10 km beim Bunert Solo Run Dortmund in 45:24

Kürzlich haben wir den ‚Digitale[n] NRW-Uni-Laufcup abgeschlossen‘. Heute waren meine Frau und ich erstmals seit den Corona-Beschränkungen wieder bei einem richtigen Laufwettbewerb dabei, beim Bunert Solo Run Dortmund, der allerdings eine Besonderheit hatte, nämlich Einzelstarts aller Läufer jeweils 30 Sekunden auseinander. (Wir hätten auch zusammen starten dürfen, aber wer hätte dann auf unsere Kinder aufgepasst?) Meine Frau lief 5 km in 22:44 und war damit relativ gesehen viel besser als ich mit nahezu gleichem Tempo über 10 km in 45:24 (siehe „Ergebnisliste“). Damit wurde ich immerhin 50. von 137 Männern, 7. von 20 in meiner Altersklasse und 59. von 223 Läuferinnen und Läufern insgesamt über 10 km.

Interessant ist noch, dass meine Laufuhr nicht 10 km gemessen hat, sondern nur 9,55 km. Wenn die Uhr tatsächlich Strecken um 4,5 Prozent unterschätzt, waren meine Zeiten auch bei dem digitalen Laufwettbewerb und im Training eigentlich besser. Es könnte auch sein, dass das Unterschätzen der Strecken vor allem bei Wettkämpfen auftritt, da ich dann längere Schritte mache, während die Uhr zur Streckenmessung wohl GPS-Daten und die Zahl der Schritte zusammen mit der mittleren Schrittlänge kombiniert. Allerdings war wohl auch die heutige Strecke nicht perfekt vermessen und auf jeden Fall die 5 km-Runde kürzer als die Hälfte der zwei Runden der 10 km, weil der Abzweig zum Ziel deutlich kürzer war als das Verbindungsstück wieder zum Startbereich.

Unverhältnismäßiger Lockdown aufgehoben, doch pauschale Maskenpflicht bleibt

Es gab ‚Massive Beschränkungen für Kreise Gütersloh und Warendorf wegen Corona in Fleischfabrik‘, die auch gerichtlich bestätigt wurden. Nun wurde der „Lockdown im Kreis Gütersloh gerichtlich aufgehoben“ wegen inzwischen fehlender Verhältnismäßigkeit, während er in Warendorf ohnehin schon ausgelaufen war. Es ist richtig, dass jeder Grundrechtseingriff immer wieder gerechtfertigt werden muss und differenzierte Lösungen z. B. für Tönnies pauschalen Regelungen für den ganzen Kreis oder gar das ganze Land vorzuziehen sind.

Das gilt auch für die Maskenpflicht. Zwar sind sich die „Gesundheitsminister der Länder einig: Maskenpflicht soll vorerst bestehen bleiben“, aber die Begründung überzeugt nicht für so einen schweren Eingriff in die Freiheit und Rechte der Bürger wie Unternehmen. „Zur Begründung hieß es, es dürfe nicht der falsche Eindruck entstehen, die Pandemie sei vorbei.“ Das ist reine Symbolpolitik (siehe auch „‚Das falsche Signal‘: Söder wirft Landespolitikern Verantwortungslosigkeit vor“). Ebenso könnte man jedem Bürger vorschreiben, sich ein Warnschild umzuhängen oder einen Aluhut aufzusetzen.

Der pauschale „Maskenzwang in ganz Deutschland“ ist unverhältnismäßig, wie auch die Erfahrungen in anderen Ländern zeigen, wo ein solcher Zwang wieder abgeschafft wurde, ohne dass die Fallzahlen nach oben schnellten. Es mag Situationen geben, in denen echte Schutzmasken mit sachgemäßem (insbesondere dem Wegwerfen oder Reinigen nach jedem) Gebrauch nützlich sind, doch es gibt keinen Nachweis, dass reine Stoffmasken und -tücher mehr nutzen als schaden (insbesondere bei ständigem Berühren, Tragen nur über dem Kinn und häufiger Wiederverwendung ohne Desinfektion) oder auch nur eine Neuinfektion verhindert hätten. Abstandhalten bringt ohnehin mehr und macht Masken überflüssig, so dass eine Pflicht nur dort gerechtfertigt sein könnte, wo einander fremde Menschen längere Zeit sehr nahe beieinander sein müssen.

Massive Beschränkungen für Kreise Gütersloh und Warendorf wegen Corona in Fleischfabrik

Seit Mitte März, noch vor den drastischen pauschalen Gegenmaßnahmen, waren die Zahlen an Covid-19-Neuinfektionen in Deutschland Woche für Woche zurückgegangen. Seit letzter Woche ist das nicht mehr so, was jedoch nicht an einer flächendeckenden Rückkehr der Epidemie liegt, sondern einzelnen „Hotspots“ mit sehr vielen Infektionen, was die Rückverfolgung und auch gezielte Maßnahmen erleichtert. Den größten Ausbruch gab es beim Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh. „Von 6140 getesteten Tönnies-Mitarbeitern seien 1553 mit dem Coronavirus infiziert, dazu gebe es Infektionen im familiären Umfeld.“ Die Mitarbeiter wurden gleich in Quarantäne geschickt, wobei einige ausländische Beschäftigte von Subunternehmen wohl noch schnell vorher abreisten.

Heute hat die Landesregierung beschlossen, die Kreise „Warendorf und Gütersloh fahren herunter – Kekulé findet Lockdown zu kurz“, da er für nur eine Woche angekündigt wurde, was für einen Nachweis des Virus zu kurz sein könnte, wobei auch beliebige Verlängerungen möglich bleiben. Umgekehrt dürften die Beschränkungen für alle Einwohner der Kreise eigentlich zu pauschal sein. Zumindest bislang sind fast nur Mitarbeiter von Tönnies und deren Angehörige betroffen, die wenig Kontakt mit der übrigen Bevölkerung haben. Aber immerhin ist es besser, nur die konkret betroffenen Landkreise mit einem (schwachen) Lockdown zu überziehen und nicht ganz NRW oder sogar Deutschland wie im März.

Bedenklich finde ich aber auch die Reisebeschränkungen, die insbesondere Bayern, aber auch Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gegen alle Bewohner der beiden Kreise verhängt haben. Vielleicht sollten wir doch noch schnell unseren geplanten Bayernurlaub absagen (wie schon das Doktorandenseminar in Greifswald, da mein Kollege kalte Füße bekam), da es reiner Zufall ist, ob sich nicht dasselbe in Dortmund oder auch Bayern ereignet. Aber Planungssicherheit wird es vielleicht nie mehr geben, da die Entwicklung eines sicheren Impfstoffs unsicher ist und auch dann jederzeit eine neue Epidemie ausbrechen könnte, wie es auch noch viele andere potentiell tödliche Gefahren gibt.

Kahlschlag von Galeria Karstadt Kaufhof auch in Dortmund

„Karstadt Sports in Dortmund soll auch dicht gemacht werden“, nachdem schon die Schließung von beiden Kaufhäusern in Dortmund, Karstadt und Galeria Kaufhof, beschlossen worden war (siehe „Galeria Karstadt Kaufhof schließt 18 Filialen in NRW – Diese Häuser sind betroffen“). Insgesamt sollen bundesweit 62 von 172 Kaufhäusern geschlossen werden und 20 von 30 Sporthäusern. Nicht nur der Trend ist schon länger gegen Kaufhäuser gerichtet, die von Discountern, Fachgeschäften und dem Internethandel in die Zange genommen werden, sondern insbesondere Karstadt litt schon lange unter Missmanagement. Die coronabedingten Maßnahmen gefährden nun die Existenz des gesamten Handelskonzerns (der seinerseits der österreichischen Signa Holding gehört), die auch nach diesen vielen Schließungen nicht dauerhaft gesichert sein wird.

Für Dortmunds Innenstadt ist diese doppelte bis dreifache Schließung eine Katastrophe. Das Karstadt-Kaufhaus war gerade erst aufwendig saniert worden. Wahrscheinlich ist die gleichzeitige Schließung mit dem benachbarten Kaufhaus von Galeria Kaufhof noch nicht einmal betriebswirtschaftlich sinnvoll, sondern naiv berechnet worden. Momentan macht sich der Konzern selbst Konkurrenz, weshalb ein verbleibendes Kaufhaus in einer besseren Lage wäre als aktuell jede Hälfte von zweien. Auch die Stadt sollte überlegen, ob sie dem Konzern oder einem neuen Investor entgegenkommt, um zumindest eines der Häuser zu erhalten. (Bei einem passenden Konzept, z. B. einer lokalen Aktiengesellschaft, würde ich mich auch beteiligen; ich habe sogar noch recht wertlose Aktien von Arcandor im Depot, wozu Karstadt bis vor zehn Jahren gehörte.) Die bislang belebte Innenstadt wird sonst stark an Attraktivität verlieren, was auch andere, ohnehin schon gebeutelte Geschäfte weiter beeinträchtigt und zusammen mit der schlechten Verkehrspolitik (siehe z. B. ‚Gängelung aller Autofahrer statt Dieselfahrverbot in Dortmund‘) zu einer Abwärtsspirale führen kann.

Klage gegen Zwang zu zweiter Restmülltonne zurückgenommen

Meine ‚Stadt will lieber Geld statt Abfall vermeiden‘. Deshalb ärgere ich mich seit vier Jahren mit ihr herum und habe sogar vor zwei Jahren ‚Klage wegen pauschaler Abfallgebühren‘ eingereicht. Heute habe ich diese Klage mangels Aussicht auf Erfolg zurückgenommen (und die Einstellung eines zweiten Verfahrens beantragt, welches das Gericht von sich aus eröffnet hatte, ohne mich auch nur darüber zu informieren, weil mein Einspruch gegen den Abnahmezwang der zweiten Restmülltonne und die dafür angesetzten Gebühren rechtlich gesehen zwei völlig verschiedene Dinge seien). Für morgen war vom Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ein Erörterungstermin angesetzt worden. Wegen der für uns ebenfalls von der Stadt Dortmund verkürzten Kitaöffnungszeiten (im Rahmen der Öffnung wieder für alle Kinder) habe ich heute telefonisch angefragt, ob ich überhaupt kommen müsse. Das wurde von der zuständigen Richterin verneint, die aber auch recht deutlich machte, dass ich den Prozess verlieren würde.

Ich halte das zwar weiterhin für ungerecht, aber das hilft nichts. Ich müsste wohl durch alle Instanzen ziehen bis zum Bundesverfassungsgericht oder zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen der Diskriminierung von Familien mit kleinen Kindern (der von der Stadt als Vergleich angebotene, aber ohnehin jedem offenstehende Wechsel zu einer vierwöchigen Leerung von einer größeren Restmülltonne ist z. B. bei stinkenden Windeln nicht annehmbar) und allgemein der Benachteiligung von größeren Haushalten, bei denen pro Kopf einfach weniger Müll anfällt. Aber das wäre mit hohen Kosten verbunden, nicht nur an Geld, sondern vor allem auch an Zeit und Aufmerksamkeit. Dabei gibt es noch viel wichtigere Sachen, sowohl für mich und meine Familie als auch politisch.

Wäre ich noch parteipolitisch aktiv, hätte ich vielleicht weitergekämpft, sei es wegen der Symbolik vor Gericht oder auch im Stadtrat nach den anstehenden Kommunalwahlen. Zwischenzeitlich habe ich mir selbst geholfen, was ich wohl gleich hätte tun sollen (und jedem rate, der ebenfalls über eine Klage nachdenkt), statt den Klageweg zu beschreiten. Ich habe nämlich schon im Januar die Biotonne abgemeldet und mit der Nutzung der zweiten Restmülltonne, die ich die ganze Zeit ungenutzt bezahlen musste, begonnen. Das ist wohl kaum im Sinne der Abfallvermeidung und -trennung, aber diese Anreize setzt nun mal die Stadt Dortmund ohne rechtliche Handhabe dagegen.