Habeck will nun doch Atomausstieg etwas verschieben

Der Bundesminister für Wirtschaft und Klima Robert ‚Habeck h[ie]lt an Atomausstieg mitten im Winter und in Energiekrise fest mit zwei Atomkraftwerken als kurze Notreserve‘, was unwirtschaftlich und klimaschädlich wäre. Nun lenkt er doch ein und macht das zuvor für unmöglich Erklärte möglich. Herr „Habeck will zwei Atomkraftwerke bis April 2023 weiterlaufen lassen“, also nicht nur als teure Notreserve ohne Stromproduktion herumstehen lassen. Als Begründung führt er ausgerechnet die französischen Atomkraftwerke an, die nicht wie geplant laufen würden. Er plante also gerne mit französischem Atomstrom, dessen Produktion er in Deutschland weiterhin verbieten will, nur dreieinhalb Monate später, obwohl sie die Versorgungssicherheit erhöht und die völlig überhöhten Strompreise etwas senkt.

Diese Verlängerung kommt zu spät, ist zu kurz und nicht umfangreich genug. Alle drei noch laufenden deutschen Atomkraftwerke sollten weiterbetrieben werden, auch das in Niedersachsen, welches allein aus wahltaktischen Gründen weiterhin zum Jahresende abgeschaltet werden soll, was hoffentlich noch nach der Niedersachsen-Wahl revidiert wird. Außerdem sollten die drei zu Jahresbeginn abgeschalteten Atomkraftwerke reaktiviert werden. Schließlich sollte die Laufzeit nicht nur um dreieinhalb Monate, sondern etliche Jahre verlängert werden, mindestens bis zum Ende der akuten Energiekrise, aber eigentlich auch darüber hinaus, weil Atomstrom aus bereits bestehenden Atomkraftwerken besonders günstig und zugleich umweltfreundlich ist. ‚Bitte Petition zur Stuttgarter Erklärung mitzeichnen‘ und dafür werben. Die spannendere Diskussion ist, ob Deutschland nicht aus dem Atomausstieg ganz aussteigen sollte, um wie der Rest der Welt neue, noch sicherere Atomkraftwerke zu bauen. Damit könnte der Minister wirklich etwas für die Wirtschaft und das Klima tun.

19 Gedanken zu „Habeck will nun doch Atomausstieg etwas verschieben

  1. Zur Energiesicherheit müssen neue AKWs gebaut werden. Da werden auch die Grünen mitmachen. Die Russen haben jetzt in der Ostsee die beiden Gasstreams zerstört, eine Umwelttkatastrophe erster Güte. Das kranke Hirn Putins, dessen Leben nicht mehr allzulange dauern wird, wird auch Sapurischschja zerstörten. Die Schäden werden die Russen zahlen, cash.

    • Es ist noch ein weiter Weg für die deutschen Grünen, von einer Laufzeitverlängerung um dreieinhalb Monate zum Neubau neuer Atomkraftwerke zu kommen. Andere Grüne in Europa haben allerdings schon erkannt, dass dies ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz wäre (und auch die Reaktorsicherheit weltweit erhöhen könnte).

      Wer die Pipelines in der Ostsee beschädigt hat, ist noch nicht klar. In gewisser Weise ist das ein Angriff gegen die NATO, falls es nicht selbst ein NATO-Mitglied war. Sollte es die Ukraine gewesen sein, müssten wir unsere Unterstützung noch einmal überdenken bzw. stärker konditionieren.

      • Deuten Sie damit an, dass auch die USA dahinterstecken könnten?

      • Die hiesige Presse vermutet Russland hinter dem Anschlag, d.h. ein Anschlag als weiteres Mittel zur Destabilisierung des Westens. Die Finanzmärkte haben bereits entsprechend reagiert.

      • Das ist möglich und aus meiner Sicht wahrscheinlicher als eine Sabotage durch die USA, aber keineswegs sicher. Eigentlich wird Russland dadurch eine Option genommen. Mögliche Gaslieferungen über Nord Stream 1 und 2 hätten die Bundesregierung im Winter doch ganz schön unter Druck setzen können, wenn Millionen Menschen frieren.

  2. Es müssten doch Satellitenbilder und Protokolle aller Schiffsbewegungen vorhanden sein. Die Amerikaner waren es sicherlich nicht. Da wäre der Schaden nicht mehr reparabel gewesen.

    • U-Boote können auch unerkannt dorthin gelangen. Die USA könnten extra in dieser Form sabotiert haben, um es den Russen in die Schuhe zu schieben. Es kann auch umgekehrt gewesen sein oder eine andere Macht. Wir wissen es nicht und vielleicht wird es nie befriedigend aufgeklärt werden.

      • Laut BILD-Zeitung verdichten sich die Anzeichen, dass Putin (genauer sein Militärgeheimdienst GRU) dahinter steckt. Vielleicht wird er im Westen immer noch unterschätzt.

      • Herr Putin wird doch nicht unterschätzt. Ihm ist vieles zuzutrauen, auch so viel Dummheit. Doch belastbare Evidenz gibt es noch nicht und andere Länder hätten eigentlich ein stärkeres Interesse daran.

    • Satellitenbilder von U-Booten würde ich jetzt nicht unbedingt erwarten.
      Aber sollten die Berichte über Warnungen des CIAs stimmen, dann hat die Bundesmarine wochenlang in Kiel Dosenbierpaletten vernichtet, statt die Pipelinetrasse zu sichern.

      • Ich fürchte, dass Bundeswehr und -marine dazu einfach nicht mehr in der Lage sind. Dafür sind jedoch nicht die Soldaten verantwortlich, sondern die politische Führung. Schauen Sie sich doch einmal die Verteidigungsministerinnen und deren Politik an.

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