Ökonomenpanel zu Lieferketten und Handel mit Autokratien

„Ökonom*innen befürworten EU-Zölle auf russische Energieimporte“. Als normaler Ökonom ohne Genderstern habe ich diese Antworten beim 39. Ökonomenpanel von ifo und FAZ zu „globalen Lieferketten und dem Handel mit Autokratien“ gegeben, wobei ich bei der vorletzten Frage zum Handel mit Autokratien von der Mehrheitsmeinung meiner Kollegen abweiche, da ich gegen pauschale Einschränkungen bin:

Ist Deutschland zu abhängig von der Weltwirtschaft?

Nein, weil die Integration in den Weltmarkt grundsätzlich gut ist.

Welche der folgenden Maßnahmen halten Sie für geeignet, um die Resilienz von Lieferketten zu stärken? [Mehrfachnennungen möglich]

Internationale Diversifizierung
Verstärkte heimische Beschaffung bzw. Reshoring
Verstärkte Beschaffung aus anderen EU-Ländern bzw. Nearshoring
Erhöhte Lagerhaltung
Bessere Überwachung von Lieferketten

Welche wirtschaftspolitischen Schritte sollte die Bundesregierung unternehmen, um die Resilienz deutscher Lieferketten zu stärken?

Wettbewerb stärken und insbesondere die Energieversorgung breiter aufstellen.

Am 1. Januar 2023 tritt das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz in Kraft. Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitern (1.000 Mitarbeiter ab 2024) werden verpflichtet, ihre Lieferketten auf potentielle Menschenrechts- und Umweltrechtsverletzungen zu analysieren und ein Meldesystem für Menschenrechts- und Umweltrechtsverletzungen in Lieferketten einzurichten.

Wird Ihrer Meinung nach das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz das Auslandsgeschäft für betroffene deutsche Unternehmen erschweren?

Ja, weil es bürokratischer und politisiert wird.

Sollte die deutsche Außenwirtschaftspolitik die Handelsbeziehungen mit Autokratien einschränken?

Nein, weil es mehr auf Wettbewerb und Diversifikation ankommt.

Wären hohe EU-Zölle auf russische Energieimporte Ihrer Meinung nach eine effektive Maßnahme, um Zahlungen an Russland zu reduzieren und gleichzeitig die Auswirkungen auf die Energieversorgung in Europa möglichst gering zu halten?

Ja, weil sie besser funktionieren als Embargos.

Ihr öffentlicher Kommentar zu den globalen Lieferketten und dem Handel mit Autokratien (optional):

Die Abhängigkeiten von Russland waren zu hoch. Derselbe Fehler darf mit China nicht wiederholt werden.

3 Gedanken zu „Ökonomenpanel zu Lieferketten und Handel mit Autokratien

  1. Ist Deutschland zu abhängig von der Weltwirtschaft?
    Hier hätte ich mich für „Ja“ entschieden. Abhängigkeiten entstehen dadurch, dass man Dinge nicht mehr selbst produziert oder Importe nicht ausreichend diversifiziert.

    • Es ist nicht sinnvoll und in vielen Fällen gar nicht möglich, dass Deutschland alles selbst herstellt. Abhängigkeit von nur einer Bezugsquellen ist nicht gut, insbesondere wenn es sich um Russland oder China handelt. Doch Diversifikation hebt die Abhängigkeit von der Weltwirtschaft nicht auf, sondern verstärkt sie in gewisser Weise noch.

  2. Deutschland wäre ohne Probleme in der Lage, durch die Nutzung von mehr landwirtschaftlichen Flächen, bei der Lebensmittelproduktion vom Ausland unabhängiger zu werden!

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