Blog wurde fünf

Bereits gestern wurde dieser Blog fünf Jahre alt. In den fünf Jahren ist viel passiert, aber Wesentliches vom ‚Blog-Start‘ gilt immer noch. Es ist mein persönlicher Blog und ich berichte aus verschiedenen Bereichen meines Lebens und kommentiere allgemeine Entwicklungen, vor allem in der Politik, aber auch in Wirtschaft, Wissenschaft und der Welt allgemein.

Ich bin auch weiterhin bzw. wieder parteipolitisch engagiert, allerdings nicht mehr in der Alternative für Deutschland, die inzwischen leider nicht mehr ernsthaft gegen den Euro kämpft, sondern lieber den Nationalsozialismus relativiert (siehe aktuell „Für Gauland ist Hitler nur ein ‚Vogelschiss‘ der Geschichte“). Letztes Jahr bin ich der ‚Familien-Partei beigetreten‘, wobei noch nicht entschieden ist, ob sie sich wirklich für ein Europa der Vaterländer, für Demokratie, Freiheit, Pluralismus und Wohlstand einsetzt oder doch für eine Haftungs-, Schulden- und Transferunion (siehe ‚Geukings bilden Doppelspitze auf der Europawahlliste der Familien-Partei‘). Sie können übrigens bei dieser Entscheidung helfen. Jemand wunderte sich kürzlich, dass von meinen vielen Blog-Lesern bislang so wenig Unterstützung kam.

Apropos Blog-Leser, ich schreibe nun die Statistik der Vorjahre fort (siehe insbesondere zur Referenz ‚Blog ist vier‘). Dies ist der 1.701 Blog-Beitrag, also wurden im fünften Jahr (bis vorgestern) 330 Beiträge veröffentlicht. Es gab bis vorgestern 49.137 freigeschaltete Kommentare, also 9.132 im fünften Jahr. Die Zahl der Seitenaufrufe lag vorgestern um Mitternacht bei 1.486.758, was 283.174 Zugriffe im fünften Jahr dieses Blogs bedeutet. Diese Zahl ist gefallen im Vergleich zum vierten Jahr, die beiden Zahlen davor sind etwas gestiegen.

Dem Blog direkt oder per E-Mail folgen 236 Personen, 17 mehr als vor einem Jahr. Bei Twitter habe ich 514 Follower, 40 mehr als letztes Jahr. Bei Facebook habe ich 1.612  „Freunde“, was einen Nettozuwachs von 39 bedeutet. Meine Facebook-Seite gefällt 358 Personen, was genau dem Vorjahreswert entspricht. Es ist also wohl tatsächlich ein Gleichgewichtszustand erreicht bzw. eine gewisse Sättigung zu spüren. Das könnte dafür sprechen, etwas ganz Neues anzufangen, doch die recht hohen Bestandszahlen sind ein Grund zum Weitermachen. Ich danke Ihnen für Ihr Interesse.

71 Gedanken zu „Blog wurde fünf

  1. Auch die AfD ist inzwischen 5 Jahre alt. Für eine Partei ein recht kurzer Zeitraum. Ich hätte mir gewünscht, dass Sie mit Ihrem Sachverstand der AfD treu geblieben wären! Auch wenn einem von „Parteifreunden“ übel mitgespielt wird, sollte man nicht gleich die Flinte ins Korn werfen.

    • Es war ja nicht gleich. Meine aktive Zeit dauerte bis November 2013, dann habe ich noch vergeblich eine Nominierung fürs Europaparlament im Januar 2014 angestrebt, danach war ich einfaches Mitglied, welches die Veränderungen nicht aufhalten konnte, bis ich am 4. Juli 2015 ausgetreten bin, als Frau Petry mit Herrn Höcke & Co. paktierte, um Herrn Lucke zu verdrängen, der mir schon zu konservativ und offen für NPDler war. Nun ist die AfD eine ganz andere Partei, die leider lieber den Nationalsozialismus relativiert, statt Frau Merkel anzugreifen. Es läuft so viel schief in diesem Land, warum konzentriert sich die AfD nicht mehr darauf?

      • Die Antwort ist sehr einfach: wenn die AfD Frau Merkel richtig angreifen sollte, lassen sich vorgezogene Neuwahlen nicht ausschliessen. In dieser korrupten Partei denken aber alle nur an ihre eigenen Pfründen und mögen diese nicht in Gefahr bringen. Erwarten Sie daher echte Oppositionsarbeit von dieser degenerierten Partei erst etwa ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl. Zudem wird man dort vorher noch mindestens einmal eine Nacht der langen Messer veranstalten müssen, um „endlich“ ein unverfälscht rechtsradikaler Verein zu werden.

  2. Die Protagonisten der AfD sind nach wie vor sehr geschickt darin, sich durch gezielte Provokationen Räume im öffentlichen Diskurs zu erschließen. Wen hätte es früher interessiert, dass zum Beispiel ein NPD-Mann den Holocaust verharmlost? Über Gauland spricht die ganze Nation. Man wird das Gefühl nicht los, dass die Nation aus welchem Grund auch immer Gefallen daran findet, sich über AfD-Themen öffentlich auszutauschen.

    • Als Noch-Mitglied habe ich kein Verständnis für Gaulands Vogelschiss und die Vorstöße der Jungen Alternative, die erste Strophe der Hymne zu promoten. Mit bestimmten Dingen oder Worten spielt man nicht. Es sind auch nicht meine Überzeugungen. Im übrigen begrenzt sich die AfD in ihren Chancen dadurch selbst. Sogar im Thüringer Wahlvolk kommt der stramme Rechtskurs nicht an, die CDU liegt bei über 30%, die Linken rd. 25% und dann erst die AfD mit 18%. – Kluge Köpfe wie Tichy, Broder oder Roger Köppel distanzieren sich völlig zu Recht von Gauland, zum Glück auch einige innerhalb der AfD wie Nicolaus Fest oder Martin Renner (leider zu wenige aus dem Führungspersonal).

      • Die AfD hat nicht mehr die Kraft, sich dagegen zu wehren, selbst wenn vernünftige Mitglieder wie Sie noch die schweigende Mehrheit bilden sollten. Vor allem wird es immer schlimmer werden. Es müssen immer neue Tabus gebrochen werden, um die Schlagzeilen zu bestimmen. Nach dieser Relativierung des Nationalsozialismus ist der nächste logische Schritt, darauf hinzuweisen, dass das Hitler-Regime nicht nur schlecht gewesen sei, weil es z. B. Autobahnen baute und nicht so viele Asylbewerber unkontrolliert ins Land ließ…

    • Die Regierung freut sich, dass nicht mehr ihre großen Versäumnisse, z. B. beim BAMF oder im Umgang mit Italien, die Schlagzeilen bestimmen, sondern Relativierungen des Nationalsozialismus durch die AfD. Ob das der AfD mehr Stimmen bringt als kostet, wage ich zu bezweifeln, doch auf jeden Fall verbessert es die Politik in unserem Land nicht. Wir brauchen eine ernsthafte Opposition.

      • Die FPÖ in Österreich ist unter Jörg Haider in genau dieser Art und Weise groß geworden und heute ist sie Regierungspartei.

      • Die Lage in Österreich war anders und die zwischenzeitliche Entwicklung auch. Heute entscheidend ist Herr Kurz von der ÖVP. Welche positiven Akzente sehen Sie aktuell durch die FPÖ?

      • Wo sehen Sie Unterschiede in der politischen Kultur zwischen Deutschland und Österreich?

        Nun ja, Herr Kurz ist an die Macht durch eine Koalition mit der FPÖ gelangt. Wer also Herrn Kurz gerne als Kanzler sieht, akzeptiert, dass die FPÖ mit in der Regierung sitzt. Ohne die FPÖ würde er vermutlich nicht so einwanderungskritisch handeln, wie er das aktuell tut.

    • Die AfD und die Ausfälle ihrer Führungspersonen ist allein schon deshalb interessanter für die Allgemeinheit, weil sie eine deutlich erfolgreichere Partei als die NPD ist. Immerhin reden wir hier vom (An-)Führer der drittgrößten Fraktion im Bundestag.

      • Die eigentlich interessante Frage ist doch, warum die AfD mit inzwischen fast denselben Inhalten und Sprüchen so viel erfolgreicher ist als das Original, die NPD. Ich vermute, dass die Geschichte als gemäßigtere Partei relevant ist, die Tabus also sukzessive gebrochen werden mussten. Was auf einen Schlag oder jetzt noch für Außenstehende zu abschreckend ist, wurde durch Gewöhnung für viele Wähler akzeptabel. Für ernsthafte Politik müsste jedoch eine Bewegung zurück erfolgen, die übrigens auch die hier angeführte FPÖ vollzogen hat. Allerdings bin ich nicht sicher, ob die AfD dazu noch in der Lage ist. Zumindest dürfte ein nochmaliger Wechsel der Parteiführung dazu notwendig sein.

      • Die FPÖ ist heute nicht gemäßigter als sonst.

        Die AfD ist erfolgreich wegen intelligenter Personen, wegen der sozialen Medien und weil das politische Umfeld günstig ist.

      • Die FPÖ ist heute gemäßigter als unter Herrn Haider.

        Welche intelligenten Personen meinen Sie in der AfD? Herrn Gauland mit seinem „Vogelschiss“?

        Es ist so, dass die Politik von Frau Merkel katastrophal ist. Eigentlich müsste die Opposition dagegen die Mehrheit haben und damit zur nächsten Regierung werden. Doch niemand möchte, dass die AfD an die Regierung kommt, nicht einmal die AfDler.

      • Herr Strache hatte doch Verbindungen in die rechtsextreme Szene, was für Herrn Haider nicht gilt.

        Frau Merkels Arbeit wird doch von der Mehrheit positiv bewertet.

      • Auch Herr Haider hatte rechtsextreme Kontakte.

        Wer immer nur der herrschenden Mehrheit hinterherläuft, ist jetzt tatsächlich immer noch für Frau Merkel. Aufgabe einer ernsthaften Opposition ist es, diese Stimmung zu drehen und auf die vielen Fehler von Frau Merkel hinzuweisen. Wenn die Stimmung einmal gekippt ist, werden Mehrheitsgläubige wie Sie schon immer gegen Frau Merkel gewesen sein.

  3. Ich fürchte, Ihr Beitritt zur Familienpartei war eine Schnapsidee. Selbst wenn die FP für ein Europa der Vaterländer eintreten sollte – was bringt der Beitritt zu einer (wahrscheinlich) auf Dauer einflußlosen und machtlosen Kleinpartei a) Ihnen? b) dem Land c) der Partei?
    Gar nichts wahrscheinlich – außer Verdruß und Zeitverlust. Das kann man sich schenken.

    • Noch ist es nicht gelungen, die Mehrheit in der Familien-Partei von meinen politischen Ideen zu überzeugen, wobei mein Eindruck auf dem Bundesparteitag war, dass viele Mitglieder eher unpolitisch sind und keine gegenteiligen politischen Überzeugungen haben, die zu ändern viel schwieriger bis unmöglich wäre. Als vernünftige Oppositionspartei stößt die Familien-Partei in eine riesige Lücke in unserem Parteienspektrum. Ob sie diese auszufüllen vermag, ist natürlich eine ganz andere Frage. Ohne Partner wird das vermutlich nicht gehen. Doch welche Partei halten Sie denn aktuell für besser?

      • Tja, leider keine *seufz*, das ist es ja leider. Aber dann würde ich es lieber ganz lassen mit dem parteipolitischen Engagement, als aufs Geratewohl irgendeiner Partei beizutreten, vor allem einer so bedeutungslosen wie der FP.

      • Ich hätte der Familien-Partei schon früher beitreten sollen (wie der AfD übrigens auch, manchmal können wenige Wochen einen großen Unterschied machen). Wenn es dort jetzt nichts wird, werde ich nicht noch einer vierten Partei beitreten.

  4. Politik ist immer die Kunst des Möglichen. Es zu ermöglichen – dafür braucht man eine Partei mit einer klaren und konservativ-liberalen Aussage zum Euro, zur EU sowie ein umfassendes kritisches Programm für Deutschland; eben das was unter uns jetzt not tut. Welche Partei hat ein besseres als LKR?
    Welche Partei bringt bessere Aussagen, die in vielen Punkten auf unserer moderaten Linie liegen als -> LKR.de?

    • Gerade weil Politik die Kunst des Möglichen ist, sollten Sie überlegen, was LKR möglich ist. Wäre ein Zusammengehen mit bzw. in der Familien-Partei nicht besser? Wenn Sie erst noch schauen wollen, ob bei der Europawahl mehr als 0,0 Prozent drin sind, kann man es auch danach machen: Wer das schlechtere Ergebnis holt, kommt zu dem, der das besser hat.

  5. …Alternative für Deutschland, die inzwischen leider nicht mehr ernsthaft gegen den Euro kämpft, sondern lieber den Nationalsozialismus relativiert…

    Die AfD ist die EINZIGE Partei, die klar GEGEN den Euro positioniert ist!!! Wie Sie selbst schreiben, ist die Positionierung Ihrer Splitter-Familien-Partei noch offen.

    In der AfD relativiert NIEMAND den National-Sozialismus!!! Alexander Gauland hat sich leider tatsächlich unglücklich und missverständlich ausgedrückt. Es ist aber richtig, dass das gesamte linke Spektrum seit Langem versucht, die Deutsche Geschichte auf die 12 katastrophalen NS-Jahre zu reduzieren. Leider wird man medial nur noch wahrgenommen, wenn man übertreibt. Die AfD geht entschieden gegen Mitglieder vor, die den National-Sozialismus verharmlosen. Komisch, dass links ALLES verziehen wird, frühere kommunistische Kaderfunktionen, Steinewerfer, Kopftreter, Kinderf*cker, Rauschgiftmissbrauch und vieles mehr, aber wehe ein „böser AfDler“ hat mit einem NPD-Mann schon mal ein Bier getrunken….

    • Hier den entscheidenden Teil der Gauland-Rede im Zusammenhang:

      Aber wir wollen weder in der Welt noch in Europa aufgehen. Wir haben eine ruhmreiche Geschichte, die länger dauerte als 12 Jahre. Und nur wenn wir uns zu dieser Geschichte bekennen, haben wir die Kraft, die Zukunft zu gestalten.

      Ja, wir bekennen uns zu unserer Verantwortung für die 12 Jahre. Aber, liebe Freunde, Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in unserer über 1000-jährigen Geschichte. Und die großen Gestalten der Vergangenheit von Karl dem Großen über Karl V. bis zu Bismarck sind der Maßstab, an dem wir unser Handeln ausrichten müssen. Gerade weil wir die Verantwortung für die 12 Jahre übernommen haben, haben wir jedes Recht den Stauferkaiser Friedrich II., der in Palermo ruht, zu bewundern. Der Bamberger Reiter gehört zu uns wie die Stifterfiguren des Naumburger Doms.

      Liebe Freunde, denken wir immer daran, dass ein deutscher Jude, Ernst Kantorowicz, den Ruhm des Stauferkaisers beschrieben hat. Nein, der Islam gehört nicht zu uns. Unsere Vorfahren haben ihn 1683 vor Wien besiegt. Aber das deutsche Judentum von Ballin und Bleichröder über Rathenau und Kantorowicz war Teil einer deutschen Heldengeschichte, die Hitler vernichten wollte.

      Liebe Freunde, uns muss man nicht vom Unwert des Nationalsozialismus überzeugen. Wir haben diesen Unwert im Blut. Aber, liebe Freunde, wer eine Rot-Kreuz-Flagge aus den letzten Tages des Kampfes um Berlin entsorgt, hat keine Achtung vor soldatischen Traditionen, die es jenseits der Verbrechen auch in der Wehrmacht gab.

      WAS IST DARAN FALSCH???

      • „Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in unserer über 1000-jährigen Geschichte.“ Das ist falsch und entwertet die Behauptung, dass Herr Gauland Verantwortung übernehmen würde. Er ist kein alter oder neuer Nazi, sondern ein Nationalist, der den Nationalsozialismus ablehnt, aber nur indirekt wegen dessen Verbrechen und ganz direkt deswegen, weil dieser nicht zur ruhmreichen deutschen Geschichte passt, sondern jene zu entwerten droht. Es gibt keine Kollektivschuld, aber es gibt auch kein Kollektivverdienst für vergangene Taten anderer. Wenn Deutschland so großartig war, wie konnte es dann zu Hitlers Verbrechen kommen? Dieser Frage will Herr Gauland ausweichen, indem er millionenfachen Mord als Vogelschiss abtut.

      • „Es gibt keine Kollektivschuld, aber es gibt auch kein Kollektivverdienst für vergangene Taten anderer.“ Eben!
        Und selbst wenn, kann man auf keinen Fall nur eines von beiden beanspruchen. Das ist aber genau der Ansatz, die Schuld von sich weisen bzw. sich höchstens halbherzig zur Verantwortung bekennen und dann auf alles was in den letzten 1000 Jahren irgendwie gut und irgendwie Deutsch war Stolz zu sein. Da kann man sich nur an den Kopf fassen.

        Dieses andauernde „nur 12 Jahre“ ist eigentlich auch eine ziemlich plumpe Verharmlosung, so eine Art Vogelschiss light.

        Ich habe mich auch gefragt warum er mit den Bamberger Reiter daher kommt. Bei Wikipedia findet man ein schönes Zitat: Insbesondere nach dem Ersten Weltkrieg, wurde der Reiter politisch instrumentalisiert als „Schlüsselgestalt nationalistischer Schwärmerei und hypertropher Großmachtphantasien“

        Das passt doch ganz gut zu unserem Dackel-Krawatten Träger 🙂

      • Aber der entscheidende Punkt ist doch, dass es andere Nationen in der Tendenz so machen, also die positiven Dinge in den Vordergrund stellen und die Schandtaten verdrängen. Was ist mit den getöteten Indianern in den USA, was ist mit den napoleonischen Kriegen, was ist insbesondere mit den Millionen Menschen, die durch Stalin oder die Rote Khmer umkamen? Warum darf Deutschland nicht so vorgehen?

      • Warum sollte, was in anderen Ländern falsch ist, hier richtig sein? Außerdem wiegen nicht alle Verbrechen gleich schwer. Mao und Stalin waren Monster wie Hitler, Napoleon jedoch nicht, obwohl auch er grausam war und viel Leid gebracht hat.

      • „Wenn Deutschland so großartig war, wie konnte es dann zu Hitlers Verbrechen kommen?“

        Das ist eine gute Gegenfrage. Zumal das grossartige Deutschland es ja sogar geschafft hat gleich zwei moderne Unrechtsregime auf eigenem Boden hervorzubringen. Ein kommunistisches und ein nationalistisches.

      • Die DDR wurde nicht von Deutschen geschaffen und erhalten, sondern von Russen. Sie war jedoch eine Folge des Zweiten Weltkriegs, also indirekt auch von Hitler.

      • Warum ist das der entscheidende Punkt? Ist es, wenn es vergleichbar wäre, nicht bei anderen Nationen auch falsch? Warum sollten wir uns daran orientieren?

        Der entscheidende Punkt ist m.E. das Warum. Warum soll man das machen?
        Was kann man politisch oder sonstwie denn wirklich aus einer derart selektiven, wie sie richtig sagen Schandtaten verdrängenden, Betrachtung lernen? Warum sollte eine so limitierte Sicht auf das Deutsche so zentral in der Identitätspolitik der AfD stehen?

      • Ganz schlicht, damit sich eine Nation besser fühlt. Dass man nicht irgendwie verschämt dasteht, wenn man die Nationalhymne hört oder die Nationalflagge sieht. Man ist ja selber Angehöriger irgendeiner Nation. Ist es nicht angenehm, wenn das Selbst- und Fremdbild davon positiv ist?

      • Die meisten Deutschen haben leider ein gestörtes Verhältnis zur deutschen Geschichte und Nation. Der Nationalsozialismus war eine Katastrophe, die man jedoch weder als Vogelschiss abtun noch zum Selbsthass nutzen sollte. Was nützt ein besseres Gefühl, wenn es auf falschen Voraussetzungen beruht oder sogar echten Schaden anrichtet?

      • Gauland macht einen ansonsten akzeptablen Beitrag mit diesem einen Satz völlig kaputt. Sowas trägt entscheidend dazu bei, dass die Opposition gegen Merkel schwächer ist, als sie sein könnte. „Gauland rettet Merkel“, so Roland Tichy.

      • Richtig. Ich vertrete hier doch schon lange die These, dass am Ende die AfD Frau Merkel nutzt statt schadet. Das ist tatsächlich ihr großes politisches Talent, dass sie judomäßig die Kräfte ihrer Gegner für sich selbst nutzt. Wenn sie dieses Talent doch nur für sinnvolle Inhalte nutzen würde!

      • Ja, wahrscheinlich ist es so einfach. Man möchte sich besser fühlen und die eigene Existenz überhöhen indem man sich als Teil eines großartigen Ganzen sieht.

        Allerdings muss man dafür schon ein gehöriges maß Ignoranz oder Willen zum Selbstbetrug mitbringen. Das erklärt auch wohl, warum gebildete und v.a. zur Reflexion fähige Menschen für einen solchen Nationalismus weniger empfänglich sind.

        Mir persönlich ist diese Art der Selbstbeweihräucherung aber v.a. deshalb zuwider, das sie enorme Kosten verursachen kann. Aus „unschuldigem“ Nationalismus wird halt sehr oft Abgrenzung und Hass auf andere und wenn es richtig schlecht läuft endet man in der Katastrophe wie zuletzt im Dritten Reich.

      • Im Kontext der Rede wirkt die mediale Inszenierung niederträchtig.

        Der Begriff Vogelschiss ist ungeschickt gewählt. Ein Satz, der isoliert betrachtet missverstanden werden kann, sollte nicht gewählt werden. Auch muss ein solcher Begriff für ein Opfer immer befremdlich wirken, denn Leid kennt keine historische Einordnung.

        Wie man aber nun mit Gauland umgeht, der übrigens in einer fantastischen Bundestagsrede unser besonderes Verhältnis zum Judentum und Israel sowie die daraus resultierende Verantwortung wie kein anderer Redner ausarbeitete, ist inakzeptabel. Gauland scheint ein wenig autistisch veranlagt zu sein. Er ist jedenfalls nicht in der Lage Stimmungen – und was daraus gemacht werden kann – richtig einzuschätzen. Die AfD sollte ihm einen jüngeren Kollegen als Kontrolleur zur Seite stellen. Aber wenn nun ein alter, vielleicht schon minimal seniler alter Mann wegen einer medialen Hetzjagd bei einem Stadtspaziergang öffentlich beleidigt und an den Pranger gestellt wird und nun auch noch beim Baden die Kleidung gestohlen und damit öffentlich gedemütigt wird, dann ist für mich ziemlich eindeutig, wer heute die wahren Nazis sind.

      • Gerade im Kontext ist der Satz problematisch. Die nachträgliche Ausrede von Herrn Gauland, er habe mit „Fliegenschiss“ (!) den Nationalsozialismus herabwürdigen wollen, zieht dann nämlich nicht. Es ging in der Rede darum, ihn zu bagatellisieren, damit er nicht die ruhmreiche deutsche Geschichte beeinträchtigen kann.

        Trotzdem ist es natürlich nicht in Ordnung, Herrn Gauland zu beklauen (war das eigentlich politisch motiviert oder einfach kriminell mit ihm als Zufallsopfer?) und das dann auch noch medial ausschlachten zu wollen. Ebenso war der Versuch einer Grünen verwerflich, ihn aus Frankfurt verweisen zu wollen. Der politische Streit ist fair und friedlich auszutragen, was momentan vor allem von linker Seite verletzt wird.

      • @ derwaechter:
        Wurde das NS-Regime nur von ungebildeten Menschen unterstützt? Kann ein Donald Trump ins Amt kommen, wenn er keinen Rückhalt bei gebildeten Menschen hat?

      • Im Schnitt sind die Trump-Anhänger in den USA weniger gebildet als seine Gegner. Das heißt nicht, dass nicht auch gebildete und intelligente Menschen für ihn sind, sei es aus Opportunismus oder trotz, nicht wegen seiner Fehler.

      • Natürlich war waren Hitler und die National-Sozialisten das Verheerendste der Deutschen Geschichte! Zeitlich gesehen sind die 12 Jahre im Vergleich zu den tausend Jahren aber wirklich nur ein Vogelschiss. Es geht aber verdammt noch mal um etwas ganz anderes! Sozialisten wollen die Deutsche Geschichte auf die 12 Hitler-Jahre reduzieren, um uns Schuldkomplexe einzuimpfen und uns gefügig zumachen!

        Ich war zur Nazi-Zeit noch gar nicht geboren und meine Eltern erst kleine Kinder. Meine Großeltern mütterlicherseits, die ursprünglich aus der Katholischen Zentrumspartei kamen, sind der NSDAP als Kleinunternehmer trotz erheblicher Nachteile niemals beigetreten. Mein Großvater väterlicherseits hat sich als Beamter der Weimarer Republik dem Druck leider beugen müssen und wurde einfaches Parteimitglied ohne Funktion, sonst wäre er als Beamter entlassen worden.

        Aber selbst wenn meine Opas KZ-Wächter oder SS-Funktionäre gewesen wären, träfe mich KEINE Schuld und ich kann mit Begriffen wie „Erbschuld“, „Kollektivschuld“ oder „Schuldkomplex“ NICHTS anfangen! Dieses Thema interessiert auch 95% der Leute aus der Straße nur einen Vogelschiss, trotzdem haben wir heutigen Deutschen KEINEN Grund, uns für unsere Geschichte zu schämen, zumal ALLE Nationen dieser Erde, eine blutige Geschichte haben…. 😦

      • Es gibt keine Kollektivschuld, aber glauben Sie an ein Kollektivverdienst? Man sollte sich seiner ganzen Geschichte stellen. Dass zwölf Jahre kurz relativ kurz waren, ist irrelevant. Wenn Sie jemanden in einer Sekunde ermorden, sind Sie ein Leben lang ein Mörder und es gibt keine gute Tat, die das relativieren könnte.

      • Ich bin nicht sicher, inwiefern gebildete Menschen pro oder gegen Trump sind. In diesem Milieu gibt es sicherlich häufiger als anderswo das Phänomen der sozial erwünschen Antworten bei Befragungen und auch das Gefühl, dass man manche Dinge (z.B. sich innerlich unvoreingenommen mit Trump auseinanderzusetzen) als Teil der Elite „einfach nicht macht“.

      • Die Datenlage ist gerade in den USA ziemlich klar. Sie ergibt sich nicht nur aus Umfragen, sondern auch den lokalen Wahlergebnissen. Wirklich stark ist Donald Trump nur in einer Wählergruppe, bei den weißen Männern ohne Collegeabschluss.

      • Die Erklärung ist ganz einfach.

        Die Bildungselite hat mehr zu verlieren. Einem Fabrikarbeiter reißt man nach dem Bekenntnis zur AfD oder zu Trump nicht den Kopf ab. Der soziale Schaden ist gering. Die Bildungselite wird hingegen von einer abgehobenen grün-linken Kaste angeführt. Sie bestimmt, wer an welche Fleischtöpfe kommt und wer ausgegrenzt wird. Es besteht daher ein sozialer Zwang zur Anpassung und Unterwerfung, sind die Ideologien auch noch so absurd und abwegig.

      • Um das zu erklären Bedarf es keiner kruden Theorien. Wer einigermassen gebildet ist erkennt, dass Trump ein Lügner ist der einfache Lösungen vorgaukelt wo es diese nicht gibt. Das gilt auch für die AfD und viele Linke. Ist bei Trump aber extrem.

        Seine Anhängern lassen sich entweder von ihm hinters Licht führen oder erkennen seine Lügen zwar, halten aber trotzdem zu ihm, weil sie sich Vorteile für sich (z.b. Grossbanken) oder ihre politischen Ziele (z.B. evangelikale die Gorsuch im SCOTUS wollten) erhoffen.

      • Es gibt mittlerweile zahlreiche Personen die letztlich so gut wie jede Person wählen würden, wenn sie die Möglichkeit hätten Frau Merkel (bzw. zumindest ihre Migrationspolitik) loszuwerden.

      • Das ist meine Position, während doch selbst hier viele noch meinen, Frau Merkel wäre das kleinere Übel z. B. gegenüber einem SPD-Kanzler oder Frau Kramp-Karrenbauer als Nachfolgerin.

      • @ femke müller nein, natürlich nicht. Ich schrieb ja auch „weniger empfänglich“ und nicht immun.

    • „Vogelschiss“ ist keine Beleidigung des Nationalsozialismus, wie Herr Gauland jetzt tut, sondern ganz klar eine Relativierung und Verharmlosung, die nicht irgendwer in der AfD unternommen hat, sondern der Fraktionsvorsitzende und heimliche Parteichef. Herr Höcke ist hingegen der NPD-Mann, mit dem die AfDler ein Bier trinken wollen.

  6. Ich bin auch für die Familienpartei. Ihre Struktur, ihre Aktionen haben sich seit 37 Jahren kaum verändert. Deshalb sind sie immer klein geblieben, weil ihr Umkreis stets dem eigenen Personal zu Genüge kam. Es ist in unseren Köpfen geblieben.Vater, Mutter,,2 spielende Kinder und alle lachen..Macht die Familienpartei mal eine Veranstaltung, werden Luftballons aufgeblasen und alle freuen sich. Ich sage mal ein Beispiel,wie man an Wähler kommt.
    Manche werden jetzt fragen, was Bienen mit Familie zu tun haben. Ohne Bienen gäbe es keine Familie, keine Mutter, keinen Vater, keine Kinder. Sieben Prozent der Wildbienen sind schon ausgestorben.Von bislang 557 Arten sind aktuell schon 40% bestandsgefährdet. Der Trend „Bienen in den Städten“ kann das Problem nicht mindern,die Bienen werden auf den Agrarplantagen benötigt.
    Morgen wird Bayer die Firma Monsanto übernehmen. Wenn das keine Chance für die Bienen wird, dann können auch wir die Koffer packen.

  7. Die zitierte Rede und darauf folgenden Diskussion sind mir heute auf dem Heimweg nicht aus dem Kopf gegangen.

    Mir fällt zu Gaulands Äußerungen und wenn man ihn als intellektuellen Vordenker der AFD sieht zur AFD und ihrem Verhältnis zur deutschen Kultur und Geschichte allgemein, noch folgendes auf.

    Es fällt den Verfechtern der deutschen Kultur wie ihm immer schwer diese konkret zu definieren. Das liegt daran, dass viele positive „deutsche“ Dinge (z.b. Kunst und Kultur, Traditionen, Rechtsstaat, Demokratie, Wissenschaft und so weiter) bei näherer Betrachtung gar nicht so spezifisch deutsch sind. Sie sind eher europäisch oder christlich abendländisch und nicht „nur“ sondern „auch“ deutsch. Daher behilft er sich hier wie auch an anderen Stellen damit sich auf deutsche bzw deutschsprachige historische Personen zu berufen. Oder sogar auf fiktionale Personen aus der Kunst, wie den Bamberger Reiter. Sie stehen sozusagen stellvertretend für das gute Deutsche. Diese Art der Definition ist natürlich recht unscharf. Und viele Dinge die diese Menschen gedacht und getan haben, wären heute zumindest anachronistisch.

    Weiterhin fällt auf, dass er, mit Ausnahme der deutschen Wehrmachtssoldaten, sich hier und ich glaube auch sonst so gut wie nie auf die jüngere deutsche Geschichte positiv bezieht. Weder auf das späte Kaiserreich im ersten Weltkrieg, die Weimarer Republik, das dritte Reich, die DDR noch die deutsche Nachkriegsgeschichte. Ich denke das liegt daran, dass er in all diesen Epochen wenig bis gar nichts von dem sieht was für ihn gut deutsch ist. Das heißt, dass das gute, wahre Deutsche schon seit weit über 100 Jahren fehlt. Hier stellt sich die Frage, was man aus dermaßen lange zurück liegenden Ereignisse und Personen eigentlich für heute noch ohne weiteres konkret ableiten kann?

    Weiter würde ich sagen, dass diese Schieflage auch nicht geeignet ist die deutsche Kultur hinreichend zu beschreiben. Denn ist es nicht so, dass die modernere Geschichte eigentlich schwerer wiegen sollte als ältere Sachen? Denn die jüngere deutsche Geschichte ist uns ja nicht nur zeitlich näher sondern auch mehr oder weniger ein Ergebnis oder eine Folge der vorhergegangen Ereignisse in und um Deutschland.

    Es lässt sich festhalten, dass sein Bild vom Deutschen selektiv und extrem rückwärtsgewandt ist und die letzten 100 Jahre deutscher Geschichte mehr oder weniger geflissentlich übergeht. Abgesehen davon, dass er mit gezielt eingestreuten Provokationen den rechten Rand bedient, frage ich mich allgemein, was das eigentlich soll.

    • Herr Gauland lebt geistig im 19. Jahrhundert. Sein größtes Vorbild ist Otto von Bismarck. Die Bezüge auf die ältere deutsche Geschichte passen deshalb schlecht, weil es da noch gar keinen deutschen Nationalstaat gibt, um den es ihm vor allem geht.

      Mir sind die Bundesrepublik Deutschland und das Grundgesetz viel wichtiger, die mit Beteiligung der westlichen Aliierten entstanden sind. Ich sehe sie inzwischen mehrfach bedroht, insbesondere durch Frau Merkel, aber auch die Grünen, die EU (bzw. die hiesige Einstellung zu ihr) und die AfD. Sowohl Demokratie als auch Liberalismus sind bei vielen Deutschen leider nicht fest verankert, im Zweifel hört man doch lieber auf die Obrigkeit (oder den starken Mann, der an ihren Platz drängt).

      • Abgesehen davon, dass ich die Bedrohung durch die Grünen und auch die EU anders einschätzen würde kann ich dem nur zustimmen.

      • Die Grünen für sich genommen sind zu klein, aber sie haben über die Massenmedien und auch Frau Merkel einen überproportionalen Einfluss. Ihr Spitzenpersonal ist nicht zufällig hinter der Parole „Deutschland verrecke“ hergelaufen. Sie wollen die Menschen gängeln und den Wohlstand vernichten, ohne die Umwelt wirklich zu schützen.

        Die EU für sich genommen ist ebenfalls schwach und zerbricht vielleicht noch an ihren inneren Widersprüchen einschließlich der deutschen Politik. Diese will alles europäisieren, aber zugleich die anderen Länder (und die Deutschen über angeblich unhinterfragbare EU-Regeln, die man selbst erzeugt hat wie jetzt die grundgesetzwidrige Sperrklausel) bevormunden. Die Briten wurden damit schon zum Brexit getrieben, aber auch sonst wird sich das kaum ein anderes Volk gefallen lassen. Deutsches Geld nimmt man gerne, aber bitte ohne Auflagen oder gar Kontrolle von deren Erfüllen.

      • Das haben wir ja schon des öfteren diskutiert und ich halte das weiterhin für wenig einleuchtend. Die Grünen sind keine heimliche Macht die über die Massenmedien und Frau Merkel agiert und so zu sagen hinter den Kulissen das Land steuert. Und sie haben auch nicht als Motiv zu gängeln oder Wohlstand zu vernichten. Sie sind vielleicht der Meinung, dass grüne Politik ebendazu führen würde. Das ist aber etwas ganz anderes.

      • „Journalisten sind grün und links“. Bitte schauen Sie sich die grünen Forderungen genauer an. Es geht nicht darum, Umweltschutzziele möglichst effizient zu erreichen, sondern Atomkraft, Verbrennungsmotoren oder Plastikflaschen um jeden Preis, auch für die Umwelt, zu verhindern und umgekehrt die Landschaft mit Solarpanels und Windrädern um jeden Preis, ebenfalls nicht nur, aber auch für die Umwelt, zu verschandeln.

      • Das Journalisten grün und links sind heißt nicht, dass die Grünen (die Partei) darüber überproportional Macht ausüben.

        Genau, die grünen Politiker wachen jeden morgen auf, schauen aus dem Fenster und fragen sich, wie sie die Umwelt am besten verschandeln können. Und dann legen sie los…

      • Spätere Spitzenpolitiker der Grünen wachten früher morgens mit dem Gedanken auf, Polizisten zu verprügeln, was sie danach in die Tat umsetzten. Später haben sie ein viel effektiveres Mittel gefunden, um den liberalen Rechtsstaat zu bekämpfen, nämlich die Grünen.

      • Bismarck ist für mich die größte Staatsmann in der deutschen Geschichte. Er hat mit Besonnenheit, Klugheit und Strategie ein soziales Deutschland erschaffen, indem er verschiedene politische Strömungen berücksichtigte. Er hat Deutschland geeint, heute wird es von grün-linken Ideologen gespalten.

        Natürlich ist die deutsche Geschichte viel älter und kann nicht nur auf die Nationalbewegung reduziert werden. Will man Luther ernsthaft das Deutschtum abstreiten? Natürlich ist Luther spezifische deutsche Kultur (was ist das eigentlich für ein hanebübchener Unsinn, den da der Wächter verzapft). Gutenberg und Luther haben eine unersetzliche Bedeutung für die Entwicklung moderner Werte wie Freiheit und Gleichheit. Ähnliches gilt für die philosophischen Denkschulen deutscher Prägung, die Interessierte aus der ganzen Welt anzieht.

        Natürlich haben auch andere europäische Nationen (und deren Nachkömmlinge in Übersee) Großartiges vollbracht und ihren Anteil für die Weiterentwicklung des menschlichen Zusammenlebens geleistet. Aber auch wenn die großen Entwicklungen im westlichen Kulturraum ähnlich verliefen, so ist doch selbst ein Blinder in der Lage kulturelle Differenzen zu erkennen.

        Wir sollten uns vielmehr fragen, weshalb wir uns kulturfremde Einwanderer aus dem Nahen Osten und Nordafrika importieren, die kulturell immer noch im Mittelalter behaftet sind und in der Mehrheit die große deutsche und europäische Aufklärung restlos zerstören wollen.

      • Die deutsche Geschichte reicht tatsächlich über 1.000 Jahre zurück, der deutsche Nationalstaat jedoch nur bis 1871. Martin Luther war ein Deutscher, aber auch ein Europäer, der weit über Deutschland hinaus wirkte. Die Reformation war allerdings noch nicht die Aufklärung, sondern führte zu Fanatismus, Religionskriegen und Hexenverfolgung. Die deutschen Aufklärer fühlten sich auch als Europäer und Weltbürger. Ich sehe da gar keinen Widerspruch. Wir haben viele Identitäten und es ist ein Fehler, eine davon, z. B. die nationale, völlig zu überhöhen oder zu verteufeln.

      • Wieso ist das jetzt hanebüchener Unsinn? Was ist denn nun spefizisch Deutsch und wie lässt sich das denn so genau abgrenzen? Einfach nur Luther, Bismarck, Bamberger Reiter und Goethe aufzählen ist halt kein inhaltliches Argument. Natürlich gibt es kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten aber die Grenzen sind diffus und es gibt viele Überschneidungen. Letztendlich kann man sich das schon irgendwie zurechtdefinieren aber was heisst das dann schon praktisch?

        Brechen wir es mal konkret auf die persönliche Eben herunter, vielleicht verstehen sie dann was ich meine. Poggenburg, Gauland, Merkel, Fischer, sie und ich sind alle zweifelsfrei Deutsche. Die Muttersprache eint uns ohne Zweifel aber dann wird es schon schwierig (Özogus lässt grüssen). Ich würde sagen das die Differenzen zwischen mir und den Herren Gauland und Poggenburg die Gemeinsamkeiten weit überschreiten. Und zwar politisch und kulturell. Zwischen mir und ihnen ist es wahrscheinlich ähnlich. Und mit Fischer können sie ungefähr so wenig anfangen wie ich mit Gauland.

        Mit ähnlich wie mir sozialisierten Menschen meines Alter aus Europa, USA, Australien und wohl noch mehr Gegenden verhält es sich wahrscheinlich umgekehrt während sie mit Trump Leuten oder Brexiteers vielleicht ganz gut können.

        Oder ein anderes Beispiel. Die von ihnen so verhassten links-grünen, die 68er oder wie auch immer man sie nennen möchte sind doch auch alles Deutsche, sie haben Deutschland in den letzten Jahrzehnten ohne Zweifel massgeblich geprägt und bilden eine sehr grosse Gruppe aller Deutschen. Deutsch sprechen tun sie auch.
        Warum haben sie die denn nicht genauso gern wie Bismarck oder Luther? Wir sind doch alle ein Volk, oder etwa nicht?

        Wie Herr Dilger schon richtig sagte haben wir viele Identitäten. Und ich denke dass Leute wie sie oder Herr Gauland die nationale völlig überschätzen.

      • Unsere politischen Überzeugungen machen nur einen kleinen Teil von uns aus und auch dieser wird von anderen Bereichen überlagert. Deutsche Grüne und AfDler haben viel mehr gemeinsam, als sie (und Sie) glauben. Je weiter man wegreist, desto stärker erkennt man, wie deutsch (aber auch europäisch und westlich) wir sind. Andere Teile der Identität sind natürlich ebenfalls wichtig. So kommen die meisten Akademiker weltweit ganz gut miteinander aus.

      • Es geht doch darum, dass sie den Grünen unterstellen aus grundlegenden sinistren Motiven zu handeln. Also nicht gut gemeinte Politik die nicht gut funktioniert (das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint; beileibe kein grünes Alleinstellungsmerkmal) sondern schlecht gemeinte Politik die funktioniert. Das halte ich für eine sehr fragwürdige Analyse. Aber wie gesagt, da werden wir wohl nicht mehr eining.

      • Subjektiv meinen die Grünen natürlich, dass sie die Guten sind. Aber sie glauben nicht alle an die Rettung der Umwelt, zumindest manchen ist „Deutschland verrecke“ wichtiger.

  8. Ohne diese verbalen Fehler, Ausrutscher und Schnitzer wäre die AfD tatsächlich noch populärer in den Umfragen. Die anderen Parteien begehen diese Schnitzer zwar auch ständig (Einwanderung ist „Bereicherung“, „Flüchtlinge sind wertvoller als Gold“ etc.), aber sie bewegen sich dabei in Fließrichtung des linksliberalen Meinungskorridors und genießen die Rückendeckung der linksgrünen Journaille.

    In der Sache hat Gauland aber Recht. Der Autodestruktivismus der Bundesrepublik Deutschland kann nur gestoppt werden, wenn die Obsession mit dem zwölfjährigen Reich aufhört. Diese ist mittlerweile so ausgeartet, daß das Lebensrecht der deutschen in Frieden, Harmonie und Wohlstand zu leben durch Migrationisten und Globalisten glattweg negiert wird. Die Ethik und das Völkerrecht kennt aber keine Pflicht zur Eigenauflösung und Selbstzerstörung.

    • Glauben Sie wirklich, dass es sich um „Fehler, Ausrutscher und Schnitzer“ handelt? Sie selbst waren doch bislang dafür, die Grenzen des Sagbaren immer weiter zu verschieben. Ich denke nicht, dass Herr Gauland plötzlich senil geworden ist, sondern er weiß, was er sagt. Ich teile allerdings weder seine inhaltlichen Ansichten noch seinen Plan. Die Obsession mit der Nazizeit gibt es nicht für von linker, sondern auch von rechter Seite. Warum halten die Spitzen-AfDler nicht einfach die Klappe dazu?

  9. Die Art und Weise, wie führende AfDler die nationalsozialistische Ära thematisiert haben, ist in der Tat bislang eher kontraproduktiv gewesen. Anstatt den – fatalen – Eindruck zu erwecken, daß man die Verbrechen verharmlost, sollte die Partei lieber die heutige Instrumentalisierung des Gedenkens in den Fokus rücken. Ich denke, Peter Burger kommt der Wahrheit am nächsten, wenn er sagt, daß Gauland ein wenig die Antennen fehlen, um Stimmungen einzuschätzen.

    Grundsätzlich halte ich eine Auseinandersetzung mit dem erdrückenden Schuldkult in Deutschland für notwendig und überfällig. Wir rauben den jungen Generationen, der ganzen Nation die Zukunft durch ein autodestruktives Flagellantentum, das auch den Opfern von damals nichts nützt.

    Aber wenn man die Bürgerlichen nicht verlieren will, muß die Partei lernen, das Thema Geschichtsmißbrauch und Ausschwitzkeule anzusprechen, ohne die damaligen Leiden zu relativieren. Auch dabei werden viele Tabus zu brechen sein, aber nur die, die dazu da sind, die Erinnerung an die Nazizeit für eigene politische Zwecke zu mißbrauchen,

    • Das Thema ist toxisch für die AfD. Sie hat weder die Leute noch die Sensibilität, um den Umgang mit dem Nationalsozialismus zu verbessern (statt noch weiter zu verschlechtern). Richtig wäre es daher, sich allein auf aktuelle Themen zu konzentrieren und den Vorwurf, vernünftige Vorschläge wären rechtsradikal, konsequent zurückzuweisen bzw. ins Leere laufen zu lassen.

      • Ganz ohne eine inhaltliche Auseinandersetzung wird es nicht gehen, schließlich ist der ewige Nazivorwurf das einzige echte Hindernis, das die Partei daran hindert, zur stärksten in Deutschland aufzusteigen. Deswegen wird er ja auch so mantrahaft von den abgehalfterten Etablierten vorgebracht, die spüren, daß sie die Probleme nicht mehr lösen können, die sie selbst verursacht haben.

  10. Pingback: Sechster Jahrestag dieses Blog | Alexander Dilger

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