Geteilter Arbeitsmarkt

Meine „Eigene aktuelle Stellenausschreibung“ für eine Promotionsstelle hat bislang nicht viel Resonanz gefunden. Eigentlich ist die Bewerbungsfrist schon abgelaufen, aber wenn sich noch jemand bewerben möchte, nur zu! Mir liegen aktuell nur zwei Bewerbungen vor. Vielleicht lade ich eine Bewerberin ein, was im günstigsten Fall reicht. Wahrscheinlicher ist jedoch eine neue Ausschreibung, die allerdings voraussichtlich auch nicht viel mehr Bewerber anlocken wird. Der Arbeitsmarkt ist einfach zu gut momentan, zumindest für studierte Wirtschaftswissenschaftler, was für Arbeitgeber nicht so gut ist.

Zugleich hatten wir privat einen 450 Euro-Job für eine Tagesmutter angeboten. Dafür gab es bestimmt 30 Bewerbungen per Telefon oder E-Mail. Meine Frau lud zehn Bewerberinnen ein (ich hätte die Zahl vermutlich etwas kleiner gehalten), von denen gleich mehrere sehr gut geeignet erschienen. Das machte die Auswahl nicht leicht, was aber natürlich ein schöneres Problem für Arbeitgeber ist als akuter Bewerbermangel. Dagegen haben selbst sehr gute Personen in diesem Segment des Arbeitsmarktes trotzdem schlechte Chancen.

5 Gedanken zu „Geteilter Arbeitsmarkt

  1. Wenn ich darf, würde ich zum Thema Tagesmutter gerne drei Fragen stellen(gerne auch an andere gerichtet):
    1.Müssen Sie bei der privat angestellten Tagesmutter trotzdem den Elternbeitrag bezahlen?
    2. Dürfen Sie das Betreuungsgeld behalten?
    3. Falls Sie Nr. 2 mit ja beantwortet haben: dürfen Sie dies zudem als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen

    • Ad 1.: Nein. Ad 2.: Betreuungsgeld gäbe es erst später, ab dem 15. Lebensmonat. Dies wird unabhängig von der privaten Betreuungslösung bezahlt, wenn man kein öffentliches Betreuungsangebot in Anspruch nimmt. Auch wenn das in der AfD vielleicht nicht opportun ist, werden wir dies allerdings vermutlich tun. Ad 3.: Ja.

      • Danke für die Antworten. Das wird unsere Suche nach Betreuungsmöglichkeiten entsprechend verändern. Wir würden in Bochum etwa 500 Euro Elternbeitrag bezahlen müssen und 150 Euro Betreuungsgeld verlieren, wenn wir eine öffentliche Einrichtung nehmen würden. Zumal es in Bochum für Ein- oder Zweijährige praktisch nur Einrichtungen mit 45 Stunden und mehr gibt, wir aber eher eine kleine Lösung mit 15-20 Stunden suchen. Da laufen die Betreuungsangebote und die Kosten dafür komplett an dem Bedarf vieler Eltern vorbei.

      • In Ihrem Fall sollten Sie in der Tat auf eine öffentliche (oder öffentlich geförderte) Einrichtung verzichten und nur eine Tagesmutter privat anstellen. Wie unser Beispiel zeigt, ist das Angebot an Tagesmüttern auch sehr groß. Sie müssen halt etwas schauen, wer am besten passt. Bei 15-20 Stunden wird außerdem ein 450 Euro-Job nicht reichen (geht beim demnächst geltenden Mindestlohn von 8,50 Euro nur bis 12 oder maximal 13 Stunden die Woche), so dass Sozialversicherungspflicht eintritt, die die Sache deutlich verteuert und zugleich für die Tagesmutter weniger attraktiv macht (so wirkt unser Sozialstaat zumindest in diesem Segment). Sie können es schwarz versuchen, was aber natürlich verboten ist und für mich gleich aus mehreren Gründen nicht in Frage käme. Vielleicht reichen Ihnen langfristig auch etwas weniger Stunden, wenn Sie Urlaubszeiten etc. einberechnen. Schließlich sind auch zwei Tagesmütter oder die Ergänzung um eine Babysitterin o. ä. vorstellbar.

        Es ist umstritten, wie viele Bezugspersonen für ein Baby optimal sind. Den z. T. in der AfD vertretenen Fundamentalismus, um sehr kleine Kinder dürften sich aussschließlich die Eltern kümmern, halte ich jedoch für Unsinn. Die Kleinfamilie ist eine sehr moderne Angelegenheit. In der langen Geschichte der Menschheit war die Großfamilie bzw. eine „Horde“ der Normalfall. Wenn sie verfügbar sind, sind z. B. Großeltern oder Tanten und Onkel sehr gute Betreuer. Wenn sie nicht verfügbar sind, mieten Sie mit der Tagesmutter eine Art Ersatzoma oder -tante. Es ist nur wichtig, dass diese nicht alle paar Wochen wechselt, sondern eine echte Beziehung zu dem Kind aufbaut.

  2. Ich habe für den sog. „Fundamentalismus“, wonach nur die Mutter für U3 Kinder gut ist, keine wissenschaftlichen Belege finden können! Hat jemand dazu etwas?

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