IWF erwartet geringeres Wachstum global und vor allem in Deutschland

Der „IWF senkt globale Wachstumsprognose für 2022“, wofür vor allem Putins Krieg, die hohe Inflation und Corona-Lockdowns in China verantwortlich sind. Weltweit wird nur noch ein (reales) Wachstum von 3,2 Prozent in diesem Jahr erwartet, 0,4 Prozentpunkte weniger als noch im April erwartet worden waren, und 2,9 Prozent im nächsten Jahr (0,7 Prozentpunkte weniger als im April). Für Deutschland sinkt die erwartete Wachstumsrate in diesem Jahr sogar um 0,9 Prozentpunkte auf 1,2 Prozent. Nächstes Jahr trifft es Deutschland noch härter und werden nur noch 0,8 Prozent Wachstum erwartet, 1,9 Prozentpunkte weniger als in der letzten Prognose vom April. Es kann allerdings auch noch schlechter laufen mit einer Rezession in Deutschland, wenn sich bestehende (und von der Politik verstärkte) Risiken realisieren wie ein Ende aller Gaslieferungen aus Russland oder ein weiterer Anstieg der Inflation.

17 Gedanken zu „IWF erwartet geringeres Wachstum global und vor allem in Deutschland

  1. Mich interessiert ein Ausblick auf die Inflationsentwicklung: Was denken Sie, wie die Inflation in 3, 5 und 10 Jahren in Deutschland sein wird? Oder sind Prognosen über solche Zeiträume rein spekulativ?

    • Solche Prognosen sind sehr unsicher, insbesondere da sie von den politischen Entscheidungen der EZB, der Bundesregierung etc. abhängen. Deshalb ist es vielleicht sinnvoller, in Szenarien zu denken. Wenn die EZB an ihrem bisherigen Kurs festhält und ihr Mandat weiter vernachlässigt, wird die Inflation weiter zunehmen und selbst in zehn Jahren noch hoch sein. Das könnte allerdings durch einen vorherigen Zerfall der Eurozone gestoppt werden. Bei einem Kurswechsel ließe sich die Inflation innerhalb der nächsten drei Jahre wieder begrenzen, aber auch nicht viel schneller, weil die Inflation sich selbst nährt z. B. über steigende Löhne. Putins Krieg führt ebenfalls zu realen Verknappungen und damit steigenden Preisen, insbesondere wenn er auch noch im Winter fortgeführt wird.

      • Die Frage ist, ob die Inflation durch die aufkommende Rezession gebremst wird. Eigentlich ein normaler Mechanismus. Die Staaten werden dann aber wieder massive Ausgabenprogramme beschließen, die nicht nur dem rezessionsbedingten Rückgang der Inflation entgegenwirken, sondern das Problem der Staatsverschuldung – wohl mit Unterstützung der EZB – weiter verschärfen wird. Am Ende ist der Euro dann endgültig im Eimer.

      • Gerade in der Eurozone ist Stagflation sehr wahrscheinlich, also hohe Inflation bei stagnierender oder sogar leicht schrumpfender Wirtschaft. Zusätzliche Staatsverschuldung trägt dann auch mehr zur Inflation als zum Wachstum bei.

  2. Ein paar liberale Reformen könnten das Wachstum deutlich ankurbeln und manche davon auch Preissteigerungen erträglicher machen.

    • Ja, aber sehen Sie die politische Bereitschaft zu solchen Reformen in Deutschland? Die FDP führt bestenfalls eine Abwehrschlacht gegen Grüne und SPD und macht leider bei vielem illiberalen Unsinn auch noch bereitwillig mit.

      • Das sollte FDP-Wähler zu denken geben, aber die begreifen immer noch nicht, daß sie der linkesten Koalition aller Zeiten in das Amt geholfen haben. Aber eigentlich liegt das Problem beim deutschen Koalitionsparlamentarismus. Wenn Wähler einer Regierungspartei mit schöner Regelmäßigkeit fast das Gegenteil an Politik geliefert bekommen, das sie gewählt haben, stimmt das ganze politische System nicht mehr, weil es nicht einmal mehr entfernt den Wählerwillen abbildet. Es wird langsam Zeit für eine dritte Republik.

      • Wie sollte das Wahlsystem Ihrer Meinung nach verbessert werden? In gewisser Weise lässt sich die Merkel-Politik gar nicht mehr abwählen und wird jetzt ohne Frau Merkel und Union fortgeführt.

  3. Erstaunlich, was „die Wirtschaft“ alles aushielte und dennoch wachsen würde, falls das nicht sowieso alles gelogen wäre. Der kommende Strömungsabriss wird die noch zu schönen Träume zu Makulatur stempeln.

    • Viele Probleme werden vom BIP gar nicht richtig erfasst, weil das funktionierende Märkte voraussetzen würde. Wenn z. B. die Grünen Millionen Privathaushalten einfach das Gas oder sogar den Strom abstellen, ändert sich das BIP kaum, während der massive Wohlstandsverlust unberücksichtigt bleibt.

    • Viele Millionen Menschen in Deutschland arbeiten jeden Tag ordentlich, sei es in privaten Unternehmen, für ihre Familien, in Vereinen oder auch beim Staat. Die meisten Politiker gehören leider nicht dazu, sondern sie widmen sich lieber Pseudoproblemen, während sie die realen Probleme ignorieren oder sogar noch verschärfen.

  4. Pingback: Inflation in Deutschland im Juli bei 7,5 Prozent | Alexander Dilger

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