Lockdown wird verlängert und verschärft

Ende Oktober wurde ein ‚Partieller Lockdown […]‘ für den November beschlossen, für den die Politik sich nun feiert, obwohl die Test- und Todeszahlen weiterhin hoch sind, während der steile Anstieg schon aufhörte, bevor die Maßnahmen griffen. Diese werden nun trotzdem verlängert und verschärft bis in den Januar hinein. Die angeblichen Lockerungen für Weihnachten sind nur relativ zu den Verschärfungen und könnten auch noch wieder gestrichen werden.

„Auf diese Corona-Regeln haben sich Kanzlerin und Länder geeinigt“ (siehe auch den „Beschluss“ selbst): Privat dürfen sich mit Ausnahme von Schleswig-Holstein nur noch fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Ob das auch in Privatwohnungen gilt, wird nicht klar ausgedruckt, aber in der allgemeinen Formulierung auch nicht ausgeschlossen, was dann wohl die größte Verschärfung darstellt bis hin zu Kontrollen in den Wohnungen. Dafür sind nun Kinder bis 14 Jahren explizit ausgenommen. Für Weihnachten wird diese Verschärfung auf zehn Personen über 14 Jahren gelockert.

Restaurants bleiben geschlossen bzw. dürfen nur noch außer Haus verkaufen. Auch die meisten Freizeiteinrichtungen müssen geschlossen bleiben, dafür werden die pauschalen Subventionen verlängert. In Geschäften muss es mehr Platz pro Kunde geben bzw. sind weniger Kunden erlaubt. Auch vor Geschäften, auf Parkplätzen und an normalerweise belebten Orten müssen nun Masken getragen werden.

Die Weihnachtsschulferien beginnen bereits am 19. Dezember, was aber in vielen Bundesländern einschließlich NRW ohnehin schon geplant war. Ansonsten sollen die Schulen und Kitas offen bleiben, aber die Maskenpflicht wird ausgedehnt. Von privatem Silvesterfeuerwerk wird abgeraten, aber es wird nicht flächendeckend verboten, sondern nur an belebten Straßen und Plätzen.

Skitourismus soll möglichst EU-weit verboten werden. Von Reisen wird grundsätzlich abgeraten, aber in der Bahn soll es bei Fernreisen mehr Platz geben, während im öffentlichen Personennahverkehr weiterhin dichtes Gedränge zulässig bleibt. Schließlich soll es mehr Schnelltests in Pflegeheimen geben und vergünstigte FFP2-Masken.

29 Gedanken zu „Lockdown wird verlängert und verschärft

  1. Die Maßnahmen sind teilweise zu locker und insgesamt inkonsequent. Wenn sich über Weihnachten und Silvester Hinz und Kunz in großen Gruppen treffen, wird es hier Infektionen geben. Dann könnten die Menschen sich doch besser in der Gaststätte treffen, wo tendenziell mehr auf Hygienemaßnahmen geachtet wird. Stattdessen gibt es weiterhin ein Berufsverbot für die Gastronomie. Ähnlich übrigens auch bei Thermen: Diese sind gut für die Gesundheit und sicher, aber man schließt sie und lässt die Menschen umgekehrt im ÖPNV mit wenig Abstand fahren.

    • Es treffen sich nicht Hinz und Kunz, sondern Familien. Ich bezweifle wirklich Ihre Aussage, dass Sie kleine Kinder haben. Meine Lebenswirklichkeit ist jedenfalls eine ganz andere. Richtig ist, dass viele Maßnahmen gar nichts zur Infektionsbekämpfung beitragen.

      • Es ist klar, dass wir keine Vertrauensbasis haben. Ich muss aber hier auch nicht mit den Fähigkeiten meiner Kinder prahlen.

      • Für Ihr Misstrauen gibt es überhaupt keinen Grund, während Sie sich hinter einem Pseudonym verstecken und wenig glaubhaft schreiben. Wenn Sie wirklich Kinder hätten, wären Sie natürlich stolz auf diese.

      • Fakt ist doch, dass Weihnachten de facto nur eine Tradition ist, genau wie Ostern oder auch Karneval. Wer in unserer Gesellschaft interessiert sich wirklich für den christlichen Hintergrund? Dementsprechend ist es auffällig, wieviel Wert jetzt darauf gelegt wird, Treffen an Weihnachten zu ermöglichen. Außerhalb der Kernfamilie kann man sich an jedem Tag z.B. in der Adventszeit treffen, notfalls dieses Jahr auch einfach mal per Videokonferenz.

  2. Der Lockdown soll sich angeblich über drei Jahre erstrecken. Alle wirtschaftlich Betroffenen werden in die Studie zum „Solidarischen Grundeinkommen“, durchgeführt von den Berliner Hofsängern (DIW), dem Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern und dem Verein „Mein Grundeinkommen“, einbezogen. Die Langzeit-Studie sei eine „Riesenchance“ , die theoretische Debatte über das Grundeinkommen in die soziale Wirklichkeit zu überführen, so ein Sprecher der Hofsänger.

  3. Habe von meinem Reiseveranstalter an der Ostsee mitgeteilt bekommen, dass sie nicht wissen, ob über Weihnachten und Silvester ein Beherbungsverbot gilt. Es gibt doch jetzt etliche tausend Menschen, die für diese Zeit gebucht haben und immer noch nicht wissen, ob der Veranstalter kurzfristig stornieren muss. Familienplanung ade.

  4. Zu Boden gerungen, weil die Frau keine Maske trug. Und dann über „Polizeigewalt gegen Schwarze“ in den USA schimpfen…?!?

  5. Da es niemand anderes tut, muss ich hier eine große Dosis kaltes Wasser in den Impfwein gießen. Alle Welt – besonders die Börsen – befinden sich im ImpfRAUSCH:
    Mehr Daten haben wir nicht, als dass alle drei wesentlichen Impfmittel (Biontech, Moderna, Astra Zeneca bei zwei Mal Anwendung) Impferfolgsraten um 90% haben.
    Der Covirusinfekt ist bei 85% sehr geringwertig bzw. sogar fast symptomfrei. Nur etwa 5% machen einen schweren Verlauf durch, werden ärztlich behandlungsbedürftig. Die Hälfte davon erkrankt schwer, d.h. stationär behandlungsbedürftig. Die Hälfte davon wiederum bedarf einer Intensivbehandlung – ggf. mit Beatmung.

    Wir wissen eben noch nicht, ob die 90% „Erfolgsimpflinge“ eher zu den leichten, kaum behandlungsbedürftigen Fällen gehören, oder ob durch die Impfungen gerade die schweren und tödlichen Verläufe vermieden werden. Nach meinem Gefühl als ausgebildeter Immunpathologe wird eher ersteres der Fall sein.
    Warum wohl haben der Chef von Pfizer und seine Stellvertreterin unmittelbar nach Bekanntwerden des Biontech-„Erfolges“ Millionen Pfizeraktien bestens verkauft?
    Zu Spätnebenwirkungen: die bei Kindern tödliche Aspirin-Nebenwirkung (Reye-Syndrom) wurde erst 70 Jahre nach der Einführung von Aspirin in die Therapie entdeckt.

    • Erwähnt wurde hier schon einige Male ein Interview mit Prof. Hockertz vom 1.10.2020 , gespeichert unter https://youtu.be/RJue8CKkD8M , der die Perspektiven ähnlich kritisch sieht, aber als Außenseiter betrachtet wird. Vielleicht können Sie sich die Aufzeichnung mal ansehen und kommentieren ?

      • Prof. Hockertz hat vollkommen Recht. Darüber hinaus ist es durchaus möglich, dass wenn eine sog. reverse transscriptase in der Zelle aktiv ist, dass ein RNA-Code in die DNA des Zellkerns und auch der Mitochondrien integriert werden kann; die Konsequenzen sind völlig unbekannt und unabsehbar.
        Letzten Endes ist die Anwendung derartiger Impfverfahren nur nach längerer gründlicher Erprobung und Erforschung zulässig.

        Grundursache des Problems Coronarvirus und Impfung erscheint mir der zunehmend emotionale Umgang mit Wissenschaft und vor Allem Politik. Während wir den Wechsel von Panik und Gier an der Börse gewohnt sind und letzten Endes gut damit leben, sind derartige Emotionen bei der Bewältigung der Coronakrise nicht am Platze.
        Der nüchterne Umgang damit ist jedoch durch unser neurotisches Verhältnis zum Tod und allgemeine Risikofurcht beeinträchtigt. Letzteres hat Prof. Dilger hier schon erwähnt. Vielleicht möchte er einen Habilitanden an das Thema setzen, nämlich die Zunahme der Risikoabneigung in Wirtschaft und Leben.

      • Nimmt die Risikoabneigung tatsächlich zu? Mir scheint es eher, dass die Risiken nicht richtig gegeneinander abgewogen werden. Politik und Massenmedien schüren Panik vor COVID-19, während mögliche Impfrisiken, erhebliche wirtschaftliche Risiken und auch die Risiken aus anderen Krankheiten ausgeblendet werden.

      • Der Deutsche an sich ist extrem risikoavers. Dass die Bereitschaft Risiken zu übernehmen immer mehr zurück geht, liegt am so genannten „Sozialstaat“. Am besten abzulesen an der Entwicklung Selbständgenquote: In den 1950er Jahren 34%, heute unter 9%, Ein-Mann-Unternehmen und Imbissbuden inklusive. Tendenz stetig weiter fallend.

      • Ich glaube auch, daß hinter der Corona-Panik eine veränderte gesellschaftliche Wahrnehmung von Tod und Lebensrisiken steht. Es rächt sich nun, daß diese Dinge in unserer atheistischen Spaßgesellschaft verdrängt und ignoriert werden.

        Die Hongkong-Grippe hat Ende der 1960er zehntausende von Toten in Deutschland verursacht, ohne nennenswerte Spuren in Geschichtsbüchern zu hinterlassen. Das Leben ging einfach weiter. Ich habe meine Eltern nie davon sprechen hören. Erst auf meine direkte Frage hin meinten sie kürzlich, daß damals etwas war.

      • Das größte Problem unserer Kakistokraten ist jetzt, dass sie nicht mehr zurückrudern können, ohne ihr Gesicht zu verlieren. Also werden wir wohl noch ein halbes Jahr im Lockdown verbringen, um die Pöstchen unserer Regenten zu erhalten. Was das gesamtwirtschaftlich kostet? „Mir doch egal“ (O-Ton Merkel).

      • 300sel
        sagte am 27/11/2020 um 02:44 :“ . . .Dass die Bereitschaft Risiken zu übernehmen immer mehr zurück geht, liegt am so genannten „Sozialstaat“. . . .“
        Wenn Sie unter „Sozialstaat“ nicht nur die Geborgenheit des Empfängers von Transferleistungen und des Schutzes von Arbeitnehmern verstehen: Ein Riesenproblem in unserer Gesellschaft ist die für das Individuum unüberschaubare – wachsende – Regelungsdichte. Und selbst Derjenige, der sich die einschlägigen Regeln erarbeitet hat, kann nicht vom Bestand derselben ausgehen. Polemisch formuliere ich: Es ist der Mut der Ahnungslosen, der Menschen in die Selbständigkeit führt. Mein einziger Trost ist eine gut funktionierende Verwaltung: Wer die richtigen Fragen stellt, bekommt qualifizierte – nicht immer kostenfreie – Anworten.

      • @Klaus Wolfgang Berger

        Ihr Sarkasmus ist für mich nachvollziehbar, wird aber nichts daran ändern, dass inzwischen zwei Drittel aller Studenten Beamte werden möchten. Der Herrgott möge abhüten, falls es ihn gibt.

    • Die bisherigen Testpersonen waren vermutlich weder Kinder noch sehr alt oder krank. Es ist nicht unplausibel, dass Impfungen bei diesen Personengruppen anders wirken, sowohl hinsichtlich der Immunität als auch bei den Impfrisiken. Doch würde es nicht schon helfen, wenn das Pflegepersonal erfolgreich geimpft würde? Herdenimmunität ist auch möglich, wenn große Teile der Bevölkerung geimpft werden, selbst wenn die Impfung in kleineren Teilen nicht wirkt oder nicht verträglich ist.

      • Daily Mail heute:
        “Trial data was based on ’shaky science‘ because ‚NO ONE who got the dose that had 90% success rate was aged over 55’”
        Dies betrifft die “Oxford-Impfung“ von Astra Zeneca. Was macht man nun mit 100 Millionen vermutlich nutzlosen Dosis-Ampullen?

      • Siehe auch den unabhängigen
        http://www.der-arzneimittelbrief.de von 11/20:
        „Zur Entwicklung genetischer Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 – technologische Ansätze sowie klinische Risiken als Folge verkürzter Prüfphasen“

      • Drosten ist der Panikmacher der Nation. Vielleicht bekommt er ja schon bald eine eigene Fernsehsendung im ÖR. Da kann er dann den Zuschauern zuhause die unzähligen Gefahren des vor die Tür Gehens erklären. Sponsored by Alexa für die Generation Couch-Potato. Brave New World. Stabilität, Frieden und Freiheit (?) …

      • Der grüne Traum ist es doch, dass die Menschheit ausstirbt, damit es der Natur gut geht. Mit den alten weißen Männern will man anfangen…!

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