Unternehmen müssen keine eigene Sanktionspolitik betreiben

Das gilt für „Geschäfte in Russland: Für Unternehmen gibt es keine Pflicht, den Wirtschaftskrieg über die Sanktionen hinaus zu forcieren“. „Zuallererst gilt der Primat der Politik, die erlassenen Sanktionen sind kompromisslos umzusetzen.“ Deutsche Unternehmen müssen sich an das geltende Recht in Deutschland halten. Sie dürfen von sich aus auch mehr tun, müssen das aber nicht. Ich sehe es wie mein Kollege Ingo Pies in seinem Diskussionspapier „Moral versus Ethik: Nachdenkliches zum Ukraine-Krieg“. Privatwirtschaftliche Unternehmen sollen sich an die politischen Vorgaben halten, aber nicht selbst Politik betreiben. Dazu sind sie weder demokratisch legitimiert noch hinreichend befähigt. Sie können unter öffentlichen bzw. medialen Druck geraten und sollten diesem gegebenenfalls im eigenen Interesse lieber nachgeben, aber sie sind nicht dazu verpflichtet und dieser Druck sollte besser die Politik adressieren und nicht einzelne Unternehmen, die sich an das geltende Recht halten.

2 Gedanken zu „Unternehmen müssen keine eigene Sanktionspolitik betreiben

  1. Stimme endlich wieder bzgl. “ Ukraine “ Herrn Professor Alexander Dilger ohne Wenn und Aber zu.

    Wenn geschäftliche Kontakte mit Lieferungen nach Russland dort d i r e k t der Bevölkerung zugute kamen – weiterhin kommen sollen – warum dann Sanktionen zustimmen ?

    Wir sind weiterhin überzeugt dass Frieden nur über Kooperation erfolgt. Auch persönliche Kontakte wesentlich für gegenseitiges Verstehen. Hilfreich vor Ort mit Niederlassungen und Personal.

    Ampel Regierung agiert – nach unserer Meinung – als gäbe es keine Russen mit Intentionen zur friedlichen Zusammenarbeit. Als gäbe es kein Morgen. Unsere persönlichen Erfahrungen sind total anders.

    Russen haben Kontakte, Einfluss bei Behörden und Politik analog wie Mittelstand bei uns. Tragen – m.E. – keine Schuld am Krieg Russland vs. Ukraine.

    Grüne Partei mit AM Frau Baerbock und totalem Boykottaufruf ist der Sargnagel für Frieden mit Russland. Frau Baerbock ohne Bodenhaftung.

    • Unternehmen müssen keine eigene Sanktionspolitik betreiben. Staatliche Sanktionen sind ein anderes Thema, wobei ich auch da vor deutschen Alleingängen warne. Sanktionen sollte sich auch besser gegen das Regime und seine Möglichkeiten zur Kriegsführung richten, nicht primär gegen die normale Bevölkerung. Schlechte Sanktionen können das Regime sogar stärken, z. B. wenn steigende Preise für Öl und Gas die verringerten Mengen überkompensieren.

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