Mordanschlag auf Salman Rushdie

Gestern gab es eine Messer-„Attacke auf Salman Rushdie: Mutmaßlicher Angreifer wegen versuchten Mordes angeklagt – Anwalt plädiert auf nicht schuldig“. Der Anstifter des Mordanschlags kann gar nicht mehr belangt werden, da er bereits seit 33 Jahren tot ist. Ajatollah Khomeini, Revolutionsführer und Massenmörder im Iran, hatte noch kurz vor seinem eigenen Tod in einer Fatwa zur Tötung des Schriftstellers Salman Rushdie aufgerufen wegen dessen Roman „Die satanischen Verse“. Das ist Cancel Culture in Extremform. Mit Islamisten ist nicht zu spaßen und sie bedrohen die Freiheit, die Kunst und das Leben selbst in den USA. Salman Rushdie hatte gar nicht mehr damit gerechnet und sich zuletzt mehr Sorgen um die Demokratie in den USA gemacht. Ich wünsche ihm gute Besserung.

18 Gedanken zu „Mordanschlag auf Salman Rushdie

  1. In den Medien wurde diese Attacke eher beiläufig erwähnt. Eine oberflächliche Berichterstattung erspart es hier, sich mit der Frage zu beschäftigen, ob diese Tat etwas mit dem Islam zu tun haben könnte.
    Ganz anders liegt der Fall, wenn, wie kürzlich in Dortmung, die Performance eines mohammedanischer Messerkünstlers von der Polizei gestört wird. Dann tobt die ganze Gutmenschenwelt..

    • Immerhin kam dabei – meines Wissens- der „Messerkünstler“ um… Und Tötung durch die Polizei ist auch etwas anderes als durch einen Verbrecher.

      • Es ist richtig, das Verhalten der Polizei genau zu beobachten. Solange sie sich richtig verhält, ist sie jedoch von den verantwortlichen Politikern zu unterstützen und nicht zu kritisieren. Beide sind Teil der Exekutive und die Politiker stehen weiter oben. Auch Fehler müssen sich die Politiker selbst zurechnen lassen und dann um Korrektur bemühen.

      • Das ist ganz gewiß so, Herr Motte!
        Wenn der Messerkünstler seine Performance vollendet hätte und da ein toter Polizist gelegen hätte, dann wäre der Täter wieder „Ein Mann“ oder „Ein Dortmunder“ gewesen. Bei detaillierteren Berichten wären denn die Wörter „traumatisiert“ und „Verfolgter“ gefallen. Das wäre schon etwas anderes. Etwas ganz anderes.

    • Salman Rushdie wurde von einem Polizisten das Leben gerettet, der sein eigenes Leben dabei riskierte. In Dortmund gibt es noch keinen offiziellen Bericht zu dem Vorfall, doch grundsätzlich sind Polizisten natürlich zu Notwehr und Nothilfe berechtigt. Auf kurze Distanz ist ein Messer auch nicht harmloser als eine Schusswaffe, sondern eher noch gefährlicher. Dass Linke und Kriminelle sich mit dem Angreifer solidarisieren, ist leider nicht verwunderlich, das Verhalten des SPD-Oberbürgermeisters hingegen schon.

      • In der Tat muß man das Ergebnis der Untersuchung hier in Dortmund abwarten- insofern stimme ich Vorrednern zu. Und selbstverständlich gilt Notwehrrecht für alle!

    • @Klimaleugner Das ist völlig richtig gemacht. Diese Seelsorger können damit erst einmal Emotionen herunterkochen, was in diesem Fall auch nötig ist. Wenn es irgendwo brennt ist es wichtiger, den Brand einzugrenzen oder zu löschen, als nach den Schuldigen zu suchen. Die Untersuchung, warum es zu diesem Tod gekommen ist und ob dieser Tod vermeidbar oder unvermeidbar war, muss man dann den Fachkomissionen überlassen. Das braucht Zeit.
      Im Übrigen darf ich an einen CDU- Politiker erinnern „Am Grabe muss alle Feindschaft ein Ende haben.“ (M. Rommel)

      • Appeasement ist weder gegenüber Präsident Putin noch gewalttätigen Ausländern in Deutschland richtig. Die SED hat friedlichen Flüchtlingen in den Rücken schießen lassen und regt sich jetzt über Notwehr gegen einen Angreifer mit Messer auf.

      • @Alexander Dilger: da haben wir uns falsch verstandem. Seelsorge ist( in der Regel) kein appeasement. Es geht hier nur darum, weitere Eskalation zu verhindern- in kleinem Maßstab. Härte ist in diesem Fall eine, aber nicht die einzig mögliche Reaktion. Andres ist das bei Putin.

      • Seelsorge ist etwas für Seelsorger, weshalb ich die Kirchenvertreter auch nicht kritisiere. Ein Oberbürgermeister muss sich jedoch schützend vor seine Beamten und Bürger stellen statt auf die Seite von kriminellen Gewalttätern.

  2. Leider gibt es auch unter Christen solche, die christliche Werte mit (staatlicher) Gewalt durchsetzen wollen (wenn auch wahrlich nicht so schlimm wie Islamisten). Ein führender Theologe meiner seit ihrer Gründung 1611 (Vorgänger gab es auch) theologisch-bibelkonservativen, innerkirchlich wie politisch demokratischen und toleranten Konfession erklärte vor über 200 Jahren: Der christliche Staat wäre ein Alptraum, ist eine Idee, die hoffentlich für immer zerplatzt ist. Wir lehren: Absolute Religionsfreiheit, völlige Trennung von Kirche und Staat, die Kirche ist eine reine Demokratie.

    • Die religiös motivierten Gewalttaten von Christen liegen länger zurück, aber es gab durchaus viele blutige Kriege, Unterdrückung und Terror deshalb. Das Christentum ist inzwischen zum Glück friedlicher (aber nicht unbedingt demokratischer, siehe z.B. den Katholizismus), dafür gibt es nun gewalttätigen Islamismus, Nationalismus und Sozialismus.

    • Mal geben Sie sich als reformiert aus, mal als Baptist. Was den schärfsten theologischen Widerspruch darstellt und in der absurden Travestie des „reformierten Baptismus“ gipfelt. Was sind Sie denn heute, schon entschieden?

      • @Erzliberaler zu Ihrer Frage über den Glaubensstand von Herrn Ulrich Motte zitiere ich wikipedia: „Allgemeiner werden auch nachreformatorisch entstandene Konfessionsrichtungen als evangelisch bezeichnet, die gleiche oder ähnliche Grundsätze wie die reformatorischen Kirchen vertreten und sich deshalb von der römisch-katholischen Kirche distanzierten. In diesem Sinne wird beispielsweise die anglikanische Kirche zum Protestantismus gezählt. Nach der Unabhängigkeitserklärung nannten sich die amerikanischen Anglikaner Protestant Episcopal Church in the United States of America. Auch die evangelischen Freikirchen gehören zum evangelischen Spektrum. Hierzu zählen im deutschsprachigen Raum unter anderem die bereits in der Reformationszeit entstandenen Mennoniten sowie die Baptisten, die Methodisten, die Siebenten-Tags-Adventisten und die Pfingstler. Die bereits im 12. Jahrhundert entstandenen Waldenser schlossen sich im 16. Jahrhundert dem schweizerischen beziehungsweise französischen Protestantismus an. Die im englischsprachigen Raum verbreiteten Presbyterianer, Kongregationalisten und eine Anzahl anderer Kirchen gehören zur reformierten Kirchengemeinschaft. Auch die Unitarier entstanden als reformatorische Kirche, ein Teil von ihnen hat sich jedoch ab dem späten 19. Jahrhundert vohttps://de.wikipedia.org/wiki/Protestantismusm Christentum gelöst. Die Quäker entstanden ebenfalls im Umkreis der englischen Reformation. „

      • Das ist Blödsinn, für den Sie aber nichts können. Gerade die ECHTEN Reformatoren, nämlich Luther und Calvin, haben bis zum Erbrechen dargelegt, wie fundamental die Wiedertäufer und Unitarier geirrt haben und keine Christen waren. Die reformierten und lutherischen Glaubensbekenntnisse geben dies ebenso her, aber keinesfalls ein Ähnlichkeit oder gar Einigkeit mit den Wiedertäufern (Baptisten). Alle anderen Behauptungen sind ahistorisch, gegen die Tatsachen und Dokumente und entspringt den jahrhundertealten Bestrebungen sich als echte Kirche auszugeben und/oder sich in diese einzuschleichen.

  3. @ erzliberaler
    Statt einer weiteren unerfreulichen Haarspalterei ich zum Thema Baptisten diese Basisinformation an.
    https://www.baptisten.de/willkommen/
    Seit 1962 bin ich (heute 72) aus Überzeugung und nach eigenem Wunsch getaufte evangelisch-freikirchliche Christin, Baptistin.
    Christen sollten zusammenhalten und sich nicht in schrecklichen Streitereien über die „wahre Kirche“ oder den „einzig richtigen Glauben“ ihrer eigentlichen Stärke berauben:
    Gott ist das Zentrum, Jesus die Mitte des Glaubens.

    • @rika Ich stimme Ihnen zu. D. Staniloae – ein hochbedeutender orthodoxer Theologe – hat einmal die Kirche definiert als Gemeinschaft derjenigen, die Vergeben erbitten und Vergebung gewähren. Ich kenne – als Lutheraner – keine bessere Defintion.

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