Trump heizt durch Verhaftung Konflikt mit China an

Letzten Samstag nach dem G20-Gipfel saßen die Präsidenten der USA und Chinas zusammen und verabredeten eine Drei-Monats-Frist, in der keine neuen Zölle erhoben und über die zukünftigen Handelsbeziehungen verhandelt werden sollte. Donald „Trumps erster Schuss nach der Waffenruhe“ war noch am gleichen Tag die Verhaftung von Meng Wanzhou, der Finanzchefin und Tochter des Gründers Ren Zhengfei vom chinesischen Technologiekonzern Huawei, auf der Durchreise in Kanada auf Antrag der USA. Offiziell geht es um Verstöße gegen die Iran-Sanktionen, tatsächlich ist es eine bewusste Demütigung Chinas und insbesondere von Xi Jinping.

Heute führte das zu einem Kursrutsch auch an den deutschen Börsen. Die Globalisierung ist eben schon weit fortgeschritten und brachiale Maßnahmen dagegen bleiben nicht ohne Konsequenzen. ‚Europa kann von einem Handelskrieg zwischen China und den USA profitieren‘, tut es aber aktuell nicht. Europa und insbesondere Deutschland sind momentan auch viel zu sehr mit sich selbst (und dem Beschimpfen des US-Präsidenten) beschäftigt, um auf diese geopolitische Auseinandersetzung angemessen zu reagieren.

23 Gedanken zu „Trump heizt durch Verhaftung Konflikt mit China an

      • ja das stimmt. Für Festgeld bekomme ich bei meiner Bank 0.1%, für Sparbuch 0.2%. Mein Bankberater sagte mir gestern, über Fondssparen sollte ich mich im Internet orientieren,mit anderen Worten, die Bank hat kein vernünftiges Beratungskonzept mehr. Langfrist Aktien sind ja auch jetzt schwierig. Also es geht eigentlich um meine Frau, die mich fragte. Eine Antwort habe ich ihr noch nicht geben können außer einer Goldanlage wegen Trump.

      • Für Gold bekommt man 0,0 Prozent und kann nur auf einen steigenden Preis spekulieren. Aktien sind gerade langfristig gut, wenn man breit streut (z. B. über ETFs). Kurzfristig sind sie tatsächlich zu riskant.

    • Ich bin für Gold in großen Krisen, gerne auch als Spekulationsobjekt, ansonsten ist die Entwicklung aber eher bescheiden. Da sehe ich andere Sachwerte als geeigneter an. Ihre Rechnung hakt u.a. daran, dass sie die exorbitanten Preisanstiege beim Zusammenbruch des Bretton-Woods-Regime miteinbezieht. Das war ein einmaliger Sonderfalll und politisch beeinflusst. Wenn sie 2-3 Jahre später anfangen, dann erreichen sie nur noch magere Renditen. Ich hab meine Tabelle gerade nicht zur Hand, aber die Performance von Gold ist seit 40 Jahren mit die schlechteste aller Assetklassen.

      • Richtig, die offizielle Aufgabe des ohnehin nicht mehr glaubwürdigen Goldstandards war eine einmalige Geschichte, wodurch rein nominell der Goldkurs in Dollar stark anstieg. Silber ist übrigens deswegen interessanter, weil es mehr realwirtschaftliche Verwendungsmöglichkeiten hat.

  1. „Gold ist keine besonders gute Geldanlage und taugt höchstens als Beimischung zur Risikostreuung.“ Na ja, dann schauen Sie sich mal die Entwicklung des Goldpreises seit 1971 (Lösung des Goldankers, Stichwort Betton Woods) an (https://www.boerse.de/langfristchart/Gold/XC0009655157). Seit Jahhunderten ist die optimale Mischung ist 1/3 Gold und Silber, 1/3 Aktien /Anleihen und 1/3 Immobilien. Derzeit spricht alles für Gold und noch mehr für Silber. Nicht nur aber auch vor dem Hintergrund, dass diese Wertanlage den Euro, den Dollar überleben werden und vor dem Räuber namens Staat versteckt werden können. Ausserdem sind Gewinne nach einem Jahr steuerfrei. 1971 kostete eine Unze Gold 37,1 USD heute 1240,9 USD. das ist eine steuerfreier Gewinn 3330% bzw rund 1200 USD pro Unze. seit !971. Wer 2000 bei ca 400 USD eingestiegen ist hat seinen Einsatz bis dato verdreifacht, also pro Unte 800 USD gewonnen. Und ich wette eine Kiste Chateau Palmer Jahrgang 1999 oder füher (ebenfalls keine schlechte Anlage), das Gold sich besser als der DAX und Silber sich besser als Gold entwickeln werden. Vielleicht erlebe ich sogar noch, dass Gold und DAX sich auf Augenhöhe begegnen, aber da ich keine Glaskugel besutze, weiss ich nicht wann.Und das Potential von Silber ist noch größer.2000 lag der Silberpreis bei etwa 5USD, 2011 kratzte er an der 50 Dollar Marke, jetzt steht er bei 15USD und das nächste Hoch wird wird 3 stellig, also über 100USD sein. Wann? Keine Ahnung, aber das langfristige Potential ist extrem. Wer Angst hat, das Gold und Silber mit den Aktien abstürzen, dem sei gesagt, wenn die US Märkte einbrechen, dann dreht die FED den Geldhahn auf und die Edelmetalle steigen bekanntlich mit der Geldmenge, wenn auch Phasenverschoben. (Disclaimer: das ist keine Anlageberatung und es kann auch alles ganz anders kommen). Den Spruch: Gold bringt keine Zinsen, höre ich seit 2000 und lächle darüber.

    • Ihre Zahlen stimmen, wenn sie vom Goldpreis 1971 ausgehen. Schauen sie sich den Goldpreis der letzten 5 Jahre an, hat er sich im Mittel kaum verändert. Was sehr stört beim Gold ist der An- und Verkauf. Kaufen sie einen Barren für 1000 Euro,muss er erst mal auf 1100 Euro steigen, damit sie ihn ohne Verlust verkaufen können. Als Beiwerk kann man aber gut schlafen.

    • Tatsächlich ist Gold mit Alan Greenspan als Wertaufbewahrungsmittel das ultimate Geld. Seit 5000 Jahren erhält man für ein Unze Feingold 300 Brote oder einen Anzug mit einem Paar Schuhen.
      Rothschilds alte Bankiersregel lautete allerdings 30% Anleihen, 30% Aktien, 30% Immobilien; je nach Vermögensgröße 5-10% Gold als letzte Reserve.
      Man bedenke, dass größere Goldmengen sowohl das Mieten oder Einbauen eines Safes und eine recht hohe Versicherung benötigen.

      Zur Aktienbewertung: Klassisch hat man 3% Dividendenrendite als Risikoprämie für Kursverluste angesehen. Erst darüber hinausgehende Ausschüttungen zählten als eigentliche Dividendenrendite. Damit müssen Sie lange suchen, bis Sie eine entsprechend bewertete Aktie finden (z.B. Philip Morris CR = ca. 8,5%). Lediglich der sehr niedrige Zins lässt die heutigen Bewertungen korrekt erscheinen.
      Gerade die deutlichen Einbrüche bei Bagatellursachen wie die Verhaftung einer Chinesin in Kanada zeigen, dass die Aktienbewertung jedenfalls zur Zeit sehr fragil ist. Mangels Alternative bleibt nur eine sehr breite Streuung und die Selektion von Werten mit jahrzehntelang ansteigender Dividende, z.B. Nestle, 3M, Procter and Gamble.

      • Ich meinte die uralte 3 Soeichen Regel und nicht den Herrn Rothschild: die Speichenregel geht auf Rabbi Isaac bar Aha zurück, der vor ca. 1600 Jahren im Talmud geschrieben hat, daß man sein Vermögen stets in drei Teile teilen solle: Ein Drittel Land, ein Drittel Handelswaren, ein Drittel bar zur Hand. In heutiger Übersetzung: Ein Drittel Immobilien, ein Drittel Aktien, ein Drittel Gold. Sinnvollerweise stellen alle drei Speichen i.d.R. Sachwerte dar.
        ,

  2. Kurios, gerade hat Merz wieder verteidigt, den Aufruf für eine gemeinschaftliche Arbeitslosenversicherung in der EU unterzeichnet zu haben, weil er das für extrem wichtig hält. Gott stehe uns bei.

  3. Trump ist vielleicht der Anlass für den Rückgang am Aktienmarkt. Er ist aber nicht die Ursache, denn die liegen viel tiefer.

    In Deutschland hat man ohnehin mit spezifischen Problemen zu kämpfen. Die Märkte zweifeln an der Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Es besteht die Befürchtung, dass mit Elektromotor und KI die technologische Vorherrschaft im technischen Bereich vorbei ist. Die Produktivität wird aufgrund der nachlassenden Bildung der Bevölkerung und der zusätzlichen Einwanderung von Minderqualifizierten ohnehin nachlassen, nicht zuletzt da Bildung eine immer wichtigere Ressource werden wird.

    Entscheidend für langfristiges Wachstum ist die Produktivität. Wir haben jetzt 10 Jahre (eigentlich noch viel mehr) des billigen Geldes erlebt. Damit kann man Strohfeuer entfachen, aber langfristig zählt der technologische Fortschritt. Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte, dass das Produktivitätswachstum überschätzt wurde.

    In den USA kommt hinzu, dass die Nase Koks langsam ihre Wirkung verliert. Die Anleger merken, dass die Steuerreform und Aktienrückkaufprogramme allenfalls temporär für Rekordsteigerungen bei den Unternehmensgewinnen sorgen können. Man muss sich nur mal die Umsätze an Stelle der Gewinne anschauen und jeder versteht, worin die Kosmetik liegt. Die Verschuldung der Unternehmen ist massiv und die verbrieften Hypotheken der Finanzkrise wurden durch gestückelte Leverage Loans und völlig undurchschaubare und illiquide Alternative Investments (Private Debt, Private Equity etc.) ersetzt. Die Nach-mir-die-Sintflut-Politik der Notenbanken hat zu gravierenden Fehlallokationen und zu einer völligen Fehlbepreisung von Risiken geführt. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis uns das in Gänze um die Ohren fliegt.

    • In Deutschland wird kaum noch (netto) investiert, sei es in Anlagen, Innovationen, Infrastruktur oder Bildung. Die Regierungszeit von Frau Merkel besteht bestenfalls aus verlorenen Jahren, wahrscheinlich überwiegen jedoch Desinvestitionen und Zerstörung, sei es rein wirtschaftlich, aber auch gesellschaftlich und politisch. Leider ist auch nicht zu sehen, wie und mit wem das jetzt anders werden sollte.

      • Die deutschen Großunternehmen interessiert das nur partiell. Sie gehören mittlerweile mehrheitlich dem Ausland und erzielen dort auch das Gros ihrer Umsätze. Deutschland wird mehr und mehr zum lästigen Ballast, in dem man ausschließlich gegängelt wird. Wenn die Politik so weiter macht, dann wird Deutschland auch noch die Zentralen verlieren und dann ist Schicht im Schacht.

        Ich sehe die wirtschaftliche Perspektive Deutschlands ebenfalls kritisch. Die Wirtschaftsbereiche, in denen Deutschland eine Technologieführerschaft inne hatte, sind im Wandel. Ich stimme jetzt nicht in den Abgesang auf die Automobilkonzerne ein. Ich bin sehr wohl der Ansicht, dass diese über die Ressourcen, finanziell wie personell, verfügen, den Wandel zu meistern und mitzugestalten. Problematisch ist der ganze Unterbau, der dabei wegbricht.

        Der angebliche Wirtschaftsboom der vergangenen Jahre war keiner. Es wurden mehrheitlich Stellen im Niedriglohnbereich geschaffen. Einen Arbeitskräftemangel gibt es ebenfalls nur dort. Die Großkonzerne haben weiterhin Bewerbungen im Überfluss (einige wenige Fachbereiche mal ausgenommen), es sind lediglich die Kleinst- und Kleinunternehmen, die schlecht bezahlen, die keine Leute mehr finden. Die Konjunktur muss sich nur wenig eintrüben und diese Leute stehen wieder auf der Straße. Dann wird auch die mittelständische Industrie, die stark vom Diesel und Benzinmotor abhängt, ihre Leute auf die Straße setzen.

        Die krankhafte Energiewende wird den Strom noch teurer machen und noch mehr Kaufkraft kosten. Das Konjunkturpaket der Flüchtlinge, die vom Staat durchgefüttert werden müssen und den Konsum erhöht haben, verpufft ebenfalls langsam. Gleichzeitig herrscht Bildungsnotstand und Deutschland ist in keiner Zukunftsbranche auch nur im Ansatz konkurrenzfähig. Die traditionellen Industrien zerstört man trotzdem in Naivität und Größenwahn.

        Ich bin offen und ehrlich: Sollte sich das Elektroauto politisch gewollt durchsetzen, in Deutschland, aber auch in aller Welt, dann wird die katastrophale Politik voll durchschlagen. Denn dann ist das historische Erbe unserer Vorfahren verbraucht. Wir können gerade nach Frankreich schauen, was uns dann droht. Mit der CDU wird es dann auch vorbei sein. Grund zur Freude wird das trotzdem nicht sein. Wir werden ein sozial gespaltenes Land erleben, in dem kluge Köpfe gehen und die Straßen vom Abschaum regiert werden.

        Deutschland könnte bereits dieses Quartal in die Rezession rücken. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass der DAX noch in den vierstelligen Bereichen fallen wird.

      • Die Risiken sehe ich auch, allerdings doch noch etwas mehr Chancen. Die deutsche Wirtschaft, Mittelstand wie Großunternehmen, sowie die Arbeits- und sonstige Moral der breiten Mittelschicht sind gut. Wir haben ein Problem bei der politischen und medialen „Elite“. Insbesondere die inzwischen meinungsführenden Grünen greifen gezielt die Branchen an, in denen Deutschland noch führend ist. Man muss in einer arbeitsteiligen Welt nicht überall gut sein, aber seine Stärken stärken statt zerstören.

    • Ordoliberalismus funktioniert doch selbst in Deutschland kaum noch, geschweige denn in der EU oder gar der ganzen Welt. Was es noch an Ordnungsrahmen gibt, wird von Herr Trump einseitig aufgekündigt, statt ihn mit seinen Verbündeten gegen China & Co. zu verteidigen und zu stärken.

      • Die Politik gegen China ist richtig, auch wenn sie kurzfristig die Weltwirtschaft belastet. China ist uns feindlich gesinnt und möchte die Welt zu seinem Untertan machen. Wir sollen langfristig allenfalls noch als Vasallenstaat dienen. Wenn wir das verhindern wollen, dann müssen wir sie jetzt stoppen oder zumindest den Erfolg verlangsamen, damit das Regime im Inneren an Macht verliert und in ferner Zukunft in seine Einzelteile zerfällt. Den Weg in die Knechtschaft geht eben nur das UK freiwillig.

        Europa sollte die USA darin unterstützen, dann würden sich die Zollandrohungen Trumps gegen Europa von alleine erledigen.

      • In welche Einzelteile soll China denn zerfallen? Es ist, von unterdrückten Völkern am westlichen Rand einmal abgesehen, ein ziemlich homogenes Land, welches seit Jahrtausenden autoritär regiert wird (die Herrscher kommen und gehen, die zentrale Herrschaft bleibt).

        Eigentlich müsste Herr Trump gerade mit China gut auskommen können, da er wie Herr Gauland mehr von Großmachtspolitik als von Rechten auch für kleine Länder hält. Er scheint auch weniger geopolitisch motiviert, sondern wegen seiner absurden handelspolitischen Vorstellungen den Streit mit China zu suchen. Dann lässt sich aber auch der Streit mit Europa und insbesondere Deutschland nicht vermeiden.

  4. Pingback: Trump mit Google gegen Huawei und China | Alexander Dilger

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