Scholz führt Deutschland auf Sonderweg gegenüber Ukraine

„Fast zwei Drittel der Deutschen halten Olaf Scholz nicht für führungsstark“. Denn er eiert herum, insbesondere was Putins Krieg in der Ukraine angeht, bei dem es heute eine neue russische Offensive im Donbas gegeben hat. Erstens will der Bundeskanzler so die Ampel-Koalition zusammenhalten, in der es einander widersprechende Ansichten zu Waffenlieferungen an die Ukraine gibt. Seine SPD ist größtenteils dagegen und ihr ist immer noch Russland näher als die Ukraine, während FDP und vor allem Grüne klar auf der Seite der angegriffenen Ukraine und des hilfsbereiten Westens stehen. Zweitens erreicht er mit seinem Geschwurbel genau das, was er und seine Partei wollen, nämlich dass der Ukraine von und aus Deutschland keine schweren Waffen geliefert werden. Die Ukraine soll mit relativ, insbesondere im Vergleich zu den Zahlungen an Russland, kleinem Geld abgespeist werden.

Dazu hat der Bundeskanzler heute extra eine Pressekonferenz einberufen, um nichts Neues mitzuteilen. So sagt Herr „Scholz zu Waffenlieferungen: ‚Schauen Sie sich doch mal um, was andere so tun'“. Er meint, alle (vergleichbaren) Länder würden sich wie Deutschland verhalten. Wer tatsächlich schaut, stellt allerdings fest, dass unsere Verbündeten schwere Waffen liefern und auch sonst der Ukraine stärker helfen und mit Russland weniger Geschäfte machen. Deutschland hat wieder einmal einen Sonderweg eingeschlagen, was wie üblich nicht gut ist. FDP und Grüne müssen sich fragen, ob sie diesen Weg so mitgehen wollen oder einen Koalitionsbruch androhen und ohne Kurswechsel vollziehen.

46 Gedanken zu „Scholz führt Deutschland auf Sonderweg gegenüber Ukraine

  1. Das Assoziierungsabkommen zwischen der EU und der Ukraine, das seit 2011 immer wieder verschoben und erst 2016 endgültig ratifiziert wurde, wird bei wikipedia (das nicht im Verdacht steht, pro-russisch zu sein), kritisch betrachtet:

    „Das Verhalten der Europäischen Union wurde international von Politikern kritisiert. Das Freihandelsabkommen der EU (DCFTA) schließe intensive wirtschaftliche Beziehungen der Ukraine zu ihren bedeutendsten Wirtschaftspartnern in der von Russland geführten Zollunion weitgehend aus. Damit habe man der Ukraine nur ein „Entweder-oder“ angeboten, also die Ukraine nicht als Brücke zwischen der EU und Russland verstanden. Auf diese Weise habe man die derzeitige politische Krise in der Ukraine mitverursacht“.

    „Der ehemalige Staatspräsident der Sowjetunion und Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow kritisierte, dass Russland nicht einbezogen wurde, obwohl es „Interessen Russlands“…„eine Partnerschaft mit der EU und der Ukraine“…„unmittelbar berührt“. Laut Gorbatschow haben die Führer der EU mit dem Abkommen „weder genügend politische Weisheit“ noch „eine langfristige Vision“ gezeigt“.

    „Altkanzler Helmut Schmidt bezeichnete in einem Interview im Mai 2014 die Politik der EU-Kommission als unfähig und größenwahnsinnig. Sie mische sich in die Weltpolitik ein und provoziere damit die Gefahr eines Krieges. Die „Bürokraten in Brüssel“ hätten die Ukraine vor die „scheinbare Wahl“ gestellt, sich zwischen West und Ost entscheiden zu müssen. Günter Verheugen widersprach Schmidt: EU-Politiker, nicht Beamte hätten sich offen mit dem sogenannten Euro-Maidan solidarisiert und nicht gesehen oder sehen wollen, dass es sich weder um eine landesweite noch um eine homogene Bewegung handelte. Europäische Politiker hätten sich als „blind für die innenpolitischen Spannungen zwischen der Ost- und der Westukraine“ erwiesen. „Weil europäische politische Eliten nur noch in Kategorien wie prorussisch und proeuropäisch denken konnten und den Konflikt statt den Dialog mit Russland bevorzugten, haben sie – und nicht die Brüsseler Bürokraten – die schwerste Krise in Europa in diesem Jahrhundert mit ausgelöst. Ein Gutteil der Verantwortung dafür liegt in Berlin“.

    „Altkanzler Helmut Kohl äußerte am 12. März 2013 gegenüber Bild, die Aufbruchstimmung in der Ukraine sei nicht immer klug begleitet worden. Ebenso habe es an Sensibilität im Umgang mit den russischen Nachbarn gemangelt, insbesondere mit Präsident Putin“.

    „Altkanzler Gerhard Schröder kritisierte in der Zeit-Matinee am 9. März 2014, die EU hätte beim Assoziierungsabkommen angesichts der kulturellen Teilung der Ukraine kein Entweder-oder formulieren dürfen. Ein Sowohl-als-auch wäre vernünftiger gewesen. Schröder verwies auch auf die nachvollziehbaren Einkreisungsängste der russischen Regierung angesichts der Entwicklungen der Vergangenheit“.

    „Der ehemalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher forderte, an der Idee einer gemeinsamen Freihandelszone mit Russland festzuhalten. „Es wäre schön, wenn daraus etwas geworden wäre. Dann wäre die Frage der Assoziierung der Ukraine mit der EU möglicherweise anders eingeschätzt worden“.

    • @ francomacorisano sagte am 20/04/2022 um 05:22 :“ . . .Auf diese Weise habe man die derzeitige politische Krise in der Ukraine mitverursacht . . “ Soll diese Zitatensammlung eine Entscheidungshilfe für die derzeitige Politik sein ? Falls ja, wird konkrete Ausführung erbeten. Rein vorsorglich – und auch dem Beitrag von Bernd L. Mueller gewidmet- : Es gibt nach herrschender Meinung in Russland keinen verlässlichen Vertragspartner für die Ukraine und den Westen. Unsere Vorstellungen gehen dahin, dass hinhaltender Widerstand in der Ukraine in Kombination mit scharfen internationalen Sanktionen Russland an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit bringt (und die NATO stärkt).

    • Viele Ukraine sind für dieses Abkommen auf die Straße gegangen. Es wurde aber erst unterzeichnet, als Präsident Putin bereits die Krim überfallen hatte. Auch jetzt treibt er doch die Ukraine (und Finnland sowie Schweden) in die NATO, was er angeblich verhindern will.

      Eine Freihandelszone und erst recht ein Binnenmarkt können sich nur gegenüber anderen Ländern öffnen, wenn diese sich dann nach außen entsprechend abschotten (außer bei völligem Freihandel gegenüber der ganzen Welt, den es jedoch nirgendwo gibt). Das ist doch gerade auch das Problem in Nordirland, dessen offene Grenze zur Republik Irland eine gewisse Abschottung zum Rest von UK impliziert.

  2. Ich bin wahrlich kein Anhänger von Scholz und seiner Partei. Aber seine Ukrainepolitik ist mir deutlich sympatischer als das Geschrei der Scharfmacher bei den friedensbewegten Grünen und der abgewählten Merkeltruppe.
    Immer neue Sanktionen, immer mehr Waffen, das alles in immer höherer Taktrate. Das geht mir einfach zu schnell. Man sollte besser den einzelnen Sanktionen Zeit geben, ihre Wirkung zu entfalten. Rußland ist wie ein Tanker, dessen Kurs man nicht mal eben um 90 Grad drehen kann wie bei einem Schnellboot. Wenn man es trotzdem versucht, dann wird es den Tanker zerreißen. Ist es das, was unsere „Freunde“ wollen?

    • Wenn Scholz mehr wüsste als wir Normalbürger, und etwa konkrete Drohungen zum Einsatz von Atomwaffen unmittelbar von Putin bekommen haben sollte, dann könnte sich sein jetziges Agieren später im Nachhinein erklären lassen. Das ist aber im Moment spekulativ.

      • Dieses Argument verbreitet aktuell Robin Alexander. Gibt es irgendwelche Belege dafür?

      • Herr Scholz weiß sicher mehr als die Normalbürger, aber nicht mehr als die Regierungen unserer Verbündeten, die viel mutiger agieren. Waffenlieferungen führen offensichtlich nicht zu einem Atomkrieg, was gut und richtig ist.

    • So sehe ich das auch!
      Ich bin sehr froh, dass Scholz und nicht Merz die Regierung führt und dabei Standfestigkeit, Besonnenheit zeigt und eben nicht dem Druck der Journalisten folgt, die den Kanzler am liebsten aus dem Amt schreiben würden.
      Einen „Führer“, der Deutschland in einen schrecklichen Krieg „führte“, hatten wir schon…
      Eine solche Neuauflage braucht kein Mensch.
      Und Führung bedeutet nicht, dass man das tut, was die Journalisten meinen, dass es getan werden müsste.

      • @ Rika
        sagte am 20/04/2022 um 18:41 :“ . . .Ich bin sehr froh, dass Scholz und nicht Merz die Regierung führt und dabei Standfestigkeit, Besonnenheit zeigt . . .“ – Vor allem nach der Bewährungsprobe zum G20-Gipfel in Hamburg – da wollten Sie doch nach Ihrer Osterpause noch etwas nachliefern, was den Herrn Scholz vermutlich in einem besseren Licht erscheinen lassen soll.

      • Der russische Präsident hat sein Land in diesen schrecklichen Krieg geführt und die Ukraine überfallen. Eine deutsche Kriegsbeteiligung steht gar nicht zur Debatte, sondern eine Unterstützung des Opfers statt des Aggressors.

      • Antwort an Klaus Wolfgang Berger:
        Ich erinnere mich an meine Aussage, bin aber nicht geneigt, dazu jetzt umfangreich Stellung zu nehmen, stattdessen kopiere ich einen Text hierher, den ich in dem Zusammenhang geschrieben habe, er beschäftigt sich allerdings nicht mit den Zuständigkeiten des damaligen Hamburger Regierungschef Olaf Scholz oder mit der Kanzlerin, die den Standort Hamburg für „ihren“ G20-Gipfel auserkoren hatte, was an sich der Kardinalfehler war, sondern mit einem Journalisten, der glaubte, sich an der Polizei abarbeiten zu müssen:

        „Edo Reents kennt sich aus!

        Er sitzt in seinem gut klimatisierten Büro und mault.
        Mault über Polizisten, die nicht seinem Ideal von „Clint Eastwoods Polizistendarstellung“ – hart wie Kruppstahl, flink wie Windhunde blöd -äh – zäh wie Leder – entsprechen.
        Vermutlich hat Edo Reents jede Menge Erfahrung im Straßenkampf, er weiß, wie es ist, bei sommerlicher Hitze mit 20 kg Ausrüstung gemütlich über die Reeperbahn zu flanieren, Frau Kipping nannte das ja „marodieren“. Deshalb mault Herr Reents auch darüber, dass es total ungerecht sei, dass diese marodierenden Weicheier von Polizisten nun auch noch eine Belohnung kriegen sollen, Konzert und Extraurlaub. Unverschämt! Wer belohnt eigentlich die tapferen Kämpfer für das Gute, für Frieden und Gerechtigkeit auf der Welt, die im Schanzenviertel so gewalttätig der geballten Staatsmacht stundenlang Widerstand geleistet haben, Autos abfackelten, Geschäfte plünderten, Steine und Flaschen warfen im Dienste der Entrechteten der ganzen Welt? Und wer belohnt die mutigen Journalisten, die sich das Getümmel ganz aus der Nähe betrachtet haben oder die, die in ihrem Büro sitzen und sich zu Tode langweilen, während draußen der Bär steppt?
        Die Welt ist ja sooo ungerecht und am ungerechtesten ist, dass der Staat seine Polizeibeamten verhätschelt, sie mit fürstlichen Gehältern ausstattet und dafür sorgt, dass die 38,5 Stundenwoche penibel eingehalten wird…

        Ach ja, ich vergaß, am besten orientieren sich unsere Polizisten an englischen Krimis mit korrupten und brutalen Cops oder an Till Schwaiger, das sind die wahren Heroen und es erbittert Herrn Reents ganz offensichtlich, dass der deutsche Michel Typen wie „Harry, hol schon mal den Wagen-Derrick“ oder Horst Krause oder Marie Brandt den Vorzug geben…
        Er ist erbittert darüber, dass die Typen im deutschen Film nicht so ganz dem entsprechen, was auf den Polizeirevieren eigentlich los sein soll…. Oder ist es umgekehrt? Sollen uns prügelnde Polizisten im Film einstimmen in eine links-grüne Begrifflichkeit von „Polizeistaat“? Weil DAS die Realität ist und nicht der nette Schutzmann um die Ecke, der Polizist, dein Freund und Helfer?
        Und mehr sag ich jetzt nicht dazu.“
        Und mehr sage ich auch nicht zu dem von Ihnen beklagten Sachverhalt, lieber Herr Berger.

      • Die Polizei führt nur aus, was die politische Führung vorgibt, wofür sie sich inzwischen dann häufig auch noch von denselben Politikern beschimpfen lassen muss. Herr Scholz hat bei den Protesten in Hamburg nicht glücklich agiert, aber bei vielen anderen Gelegenheiten auch nicht, was sich nun im Bund mit viel größeren Konsequenzen zu wiederholen droht.

      • Dem stimme ich zu.
        Aber ich bin ausdrücklich dafür, dass Deutschland nicht die „Führerschaft“ übernimmt, sondern in Absprache mit der Nato und dem potentesten Verbündeten, den USA nämlich, tätig wird, sowohl was die geforderten Waffen anbelangt, wie auch für die auszusprechenden Sanktionen.

      • Richtig, Deutschland sollte gar keinen Sonderweg beschreiten, auch nicht auf dem gemeinsamen Weg zu weit vorauslaufen oder zurückbleiben. Letzteres droht gerade. Deutschland ist souverän und darf sich anders entscheiden als seine Verbündeten, aber das wäre im konkreten Fall weder politisch klug noch moralisch richtig.

  3. Zum Thema Koalitionswechsel: Hier denken Sie vermutlich an Jamaika? Das sollte die Union dann allerdings auch verbal vorbereiten, Herr Merz ist ja sonst nicht auf den Mund gefallen.

      • Herr Merz hat das ja inzwischen angekündigt.
        Ich halte das für verantwortungslos. Und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Friedrich Merz, wie auch Frau Strack-Zimmermann sich so ein kleines bisschen in ihren Forderungen Luft machen und davon ablenken, dass der eine nicht Kanzler und die andere nicht Ministerin geworden ist.

      • Was ist daran verantwortungslos? Der Plan der Union wird keine Mehrheit finden, zwingt aber die Ampel-Koalition dazu, selbst einen Vorschlag auf den Tisch zu legen. Das ist doch gut und richtig.

  4. Mit großer Genugtuung würde ich mich freuen wenn die Ampel ausgeschaltet wird.

    Allein bzgl. WM Robert Habeck , Minister Özdemir, IM Faeser etc.etc. können damit – Rücktritt – Deutschlands Bürger/innen nur gewinnen.

    Persönliche Meinung zu Waffenlieferung Deutschlands an die Ukraine : Nein, keinesfalls. Waffen verlängern nur den furchtbaren Krieg vs. Bevölkerung.

    Lösung vom Konflikt : ….Kapitulation bei gleichzeitiger Erklärung zur totalen Neutralität nach dem Vorbild Schweiz.

    • Die grünen Minister würden bei einem Koalitionswechsel vermutlich im Amt bleiben oder sogar noch mächtiger werden. Die Ukraine erhält doch schon Waffen von unseren Verbündeten. Der deutsche Beitrag wird den Krieg nicht entscheiden, er entscheidet aber über unsere Rolle darin und unser Verhältnis zu unseren Verbündeten, weshalb ein deutscher Sonderweg möglichst vermieden werden sollte. Wenn die Ukraine jetzt kapituliert, wird sie nicht neutral, sondern ein Anhängsel Russlands und teilweise ganz einverleibt. Dagegen muss sie sich wehren, aber verhandlungs- und kompromissbereit bleiben.

    • Welchen Vorteil sollte unser Land haben, wenn Scholz durch Merz ersetzt würde und die grünen Minister auf der Regierungsbank blieben???

      • Die SPD ist gerade die Problempartei in der Regierung, was der Beifall von AfD und Die Linke für ihren Kuschelkurs gegenüber dem russischen Aggressor unterstreicht. Friedrich Merz als Bundeskanzler würde nicht den Dritten Weltkrieg auslösen, sondern diesen unwahrscheinlicher machen durch Beendigung des deutschen Sonderweges und einvernehmliches Handeln mit unseren westlichen Verbündeten. Die Grünen würden das unterstützen und vielleicht sogar den Weiterbetrieb der deutschen Atomkraftwerke zähneknirschend akzeptieren, um unsere Abhängigkeit von russischem Öl und Gas zu reduzieren.

      • Die Grünen sind nichts anderes als Marxisten, die sich grün verkleidet haben. Nur der Kapitalismus hat dafür gesorgt, dass auch die „kleinen Leute“ in Wohlstand leben, was früher die Feudalherrschaft der Fürsten gar nicht angestrebt hat und dem Sozialismus nicht gelingen konnte. Die Grünen wollen mit dem Klimamärchen und allen möglichen Tricks, den Kapitalismus scheitern lassen. Nur darum geht es!

      • Eine Zwischenfrage: Warum wird MM regelmäßig gesperrt und Franco darf seine teilweise recht unterkomplexen Beiträge ohne nennenswerte Gegenrede regelmäßig absondern? Ich bin z.B. auch kein besonderer Grünenfreund, aber wer die konservativen Grünen in Baden-Württemberg als Marxisten bezeichnet, hat ehrlich gesagt nicht alle Sinne beieinander. Ich bin offensichtlich auch nicht der einzige, der Francos Beiträge mitunter etwas befremdlich findet.

      • Es ist doch offensichtlich, dass das nicht ganz ernst gemeint oder zumindest nicht ernst zu nehmen ist. Die Beiträge von Herrn Meister sind deutlich komplexer und penetranter. Es wurden hier auch schon andere Gegenmaßnahmen wie eine Beschränkung der Kommentare pro Tag oder zu einem bestimmten Thema diskutiert, die jedoch deutlich schwerer zu administrieren sind. Herr Meister meinte dann in einem nicht mehr freigeschalteten Kommentar, hier ohnehin nichts mehr schreiben zu wollen, woran er sich aber wohl leider nicht halten wird. Am besten wäre ohnehin ein Mittelweg. Er hat manchmal gute Ideen und einen Putin verharmlosenden Kommentar können wir auch alle verkraften, aber zumindest ich nicht zwanzig hintereinander ohne jede Rücksicht auf Gegenargumente.

      • Sie könnten allerdings Franco bitten, die Komplexität der Beiträge zu erhöhen. Zumindest ich kann nämlich gerne darauf verzichten, 20 mal hintereinander zu lesen, dass alles in Deutschland Sch**** sei.

      • @ Helmut S.

        Sind Sie auch so einer, der Meinungen in „sagbar“ und „unsagbar“, also erlaubt und verboten einteilen will? Ein „besonderer Grünenfreund“ sind Sie nach eigener Aussage nicht, aber ein echter Gegner der Grünen leider auch nicht. Was haben wir uns doch alle so lieb, nur die phösen Räschden nicht…?

        Auch bei den Grünen in BaWü gibt es zahlreiche linksextreme Ökosozialisten, natürlich sind auch unideologische Gutmenschen darunter, die auf die Masche „Umweltschutz“ und Multikulti reinfallen. Winfried Kretschmann war früher Kommunist/Maoist, auch wenn er sich heute davon distanziert. Jugendsünden darf man verzeihen, warum aber nur bei einer linksextremistischen Vergangenheit…???

      • Zumindest aktuell verhalten sich die Grünen nicht wie typische Linksextremisten oder auch nur Linke. Die Putin-Nähe ist doch bei SPD, Die Linke und auch AfD viel größer.

      • Zu den BW-Grünen: die sind keine Abspaltung des SPD wie nördlich des Mains, sondern der CDU.
        Kretschmann hat einmal (für ein paar Monate) mit dem Marxismus gespielt, aber zur Wahrheit gehört eben auch, dass es ein konservativer CDU Mann (Unipräsident Turner https://de.wikipedia.org/wiki/George_Turner_(Politiker,_1935)) war, der sich für die Aufhebung des Berufsverbots in seinem Fall eingesetzt hat.

    • Die FDP liefe, sollte sie sich an einer Spaltung der Koalition beteiligen, Gefahr, wieder einmal als „Umfaller-Partei“ dazustehen. Das würde ihr vermutlich für lange Zeit nach einer Wahl jede Regierungsbeteiligung unmöglich machen.

      • Die FDP alleine könnte die Ampel-Koalition nur platzen lassen, für Jamaika würden auch die Grünen gebraucht. Aktuell geht es aber wohl vor allem darum, die SPD zum Handeln zu bewegen.

  5. Kein westliches Land, auch die USA nicht, hat bisher alle Waffen geliefert, die die Ukraine gefordert hat. Die USA haben sogar logistische Unterstützung verweigert, als osteuropäische Staaten der Ukraine Kampfflugzeuge russischen Typs liefern wollten. Deutschlands Haltung ist m.E. keineswegs ein Sonderweg, vor allem wenn man bedenkt, dass die Bundeswehr tatsächlich (im Vergleich zur Mannschaftsstärke) weniger Material besitzt als andere Armeen von NATO-Ländern und selbst aufrüsten soll. Scholz´ Haltung erscheint mir daher nachvollziehbar und vernünftig.
    Ungewöhnlich ist dagegen, wie massiv die Bundesregierung, nicht zuletzt im eigenen Land, wegen ihrer Haltung angegriffen wird. Es ist geradezu hysterisch so zu tun, als ob ausgerechnet von deutschen Waffenlieferungen das Schicksal der Ukraine abhänge. Wenn jemand die Ukraine im Stich gelassen hat, sind es eher die USA, die jahrelang Prinzipien hochgehalten und die ukrainische Regierung in Maximalpositionen gegenüber Russland bestärkt haben.

    • Die begrenzten Möglichkeiten zur Waffenhilfe aus dem Bestand der Bundeswehr sind allgemein bekannt. Herrn Scholz und Frau Lambrecht wird vielmehr zu Recht die offensichtlich dilatorische Behandlung des Themas angekreidet. Frühzeitige Lagebeurteilung in der NATO und Abstimmung zu Art und Umfang der Waffenhilfe und der Trainings-Möglichkeiten wäre angezeigt gewesen. „Wer bei mir Führung bestellt . . .“ ist offensichtlich auf Lieferketten-Probleme (innerhalb der SPD) gestoßen.

      • Die SPD und ihr Kanzler wollen keine schweren Waffen liefern, sind aber so mutlos, dass sie nicht einmal das klar sagen können.

    • Niemand kommt allen Forderungen der Ukrainer nach, sonst befänden wir uns bereits im Krieg mit Russland. Schwere Waffen werden jedoch von den USA und anderen NATO-Staaten geliefert, hingegen nicht von Deutschland, wo der Kanzler nicht ehrlich ist. Deutschland allein wird den Krieg nicht entscheiden, aber es leistet offensichtlich weniger als andere, insbesondere die USA, die Sie hier zu Unrecht kritisieren.

      • Ich erinnere mich, dass vor nicht allzu langer Zeit ein mit militärischen Gegebenheiten vertrauter Mann darüber klagte, die Bundeswehr sei in einem so schlechten Zustand, dass sie keineswegs verteidigungsbereit sei, dies läge vor allem an mangelndem Material.
        Nun, wenige Wochen später, scheint man das vergessen zu haben. Sollte die Bundeswehr ihre nicht funktionstüchtigen Panzer und andere schwere Waffen liefern?
        Zwar wären wir dann den Schrott los, aber auch der gute Ruf wäre ebenfalls dahin.
        So oder so, der Druck auf die Regierung, schwere Waffen zu liefern, läuft vermutlich ins Leere, denn wo nichts ist, kann man auch nichts hergeben.

      • Deutschland verliert doch gerade seinen guten Ruf in der Außenpolitik, den es in der Sicherheitspolitik schon lange nicht mehr hat. Es gibt doch noch Waffen, auch ausgemusterte in Lagern, die die Industrie aber nicht liefern darf. Das ist eine politische Entscheidung, zu der der Kanzler dann aber auch stehen sollte, anstatt Geschichten zu erfinden (dass auch sonst niemand schwere Waffen liefern würde oder die Ukrainer damit gar nicht umgehen könnten).

  6. Der Krieg ist zugunsten der Ukraine entschieden. Der Titan USA ist als unbegrenzter Nachschubgeber in den Ring gestiegen. Die Ukraine muss nur ihren Kampfeswillen erhalten.
    Putins Antwort hierauf könnte tatsächlich nur ein Atomschlag sein. Er würde am Ergebnis nichts ändern und den Untergang Russlands riskieren. Moderne Kriege werden durch Nachschub (und Leidensfähigkeit) entschieden. Echte Generäle reden auch über Nachschub und nicht über Strategie und Taktik; dies überlassen sie armchair-generals.

    Die Scholzsche Haltung ist schändlich. Ehrenhaft könnte man allenfalls das Argument vorbringen, dass nach dem zweiten Weltkrieg mit je ca. 20 Millionen Toten kein russischer oder ukrainischer Soldat durch deutsche Waffen sterben sollte. Ob wir Deutschen nun Sanitärartikel liefern oder nicht, ist irrelevant.

    Im Übrigen sind die britischen Special Air Services in Kiev anwesend und „unterrichten“ die Ukrainier. Das führt auch nicht zum dritten Weltkrieg!

    • Der Krieg ist noch nicht entschieden, aber die Ukraine schlägt sich viel besser, als die meisten einschließlich Präsident Putin erwartet hätten. Ihre Kämpfer sind motivierter als seine und bei hinreichenden Waffenlieferungen sind sie auch nicht schlechter ausgerüstet. Dagegen wird es keinen Atomschlag geben, aber vielleicht noch mehr Tote und Zerstörung.

      Die deutsche Sonderposition mit dem Zweiten Weltkrieg als Entschuldigung hat bereits die rot-grüne Regierung mit ihrer aktiven Kriegsbeteiligung aufgegeben. Der aktuelle deutsche Sonderweg des Kanzlers ist in der Tat schändlich und schädlich.

      • Ich kann nicht erkennen, dass der Kanzler einen Sonderweg geht. Er agiert in völliger Abstimmung mit den Regierungen der befreundeten Staaten und der Nato.
        Von Sonderweg sprechen nur einige Journalisten in der böswilligen Absicht, den Kanzler zu Fall zu bringen.

      • Die deutsche Position ist insofern mit der NATO abgestimmt, dass diese sie zur Kenntnis nimmt, damit plant und sie nicht öffentlich kritisiert. Sie ist zugleich ein Sonderweg, weil sich viele NATO-Verbündete ganz anders verhalten, auch wenn der Kanzler wahrheitswidrig das Gegenteil behauptet. Deutschland ist sowohl bei den Waffenlieferungen als auch Sanktionen der größte Bremser.

  7. Spannend wird werden, was in Transnistrien und Moldau geschieht. Moldau müßte nur (wie damals die DDR der BRD) Rumänien beitreten. Dann ist auf einmal Moldau Teil der EU und der NATO. Die Mehrheiten sind dort knapp und wechselnd. Historisch lässt sich der Beitritt allemal begründen.

    • Man könnte Moldau auch bereits jetzt NATO-Garantien geben. Russland beabsichtigt offensichtlich aktuell, in Transnistrien genau das Gleiche wie im Osten der Ukraine durchzuführen. Also zunehmende Provokation und dann ein Einmarsch.

  8. Pingback: Erratischer Kanzler plötzlich für Lieferung schwerer Waffen | Alexander Dilger

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