Neuer, Nationalmannschaft und DFB kuschen vor FIFA und Katar

Gestern wurde die ‚Fußball-WM in Katar eröffnet‘. Heute gab es gleich den ersten Skandal: „Deutschland knickt ein – Manuel Neuer spielt ohne ‚One Love‘-Binde“. Dabei war diese Binde selbst schon ein Einknicken, da der DFB sich nicht traute, die Regenbogenflagge zu zeigen, die man zuvor z. B. Ungarn aufnötigen wollte. Die FIFA hat auf ihre Regeln verwiesen, wonach sie selbst die Kapitänsbinden stellt und (andere) politische Botschaften nicht erlaubt sind. Grundsätzlich finde ich diese Trennung von Sport und Politik durchaus sinnvoll, doch wenn die deutschen Fußballer und Funktionäre wirklich ein moralisches Zeichen setzen wollten, müssten sie auch Strafen dafür in Kauf nehmen.

Eine (kleine) Geldstrafe hätten sie wohl auch riskiert, aber die FIFA drohte nicht näher spezifizierte sportliche Strafen an, angefangen wohl mit einer gelben Karte, dann vielleicht eine rote Karte oder auch ein Punktabzug oder sogar Spielabbruch. Da knicken die deutsche Nationalmannschaft und der ganze DFB gleich ein zusammen mit sechs anderen UEFA-Teams, während der französische Torhüter Hugo Lloris bereits vorher erklärt hatte, aus Respekt vor dem Gastgeber auf die Binde verzichten zu wollen. Das ist moralisch völlig akzeptabel, der Gratismut der Deutschen und anderen Europäer aber nicht, die nur dann ein Zeichen setzen wollen, wenn es nicht wirklich etwas kostet. Dann sollen sie es bitte immer lassen und nicht moralischer tun, als sie sind.

Wer sich so einfach abschrecken lässt, setzt damit ebenfalls ein Zeichen, nämlich dass ihm das zuvor laut verkündete Anliegen herzlich egal ist. Dabei hat die FIFA wahrscheinlich nur geblufft, weil sie die Prinzipienlosigkeit dieser Moralisten kannte. Sie hätte schlecht sieben Mannschaften öffentlichkeitswirksam von der WM ausschließen oder auch nur ernsthaft in ihren Gewinnchancen einschränken können. Ansonsten wäre es eine gute Gelegenheit gewesen, der FIFA ganz den Rücken zu kehren und eine weniger korrupte Gegenorganisation zu gründen. Aber wer selbst so korrumpierbar ist, passt natürlich in die FIFA und macht alles mit. Ein echtes und mutiges Zeichen hat hingegen die iranische Mannschaft gesetzt. Die „Iraner singen Hymne nicht – Staatsfernsehen unterbricht Übertragung“ und nun drohen den Spielern und ihren Angehörigen weit schlimmere Strafen als eine gelbe Karte oder ein Punktabzug. Das ist der Unterschied zwischen Mut und Gratismut, zwischen Moral und Opportunismus.

44 Gedanken zu „Neuer, Nationalmannschaft und DFB kuschen vor FIFA und Katar

  1. Grundsätzlich ist es richtig, dass Spitzensportler bei Wettkämpfen keine politischen Botschaften verbreiten sollen. Das können sie gerne in ihrer Freizeit als Privatperson. Der Rückzieher wurde in diesem Fall aber nur gemacht, weil Katar ein moslemisches Land ist. Vor dem Islam bücken sich auch „die Ungläubigen“. DAS ist eine widerliche Doppelmoral!😫

    • Widerspruch: Viele gute Beispiele zeigten in der Vergangenheit, dass Spitzensportler sehr wohl politische Botschaften verbreiten dürfen/sollten. Sie engagieren sich, haben eine Meinung und haben etwas zu sagen. Recht so! Viele Menschen hören den Sportlern zu.
      Gerade weil der Fußball eine weltweite Bewunderung und damit auch Bedeutung genießt, sollten sich auch die Sportler engagieren dürfen, wenn sie das wollen. Das Problem sind die Verbände, die sich für politische Zwecke kaufen lassen. Es geht um Korruption, Macht und Machtmissbrauch. Die FIFA weist die UEFA in die Schranken, weil die FIFA glaubt, die Macht dazu zu haben. Und die UEFA kuscht. Der DFB blamiert sich, weil er sich erbärmlich rausredet.

      • Widerspruch: Politische Botschaften von Spitzensportlern werden nur geduldet, wenn sie „woke“, also linksgrün sind. Sollte ein Sportler aber eine phöse räschde Meinung vertreten, würde man über ihn herfallen wie die Wölfe und ihn auf dem medialen Scheiterhaufen vernichten.

      • Was haben unsere Fußballer denn Sinnvolles zu sagen? Sie werden nicht für kluge Reden und bessere Moral bezahlt, sondern sollen möglichst gut Fußball spielen. Im Grunde werden sie von den Funktionären, Politikern und Journalisten für deren Anliegen missbraucht und dann noch im Regen stehen gelassen, wenn es Probleme gibt.

      • Warum müssen sich Personen des öffentlichen Lebens „outen“? Muss es mich interessieren, welchen sexuellen Geschmack jemand hat? DAS geht doch niemand etwas an, den Staat dürfte es erst recht NICHTS angehen!

      • Das muss keiner machen und es macht auch keiner. Wäre die Spieler wirklich so woke, wie sie tun (müssen!), dann sollte sich doch ein homosexueller Spieler dazu bekennen oder sogar ein heterosexueller Spieler so tun.

    • Das Problem ist, daß es erst einer islamischen Diktatur bedarf, um diesen albernen Regenbogenkult für ein paar Tage aufzuhalten. In diesem (früher unserem) kranken Lande hat keiner die Cojones dazu.

      • Freiheit für Klimaleugner wie für Regenbogenkultler! Solange dabei weder Gewalt noch Gewaltgleiches angewandt wird, sind solche Äußerungen zu dulden wie zur Zeit auch wieder der besonders alberne Karneval und vorher Halloween.

      • Es geht hier allerdings nicht um die individuelle Freiheit der Sportler, sondern um Gruppendruck und Gegendruck. Die FIFA zeigt sich dabei als stärker als der DFB.

      • Katar hat keine Diktatur, sondern eine (absolute) Monarchie. Das ist nicht dasselbe. Es ist kein liberaler Rechtsstaat, aber auch kein Unrechtsstaat. Wir sollten solche Länder nicht vor den Kopf stoßen, sondern als Verbündete gegen schlimmere Regime gewinnen.

    • Es ist doch eher umgekehrt, dass sich niemand traute, Russland und China, die viel schlimmer sind, mit so einer Symbolpolitik zu kommen. Man dachte jedoch, sich das gegenüber Katar erlauben zu können. Das hat nicht geklappt, weil unsere Funktionäre und Politiker reine Opportunisten sind, sowohl bei ihren Forderungen als auch deren (mangelnder) Durchsetzung.

  2. Ich bin kein Freund der FIFA, aber diesem Schwulenkult, den Siggis Regenbogentruppe da treibt, eine Ende zu bereiten, war o.k.
    Man muß auch bedenken, daß Katar bereits eine andere Staatsreligion hat, die zu diesem Kult inkompatibel ist.

  3. Wer hinschauen wollte, dem ist klar, dass sich die FIFA seit Jahren an problematische politische Regime sehr teuer verkauft. Regime, die die Bedeutung des Fußballs für ihre politischen Zwecke missbrauchen. Die WM Vergaben nach Argentinien, Russland/Putin und Katar belegen eindrucksvoll, was uns schon Vespasian ins Stammbuch schrieb: pecunia non olet.
    Das aktuelle peinliche Weggucken und Wehklagen über die Maßregelung des Systems FIFA in Katar ist von DFB und den anderen Verbänden naiv, heuchlerisch und auch verlogen.

    Der DFB ist ein Teil der UEFA, die UEFA ist ein bedeutsamer Teil der FIFA. Dass die FIFA ein maßloses hoch korruptes FIFA System unter Blatter geworden ist, zeigt aktuell die sehr gute Netflix-Doku „FIFA Uncovered“ von Oscar-Gewinner John Battsek
    eindrucksvoll. Zu den UEFA Protagonisten gehörten bekanntlich auch Platini und Beckenbauer.

    Wenn diese Verbände wirklich Zeichen setzen wollten, hätten sie aktuell und in der Vergangenheit alle Möglichkeiten dazu gehabt. Alle Verbände hatten seit der FIFA WM Vergabe in Zürich 2010 nun 12 Jahre Zeit, sich für Menschenrechte und Vielfalt einzusetzen. Aber alle Beteiligten stimmten damals für diese WM Vergabe an Russland und Katar, viel Geld floss in die Taschen der Beteiligten und dafür brachte das FBI einige auf die Anklagebank und auch ins Gefängnis.

    Richtig und wichtig ist natürlich der Hinweis auf den schweigenden Protest der Fußballer Irans. Sie protestieren gegen die aktuellen politischen Verhältnisse in ihrer Heimat. Das wird sie und ihre Familien in große Schwierigkeiten bringen. Diesen Protest könnten alle unterstützen. Vorschlag: die Unterstützung für die Ukraine könnte Vorbild sein für eine Unterstützung der Protestierenden im Iran, denen es um ihre Freiheit, Vielfalt und auch Demokratie geht. Alle Fußballer und ihre Verbände könnten den Einsatz der Fußballer aus dem Iran unterstützen.

  4. Politische Äußerungen am Arbeitsplatz bzw. in Ausübung des Berufes sind oft nicht problemlos und können vielfach trotz Meinungsfreiheit in Deutschland verboten werden. Leider so auch im Sport, auf internationalem Parkett.

    • Es sind doch keine freien Meinungsäußerungen der einzelnen Sportler, sondern es ist eine ganz seltsame Symbolpolitik, die ihnen von deutscher Seite aufgenötigt und nun von der FIFA untersagt wird.

      • Jetzt mußten sich die armen Kerle sogar den Mund zuhalten. Es wird von Stunde zu Stunde alberner.

      • Das war wirklich albern und die nachfolgende Niederlage verdient. Ich fand es wirklich gut, dass Freiburg und Bochum gegen München (allerdings auch Dortmund) gewonnen haben.

      • Es läuft! Der Haltungsweltmeister hat seine erste Packung gekriegt! Statt sich alberne Kindereien auszudenken, hätten sie mal besser ne halbe Stunde länger trainiert.

      • Ich glaube tatsächlich, dass die Beschäftigung mit solchem Unsinn zur Niederlage beigetragen hat. Wer wirklich gewinnen will, muss sich allein darauf konzentrieren.

  5. Es ist interessant zu beobachten, wie das organisierte Schwulentum aus allen Rohren gegen die FIFA feuert.
    Das war keine Überraschung. Es blieb aber die Frage, welcher Opportunist als erster folgen würde und wie lange es dauern würde.
    And the winner is: REWE!

      • Was macht die Handlungsweise des DFB opportun? Wer hat die Macht, die DFB-Funktionäre zu dieser albernen Regenbogenaktion zu bewegen?
        Oder wollten die Funktionäre das absehbar schlechte sportliche Abschneiden durch den Gewinn der Gesinnungsweltmeisterschaft kompensieren? Das jedenfalls ist gründlich in die Hose gegangen.

        Und das ist gut so!

      • Der Druck dazu kommt von den Massenmedien, insbesondere den öffentlich-rechtlichen, und vielen Politikern. Die DFB-Funktionäre passen sich an und verlangen das dann auch von den Sportlern. Nun schien der Gegendruck stärker, prompt knicken sie andersherum ein und verlieren auch noch das Spiel.

      • In den Schlagzeilen sind unsere Haltungshelden heute morgen jedenfalls nicht mehr. Der Deutschlandfunk feiert die neuen Transferleistungen.
        Vielleicht bewahrheitet sich für unsere Gesinnungsweltmeister ja der folgende Witz, der nach ihrem glorreichen Auftritt in Rußland aufkam:
        Eine Fußballweltmeisterschaft ist wie Schützenfest. Drei Einsätze und dann kommt der Katar.

  6. Deutschland hat mal wieder versagt. Man hätte nicht einknicken dürfen. Wenn viele teilnehmende Mannschaften solidarisch gewesen wären, hätte die Fifa mal eine Lektion erteilt bekommen, und Deutschland hätte viele Sympathien bekommen. Wir haben aber noch die Chance, bei der Pokalübergabe alle diese Armbinde zu tragen. Es wird Zeit, dass die Fifa erneuert wird.

    • Von welcher Pokalübergabe sprechen Sie? Egal, aber mit der Notwendigkeit der Erneuerung haben Sie natürlich recht.
      Gegen Herrn Orban konnten „unsere“ hochmoralischen Fußballmillionäre noch ein ganzes Stadion mit Regenbogenfahnen füllen. Das war von der woken Öffentlichkeit bejubelter Gratismut. Nun standen sie aber mit ihren albernen Armbinden vor der Aussicht, Punkte zu verlieren. Das ist natürlich eine andere LIga.

      Diese Typen sollen Fußball spielen und keine Schwulenpolitik machen! Aber zum Fußball fehlt ihnen das Talent.

      • Die Funktionäre entscheiden das. Die Fußballer müssen dabei mitmachen oder es jetzt lassen, sie selbst werden nicht gefragt.

      • Der Welt mal zeigen, dass es auch gute Deutsche gibt. Das geht, wenn bei jedem WM Spiel der Deutschen ein anderer die Kapitänsbinde trägt.

      • So viele Spiele mit deutscher Beteiligung wird es in Katar wohl nicht mehr geben. Die Geste, sich den Mund zuzuhalten, war auch eher peinlich. Ein sportlicher Erfolg wäre ein besseres Symbol gewesen.

      • Verwechseln Sie hier möglicherweise die Begriffe „Gutmensch“ und „guter Deutscher“?

    • Sie haben mal wieder recht, Herr Krebs. Deutschland (damit meinen wir beide wohl Siggis Kindergartentruppe) hat wieder einmal versagt. Statt sich auf das Spiel gegen Japan zu konzentrieren, haben sie sich alberne Kindereien ausgedacht. Quittung kam nach 90 Minuten.

      Ich bin aber stolz auf unsere Bundesinnenminister*:In, die kein CO2-Budget gescheut hat, sich dieses Affentheater Live und mit Regenbogenbinde anzuschauen.

    • Diese Bindentruppe ist nur peinlich und das wissen Sie. „Die Mannschaft“ hat vor lauter woker Propaganda das Fußball spielen verlernt.

  7. Auch Gruppendruck ist Freiheitsgebrauch, was nichts ändert an der Sinhaftigkeit oder Sinnlosigkeit von Freiheitsgebrauch.

  8. Pingback: Deutschland gewinnt gegen Costa Rica und fliegt aus der WM | Alexander Dilger

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