Frankreich ist neuer Fußballweltmeister

„Frankreich ist Weltmeister“ im Männerfußball (zum zweiten Mal nach 1998). Meinen Glückwunsch!

Das Ergebnis von 4:2 gegen Kroatien wirkt deutlicher, als das Spiel tatsächlich war. Denn das erste Tor für Frankreich war ein Eigentor der Kroaten nach einem Freistoß, der seinerseits auf einer Schwalbe beruhte, also eigentlich gar nicht hätte gegeben werden dürfen. Der Ausgleichstreffer der Kroaten war mehr als verdient, doch das zweite Tor der Franzosen beruhte auf einem Handelfmeter, der ebenfalls nicht unbedingt hätte gegeben werden müssen. Das dritte und das vierte Tor für die Franzosen entstanden aus dem Spiel heraus, während das zweite Tor der Kroaten auf einem schweren Fehler des französischen Torwarts beruhte, der den Ball an einen direkt vor ihm stehenden kroatischen Stürmer abspielte. Insgesamt war es eine spannende Partie und beide Mannschaften waren viel besser als die deutsche diesmal (siehe ‚Deutschland scheidet erstmals bei Fußball-WM in der Vorrunde aus‘, aber auch ‚Wir sind Weltmeister!‘ 2014).

NRW kehrt zu G9 zurück

„Nordrhein-Westfalen kehrt zum Abitur nach neun Jahren zurück“, und zwar auf Gymnasien. Auf Gesamtschulen waren es die ganze Zeit neun Jahre bis zum Abitur plus vier Jahre Grundschule, also eigentlich dreizehn Jahre Schule. Die letzte schwarz-gelbe Regierung in NRW unter Jürgen Rüttgers hatte zum Schuljahr 2008/09 das „Turbo-Abitur“ eingeführt und die Schulzeit an Gymnasien um ein Jahr verkürzt, was die aktuelle schwarz-gelbe Regierung unter Armin Laschet jetzt selbst zurücknimmt. Einzelne Gymnasien dürfen sich dafür entscheiden, bei G8 statt G9 zu bleiben, doch faktisch nehmen die Wahlmöglichkeiten eher ab, weil die Differenzierung zur Gesamtschule reduziert wird.

Terroristen sollen zurück nach Deutschland und Demokraten ausgeliefert werden

Der „Ex-Leibwächter von Bin Laden soll zurück nach Deutschland“. Dabei ist es erst gerade heute nach zwölf Jahren gelungen, ihn nach Tunesien abzuschieben. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte am Mittwoch eine Abschiebungsandrohung für rechtmäßig erklärt. Gestern entschied aber eine andere Kammer desselben Gerichts, dass die Abschiebung nicht rechtmäßig sei, da dem Herrn in Tunesien vielleicht Folter drohen könnte, obwohl die tunesische Regierung das Gegenteil versicherte. Diese Entscheidung wurde jedoch erst heute vom Gericht gefaxt, als die Abschiebung bereits vollzogen war. Deshalb meint das Verwaltungsgericht nun, dass die Abschiebung „grob rechtswidrig“ sei und sie „verletzt grundlegende rechtsstaatliche Prinzipien“, weshalb die Rückführung angeordnet wird.

Dabei führt das Gericht, bei dem übrigens auch meine ‚Klage wegen pauschaler Abfallgebühren‘ anhängig ist, den Rechtsstaat selbst ad absurdum. „Dass Deutschland Sami A. zurückholen muss, ist absurd“. Entsprechend wurde Rechtsmittel dagegen eingelegt. Denn wenn selbst in solchen Fällen eine Abschiebung nicht möglich ist bzw. zu einer teuren Rückführung führt, in welchen Fällen darf dann überhaupt abgeschoben werden? Dass Abschiebungen selbst in krassen Fällen nicht zugelassen werden, macht es auch umso nötiger, nicht jeden Kriminellen und Terroristen unkontrolliert ins Land zu lassen, wie das Frau Merkel will und Herr Seehofer als zuständiger Innenminister trotz allem Getöse weiter offiziell anordnet.

Wer hingegen wirklich politisches Asyl verdient hätte, darf und soll mit dem Segen dieser unseligen Bundesregierung ausgeliefert werden: „Carles Puigdemont soll an Spanien ausgeliefert werden“. Allerdings soll die Auslieferung nur wegen Untreue und nicht wegen Rebellion erfolgen, so dass er in Spanien deswegen auch nicht verurteilt werden dürfte. Spanien könnte deshalb von sich aus auf seine Auslieferung verzichten und auf eine andere Gelegenheit warten.

Facebook darf Erben nicht ausschließen

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat heute geurteilt: „Facebook muss Eltern Zugriff auf Nachrichten verstorbener Tochter gewähren“. Das ist doch eigentlich völlig selbstverständlich, insbesondere bei einer Minderjährigen, für deren Facebook-Konto die Eltern ohnehin schon das Passwort hatten, wobei der Bundesgerichtshof auf das allgemeine Erbrecht abstellt, wonach auch Tagebücher und Verträge vererbt werden. Aber Facebook ist ein übler Konzern, der lieber über fünf Jahre und drei Instanzen Prozesse darum führte, statt von sich aus menschlich und anständig zu handeln.

Ich habe gerade meine Frau als Nachlasskontakt bei Facebook angegeben. Allerdings überlege ich ernsthaft, dort ganz aussteigen, wobei eine vollständige Löschung des eigenen Facebook-Accounts gar nicht möglich ist. Die ‚Datenschutz-Grundverordnung gängelt kleine Vereine und Betriebe‘, aber die großen Internetkonzerne nutzen sie noch zu ihrem Vorteil aus. Das ‚Niveau bei Facebook sinkt‘ derweil weiter. Würde jemand meine Seiten dort vermissen?

Trump kritisiert Deutschlands geringe Verteidigungsausgaben und russische Gasimporte

Heute gab es nicht nur das Fußball-WM-Halbfinale Kroatien vs. England (2:1), sondern auch „Trump vs. Merkel beim Nato-Gipfel: Duell auf offener Bühne“. Dabei sind sie sehr ungleiche Gegner, die sehr unterschiedlich kämpfen. Der US-Präsident polterte vor dem NATO-Gipfel und danach, während des Gipfels jedoch nicht. Auch sein Gespräch mit der Bundeskanzlerin verlief harmonischer und er bezeichnete sein Verhältnis zu ihr als „sehr, sehr gut“. Es ist jedoch weder mutig noch ehrlich, dass er seine Kritik nicht direkt ihr gegenüber äußert, sondern öffentlich vor anderen und per Twitter.

Dabei sind die beiden heutigen Hauptkritikpunkte von Donald Trump sogar berechtigt. Deutschland erfüllt erstens seine Verpflichtungen innerhalb der NATO nicht hinreichend. Es wurde vereinbart, dass jeder NATO-Partner zwei Prozent seines Bruttoinlandproduktes für Verteidigung aufwendet. Deutschland kommt nur auf gut 1,2 Prozent, die bis 2024 auf 1,5 Prozent gesteigert werden sollen, was auch noch fraglich erscheint. Es ist auch nicht so, dass die Bundeswehr besonders effizient und effektiv wäre, sondern große Teile sind gar nicht oder kaum einsatzfähig. Der deutsche Staat nimmt seinen Bürgern auch mehr als genug Steuern ab, um mehr zur eigenen Verteidigung beitragen zu können, statt diese vor allem den USA zu überlassen, die dazu immer weniger bereit sind.

Trumps zweiter Kritikpunkt betrifft die zunehmende deutsche Abhängigkeit von russischem Gas, während zugleich andere europäische Länder im Stich gelassen werden. Deutschland zahlt lieber viele Milliarden Euro an Russland als für die eigene Verteidigung. Frau Merkel betonte hingegen, „dass wir unsere eigenständige Politik machen können“ und „eigenständige Entscheidungen fällen können“, wobei sie nur sich selbst meinte, da wir Wähler nicht gefragt werden.