Stuttgarter Erklärung zum Weiterbetrieb deutscher Kernkraftwerke

Die „Stuttgarter Erklärung“ zum Weiterbetrieb deutscher Kernkraftwerke wurde von meinem Kollegen André Thess, Inhaber des Lehrstuhls für Energiespeicherung an der Universität Stuttgart, initiiert und u. a. von mir unterzeichnet. „Wissenschaftler fordern Ausstieg vom Atomausstieg“, schreibt darüber die WELT. Demnächst kann jeder die Erklärung beim Petitions-Forum des Deutschen Bundestages mitzeichnen. Dies ist der Wortlaut der Stuttgarter Erklärung:

Mit einseitiger Ausrichtung auf Sonne, Wind und Erdgas wurde Deutschland in Energienot manövriert. Steigende Energiepreise und sinkende Versorgungssicherheit gefährden Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand. Das Festhalten am deutschen Atomausstieg verschärft diese Gefahren und bremst – zusammen mit anhaltender Kohleverstromung – den internationalen Klimaschutz. Der Weltklimarat IPCC bezeichnet die Kernenergie als ein Instrument des Klimaschutzes. Die Europäische Union ordnet Kernenergie als nachhaltige Energiequelle ein. Auf dieser Grundlage plädieren wir für den Weiterbetrieb der deutschen Kernkraftwerke als dritte Klimaschutzsäule neben Sonne und Wind. Wir fordern die sofortige Aufhebung der Atomausstiegs-Paragraphen (insbesondere §7 Atomgesetz) und eine Prüfung der sicherheits-technischen Betriebserlaubnis, um deutschen Kernkraftwerken den Weiterbetrieb zu ermöglichen.

29 Gedanken zu „Stuttgarter Erklärung zum Weiterbetrieb deutscher Kernkraftwerke

  1. Endlich eine positive Wendung in der verkorksten Energiepolitik von Grün / Rot, geichwohl initiiert durch Ex – Kanzlerin Merkel von der CDU.

    Und Professor Alexander Dilger ist ganz vorn mit Vernunftargumenten dabei. Wir haben sehr, zu lange auf objektive wissenschaftlich – politisch – wirtschaftlich Begründung von Wisenschaftlern gewartet.

    Petition werden wir sofort unterschreiben, 50.000 Unterschriften pro AKWs kein Problem.

    Endlagerung Atommüll nach Finnland, Schweden ? Warum langen , mit Sicherheit für Deutschland teuren Transportweg nehmen. Es gibt immer noch den Salzstock in Gorleben mit 300 bis 3.000 m Tiefe. Abgesichert, erforscht.

    Die Proteste vs. Einlagerung sind vorprogrammiert aber was geht schon in Deutschland ohne Proteste ?

    Dank an unseren Professor für seine Initiative einer für Deutschland auf Zukunft ausgerichteten Energiepolitik wie sie bereits weltweit betrieben und immer mehr ausgebaut wird.

    • Danke, ich werde berichten, wenn die Petition mitgezeichnet werden kann. 50.000 Unterstützer sind machbar, aber kein Selbstläufer. Was die Endlager angeht, so werden diese nach einem kompletten Ausstieg eher gebraucht, während die fortschreitende Technik sie irgendwann ganz obsolet machen könnte. Dazu sollte man diese Technik jedoch weiter erforschen, statt einfach Atomstrom aus Frankreich und demnächst vielleicht noch der Ukraine zu beziehen, wo er keineswegs sicherer produziert wird.

      • „Was die Endlager angeht, so werden diese nach einem kompletten Ausstieg eher gebraucht, während die fortschreitende Technik sie irgendwann ganz obsolet machen könnte. Dazu sollte man diese Technik jedoch weiter erforschen, statt einfach Atomstrom aus Frankreich und demnächst vielleicht noch der Ukraine zu beziehen, wo er keineswegs sicherer produziert wird.“
        Welch ein vernünftiger Gedanke. Leider wird er im Getöse der Klimaretter untergehen.

      • Das ist noch nicht entschieden. Die reinen Ideologen sind jetzt ganz schön unter Druck, denn leere Versprechungen nützen ihnen nichts mehr, wenn Millionen Menschen im Dunkeln frieren müssen.

  2. Die KERNforderung teile ich, aber nicht die gesamte Erklärung. Sonne und Wind können für mich mangels Grundlast bzw. Speichermöglichkeiten keine Säule deutscher Energieversorgung sein, weshalb es sicher auch nicht ausreicht, die noch bestehenden Atommeiler weiterlaufen zu lassen. Längerfristig bräuchten wir auch neue Kraftwerke.

    Auf „Tichys Einblick“ ist übrigens ein Artikel erschienen, wonach massenhafte Windkraftanlagen zumindest im regionalen Maßstab Dürren verursachen können, weil sie sozusagen den Wind „ernten“ (es geht kinetische Energie verloren) und dadurch weniger Regen entsteht. Das hört sich komisch an, aber irgendwie auch schlüssig für mich. Wenn das ansatzweise stimmen sollte, verlängert das die Liste der Naturschäden, die diese monströsen und völlig ineffizienten Anlagen anrichten. Der Windkraftausbau ist eine Sünde, ich wiederhole mich.

    • GL, ein gültiges Argument. Aber gerade dann, aus diesem Grund,. müssten sie doch dann an der Kernenergie festhalten, was sie sicher auch dann tun. Die Geothermie und Fracking wird uns aus der Energieabhängigkeit herausbringen.

      • Dass Deutschland an der Kernenergie festhalten sollte (bzw. muss), fordere ich im ersten Absatz doch auch.

        Weshalb Geothermie als Energiequelle so selten genutzt wird, frage ich mich schon lange. Vielleicht wegen der Angst vor Erderschütterungen?

      • Die deutsche Politik ist doch gegen Gasförderung und Kernkraftwerke im eigenen Land, importiert aber gerne Gas und Atomstrom aus anderen Ländern, was weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll ist und auch nicht zur Versorgungssicherheit beiträgt.

  3. Würden Sie, Herr Dilger, darauf wetten, dass zumindest die drei noch in Betrieb befindlichen Reaktoren wenigstens in „Streckbetrieb“ bis nächstes Frühjahr gehen? (ich wahrscheinlich schon)

    • Also ich wette hier nicht mehr, aus bekannten Gründen. Atomenergie bringt bislang 6% unseres Energieaufkommens. Deshalb, für mich z.Zt. beste Weg nur Isar 2 laufen zu lassen, das sind ca 10% des bayerischen Stromverbrauchs. Die Grünen haben dessen schon zugestimmt. Zur Zeit läuft ja ein Stresstest mit allen 3 zur Verfügung stehenden AKWs.

    • Davon würde ich inzwischen ausgehen, da selbst die Grünen entsprechende Signale senden und es auch keinem zu vermitteln wäre, mitten im Winter bei einer schweren Energieversorgungskrise gut und sicher laufende Kraftwerke abzuschalten. Spannender ist, ob mehr daraus wird und die Grünen über ihren Schatten springen können. Sie wurden von Pazifisten zu Kriegsbefürwortern, also warum nicht auch von Atomkraftgegnern zu echten Klimaschützern?

  4. R. Spaemann hat aufgezeigt (Nach uns die Kernschmelze) , warum die Kernkraft ein Vebrechen an der Menschheit ist. Sinnvoller als auf ewiges Wachstum zu setzen (nur Krebs hat ewiges Wachstum), wäre es den Grenznutzen anzuerkennen und nicht immer künstlich Bedürfnisse zu stimulieren. Dann haben wir vielleicht ein wenig Beqquemlichkeitsverlust- aber die Menschheit kann überleben. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da war ein Farbfernseher ein teures Luxusgut- wir haben damals auch nicht schlecht gelebt. Was soll also die Panikmache? in den 70ern verbrauchten wir auch weniger Energie. Aber ich weiß, in diesem Forum ecke ich mit solchen konservativen Vorstellungen an. Die CDU stand auch einmal für bürgerliche Sekundärtugenden wie Sparsamkeit, Nachhaltigkeit und Sauberkeit. In Bezug auf die Umwelt ist davon nichts geblieben, genauso wie vom biblischen Auftrag, die Erde „zu bebauen und zu bewahren“. Ende der Philippika

    • Der Einsatz von Atomwaffen ist ein Verbrechen an der Menschheit, aber doch nicht die zivile Nutzung der Kernenergie, insbesondere mit besonders sicheren Reaktoren, durch die weniger Menschen sterben als durch die anderen Formen der Erzeugung nutzbarer Energie.

      Auch Krebs hat kein ewiges Wachstum, sondern er stirbt mit dem befallenen Organismus. Wir hoffen, dass es uns Menschen mit der Erde nicht entsprechend ergeht. Doch das lässt sich durchaus vermeiden, und zwar durch eine kluge Nutzung moderner Technologien einschließlich Kernkraft und nicht durch erzwungenen Verzicht, der uns Wohlstand kostet und Menschen in ärmeren Ländern die Gesundheit und das Leben.

    • „“ . . .wäre es den Grenznutzen anzuerkennen und nicht immer künstlich Bedürfnisse zu stimulieren. . . .“
      Der Erfindungsgeist als Quelle neuer Bedürfnisse ist nicht zu deckeln und eine Instanz, die die Auswertung neuer Erkenntnisse unter dem Gesichtspunkt von Grenznutzen regelt, ist aus gesellschaftspolitischen Gründen wie aus Gründen der Folgenabschätzung problematisch.

  5. Überall auf der Welt wird auf Kernkraft gesetzt. Von der linken UNO empfohlen! Nur Neubuntland hört auf grüne Wohlstandsvernichter. „Danke“, Frau Merkel für den Ausstieg aus dem Ausstieg wegen eines Tsunamis in Japan…🤮

    • Der überhastete Atomausstieg wegen eines hierzulande gar nicht möglichen Tsunamis steht symptomatisch für die gesamte Merkel-Politik. Kurzfristig war er politisch opportun, auf die Sachfragen und die langfristigen Folgen kam es ihr dabei gar nicht an. Jetzt machen sich diese Folgen bemerkbar, aber sie ist nicht mehr im Amt und es ist ihr herzlich egal.

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