Was ist schlimmer als verlieren? Siegen

Die Überschrift ist ein blöder Witz unter Professoren, wonach eine Professur an der früheren Gesamthochschule und heutigen Universität Siegen schlimmer sei als das Scheitern beim Berufungsverfahren. Ganz aktuell kann man dem Spruch jedoch auch zwei ganz andere Bedeutungen geben.

Erstens endete heute vor 70 Jahren der Zweite Weltkrieg in Europa durch Deutschlands bedingungslose Kapitulation. Damit hatten die Deutschen völlig verloren, aber ein Sieg Hitlers wäre sicherlich noch viel schlimmer gewesen. Denn die Niederlage war zugleich ein „Tag der Befreiung […] von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“, wie Richard von Weizsäcker in seiner berühmten Rede vor 30 Jahren sagte.

Niemand wird um dieser Befreiung willen vergessen, welche schweren Leiden für viele Menschen mit dem 8. Mai erst begannen und danach folgten. Aber wir dürfen nicht im Ende des Krieges die Ursache für Flucht, Vertreibung und Unfreiheit sehen. Sie liegt vielmehr in seinem Anfang und im Beginn jener Gewaltherrschaft, die zum Krieg führte.

Zweitens findet morgen, was ein völlig anderes Thema ist, der Landesparteitag in Siegen statt. Die ‚Fehlerhafte Einladung‘ (die außerdem gar nicht an Mitglieder ohne E-Mail-Adresse verschickt wurde) führte bereits zu einer Anfechtung, die beste Erfolgsaussichten hat, aber wegen der knappen Zeit leider nicht mehr vorab entschieden wurde. Damit hinterher keine falschen Legenden geglaubt werden, stelle ich bereits jetzt fest, dass ich den morgigen Parteitag unabhängig vom Ergebnis für unrechtmäßig und undemokratisch halte. Es kann höchstens sein, dass morgen weitere Anfechtungsgründe hinzukommen, z. B. die Verletzung weiterer Minderheitenrechte oder umfangreiche Namenslisten (eine davon zeigt die ganze Heuchelei der Verschiebung der Delegiertenwahl in Kamen) während des Wahlgangs auf den Tischen. Eigentlich kann man sich die Veranstaltung auch sparen, doch da ich mich als Delegierter für Dortmund gemeldet hatte, bin ich jetzt in der Pflicht und halte noch einmal die Fahne der Aufrechten in der AfD hoch.

45 Gedanken zu „Was ist schlimmer als verlieren? Siegen

  1. Dass Mitglieder ohne E-Mail Adresse nicht eingeladen wurden, ist in anderen Landsverbänden (z.B. in Bayern) auch schon passiert. So weit ich mich erinnere, ist das aber durch die Bundessatzung gedeckt, da jedes Mitglied verpflichtet ist, eine E-Mail Adresse anzugeben, über die es erreicht und benachrichtigt werden kann.

    Bitte überprüfen Sie vor einer etwaigen Anfechtung also sicherheitshalber lieber noch einmal, ob Ihre Landessatzung bzw. die inzwischen gültige Bundessatzung davon abweicht, um nicht unnötige Energie zu verschwenden.

      • Na dann müssen sich unsere Geschäftsstellen bzw. Parteigliederungen etwas einfallen lassen, um Mitglieder ohne E-Mail Account nicht mehr zu diskriminieren.

      • Das ist so. Es gibt nur leider auch viele Menschen, die das schon vergessen zu haben scheinen … 😉

      • Das steht explizit in § 5 Abs. 7 Satz 4 Landessatzung NRW: Die Einladung „wird gleichzeitg auf der Internetseit des Landesverbandes veröffentlicht und informatorisch an alle Mitglieder übermittelt.“ In diesem Fall war das nicht nur formal geboten, sondern auch materiell relevant, denn mangels Einladung wurde diesen Mitglieder faktisch ihr passives Wahlrecht genommen. Wenn es auch Delegierte ohne E-Mail-Adresse gibt, ist das noch schlimmer.

  2. Man sieht sich da Herr Prof. Dilger, zumindest kann man sich so mit ein paar (wenn auch wenigen) netten Menschen unterhalten…

    Beste Grüße

    Jan M. Lange

      • Seien Sie beruhigt. Es gibt auch „nette“ Extremisten. In der AfD gibt es schon so einige ‚Nationalkonservative‘, mit denen man sich durchaus normal und charmant unterhalten kann. Nur eben nicht unbedingt über ihre einschlägigen Themen …

      • Persönliche Nettigkeit hat wohl wirklich wenig mit der politischen Ausrichtung zu tun. In einer Partei ist letztere allerdings wichtiger, zumal man dort dauernd über Politik und wenig anderes redet.

      • Das stimmt schon. Aber in den Kaffeepausen kann man ja ruhig mal das Thema wechseln. Sonst brummt einem am Ende des Tages nur der Schädel …
        😉

      • @Michael Meister: Wer sich so wie Sie über Herrn Lucke, Herrn Schäuble oder auch ganze Gruppen von Menschen wie solche mit irgendwelchen religiösen Überzeugungen äußert und zudem für Krawall und Opponieren gegen Parteidisziplin steht, ist wohl kaum eine Bastion moderater Positionen und des Menschenbildes des Grundgesetzes.
        Nette „Extremisten“ gibt es ganz sicher nicht, weil Extremisten bereit sind Gewalt gegen Menschen und Sachen anzuwenden; zumindest aber mit ihrem Hass auf Andersdenkende hausieren gehen. Man könnte auch sagen dass radikale Libertäre Extremisten sind weil diese keine Steuern zahlen und mit Schusswaffen um sich ballern wollen (wenn man gerne in Klischees denkt). Vielleicht deuten Sie das Wort aber auch anders als es gemeinhin definiert wird; eventuell weil Sie noch nie einem echten Extremisten begegnet sind.
        Was sind die Themen von Nationalkonservativen, über die Sie sich nicht nicht einmal unterhalten wollen? Bundesrepublik Deutschland und Grundgesetz bewahren? D-Mark zurückholen? Einwanderung so kontrollieren, dass der deutsche Sozialstaat (steht im Grundgesetz) bezahlbar bleibt und echte Extremisten nicht ins Land gelassen werden?
        Vielleicht sind ja Leute wie Sie, die einen mit einem moralischen Überheblichkeitsanspruch kombinierten etwas unsachlichen Blick auf die Arbeit in der eignen Partei und auf ihre Mitmenschen aufweisen, auch eines von mehreren Problem der AfD.

      • @Peter V.

        Ich weiß nicht recht, was Sie mir mit Ihrem Beitrag sagen wollen.
        Wenn Sie lieber dem Führerkult um Bernd Lucke huldigen und bei Herrn Schäuble vielleicht auch noch den neunten Zehnt abgeben wollen, ist das Ihr gutes Recht. Aber ich erwarte mehr von der AfD und insbesondere eine andere Politik als die einer CDU 2.0 …

        Im Übrigen ist nicht jeder Libertäre ein Waffennarr. Ich glaube, Sie verwechseln da etwas mit dem Wilden Westen (womit ich nicht die alten Bundesländer meine).

  3. Sehr geehrter Herr Dilger,
    die Gewaltherrschaft des Dritten Reiches führte nicht zum Krieg – das haben schon die Engländer besorgt……. wie sie es auch bereits beim ersten Weltkrieg gemacht haben. WW1 entstand ausschließlich dadurch, daß Deutschland damals als Konkurrent auf dem Weltmarkt erschien – deshalb mußten die Deutschen weg! Das Empire war in „Gefahr“ – nach dem Krieg erlegten die Siegermächte den Deutschen den „Versailler Vertrag“ auf UND haben später wieder den Krieg angezettelt – WW2 – (im Hintergrund „the Albion“ – z.B. mit dem Deutschenhasser Vansittard, unter Churchill, um nur einen der wichtigen Männer von damals zu nennen. Sie haben Hitler nicht geächtet – nein sie mochten und unterstützten ihn sogar – sie waren damals genauso antisemitisch wie er. NUR waren die Engländer nicht so dumm und haben es so öffentlich gemacht, wie Hitler.

    Die Deutschen mussten weg – weil sie gut waren, in dem was sie machten. Das störte…… (wie heute auch – ich sage nur Euro……… Versaille 3…..?)

    Den Weltkrieg haben England und Frankreich mit ihrer unbegründeten Kriegserklärung an Deutschland herbeigeführt, indem sie sich in deutsche Angelegenheiten einmischten, wie das England seinerseits niemals zulassen würde. Das große >Unrecht< , das Deutschland begangen hatte, war die Weigerung, sich weiterhin dem Diktat dieser beiden Mächte zu beugen und ihren Anforderungen nachzukommen, soweit es seine eigenen Rechte und seinen eigenen Weg zu ihrer Sicherung betraf. Mit dieser Weigerung tat Deutschland aber nur, was jeder Nation aus Gründen der Selbstachtung tun würde. Keine Macht von Rang hätte auch nur eine Stunde lang sich die Aussenpolitik von einer anderen Nation oder anderen Nationen diktieren lassen, bevor die Vereinten Nationen entstanden.

    Es wäre sehr aufschlußreich, wenn die britische Nation einmal die Handlungsweise ihrer damaligen Regierung untersuchen würde. Dürfen Engländer nicht erfahren, warum England einer grossen Schwesternation den Krieg erklären musste, die ihm kein Unrecht zugefügt hatte und die für die Insel keinerlei Bedrohung darstellte? War England, selbst wenn es wirklich argwöhnte, Hitlers letztes Ziel sei die Beherrschung Europas, und wenn es schließlich für seine eigene Sicherheit fürchtete, moralisch berechtigt, auf diese vage Verdächtigung und Besorgnis hin erst Europa und dann die ganze Welt in einen Krieg zu verwickeln? Hat ein Land das Recht, ein anderes lediglich aus Zukunftsangst anzugreifen? Ist überhaupt ein eindeutiger Präventivkrieg moralisch zu rechtfertigen? Hat nicht jeder anständige Mensch oder Staat die Pflicht zu warten, bis man ihm Unrecht tut oder ihn attakiert, bevor er seinerseits die beargwöhnte Partei angreift?
    Und doch war es im wesentlichen ein unprovozierter Angriff, den England unternahm. Das haben viele Engländer selbst offen zugegeben.
    Apropos Fahne – Ich halte die Fahne am Wochenende hoch, für die Menschen , die die Charakterstärke besitzen, sich FÜR unser schönes Land einzusetzen und sich nicht immer gleich mit irgend einer Keule niederknüppeln zu lassen.

    • Ihren Kommentar finde ich grenzwertig. Wo bleibt Ihr Mut zur Wahrheit? Denn natürlich hat Deutschland unter Adolf Hitler den „Beginn des 2. Weltkriegs vor 75 Jahren“ zu verantworten. England und Frankreich hatten eine Garantieerklärung für Polen abgegeben und stellten deshalb Deutschland nach seiner Invasion Polens ohne Kriegserklärung ein Ultimatum, nach dessen Verstreichen sie Deutschland formal den Krieg erklärten, aber nicht angriffen (bzw. Frankreich nur marginal im Saarland). 1940 griff Hitler dann u. a. die neutralen Benelux-Staaten und Frankreich an. Es gab zwar in vielen Ländern Antisemitismus, doch keine NS-Vernichtungspolitik.

      • Sehr geehrter Herr Dilger,
        es lebe der Schuldkult – da muß ich Ihnen leider widersprechen. Bitte lesen Sie z. Beipiel das Buch „Englands Krieg gegen Deutschland“ von Peter H. Nicoll, Grabert Verlag, Tübingen. Dort werden u.a. zahlreiche Legenden der Umerziehung als unberechtigte Vorwürfe gegen Deutschland herausgestellt und zum anderen auch auf die zahlreichen Bemühungen der Reichsregierung verwiesen, den Konflikt mit Polen zu vermeiden oder später örtlich zu begrenzen. Dass England den WW2 entfesselte und ohne jede Notwendigkeit fortsetzte, bedeutet vielleicht die extremste politische und wirtschaftliche Fehlentscheidung der Menschheitsgeschichte. In diesem Werk ist alles mit Quellen aus den verschiedenen Archiven etc. belegt und es ist auch nicht das einzige Werk, welches diese Dinge schon lange offen gelegt hat. Der Sieger hat damals die Geschichte geschrieben, die heute wohl noch immer gelehrt wird – da muss man sich fragen – cui bono?

      • Das ist Geschichtsrevisionismus an den von mir skizzierten Fakten vorbei. Sie könnten höchstens behaupten, dass Angriffskriege seinerzeit noch nicht so geächtet waren wie heute, obwohl selbst das nicht stimmt, zumal Sie offensichtlich auch die gegenwärtige Aggression von Herrn Putin in der Ukraine in Ordnung finden. Was sagen Sie dann aber zum Überfall Hitlers auf die Sowjetunion, wie stehen Sie zu Völkermord und Holocaust? Aber eigentlich will ich das gar nicht wissen, sondern möchte Sie bitten, meinen Blog zukünftig zu meiden.

      • Diese Alibi-Garantieerklärung diente doch ausschließlich dem Kriegseintritt gegen Deutschland, ebenso wie das lächerlich kurze Ultimatum. Englands und Frankreichs Kriegserklärungen erfolgten bereits zwei Tage nach Beginn der deutsch-polnischen Kampfhandlungen. Als jedoch zwei Wochen später Stalins Angriff auf Polen erfolgte, blieb dies folgenlos. Kein Ultimatum, keine Kriegserklärung, nichts. Dabei wurden in den sowjetischen Gulags seit den 20er Jahren Menschen ermordet. Auf das menschenverachtende System der stalinistischen Gewaltherrschaft reagierten England und Frankreich nicht nur gelassen, sondern haben sich ihrer eigentlichen Ziele entsprechend auch damit verbündet.

      • Die Garantieerklärung war kein Alibi, sondern offensichtlich ernst gemeint. Nur Herr Hitler glaubte das nicht, weil man ihn zuvor gewähren ließ. Die Sowjetunion war doch erst über den Hitler-Stalin-Pakt ein Verbündeter Deutschlands, bis Herr Hitler meinte, auch diesen brechen und einen Zwei-Fronten-Krieg beginnen zu müsssen. Gerade wer Deutschland liebt, müsste diesen Wahnsinnigen verachten statt verteidigen.

    • Habe ich mich jetzt verlesen?
      Deutschland in beiden Weltkriegen in der Rolle des unschuldigen Opferlamms?
      Was für ein verzerrtes Geschichtsbild haben Sie denn?
      So etwas hört man sonst nur von Griechen …

    • Ihre Analyse ist wissenschaftlich gesehen schlichtweg falsch. Die Alliierten sind dem DR in vielen Bereichen entgegengekommen. Zum Beispiel das Münchener Abkommen zeigte doch die Appeasement Politik der Briten. Diese endete schließlich mit den völkerrechtswidrigen Einmarsch deutscher Truppen in Tschechien und der Slowakei im März 1939. Im 2. Weltkrieg war Deutschland der entscheidende Aggressor.

    • Frau Wiskirchen, Englands Rolle am Ausbruch des Ersten Weltkrieges (und auch 2.WKs) sehen Sie falsch weil andere Akteure völig ausgeblendet sind. Treibende Kräfte waren sicherlich Russland und Frankreich.

    • @ Sabine Wiskirchen

      Sehr geehrte Frau Wiskirchen,

      was soll dieser Kommentar? Soll der Kommentar die Eintrittskarte in einen Randbereich der AfD lösen? Bereits am 13/03/2015 um 20:30 Uhr haben Sie sich als Putin-Versteherin geäußert.

      Wenn Sie diesen Rand suchen, wenden Sie sich doch an Petry, Gauland, Pretzell und Höcke. Mit diesen Herrschaften können Sie gerne zu Herrn Putin auswandern. Ihr Weltbild passt schon. Im NRW Vorstand gibt es auch noch einige Mitläufer, denen es auch am nötigen Grips fehlt. Sollten Sie AfD- Mitglied sein, kann Ihnen nur der Austritt empfohlen werden. Folgen Sie Herrn Höcke, der jetzt hoffentlich mit dem gesamten Flügel die AfD verlässt. Den von Ihnen empfohlenen Andreas Popp können Sie gleich mitnehmen.

      Ihre Argumentation zeigt, dass es sich nicht lohnt, mit Ihnen und Ihresgleichen über Ihr wirres Weltbild zu diskutieren.

    • Wenn es in bundesdeutschen Schulen einen halbwegs vernünftigen Geschichtsunterricht gäbe, würde man dort über die britische „Balance of Power“-Doktrin aufgeklärt. Dieses Grundprinzip der britischen Politik bestand seit dem späten Mittelalter bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Es besagt, dass England gefälligst die vorherrschende Weltmacht zu sein hat. Falls dies durch eine aufstrebende Macht in Europa in Gefahr zu kommen droht, ist sie zu zerschlagen, insbesondere durch ein Bündnis mit ihrem Rivalen. Ob Napoleon, Wilhelm II. oder Hitler spielte dabei keine besondere Rolle, für die Engländer war es stets eine Machtfrage.

      Ich ziehe meinen Hut vor Sabine Wiskirchen. Nach 70 Jahren tendenziöser Geschichtsschreibung hat ein weitergehendes Verständnis der Vorgänge leider Seltenheitswert.

      • Offensichtlich hatten Sie keinen „halbwegs vernünftigen Geschichtsunterricht“, sonst wüssten Sie, dass Gleichgewichtspolitik, wie sie z. B. auch Otto von Bismarck betrieb, gerade nicht auf Vorherrschaft aus ist, sondern schon dem Namen nach ein Gleichgewicht der Mächte anstrebt. England hatte auch nie, selbst als Weltmacht, die Vorherrschaft in Europa inne oder auch nur angestrebt, dagegen anderen öfter ihr Vormachtsstreben verhagelt.

      • Mit welchem Recht überzieht die vorherrschende Weltmacht denn aufstrebende Länder in Europa jahrhundertelang mit Kriegen?

        Geschichtsunterricht auf bundesdeutschen Schulen ist in weiten Teilen das Eintrichtern eines Schuldkults, der wie man sieht in die politische Unmündigkeit führt. Deshalb sind diese Themen auch heute noch so relevant.

      • Wenn Sie Napoleon und selbst Hitler für Friedensfürsten halten, dann sind die Engländer natürlich die bösen Buben. Wenn nicht, dann nicht.

      • Mit Rückgriff auf solche Unterstellungen bekräftigen Sie die Stichhaltigkeit der Gegenargumente.

  4. In BW ist das letzten Sommer auch mal vorgekommen mit dem Nichteinladen der per Email nicht erreichbaren Mitglieder. Als man darauf kam wurde der geplante LPT zu einer hm, größeren Gesprächsrunde degradiert.

    Mir ist schleierhaft, wie man so etwas hinbekommen kann, bei vernünftiger Organisation ist das gar nicht möglich. Als ich noch Kreissprecher war, hatte ich eine Checkliste für die Vorbereitung von Mitgliederversammlungen, auf der alle relevanten Punkte aufgelistet waren, es gab denn auch nie eine Anfechtung wegen Verletzhung von Formalien. Sowas wird doch auch ein Landesgeschäftsführer und/oder Landesvorstand anlegen können?

  5. Die Siegerlandhalle war an sich ein Top-Tagungsort – Parkplätze, gute Polizeiarbeit – wenn es nur die AfD nicht gegeben hätte. Nach den flegelhaften Reaktionen auf die persönliche Erklärung von Dr. Behrendt (Rücktritt vom Vorstand) und einem Antrag von Prof. Dilger, einem ausliegenden Folder der Herren Bender und Burger zur Taktik bei den Delegiertenwahlen in einzelnen Bundesländern, dem Umlauf von Listen mit Sympathisanten auf dem heutigen Parteitag war mein Tagesbedarf an AfD schon gedeckt. Hinzu tritt eine weitgehende Anonymität der Kandidatenvorschläge. Die Kandidaten meines KV konnte ich auch nicht wählen, soweit diese identisch mit dem Vorstand sind; denn da hat sich dem Vernehmen nach im Einvernehmen mit übergeordneten Parteigremien eine Omertá zur Abwehr einer Strafanzeige gebildet, die auf einem wirklich widerlichen Beitrag zum Thema „Asylanten“ auf einer im Namen der AfD betriebenen Facebook-Seite beruht, wobei zumindest die Verantwortlichkeit dort eindeutig ist.
    Was ist schiefgelaufen mit der AfD ? Wenn Infratest Dimap eine Politik-Zufriedenheit von über 70 % mißt, liegt die Versuchung nahe, mit populistischen Themen zu mobilisieren. Das schadet der Infrastruktur der Partei und bindet auch Wähler nicht dauerhaft.

    • @ Klaus Wolfgang Berger sagte am 09/05/2015 um 22:46

      Ich denke, dass es gegen den Vorstand in Ihrem Kreisverband eine Strafanzeige wegen Volksverhetzung gibt. Ich hoffe doch nicht, dass sich Personen zur Wahl für die Bundesdelegierten oder den Konvent stellen, gegen die ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren läuft.

      Ist denn den Kandidaten die „Dilger Frage“ nicht gestellt worden? Bis Pfingsten 2014 war es üblich, dass sich Kandidaten für Parteiämter zu Vorstrafen oder Ermittlungsverfahren erklärten.

      Vielleicht ist das im Pretzell Vorstand nicht mehr gewünscht. Wenn man selbst belastet ist, ist das vielleicht auch besser.

  6. Herr Dilger, sind Sie noch in Siegen,

    da soll gerade die Bundesdelegiertenwahl los gehen?

    Und dies mal stehen die Chancen sehr gut, dass wir einer Meinung sind

      • Die nächste große Gruppe ist um 18 h gegangen (ca. 75 Personen). Nur die Zählkommission musste noch bleiben. Für 21 h wurden Ergebnisse erwartet. Leider hat jemand widersprochen, dass die Ergebnisse auf der honepage stehen. Daher werden wir wohl irgendwann per mail informiert, hoffentlich vollständig. Nach meiner Zählung waren letztlich 120 Personen der Pro-Lucke Fraktion auf der Wahlliste, 140 von der Pro-Pretzell/Petry Fraktion und schließlich 120 nicht zuordenbare Individualkandidaten. Auf das Stimmverhalten der letzten Gruppe wird es letztlich ankommen. Es waren ungefähr so viele Kandidaten, wie Anwesende. Daher war es auch mühsam, immerhin 20 Leute für die Wahlkommission zu finden. Und, zusammen mit dem komplizierten und wenig demokratischen Wahlverfahren mit ja und nein Stimmen, dauert es ewig, das Ergebnis zu ermitteln.

      • Auf der von mir eingesammelten Pro Pretzell-Liste stehen 174 Namen, aber vielleicht haben nicht alle davon kandidiert. Auf der mir zugegangenen Pro Lucke-Liste stehen 147 Namen, darunter auch meiner, obwohl ich nicht kandidiert habe. Kandidiert haben 382 Personen und die Zahl der Stimmberechtigten wurde mit 335 angegeben.

        Der Zählkommission bzw. deren Mitgliedern möchte ich übrigens ausdrücklich danken. Das ist eine schwere Aufgabe, für die es wenig Dank gibt und die angesichts des Resultats wohl besonders frustrierend ist.

      • @ Herr oder Frau Heinsberger,

        es wäre vermutlich ein schwerer Schock gewesen, wenn man die im Umlauf befindliche Liste mit dem tatsächlichen Wahlergebnis abgeglichen hätte. Deshalb keine Veröffentlichung und auf die E-Mail darf man lange warten.

        Da fällt mir ein: “ Nichts ist so fein gesponnen….“

      • So richtig gut scheint das mit der Liste nicht geklappt zu haben, sonst wären doch jetzt 174 Personen als Delegierte bzw. Ersatzdelegierte gewählt. Es ist ohnehin faszinierend, wie Herr Pretzell nicht nur dem Landesverband und der AfD insgesamt schadet, sondern auch sich selbst und seinen eigenen Leuten.

        Es wäre übrigens immer noch Zeit, ordentlich einzuladen, die Wahlordnung zu ändern und dann vernünftig Delegierte zu wählen, die alle Mitglieder oder zumindest Ausrichtungen repräsentieren. Ich glaube allerdings nicht, dass der verbliebene Landesvorstand das hinbekommt oder auch nur ernsthaft versucht.

  7. Wenn ich es richtig sehe LV oder Mitglieder sind weder in der Lage Herrn Pretzell zu disziplinieren noch zu entfernen? Wer ist an der Reihe, BuVo oder ein Gerichtsverfahren, weil Herr Pretzell offensichtlich nicht rechtsmäßig in Amt ist?
    Hätte Prof. Lucke nur rechtzeitig auf Herrn Henkel gehört!

    • So chaotisch die Zustände im AfD-Landesverband NRW auch sein mögen … es ist weder Herrn Luckes noch Herrn Henkels Angelegenheit, sich um den Landesverband NRW zu kümmern (ebensowenig wie es deren Angelegenheit oder Angelegenheit anderer Bundesvorstandsmitglieder ist, sich in interne Angelegenheiten von Landesverbänden einzumischen, denen sie selbst nicht angehören).

      Im Gegensatz zu Unternehmen ist der oberste Souverän einer Partei die Mitgliederversammlung. Die Mitglieder sind also so etwas wie die Gesellschafter bzw. Aktionäre eines Landesverbands. Wenn diese Mitglieder nun Herrn Pretzell zu ihrem Vorsitzenden wählen, ist es auch an ihnen, diesen ggf. wieder zu entfernen, aber nicht an Herrn Lucke oder Herrn Henkel, die nicht einmal Mitglied in der NRW-AfD sind.

      • Herr Pretzell ist doch auch nicht Mitglied in NRW wie auch Frau Petry, die den Chaos-Parteitag zeitweise leitete und damit auch dafür verantwortlich ist.

      • @Alexander Dilger

        Ein Unrecht rechtfertigt das andere nicht!
        Ich habe meinen Kommentar auch nicht zur Verteidigung der eben so großen Dilettanten Pretzell und Petry geschrieben. So gut sollten Sie mich inzwischen kennen.

  8. Pingback: Atombombe auf Hiroshima | Alexander Dilger

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