Atombombe auf Hiroshima

Vor 70 Jahren wurde durch das US-Militär eine Atombombe auf Hiroshima abgeworfen. Es war der erste Kriegseinsatz einer Atombombe, konkret einer Uranbombe. Drei Tage später wurde eine Plutoniumbombe über Nagasaki abgeworfen, seither gab es keinen kriegerischen Atombombeneinsatz mehr (aber viele Testzündungen). In direkter Folge kapitulierte Japan am 15. August und endete der 2. Weltkrieg am 2. September 1945 auch in Asien und damit insgesamt. In Deutschland und Europa war der Krieg bereits seit dem 8. Mai vorbei (siehe ‚Was ist schlimmer als verlieren? Siegen‘), ansonsten hätten die Atombomben vermutlich deutsche Städte getroffen.

Es wird zunehmend bezweifelt, ob die Bombenabwürfe militärisch gerechtfertigt waren. Japan hätte auf jeden Fall verloren, doch der Krieg hätte sich noch lange hingezogen und viele Opfer gefordert, darunter auch US-Soldaten. Hinzu kommt die abschreckende Wirkung bis heute, die mit der jeweils sechsstelligen Zahl an vor allem zivilen Opfern auf einen Schlag zusammenhängt. Ich hoffe, dass es nie wieder zu dem Einsatz von Atombomben (und auch sonst möglichst wenig Kriegen) kommt, auch wenn die zunehmende Verbreitung dieser Waffe das Risiko eher steigert als senkt.

9 Gedanken zu „Atombombe auf Hiroshima

  1. Es gibt seit Jahrzehnten Theorien, dass Atombomben, mindestens die zweite, überflüssig waren weil Japan schon schwer geschwächt war. In den letzten Tagen gab es Klaus Scherers ARD Dokumentation gefolgt von seinem Buch. Beide Werke sind einseitig und folgen Theorie einer Gruppe amerikanischer und japanischer Publizisten. Beim Herrn Scherer vermisst man Objektivität und Erklärungen für seine zahlreiche, aus den Luft gegriffene Behauptungen. Ja, sein Antiamerikanismus ist auffallend! Manchmal ist besser wenn Journalisten nicht Historiker spielen.

    Atombomben haben vielen GIs das Leben gerettet und auch vielen japanischen Soldaten und Zivilisten. Wir sollen nicht vergessen mit welchen Verlusten Kämpfe vor sich gingen, Iwo Jima, Okinawa etc. Weitere Invasions Japans wäre noch schlimmer gewesen. Denken wir auch an strategische Bombardierungen mit Napalm-Bomben und Entschlossenheit des Generalstabes nicht zu Kapitulieren.

    • Wenn man rein die (potentiellen) Opferzahlen vergleicht, dürften die Atombomben, zumindest die erste auf Hiroshima, tatsächlich weniger Menschenleben gekostet haben als die Fortsetzung der Kämpfe. Hinzu kommt der Aspekt, dass die US-Führung vor allem für die eigenen Leute verantwortlich war. Dem steht allerdings das Faktum gegenüber, dass die Bomben ganz überwiegend Zivilisten getötet haben. Es gab zwar vorher ein Ultimatum, aber ohne konkreten Bezug auf diese damals ganz neuartige Waffe. Heute gibt es übrigens auch konventionelle Waffen mit vergleichbarer Zerstörungskraft.

  2. Der Krieg war für Japan von Anfang an verloren, wie Admiral Yamamoto sofort meinte: „Wir haben nur einen schlafenden Titanen geweckt.“
    Yamamoto, der den Angriff auf Pearl Habour geplant und befehligt hatte, hatte 1919 -21 in Harward studiert und war in den 20er Jahren Militärattaché in Washington.
    Er hat in dieser Zeit wegen Geldmangels die USA mit Hobos und Tramps in Güterzügen bereist und nach Hause berichtet: Wer Pittsburgh gesehen habe, würde dieses Land nie angreifen. Daneben war Yamamoto Weltmeister im Poker.

    Einen Angriff auf Pearl Habour hielt er ohne Etablierung einer Luftwaffenbasis an der Westküste der USA für sinnlos, da man dann die Industriezentren an den großen Seen angreifen könnte. Schon immer hatte er sich für den Bau von Langstreckenflugzeugen eingesetzt, in einem kam er ironischerweise ums Leben.
    In der New York Times wurde er 2014 zum 130. Geburtstag ausführlich gewürdigt.

  3. So traurig der Bombenabwurf vor 70 Jahren auch war, müssen wir auch den Mut haben zu sagen, dass er den Menschen bis heute einen Nutzen gab. Wir sind bis heute verschont geblieben, von einem atomaren Krieg, und sicher ist es auch diese Hiroshimabombe, die militärische Großmächte daran gehindert haben, aufeinander los zu gehen. Diese Erkenntnis hatte damals viele Opfer gekostet und missgebildete Menschen hervorgebracht, dessen sollten wir uns bewusst sein, und nicht nur an einem so genannten Gedenktag.

  4. Der Atombombenangriff auf die japanischen Städte dürften völkerrechtswidrig wie die anderweitigen Bombardierungen von Städten, die keine vorrangige militärische Bedeutung hatten, gewesen sein. Leider hatte Deutschland diese Barbarei begonnen, die US-Militärs haben diese Form von Barbarei mit den beiden Atombombenangriffen auf die Spitze getrieben.

    Den Deutschen kann man wenigstens zugute halten, dass diese aus ihrer grausamen und widerwärtigen Gesinnung keinen Hehl gemacht haben. Die verantwortlichen US-Amerikaner sind in dem Punkte im höchsten Maße verlogen.

    Der Oberbefehlshaber, Präsident Truman, war ein ausgewiesener Japan-Hasser, was die Maßlosigkeit alleinig erklären dürfte. Als Abschreckung hätte ein Bombe ohne weiteres genügt. Es hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar genügt, eine kleinere Bombe auf eine militärisch befestigte Insel abzuwerfen.

    Dass Atomwaffenversuche an nicht lebendigen Menschen möglich ist, das haben die späteren Atomwaffenversuche gezeigt.

    Schließlich gibt es begründete Zweifel, ob ein Atomwaffenangriff jenseits von Hass und Sadismus überhaupt erforderlich waren.

    http://www.heise.de/tp/artikel/20/20565/1.html

  5. Die Atombombe, welche auf Hiroschima fiel, war für Mannheim vorgesehen. Wäre sie auf Mannheim gefallen (und diejenige, welche auf Nagasaki fiel, dann wohl auf Frankfurt oder Wiesbaden), hätte wir hier wohl eine andere Diskussion über den 8. Mai 1945. Was glauben Sie wohl?

    Aber ich will Ihnen die Fakten nicht vorenthalten: In „Directive 1067“ von 1945 an den Oberbefehlshaber der US-Besatzungstruppen steht folgendes: „Deutschland wird nicht besetzt zum Zwecke seiner Befreiung, sondern als besiegter Feindstaat.“

    Jedem denkenden Menschen muß das allerdings bereits klar gewesen sein, als die alliierte Propaganda den 20. Juli 1944 totgeschwiegen hatte, nicht erst nach der Konferenz von Jalta!

    Konrad Adenauer hatte das alles schon im Frühjahr 1945 verstanden, nur unsere Transatlantiker verstehen es bis heute nicht. Und deswegen verstehen sie auch nicht, aus welchen Gründen die USA das No-Spy-Abkommen verweigern und uns auch sonst wie Kolonialherren behandeln. Gegenüber England, Kanada und Australien benehmen sie sich ja auch wirtschaftlich anders!

    • Die USA hatten anfangs noch nicht entschieden, wie sie mit dem Kriegsgegner Deutschland umgehen wollten. So gab es z. B. den Morgenthau-Plan, umgesetzt wurde jedoch der Marshall-Plan. Die USA waren und sind die wichtigsten Verbündeten der Bundesrepublik Deutschland, doch Ihnen scheint das Verhältnis Russlands zur DDR lieber zu sein.

  6. Pingback: Friedensnobelpreis für naive Atomwaffengegner | Alexander Dilger

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