Inflation steigt auf 7,3 Prozent durch Putins Krieg und Versagen der EZB

Im Februar lag die ‚Deutsche Inflation bei 5,1 Prozent noch ohne Kriegseffekte‘. Die „Inflation steigt im März auf 7,3 Prozent“ in Deutschland vor allem wegen stark steigender Energiepreise durch Putins Krieg. Für diesen Krieg kann die EZB nichts und die (drohende) Verknappung von fossilen Energieträgern ist ein reales Phänomen, kein rein monetäres. Aber für die viel zu hohe Inflation ist die EZB durchaus verantwortlich. Sie trägt durch ihr mandatswidriges Verhalten erheblich dazu bei. Die ‚EZB steigert Anleihenkäufe noch bei Rekordinflation‘ und erzwingt betragsmäßig und real immer höhere Negativzinsen in einer Lage, wo die Zinsen steigen müssten, um die Inflation nicht noch weiter anzuheizen.

Die viel zu hohe Inflationsrate wird noch weiter steigen und auch nach dem Krieg nicht schnell auf das Inflationsziel der EZB von zwei Prozent zurückgehen, wovon die EZB entgegen aller Evidenz offiziell weiter ausgeht. Die Maßnahmen der Bundesregierung zur Entlastung der Bundesbürger sind ebenfalls zu gering. Die ‚Energiesteuer wird kurz ein wenig gesenkt, zu versteuernde Energiepreispauschale nur für Erwerbstätige‘ gewährt, doch die Steuereinnahmen des Staates steigen, während die Realeinkommen stark sinken.

12 Gedanken zu „Inflation steigt auf 7,3 Prozent durch Putins Krieg und Versagen der EZB

  1. Die Inflation kommt den überschuldeten Eurostaaten gerade recht. Eher wird Putin seinen Krieg beenden, als daß die EZB Abstand von der Finanzierung der Staatshaushalte unserer mediterranen Freunde nehmen wird. Deshalb ist die Inflation auch gekommen, um zu bleiben.

  2. Grundsätzlich stimmt das alles. Dass aber die EZB ausgerechnet dann auf restriktiven Kurs umschwenken soll, wenn die Lieferketten- und sonstigen Probleme von Corona noch nicht ausgestanden sind und nun noch nicht absehbare Probleme aufgrund des Ukraine-Krieges hinzukommen, das scheint mir nicht ratsam. Die gegenwärtige Inflation ist doch wie ein Schmiermittel, um die Prozesse am Laufen zu halten und Zusammenbrüche, die nur äußerst schwer rückgängig gemacht werden können, zu vermeiden. Die Inflation wirkt jetzt wie eine Steuer für die Geldvermögensbesitzer und auch wie eine Steuer auf den Konsum, den wir wegen der anderen Belastungen einschränken müssen. Betroffen sind Sparer und auch die, die nichts zu sparen haben. Offene Steuererhöhungen wären politisch kaum durchzusetzen. Ein Teil unseres Volkseinkommens wird jetzt für Waffen, Flüchtlingshilfe, Rohstoffbezug aus anderen, teureren Quellen u.ä.m. gebraucht. Die Ressourcenumverteilung per Inflation ist wohl das am schnellsten wirksame Mittel dafür.

    • Die Furcht vor Geldentwertung ist Gift für die Wirtschaft, denn vorgezogene Käufe und die Konzentration auf Sektoren, die Nachfrage ohnehin nicht mehr befriedigen können (Bau z.B.) erzeugen eine Spirale aus Lohn- und Preissteigerungen, der die EZB wegen zu langen Zögerns nicht mehr Herr wird. Die EZB soll für Geld-Stabilität sorgen und keine Ersatz-Konjunktur-Politik betreiben. Weiterhin verführt anhaltender Niedrigzins den Staat zu immer leichtsinnigerer Verschuldung, anstatt neue Bedarfe durch Beschränkungen bei den konsumptiven Ausgaben zu decken.

      • Auf auf die inflationsbedingten Preiserhöhungen wird die Umsatzsteuer fällig und die Schulden schmelzen in der Inflationssonne dahin. Unsere europäischen Freunde werden schon dafür sorgen, daß das so bleibt.

      • Seit langem ist klar, dass die EZB den Club Med bedient und sie das weiter tun wird. Unabhängig davon gibt es auch andere Entwicklungen, die eben jetzt zu besonderer Inflation führen. Und dabei ist zu unterscheiden zwischen nachfrage-induzierten Preissteigerungen wegen überschäumender Konjunktur, wovon wir weit entfernt sind, und exogen kosten-getriebenen Preissteigerungen. Unterschiedliche Ursachen kann nicht gleichermaßen erfolgreich mit derselben Therapie begegnet werden. Nachfragedämpfung wirkt in beiden Fällen unterschiedlich und das ist zu analysieren und in der Therapie zu berücksichtigen. Das vermisse ich bisher.

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