Fußball-WM in Katar eröffnet

Heute wurde die Fußball-Weltmeisterschaft der Herren eröffnet und „Katar verliert als erster WM-Gastgeber das Eröffnungsspiel“, und zwar 0:2 gegen Ecuador, welches auch nicht zu den Favoriten gehört. Trotzdem ist die Kritik am Gastgeber übertrieben und verlogen. „In defence of Qatar’s hosting of the World Cup“ muss man feststellen, dass Russland, wo 2018 die letzte Fußball-Weltmeisterschaft stattfand, viel schlimmer war und damals schon die Ukraine überfallen hatte, was aber kaum jemanden störte. Auch China als Veranstalter der Olympischen Sommer- und zuletzt Winterspiele ist ein viel schlimmeres Land, ebenso Ägypten, wohin gerade ganz viele Politiker und Journalisten mit dem Flugzeug reisten, um angeblich etwas gegen den Klimawandel zu tun. Katar ist keine Demokratie, aber wird trotzdem besser regiert als die meisten anderen Länder der Region. Gastarbeiter werden nicht immer fair behandelt, aber größtenteils relativ gut bezahlt, weshalb so viele kommen wollen und auch dürfen. Außerdem haben sich die Arbeitsbedingungen gebessert und hat so die WM einen echten Unterschied gemacht.

Wahrscheinlich flossen Bestechungsgelder für die WM-Vergabe nach Katar, aber das war bei Deutschland ganz sicher der Fall und ist vor allem die Schuld der FIFA, deren Präsident Gianni Infantino besonders korrupt und peinlich ist (siehe „Bizarrer Auftritt des FIFA-Chefs: ‚Beschämender‘ Infantino löst Empörung und Widerspruch aus“). Die Klimabilanz dieser WM ist trotz Verlegung in den Spätherbst besonders schlecht, aber die deutsche Ampel-Regierung, die sich für die Retterin des Weltklimas hält, sorgt gerade für einen viel größeren zusätzlichen CO2-Ausstoss durch die Abschaltung von sicheren Atomkraftwerken und das Verbrennen von mehr Kohle einschließlich Braunkohle. Richtig wäre eine grundlegende Reform der FIFA und der Regeln zur Vergabe solcher Großveranstaltungen, aber die moralische Entrüstung gerade von ARD und ZDF, die für die Übertragungsrechte über 200 Millionen Euro an Zwangsbeiträgen bezahlt haben, ist heuchlerisch. Man darf sich die Spiele ohne schlechtes Gewissen ansehen und sogar der deutschen Nationalmannschaft (oder einer anderen) Erfolg wünschen.

15 Gedanken zu „Fußball-WM in Katar eröffnet

  1. Warum verharmlosen Sie das radikal-islamische Katar, das Terroristen unterstützt und Menschenrechte mit Füssen tritt? Das last minute Verbot, in den WM-Stadien Bier zu verkaufen, ist da nur der aller letzte Beweis dafür, dass man diesen Staat besser verachtet.

    • Katar ist nicht radikal-islamisch, sondern von den arabischen Staaten einer der besser regierten, in dem die Menschenrechte leider nicht perfekt geachtet werden, aber besser als z. B. in Ägypten, wo jetzt viele westliche Politiker hinflogen ohne solche geheuchelte Empörung. Alkohol im Stadion ist kein Menschenrecht. Versagt hat die FIFA.

      • Ich bin völlig anderer Meinung! Aber es ist Ihr Blog und ich nur Gast. Daher werde ich das Thema nicht weiter vertiefen.

      • Sie dürfen gerne anderer Meinung sein, aber eine Begründung würde mich interessieren. Gerade die komparativen Aussagen scheinen mir kaum widerlegbar.

  2. Korruptheit scheint eine Einstellungsvoraussetzung bei der FIFA zu sein. Wenn bei denen wenigsten einer Cochones hätte, wäre die WM schon nach dem Bierverbot zu Ende gewesen.
    Ich kann mein Bier übrigens auch ohne Fußball trinken. Hansis Regenbogenteam brauche ich dafür ganz sicher nicht.

    • Tatsächlich haben korrupte Personen in korrupten Organisationen bessere Aufstiegschancen. Das gilt z. B. auch für die deutsche Politik.

      Vor dem Fernseher dürfen Sie selbst bei WM-Spielen in Katar Bier trinken. Die Ampel-Koalition hat beides noch nicht verboten, also nutzen Sie die Gelegenheit.

  3. Einfach nicht gucken und das möglichst öffentlich verkündigen, wird bei massenhafter Beachtung wirken. Demonstrativ und mit Sohn/ Söhnen, so vorhanden, Spiele in unteren Ligen besuchen!

    • Warum sollte man WM-Spiele nicht gucken (falls man sich überhaupt dafür interessiert)? ARD und ZDF haben schon gezahlt, jetzt geht es höchstens noch um zuschauerabhängige Werbeverträge, aber auch hier können wir Deutschen allein nicht die Welt retten und nicht einmal die FIFA oder auch nur unseren eigenen öffentlich-rechtlichen Rundfunk reformieren. Russland war ein viel schlimmerer Ausrichter ohne solche Diskussionen. Ganz unabhängig davon besuchen wir Spiele der Dortmunder G-Jugend.

      • Die Wirkung des Nichtguckens (aufs Werbegeld) hängt sicher von der Menge der Nichtgucker ab- und das besonders international. Sind des wenige, ist Gucken insofern in der Tat egal. Daß Rußland noch schlimmer war (JA!) spricht nicht gegen einen Beginn des sinnvollen Tuns jetzt.

      • Das Getue in Katar halte ich nicht für sinnvoll. Homosexualität ist dort wie jeder Sex außerhalb der Ehe verboten, wird aber nicht besonders hart verfolgt. Auch die allgemeine Menschenrechtslage ist nicht ideal, aber auch nicht katastrophal. Die Deutsche sind Gäste dort und sollten sich toleranter gegenüber anderen Kulturen zeigen. Wer das nicht will, darf solche Großveranstaltungen nur noch nach Skandinavien vergeben (wobei die Regierungen dort auch nicht mehr alle links sind).

      • Wer immer noch nicht das Interesse an dem Gekickere der „Mannschaft“ verloren hat, sollte sich auch nicht von hyperwoken Gesinnungswächtern davon abhalten lassen, sich die Spiele anzuschauen.

  4. Pingback: Neuer, Nationalmannschaft und DFB kuschen vor FIFA und Katar | Alexander Dilger

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