Ökonomenpanel zur Inflation

Beim 38. Ökonomenpanel von ifo und FAZ zur „Inflation“ wird eine „Längerfristig erhöhte Inflationsrate für Deutschland“ erwartet, und zwar im Durchschnitt der Antworten für dieses Jahr 4,36 Prozent, im nächsten 3,43 Prozent und 2026 noch 2,81 Prozent. 75 Prozent der antwortenden Ökonomen wollen, dass die EZB sofort Maßnahmen dagegen ergreift, 69 Prozent befürworten eine Erhöhung der Leitzinsen. Dies sind die konkreten Fragen und meine Antworten (noch vor Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine):

Welche durchschnittliche Inflationsrate erwarten Sie für Deutschland für das Jahr 2022?

5 Prozent

Welche durchschnittliche Inflationsrate erwarten Sie für Deutschland für das Jahr 2023?

4 Prozent

Welche durchschnittliche Inflationsrate erwarten Sie für Deutschland für das Jahr 2026?

3 Prozent

Was ist/sind Ihrer Meinung nach die wichtigste(n) Ursache(n) für die aktuelle Verbraucherpreissteigerung in Deutschland?

EZB, Bundesregierung, Lieferengpässe

Sollte die EZB sofort Maßnahmen ergreifen, um die Inflation zu senken?

Ja, weil die Inflation viel zu hoch ist und sich festsetzen kann, während die EZB immer noch Null- und Negativzinsen vorgibt.

Welche Maßnahmen sollte die EZB sofort oder zu einem späteren Zeitpunkt in 2022 ergreifen, um das Ziel der mittelfristigen Preisstabilität zu erreichen?

Gezielte langfristige Refinanzierungsgeschäfte (TLTROs) nicht wieder neu auflegen, weil auch diese die Inflation erhöhen.

Leitzinsen erhöhen, weil diese nominal null sind und real negativ in Höhe der Inflation.

Quantitative Lockerung (QE) stoppen, weil es dafür keinerlei Rechtfertigung mehr gibt bei viel zu hoher Inflation.

Andere: Anleihen verkaufen.

Wie hoch sollte Ihrer Meinung nach der Leitzins der EZB für das Hauptrefinanzierungsgeschäft am 31.12.2022 stehen?

4 Prozent

Ihr öffentlicher Kommentar zur Inflation in Deutschland (optional):

Das Mandat der EZB ist allein die Preisniveaustabilität, aber sie agiert davon völlig unabhängig und heizt die hohe Inflation noch an.

4 Gedanken zu „Ökonomenpanel zur Inflation

  1. Fast alles hätte ich ähnlich beantwortet. Bei der 4. Frage nach den Ursachen der Preissteigerungen, ist Ihre Reihenfolge wichtig: 1. EZB, 2. Bundesregierung, 3. Lieferengpässe! Bei der letzten Frage hätte ich von Ihnen allerdings mehr Mut und Klarheit erwartet: Die EZB handelt eindeutig auftragswidrig!

    • Das steht doch so in meinem Abschlusskommentar: „Das Mandat der EZB ist allein die Preisniveaustabilität, aber sie agiert davon völlig unabhängig und heizt die hohe Inflation noch an.“

  2. Man muss natürlich fragen, ob diese Zahlen jetzt noch irgendeine Relevanz haben durch die derzeitige Kriegslage. Ich mache täglich ein update über die Sanktionen gegen Russland und Belarus, die auch Negativauswirkungen auf unsere Wirtschaft haben werden.

    • Die Inflation steigt noch einmal deutlich durch den Krieg. Dafür kann die EZB natürlich nichts, aber es ist ihre Aufgabe, etwas dagegen zu tun, was sie schlicht verweigert, wodurch die Inflation noch mehr steigt und sich festzusetzen droht.

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