NRW kehrt zu G9 zurück

„Nordrhein-Westfalen kehrt zum Abitur nach neun Jahren zurück“, und zwar auf Gymnasien. Auf Gesamtschulen waren es die ganze Zeit neun Jahre bis zum Abitur plus vier Jahre Grundschule, also eigentlich dreizehn Jahre Schule. Die letzte schwarz-gelbe Regierung in NRW unter Jürgen Rüttgers hatte zum Schuljahr 2008/09 das „Turbo-Abitur“ eingeführt und die Schulzeit an Gymnasien um ein Jahr verkürzt, was die aktuelle schwarz-gelbe Regierung unter Armin Laschet jetzt selbst zurücknimmt. Einzelne Gymnasien dürfen sich dafür entscheiden, bei G8 statt G9 zu bleiben, doch faktisch nehmen die Wahlmöglichkeiten eher ab, weil die Differenzierung zur Gesamtschule reduziert wird.

30 Gedanken zu „NRW kehrt zu G9 zurück

  1. Die sozialdemokratischen Helden, die in Ö die Gesamtschule fordern, schicken ihre eigene Kinder immer in teure Privatschulen. Ist immer ein lockerer Elfmeter für die FPÖ, da kann man leicht höhnen.
    Ist in der BRD doch auch nicht anders, diese hübsche SPD-Prinzessin aus M-V schickt ihr Kind natürlich in eine teure Privatschule.
    Oder wie hieß die linke SPD-Dame aus Hessen irgendwas mit Y, Sohn geht in eine Privatschule.

  2. Warum nicht Schluss mit der Ideologie und die Kinder wie in England mit FÜNF Jahren einschulen? Dort können leistungsstarke Schüler ihr Abitur auch mit 16 Jahren ablegen, so dass ein Masterabschluss oder eine Arztapprobation mit 21 Jahren (z.B. Univ. Edinburgh) möglich sind. Damit bleibt viel Zeit für Spezialisierung und Wissenschaft.
    In Deutschland hat man den Eindruck, wir streben die ältesten Studenten und die jüngsten Rentner an.

    • Entschuldigung, da muss ich widersprechen. Kinder sind keine Maschinen, die möglichst schnell zugunsten der Wirtschaft oder Gesellschaft „auf Spur“ gebracht werden müssen, sondern Kinder. Diese haben ein Recht auf Kindheit. Vielleicht sollten wir außerdem mal uns selbst ein bisschen weniger Sorgen um die (ältesten) Studenten machen, sondern uns selbst bewusst machen, dass die eigentliche Problematik bei den Fachkräften besteht. Diese kann man mit solider (dualer) Ausbildung angehen, und dafür wären die Kinder früh genug bereit!

    • @Dr. Günther Konorza

      Was Sie ansprechen ist nur ein Teil des Problems.

      Mindestens genauso schwer wiegt, dass auch die letzten Heuler unbedingt aufs Gymnasium geschickt werden müssen und Kinder, die noch gar nicht beschulbar sind, da sie dem Unterricht auf Grund nicht vorhandener Deutschkenntnisse nicht folgen können, für Muttersprachler schon die Grundschulen lahm legen.

      In der sozialistischen Bananenrepublik Deutschland muss eben auch der letzte Minderperformer um jeden Preis mit den Leistungsträgern der Gesellschaft „gleichgestellt“ werden.

    • Frühere Einschulungen sollte erlaubt, aber nicht erzwungen werden. Ich bin ohnehin für eine Abschaffung der Schulpflicht, allerdings nicht ersatzlos, sondern mit einer Beschulungspflicht an ihrer Stelle, der aber auch privat und zu Hause genügt werden kann.

      • Ich befürchte, dass eine komplette Abschaffung der Schulpflicht dazu führen würde, dass gerade Bildungsferne und Migrantenfamilien ihre Kinder überhaupt nicht mehr oder völlig unzureichend beschulen. Was das zur Folge hätte, kann sich jeder, der schon einmal mitbekommen hat, wie es gerade in großstädtischen Grundschulen heute bereits zugeht, an drei Fingen abzählen. Na dann mal: Gute Nacht, Deutschland.

      • Die Schulpflicht sollte nicht komplett abgeschafft, sondern durch eine Beschulungspflicht ersetzt werden. Wenn dieser nicht nachgekommen wird, ist der Besuch einer staatlichen Schule anzuordnen, aber eben nicht als Regelfall, sondern subsidiär. In den meisten anderen Bereichen vertrauen wir doch auch zuerst auf private Initiative.

      • Theoretisch d´accord.

        Nur halte ich es für realitätsfern, anzunehmen, dass der Staat bzw. die meisten Bundesländer der Kontrolle über eine solche Beschulungspflicht tatsächlich nachzukommen im Stande wäre(n).

      • Das ist nicht so schwer. Man könnte jährliche Leistungsüberprüfungen einführen. Diese könnten dann auch dazu dienen, die staatlichen Schulen zu überprüfen. Für die Schüler müsste übrigens nicht alles an diesen Tests hängen. Sie bekommen weiterhin ihre schulischen Noten (die doch z. B. auch nicht durch den PISA-Test ersetzt werden). Wenn an einer Schule zu viele Schüler zu schlecht abschneiden, muss es dort Verbesserungen geben. Dasselbe gilt für Privatschulen und auch Hausunterricht. Ist letzterer wiederholt zu schlecht, wird der Besuch einer besseren Schule angeordnet. Momentan ist es doch so, dass staatliche Schulen beliebig schlecht sein können und trotzdem besucht werden müssen, während beliebig guter Hausunterricht höchstens zusätzlich geduldet wird und Privatschulen mit vielen bürokratischen Hindernissen zu kämpfen haben.

      • Ich bin nicht grundsätzlich gegen ein solches Modell. Aber ich meine, dass unser Staat schon auf so vielen anderen Gebieten seit Jahren eklatant versagt, dass ich es unserem Staat schlicht und ergreifend nicht einmal ansatzweise zutraue, das was Sie vorschlagen, zu stemmen.

      • Aber Sie trauen unserem Staat zu, dass er für alle Kinder in Deutschland gute Schulen betreibt? Man kann jeden Tag beobachten, dass er das nicht schafft. Warum wollen Sie dann alle Kinder zwingen, dass sie in die Schule müssen, selbst wenn diese schlecht ist und vielleicht nicht einmal ihre körperliche Unversehrtheit schützt?

      • Ich will doch gar nicht alle Kinder zwingen, in die staatliche Schule oder auch nur in die ihnen zugewiesene Sprengelschule gehen zu müssen.

        Ich meine nur, dass die Schulpflicht per se nicht durch eine Beschulungspflicht ersetzt werden sollte, nämlich gerade weil der Staat schon nicht einmal in der Lage ist, gute Schulen zu organisieren. Wie sollte er dann erst in der Lage sein, in jedem Einzelfall zu prüfen, ob eine Beschulung außerhalb von Schulen überhaupt stattfindet, geschweige denn, in welcher Qualität?

        Die von Ihnen vorgeschlagenen Leistungstests ließen sich doch kinderleicht manipulieren. Zum Beispiel, in dem ganz andere als die zu testenden Kinder zur Prüfung erscheinen. Die Prüflinge wären den Prüfern ja gar nicht persönlich bekannt. Anders jedoch bei Schülern und ihren Lehrern.

        Das Vortäuschen einer anderen Identität ist unter unseren neuen „Mitbürgern“ doch inzwischen bereits sehr verbreitet. Warum sollten also gerade solche Tests davon verschont bleiben?

        Eine Beschulungspflicht an Stelle der Schulpflicht würde nach meiner Überzeugung nur einen noch rascheren Verfall des Bildungsniveaus herbei führen und die Schere zwischen gut Gebildeten und Ungebildeten rasant weiter öffnen.

        Gute Nacht Deutschland, Du einstiges Land der Dichter und Denker!

        Außerdem würde ein solches Modell beispielsweise radikalen islamischen Verbänden für ihre Parallelbildungssysteme und islamischen Kaderschmieden in die Hände spielen. Wollen Sie das wirklich?

      • Der Staat setzt doch schon jetzt die Schulpflicht sehr selektiv durch. Wenn bürgerliche Eltern mit ihren Kindern einen Tag zu früh in den Urlaub fliegen, dann gibt es Strafen oder wird sogar die Polizei eingeschaltet. Andere Kinder erscheinen monatelang nicht in der Schule, ohne dass es jemanden stört. Vielleicht freuen sich die Lehrer sogar noch darüber. Islamistische Schulen sollten nicht geduldet werden (obwohl selbst das wohl inzwischen vorkommt). Aber was spricht dagegen, wenn islamische Schulen oder Eltern ihren Kindern mehr beibringen als staatliche Schulen?

      • Genau das ist doch der Unterschied zwischen Theorie und Realität, respektive auch zwischen Gesetzeslage und Handhabung in der Praxis. Ein Staat der derart versagt, zugleich aber seine Leistungsträger durch Kaputtbesteuerung zunehmend aus dem Land ekelt, hat keine Zukunft.

  3. @Röbi: Wenn Sie Ihr Kind auf eine NRW-Inklusionsschule geben müssen, in der Viele kein Deutsch sprechen und mehrere schwer geistig Behinderte sind, so wird Ihr Kind gewiss keine Lernmaschine.
    Kinder lernen gerne und freuen sich auf die Schule. In den englischen Privatschulen ist das Ziel Charakterbildung und nicht alleine akademische Exzellenz. Die Atmosphäre ist sportlich kompetitiv. “The Battle of Waterloo was won on the playing fields of Eton.“ Duke of Wellington.
    Akademisch werden die höchsten originellen Leistungen besonders in der Mathematik von sehr jungen Leuten erbracht.
    Mit Heine: „Das deutsche Bürgertum will seine Kinder dusselig halten“

    • Dass das deutsche Schulsystem reformbedürftig ist, müssen wir nicht diskutieren. Die Lösung liegt aber nicht darin, bereits 5-jährige Kinder in ein Zeitkorsett zu zwängen, das um 8:00 Uhr startet und am besten nach OGS vielleicht um 17:00 Uhr endet. Nur damit die Kinderschar möglichst schnell produktiv wird.

      • Es geht doch gar nicht darum, dass Kinder möglichst früh „produktiv“ werden. Viele Kinder sind mit dem Gebotenen (zu späte Einschulung; Grundschule, die nicht beschult; Gymnasium als Gesamtschule) schlichtweg unterfordert bzw. verlieren unter diesen Rahmenbedingungen jede Motivation, während die Überforderten trotzdem nichts lernen.

      • Sollten Kinder unterfordert sein, können sie Kurse an Universitäten belegen oder Privatunterricht von den Eltern erhalten. Es ist doch für sie gut, wenn sie neben der Pflicht (die ihnen per Gesetz aufgedrückt wird) möglichst viel Freiraum haben.

      • Wie lässt sich die Schulpflicht noch rechtfertigen? Sie trägt dazu bei, dass der Staat mit beliebig schlechten Schulen durchkommt, statt im Wettbewerb ein besseres Angebot machen zu müssen.

      • Dass in Deutschland Kinder (sic!) Kurse an Universitäten (?) belegen, davon habe ich noch nie gehört. Aber vielleicht sind meine Kinder dafür auch schon zu groß … *Ironie aus*

        Den eklatanten Mängeln vieler staatlicher Schulen durch Abschaffung der Schulpflicht begegnen zu wollen, halte ich indes auch nicht für die richtige Lösung. Bildungsangebote für alle Kinder bereit zu stellen ist nun einmal eine elemantere Grundaufgabe des Staates, die die Schulpflicht m.E. mit einschließen muss.

        Nichtsdestotrotz sollte dem, der es sich leisten kann, natürlich offen stehen, seine Kinder auf eine Privatschule zu schicken, sofern diese die Mindeststandards erfüllt.

        Nicht selten werden Minderperformer von ihren wohlhabenden Eltern aber auf zweit- und drittklassige Privatschulen geschickt, auf denen ihnen das Vorrücken leichter gemacht wird. Dies rächt sich dann spätestens bei den anstehenden Abiturprüfungen. Waldorfschulen empfehlen ihren Schülern in Bayern z.B. überwiegend, erst gar nicht zum Abitur anzutreten, um damit die Durchfallquoten gering zu halten.

      • Es gibt an verschiedenen Standorten maßgeschneiderte Angebote für Schüler (z.B. in den Sommerferien), darüber hinaus kann man sich als Gasthörer einschreiben und sich dann in reguläre Vorlesungen setzen.

      • Dass sich Erwachsene als Gasthörer einschreiben können, ist mir bekannt. Aber Kinder? *sehrverwundertguck*

  4. Viel sinnvoller wäre, den häufigen Unterrichtsausfall an den Gymnasien endlich anzugehen!

    Was im G8 oder G9 „geleistet“ wird, könnten wirklich für das Gymnasium geeignete Schüler locker auch als G7 oder sogar als G6 schaffen, wenn das Personalmanagement der Schulen endlich professionell würde. Und wem das Gymnasium „zu schwer“ erscheint, der gehört ohnehin auf die Real- oder Mittelschule. Das Gymnasium ist schließlich keine Gesamtschule.

    Unsere Gesellschaft braucht keine Akademikerquote von 50% + X. Im Gegenteil: Handwerk und Mittelstand suchen seit Jahrzehnten Jahr für Jahr händeringend nach Auszubildenden.

    Dieser ganze (Pseudo-)Akademisierungswahn der vereinten sozialistischen Gleichmacher CDU, FDP, SPD, LINKE und GRÜNE ist so überflüssig wie ein Kropf.

  5. Fakt 1: Das Deutsche Bildungssystem Humboldscher Prägung war einmal das bester der Welt. Es war einmal…!

    Fakt 2: In den meisten hochentwickelten Staaten dieser Erde sind die Schulzeiten kürzer als in Deutschland.

    Fakt 3: Das Deutsche Bildungssystem wird stetig schlechter, seit Sozialisten das Niveau herabsenken, weil sie „Inklusion“ und für „alle das Gleiche„, statt „jedem das Seine“ wollen!

    Fakt 4: Seit immer mehr ausländische Schüler aus rückständigen Kulturen und mit mangelhaften Deutschkenntnissen in unseren Schulen integriert werden müssen, leidet das Bildungsniveau.

    Fakt 5: Sozialisten haben dafür gesorgt, dass Werte wie Anstand, Respekt, Disziplin und Leistungsstreben als „rechtsradikal“ verunglimpft werden („mit diesen Tugenden kann man auch ein KZ leiten„).

    • Stimmt.

      Es gibt Kuschelecken in den Grundsschulen,wohin sich Schüler zurückziehen können,wenn sie mal eine Lernpause machen wollen.

      Diese Auszubildenen haben wir jetzt im Betrieb.

      Das Schulniveau ist unter aller Sau,auch beim Abi und es tut richtig weh dieser Gesellschaft beim Abdriften zuzuschauen.

      Die Bundeswehr will ich gar nicht erwähnen.

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