Vorzeitige Einschulung

Heute wurde unserem Antrag auf frühere Einschulung unserer Tochter Sophia unter Vorbehalt stattgegeben. Der Vorbehalt betrifft ein Gespräch mit der Schulleitung, welches coronabedingt noch nicht stattgefunden hat, doch voraussichtlich keine ernsthafte Hürde darstellt. Als Oktoberkind kann sie schon nächstes Jahr mit fünf Jahren eingeschult werden. Regulär wäre sie erst 2022 mit fast sieben Jahren an der Reihe, was ich bevorzugt hätte. Denn die Forschung, die ich dazu kenne, sieht langfristige Vorteile der späteren Einschulung. Für Kinder macht ein Jahr geistig, psychisch, physisch und auch sozial einen enormen Unterschied, und zwar nicht nur zum Moment der Einschulung, sondern über die ganze Schulzeit. Ältere Kinder sind weiter entwickelt, so dass die frühere Einschulung mit einem systematischen Nachteil verbunden ist. Allerdings wollte und will Sophia früher eingeschult werden, was für mich den entscheidenden Unterschied macht. Es besteht auch gar kein Zweifel, dass sie bei den Unterrichtsinhalten wird mithalten können. Vielleicht schützt sie die Herausforderung der früheren Einschulung sogar davor, sich zu schnell zu langweilen und deshalb zurückzufallen.

9 Gedanken zu „Vorzeitige Einschulung

  1. Im Vergleich zu anderen, westlichen Industrienationen, werden die Kinder in Deutschland später eingeschult. Das junge Gehirn ist noch frisch und unverbraucht. Es kann viel mehr leisten, als die meisten vermuten. Aber da die Deutschen lange gebildeter waren, als andere und Gleichheit für Sozialisten ein Dogma ist, müssen unsere Kinde jetzt unbedingt dümmer werden…!?! 😦

    • Richtig, früher beherrschten schon die Kinder sehr bald zB die Interpunktion. Was man in dieser Hinsicht heute nicht selten von Erwachsenen lesen muss, schmerzt oft die Augen noch mehr als der Inhalt.

    • Das möchte ich nicht so stehen lassen. Meine Töchter sind beide im Jänner geboren. Die Ältere wurde mit sechs Jahren eingeschult und die Jüngere mit fünf. Ich kann nicht bestätigen, dass die Große deshalb dumm oder dümmer geraten sei.

  2. Sehr wahrscheinlich die bessere Wahl. Ihre Tochter ist ihre Tochter und damit wahrscheinlich wie Sie außergewöhnlich intelligent. Bei mir (IQ >146 SDA15) war die Schulzeit eine Herausforderung der anderen Art, nämlich in den ersten Jahren eine völlige Unterforderung, was dazu führte, daß ich das Büffeln nicht lernte und später, nachdem Hören ist Verstehen ist Abhaken nicht mehr ausreichte, „ausstieg“ und die Noten in Mathematik brutal abstürzten. Es ist zB auch nicht förderlich, in der ersten Klasse festzustellen, daß die anderen Kinder alle noch nicht lesen können, während man selbst es schon vor dem Kindergarten konnte – sind die alle behindert(?), so fragte ich mich, als die ersten Buchstaben vorgestellt wurden. Das wurde offenbar alles so hingenommen, ohne daß Schule oder Eltern daraus Konsequenzen gezogen hätten. Ich hielt mich die ganze Schulzeit für einen Versager und Hochstapler, weil ich nie die Hausaufgaben gemacht und die Antworten, sobald an der Reihe, stets improvisiert hatte (selbst in Mathe, bis zu den binomischen Formeln, dann war Schicht…) und dabei die Notwendigkeit zunächst (richtig) nicht einsah und danach den Einstieg in den Fleiß nicht mehr schaffte. Ich war eine faule Sau und litt darunter. Passen Sie bitte auf, daß Ihre Tochter nicht unterfordert wird.

    • Der IQ wird altersabhängig als Vergleichswert gemessen und ist kein absoluter Wert. Wenn Eltern Bildungsinhalte im Übermaß vorziehen, sollten sie später auch konsequent sein, z.B. auf die Einhaltung von Arbeitsqualität achten (Genauigkeit, Arbeitstempo) und zusätzliche Betätigungsfelder anbieten bzw. vermitteln.

      • „Der IQ wird altersabhängig als Vergleichswert gemessen und ist kein absoluter Wert.“ – was ist Ihre *eigentliche* Botschaft und wie modifizieren Sie diese, wenn Sie wissen, daß der Prozentrang im Alter 10, 46 und 48 jeweils 100 betrug?

      • “ . . Ihre Tochter ist ihre Tochter und damit wahrscheinlich wie Sie außergewöhnlich intelligent . . .“
        Ich will damit sagen, dass der Wert für eine Absolutierung – etwa im Sinne einer genetischen Prägung nicht tauglich ist, sich dieser Vergleichs- Wert im jeweiligen Altersgruppenvergleich im Leben auch verändert- siehe
        https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenztest
        Also in Ihrem Falle: Durchhalten !

      • Kristalline Intelligenz kompensiert fluide Intelligenz. Und bei Prozentrang 100 im Alter von 48 Jahren bedarf es ohnehin keines „Durchhaltens“, um selbst als Methusalem noch vorne mitzuspielen. Demenz und herabfallende Dachbalken mal außen vor.

  3. Pingback: Erster Schultag unserer Tochter | Alexander Dilger

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