Macron bleibt französischer Präsident

Vor zwei Wochen kam Emmanuel ‚Macron wieder in für ihn günstiger Stichwahl mit Le Pen‘ und hat diese heute wie erwartet gewonnen. Doch die „Verliererin Le Pen feiert Ergebnis als »strahlenden Sieg«“, denn sie hat deutlich zugelegt. Im ersten Wahlgang hatten die radikalen Kandidaten zusammen noch die Mehrheit und der Präsident verdankt seine zweite Amtszeit allein dem Umstand, dass Radikale von links und rechts sich gegenseitig noch weniger mögen als ihn, so dass er von linker Seite als das kleinere Übel gewählt wurde, nicht wegen seiner Positionen oder gar Taten als Präsident. Niemand weiß, wer in fünf Jahren antreten und gewinnen wird. Von den früheren Parteien der Mitte ist fast nichts mehr übrig, während der gerade wiedergewählte Präsident dann nicht noch einmal antreten darf und auch keinen erkennbaren Nachfolger hat. Ein besserer Kandidat der Mitte wäre gut.

25 Gedanken zu „Macron bleibt französischer Präsident

  1. Gestern war ein guter Tag für Soros und Komplizen. Neben dem Machterhalt für Macron schafften sie es auch im relativ unbedeutenden Slowenien, mit immensen Aufwand den Systemkandidaten an die Macht zu bringen.

      • Ich halte nichts von NGOs, die den Bürgern anderer Länder vorschreiben wollen, wen sie gefälligst zu wählen haben.

      • NGOs können das niemandem vorschreiben, sondern höchstens empfehlen. Russland finanziert Gegenpropaganda und am Ende entscheiden die Wähler. Das ist nicht perfekt, aber Demokratie.

      • @Jolina
        Ich bin ebenfalls darüber verwundert, dass Sie die Propaganda Putins für Le Pen ignorieren. Warum messen Sie mit zweierlei Maß?

  2. Meine Meinung : gespalten wie ganz Frankreich.

    Zu viel Europa durch Präsident Macron mit Vergemeinschaftung Schulden Europas, Deutschland zahlt den Hauptanteil. EZB mit Frau Lagarde seine große Hilfe.

    Auf der anderen Seite, Präsident Macron brilliert mit Intelligenz. Madame Le Pen mit viel Herz.

    Großes ungelöste Problem für Sieger Präsident Macron und Wahlverliererin Madame Le Pen :

    Einwanderung . Aktueller Bestand / Dimension , permanente Zuwanderung durch Geburtenraten und Familienzusammenführungen. Das fällt beiden Franzosen auf die Füße, wird nicht gut gehen.

    EU – Brüssel ist Einwanderung gleichgültig, freuen sich über weitere Mitgliedschaft Frankreichs.

    • Unter einer Präsidentin Le Pen hätte Frankreich die EU nicht verlassen, nicht einmal mehr die Eurozone. Präsident Macron ist das kleinere Übel, aber eben doch leider ein Übel, da die großen Probleme Frankreichs und der EU nicht ernsthaft angegangen werden.

      • Ja, Macron war bei dieser Wahl trotz seines Hintergrunds vielleicht das kleinere Übel.
        Neues ist aus Frankreich also nicht zu erwarten und Olaf Scholz wird ihn und Mario Draghi in der EU gewähren lassen.
        Man darf gespannt sein, wer bei der nächsten frz. Präsidentschaftswahl Macrons Nachfolger wird. Er selbst wird keinen aufbauen und die früheren Parteien der Mitte haben sich in Frankreich inzwischen erfolgreich selbst überflüssig gemacht (Frage am Rande: Trägt Sarkozy eigentlich noch seine Fußfessel?).
        Aber keine Sorge, falls Emmanuel Macron nicht überraschend einen Weg findet, die Verfassung nach russischem Vorbild zu ändern, wird es schon ein gut dotiertes Pöstchen in irgendeinem Staatskonzern für ihn geben und einen weiteren geeigneten ‚Young Global Leader‘, der „gut für die EU“ ist (hier die aktuelle Auswahl: https://www.younggloballeaders.org/community?utf8=%E2%9C%93&q=&status=&class_year=&sector=&region=a0Tb00000000DCLEA2#results), wird der erfolgreichste Nachwuchs-Headhunter aller Zeiten, Klaus Schwab, schon für Frankreich aus dem Hut zaubern.
        Wie wäre es zum Beispiel mit dieser sehr um die umwelt verdienten jungen Dame? https://de.wikipedia.org/wiki/Razan_Khalifa_Al_Mubarak
        So geht (gelenkte) „Demokratie“ heute. Parteien überflüssig. Wahlen im Grunde auch, aber „Das Volk“ muss das gute Gefühl haben, mitentschieden zu haben.

      • Wer weiß, ob Marcon wirklich das kleinere Übel ist. Madame Le Pen hätte es jedenfalls deutlich schwerer als Marcon, die deutschen Ersparnisse zu verfrühstücken.

    • Im ersten Wahlgang lag Melenchon gar nicht so weit hinter Le Pen. Interessantes Gedankenspiel, ob er wohl die Stichwahl gegen Macron gewonnen hätte – ich glaube ja, wenn man sich Wählerwanderungen und Wählermotive genauer ansieht. Macrons Glück war eben, dass Le Pen erneut in die Stichwahl kam. Sie kann auch ein 4. und 5. Mal antreten. Gewinnen wird sie aber nie

      • Ich denke nicht, dass Jean-Luc Mélenchon die Stichwahl gewonnen hätte. Wir sehen die vielen Gemeinsamkeiten zwischen Links- und Rechtsradikalen, doch sie hassen sich gegenseitig mehr als den Kandidaten dazwischen. Trotzdem könnte Frau Le Pen oder auch Herr Mélenchon die nächste Präsidentenwahl gewinnen, denn Herr Macron hat die Mitte nicht nur selbst besetzt, sondern die etablierten Parteien dort zerlegt, ohne langfristigen Ersatz zu schaffen.

      • Ist also davon auszugehen, dass der Euro noch weiter fällt?

        Durch das Abtrennen Russlands vom SWIFT-Zahlungssystem besteht die Gefahr, dass die Bedeutung des US-Dollar international abnimmt. China, arabische Ölstaaten und wichtige Schwellenländer reden bereits über Alternativen zum Petro-Dollar, um Zahlungen für Importe und Rohrstoffe zu begleichen. Was könnte da auf uns in Euroland zukommen?

      • @francomacorisano

        Besonders bemerkenswert finde ich, dass das sanktionsbedingte Erstarken des Rubel im Westen so gut wie nicht thematisiert wird.
        Es ist genau das Gegenteil dessen eingetreten, was vor acht Wochen prognostiziert wurde. Der Rubel hat gegenüber dem schwächelnden Euro ein Plus von zeitweise 120% (zur Zeit etwa 113%) hingelegt, seinen Kurs also in weniger als zwei Monaten mehr als verdoppelt.
        Warum nur?
        War es das jetzt etwa mit USD, EUR und unserem auf im Grunde wertlosen, in beliebiger Menge bunt bedruckten Papierschnipseln basierenden, vermeintlichen Wohlstand?

    • Cato der Ältere
      sagte am 26/04/2022 um 08:00 :“ . . .dass das sanktionsbedingte Erstarken des Rubel im Westen so gut wie nicht thematisiert wird. . . .“ weil es sanktionsbedingt keinen freien Devisen-Markt für den Rubel gibt. Dazu kommt das Nullsummen-Spiel mit der Vergütung der Ölexporte in Rubel und die Verlagerung der Inlandsnachfrage von nicht verfügbaren Importgütern zu inländischen Substituten. Mit schwächer werdender Wirtschaftsleistung wird der Rubel wieder abrauschen.

      • @Klaus Wolfgang Berger
        „Mit schwächer werdender Wirtschaftsleistung wird der Rubel wieder abrauschen.“

        Was macht Sie so sicher, dass die Wirtschaftsleistung Russlands tatsächlich mittel- und langfristig einbricht?
        Ich glaube das nicht. Mit der Wirkung ihrer Sanktionen haben sich EU und USA doch völlig verschätzt. Und was juckt es russische Oligarchen, wenn ihre Jachten eine Zeit lang an türkischen Küsten liegen statt an der Côte d’Azur? Einer wie Alischer Usmanow wird auch nicht spürbar darunter leiden, wenn er seine Villen am Tegernsee eine Weile nicht aufsuchen kann.

        Gerade Westeuropa wäre m.E. gut beraten, nicht länger an dem Ast zu sägen, auf dem wir sitzen. Russland sitzt am längeren Hebel und ist vor allem erheblich leidensfähiger als die meisten Länder der EU mit ihrer wohlstandsverblödeten Gesellschaft und den damit verbundenen Erwartungen ihrer Bevölkerungen.

        Interessantes Interview in diesem Zusammenhang:
        https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_92070900/welt-haette-vorgewarnt-sein-koennen-diese-demuetigung-hat-putin-niemals-vergessen-.html

      • @Cato der Ältere sagte am 27/04/2022 um 10:33 :“Was macht Sie so sicher, dass die Wirtschaftsleistung Russlands tatsächlich mittel- und langfristig einbricht? . . .“ Baberowski gibt in dem Link doch die Antwort: „Russland, wie schon die Sowjetunion, hat der Welt wenig zu bieten außer Waffen und Rohstoffen . . .“ Und auf beiden Gebieten greifen die Sanktionen (siehe z.B. Indiens Zweifel bezüglich russischer Waffenlieferungen), darüber hinaus der Trend zu „erneuerbaren“ Energien. Die westlichen Firmen, die die binnenländische Wirtschaftsstruktur einschließlich des Arbeitsmarktes gestützt haben, ziehen ab. Dem Aufbau binnenländischer Wirtschaftsstrukturen steht der Einfluss der mafiös agierenden „Sicherheits“dienste entgegen. Vergessen Sie die Jachten- darum geht es nicht. Und was Ihren Zivilisations-Pessimismus anbetrifft: Ich bin Anfang des Weltkriegs II geboren worden und habe den mühseligen Wiederaufbau – vor allem in der SBZ – erlebt. Unsere Gesellschaften sind stärker als Ihre Vorstellungskraft.

      • @Klaus Wolfgang Berger

        zu
        „Baberowski gibt in dem Link doch die Antwort …“
        Baberowski gibt in diesem Interview viele Antworten. Sie haben hier nur eine davon herausgegriffen, ignorieren aber den Kontext.

        und zu
        „Unsere Gesellschaften sind stärker als Ihre Vorstellungskraft.“
        Das mag auf die Zeit der Trümmerfrauen und die 1950er Jahre zugetroffen haben. Heute befinden wir uns aber im Zeitalter der ultimativen, sozialstaatsgeförderten Wohlstandsverblödung und Verweicheierung. Die Situation ist eine völlig andere als vor 77 Jahren. Dazwischen liegen beinahe drei Generationen und die Erde hat sich mehr als achtundzwanzigtausendmal weitergedreht.

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