig, sondern wohl zufällig bei einem Überflug, aber immerhin. Ich hätte übrigens gedacht, dass die USA ihre Spitzenpolitiker besser schützen. Denn eigentlich würde man erwarten, dass alle wichtigen Länder sich gegenseitig überwachen und das auch voneinander wissen. Dass der BND nur ein anderes NATO-Land überwachen soll (die Türkei?), lässt auf keine große Bedeutung Deutschlands schließen. Wahrscheinlich suchen fremde Geheimdienste in Deutschland auch mehr nach ausländischen Terroristen und Wirtschaftsgeheimnissen, als dass sie sich für die letztlich doch ziemlich langweilige Politik hierzulande interessieren würden.

3 Gedanken zu „BND schnüffelt auch (ein wenig)

  1. Der BND schnüffelt also systematisch den NATO-Partner Türkei aus. Wen wunderts, angesichts der bitteren Entwicklungen unter Erdogan der letzten Jahre. Am ekelerregendsten ist wohl der Israel-Hass und die Verbrüderung mit dem Muslimbruder Mursi durch Erdogan und seine AKP.

    Heute ist ein durchaus lesenswerter Beitrag von Herrn Gauland erschienen:
    http://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2014/neues-gleichgewicht/
    Darin liest man:
    „Aus dieser Tradition heraus ist die SPD der politischen Vernunft meist näher als die Grünen. Wer vor einigen Jahren die Zugehörigkeit der Türkei zu Europa bezweifelte, wurde als Rassist, islamophob und reaktionär bezeichnet. Inzwischen möchten nicht einmal mehr die Grünen Herrn Erdogan im europäischen Haus haben.“

    Komisch nur, dass dem Dachverband der Europäischen Konservativen und Reformisten (AECR) nicht nur die AfD über die ECR-Fraktion, sondern auch Erdogans AKP angehört.

    Um glaubwürdig zu bleiben, sollten Lucke & Co. schnellstmöglich intervenieren, um diese Mitgliedschaft der AKP zu beenden. Die finanziellen und organisatorischen Möglichkeiten durch diese Zugehörigkeit hat die Partei des „neuen Sultans“ Erdogan (Zitat aus der Presse) nicht verdient.

  2. Sieht nach einer inszenierten Sache aus. Kommt gerade zur rechten Zeit, um Entlastung für den amerikanischen Freund von der NSA zu schaffen. Nach dem Motto, wir machen das ja auch, dann kann man unsere transatlantischen Freunde auch nicht so hart angehen.

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