Hersteller erhöhen die Preise nach Senkung der Steuer für Tampons

„Nach Senkung der ‚Tamponsteuer‘: Hersteller erhöhen Preise für Menstruationsprodukte“. Wer auch nur Grundkenntnisse in Ökonomie besitzt, kann das nicht überraschend finden. Die Steuerinzidenz, also wer wirklich eine Steuer tragen muss bzw. von einer Steuersenkung profitiert, ist keineswegs so einfach wie die politisch-juristische Festlegung, wer eine Steuer an den Fiskus abzuführen hat. Gerade bei preisunelastischen Gütern, zu denen Tampons gehören, sind die Kundinnen leicht die Leidtragenden. Verwunderlich war eher, dass die großen Handelsketten die Umsatzsteuersenkung zum Jahreswechsel von 19 auf 7 Prozent nicht zu ihrem Vorteil ausgenutzt haben. Das machen nun eben die großen Hersteller, so dass letztlich die vielen Unterschriften für diese Steuersenkung zur Mehrung der Konzerngewinne gesammelt wurden.

Sinnvoller wäre es, die Umsatz- bzw. eigentlich Mehrwertsteuer für alle Güter und Dienstleistungen einheitlich und unter 19 Prozent anzusetzen, die die erste Merkel-Regierung zum Regelsatz machte. Nachdem die Union im Wahlkampf den Verzicht auf jegliche Umsatzsteuererhöhung versprochen und die SPD zwei Prozentpunkte mehr gefordert hatte, einigte man sich nach der Wahl auf drei, die inzwischen (fast) vollständig bei den Endverbrauchern angekommen sein dürften.

9 Gedanken zu „Hersteller erhöhen die Preise nach Senkung der Steuer für Tampons

  1. Die Steuerlast niedrig zu halten, war lange ein Herzstück echter CDU-Politik. Steuererhöhungen galten als sozialistisches Teufelszeug.

    Auf dem berühmten CDU-Bundesparteitag 2003 in Leipzig, hat Merkel, damals noch in der Opposition, ein niedrigeres, einfacheres und gerechteres Steuersystem versprochen. Jetzt ist sie seit über 14 Bundeskanzler, aber dieses Versprechen wurde bisher nicht eingelöst. An diesem einfachen Beispiel kann man sehr gut erkennen, dass Merkel eine Betrügerin, eine Lügnerin und eine Blenderin ist. Die meisten Politiker sind leider nicht ehrlich, aber Merkel ist das Paradebeispiel für Volksbetrug. Ja, Björn Höcke hat Recht: Merkel müsste in einer Zwangsjacke aus den Kanzleramt geholt werden…!

  2. Die im verlinkten Artikel genannten J&J und P&G gelten als solide defensive Unternehmen, deren Aktien man aktuell gerne im Depot hat. Vielleicht nicht zu unrecht…

    • Letztlich erinnert diese Umsatzsteuer-Ermäßigungsaktion für Tampons und Binden ein wenig an die Senkung der Umsatzsteuer für Hotelübernachtungen.
      Kennen Sie einen einzigen Beherbungsbetrieb, der die Senkung der Umsatzsteuer an seine durchreisenden Gäste oder auch nur an seine Stammgäste weitergegeben hat? Ich nicht.
      Warum sollten es dann ausgerechnet profitorientierte Weltkonzerne wie Johnson&Johnson oder Procter&Gamble bei ihrer völlig anonymen Kundschaft anders handhaben?

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