Chilenen lehnen linken Verfassungsentwurf ab

Eine Mehrheit der Chilenen will „Eine neue Verfassung, aber nicht diese“, die am Sonntag zur Abstimmung stand. 62 Prozent stimmten dagegen. 2019 hatte es Unruhen gegeben, weshalb 2020 ein Volksentscheid stattfand, ob die Verfassung von 1980, während der Diktatur von Augusto Pinochet, durch eine neue ersetzt werden sollte. 78 Prozent stimmten dafür, weshalb 2021 eine verfassungsgebende Versammlung direkt gewählt wurde. Diese wurde allerdings von Linken dominiert und legte einen sehr langen Verfassungsentwurf mit 380 Artikeln vor, der viele politische Fragen im Detail regeln wollte und zahlreiche Rechte verbriefte ohne Rücksicht auf ihre Realisier- und Finanzierbarkeit.

Die Ablehnung war richtig und zeigt, dass Volksentscheide besser sind als ihr Ruf und auch zu besseren Ergebnissen führen können als Entscheidungen nur von Volksvertretern. Es bleibt allerdings sinnvoll und hat auch großen Rückhalt in der Bevölkerung, eine neue Verfassung für Chile zu erarbeiten, die aber nicht die normale Gesetzgebung ersetzen und mehr auf Konsens setzen sollte. Werden wieder große Teile des politischen Spektrums übergangen, ist das nicht wirklich divers und pluralistisch, sondern droht eine erneute Ablehnung.

8 Gedanken zu „Chilenen lehnen linken Verfassungsentwurf ab

  1. Die Sozialisten werden sich durch den Willen des Volkes nicht von ihrer Agenda abbringen lassen. Sie werden nun zwei bis drei Wörter verändern und dann erneut abstimmen lassen. Das ganze wird solange wiederholt, bis sich eine Zufallsmehrheit für ihre Agenda gibt. Dann wird der Vorgang geschlossen.

    Es muß halt demokratisch aussehen, aber die Sozialisten müssen die Kontrolle behalten.

  2. Chile ist das wohlhabendste Land in Lateinamerika. Dieser Wohlstand wurde von europäischen Einwanderern, nicht von afrikanischen Sklaven oder Indianern erwirtschaftet. Die Ablehnung einer „progressiven“ Verfassung zeigt, dass Präsident Boric keine Mehrheit für eine linke Politik hat. Gut so!

    • Gabriel Boric wurde mit Mehrheit gewählt, was jedoch vor allem an seinem sehr rechten Gegenkandidaten lag. Die Mehrheit der Chilenen ist für einen Kurs der Mitte und will den Wohlstand nicht verlieren. Venezuela ist ein sehr abschreckendes Beispiel. Wir müssen in Deutschland auch aufpassen.

    • Afrikanische Sklaven gab es in Chile kaum und den Mapuche wurde das Land von den Spaniern im Rahmen eines Genozids weggenommen. Wir wissen nicht, wie sich Chile entwickelt hätte, wenn die Ureinwohner den Kampf gegen die Landnehmer gewonnen hätten.

      • Wir wissen auch nicht, was aus Germanien geworden wäre, wenn die römischen Eroberer nicht gekommen wären…🤔

      • Oder wenn Hermann sie nicht wieder rausgeschmissen hätte …

  3. In Chile ist die Mehrheit der Wähler wohl kaum gegen soziale Gerechtigkeit und für Diskriminierung, sondern statt dessen haben die Menschen erkannt, was sozialistische Meinungshegemonie bedeutet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..