Mini-Merkel folgt auf Merkel

Heute wurde Annegret Kramp-Karrenbauer als Nachfolgerin von Frau Merkel zur CDU-Vorsitzenden gewählt. Dabei war das Ergebnis recht knapp. Sie hatte zwar im ersten Wahlgang bereits die relative Mehrheit, musste jedoch mangels absoluter Mehrheit in die Stichwahl mit Friedrich Merz. Sie hatte 450 Stimmen (45 Prozent) bekommen, er 392 (39 Prozent) und Jens Spahn 157 (16 Prozent). In der Stichwahl siegte sie dann mit 517 (52 Prozent) zu 482 Stimmen (48 Prozent), also 35 Stimmen Vorsprung. Hätten sich 18 Delegierte anders entschieden, würden sich jetzt die CDU, Deutschland und ganz Europa anders, aus meiner Sicht besser entwickeln. Dabei gilt, „Spahns Wähler geben den Ausschlag“, indem sie sich zu 43 Prozent für Frau Kramp-Karrenbauer entscheiden und sie damit zur neuen CDU-Vorsitzenden und voraussichtlich auch nächsten Bundeskanzlerin machen.

Damit werden gleich beide ehemals großen Volksparteien zu Grabe getragen. Die CDU wird vermutlich fortbestehen, aber nur dem Namen nach. Inhaltlich und personell fährt sie fort, die SPD zu ersetzen, die damit endgültig in der Bedeutungslosigkeit verschwinden dürfte. Die nächste Regierung dürfte schwarz-grün werden, vielleicht zusammen mit der FDP oder auch den Linken. Spannender ist, was jetzt rechts von der CDU passiert, vor allem in der Mitte. Die FDP hat wieder eine riesige Chance, die Herr Lindner jedoch vermutlich erneut nicht zu nutzen versteht. Die CSU wird sich nicht ausdehnen, aber vielleicht die Freien Wähler. Ansonsten wäre jetzt noch mehr Platz für eine neue Partei. Die AfD rückt noch weiter nach rechts, aber freut sich über eine Verlängerung der Kanzlerschaft ihres Feindbildes, das jetzt vermutlich bis 2021 im Amt bleiben wird. Immerhin könnte Frau Merkel auch dabei ein geordneter Übergang gelingen, was die Sache jedoch nicht besser macht, weil gerade in ihrem Fall ein echter Wechsel nötig gewesen wäre. Diese Chance wurde heute leider vertan.

170 Gedanken zu „Mini-Merkel folgt auf Merkel

  1. Dass 43% der Wähler Spahns zu Krampf-Karrenbauer überliefen, ist durchaus eine Überraschung. Ansonsten wenig Neues. Die CDU ist tot, es hat sich nichts geändert.

    Maaßen hat man wie erwartet ausgetauscht, um die AfD jetzt beobachten zu lassen. Was jetzt kommt, ist ungewiss. Ein ausreichend großer Anteil an Wählern dürften bleiben. An die FW glaube ich noch nicht, kann es aber auch nicht völlig ausschließen. Ich würde sie nicht begrüßen. Die FDP wird die Lücke sicherlich nicht schließen können, sonst hätte sie auch nicht beim Migrationspakt mitgemacht. Da macht eher noch eine neue Partei das Rennen, wobei das Terrain seit der AfD vergiftet ist. Deswegen wird diese neue Partei am Ende auch nur die Partei der Nichtwähler sein.

    • Die Nichtwähler ändern aber nichts bzw. stärken Frau Merkel und ihre Nachfolgerin. Im Moment sehe ich niemand, der sie und ihre alternativlose Politik stoppen könnte. Die AfD selbst ist vergiftet, aber vielleicht kann sie toxische Mitglieder binden, so dass eine neue Partei weniger unter diesen Leuten zu leiden hätte (obgleich die Entwicklung von LKR nicht dafür spricht).

      • Nein, nicht die AfD ist toxisch. Das gesamte Gelände der Mitte und rechts davon ist vermint. Den Weg durch die Minen geht jetzt nur noch jemand, der völlig lebensmüde ist. Schuld daran hat die sogenannte 4. Gewalt, die ihre Kompetenzen maßlos überschreitet und ein reines Propaganda-Instrumentarium geworden ist, das nicht die Wahrheit, sondern Gesinnung berichtet.

        Realistisch sind nach der Niederlage von Merz, die doch klar gezeigt hat, dass die CDU in Gänze und nicht nur die Parteispitze eine andere Partei geworden ist, nur noch 2 Optionen:

        Option I und II: Die AfD wird zwar beobachtet, schafft es aber die konservativ-bürgerlichen Mitglieder zu halten. Es kommt zwar nicht mehr viel Neues hinzu, aber der Flügel wird altersmüde oder ein kleiner Teil davon wird tatsächlich noch vernünftig und streift zumindest den unappetitlichsten Teil der JA sowie Räpple und Co. ab. Wahrscheinlicher ist aber wohl, dass die Wahlergebnisse zwar in Ordnung mit der Chance auf Zweistelligkeit bleiben, aber der Flügel endgültig die Mehrheit erringt. Vielleicht noch nicht nächstes Jahr, aber dann nach dem Herbst und den Wahlen im Osten.

        Option III und IV sind doch eher unwahrscheinlich: Die FW werden tatsächlich noch größer. Sie sind aber bereits jetzt keine ernsthafte Alternative. Wo ist denn das Unterscheidungsmerkmal zu CSU/FDP? Inhaltlich haben sie nichts anzubieten. Bundesweit gewinnt man mit einer CSU in grünerer Farbe, damit Unzufriedene die CSU zumindest indirekt wählen können, keine ausreichenden Zustimmungsraten. Da ist eine andere Variante, ebenso (un)wahrscheinlich: Die AfD trennt sich noch einmal, wobei der Flügel nicht gehen würde, sondern sich der bürgerliche Flügel abspalten müsste. Die Erfolgsaussichten wären, wie bereits mehrfach erprobt, gering.

      • Liberale wie ich und echte Konservative werden zwar auch von links angegriffen, aber es trifft uns nicht wirklich, weil die Angriffe nicht berechtigt sind. Das war bei der AfD anfangs auch so, hat sich aber geändert. Rechtsextremisten und nationale Sozialsten sind alles andere als bürgerlich. Eine solche Partei hat vielleicht auch einen Platz in einer Demokratie, aber warum Sie sich mit diesen Leuten noch gemein machen, verstehe ich nicht. Dass die AfD ins bürgerliche Lager zurückfindet, halte ich für nahezu ausgeschlossen. Eher wird Herr Merz doch noch der nächste Bundeskanzler.

      • Die aktuelle politische Lage ist tatsächlich spannend und natürlich für die Zukunft Deutschlands auch dramatisch. Ich schätze, zum Ende des kommenden Jahres werden wir wesentlich mehr wissen. Neben der EU-Wahl, bei der sich zum ersten Mal eine große patriotische Europa bejahende Opposition bei einem gleichzeitigen Schwund der SPD- und CDU-Parteien West-Europas herausbilden kann, gibt es noch die weniger wichtige Bremenwahl, sowie drei Landtagswahlen in Ost-Deutschland. Von der allgmeinen Tendenz her dürfte sich sowohl auf der EU-Ebene, als auch auf der nationalen Ebene für die Altparteien, gerade SPD & CDU, ein Debakel ergeben. Gleichzeitig sind es auch die ersten Wahlen, bei denen die AfD zum zweiten Zug ausholt. Große Zugewinne würden am Ende des kommenden Jahres die endgültige Etablierung der AfD bedeuten.
        Daher wird nun auf den letzten Metern noch das letzte Ass VS-Beobachtung hervorgeholt, um sich Luft zu verschaffen und den Aufstieg der AfD zumindest noch zu bremsen: Die AfD erstens diskreditiert und zweitens soll sie sich mit sich selbst beschäftigen, damit die Mitverantwortlichen von Vergewaltigung Mord und Totschlag (erst jüngst wieder in Sankt-Augustin) aus dem defensiven Modus wieder in den offensiven gelangen können.
        In den 90ern mag man damit noch Erfolg gehabt haben, wie nachhaltig dies heute noch ist, darf durchaus bezweifelt werden.
        Nachdem die 49er Bundestagswahl noch ein buntes Tableau an Parteien in den Bundestag brachte, wurde 50,51 angeblich auf Geheiß der Briten der Verfassungsschutz mit Zuschnitt auf die Regierenden gegründet, 5 Prozenthürde und weitere Schmankerl, wie ein Nein zu Volksabstimmungen, folgten, so dass sich schon bald ein Parlament nach britischem, US-amerikanischen, französischem Zuschnitt mit 2-3 Parteien herausbildete – eine lebendige, pluralistische, wachsame, wehrhafte und vor allem demokratische Demokratie. Die Entwicklung kennen wir…

      • Wenn die CDU nächstes Jahr weiter verliert, könnte das sogar Frau Merkel wieder stärken, weil Frau Kramp-Karrenbauer die direkte Verantwortung übernehmen müsste. Die AfD ist leider keine echte Alternative mehr, schon gar nicht konstruktiv.

      • Was bleibt mir denn anderes übrig? Ich sehe es anders als Sie. Ich sehe meine Ansichten als nicht von der Gesellschaft akzeptiert. Im privaten Gespräch natürlich schon. In den Medien und in der Öffentlichkeit aber nicht. Stünde ich dort, dann könnte ich nicht offen sprechen. Je mehr die AfD in die Schmuddelecke gestellt wird, desto schwieriger wird es wieder. Ich lebe in einer Gesellschaft, in der die Medien Gesinnung und in nicht seltenen Fällen sogar ganz offen Unwahrheiten verbreiten. Die Zielsetzung dahinter ist dabei immer gleich: Die soziale Verächtlichmachung, wenn nicht gar die soziale Vernichtung der bürgerlichen Existenz jeglichen Kritikers. Schauen Sie sich doch die Schicksale von Roland Tichy, Max Otte und Co. an. Sie wurden aus der bürgerlichen Gesellschaft ausgeschlossen.

        Auch wenn sich in der AfD einige unappetitliche Gestalten angesammelt haben und gleichzeitig von mir geschätzte Leute wie Steffen Königer austreten, bleibt einem doch nur die Wahl der AfD, wenn man eine Stimme für die Meinungsfreiheit abgeben möchte. Die AfD könnte deutlich besser sein, aber sie ist besser als nichts. Sie ist jedenfalls besser als die FDP oder die FW, die sich im Zweifel immer den grün-linken Meinungsmonopolisten und Eliten unseres Landes unterordnen würden.

        Geben Sie mir eine Opposition, die aufrecht, standhaft und aussichtsreich gegen diesen zerstörerischen Wahnsinn ankämpft, und sich dabei Vernunft und Anstand bedient. Ich würde Sie nicht nur wählen, ich wäre vielleicht sogar dabei. Solange sehe ich die guten und mutigen Leute in der AfD, die es nach wie vor gibt und die Unterstützung verdient haben.

      • Ich verstehe Ihre Argumentation, halte sie aber für falsch. Die AfD steht doch nicht für Meinungsfreiheit, sondern bekämpft diese aktiv. Es gilt nur für sie auch der von ihr nicht anerkannte liberale Grundsatz, dass das Äußern von Meinungen erlaubt ist, die man selbst ablehnt.

        Es gibt leider momentan keine auch nur halbwegs gute und zugleich chancenreiche Partei in Deutschland. Das ist doch im Grunde das Hauptthema in diesem Blog, spätestens seit Mitte 2015, wenn nicht seit Anfang 2014. Die AfD und selbst LKR sind daran jedoch mitschuldig. Von daher habe ich sogar gewisse Sympathien dafür, wenn jemand noch in der AfD auf verlorenem Posten für Besserungen kämpft, aber das Eintreten für diese AfD ist verfehlt.

      • @Alexander Dilger

        Sie übersehen, dass zahlreiche, heute „politisch nicht korrekte“ Positionen, die die AfD vertritt, noch vor wenigen Jahren durchwegs von Unionspolitikern , ja sogar von unserer wundersam wandelbaren Kanzlerin höchstselbst, vertreten wurden.

      • Die offiziellen Positionen sind nicht das Problem der AfD, sondern immer mehr Personen bis hin zu Spitzenleuten sowie deren Wortwahl.

      • Das sehe ich genauso, halte es aber nicht für unabänderbar.

      • Peter Burger schrieb:

        „und gleichzeitig von mir geschätzte Leute wie Steffen Königer austreten“

        Ich habe Steffen Königer so in den Jahren 2014, 2015 auch recht positiv betrachtet und hatte mich damals auch für ihn und seinen erfolgreichen Landtagseinzug gefreut. Sympathisch fand ich auch seine Bodenständigkeit und unorthodoxe Herangehensweise. Außerdem schien er auch damals schon zu denjenigen in der Partei zu gehören, die die Existenz der AfD nicht nur in dem Widerstand gegen die Eurorettungspolitik begriffen, sondern auch als Bollwerk gegen die zunehmende Entheimatung. Zumindest war das als interessierter Außenstehender mein Eindruck. Er hatte ja damals auch die Erfurter Reolution unterzeichnet.
        In den folgenden Jahren habe ich ihn etwas ambivalenter gesehen, wenn auch nicht grundsätzlich negativ. Von seinen inhaltlichen Standpunkten, auch wie er sich in seinen Reden und in den sozialen Netzwerken geäußert hat, entsprach er für mich eigentlich dem AfD-Mainstream, anders als z.B. der vor ein paar Monaten ausgetretene Jörn Kruse. Von seinen Standpukten, zumindest wie er sie überall geäußert hat, war er eigentlich alles andere als isoliert und an den Rand gedrängt. Auch hat er selbst auch schon öfters mal deftige Sprache benutzt, wie etwa „Messermänner“, „Goldstücke“ oder „totaler Krieg“.
        Sein Problem war eher, dass er sich auf der menschlichen und kommunikativen Teamebene im Laufe der Jahre 2016 – 2018 zunehmend isoliert hat. Das galt insbesondere für seinen Landesverband Brandenburg, aber auch bundesweit. Die Kritik, die er an Höcke oder dem „Flügel“ (klar greifbar ist der Flügel sowieso nicht, da es keine Vorstände & Mitgliederlisten gibt) hier und da äußerte, war teilweise auch richtig und berechtigt, jedoch längst nicht immer diplomatisch, kollegial und mit Maß.
        Vermutlich hat er sich da auch einfach zu sehr von seinem früheren Chef Dieter Stein beeinflussen lassen, der selbst (bzw JF) schonmal vom VS überwacht wurde. Dieter Stein hat ja mit seinen politischen Einschätzungen längst auch nicht immer richtig gelegen.

        Wenn er behauptet, er könnt nun plötzlich das alles nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren, so ist er unehrlich und für mich persönlich durchaus eine Entäuschung. Mitte Oktober schaffte er es in seinem eigenen Landesverband nicht einmal zum Ersatzdelegierten, eine in wenigen Wochen stattfindende Listenkandidatur für die LTW 2019 wäre bei diesem Beliebtheitsgrad im eigenen LV wohl zu einem Debakel geworden. Seine letzte große Chance auf eine weitere politische Karriere in der ersten Reihe ist bei der Aufstellung zur EU-Wahl ZEHN TAGE vor seinem Parteiaustritt krachend gescheitert: Er verlor gegen die GEMÄßIGTEN und Flügel-ferne Kandidaten Lars Patrick Berg und Prof. Gunnar Beck. Bei der Kandidatur gegen Berg auf Listenplatz 4 bekam er gerade einmal um die 45 Stimmen.

        Noch Anfang November, 2,5 Wochen vor der Listenwahl und 4 Wochen vor seinem Parteiaustritt hat er sich bei einem Konfrontationsdialog Alternative Mitte vs Flügel als waschechten und überzeigten AfDler dargestellt, für den Differenzen nicht unüberbrückbar wären….

        Er hätte sich auch temporär in die zweite, dritte Reihe einordnen können, wie es Konrad Adam getan hat – wenn es ihm wirklich nicht um gutdotierte Mandate ging… Ja eine Enttäuschung

      • Ich mochte Königers unkonventionelle Art. Ein Konservativer ohne Stock im Arsch, so wie ich mich auch sehe. Er hatte das Talent witzig zu sein, ohne auf eine inhaltliche Komponente zu verzichten. Er hat modernes Leben mit konservativen Werten gut verbunden.

        Seine Gewissensäußerungen halte ich jetzt auch für Unsinn, dafür erinnert der Austritt zu sehr an Petry. Trotz allem frage ich mich, wir er innerparteilich so sehr an den Rand rücken konnte, wo er sich doch auch gerade im Wahlkampf als ideales Wahlkampfgesicht eignet. Kalbitz ist im Gegensatz zu Königer nun wahrlich kein Sympathieträger. In die persönlichen Befindlichkeiten habe ich keinen Einblick, vielleicht ist er als Einzelkämpfer wirklich zu sehr angeeckt. Lars Patrick Berg ist jedenfalls mit Sicherheit kein Mann des Flügels.

      • Steffen Königer hat sich eben als in erster Linie Karrierist entpuppt, dem die beruflichen Perspektiven in der AfD abhanden gekommen sind. So hat er seinen Schritt hinter den Kulissen auch begründet. Dass er zum Abschied dann noch so ein großes Medien-Bohai abgezogen hat, ist vermutlich weniger eine Frage schlechten Stils, als der weiteren persönlichen Karriereplanung.

  2. Eigentlich bin ich mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Jetzt sind wir doch mal ehrlich: Merz hätte es auch nicht verdient gehabt. Er hat 0 Mut bewiesen, hat kein Feuer entfacht und 0 für seine Überzeugungen (zumindest die ihm zugeschriebenen, sofern er überhaupt welche hat) gekämpft. Er hat sich eher kampflos angebiedert. So hat er sich überflüssig gemacht und es ist nur logisch, dass man sich dann für AKK entschieden hat.

    Auch wenn es enttäuschend ist, dass es in der CDU offensichtlich keine Mehrheit für das Modell Kurz gibt: Es ist gut, dass die Fronten jetzt geklärt sind. Die Prognosen vieler Skeptiker (wozu auch ich mich zähle) sind eingetreten. Merz spielt ein falsches Spiel und die Medien vermitteln ein Bild, das nicht der Wahrheit entspricht. Jetzt muss sich wenigstens niemand mehr der Illusion hingeben, dass sich was ändern könnte. Wer die CDU wählt, der wähl inhaltlich Schwarz-Grün oder Schwarz-Rot und nichts anderes. Der Merz-Zug ist genauso im Nirgendwo entgleist wie der Schulz-Zug vor einem Jahr. Wir werden von Merz erst wieder hören, wenn er wegen irgendwelchen krummen Geschäften bei BlackRock doch noch den Hut wird nehmen müssen.

    • Herr Merz war tatsächlich kein überragender Kandidat. Es ist schon erstaunlich, dass sich in der ganzen CDU kein Besserer gefunden hat. Trotzdem ist die Opposition gegen Frau Merkel und ihren Kurs deutlich geworden. Die Delegierten sind fast alle Funktionäre. Die Mehrheit hat im ersten Wahlgang nicht Mini-Merkel gewählt. Diese hat im zweiten Wahlgang nur gewonnen, weil sie besser gekungelt hat, wie ihre Beförderung des JU-Vorsitzenden zum CDU-Generalsekretär zeigt. Er allein dürfte mehr als die 18 entscheidenden Stimmen mitgebracht haben. Auch Herr Spahn könnte rein eigennützig im zweiten Wahlgang gegen Herrn Merz gestimmt haben, unter dem er weniger Chancen gehabt hätte als jetzt.

      • Merz und Spahn scheinen sich tatsächlich nicht verstanden haben. AKK hat der JU Posten versprochen. Merz hat ihnen die Chance auf den Vorsitz genommen. Merz hat als Lobbyist selbst in der CDU einen schlechten Ruf gehabt, Spahn hat sich hingegen jetzt auch als Sozialpolitiker einen Namen gemacht. Ich glaube zwar nicht, dass Spahn gegen AKK gewonnen hätte. Aber Merz als ein Mann von gestern war ein Fehler. Schäuble wäre als Übergangslösung bis 2021 wahrscheinlich tatsächlich vielversprechender gewesen.

  3. Heute ist der 7.10.2018, und heute wurde eine riesige Chance von der CDU vergeben. So etwas habe ich in ähnlicher Form schon einmal (sehr dramatisch) erlebt, das war am 17./18.10.1989 in der DDR. An diesem Tag wurde Erich Honecker (und auch Mittag sowie Herrmann) im Politbüro des ZK der SED abgewählt und damit abgesetzt. Antragsteller und damit „Königsmörder“ waren Günter Schabowski, Harry Tisch und Egon Krenz. Krenz wurde als Nachfolger vorgeschlagen. Die endgültige Entscheidung musste im Zentralkomitees (ZK) erfolgen. Am Tag danach (Mittwoch, den 18.10) hat Honecker auf der Tagung des ZK seinen Rücktritt aus „gesundheitlichen Gründen“ bekanntgegeben. Allerdings wurden vom ZK die restliche alte Garde des ZK wieder in ihrem Amt bestätigt und es gab somit keinen! Neuanfang. Am 18.10.1989 habe ich deshalb schriftlich und öffentlich am schwarzen Brett in meiner Uni den Austritt aus der SED erklärt. (Warum ich Mitglied war, ist eine andere Geschichte). Damit war ich der Erste an der Uni, der in diesen Tagen aus der SED ausgetreten ist. Mein Aushang war nach kurzer Zeit verschwunden. Und doch ich hatte Recht, denn einen Monat später war alles vorbei, die Mauer war offen.
    Aber die CDU im Jahre 2018 scheint aus der Geschichte NICHTS! gelernt zu haben. Dann geht es eben weiter in der bleiernen Zeit, Frau Kr** irgendwas unaussprechliches. Geschichte wiederholt sich …

    • Ich denke nicht, dass sich Geschichte wiederholt. Wir haben keine Mauer und mit wem sollten wir Deutschen uns wiedervereinigen? Mit Frankreich nach mehr als 1000 Jahren, weil Herr Macron so ein großartiger Präsident ist? Dann vielleicht doch besser mit Österreich unter einem Kanzler Kurz.

  4. AKK hat nur eine hauchdünne Mehrheit gekommen. Sieger sehen anders aus! Die CDU ist eine gespaltene Partei. Es zweigt sich wieder, dass CDU und CSU besser getrennt marschieren würden.

    Ob Merkel bis 2021 Kanzler bleibt, ist offen. Sie kann gar nicht ohne die Politik leben! Was soll sie auch sonst machen? Zu Hause Plätzchen backen für Enkelkinder, die sie nicht hat? Vielleicht spekuliert sie darauf, nächstes Jahr EU-Kommissionspräsident zu werden oder UNO-Generalsekretär? Wegegelobt nach weiter oben!?!

    Wie kommen Sie auf die Behauptung, dass die AfD jetzt „noch weiter nach rechts“ rückt??? Da die Lindner-FDP in der Tat ein Total-Ausfall ist, bietet nur die AfD eine Alternative für das bürgerlich-konservative Lager im Gegensatz zu einer linken AKK-CDU, den noch linkeren Grünen, Roten und Dunkelroten…!

    • Die bundesweite Ausdehnung der CSU wäre tatsächlich sinnvoll. Herr Söder wird das nicht machen, aber wie wäre es mit der Werte-Union? Dagegen ist die AfD inzwischen weder bürgerlich noch konservativ oder gar liberal, sondern national-sozialistisch. Dort werden inzwischen Ihre Ziele und Werte nicht mehr vertreten, sondern ins Gegenteil verkehrt.

      • Herr Söder ist wie Herr Lindner ein reiner Opportunist. Trotzdem ist die CSU insgesamt konservativer als die CDU und jeweils die Basis bürgerlicher als die Spitze.

      • Signifikante Austritte der Werteunion und des Wirtschaftsflügels könnten die Chance für einen Neuanfang bieten, aber Vorsicht vor zu vielen Neugründungen. Wenn die Freien Wähler ihren bundespolitischen Anspruch verstärken, müsste es hier zu einem Schulterschluss kommen. – Zur AfD, Innensicht aus Parteiversammlungen der letzten Tage und Wochen im südlichen NRW: Einerseits gibt es unappetitliche Bundes-Trends und die Entwicklung geht weiter nach rechtsaußen. Andererseits gibt es etwa im im Rheinland (und anderen Verbänden wie Hessen) klare Mehrheiten für Leute, die mit dieser nationalen, sozialistischen Ausrichtung nichts am Hut haben. Was macht diese Mehrheit, wenn die Gesamtpartei kippt: Ein Teil wird sich opportunistisch den neuen An- oder Verführern anschließen. Ein erheblicher Teil stünde aber einem erfolgsversprechenden Aufbruch von WerteUnion und FW aufgeschlossen gegenüber.

      • In Mecklenburg-Vorpommern sind zumindest die prominenteren AfD-Aussteiger zu den Freien Wählern gewechselt. Das geht also und erscheint mir auch sinnvoller als noch ein neues Projekt mit völlig ungewissem Ausgang.

  5. Zunächst einmal knallen da natürlich bei FDP und AfD die Korken. Auch die GRÜNEN dürfte das Ergebnis freuen. Dass die CDU der SPD nun in die völlige Bedeutungslosigkeit folgt, sehe ich indes noch nicht. Dafür müsste sich die AfD endlich von ihrem rechten Narrensaum trennen, der der CDU zumindest in die Hände spielt. Die Freien Wähler sehe ich auf der Bundesebene genauso wenig wie die CSU. Nämlich überhaupt nicht. Und Bernd Luckes komische Calvinisten-Wahlsekte natürlich erst recht nicht. Bemerkenswert finde ich, dass sowohl die Post-DDR-CDU als auch die SED so einen hohen Anteil ihres Spitzenpersonals im kleinen Saarland rekrutiert. Soweit meine zwei Cent.

    • 300-sel: Wer außer Prof. Lucke ist dort denn noch Calvinist? War die CDU unter Merkel wegen ihrer Vorsitzenden eine Lutheraner-Partei, ist sie allen wegen AKK eine Katholiken-Partei wie die SPD wegen Nahles (AKK und Nahles sind hohe Funktionäre der römisch-katholischen Kirche wie auch Grünen-Führer Kretschmann). Als Calvinisten bekennen sich im übrigen auch Ungarns Orban, der USA Trump und Rutte aus den Niederlanden…

      • Ihre Frage sollte wohl eher lauten, „Wer außer Bernd Lucke ist überhaupt noch bei ‚Bernd Lucke und die liberal-konservativen Reformer‘ ?“ oder „Wer ist Bernd Lucke und wenn ja, wie viele?“.

        Aber vielen Dank für Ihren Hinweis, ich werde Ironie fortan für Leser, die sie nicht von selbst erkennen, ausdrücklich kennzeichnen. 😉

      • “ Bernd Lucke und die liberal-konservativen Reformer“ ist ein lustiger Parteiname.
        Erinnert an Musikgruppen. Da werde bei mir alte Erinnerungen wach, denn ein Schulfreund hatte eine Band “ Dr. Didi und die Vitamine“.
        Haben schon einen Vorschlag: „Dr. Berndi und die 0,0 Prozent“

    • Die CDU wird zumindest vorerst nicht untergehen. Ihre Chancen, stärkste Partei zu bleiben, sind gestern doch sogar gestiegen. Allerdings nimmt die CDU seit Frau Merkel einen anderen Platz im Parteiensystem ein als früher. Es gibt jetzt rechts der Union eine demokratische legitimierte (wenn auch nicht bürgerliche) Partei. Dafür wird die SPD verschwinden und sind zukünftig die Grünen der größte Gegenspieler und zugleich wahrscheinlichste Koalitionspartner.

  6. Die Niederlage von Merz ist auch ein weiteres Scheitern von Schäuble. Ihm ist es genauso wenig wie Seehofer gelungen, Änderungen der Unionspolitik zu erreichen.
    Die AfD wird weiter ihre Prozente holen, Qualität wird immer weniger wichtig, sie bleibt in der Schmuddelecke.
    Ob sich die kleinere FDP in der Opposition spürbarer wir profilieren können, wenn wir nun Merkel AKK unlimited bekommen?
    Am wahrscheinlichsten ist eine langjährige schwarzgrüne, also neulinke Dominanz, ggf mit einer kleinen SPD als Mehrheitsbeschaffer.
    Wie sieht Deutschland 2029/30 aus, nach der zweiten Regierungszeit von AKK?

    • Gestern ist tatsächlich auch Herr Schäuble gescheitert. Ex post war es eine dumme Idee, Herrn Merz aus der Versenkung zu holen. Entweder hätte Herr Schäuble selbst antreten müssen oder Herrn Spahn weiter unterstützen sollen. Die Spaltung der Merkel-Opposition erlaubte die Kungeleien, die im zweiten Wahlgang zum knappen Erfolg von Mini-Merkel führten.

      • Warum hätten die Spahn-Leute im zweiten Wahlgang Herrn Schäuble wählen sollen? Wie wäre der Sieg von AKK zu verhindern gewesen?

      • Wenn alle Spahn-Anhänger im zweiten Wahlgang für Herrn Merz gestimmt hätten, hätte dieser offensichtlich gewonnen. Doch die JU wurde mit dem Generalsekretärsposten herausgelöst und auch Herr Spahn kann sich jetzt rein eigennützig größere Hoffnung machen als unter einem Vorsitzenden Merz.

      • Klüngel soweit das Auge reicht. Von Kompetenz als Auswahlkriterium keine Spur. Widerlich.

  7. Sehr guter Kommentar von Ihnen, Herr Prof. Dilger! Die FDP hat jetzt eine Gelegenheit, aus ihrer Stagnation bei Umfragen zu kommen. Sie braucht aber dringend „Liberalismus-Berater“. Ein Beirat von Wissenschaftlern wäre hilfreich.

      • Christian Lindner ist mehr an Berichten in Publikationen, die man früher als „Regenbogenpresse“ bezeichnet hat, interessiert als an seriöser Politik. Zumindest in dieser Hinsicht wird er Marcus Pretzell immer ähnlicher.

      • Tatsächlich passt Herr Pretzell viel besser in die Lindner-FDP als ich. Falls er dorthin zurückkehrt, hat sie sich endgültig für mich erledigt.

  8. Herr Lindner dürfte der größte Stein vom Herzen gefallen sein. Herr Merz hätte nicht die AFD, sondern die FDP halbiert. Wie Sie sagen, wird es die FDP nicht schaffen, sich zu profilieren.

  9. Nichts wäre schlimmer gewesen für die AfD und ganz generell für den patriotischen Widerstand, wenn der naiven und von den Altmedien gering informierten westdeutschen Bevölkerung ein pseudokonservativer Neuanfang nach dem Schema alter Wein in neuen Schläuchen vorgesetzt worden wäre. So nach dem Motto bitte bleibt weiter ruhig und geduldig, es wird sich schon noch alles richten und zum Guten wenden und einen Widerstand gegen das etablierte Polit-Kartell bräuchte es nun nicht mehr. Nun wird AKK hoffentlich die CDU endgültig richten und einen gründlichen und nachhaltigen maximalen Bruch eines möglichst großen liberal-konservativen Lagers mit dem etablierten Altparteienkartell hervorrufen.
    Für eine grundsätzliche patriotische Wende, damit einer Umkehr von den alt-68er Leitideen hin zu einer nachhaltigen Erneuerung müssen quantitativ relevante Teile der Bevölkerung einen tiefgreifenden Vertrauensverlust in die etablierte Politik- & Medienlandschaft haben. Es muss alles als ein Teil einer gemeinsamen großen Agenda begriffen werden, die in den wesentlichen Themen (Vereinigte Staaten v. Europa, Islamisierung, Terrorismuszunahme, Souveränitätsabgabe nach Brüssel, Zerstörung der deutschen Wirtschaft, des Wohlstandes und der Sicherheit sowie Demokratieferne und Identitätsaufgabe) an einem Strang zieht.
    Dass alle deutschen Altparteien auf BRD- und Eu-Ebene hier an einem Strang ziehen, kann man in jedem Landtag, Bundestag und im EU-Parlament sehen. Auch innerhalb der CDU gibt es schon seit längerem keinen nennenswerten Widerstand gegen die Deutschland- und Europafeindliche Politik mehr.
    Mit einem Merz oder Spahn wäre etwas vorgegaukelt worden, was nicht existiert: Die Liebe zur Heimat und die Achtung vor der Demokratie (das Volk ist der Souverän). Tatsache ist, dass der CDU von ihren Gründervätern, den westalliierten Siegermächten des 2. WK, bereits die Demokratieferne in die Wiege gelegt worden: Ablehnung von Volksentscheiden zu relevanten Themen ( Souveränität, Migration, etc), Vereinnahmung der Medien & Sicherheitsapparate gegen die Opposition & kritische Stimmen, Unterstützung ausländischer salafistischer Terrorbanden (USA in den 80ern die Taliban in Afghanistan, SPD & CDU „moderate Rebellen“ in Syrien, die der Muslimbruderschaft nahe stehen).
    Es ist natürlich kein Zufall, dass gerade just zum Beginn des CDU-Parteitages eine kurze fix zusammengeschusterte dpa-Meldung durch die Altmedienkanäle verbreitet wurde, dass der Focus aus „Sicherheitskreisen“ (aka SPD & CDU Innenminister) von einem AfD-Beobachtungsvorhaben des neuen VS-Chefs und CDU-Parteibuchbesitzers gehört hätte. Weiter hieß es in der dpa-Meldung, dass dies aber noch „geprüft“ werden müsse. Rechtlich gesehen ist es illegal und wettbewerbsverletzend über etwas zu berichten, was noch nicht abschließend beschlossen ist. Bei dieser ganzen Farce ging es natürlich nur darum etwaige ob der AKK-Wahl enttäuschte CDUler von einem Beitritt zur AfD fernzuhalten.
    Gleichzeitig konnte man in sämtlichen etablierten Presseorganen, auch in den angeblich konservativen Welt und FAZ, Lobeshymnen auf Kramp-Karrenbauer und die Merkel-CDU lesen.
    Auch hier wurde wieder deutlich: Die Altmedien salutieren den Altparteien gerade auch in schwierigen Zeiten, in denen die SPD- und CDU-Parteien Westeuropas sich in Rückzugsgefechten befinden, als die willfährigen und treu ergebenen Wächter der Wahrheitssysteme. Die patriotische Opposition befindet sich überall in Europa im langsamen, gleichwohl aber stetigen Aufstieg (zuletzt Vox in Spanien), trotz eines breiten aggressiv um sich schlagenden Kartells.

    • Die „naive und von den Altmedien gering informierte westdeutsche Bevölkerung“, wie Sie die Bundesbürger West bezeichnen, hat schon gegen die ungefragte Vereinnahmung durch die DDR nicht aufbegehrt und seinerzeit ihren dadurch schleichend bevorstehenden Wohlstandsverlust widerstandslos hingenommen. Warum sollte sich daran durch die wirtschaftlich vollzogene „Wiedervereinigung“ mit 16 oder 17 Millionen neunmalklugen und durch Qualitätsmedien wie „Stimme der DDR“, die „aktuelle Kamera“ oder „Neues Deutschland“ bestens informierte sozialistische Armutsflüchtlingen etwas geändert haben?

      • Die deutsche Wiedervereinigung war richtig. Seinerzeit war auch nur Herr Lafontaine dagegen, der sich dann später paradoxerweise bei der umbenannten SED andiente.

      • In einem Punkt hatte Oskar Lafontaine Recht: Die „Wiedervereinigung“ wurde in viel zu großen Schritten und völlig übereilt umgesetzt.

      • War es außenpolitisch wirklich nötig? Matschbirne (Helmut Kohl) hat diesbezüglich ohne jede Not im Schweinsgalopp gehandelt. Die UdSSR hätte sich der bankrotten DDR auch zu einem späteren Zeitpunkt noch genauso gerne entledigt und ich kann auch nicht erkennen, warum die übrigen Aliierten Deutschland unbedingt hätten zu einer überstürzten „Wiedervereinigung“ drängen müssen. Aber im Freundentaumel über die vermeintlich einmalige historische „Chance“ haben wohl die meisten der verantwortlichen Akteure ihren gesunden Menschenverstand verloren.

      • Relativ zum Ostblock war die DDR sehr reich und Herr Gorbatschow wurde schnell entmachtet. Vielleicht wären ohne Wiedervereinigung sogar die Putschisten erfolgreich gewesen. Im Westen waren nur die USA dafür.

      • Die DDR mit ihrer Scheinwirtschaft war völlig bankrott. Zumindest Russland (und auch einige andere Staaten der ehemaligen UdSSR) hat sich hingegen prächtig erholt.

      • Wirtschaftlich war die DDR viel stärker und sind es jetzt die neuen Bundesländer weiterhin. Nur der Vergleich mit den alten Bundesländern führt zum ständigen Gemecker.

      • Das ist auch nur eine Frage der Perspektive. Wirtschaftlich gesehen ist der Kongo auch stärker als die Zentralafrikanische Republik. So what!

      • Es widerlegt Ihre These, Russland bzw. damals noch die Sowjetunion habe die DDR aus wirtschaftlichen Gründen loswerden statt halten wollen.

      • Nicht nur. Aber die wirtschaftlich seinerzeit selbst stark schwächelnde Sowjetunion hat doch all ihre kommunistischen Satelliten wirtschaftlich fallen lassen, als sie selbst anfing aus dem letzten Loch zu pfeifen. Einschließlich dem sozialistischen Vorzeigeparadies Kuba.

      • Ich glaube nicht, dass Trabant, Robotron-Computer oder „Plaste und Elaste“ tatsächlich so große Exportschlager waren, wie Ossis gerne behaupten. Aber selbst wenn dadurch tatsächlich irgendwann in grauer Vorzeit irgendwann einmal ein paar Ostmark als Unterstützung aus Ost-Berlin nach Moskau geflossen sein sollten, war dies in den 1980er Jahren ganz gewiss längst nicht mehr der Fall. Die DDR war hoffnungslos bankrott und wurde deshalb von den Sowjets fallen gelassen. Da mögen unsere wiedervereinigten Mitbürger noch so sehr von den berauschenden Erfolgen ihrer Montagsspaziergänge träumen – mir können sie diesen Bären nicht aufbinden.

    • Es fehlt an einer bürgerlichen Partei für liberale und konservative Wähler. Die CDU ist das nicht mehr und die AfD auch nicht. Die FDP könnte es wieder werden, aber nicht unter Herrn Lindner. Die CSU verzichtet wohl auf ihre bundesweite Ausdehnung, die auch den Freien Wählern bislang nicht wirklich gelungen ist.

      • Sie haben wieder einmal recht, Herr Prof. Dilger! Meines Erachtens sollte es sogar 2 neue Parteien geben, eine konservative Variante der CDU/CSU (etwa Freie Wähler) und eine liberale Variante der FDP.

      • In dem Fall würde ich bei der liberalen Partei mitmachen. Die FDP ist jedoch wieder zu stark für eine weitere bzw. wirklich liberale Partei. Welche Chancen sehen Sie, die FDP trotz oder nach Herrn Lindner zu ihren Idealen und Grundwerten zurückzuführen?

      • Lieber 300sel,
        ich bin sehr oft Ihrer Meinung, aber Ihr Kommentar Die „Wiedervereinigung“ wurde in viel zu großen Schritten und völlig übereilt umgesetzt ist leider nicht richtig.

        Schon kurz nach dem Fall der Mauer zeichnete sich der (2.) Golf-Krieg ab. Die USA, als wichtigster Unterstützer Deutschlands, hatten dann andere Prioritäten. Daher hat Helmut Kohl, der bei der Wiedervereinigung in der Tat viele Fehler gemacht hat, hier beim Tempo richtig gehandelt.

      • Lieber francomacorisano,

        das sehe ich nicht so. Die USA führten damals ja zu jeder Zeit irgendwo auf der Welt irgendeinen Krieg. Jedenfalls unter Bush senior, Clinton und Bush junior und auch in den Jahrzehnten zuvor. Also praktisch seit den 1950er Jahren (beginnend mit dem Koreakrieg).

      • Das ist nicht richtig. Sie schätzen die weltpolitische Lage falsch ein, sind jedoch ohnehin Gegner der Wiedervereinigung, die Herr Lafontaine komplett vermasselt hätte.

      • Ich schätze die weltpolitische Lage zwar ein klein wenig ANDERS ein als Sie, aber nicht zwangsläufig „falsch“. Die weltpolitische Lage hundertprozentig richtig einzuschätzen, kann sich wohl niemand anmaßen. Auch Sie nicht. Es kann immer irgendetwas passieren, womit niemand gerechnet hat.

        Dass die Wiedervereinigung der Bundesrepublik Deutschland in vielerlei Hinsicht massiv geschadet hat, werden auch Sie nicht von der Hand weisen können. Da hätte sehr vieles besser gemacht werden können, wenn auch nicht unbedingt von Politikern der SPD und SED. Ob Oskar Lafontaine tatsächlich noch größeren Schaden angerichtet hätte als Kohl, Weigel, Schäuble, Merkel usw., kann dabei völlig dahin gestellt bleiben, da diese Frage ohnehin rein hypothetisch ist.

      • Es geht doch um eine hypothetische Frage, da gibt es keine definitiven Antworten, jedoch mehr oder weniger plausible. Gerade das Risiko sprach doch für eine schnelle Wiedervereinigung. Vielleicht wäre sie auch noch zwei, drei Jahre später möglich gewesen, vielleicht aber auch nicht oder nur mit Blutvergießen. Wirtschaftlich wurden schwere Fehler gemacht, wobei es auch nicht einfach war. Eine eigenständige DDR mit offenen Grenzen hätte die meisten ihrer Bürger verloren, ohne DM oder Lohnanpassungen wäre das auch innerhalb der Bundesrepublik passiert. Richtig wäre vermutlich eine Sonderwirtschaftszone mit niedrigeren Steuern, Sozialabgaben und Regelungsdichte gewesen. Völlig verfehlt war die Aufgabe der DM. Auch die Franzosen haben nicht wirklich bedacht, was sie sich da gewünscht haben.

      • Wäre es wirklich ein Schaden für die BRD (alt) gewesen, wenn es so gekommen wäre, wie hier von Ihnen skizziert? Ich meine nicht.

        Und Ossis, die statt nur in den Westen Deutschlands zu emigrieren vielleicht in andere Länder ausgewandert wären, hätten dadurch auch mehr von der Welt kennen gelernt und wären heute entsprechend weltoffener. Dann gäbe es heutzutage vielleicht auch nicht ganz so viele verkappte kleine Nazis in den Neuen Bundesländern.

      • Das Problem ist doch eher, dass die DDR von den weltoffeneren und leistungsfähigeren Menschen verlassen wurde, sowohl vor dem Mauerbau als auch nach dem Mauerfall (und dazwischen unter größeren Erschwernissen ebenfalls). Diese Leute fehlten und fehlen für sich genommen und auch mit ihrem positiven Einfluss auf andere.

      • Merken Sie etwas?
        Unter genau demselben Phänomen leidet seit geraumer Zeit auch die Bundesrepublik Deutschland. Woran das wohl liegen mag? 😉

      • Die Emigration Hochqualifizierter ist tatsächlich ein Problem, fällt aber zahlenmäßig nicht so auf im Vergleich zur Zuwanderung Unqualifizierter.

      • Seine Unsichtbarkeit auf den ersten qBlick macht dieses Problem nicht harmloser. Absolut gesehen mag der (in vielen Fällen endgültige) Wegzug von 300.000 High Potentials p.a. im Vergleich zum Zuzug von zwei, drei oder vier mal so vielen afrikanischen Glücksrittern bescheiden wirken, aber rechnen Sie das einmal auf die durchschnittliche Lebenserwartung hoch. Der Wandel vom Hightech-Standort zur herabgewirtschafteten postindustriellen Bananenrepublik ist keine Frage mehrerer Generationen mehr. Wir werden das noch erleben.

  10. Die Krone wurde aufgesetzt, indem der Parteitag mit großer Mehrheit dem Migrationspakt zustimmte. Es muss jetzt auch Einheit um jeden Preis demonstriert werden.
    Nun besteht üppig Platz für eine neue Partei, die aber nicht aus einer Abspaltung hervorgehen sollte, um nicht das Schicksal der AfD/LKR zu erleiden.
    Zu überwältigend war der Sieg von AKK übrigens auch nicht, gegen Jemanden, der nach 16 Jahren Pause aus der Kälte hereinkam. Jetzt ist gründliches aber zügiges Nachdenken geboten. Die Lage ist klar.

    • Der Widerstand gegen Frau Merkel in der CDU ist erstaunlich groß, aber eben leider doch nicht groß genug. Die Lage ist eigentlich schon lange klar, nur fehlt es an einer parteipolitischen Alternative. Die AfD ist 2013 als eine solche gestartet, aber viel zu schnell gekippt.

      • Widerstand gegen Frau Merkel? Wenn diese Frau zehn Minuten lang unisono beklatscht wird nach ihrer Abschiedsrede, dann erkenne ich nicht viel von Widerstand.

      • In der Parteipolitik allgemein und in der CDU ganz besonders gibt es sehr viel Opportunismus. Wer kein Opportunist ist, wird vermutlich kein Bundesparteitagsdelegierter in der CDU und bleibt es auf jeden Fall nicht. Das Klatschen war öffentlich (und wahrscheinlich wird jetzt ausgewertet und sanktioniert, wer nicht ganz so euphorisch geklatscht hat) wie auch die Abstimmung über den Migrationspakt. Die Wahl war hingegen ausnahmsweise (!) geheim und über die Hälfte der Delegierten stimmte gegen Mini-Merkel. Mehr Widerstand kann man in der CDU nicht erwarten.

  11. In Cicero ist heute ein sehr guter kommentar zur selbstzerstörerischen cdu politik. Hätte nur jemand wie de maiziere im richtigen moment mut gehabt, er hätte als held in die geschichte eingehen können. Nun wird er als versager in erinnerung bleiben
    https://www.cicero.de/innenpolitik/angela-merkel-cdu-parteivorsitz-abschied-ruecktritt?amp&__twitter_impression=true

    Vielleicht haben wir glück und akk beschleunigt den niedergang der merkelschen cdu. Spätestens wenn die ergebnisse der ost wahlen verheerend werden wird sich die personalfrage neu stellen und wir sind die beiden idealerweise bald los. Denn klar ist, ein team akk/laschet o.ä. wird dann keine besserung verheissen…

    • Langfristig wird auch die CDU den Weg der SPD gehen. Eben nur nicht im selben Tempo. Dafür bekommt sie derzeit noch viel zu viel mittelbare Schützenhilfe aus dem letztlich vor allem von Alexander Gauland zusammengehaltenen rechten Narrensaum der AfD, von dem sich diese lösen muss, um mehr Erfolg haben zu können.

      • Die AfD kann sich davon längst nicht mehr lösen. Alle anderen lösen sich davon, und zwar sukzessive statt gemeinsam, was wirklich etwas bewirken könnte.

      • Nennen Sie doch mal größere Regionen oder relevante AfD-Politiker, die mit dem deutlich zunehmenden rechten Narrensaum nichts zu tun haben und ein starkes, sich davon distanzierendes Profil entwickeln?

      • Leider haben sich auch sehr gute AfD-Politiker durch unglückliche und naive Personalentscheidungen in ihren Abgeordnetenbüros vom rechten Narrensaum, insbesondere in Gestalt der „JA“ – in meinen Augen in erster Linie kopflose Radikale und (Schwerst-)Alkoholiker – beschädigen lassen. Die JA ist auf jeden Fall Part of the Game, was die Instrumentalisierung zur Unterwanderung der AfD durch die Neue Rechte angeht.

    • Gestern hat sich doch erneut gezeigt, dass das System Merkel durchaus funktioniert. Selbst von schlechten CDU-Wahlergebnissen nächstes Jahr könnte Frau Merkel noch profitieren, weil dann Frau Kramp-Karrenbauer die Verantwortung trüge. Ich gebe meine Wette noch nicht verloren, dass Frau Merkel auch über 2021 hinaus Kanzlerin bleiben kann. Das ist natürlich nicht sicher, aber gestern wieder wahrscheinlicher geworden.

  12. Peter Burger sagte am 08/12/2018 um 00:38 : „. . . Merz hätte es auch nicht verdient gehabt. Er hat 0 Mut bewiesen, hat kein Feuer entfacht und 0 für seine Überzeugungen (zumindest die ihm zugeschriebenen, sofern er überhaupt welche hat) gekämpft. Er hat sich eher kampflos angebiedert. So hat er sich überflüssig gemacht und es ist nur logisch, dass man sich dann für AKK entschieden hat. . . .“
    Dieses Bild rundet ab, dass Merz den Spahn zwar für den Vorstand empfiehlt, sich selbst aber bedeckt hält. Dabei würde doch die Integration der verschiedenen Flügel durch dessen Präsenz im Vorstand beflügelt werden. Auf jeden Fall ist der SPD mit Merz ein Aggressionsziel abhanden gekommen, so dass sich diese weiter ungehindert ihrem Verfall widmen kann.

    • Ich würde nicht ausschließen, dass Friedrich Merz in zwei Jahren noch einmal einen Anlauf nimmt. Schließlich ist die nächste Bundestagswahl erst 2021 und bis 2020 hat AKK viel Zeit, die Umfrageergebnisse für die CDU in den Keller zu treiben.

      • In zwei Jahren würde dann wohl eher Herr Spahn gewählt werden.

      • Das ist möglich. Ex post betrachtet wäre es von Herrn Schäuble auch klüger gewesen, nicht Herrn Merz zu reaktivieren, sondern weiter auf Herrn Spahn zu setzen. Die Spaltung der Merkel-Opposition führte am Ende zum Erfolg der Mini-Merkel.

      • Herr Merz scheint tatsächlich nur daran interessiert zu sein, mit möglichst geringem Aufwand Kanzler zu werden. So funktioniert das aber nicht und er wird wieder scheitern, wenn er überhaupt noch eine Gelegenheit zu einer prominenten Kandidatur bekommt.

    • Ich frage mich ein wenig, was Merz zu seiner Kandidatur getrieben hat, um dann fast schon lethargisch aufzutreten. Er muss sich ja echt als von Gott gerufen gefühlt haben, um ernsthaft zu glauben, dass ein solch uninspiriertes Auftreten ausreichen würde. Außer der Besserstellung von Aktien wird von ihm wohl keine Idee in Erinnerung bleiben. Merz ging wohl davon aus, dass Schäuble ihm ohne eigenes Zutun schon eine Mehrheit verschafft und er die Partei in der Zwischenzeit nur nicht aus dem Dornröschenschlaf aufwecken sollte. Wer Großes erreichen möchte, muss aber auch erst Großes leisten. Das hat er bei all seinen Jobs, die ihm sein Netzwerk und seine Kungelei in der Zwischenzeit besorgt hat, wohl vergessen.

      Dass die Spahn-Wähler in signifikantem Umfang zu AKK übergelaufen sind und sie jetzt mit dem Posten des Generalsekretärs belohnt werden, deutet ebenfalls daraufhin, dass es Merz versäumt hat eigene Netzwerke aufzubauen. Die JU sah wohl bereits alle Posten zwischen Altgedienten der Vor-Merkel-Ära und der heutigen Merkel-Truppe aufgeteilt. Dazu passt auch, dass die Merz-Seite Spahn zum Verzicht drängen wollte. Nach 15 Jahren Fernbleiben schon ein wenig anmaßend. Ohne Verankerung in der Partei als Erlöser aufzutreten, der sich dann nicht mal richtig reinhängt, ist eben keine gute Idee.

      • Herr Merz war letztlich ein schwacher Kandidat. Dafür war er ziemlich erfolgreich. Ein besserer Kandidat hätte also tatsächlich Erfolg haben können.

      • Ein echter Konservativer war Friedrich Merz nie, auch wenn er einst mal von der Deutschen Leitkultur sprach. Er ist eher ein Wirtschaftsliberaler und ich habe ihn wegen seinem Sachverstand in Wirtschafts- und Finanzfragen geschätzt. Die aktuelle Situation zeigt, dass er ein Blender mit erheblichen inhaltlichen, rhetorischen, taktischen und vor allem charakterlichen Defizite ist. Jeder verdient gerne Geld, aber Merz ist zum Dagobert Duck mutiert.

      • Ein echter Wirtschaftsliberaler ist Herr Merz nicht. Irgendwo las ich Wirtschaftskonservativer, was es wohl am besten trifft. Dass er viel Geld verdient hat, finde ich nicht schlimm. Bedenklicher ist, wie er es verdient hat, nämlich als Lobbyist und Multifunktionär. So groß sind die Unterschiede gar nicht zu Herrn Schröder.

      • Diese Merz-Beschreibung ist pointiert und erscheint sehr zutreffend. Gratuliere!

      • Vor einem Jahr war Merz Favorit beim Bundesverband mittelständische Wirtschaft e. V. (BVMW).

        „Bei der im Dezember unter rund 3.500 Unternehmern durchgeführten Umfrage habe sich der BVMW »vor allem getraut, eine Frage zu stellen«: die nach der Merkel-Nachfolge. Eine große Mehrheit der Befragten (75 Prozent) sehe die geschäftsführende Kanzlerin als geschwächt an und 70 Prozent lehnten eine erneute große Koalition entschieden ab, so Ohoven. Merkel sei »keine Politikerin der Zukunft mehr«. Im Falle von Neuwahlen wünscht sich das »mittelständische« deutsche Kapital – wie bereits vor der Bundestagswahl – mehrheitlich eine Regierung aus Union und FDP. Als Merkel-Nachfolger auserkoren wurde von über einem Drittel der Befragten Friedrich Merz (CDU), gefolgt von Jens Spahn (CDU) und Ursula von der Leyen (CDU). Ohoven betonte, dass sich die Unternehmer »wieder ein stärkeres wirtschaftspolitisches Profil« der Union wünschten.“

  13. 300sel: Vielleicht können Sie liebenswürdigerweise mir offenkundigem Dummkopf erklären, woran ich Ihre Ironie in Bezug auf „Calvinist“ erkennen konnte… Woran erkannten Sie, daß ich meine Äußerungen zu den Konfessionen anderer Parteiführer nicht ironisch meinte…

      • Sel300 meinte es aber ironisch, meinte er. Wer ist Herr Meister? Ich bilde mir ein, Grundkenntnisse „des“ Calvinismus und seiner politischen Auswirkungen zu machen und daher zu wissen, daß es diese eine „des“ Calvinismus seit sehr langer Zeit nicht gegeben hat. Man sehe sich nur die verschiedenen calvinistischen Gruppierungen im englischen Bürgerkrieg an. In den Niederlanden gab es vor 100 Jahren 3 calvinistisch-konservative, wesenhaft unterschiedliche Parteien im Parlament. Eine davon bezeichnet der wichtigste Gelehrte auf dem Gebiet christlicher Soziallehren als „gut getarnt liberal“. Sie organisierte einen sehr freiheitlichen historischen Kompromiß in den Niederlanden zwischen Katholiken, schwach bis gar nicht Religiösen und konservativen Calvinisten auf der Grundlage, daß nicht der Staat, sondern möglichst der Einzelne und seine weltanschaulichen Gruppen zentralste Fragen entscheiden sollten. Die kleine Liberaldemokratische Partei der Schweiz (oft die beste Partei Europas) bezeichnet das Handbuch der Parteien Europas als Ausdruck des theologischen Rechtscalvinismus (und seiner Freikirchen)- sie setzte sich für die Stasdreiheit der Religionen ein und auch die Freiheit der Katholiken. Bernd Lucke gehört einer linkscalvinistischen Kirche an. Er bezeichnete Liberale wie mich wortwörtlich als „verrückte amerikanische Freikirchler“. Die noch liberale Partei der USA im 19. Jahrhundert sah an ihrer Spitze (Us- Präsidenten), aber auch Fraktionsvorsitzenden, überwiegend Calvinisten. Aber auch ihr späterer Linksruck wurden maßgeblich von 2 Calvinisten geprägt…, während der zum Calvinismus gewechselte Ronald Reagan manchen Sozialismus in den USA bremste.

      • 300sel ist Herr Michael Meister, der hier schon seit Jahren sehr eigensinnig kommentiert (das finde ich gut und nervig zugleich) und vermutlich aus reinem Trotz in der AfD geblieben ist.

        Für die meisten Politiker und auch Wähler in Europa ist die Konfession nicht mehr wichtig. Es geht höchstens noch um den Islam, sei es verharmlosend oder verteufelnd. Herr Lucke ist vermutlich eine Ausnahme und mit religiösem Eifer unterwegs, was viele seiner Handlungen erklärt.

      • @Alexander Dilger

        Also bitte … ich bin doch nicht von solch bösen Kleingeistern besessen. 😂

    • Ich habe doch gar nicht behauptet, dass Sie Ihre Anmerkungen zu Merkel, AKK und Nahles nicht ironisch meinten. Da Sie mich zwar nicht persönlich, aber schon eine ganze Weile aus Herrn Dilgers Blog und eventuell auch aus anderen Publikationen kennen, müssten Sie eigentlich wissen, wie ich das mit Lucke gemeint habe. Er ist der zu wählende „doppelt prädestinierte“ Calvinist in seinem (Ein-Mann-)Wahlverein. „Alternativlos“ wie die Alternativlose von der CDU eben, nur ein paar Nummern kleiner. Im Übrigen pfeife ich auf Parteien, die meinen, ein „C“ oder Bezeichnungen wie „Reformer“ im Parteinamen führen zu müssen. Religion und Politik gehören nach meiner Auffassung strikt getrennt und die so genannten „Reformer“ waren schon zu Luthers und Calvins Zeiten üble Hetzer und Fanatiker. Allen voran Luther und Calvin selbst.

    • @Ulrich Motte 08/12/2018 um 12:19

      Sie sind kein Dummkopf.

      Die Ironie liegt ja schon in der bloßen Erwähnung der 0,0% Partei „LKR“ oder „Bernd Lucke und die liberal-konservativen Reformer“, oder wie auch immer sich Luckes Wahlverein jetzt nennt. Der „doppelt Prädestinierte“ (so etwas gibt es meines Wissens nur bei den Calvinisten, bitte korrigieren Sie mich, falls ich mich diesbezüglich irre) hält sich aber immer noch für besonders schlau und wichtig. Eigentlich hätte ich auch „Karnevalisten-Wahlverein“ oder „Karnevalisten-Sekte“ schreiben können. Aber das hätte dann wohl erst recht niemand verstanden.

  14. https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/1605773/werteunion-in-der-cdu-droht-mit-neugruendung-einer-eigenen-partei

    Auch wenn die Wahrscheinlichkeit nach wie vor allenfalls bei 5 Prozent liegt: Frei erfunden wird er das nicht haben. Zumindest an der Basis könnte es zu Austritten kommen, weil jetzt auch die Hoffnung auf die Nach-Merkel-Ära Vergangenheit ist.

    Ohne prominente Führungsfigur ist das aber wohl zum Scheitern verurteilt. Und diese Figur gibt es in der CDU längst nicht mehr

    • Es gäbe schon noch prominente Führungsfiguren, die eine solche Neugründung zum Erfolg (zumindest 5 Prozent, aber natürlich nicht gleich zur Kanzlerschaft) führen könnten, z. B. die Herren Merz, Schäuble oder Bosbach. Sie werden das aber aus unterschiedlichen Gründen nicht tun. Herr Mitsch ist dafür weder prominent noch politisch stark genug.

      • Merz, Schäuble und Bosbach wären auch zu unglaubwürdig, schließlich haben sie das Spiel 13 Jahre mitgetragen (der eine mehr, der andere weniger). Loyalität war in der CDU immer das Wichtigste. Es gibt bei der CDU keinen aufrecht in Ungnade Gefallenen, der jetzt glaubwürdig eine neue Partei repräsentieren könnte. Sie wären höchstens als Überläufer tragbar, aber garantiert nicht als Initiator.

        Der einzig realistische Personenkreis wäre eine Mischung aus der CDU-Basis, bekannten Journalisten (z.B. Tichy, der mittlerweile in konservativen Blättern schreibende frühere Präsident des dt. Lehrerverbandes Kraus und natürlich Sarrazin) sowie bekannten AfD-Abtrünnigen der allerersten Reihe (bürgerlicher Flügel). Nur in dieser Gesamtheit ist mMn. eine erfolgreiche Neugründung denkbar. Alle anderen Gründungen würden das Schicksal Lucke erleiden oder erreichten nicht einmal die Wahrnehmungsschwelle.

      • Die Idee der Reaktivierung von Herrn Merz war, dass er für den Merkel-Kurs keine Verantwortung trug. Es reichte nicht für die Mehrheit der Delegierten, für eine Parteispaltung würde es reichen. Er hat aber gar kein Interesse daran. Das gilt wohl auch für die anderen Genannten. Von der Basis würden viele mitmachen, doch ohne Prominente gelingt der Start nicht. Idealerweise ließen sich CDU und AfD zugleich halbieren.

      • Merz ist kein Idealist, das hat sich spätestens jetzt gezeigt. Sein Millionärsleben ist ihm wichtiger als das Wohlergehen des Landes. Wer will ihm das auch verübeln. Deswegen war es für ihn in Ordnung unkompliziert erst Parteivorsitzender und dann Kanzler zu werden. Mehr aber auch nicht. In die Niederungen der Parteipolitik möchte er nicht mehr eintauchen. Eine Spaltung könnte er nach seiner Niederlage eh nicht mehr anführen. Dass als Verlierer zu gehen keine gute Idee ist, das hat man auch bei Lucke gesehen.

        Eine neue Partei hätte nur mit einem breiten Bündnis Chancen, das auf jegliche Ausgrenzungen verzichtet. Damit würde man sich aber massive Reputationsrisiken einhandeln, weshalb sich da kein politisch aktiver Name einbringen würde. Selbst 2013 ohne die Flüchtlingskrise war das nicht möglich.

        Heute gibt es die AfD mit 15% der Bevölkerung, die zu ihr steht. Eine neue Partei kann man nicht mehr gründen, ohne diese Leute auch aktiv einzubinden. Eine CDU-Abspaltung in scharfer Abgrenzung zur AfD würde nicht funktionieren, weil sie auf deren Wähler nicht attraktiv wirkt. Gleichzeitig wird sich aber niemand die AfD-Kader in die Partei holen wollen, auch nicht den bürgerlichen Teil, weil man sich medial viel zu sehr angreifbar machen würde.

      • Ein breites bürgerliches (!) Bündnis wäre nötig. Aber natürlich muss das ausgrenzen, wenngleich nicht willkürlich, sondern gezielt Extremisten und Verfassungsfeinde. Es muss ja auch einen Unterschied zur AfD geben…

      • Eine Ausgrenzung von Extremisten und Verfassungsfeinden ist richtig. Dabei müssen allerdings korrekte Maßstäbe angelegt werden. Wenn man hierfür aber die Definition der Gesinnungsjournalisten nähme, dann bräuchte sich die Partei erst gar nicht gründen. Jede Partei muss auf der Basis von Vernunft und Anstand aufgebaut werden. Es muss feste Überzeugungen geben, aber auch die Fähigkeit zum Kompromiss.

        Es ist eine traurige Situation, dass es große Bevölkerungsschichten gibt, die im Kern hohe Übereinstimmungsquoten aufweisen, aber trotzdem über keine gemeinsame Vertretung verfügen und in der Konsequenz nicht zusammenfinden.

      • Der AfD ist die Aus- und Abgrenzung von Extremisten nicht gelungen. Deshalb wird sie auch im politischen Nirwana enden, nicht wegen ihrer ursprünglichen Positionen. Ob eine andere Partei diese besser vertreten und vor allem umsetzen kann, bleibt abzuwarten. Vorher ändert die AfD ihr Programm in national-soziale Richtung.

      • Das Programm der AfD wird nicht in die national-sozialistische Richtung geändert. Wie kommen Sie denn auf so einen Unsinn? Es gibt zwar einzelne AfD-Landesverbände in den NBL (zusammen ca. 12% der Mitglieder), in denen so etwas vielleicht mehrheitsfähig wäre, aber seit wann wedelt denn der Schwanz mit dem Hund?

      • Wenn es tatsächlich so wäre, hätte auch ich die AfD längst verlassen.

      • Sie haben es einfach noch nicht gemerkt bzw. bis heute erfolgreich verdrängt. Mal sehen, ob und wie Ihnen das nach Beschluss eines AfD-Rentenkonzepts o. ä. noch gelingt.

      • An der Frage des Rentenkonzepts wird es sich tatsächlich weisen. Würden sich hier Höckes nationale Sozialisten durchsetzen (was ich ausschließe), wäre ich sicher nicht der Einzige, der die AfD fluchtartig verlässt. Das wird aber nicht passieren. Schön wäre natürlich, wenn umgekehrt, die nationalen Sozialisten die AfD verließen, wenn sie ihr unsinniges Konzept einer „Produktivitäts- und Staatsbürgerrente“ nicht durchbekommen (wovon ich ausgehe).

      • Gegen das Konzept von Herrn Meuthen gewinnt Herr Höcke locker. Die Frage ist, ob es noch einen vernünftigen Vorschlag geben oder die Abstimmung endlos verschoben wird.

        Herr Höcke und Getreue bleiben auf jeden Fall, Sie und Herr Meuthen nicht, womit die langfristige Entwicklung doch bereits klar ist. Sie könnten zehnmal gewinnen, irgendwann gewinnt er doch und damit ganz.

      • Ein weiterer tragischer Fall völligen Realitätsverlustes.

      • Es ist ein riesengroßer Unterschied (Faktor 10.000 ?), ob die Herr Meuthen von der AfD so etwas anbietet oder Bernd Lucke und seine kaum noch vernehmbaren liberal-konservativen Klingeltöne.

  15. Warum hatte Niemand die Idee, die Herren Linnemann, Amthor und Zemiak als neues Triumvirat vorzuschlagen? Alle drei sind älter als Kanzler Kurz. Ein Lafontaine-artiger Putsch könnte auch mal bei der CDU funktionieren. Herr Zemiak gehört jetzt zum System Merkel. Damit sind seine JU-Leute ebenfalls eingebunden.

      • Herr Schäuble hat seinen Platz als ewiger Zweiter gesichert. Bei Merz werde ich den Eindruck nicht los, dass ihm der letzte Biss, das Ehrenamt als CDU-Chef zu ergattern, fehlte. Vermutlich auch deswegen, weil eine erneute politische Karriere für ihn mit enorme Gehaltseinbußen verbunden gewesen wäre. Ich gehe davon aus, dass Merz politisch nicht mehr groß in Erscheinung treten wird. Und Spahn/Ziemiak haben sich halt auf die Seite von AKK geschlagen, weil man ihnen vermutlich mehr als nur den Generalsekretär versprochen hat.

      • Friedrich Merz hat mehr Geld verdient, als er als Bundeskanzler noch verdienen könnte. Aber irgendwann ist man eben satt und dann geht es nicht mehr um Geld, sondern um persönliche Eitelkeiten (in der Maslow-Pyramide „Individualbedürfnisse“ und als deren Steigerung „Selbstverwirklichung“). Im Falle von Friedrich Merz Macht und größtmöglicher Einfluss.

    • Zumindest Amthor ist deutlich jünger als kurz und um längen grüner hinter den ohren. Weist zudem symptome eines merkelismus im frühen stadium auf

    • Herr Ziemiak ist kein erhoffter Neuanfang. Er hat mehrere Studiengänge angefangen und erfolgreich abgebrochen. Noch nie außerhalb der Politik sein Geld verdient. Ist es nicht genau das, was die Durchschnittsbevölkerung an der Politik so abstößt?

      • Ja, wobei eine Konzentration auf die Parteipolitik in einer arbeitsteiligen Gesellschaft sogar individuell sinnvoll sein kann (wenngleich sie für die Demokratie insgesamt nicht gut ist). Schlimmer fand ich es, wie er hier offensichtlich Stimmen verkauft hat und Frau Kramp-Karrenbauer nur mit diesem schmutzigen Deal Vorsitzende wurde. Diese Merkel-CDU ist wirklich am Ende.

      • Kann sein und ist sogar höchst wahrscheinlich, dass mit Delegiertenstimmen nach Wahlgang 1 gekungelt wurde. Wobei dann nicht nur die Rolle von Ziemiak, sondern auch die von Spahn in dieser Sache aufzuklären wäre. Ich gehe davon aus, dass AKK weitere Zugeständnisse an Spahn gemacht hat und er im Gegenzug „seine“ Delegierten aufgefordert hat, für AKK zu stimmen. Wobei ihm eben nicht alle gefolgt sind, aber doch zumindest so viele, dass es am Ende gereicht hat. Wie auch immer: Das, was die CDU als Highlight gelebter Demokratie zu verkaufen versucht, dürfte bei genauerem Hinsehen ein ziemlich schmutziger Deal gewesen sein.

      • Egal ob man es als Kungelei oder als gelenkte Demokratie bezeichnet – nicht nur Merkels Geschäftsgebaren und ihre gräßlichen Hosenanzüge erinnern in der CDU an die ehemalige DDR.

      • Ja, auch Herr Spahn und Frau Kramp-Karrenbauer sind als Kungler beschädigt. Genau sie haben jetzt jedoch die Posten bekommen, nicht der ehrliche Verlierer Merz. Der erste Wahlgang war trotzdem demokratischer als alles, was die CDU bislang unter Frau Merkel gemacht hat.

      • Die gemeinsame Road-Show der drei Kandidaten fand ich für CDU-Verhältnisse richtig innovativ. Das wars dann aber auch schon. Alles andere ist geblieben wie es ist und AKK bedient sich offenbar sogar an Merkels Restbeständen aus deren DDR-Kleiderschrank … (ich wüßte nicht, wo sonst auf der Welt Frau noch solch scheußliche Klamotten finden kann)

  16. Herr Prof. Dilger zu Konfessionen: Sie haben natürlich völlig recht (auch was Moslems angeht) – nur für Randgruppen direkt wichtig. Allenfalls gibt es noch Prägungen aus früheren Zeiten, die nachwirken. In manchen ländlichen Gegenden der BRD wählen (formal) Katholische deutlich anders als (formal) Evangelische. Es gibt auch Überraschendes: Die CDU ist im Südteil der DDR stark (vor allem bis die AfD kam), obwohl auch dort sehr Konfessionslosigkeit herrscht und diese Gebiete bis 1933 SPD-Hochburgen waren. AKK kommt aus dem Saarland, dem Bundesland mit dem höchsten Anteil an Katholiken, dem höchsten Anteil der Linkspartei in einem westdeutschen Flächenland (vielleicht nur wegen Lafontaine?), keiner FDP im Landtag, einer relativ starken SPD und einer zumindest wirtschafts- und sozialpolitisch betont linken CDU (siehe auch Dr. Peter Altmeier aus dem Saarland) . AKK sagte vor Jahren FOCUS, sie habe nichts gegen die Bezeichnung als „christliche Sozialdemokratin“. Als Liberaler und wegen der diesbezüglichen Theologie meiner Konfession fordere ich strikte Trennung von Kirche (Religion) und Staat.

    • Es gibt Nachwirkungen über viele Generationen, doch die christlichen Konfessionen selbst haben nicht mehr die Bedeutung wie früher. Leider sind Kirchen und Staat in Deutschland nicht hinreichend getrennt, sondern muslimische Gruppen wollen jetzt auch ein Stück vom Kuchen.

      Die CDU wird jetzt also von einer christlichen Sozialdemokratin geführt und ist demnach eine linke Partei. Eine soziale und demokratische Christin wäre etwas anderes, aber so ist die CDU nicht mehr bürgerlich, sondern der Ersatz der SPD.

      • Ihre Aussagen teile ich ganz und gar! Zur FDP, wonach Sie fragten. Inwieweit ein massenhafter Beitritt von Liberalen zu ihr (mir wurde der Beitritt verweigert, eine Begründung vor Jahren innerhalb etwa einer Woche angekündigt. Ich warte noch…) die FDP ausreichend liberal machen könnte??
        ,

      • Die FDP zu kapern und wieder zu einer wirklich liberalen Partei umzugestalten, wäre vielleicht tatsächlich gar keine so schlechte Idee.

      • Man bräuchte hinreichend viele Mitstreiter, die keine reinen Opportunisten sind. Das gilt jedoch auch für jede andere Partei einschließlich einer Neugründung. Für Liberale könnte deshalb tatsächlich die FDP trotz allem wieder die erste Wahl sein. Immerhin sind noch viele Liberale dort. Haben noch andere eine Meinung dazu? Für echte Konservative könnte es übrigens in dieser Hinsicht viel schwieriger sein.

      • Zu Kapermöglichkeiten der FDP: Es kann ja ein jeder mal in seiner Stadt eruieren, ob es wenigstens Anknüpfungspunkte gibt. Für ein richtiges Kapern dürfte nahezu überall die Masse fehlen. Es gibt schlichtweg zu wenig Liberale. Und viele Wohlstandskinder, ob jung oder schon was älter, sind so linksgrün beeinflusst, dass sie an das Zeitalter des ewigen Wohlstands und Friedens glauben.

      • Eine liberale Partei wäre weitaus attraktiver, wenn sie sich ein markantes Profil gibt, mit dem sich wirkliche Liberale identifizieren können. Der FDP ist das spätestens unter Philipp Rösler endgültig abhanden gekommen. Von Posterboy Christian Lindner ganz zu schweigen.

      • Das denke ich auch, aber es ist umstritten. Wirklich überzeugte Liberale gibt es nicht so viele in Deutschland. Also muss man auch andere Wähler überzeugen, entweder durch eine klare Positionierung oder umgekehrt durch Kompromisse, die aber nicht offensichtlich faul sein dürfen. Das Problem an Überopportunismus ist, dass er kurzfristig durchaus erfolgreich ist (genau daraufhin werden alle Entscheidungen ausgerichtet), langfristig aber ins Verderben führt. Frau Merkel führt es für unser ganzes Land vor, Herr Lindner in der FDP und Herr Pretzell demonstrierte es in der AfD.

      • Je weniger Selbständige und Unternehmer, desto weniger überzeugte Liberale. Der so genannte „Sozialstaat“ mit seinen unübersehbaren Folgen für die Selbständigenquote hat den Liberalismus inzwischen so gut wie ausgerottet. Vielleicht müssen die vereinigten Sozialisten den Karren tatsächlich erst mit Vollgas an die Wand fahren, damit sich Deutschland wieder einigermaßen gesund entwickeln kann. Die Metastasen des Sozialismus sind längst in allen gesellschaftlichen Gruppierungen angekommen.

      • Mir würde es nicht darum gehen, die FDP zu kapern, wofür sie ohnehin zu groß ist. Trotzdem könnte man die liberalen Kräfte darin stärken. Das wäre auch weniger ein Flügelkampf wie in der AfD, sondern ein Appell an die besseren Seiten, Ideale und Grundüberzeugungen bei den vorhandenen Mitgliedern.

  17. Stefan König: Sie haben recht: LKR wird wohl kaum Erfolg haben. Der doppelte Parteiname steht aber für das, wofür Prof. Lucke auch in besseren Tagen stand. Er sagte nämlich damals, er sei eigentlich kein Liberaler. Sein jetziger Parteiname zeigt, seine Partei will sich wenigstens nicht als „reinrassig“ (bei Hunden ist der Begriff ja noch nicht in Verruf, oder?) liberal bezeichnen. Sehr viel wichtiger: Liberale wie ich sind völlig machtlos. Wir sind sozusagen Meckerer am Rande. Das liegt an uns. Wir schaffen „es“ offenkundig nicht.

    • Wer in LKR ist denn noch liberal? Der Name ist inzwischen reiner Etikettenschwindel, vielleicht um weniger rechts zu erscheinen.

      Wir Liberalen sind tatsächlich ziemlich machtlos. In Deutschland sind wir zu wenige und unser Verhältnis zur Macht ist ambivalent bis paradox. Dafür sind wir kompromiss- und bündnisfähiger als andere, was jedoch auch zur Zersplitterung beiträgt.

      • Bernd Lucke ist doch dafür bekannt, wahllos nach jedem sich bietenden oder auch nicht bietenden Strohhalm zu greifen. So wollte er u.a. auch Thilo Sarrazin und Peter Gauweiler in die AfD holen. Tatsächlich akquiriert hat er dann Mitglieder der „Neuen Rechten“, unter deren Einfluss die AfD bis heute leidet. Hasenfuß Lucke, der das ganze angerichtet hat, ist dann von Bord gegangen. Bernd Lucke ist ein politischer Vollpfosten.

      • Man braucht doch über die LKR nicht mehr zu diskutieren. Sie ist als Partei noch irgendwo angemeldet, aber niemand von der handvoll Mitglieder geht noch auf die Straße. Lucke ist als Parteimitglied nicht mehr aktiv. Er hat aber bemerkt, dass im Mai Europawahlen sind, und deshalb seinen FB account wieder geöffnet. Er hat mit dem Deutschen Wähler nichts mehr zu tun,er ist lediglich noch an dem Europasitz interesiert. Ich denke, den kann er abschreiben.

      • Bernd Lucke ist jetzt Parteivorsitzender und Spitzenkandidat. Er hat Außenseiterchancen, seinen Sitz zu behalten (doch selbst Herr Geuking hat größere Chancen). Aber was macht er dann?

      • Dann? Ja dann, macht er es sich auf seinem Hinterbänklersessel bequem und kassiert noch einmal fünf Jahre lang die Abgeordnetendiäten. Wie andere HInterbänkler auch.

      • Herr Lucke ist nicht wegen des Geldes in der Politik. Ich sehe nur keine positive Dynamik, selbst wenn er wider Erwarten seinen Sitz behält.

      • Wenn Lucke nicht des Geldes wegen in der Politik ist, hätte er längst die Konsequenzen aus seinem Versagen ziehen müssen. Offenbar ist der Futtertrog in Brüssel aber lukrativer als seine Professur in Hamburg.

  18. LKR- da kann ich gar nicht mitreden. Ich schaue nie nach der. Die werden Sie unendlich besser beurteilen können als ich. Mein Bild von Liberalen in der BRD ist wohl schlechter als Ihres, wobei ich Sie persönlich (und wohl auch andere) von diesem Vorwurf ausdrücklich ausnehme.

    • Ich habe Respekt vor jedem Liberalen einschließlich Ihnen. Es gehört halt nicht jeder FDPler dazu. Trotzdem dürfte der Anteil an Liberalen dort immer noch bzw. wieder am höchsten sein. Vielleicht sollte ich dann nicht länger zur Zersplitterung beitragen.

  19. Herr Krebs hat sich noch nie durch Wahrheitsliebe ausgezeichnet, noch pflegt er seine Wettschulden zu begleichen. Seitdem er nicht mehr aktiv ist, fehlen die Fakefotos auf seinem Account, die uns früher belustigten. Solche denunziatorischen Äußerungen sind Negativpropaganda, Gründe dafür sind mir unbekannt.

    LKR ist ohne Unterbrechung seit Gründung Mitte 2015 in Region, Land und Bund aktiv. LKR.de lebt, Facebook und websites sind lesenswert, nicht nur das Programm wird zu Recht gelobt. Es ist das einzige ausformulierte liberal-konservative! Alternativlos!

    Bernd Lucke nimmt sein Europamandat äußerst ernst, seine Klagen gegen Staatsanleihekäufe der EZB und weitere Initiativen gegen die Transitunion sind einzigartig im politischen Deutschland und treffen landesweit auf Aufmerksamkeit.
    Der Name des EU-Parlamentariers von der Familienpartei ist nicht bekannt, da nicht in Erscheinung getreten. Herr Geuking wird ihm folgen, um weiter EU-Gelder abzugreifen.

    • Ich dachte, nur Frau Merkel und ihre Politik seien alternativlos. Es ist doch leider so, dass LKR zuletzt nur noch 0,0 Prozent erzielen konnte und auch noch vier von fünf Europaabgeordneten verprellte. Im Vergleich ist selbst die schwache Bilanz der Familien-Partei besser und der Name sowieso (das Programm hingegen nicht).

      • Jetzt warten wir die EU-Wahl mal gelassen ab. Bisher wurde ja vorwiegend heruntergeredet, wenig hilfreich! Eine Alternative zur AfD ist LKR (ohne prozentuale Hürde wählbar) allemal. Wegen des Programms lohnt sich ein Engagement und ein Seitenblick darauf.

      • 0,0 Prozent hat sich LKR schon selbst zuzuschreiben. Das reicht selbst ohne Prozenthürde nicht. Hinzu kommt, dass das letzte Zerwürfnis auch daran lag, dass Herr Lucke nicht wirklich gegen den Euro ist. Dann kann man auch gleich die CDU wählen.

      • Alexander Dilger sagte am 08/12/2018 um 22:14 : „. . .Hinzu kommt, dass das letzte Zerwürfnis auch daran lag, dass Herr Lucke nicht wirklich gegen den Euro ist. Dann kann man auch gleich die CDU wählen. . . .“
        Nun muss man aber sehen, dass eine Partei für die Euro-Abschaffung nur einen Liebhaber-Wert hat. Prof. Lucke, der bei LKR ja nun wieder selbst kocht, scheint mir seit Jahren Realitätssinn bewahrt zu haben. Seine Klage gegen das EZB- Staatsanleihe-Ankaufprogramm beim BVerfG, auf dessen Vorlagebeschluss der EuGH nunmehr nach mehrjähriger Verzögerung am 11.12.18 antwortet, scheint mir doch zweckmäßiger zu sein, als alles, was seine Kritiker in Sachen Euro leisten. Kleine Parteien scheinen vor allem Persönlichkeiten mit weitgehend abgeschlossener beruflicher Prägung und abnehmender Integrationsfähigkeit anzuziehen. Die Fase bis zur Durchmischung der Führungsstruktur ist kritisch.

      • Die aktuelle Tragik von Herrn Lucke ist doch, dass er die inhaltlich richtige Euro-Kritik für einen Pseudopopulismus opfert, der ihm aber erst recht keine Stimmen bringt, sondern die letzten Mitstreiter kostet. Die CDU könnte nicht so ohne Weiteres einen Euro-Ausstieg fordern, LKR hätte das durchaus gekonnt, nein gemusst.

  20. Liebe Frau Konorza, wenn meine Wahrheiten nicht verstanden werden, hängt man mir das Lügenschild an den Rücken. Ihr Argument des Abwartens bis zur Europawahl ist mit Verlaub Ohnmacht. Ich nutze meine Persönlichkeit lieber für mich selbst.
    Ohne Zweifel ist bei LKR alles nichts. Es gibt keinen funktionierenden Landesverband mehr,von 100 Regionsverbänden ist eine Handvoll übrig geblieben. 60%der Mitglieder sind in den letzten 2 Jahren ausgetreten,80% der Europaabgeordneten haben das Handtuch geworfen und Sie sprechen in ihrem Text von Gelassenheit. Wollen sie mich auf den Arm nehmen?

  21. Hier noch etwas zum Schmunzeln, vorsicht DDR-Atmonphäre!

    Hier noch ein kleiner Videoschnipsel von einer Phönixübertragung auf dem CDU-Parteitag, der alles, aber wirklich alles über die heutige CDU offenbart. Es ist eine Schande und zum Fremdschämen, dass solche Leute soviel Einfluss haben. Duracell-Klatschhasen, die gar nichts mehr mitbekommen, und vom Präsidium die Order bekokmmen haben, keine Interviews zu geben.

    Nein in dieser CDU sind weder Leben noch Innovation, ganz anders die AfD

  22. Wenn man Henkels Ankündigungen via twitter Glauben schenken darf, will er wohl eine neue Partei zwischen cdu und afd gründen.

  23. Bernd Lucke ist im EP ziemlich eifrig und sehr aktiv. Er wird dafür auch sehr gelobt und hat auch relativ große Verantwortung übernommen. Er ist u.a. bei der Harmonisierung von Covered Bonds federführend gewesen und der Verband deutscher Pfandbriefbanken ist nicht unglücklich damit. Das Problem an Lucke ist, dass er ein reiner Fachidiot ist, dem jegliches soziales Gespür fehlt. In einer beratenden Funktion ist er sicherlich ein großer Gewinn, als Parteiführer ein Super Gau.

    • Neben sozialen Problemen (mangelnde Menschenkenntnis hat er doch sogar öffentlich eingeräumt, was selbst wieder ein Fehler war) hat Bernd Lucke das Problem, den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen. In etlichen Spezialfragen, z. B. rund um seine Klagen, hat er mehr Detailkenntnisse als selbst die meisten Fachleute einschließlich mir und viel mehr als alle anderen Politiker. Doch darüber übersieht er die größeren Zusammenhänge. Wenn man den Euro erhalten will, muss man doch auch die dazu notwendigen Mittel befürworten (nicht unbedingt „whatever it takes“, aber doch zumindest einige). Er will den Kuchen gleichzeitig essen und behalten, was nicht geht.

  24. 1 Wahl in der EU (wohl ohne Prozentklausel), 4 Landtagswahlen, 9 Kommunalwahlen (ohne Prozentklauseln) 2019 und fast tägliche Umfragen geben vielen Gelegenheit, mit bestehenden Parteien abzurechnen (oder nicht) und neue zu testen. Neue Produkte werden oft ja auch erst in einem für die BRD typischen (repräsentativem) Ort in Rheinland-Pfalz getestet.

  25. Merz mag ein ehrlicher Verlierer sein. Er ist jedoch über seine Arroganz und Selbstherrlichkeit gescheitert. Alexander Gauland sagt regelmäßig einen wichtigen und richtigen Satz: „Sie dürfen sich selbst nicht zu wichtig nehmen“. Merz hat nicht für die Partei, sondern für sich gekämpft. Seine Anhänger haben mit der Konkurrenz nicht geredet, sondern sich wie selbstverständlich im Recht gesehen. Diese Einstellung darf man als Randflügel nicht vertreten. Wenn man diese Einstellung vertritt, dann muss man gehen. Die Einstellung ist auch unglaubwürdig, wenn man zuvor zu feige war, entsprechend den Mund zu öffnen.

    Kungelei finde ich reichlich abstoßend. Ignoranz und Abgehobenheit ist jedoch ebenfalls nicht sympathisch. Als es Merz gedämmert hat, dass es eng werden würde, stand er schweißgebadet auf dem Podium. Dass sich die JU kaufen hat lassen, ist bezeichnend, spricht für sich (in negativer Weise) und gegen diese Truppe an Karrieristen. Dass es Merz nicht einmal geschafft hat, mal über all jene zu sprechen, die in den Merkel-Jahren ihr Bestes versucht haben (und sei es nur an der Basis), spricht aber auch für sich. Meine ursprüngliche Einschätzung von Merz, nämlich die eines elitären abgehobenen Gockels hat sich letztendlich bestätigt.

  26. Pingback: Merz stellt die Machtfrage | Alexander Dilger

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