Deutsche sprechen Ukrainern Recht auf Selbstverteidigung ab

Erst vor drei Tagen hat sich ein ‚Erratischer Kanzler plötzlich für Lieferung schwerer Waffen‘ an die Ukraine entschieden, wofür gestern im Bundestag neben der Ampel-Koalition auch die Union stimmte und nur die Putin-Parteien AfD und umbenannte SED nicht. Heute kommt dagegen ein ‚Offener Brief an Kanzler Olaf Scholz‘ von Alice Schwarzer und anderen selbsterklärten Intellektuellen. Sie beschwören drei Risiken: „das Risiko der Ausbreitung des Krieges innerhalb der Ukraine; das Risiko einer Ausweitung auf ganz Europa; ja, das Risiko eines 3. Weltkrieges“. Deswegen sind sie gegen die Waffenlieferungen, obwohl diese die Risiken doch auch senken könnten.

Die Briefeschreiber behaupten, „dass es eine prinzipielle politisch-moralische Pflicht gibt, vor aggressiver Gewalt nicht ohne Gegenwehr zurückzuweichen.“ Gleich darauf heben sie diese Pflicht aber wieder auf und sprechen der Ukraine das Recht auf Gegenwehr ab. Denn wichtiger sei „das kategorische Verbot, ein manifestes Risiko der Eskalation dieses Krieges zu einem atomaren Konflikt in Kauf zu nehmen.“ Das Opfer darf sich also nicht wehren und ihm darf auch nicht geholfen werden, weil der Täter sonst vielleicht noch etwas Schlimmeres tun könnte.

„Die Lieferung großer Mengen schwerer Waffen allerdings könnte Deutschland selbst zur Kriegspartei machen.“ Das ist nicht richtig. Präsident Putin könnte uns mit oder ohne Waffenlieferungen angreifen, so wie er die Ukraine überfallen hat, aber das können wir nicht durch Feigheit verhindern, sondern höchstens durch Abschreckung. „Und ein russischer Gegenschlag könnte so dann den Beistandsfall nach dem NATO-Vertrag und damit die unmittelbare Gefahr eines Weltkriegs auslösen.“ Es wäre kein russischer Gegenschlag, sondern ein Erstschlag, der aber gar nicht im russischen Interesse wäre, solange wir wehrhaft sind oder zumindest die USA uns verteidigen.

Außerdem spräche „das Maß an Zerstörung und menschlichem Leid unter der ukrainischen Zivilbevölkerung“ gegen eine Verteidigung gegen den Zerstörer und Leidverursacher. „Wir warnen vor einem zweifachen Irrtum: Zum einen, dass die Verantwortung für die Gefahr einer Eskalation zum atomaren Konflikt allein den ursprünglichen Aggressor angehe und nicht auch diejenigen, die ihm sehenden Auges ein Motiv zu einem gegebenenfalls verbrecherischen Handeln liefern.“ Das ist selbst ein Irrtum. Der Verbrecher ist für seine Verbrechen verantwortlich, nicht das Opfer. Will Frau Schwarzer ernsthaft behaupten, dass Vergewaltigungsopfer selbst schuld seien und sich nicht wehren dürften? Präsident Putin lässt übrigens nicht nur viele Unschuldige ermorden, sondern auch tatsächlich vergewaltigen.

Der zweite Irrtum sei, dass „dass die Entscheidung über die moralische Verantwortbarkeit der weiteren ‚Kosten‘ an Menschenleben unter der ukrainischen Zivilbevölkerung ausschließlich in die Zuständigkeit ihrer Regierung falle“. Deshalb wollen diese Intellektuellen von Deutschland aus für die Ukraine die Kapitulation erklären und die Ukrainer nicht selbst darüber entscheiden lassen. Das ist eine Schande. Es ist „auch in Anbetracht unserer historischen Verantwortung – und in der Hoffnung auf eine gemeinsame friedliche Zukunft“ dagegen richtig, dass Deutschland zusammen mit seinen Verbündeten die Ukraine nach Kräften unterstützt, ohne selbst Kriegspartei zu werden. Zu welchen Opfern die Ukrainer bereit sind, sei es im aufgezwungen Krieg oder in Verhandlungen zu dessen Beendigung, müssen sie selbst entscheiden.

97 Gedanken zu „Deutsche sprechen Ukrainern Recht auf Selbstverteidigung ab

  1. Diese harsche Kritik überrascht mich, vor allem der Begriff Schande. Es ist doch moralisch gerade nicht richtig, dass Selenskyi et al. alle wehrfähigen ukrainischen Männer zum Dienst zwingen. Das hatten wir auch schon einmal diskutiert.

    • Es ist eine Schande, wie Deutsche hier, selbst im Kommentarbereich meines Blogs, über die Köpfe der Ukrainer hinweg deren Schicksal bestimmen wollen. Ich bin grundsätzlich gegen die Wehrpflicht, aber Deutschland hatte sie auch lange und sie ist hier zur Zeit nur ausgesetzt, während sie in der Ukraine aktuell gilt, was ebenfalls deren Entscheidung ist und nicht unsere. Allerdings sollten wir keine Deserteure zurückschicken, weder in die Ukraine noch nach Russland.

      • Ist es nicht eher andersherum? Die Ukraine versucht doch seit Monaten, erheblichen moralischen Druck aufzubauen, um Deutschland zum (indirekten) Kriegseintritt zu bewegen.

      • Was soll denn ein indirekter Kriegseintritt sein? Waffenlieferungen sind gar kein Kriegseintritt. Die Durchsetzung der geforderten Flugverbotszone wäre hingegen ein direkter Kriegseintritt. Deutschland allein könnte das aber ohnehin nicht leisten und die USA haben aus guten Gründen abgelehnt.

      • Waffenlieferungen für eine Flugverbotszone z.B. wären für mich eine Grauzone zum direkten Kriegseintritt. Hier würde ich jedenfalls Vergeltungsaktionen, die Deutsche betreffen, erwarten. Aktuell sehe ich keine Gefahr für Deutschland.

      • Reine Waffenlieferungen sind nie ein Kriegseintritt. Die einzig relevante Frage ist, ob sie Präsident Putin dazu bringen könnten, dass er den Krieg ausweitet und ein NATO-Mitglied angreift. Der beste Schutz dagegen ist jedoch nicht Feigheit vor dem Feind, sondern entschlossene Abschreckung. Diese dürfte weiterhin funktionieren, schließt allerdings Vergeltung unterhalb der Kriegsschwelle nicht aus. So könnten die Gaslieferungen jeden Tag aufhören, ein Cyberangriff erfolgen oder Deutsche in Russland verhaftet werden.

      • „Allerdings sollten wir keine Deserteure zurückschicken (…) in die Ukraine (…).“

        Warum eigentlich nicht, wenn Sie einerseits (zu recht) dem Staat Ukraine das Selbstverteidigungsrecht zusprechen, anderseits in Deutschland (zu recht) zum Einhalten der Gesetze auffordern?

        Diese Leute sind in ihrem Heimatland demnach zu recht strafverfolgt und haben kein gesetzliches Recht auf Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland und der EU.

        Sie fordern von Schwarzer & Co. ihr Leben ins passive nukleare und konventionelle Risiko zu stellen und kritisieren aufs Schärfste deren Unwillen dazu, während Sie Ihre schützende Hand großzügig über die halten, welche ihre Verwandten, Freunde und Nachbarn für die eigene Heimat kämpfen lassen, sich selbst ohne Rechtsgrundlage im (noch) sicheren Westen versorgen lassend.

        Oder sehe ich das wieder alles falsch? Und wenn ja, was? Gerne lasse ich mich erneut auf das Schärfste von Ihnen belehren und in meiner Unmoral zurechtweisen.

      • Wenn Sie nicht sachlich diskutieren wollen, dann lassen Sie es doch bitte ganz, wie Sie es versprochen hatten.

        Die Gesetze der Ukraine sind nicht unsere Gesetze. Es werden doch nicht einmal Mörder aus Deutschland ausgewiesen, wenn ihnen in ihrer Heimat Gefahr für Leib und Leben droht. Warum sollten dann Deserteure ausgeliefert werden, die nicht in diesem Krieg kämpfen wollen, beim dem Sie die Ukraine doch auch gar nicht unterstützen möchten?

        Das Kriegsrisiko steigt gar nicht für Frau Schwarzer, Herrn Lucke und Sie, sondern eine vernünftige Politik reduziert es, auch wenn Sie das nicht zu würdigen wissen und lieber Ukrainer der Unfreiheit und dem Tode überlassen wollen im falschen Glauben, dass Präsident Putin dann friedfertiger gegenüber anderen einschließlich uns würde.

      • „Es werden doch nicht einmal Mörder aus Deutschland ausgewiesen, wenn ihnen in ihrer Heimat Gefahr für Leib und Leben droht.“

        Doch wohl nur bei Ländern, in denen die Todesstrafe oder Folter droht. In andere Länder werden Straftäter (in Deutschland leider in der Regel nur theoretisch) abgeschoben. Sollte die Ukraine ihre Deserteure töten, dann sagt das eine Menge über die Ukraine aus. Und über Sie, der Sie alles -auch Frau Schwarzers Leben- für die Ukraine zu geben fordern. Tötet die Ukraine ihre Deserteure aber nicht – warum wollen Sie diese dann nicht abschieben?

      • Deserteuren droht meines Wissens nach in der Ukraine nicht die Todesstrafe, sondern ein lebensgefährlicher Fronteinsatz. Russische Desserteure sollten erst recht nicht zurückgeschickt, sondern umgekehrt zum Kommen ermuntert werden, um die russische Armee zu schwächen.

        Ich fordere überhaupt nicht, alles für die Ukraine zu geben, schon gar nicht das Leben von Frau Schwarzer, welches der Ukraine überhaupt nichts nützen würde. Deutschland sollte auch keine eigenen Soldaten dorthin entsenden, sondern gar keinen deutschen Sonderweg mehr anstreben. Wir sollten so helfen, wie unsere Verbündeten auch, was nach einigem Hin und Her selbst der Bundeskanzler inzwischen so sieht und was nun die offizielle deutsche Politik ist, mit der ich selten so stark übereinstimme.

      • „Deserteuren droht meines Wissens nach in der Ukraine nicht die Todesstrafe, sondern ein lebensgefährlicher Fronteinsatz.“

        Können Sie bitte erläutern, wie Sie mit dieser Fasson einen Staat führen und militärisch verteidigen wollen, der sich im Stadium der Ukraine befindet?

      • Bitte hören Sie mit Ihrer Trollerei auf. Ich führe nicht die Ukraine und möchte ihr nicht wie die Verfasser des offenen Briefes Vorschriften machen. Doch in ihrer Situation ist es offensichtlich klug, potentielle Kämpfer nicht einfach umzubringen, sondern kämpfen zu lassen.

      • Sie verdrehen meine Worte, weil Sie nicht antworten können. Ich lehne die Todesstrafe ab, bin aber für die konventionelle Bestrafung von Deserteuren. Sie wollen Deserteure aber überhaupt nicht bestrafen (Fronteinsatz ist keine Strafe, sonst würden Nichtdesertierende ja durch Fronteinsatz bestraft, was Unsinn ist), sondern nur ihre Pflicht leisten lassen müssen.

        Daher noch mal meine Frage: wie kann man auf diese Weise einen gerechten Staat führen? Falls Sie sich für solche Fragen nicht genügend kompetent erachten, ist das ok. Nur diffamieren oder kritisieren Sie dann bitte nicht meine diesbezüglichen Äußerungen und Fragen.

      • Sie sind ein Troll und werden gesperrt, wenn Sie sich weiterhin so benehmen. Was ist so schwer daran zu verstehen, dass ich weder die Politik der Ukraine mache noch ihr vorschreiben will? Meine Empfehlung bezog sich allein darauf, wie Deutschland mit Deserteuren aus der Ukraine (und Russland) umgehen soll, nicht die Ukraine selbst. Wieso wollen Sie Deserteure an die Ukraine ausliefern, lehnen aber jegliche Waffenlieferungen ab? Sind Sie ein Sadist oder einfach nur inkonsistent?

      • Das Faktum, dass (männliche) Deserteure in der Ukraine strafverfolgt werden, ist für mich ein Argument dagegen, die Ukraine großartig zu unterstützen. Diese Position habe ich hier schon mehrmals vertreten. Es gibt kaum eine größere Freiheitseinschränkung als das Nicht-Ausreisenlassen.

        Bemerkenswert ist übrigens, dass die ukrainischen Frauen sich mittlerweile hierzulande haufenweise auf Tinder herumtreiben.

      • Nochmals der Hinweis, dass auch in Deutschland die Wehrpflicht noch besteht und nur ausgesetzt wurde. Man sollte die Ukraine nicht ungebührlich für etwas kritisieren, was viele westliche Länder auch tun oder täten. Dabei finde ich es ebenfalls problematisch, Menschen (bzw. Männer) dazu zu zwingen, für die Freiheit zu kämpfen. Zugleich ist Verteidigung ein Kollektivgut, zu dem jeder Bürger beitragen sollte. Eine liberale Lösung könnte darin bestehen, niemanden zum Kriegsdienst zu zwingen, doch als Alternative (neben Ersatzdienst ohne Waffe, der in der Ukraine nur eingeschränkt möglich ist) Exil und den Verlust der Bürgerrechte vorzusehen.

      • Ich habe fälschlich Ihre Antwort so gelesen, dass Sie mir unterstellten, ich würde „Deserteure umbringen“ wollen. Entschuldigung Sie bitte meine diesbezüglich gefolgten Kommentar bzw, dessen dies betreffenden Teiles.

        Von Herrn Helmut S. wüsste ich gerne, ob er denn Deutschland konsequenterweise im Falle einer Generalmobilmachung mit logisch und rechtlich / gesetzlich begleitendem Ausreiseverbot für Wehrfähige aus der EU werfen wolle, wenn er ja die Ukraine aus selbigem Grund nicht hineinlassen möchte?

  2. Putin hatte den Propagandakrieg in dem Augenblick verloren, als er den Angriffsbefehl gab. Mit dieser Niederlage ist der Propagandakrieg aber noch nicht zu Ende. Deshalb ist es schwierig bis unmöglich, die Ziele der Kriegsparteien zu erkennen.

    Was wollen die Russen? Strategische Sicherheit vor der Nato oder die Auslöschung der Ukraine als Staat?

    Was wollen die Amerikaner? Den Erhalt der Ukraine als Staat oder die Vernichtung Rußlands?

    Ich vermute mal, bei beiden Kriegsparteien vermischen sich die genannten Ziele. Solange eine Seite die Chance sieht, ihr Maximalziel zu erreichen, wird es keinen Frieden geben. Wer wirklich Frieden will, sollte deshalb dafür sorgen, daß diese Maximalziele unerreichbar werden. Für beide Seiten.

    • Entscheidend war aus meiner Sicht nicht der Kriegsbeginn selbst, sondern der bislang ausbleibende Erfolg. Wenn man das Richtige tut, kann man auch als moralischer Sieger vom Platz gehen, während jemand, der allein auf das Recht des Stärkeren setzt, dann auch tatsächlich stärker sein muss, um noch irgendwie respektiert zu werden.

      Präsident Putin sprach der Ukraine explizit das Existenzrecht ab. Dass er das jetzt nicht mehr wiederholt, ist bereits ein Erfolg der starken Gegenwehr. Die NATO hat nie gedroht, Russland anzugreifen oder gar zu vernichten, sondern verteidigt nur ihre Mitglieder und hilft auch anderen wie der Ukraine bei der Selbstverteidigung. Deren Maximalziel ist die Rückeroberung aller besetzten Gebiete einschließlich der Krim. Das ist nicht verwerflich, könnte aber noch von ihr selbst für einen schnelleren Frieden und ein Ende des Blutvergießens eingetauscht werden.

      • Trauen Sie den Amerikanern zu, einen schnellen Frieden für den Verzicht auf die Aussicht, Rußland nachhaltig zu schwächen, zu erkaufen?

      • Präsident Putin würde gerne über die Köpfe der Ukrainer hinweg deren Land in einer Vereinbarung mit den USA aufteilen. Die Unterzeichner des Briefes haben doch auch solche Vorstellungen für den deutschen Bundeskanzler, der dazu aber gar nicht die Macht hätte. Der US-Präsident hätte die Macht, wird das aber (hoffentlich) nicht tun, sondern die Ukrainer selbst verhandeln lassen. Sie sollen selbst entscheiden, zu welchen Bedingungen sie Frieden schließen wollen.

      • Ja, sie waren bislang auch verhandlungsbereiter als die russische Seite. Deren militärische Schwäche verschiebt natürlich die Verhandlungspositionen.

      • Der Kriegstreiber sitzt in Moskau. Dass er geschwächt werden soll, um keine weiteren Angriffskriege zu beginnen, ist doch plausibel und keine Vernichtung Russlands.

  3. Wenn Sie das alles ernst meinen, tut mir das besonders leid, Sie haben Maß und Respekt vor durchaus vernünftig Andersdenkenden verloren. Die Polemik gegen Schwarzer ist sogar unanständig.

    • Die Ansichten von Frau Schwarzer und Ihnen sind unanständig. Wenn man aus Feigheit und Bequemlichkeit Gewaltopfern nicht beistehen mag, sollte man das wenigstens zugeben, statt diese auch noch moralisch belehren zu wollen.

      • Können Sie für jeden nachvollziehbar erklären, warum ausgerechnet noch mehr Waffenlieferungen die von Alice Schwarzer und ihren Mitunterzeichnern dargestellten Risiken senken sollten?
        Diese Annahme ist doch genauso absurd, wie ein Feuer mit Benzin löschen zu wollen. Je mehr dieser Krieg dank westlicher Waffenlieferungen eskaliert, desto größer werden doch die skizzierten Risiken. Und zwar bis hin zur Möglichkeit eines Atomkriegs, die der Aggressor selbst bereits mehrfach ins Spiel gebracht hat.

      • Die NATO wird jetzt keinen Atomkrieg anfangen, sondern höchstens Präsident Putin. Wenn er vollständig rational ist, wird er es nicht tun, ganz unabhängig von den Waffenlieferungen. Wenn er völlig irrational handelt, ist alles möglich und haben die Waffenlieferungen darauf auch keinen (berechenbaren) Einfluss. Bei begrenzter Rationalität gibt es wiederum viele Möglichkeiten. Ja, Waffenlieferungen und vor allem ein für ihn schlechter Kriegsverlauf mit rein konventionellen Mitteln könnten ihn zu einem Atomschlag provozieren. Es ist aber ebenso das Gegenteil möglich (und mehr habe ich nicht behauptet, da ich auch nicht in seinen Kopf gucken kann), dass eine entschlossene Reaktion des Westens ihn stärker abschreckt, insbesondere langfristig, also auch nach Ende des aktuellen Krieges. Wenn wegen seiner Drohungen nicht nur Frau Schwarzer und der Bundeskanzler einknicken, sondern selbst die USA, dann erscheinen noch mehr Drohungen und Forderungen lohnend, bis sie irgendwann doch nicht mehr wirken und deshalb vielleicht (jedenfalls mit höherer Wahrscheinlichkeit, als wenn die Drohungen gleich jetzt zurückgewiesen werden) umgesetzt werden.

        Eine erfolgreiche Abschreckung setzt klare Kommunikation voraus. Deshalb muss die Ansage von Präsident Biden, dass USA und NATO nicht direkt in einen auf die Ukraine begrenzten Krieg eingreifen werden, eingehalten werden. Dagegen haben Waffenlieferungen noch nie einen Kriegseintritt bedeutet und erfolgen auch diesmal bereits ohne Ausweitung des Krieges. Dass allein deutsche Waffenlieferungen den entscheidenden Unterschied machen würden, überschätzt deren (und unsere) Bedeutung.

      • Dass sich die deutschen Schrottpanzer kriegsentscheidend auf diesen Konflikt auswirken, denke ich auch nicht. Umso verheerender ist die Symbolik ihrer Auslieferung, die praktisch keinen militärischen Nutzen für die Ukraine mit sich bringen wird. Selbst Herr Melnyk hat ja schon gesagt, dass Deutschland seine Panzer (ohne Munition) gerne behalten kann. Was
        auch die Umwelt schonen würde, da dann der tausende Tonnen schwere Panzerschrott nicht unnötig durch die Gegend transportiert werden muss. Das müsste doch auch originären grünen Interessen eigentlich sehr entgegenkommen.

        Trotzdem ist die bloße Symbolkraft einer zumindest kurzfristig völlig unnutzen Panzerlieferung provokant und könnte Putin näher an den roten Knopf rücken. Zudem Russlands bisherige Strategie nicht darauf angelegt war, die gesamte Ukraine in Schutt und Asche zu legen. Sollte Putin seine ursprünglichen Ziele aber ändern, könnte es durchaus dazu kommen, dass er fortan nicht mehr sein Bodentruppen-Kanonenfutter schickt (womit er nicht so erfolgreich gewesen ist, wie er sich wohl erhofft hatte), sondern zum Einsatz „taktischer Atomwaffen“ übergeht.

      • Warum sollte ausgerechnet die Lieferung von ein paar alten deutschen Panzern im Gegensatz zur Lieferung von viel besseren Waffen durch zahlreiche andere Länder den russischen Präsidenten zu einem Atomschlag motivieren? Die aufgeregten deutschen Reaktionen sprechen allerdings sehr dafür, Deutschland stets massiv zu drohen.

        Präsident Putin wollte durchaus Kiew erobern, hat es aber (bislang) nicht geschafft, auch wegen Waffenlieferungen und anderer Unterstützung (sowie dem Widerstand der Ukrainer, den Frau Schwarzer et al. kritisieren).

      • „Hilfe für Gewaltopfer“ fassen Sie das Thema zusammen. Das ist unerträgliche, pseudo-moralische Rabulistik.

        Ich bin ansonsten sprachlos und beende meinerseits die Diskussion mit Ihnen, bis Sie zu anständiger Kommunikation zurückgefunden haben.

      • Natürlich sind die Ukrainer Gewaltopfer und ist der russische Diktator der Gewalttäter.

        Auch bei Ihnen würde ich mich freuen, wenn Sie Ihr Wort halten und hier nie wieder unter welchem Pseudonym auch immer schreiben.

      • Die alten Panzer haben meiner Meinung nach vor allem Provokationswirkung. Eben diese Provokation ist aber völlig sinnfrei, da sie der Ukraine für Ihre Verteidigung genau gar nichts bringt, aber gut zum Vorwand für weitere Eskalation herangezogen werden kann, auch wenn es sich dabei nur um einen Mosaikstein von vielen handelt.

        Wenn Russland Kiew platt machen (nicht erobern) wollte, hätte seine Luftwaffe das „nach guter alter US-Manier“ längst – nämlich ‚idealerweise‘ gleich zu Kriegsbeginn – erledigen können. Von seinen Atombomben einmal ganz abgesehen. Aber was nicht ist, könnte ja durchaus noch geschehen. Zumal – wie Sie richtig bemerkt haben – niemand in Putins Kopf sehen kann. Daher Deeskalation statt unnötiger weiterer Eskalation.

      • Das ist nicht wirklich durchdacht, da es auf die Belohnung von Eskalation hinausläuft, also mehr statt weniger Eskalation anreizt. Es ist wie bei der Kindererziehung, man muss klare Ansagen machen und dann vor allem auch wirklich dazu stehen und nicht beim ersten Geschrei sofort wieder einknicken. Hätten die Ukrainer sich nicht gewehrt, wären sie bereits alle unterworfen. Bei erfolgreicher Gegenwehr, die Waffenlieferungen voraussetzt, wird Präsident Putin irgendwann wieder ernsthaft verhandeln oder von sich aus die Kampfhandlungen einstellen müssen.

      • Die Ukraine erweckt leider nicht gerade den Eindruck, ernsthaft verhandeln zu wollen. Sie fordert immer mehr Waffen und schwadroniert sogar über einen Gegenangriff. Letzteres würde doch gerade zur totsicheren völligen Eskalation führen. Den Koksbrüdern aus Kiew sind die Leben ihrer eigenen Landsleute aber offenbar nicht so wichtig.

      • Präsident Putin hat erst gelogen und dann den Krieg angefangen. Seither hat er nicht ernsthaft verhandeln lassen (und selbst gar nicht verhandelt), wobei allen russischen Zusagen auch kaum zu trauen wäre. Eine stärkere Ukraine bringt ihn eher an den Verhandlungstisch und verbessert zugleich ihre eigene Verhandlungsposition. Es besteht natürlich die Gefahr, dass sie überzieht, aber die Gefahr besteht bei Präsident Putin noch viel mehr. Außerdem kann der Westen besser auf die Ukraine einwirken und gegebenenfalls seine Hilfe auch wieder zurückfahren.

      • Ich bin einigermaßen entsetzt über diesen Kommentar.
        „Unanständig“ gehört in eine moralische Kategorie, die in diesem Fall aber nicht anzuwenden ist. Es geht nicht um die moralische Bewertung eines Konfliktes, es geht ganz pragmatisch um die Abwägung eines Risikos, das weder Sie, Herr Dilger, noch ich abschließend beurteilen können, da wir eben nicht über die dafür notwendigen Informationen verfügen. Frau Schwarzer und ihre Mitstreiter haben ganz sicher auch keine Einsicht in mögliche geheimdienstlich erworbenen Erkenntnisse, aber sie haben jedes Recht, ihrer Besorgnis Ausdruck zu verleihen. Ich will an dieser Stelle nicht einmal die arg strapazierte „Meinungsfreiheit“ ins Spiel bringen, weil es auch hier weniger um „Meinungen“, als vielmehr um Menschenleben geht, deretwegen man berechtigterweise besorgt sein kann.
        Für mich macht sich das an der sehr persönlichen Frage fest, die ich MIR stelle: Bin ich bereit, meine drei Söhne in einen kriegerischen Konflikt zuschicken, meine Enkel dem Risiko eines ausufernden Krieges mit möglichen atomaren Waffen preiszugeben?
        Nein, dazu bin ich nicht bereit.
        Ich bin aber jederzeit dazu bereit, meine finanziellen Möglichkeiten bis an die Grenze auszureizen, um jede notwendige humanitäre Hilfe der Ukraine und den Flüchtlingen zu leisten.
        Ich bin dazu bereit, die Folgen der Sanktionen gegen Russland mitzutragen.
        Ich bin sogar dazu bereit, im Verteidigungsfall (Deutschland wird angegriffen) meine Position hinsichtlich meiner Söhne neu zu überdenken.
        Aber ich bin absolut nicht bereit, jeden Ausdruck der Sorge um den Frieden in der Welt als „unanständig“ zu bezeichnen.

      • Es ist nicht unanständig, sich Frieden zu wünschen und sich selbst sowie die eigenen Kinder aus einem brutalen Krieg heraushalten zu wollen. Es ist hingegen unanständig, eine Kapitulation der Ukraine gegen den Willen der Ukrainer öffentlich zu fordern. Das ist genau das Kriegsziel des Aggressors, der seinerseits höchst unanständig handelt.

        Konkret geht es darum, ob Deutschland auch schwere Waffen an die Ukraine liefert, wie es etliche (nicht alle) Bündnispartner ohnehin tun und was der Bundestag gerade beschlossen hat. Dadurch wird Deutschland nicht zur Kriegspartei und es geht keineswegs darum, dass Ihre Söhne in der Ukraine kämpfen sollen. Falls Deutschland angegriffen werden sollte (was keine Frage eines irgendwie objektiv feststellbaren Risikos ist, sondern vom Willen und der Willkür des russischen Aggressors abhängt), würde sich, wenn wir dann noch leben, die Frage stellen, ob wir bereit wären, für unser eigenes Land zu kämpfen. Viele Deutsche sind nicht mehr bereit dazu, was tief blicken lässt und sie nicht davor bewahren würde, im Fortgang des Krieges für den russischen Diktator kämpfen zu müssen. Flucht wäre noch eine Option, doch es gibt kaum sichere Zufluchtsorte im Falle eines Weltkrieges.

      • Ungeachtet des der Ukraine selbstverständlich zustehenden Rechts auf Selbstverteidigung traue ich weder Putin noch Selenskyj über den Weg. Wobei mir Putin deutlich rationaler vorzugehen scheint.
        Jedenfalls ist es das korrupte „System“ Ukraine meines Erachtens weder wert, die Leben der ukrainischen Bevölkerung aufs Spiel zu setzen noch Drittstaaten mit in diesen Krieg hineinzuziehen. Zudem habe ich den Eindruck, dass sich der Konflikt gerade zu einem Stellvertreterkrieg zwischen den Hegemonialmächten USA und China um die Vormacht ihrer Währungen auf den Rohstoffmärkten auswächst, auch wenn das wahrscheinlich gar nicht Putins ursprüngliches Kriegsziel gewesen ist.

      • AD: Sie würden kämpfen, wissend, dass Sie dann sterben könnten und Ihre Familie eventuell nicht mehr wiedersehen würden? Ich meine jetzt nicht die konkrete Verteidigung der Familie, sondern die abstrakte Verteidigung der Nation.

      • Das lässt sich so pauschal nicht beantworten, sondern hängt sehr von den Umständen ab. Ich bin kein Soldat und könnte an der Front vermutlich nicht viel ausrichten. Gerade bei einem Angriff auf Deutschland könnten jedoch die Soldaten bessere Überlebenschancen haben als die Zivilisten. Die beste Verteidigung für uns ist Abschreckung, so dass es gar nicht erst zu einem Angriff kommt.

      • Unter Kämpfen im weiteren Sinne würde ich alles verstehen, was impliziert, dass man in Städten bleibt, die bombardiert oder anderwertig angegriffen werden. Es ist nicht klar, dass es ethisch korrekt ist, das zu tun.

      • Kämpfen und Verbleiben in bombardierten Städten sind doch zwei völlig verschiedene Dinge. Man kann auch ganz woanders kämpfen, während in den Städten vor allem Zivilisten ohne jede Gegenwehr terrorisiert werden. Das Bombardieren von Zivilisten ist unethisch, nicht das Leiden darunter.

      • Die Bundeswehr in ihrem aktuellen Zustand schreckt niemanden mehr ab. Ihr Zustand ist bestenfalls Mitleid erregend.

      • Die ethische Frage ist, ob man als Zivilist rechtzeitig fliehen sollte, sofern dies möglich ist.

      • Es sind Millionen Ukrainer geflohen, vor allem Frauen mit Kindern. Das war vernünftig, aber es können nicht alle fliehen und dadurch werden die Opfer nicht selbst schuld, sondern der Schuldige sitzt in Moskau.

  4. Professor Alexander Dilger, eine klare Ansage, Meinung. Danke dafür.

    Habe das soeben an meine Freunde verschickt und um Bewertung gebeten. Persönlich ist meine Wenigkeit offensichtlich in eine Appeasment Spirale geraten. Ich bin befangen.

    Gleichwohl im täglichen Leben – auch Berufsleben – in Vergangenheit gewohnt war – allein – klare Entscheidungen , Beurteilungen zu treffen in schwierigen Situationen ( ….z.B. Auswirkungen auf Mitarbeiter, Unternehmen, eigene Existenz etc. ) ohne Angst vor Folgen. Aus Überzeugung das Richtige zu tun.

    Im Fall Ukraine – mangels Fachwissen – ratlos, hilflos ob der Dimension von zu vielen Verbrechen wider die Menschlichkeit.

    • Man muss nicht zu allem eine begründete Meinung haben, sollte sich dann jedoch gegebenenfalls mit starken öffentlichen Äußerungen zurückhalten. Im konkreten Fall braucht man kein großes Fachwissen, sondern „nur“ moralische Grundüberzeugungen und einen Blick auf ein paar wesentliche Fakten.

      Andere Konflikte sind viel komplizierter, hier gibt es einen klaren Aggressor, der auch die „vielen Verbrechen wider die Menschlichkeit“ begeht. Jede Gegenwehr einschließlich militärischer Unterstützung durch Drittstaaten ist gerechtfertigt. Trotzdem gibt es einen guten Grund, warum die NATO und insbesondere die USA nicht direkt militärisch intervenieren. US-Präsident Biden hatte das vorher explizit ausgeschlossen (sonst wäre es vielleicht gar nicht zum Überfall auf die Ukraine gekommen oder hätten wir jetzt ein noch viel größeres Problem) und nun wäre die Weltkriegsgefahr zu groß. Für die schon längst laufenden Waffenlieferungen gilt das hingegen nicht.

  5. Ich lese hier schon sehr lange mit und hab eimmer geschaetzt, dass in Ihren Statements der Respekt vor anderen Meinungen erkennbar blieb. Dieses Mal ist Ihnen dies leider nicht gelungen. Schade.

    Ich kenne niemanden, der den Menschen in der Ukraine das Recht auf Selbstverteidigung abspricht. Dafuer aber einige Menschen, die nicht moechten, dass Deutschland in diesen Konflikt gezogen wird. Dies vor allem mit Blick auf unsere Geschichte.

    Man muss die Sicht der Menschen sicher nicht teilen, aber man muss sie ihnen zugestehen und diese Menschen nicht als feige und bequem diffamieren.

    Dieser Konflikt ist zu komplex, um ihn mit der ueblichen Schwarz-Weiss-Schablone zu zeichnen.

    • Frau Schwarzer und die Mitunterzeichner des Briefes sprechen ganz explizit der Ukraine das Recht auf Selbstverteidigung ab. Diese Meinung ist natürlich auch erlaubt, aber sie und die dafür vorgebrachten Argumente dürfen kritisiert werden. Gegen deutsche Waffenlieferungen zu sein, ist eine viel schwächere Position, die in Deutschland sinnvoll diskutiert werden kann und muss, während deutsche Vorschriften für die Ukrainer ganz unabhängig vom Inhalt übergriffig erscheinen.

      Bis 1999 konnte sich Deutschland gut mit einem Verweis auf seine Geschichte aus allen militärischen Auseinandersetzung heraushalten. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ausgerechnet Kanzler Schröder zusammen mit den Grünen das nicht leichtfertig aufgeben dürfen, doch seither ist es nur noch eine billige, nicht mehr überzeugende Ausrede.

      • Können Sie, Herr Dilger, nicht mehr sinnentnehmend lesen?
        Die Unterzeichner des Briefes sprechen keineswegs der Ukraine das Recht auf Selbstverteidigung ab. Sie weisen lediglich darauf hin, dass es auch für die Ukrainer selbst an der Zeit sein könnte, über die Verhältnismäßigkeit von „Preis und Gewinn“ nachzudenken. Jedes Leben zählt, mag hier das Stichwort sein, das bei diesen Überlegungen Gewicht hat.

      • Natürlich sprechen die Unterzeichner der Ukraine das Recht auf Selbstverteidigung ab. Bitte lesen Sie den Brief noch einmal genau, insbesondere diese Sätze: „Wir teilen auch die Überzeugung, dass es eine prinzipielle politisch-moralische Pflicht gibt, vor aggressiver Gewalt nicht ohne Gegenwehr zurückzuweichen. Doch alles, was sich daraus ableiten lässt, hat Grenzen in anderen Geboten der politischen Ethik. Zwei solche Grenzlinien sind nach unserer Überzeugung jetzt erreicht“. „Die zweite Grenzlinie ist das Maß an Zerstörung und menschlichem Leid unter der ukrainischen Zivilbevölkerung. Selbst der berechtigte Widerstand gegen einen Aggressor steht dazu irgendwann in einem unerträglichen Missverhältnis.“ „Und zum andern, dass die Entscheidung über die moralische Verantwortbarkeit der weiteren ‚Kosten‘ an Menschenleben unter der ukrainischen Zivilbevölkerung ausschließlich in die Zuständigkeit ihrer Regierung falle. Moralisch verbindliche Normen sind universaler Natur.“ Also kann man von deutschen Schreibstuben aus über das Schicksal der Ukrainer an der Front befinden. „Die unter Druck stattfindende eskalierende Aufrüstung könnte der Beginn einer weltweiten Rüstungsspirale mit katastrophalen Konsequenzen sein, nicht zuletzt auch für die globale Gesundheit und den Klimawandel.“ Die deutsche Waffenlieferungen sind demnach schlimmer als Putins Angriffskrieg…

      • Als die NATO zum Sturz des Kommunisten Milosevic 1999 Belgrad bombardiert hat, habe ich noch gejubelt. Unter dem Eindruck von 9/11 habe ich auch 2001 die US-Intervention in Afghanistan gutgeheißen, obwohl schon damals eine Unterstützung der Nordallianz ausgereicht hätte, die Taliban von der Macht zu vertreiben. Terrorfürsten wie Osama Bin Laden konnten besser mit schnellen Spezialtruppen neutralisiert werden. Auch die 2003 die US-geführte „Koalition der Willigen“ zum Sturz von Saddam Hussein habe ich unterstützt, trotz der Massenvernichtungswaffen, die nicht gefunden und der vielen Fehler die bei der Neuorganisation des Irak gemacht wurden. Erste Zweifel kamen mir 2011 bei den Einmischungen in den libyschen und den syrischen Bürgerkrieg. Die Befeuerung dieser Konflikte haben für Europa, insbesondere Deutschland, nur Nachteile gebracht, auch weil Millionen Flüchtlinge dadurch zu uns gekommen sind.

        Wir sollten unsere Finger aus anderen Ländern heraushalten! Mit der NATO schützen wir uns und unsere Verbündeten. Das ist gut und richtig! Nach den NATO-Statuten dürfen Länder mit inneren Konflikten gar nicht aufgenommen werden. Daher haben Krisenstaaten wie die Ukraine, Georgien oder Moldawien eigentlich keine Chance, Mitglied zu werden. Das Beispiel des Euro lehrt uns allerdings, dass Verträge auch so zurechtgebogen werden können, dass letztendlich das Gegenteil herauskommt. Der russische Überfall auf die Ukraine ist zu verurteilen. Aber er hat eine lange Vorgeschichte mit sehr viel diplomatischem Versagen auf beiden Seiten! Wenn man diesen Krieg beenden will, müssen beide Seiten Kompromisse machen oder der Krieg wird noch Jahre dauern, mit ungewissem Ausgang und vielen Risiken für die ganze ganze Welt.

  6. Das die Unterzeichner des offenen Briefes berechtigte Sorgen haben und es gut meinen, nehme ich an. Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass gegenüber der jetzigen russischen Regierung absolutes Mißtrauen angebracht ist. Jegliche Vertrauen bildende Maßnahmen wurden mutwillig sabotiert und ohne ein Mindestmaß an Vertrauen, dass Absprachen und Verträge eingehalten werden, gilt absolute Rechtslosigkeit und somit das Recht des Stärkeren. Dies ist frustriend und macht Angst, ändert aber nichts an dieser Tatsache. Abschreckung funktioniert, wie der kalte Krieg gezeigt hat. Soll sich Südkorea kampf- und abschreckungslos Nordkorea ergeben, weil dieses nahezu werktäglich die Auslöschung des „amerikanischen Marionettenregimes in Seoul“ androht?

    • In gewisser Weise gilt immer das Recht des Stärkeren (die Vertreter des Rechts müssen stärker sein als dessen Verächter, um das Recht durchsetzen zu können). Nun ist die NATO viel stärker als Russland. Trotzdem hält sie sich zurück, was auch richtig ist, insbesondere da in einem Atomkrieg alle verlieren, auch der Stärkste. Trotzdem muss sie sich nicht alles gefallen lassen, sondern kann z. B. im Rahmen des Völker- und Gewohnheitsrechts Waffen liefern, ohne Kriegspartei zu werden oder vor (hoffentlich) leeren Drohungen zu kuschen.

      • Ob hier ein „alter“ Panzer oder neuer Panzer geliefert wird, hat keine Bedeutung. Jetzt liefert Deutschland in einigen Wochen 50 Panzer. Die Ukraine teilte soeben mit dass sie in den letzten 9 Wochen über 1000 russische Panzer zerstört haben. Die deutschen Waffenlieferungen haben allenfalls Symbolwirkung. Bis sie zum Einsatz kommen ist der Krieg vielleicht schon vorbei. Als Deutscher würde ich mich schämen, kein militärisches Angebot gemacht zu haben

  7. Alexander Dubovy hat am 27.4.22 in der Berliner Zeitung folgende nachvollziehbare Meinung vertreten: Je schlechter es für Putin in der Ukraine läuft, umso mehr ist er zur Machterhaltung auf Kreml nahe Eliten zur Unterstützung angewiesen. Es bestehen keine Anzeichen, dass diese Eliten einen Einsatz von Nuklearwaffen mittragen. „Daraus folgt, je länger und entschlossener sich die Ukraine mithilfe der – dringend benötigten – westlichen Waffenlieferungen gegen Russland zu wehren vermag, desto geringer wird der Preis sein, den die Ukraine und letztlich auch der Westen für den Frieden zahlen müssen.“ – https://bit.ly/3ksIOD0
    Man stellt fest, dass bestimmte Foristen -vornehmlich aus AFD-Kreisen – nicht bereit sind, sich mit der in fast ganz Europa herrschenden Meinung auseinander zu setzen, dass die Großmacht-Ansprüche Putins alle Nachbarn bedrohen und von daher die Hilfen für die Ukraine geboten sind. Diese Diskussionsverweigerung disqualifiziert für die Teilnahme an Foren (und an politischen Entscheidungen)..

    • Es soll jede Meinung zur Diskussion gestellt werden dürfen, zumal vor der Diskussion nicht klar ist, was wirklich dafür und dagegen spricht. In der Diskussion kann es dann jedoch durchaus zu Kritik und Gegenargumenten kommen, auf die dann wieder inhaltlich geantwortet werden sollte. Das vermisse ich hier leider, was tatsächlich auf „Diskussionsverweigerung“ hinauslaufen kann. Wenn ich dann die immer wieder gleichen Behauptungen und Vorwürfe irgendwann nicht mehr freischalten mag, bin ich der illiberale Buhmann, aber das muss ich als Blogbetreiber wohl aushalten.

    • @Klaus Wolfgang Berger
      „Je schlechter es für Putin in der Ukraine läuft, umso mehr ist er zur Machterhaltung auf Kreml nahe Eliten zur Unterstützung angewiesen.“

      Das ist eine Theorie von vielen. Niemand weiß, ob sie sich in der Praxis als zutreffend erweist. Da letztlich jede Theorie über Putins mögliche Reaktionen mehr oder weniger Kaffeesatzlesen ist, stellt auch diese Theorie keine sichere Entscheidungsgrundlage dar.

      • Das ist schon zutreffend, aber Dubovy geht davon aus, dass Putin seine Macht nur mit Einbettung in Kreml- nahe Gruppierungen erhalten kann und diese Gruppierungen keine Untergangs-Szenarien mittragen. Von dieser Hypothese würde ich als Entscheidungsträger eher ausgehen. als davon, dass Putin per Knopfdruck einen Atomkrieg beginnt. Es hat bereits eine bekannte Situation gegeben, bei der dort ein Zweitschlag nach Fehlinterpretation von US-Raketenstarts verhindert wurde.. Würde Putin in der Ukraine taktische Atomwaffen einsetzen, hätte dies die unmittelbare Dislozierung solcher Waffen bei den neuen NATO-Partnern zur Folge, die -ein weiteres Entgegenkommen gegenüber Russland – bisher vermieden wurde.

  8. Auch dies noch: Ihre Zuschreibung, Herr Professor Dilger, Zitat: „von Alice Schwarzer und anderen selbsterklärten Intellektuellen.“ halte ich für eine unanständige und bodenlose Frechheit.

    • Die Erstunterzeichner bezeichnen sich selbst als „28 Intellektuelle und KünstlerInnen“. Also ist „selbsterklärt“ richtig. Es sagt nichts darüber aus, ob es sich tatsächlich um Intellektuelle handelt, was kein geschützter Begriff ist und auf verschiedene Weise verstanden werden kann.

      • „Die Erstunterzeichner bezeichnen sich selbst als „28 Intellektuelle und KünstlerInnen“. Also ist „selbsterklärt“ richtig. Es sagt nichts darüber aus, ob es sich tatsächlich um Intellektuelle handelt, was kein geschützter Begriff ist und auf verschiedene Weise verstanden werden kann. “

        Was bilden sich diese Leute bloß ein, die größten Intellektuellen sin doch wir (lol)!

    • Diese unselige Schwarzer hat seinerzeit Jörg Kachelmann öffentlich vorverurteilt. Als dessen Unschuld dann gerichtlich erwiesen war, hat sie allen Ernstes argumentiert, dass es auf die Schuld des Einzelnen doch gar nicht ankomme, so lange es Vergewaltigungen gebe. Diese Alte hat doch den Schuss nicht gehört. Sie hat ihr Leben lang nur gehetzt, Existenzen vernichtet und Unruhe gestiftet. Meint sie wohl, jetzt am Ende ihres Lebens, mit ihren verqueren und hinterhältigen Argumentationen noch den Weltfrieden retten zu wollen? Es ist doch genau umgekehrt: Gäbe es nur solche Frauen auf der Erde wie diese alte Frau, dann kämen wir von einem Weltkrieg in den nächsten. Dass sich ihr nur 26 abgehalfterte Semi-Promis und vergessene Leute, die ein letztes Mal und um jeden Preis nach Aufmerksamkeit heischen, angeschlossen haben, ist gut. Vielleicht unterrichtet sie diese 26 in Steuerhinterziehung und die unterschreiben aus Dankbarkeit.

  9. Lassen wir den Tractatus logico-philosophicus und wenden uns dem Vordergründigen zu.
    Gerade Frau Schwarzer ist bereits massiv wegen Steuerhinterziehung mit einem Schweizer Schwarzkonto aufgefallen. Wer sagt, dass es nicht noch weitere gibt? Die Erfahrung lehrt das Gegenteil.

    Warum kriegen Sachkundige wie Sie und praktische Menschen wie ich nicht Einblick in die Panamapapers, sondern nur Linksradikale wie Restle, Prantl …? Es ist eine gesicherte Erkenntnis der forensischen Psychologie, dass Menschen bei der Einrichtung von Decknamen meistens ihre Initialen behalten; wir müssten also mit entsprechender Software – eine Sache von Sekunden – Ausschau halten nach Namen mit R.M., A.S. etc.
    Olaf Scholz streut das Gerücht, er sei von Putin nuklear erpresst worden. Eine absurder Einwand, dass ausgerechnet die unbedeutenden deutschen Lieferungen den Atomkrieg auslösen sollten und nicht die massiven amerikanischen. Die Briten sollen sogar zwei Batallione SAS (Special Air Services) in Kiev stehen haben. Vielleicht wurde deswegen dort die Schlacht gewonnen.

    Herr Scholz hat nun in seiner Jugend häufig die DDR besucht. Wie ich von meinem damaligen Mitpatienten Schalk-Golodkowski weiß, wurden Videos von prominenten Westlern mit willigen Stasi- und KGB-Damen angefertigt, die zur Erpressung der Politiker und Staatsbeamten genutzt wurden und werden. Dies erscheint mir gerade im Falle O.S. wesentlich plausibler.

  10. „Die Briefeschreiber behaupten, „dass es eine prinzipielle politisch-moralische Pflicht gibt, vor aggressiver Gewalt nicht ohne Gegenwehr zurückzuweichen.“ Gleich darauf heben sie diese Pflicht aber wieder auf und sprechen der Ukraine das Recht auf Gegenwehr ab. Denn wichtiger sei „das kategorische Verbot, ein manifestes Risiko der Eskalation dieses Krieges zu einem atomaren Konflikt in Kauf zu nehmen.“ Das Opfer darf sich also nicht wehren und ihm darf auch nicht geholfen werden, weil der Täter sonst vielleicht noch etwas Schlimmeres tun könnte.“

    Darüber bin ich ebenso erschüttert wie Sie! Für viele Illusionisten bricht allerdings gerade eine Welt zusammen. Das ist aber wohl auch notwendig! Der altgriechische Dramatiker Aristophanes hatte es einmal auf den Punkt gebracht: „Erst wenn der Wolf und das Lamm sich vertragen, werden die Götter den Krieg von den Menschen nehmen.“ Dahinter steckt die altgriechische Philosophie, wonach die materielle Welt sich ständig verändert und niemals zur Ruhe kommt. Das wollen die Ostermarschierer natürlich nicht verstehen! Und es hat auch etwas mit dem aktuellen Christentum zu tun!

  11. „Die Bundeswehr ist tatsächlich nicht abschreckend, das sind die US-Streitkräfte einschließlich Atomwaffen.“

    Glauben Sie im Ernst, dass Amerika wegen Deutschland einen nuklearen Schlagabtausch mit Russland riskieren wuerde? Amerika wird niemals New York oder Washington opfern, um einen etwaigen russischen Angriff auf Berlin zu vergelten.

    „Ich bin kein Soldat und könnte an der Front vermutlich nicht viel ausrichten.“

    Sie lehnen den Pazifismus ab, aber selber in einem Krieg kaempfen wollen Sie nicht?

    • Die USA würden auch für Estland einen Atomkrieg riskieren, während die meisten Deutschen nicht einmal ihr eigenes Land verteidigen wollen. Dabei werden nicht beim ersten Überschreiten einer NATO-Grenze alle Interkontinentalraketen gezündet, sondern es gibt jeweils angemessene Reaktionen, die jedoch schlimmstenfalls immer weiter eskalieren.

      Radikaler Pazifismus ist keine konsistente politische Position. Dass ich kein Soldat bin, ist einfach eine Tatsache. Ich bin z. B. auch kein Arzt, habe aber nichts gegen sinnvolle medizinische Behandlungen, ich bin kein Autobauer und fahre trotzdem Auto etc. Wie ich schrieb, würde ich dennoch unter bestimmten Umständen für Deutschland kämpfen, aber nicht unter allen, was weder klug noch ethisch wäre.

      • Warum die USA das unbedingt tun würden, erschließt sich mir ebenfalls nicht. Vor allem sehe ich das nicht, falls die Reps wieder an die Macht kommen sollten. Ein Donald Trump würde im Vorfeld Krawall machen, aber im Zweifel ist den Amis ihr eigenes Land am wichtigsten.

      • „Die USA würden auch für Estland einen Atomkrieg riskieren“

        Als Montenegro (so halb gegen den Willen Serbiens und Rußlands) der NATO beitrat, ließ sich Trump vernehmen, für ein popliges Ländchen wie Montenegro würden die USA sicher nicht in den Krieg ziehen. Da hab‘ ich mich gefragt, was für einen Sinn diese Veranstaltung namens NATO eigentlich noch macht.

  12. Ich empfehle jedem, den heutigen Artikel in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung zu lesen unter dem Titel „Putins verratene Krieger“. Der Artikel ist von Friedrich Schmidt.

      • Wenn man dem Andersdenken den Verstand abspricht, ist das keine Kritik. Das ist Diffamierung in Reinform.

      • Haben Sie den Beitrag überhaupt gelesen? Welche Aussage darin soll falsch und diffamierend sein? Die Überschriften solcher Beiträge werden vom jeweiligen Medium gemacht, nicht vom Verfasser.

      • Es ist doch völlig egal, in welchem Teil des Beitrags die Diffamierung stattfindet. Gerade die Überschrift ist ein wichtiges Medium, die Botschaft, hier die Diffamierung, zu transportieren.

      • Das ist nicht egal. Einem Beitrag Diffamierung vorzuwerfen, ohne diese in dem Beitrag benennen zu können, ist doch selbst diffamierend. Der Titel ist von anderen Leuten und eine offensichtliche Zuspitzung, die so nicht im Beitrag steht. Zugleich ist die Überschrift nicht völlig irreführend, sondern kann aus dem Beitrag abgeleitet werden. Im Lichte des Beitrags ist die Überschrift dann jedoch anders zu interpretieren, als Sie es tun. Den Briefeschreibern wird nicht wirklich jeder Verstand abgesprochen, sondern „müssen“ bedeutet hier, dass ihre Forderungen völlig unverständlich und moralisch nicht zu rechtfertigen sind.

      • Sie haben sich verrannt. Natürlich hat die Überschrift DIE herausragende Bedeutung beim Transport der Agenda und der Manipulation der Medienkonsumenten auf. Im Twitterzeitalter ist die Überschrift der einzige Teil des Textes, den die meisten Leser ohne intellektuelle Überforderung rezipieren können.
        Deshalb ist es auch völlig egal, ob der reißerische Ton der Überschrift im darauf folgenden Text relativiert wird.

      • Sie haben sich verrannt und wissen offensichtlich nicht, dass die Überschriften nicht von den Autoren der Beiträge stammen. Also bleibt von Ihrer Kritik nur übrig, dass es reißerische Überschriften gibt, was nun wirklich nichts Neues ist. Wenn Sie nur Überschriften lesen und missverstehen, sollten Sie das anderen nicht vorwerfen.

      • Diese Psychopathologisierung halte ich nicht für sinnvoll. Schon bei echten psychischen Krankheiten ist eine Ferndiagnose kaum möglich. Hier geht es um politische Überzeugungen, die einer anderen, sozialen Logik unterliegen. Was im persönlichen Bereich unverständlich erscheint, kann in der Politik sinnvoll oder sogar nötig sein. Das spricht nicht für die politischen Verhältnisse, die jedoch zumindest in Russland alles andere als gut sind und auch in Deutschland nicht ideal.

      • Bedarf es noch eines weiteren Hinweises auf die Verbreitung der oben erwähnten Diffamierungen?

      • Eben@Rudi. Der Witz vom Geisterfahrer: „Ein Autofahrer hört im Radio die Durchsage: „Achtung! Achtung! Auf der A9 kommt Ihnen ein Geisterfahrer entgegen. Fahren Sie bitte ganz rechts und überholen Sie nicht!“Der Autofahrer: „Was heißt hier einer? Dutzende! Dutzende!“ Ihre Reaktion bestätigt meine Vermutung.

      • Ich denke nicht, dass dieser Witz hier passend ist. In einer Demokratie soll die Mehrheit entscheiden, aber sie hat nicht in jedem Falle recht. Im konkreten Fall denke ich, dass die Briefeschreiben sich irren, aber das macht sie noch nicht zu Geisterfahrern oder Geistesgestörten.

  13. Alexander Gauland, beispielsweise spricht den Ukraiiner ja ganz grundsätzlich das Selbstbestimmungsrecht als Nation ab. Als radikaler Anhänger von Carl Schmitt teilt Gauland dessen Auffassung, daß es grundsätzlich nur Siegernationen und besiegte Nationen gibt. Folgerichtig haben sich die besiegten Nationen den Siegernationen zu unterwerfen.
    Als Begründung für das „Recht des Stärkeren reicht ihm das völlig aus.

    Was aber, wenn die Ukraine Russland besiegen sollte ?

    • Alexander Gauland vertritt hier dieselbe Ideologie wie Wladimir Putin, die nicht nur unethisch ist und dem Völkerrecht widerspricht, sondern nicht konsequent angewandt wird, wie Ihre Frage andeutet. Die Ukraine kann zwar nicht für sich alleine gewinnen, aber die USA und ihre Verbündeten sind deutlich stärker als Russland und können ihr helfen. Dagegen könnte man argumentieren, dass niemand einen Dritten Weltkrieg gewinnen kann, was jedoch von Carl Schmitt wegführt und zur Logik der Abschreckung. Danach wird jetzt brutal ausgehandelt, ob die Ukraine im russischen oder westlichen Einflussbereich liegt. Ihre Funktion als Pufferstaat ist wohl verloren und eine Teilung aus meiner Sicht am wahrscheinlichsten.

      • Tatsächlich sieht es nicht danach aus, als ob die (aktuelle) Ukraine wieder Kontrolle über den Donbass etc. bekommen könnte. Allerdings stellt sich dann umso mehr die Frage, was all die Waffenlieferungen bringen. Es wäre doch viel eleganter, jetzt sehr zeitnah einen Frieden auszuhandeln und dann neue rote Linien seitens der NATO einzuführen.

        Der Osten der Ukraine wird geopfert (er ist letztlich sowieso schon weg) und der Westen bekommt ab dann eine NATO-Garantie.

      • Bislang will Präsident Putin doch gar nicht ernsthaft verhandeln und hat die Vereinbarungen aller früheren Verhandlungen einseitig gebrochen. Die Waffenlieferungen und sonstige Hilfe haben also zumindest die Funktion, überhaupt zu echten Verhandlungen zu kommen. Zugleich verbessern sie die Verhandlungsposition der Ukraine, was für sich genommen gut ist, allerdings in der Folge einen Kompromiss erschweren kann. Von daher kommt der offene Brief zur Unzeit. Es ist nicht richtig, jetzt die bedingungslose Kapitulation der Ukraine zu fordern. Es könnte jedoch irgendwann der Punkt kommen, wo der Westen sie etwas bremsen sollte, damit es nicht zu viele Opfer und Risiken für kaum noch Verbesserungen gibt.

      • Woher wissen Sie, dass er nicht verhandeln will? In der Türkei wäre es doch möglicherweise schon fast zur Einigung gekommen.

      • In Istanbul ist es bislang nicht zu greifbaren Ergebnissen gekommen. Es ist nicht einmal bekannt, was Russland überhaupt fordert, um endlich seinen brutalen Angriff zu beenden. Umgekehrt hat die Ukraine weitreichende Zugeständnisse angeboten wie Neutralität und einen Sonderstatus für den Donbas und die Krim, was der russischen Seite offensichtlich nicht reicht. Sie könnte doch sogar einfach erklären, die eingesackten Gebiete würde ihr reichen und sie würde diese nur noch verteidigen, aber nicht mehr aktiv den Rest der Ukraine angreifen. Offensichtlich reicht es aber dem russischen Präsidenten noch nicht und er will noch mehr, was nur die Ukrainer mit westlicher Hilfe verhindern können.

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