RBB-Intendantin bereicherte sich schamlos

Nach ersten Enthüllungen vom privaten, zum Axel Springer-Konzern gehörenden Business Insider kamen immer mehr Verfehlungen von Patricia Schlesinger, der Intendantin vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), ans Licht. Deshalb trat sie am 4. August mit sofortiger Wirkung als Vorsitzende der ARD zurück und am 7. August als Intendantin des RBB, das allerdings erst zu Ende Februar 2023 mit der Andeutung, für eine hohe Abfindung auch früher zu gehen. Der „Rundfunkrat ber[ief] Patricia Schlesinger wegen privater Abendessen und London-Trip als Intendantin ab“ am 15. August. Noch offen sind eine fristlose Kündigung ihres Dienstvertrages, eine mögliche Abfindung und ihre Pensionsansprüche.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen wegen Untreue und Vorteilsnahme gegen sie, ihren Ehemann und den zurückgetretenen RBB-Verwaltungsratschef Wolf-Dieter Wolf. Sie etablierte ein „Brisantes Bonussystem: RBB zahlte Ex-Intendantin Schlesinger und ihren vier Direktoren mehr als 200.000 Euro an ‚Zielprämien‘ pro Jahr“. Dadurch stieg ihre „Gesamtvergütung auf weit mehr als 350.000 Euro“ pro Jahr, ohne dass dies transparent gemacht worden wäre. Hohe Prämien wurden selbst dann gezahlt, wenn jemand die Ziele völlig verfehlte, während wegen der Zwangsbeiträge ohnehin kein Ertragsrisiko bestand. Frau Schlesinger ließ ihre Chefetage für 1,4 Millionen Euro umbauen, war aber so gierig, dass sie schließlich über die Abrechnung privater Essen auf Kosten der Gebührenzahler stolperte.

Wer die Zwangsgebühren für diese Verschwendung nicht zahlt, kann dafür ins Gefängnis kommen, was Frau Schlesinger viel mehr verdient hätte, aber nicht ernstlich fürchten muss. Die Affäre zeigt, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk inzwischen völlig unkontrolliert arbeitet und das wie die EZB mit Unabhängigkeit verwechselt. Dabei ist die persönliche Bereicherung zu Lasten der Beitragszahler ärgerlich, aber nicht das größte Problem, welches in der völlig unausgewogenen und parteiischen Berichterstattung besteht, die den Programmauftrag ins Gegenteil verkehrt.

25 Gedanken zu „RBB-Intendantin bereicherte sich schamlos

  1. Selbst in den ganz normalen Radionachrichten wird parteiisch berichtet. Gestern hieß es auf WDR 4, dass es sich für Liz Cheney in Wyoming nicht ausgezahlt habe, demokratisch zu sein. Das sollte wohl implizieren, dass die Gegenkandidatin undemokratisch sei. Belegt wurde das nicht.

    • Harriet Hageman behauptet wider besseres Wissen, dass Donald Trump der Sieg bei der letzten Präsidentenwahl gestohlen worden sei. Dabei hat sie selbst als „Never Trumper“ angefangen, um jetzt rein opportunistisch auf seine Seite zu wechseln und Liz Cheney Verrat vorzuwerfen, den sie selbst begeht.

  2. Aus liberaler Sicht gehört der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk nicht reformiert, sondern abgeschafft! Wer solche Sender hören und sehen will, soll dafür Werbung hinnehmen oder sie wie etwa Sky-Fernsehen selbst bezahlen.

  3. Wir stimmen 100 % zu. Ein Desaster, Skandal.

    Gleichwohl, wenn der Chef – Intendant vom ARD – Tom Buhrow – per a. so um die 400.000,00 € erhält ist dieses Gehalt für uns normale Bürger/innen gleich unanständig .

    Treffend zur “ Unabhängigkeit mit Kontrollfunktionen “ bei Selbstbedienung der Vergleich mit EZB.

    Frösche würden niemals eigenen Sumpf / Teich trocken legen. Wir glauben auch nicht an zukünftige Objektivität mit Journalisten – Ethik bei ARD und ZDF.

    Das Personal ist zu tief in der gelebten Parallelwelt befangen, u.a. ist „Grünes “ Denken, politische Wahlentscheidungen nach Eigenauskunft – bei jüngeren Mitarbeitern – en vogue.

    Gerade junge Mitarbeiter glauben ernsthaft hätten Auftrag zur Erziehung für ihre Zuschauer, Zuhörer. Die sich täglich krummlegen auf der Arbeit.

    Und das nervt !

    • Von der Höhe her ist das Gehalt von Herrn Buhrow nicht unbedingt unanständig, auch nicht das von Frau Schlesinger: Es sind die Umstände darum!

      • Man kann durchaus diskutieren, ob in öffentlichen Einrichtungen Personen mehr als z.B. die Bundeskanzler verdienen sollten. In der Privatwirtschaft wäre es etwas anderes.

      • Ulrich Motte, wer in der Industrie / Produktion – z.B. als GF – Verantwortung für Unternehmen, Gesellschafter, Mitarbeiter hat und hart arbeiten muss ( …Freizeit gering, permanenter Stress etc. ) damit er nicht “ in Registratur oder außerhalb “ landet, kann Ihre Bemerkung zur Akzeptanz von so exorbitant hohen Gehältern weder teilen noch akzeptieren.

      • Ein öffentlich-rechtlicher Betrieb sollte sich am Gehaltsgefüge des öffentlichen Dienstes orientieren, was hier in keinster Weise der Fall ist. Die Intendanten bereichern sich auf Kosten der Beitragszahler, die keine Wahl haben.

  4. Das Alles ist nur weiteres, stetes Wasser auf des Höckes elende Mühlen. Spätbyzantinische Verhältnisse allerorten, Gewinner sind immer die Vandalen und Tyrannen. So wird es auch diesmal sein. Der Einwand, die „Demokraten“ würden die AfD nicht zulassen, hat 33 schon nicht gezogen. Diese werden nämlich einfach abgewählt werden. Ich bereite mich mental auf die überfällige Auswanderung vor.

    • Lassen Sie bitte die Polemik über Byzanz @erzliberaler. Byzanz war einer der stabilsten Staaten, die es je gegeben hat. Nur weil ein venezianischer Doge (Dandolo ) seinen persönlichen Hass ausleben mußte, wurde es massiv geschwächt und konnte dann den Osmanen nicht mehr standhalten. Denken Sie allein an das römische Recht, das in Byzanz kodifiziert wurde. Die byzantinische Dekadenz ist ein Projektion des 19 Jahrhunderts, die den „fortschrittlichen Islam“ gegen das „dekadente Byzanz“ ausspielte.

      • Das war (m)eine Anpassung an den Sprachgebrauch, Piscator. Sie haben recht. Ich nehme mit Genugtuung zur Kenntnis, dass Sie ansonsten offenbar zustimmen.

    • Auswandern wird vielleicht nötig werden, jedoch nicht wegen einer Machtergreifung von Herrn Höcke, sondern wennnn, auch durch ihn begünstigt, die Grünen das Land gänzlich herunterwirtschaften.

  5. Im Falle Schlesingers könnte die Grenze zur strafbaren Korruption überschritten sein. Das System ÖRR insgesamt ist ein klassischer Fall für strukturelle Korruption, die nicht strafbar, aber umso realer ist: Politiker und Medienleute sind über wechselseitige Postenvergabe und Gefälligkeiten miteinander vernetzt; der ÖRR stützt das herrschende Parteienkartell (mit Schlagseite zugunster bestimmter Parteien), dafür verschaffen diese ihm eine privilegierte Stellung; eine wirksame Kontrolle gibt es nicht, die Aufgabenbeschreibung ist vage, der ÖRR meldet seinen Finanzbedarf einfach an (!) und bekommt ihn nach ein paar kosmetischen Korrekturen von der KEF abgenickt. Das (von den Kartellparteien besetzte) Bundesverfassungsgericht hat dieses ganze System praktisch mit Verfassungsrang versehen.

    Hat der für dieses System Zwangsarbeit leistende Bürger noch legale Möglichkeiten, dagegen vorzugehen?

    • Frau Schlesinger hat es einfach völlig übertrieben, doch das Grundproblem liegt in der Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, die solches Fehlverhalten begünstigt. Die Mehrheit der Bürger ist dagegen, doch die Mehrheit der Politiker einschließlich derer im Bundesverfassungsgericht ist dafür.

  6. ARD und ZDF müssen grundlegend reformiert und demokratisiert werden. Ein öffentlich-rechtliche Sender würde auch reichen, dann kann der Zwangsbeitrag deutlich gesenkt werden und das Budget muss durch den Haushaltsausschuss des Bundestages. Noch besser wäre die Abschaffung, aber das ist politisch leider nicht durchsetzbar.

    • Woher soll der unmündige Bürger wissen, was er zu denken hat? Woher soll er wissen, was wahr und was falsch ist?
      Zur Verkündigung der Wahrheit brauchen wir ARD und ZDF. Das ist alternativlos.

      • Es handelt sich dabei um ein Gegenprojekt zur Aufklärung, durch welche die Menschen ihre selbstverschuldete Unmündigkeit überwinden sollen und nicht fremdverschuldet in einer solchen gehalten werden.

    • Ja, die Abschaffung bzw. Entlassung in den Wettbewerb wäre am besten, doch auch viele weitere Reformen wären Verbesserungen, z. B. kein Zwangsbeitrag mehr, weniger Sender, dafür mehr Pluralismus und Transparenz etc.

  7. Wussten Sie, dass Philipp Rösler, Vorgänger von Lindner, UNIPER – Aufsichtsrat ist? Nicht nur Schlesinger versteht etwas vom Geld verdienen!

    • Das könnte bei der viele Milliarden teuren Rettung dieses Konzerns durchaus eine Rolle gespielt haben, womit er sein Gehalt für diesen mehr als wert war im Gegensatz zu Frau Schlesinger, die RBB nur geschadet hat.

  8. Das Patricia Schlesinger ihre Jobs los ist, ist richtig. Es ist ähnlich wie bei AWO-Affäre Frankfurt/Wiesbaden. Nur die gierigsten und dümmsten Profiteure fliegen auf. Was bei Stadtwerken, Kommunalverbänden, Rote Kreuz, AWO, „Jugendhilfe xy e.V.“, Betreuungsbüros, Sparkassen… überall und jeden Tag passiert ist häufig legal (genau wie lange Zeit die steuerliche Absetzbarkeit von Bestechungsgeldern), widerspricht aber jedem Sinn von Fairness und grenzt häufig an Korruption. Freiwillige, Mitarbeiter, Klienten und der Steuerzahler werden ausgebeutet und übers Ohr gehauen, damit sich die Geschäftsführer, meistens ehemalige (lokal-) Politiker bereichern können. Dieses Problem auf den öffentlichen Rundfunk zu reduzieren geht komplett fehl.

  9. Jetzt stellt sich heraus, dass einige wenige Führungskräfte bis zu 25 Prozent zusätzlich zum Grundgehalt erhalten; mindestens 425 000 Euro fielen als Extrazahlungen im Vorjahr 2021 an.

    Da ist es doch nicht so schlimm wenn ein Tatort zum 5. mal wiederholt wird.

    Die Bürger sind so blöd und machen jede Gebührenerhöhung mit die die Ministerpräsidentin von RHP verordnet.
    Der ÖRR dient doch nur abgehalfterten Politikern als Versorgungsmaschine.

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