Bundesregierung will nun doch Waffen an die Ukraine liefern und Russland von SWIFT ausschließen

Die „Ampel ändert Kurs: Berlin schickt Kiew 500 Stinger-Raketen und weitere Waffen“. Damit widerlegt die Regierung ihre eigenen bisherigen Argumente, warum Deutschland keinen Waffenlieferungen an die Ukraine zustimmen dürfe. Der Kurswechsel erfolgt nach starkem Druck von außen und wohl auch von innen. Auf jeden Fall ist es richtig, anderen Staaten nicht länger Waffenlieferungen an die Ukraine zu verbieten. Die eigenen Waffenlieferungen sind wohl eher Symbolpolitik, doch als Symbol sinnvoller als die Lieferung von 5.000 Helmen.

Auch beim Ausschluss Russlands von der Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication (SWIFT) lenkt die Bundesregierung als letzte Regierung der EU ein. Dies dürfte die stärkste Wirtschafts- bzw. Finanzsanktion gegen Russland werden, zugleich aber auch den Aufbau von Alternativen zu SWIFT beschleunigen.

Es ist gut, wenn die deutsche Regierung in diesen Fällen ihren deutschen Sonderweg beendet, was sie in noch viel mehr Politikfeldern tun sollte (in direktem Zusammenhang z. B. bei der Energiepolitik, aber auch in ganz anderen Bereichen wie bei den Corona-Maßnahmen). Andere Länder machen auch nicht immer alles richtig, doch wenn alle etwas anders machen als die deutsche Bundesregierung, ist der nationale Alleingang selten die klügste Entscheidung.

74 Gedanken zu „Bundesregierung will nun doch Waffen an die Ukraine liefern und Russland von SWIFT ausschließen

  1. Das „Nein“ zu Waffenlieferungen wird etwas aufgeweicht, in dem Deutschland den Niederlanden erlaubt hat,400 Panzerfäuste aus deutscher Produktion an die Ukraine weitergeben. Das macht vielleicht einen diplomatischen Unterschied.

    • Estland darf jetzt auch Panzerhaubitzen ursprünglich aus NVA-Beständen an die Ukraine liefern. Vor allem werden 500 Boden-Luft-Raketen und 1.000 Panzerabwehrwaffen direkt aus Bundeswehrbeständen an die Ukraine geliefert.

  2. Also jetzt doch deutsche Waffen für die Ukraine? Wie bei der Impfpflicht, erst ausgeschlossen und dann soll sie doch kommen? Was kann man diesen skandalträchtigen und korrupten Politikern glauben, von denen viele ohne Berufsabschlüsse und ohne Erfahrungen im normalen Berufsleben sind?

    Waffenlieferungen, die man jetzt plant, auch noch über die Presse anzukündigen, ist der Gipfel der Unprofessionalität. Jetzt weiß Putin Bescheid und kann die Waffenlieferung abfangen lassen. Wir werden nur von Idioten regiert…! 🤮🤮🤮

    • Es ist tatsächlich fraglich, ob diese Waffen noch ausgeliefert werden können und was sie dann bewirken. Am ehesten führen sie zu noch mehr Toten, ohne den Ausgang des Krieges beeinflussen zu können.

      • ……war immer mein Argument. Vs. Waffenlieferungen. Russland der Agressor, ohne Frage.

        Warum kann Neutralität für Ukraine kein Weg zum sofortigen Frieden sein ? Verbunden mit Forderung auf sofortigen Abzug Soldaten.

        Zwar nur Petitesse, aber permanente Beleidigungen vom „lieben“ Klitschkow , Botschafter Andrij Meinyk führt sich auf wie ein Despot. Forderung auf immer mehr Geld ( …Steuergelder deutscher Bürger/innen ) Waffen, eingreifen Nato , einmotten von Nord Stream 2 etc. so unsäglich perfide .

        Haben noch nicht gelesen daß die zahlreichen Oligarchen der Ukraine ihr Vermögen für die Ukraine einsetzen.

      • Der Aggressor Putin könnte den Krieg sofort beenden, will das aber offensichtlich nicht. Neutralität der Ukraine reicht ihm offensichtlich nicht und würde zu neuen Übergriffen führen. Er selbst hat die Ukraine erst in Richtung NATO getrieben.

      • Bernd L. Mueller
        sagte am 27/02/2022 um 07:47 :“ . . .Warum kann Neutralität für Ukraine kein Weg zum sofortigen Frieden sein ? . . .“
        Weil Wladimir Adolfowitsch seinen „Spezialeinsatz“ als Kampf gegen den „Genozid“ und den „Nazismus“ ausgerufen hat- berührt das Thema „Neutralität“ ersichtlich nicht. Und was die von Ihnen missbilligten Äußerungen von Repräsentanten der Ukraine anbetrifft: Für Sie ist selbst der Hilfeschrei eines Ertrinkenden noch eine unzumutbare Belästigung.

      • Bernd L. Mueller hat hier eine ganz wichtige, richtige Frage gestellt, auf die niemand geantwortet hat: Warum greifen die milliardenschweren Oligarchen der Ukraine, die sich dort die Taschen vollgemacht haben, ihrem Land nicht finanziell unter die Arme? Warum soll der Westen, allen voran Deutschland wieder die Zeche zahlen? Ich bin diese Scheckbuchdiplomatie so leid und will nicht mehr für andere Staaten mitbezahlen…!

      • Sind Sie sicher, dass die ukrainischen Oligarchen nichts bezahlen (müssen)? Ein Teil von ihnen stand zumindest bislang auf der Seite Russlands. Die Hauptkosten, an Vermögenswerten und Menschenleben, trägt in jedem Fall die Ukraine. Die deutsche Hilfe ist eher klein im Vergleich zu den 100 Milliarden, die die Bundeswehr extra bekommen soll und die nicht reichen, um Herrn Putin wirksam begegnen zu können.

  3. Der Ausschluß vom Swift dürfte sich schnell als Rohrkrepierer erweisen. Wenn die Russen kein Geld mehr kriegen, werden sie auch keine Waren mehr liefern.

    Und ich bin mir sicher, die Russen kommen länger ohne Geld aus als unsere Weicheier ohne Heizung.

    • Der Ausschluss von Swift wird ohnehin überschätzt. Im Endeffekt stellt er nur einen vollständigen Handelsboykott auch technisch sicher.

      Russland ist kurzfristig nicht auf ausländisches Geld und Güter angewiesen. Und solange China zu Russland steht und Waren importiert und exportiert, wird das Leben in Russland nicht zusammenbrechen. Dass man nun Pariah ist, wird Putin nicht stören.

      • Es gibt keinen vollständigen Handelsboykott und ein Ausschluss von SWIFT verhindert auch nicht alle Zahlungen, sondern macht sie nur schwieriger.

  4. Wichtig ist doch, dass wir jetzt eine gemeinsame europäische Strategie hinbekommen, wo Widerstand gegenüber Russland zu spüren ist. Wichtig ist auch, dass wir merken, dass das russische Volk im Grunde ihres Herzens den Krieg nicht will. Äußern dürfen sie es nicht, es wurden ja schon 1000 dafür eingesperrt. Auch das die BIC Nummern jetzt gesperrt werden, ist richtig. Bleibt Europa passiv geschieht das, was Putin anstrebt. Ein Russland mit den uralten Grenzen. Wie sieht es eigentlich mit der Schweiz aus? Kann der russische Geldverkehr jetzt über die Schweiz abgewickelt werden?

    • Spitzt sich die Lage zu, indem sie einfach weiter andauert, bleiben beiden Seiten kaum noch Handlungsoptionen. Putin kann die Anzahl der eingesetzten Truppen erhöhen, der Westen aber nur sein eigenes Risiko: Die vom ukrainischen Präsidenten geforderte Flugverbotszone käme einer direkten Kriegsbeteiligung gleich, ebenso die umgehende Aufnahme der bedrängten Ukraine in EU oder Nato. Die Ungeduld der Öffentlichkeit im Westen aber wird wachsen, je deutlicher sich herausstellt, dass Russland unter den massivsten Sanktionen nicht umgehend zusammenbricht, unbeeindruckt bleibt von närrischen Friedensdemos und solidarisch angestrahlten Rathäusern, und seine Truppen keineswegs reumütig aus dem Nachbarland abzieht.

      Was dann? Wie weiter? Welches Pulver ist noch trocken? Und wohin führt die Wendeschleife?

      • Die NATO wird sich nicht direkt militärisch in den russischen Krieg gegen die Ukraine einschalten, also auch keine Flugverbotszone verhängen. Dass die Ukraine komplett besiegt werden kann, ist schon eingepreist. Mehr Sorgen sollte uns aktuell bereiten, dass Präsident Putin dazu vielleicht gar nicht in der Lage ist. Die Ukraine ist sein bislang stärkster Gegner. Schon im Krieg gegen Georgien, welches nicht ein Zehntel der Einwohner der Ukraine hat, hat Russlands Armee erhebliche Schwächen gezeigt. Wenn Putin zu verlieren droht, greift er vielleicht zu verzweifelten Mitteln oder wird selbst gestürzt.

      • Trauen Sie ihm zu, dass er Nuklearwaffen einsetzt? Die taktischen sind wohl im Kern nicht viel anders als die bisher verwendeten Waffen, aber die strategischen könnten auch für uns gefährlich werden.

      • Warum sollte Präsident Putin Atomwaffen einsetzen und gegen wen? Gegen die Ukraine macht das doch offensichtlich gar keinen Sinn, gegen die NATO aber auch nicht. Im Grunde sind es reine Abschreckungswaffen, die einen heißen Krieg zwischen den Supermächten verhindern. Wenn es doch dazu kommt, bleibt von Deutschland nicht viel übrig, wogegen uns aber auch eine zehnmal bessere Bundeswehr nicht schützen könnte.

      • Einfach aus Frust bzw. um zu zerstören. Adolf Hitler ging 1945 doch ähnlich vor, wobei er keinen Zugang zu Atomwaffen hatte.

      • Herr Putin steht doch nicht vor einer totalen Niederlage, sondern hat sehr viel zu verlieren. Das gilt erst recht für sein Umfeld, welches ihn bei einer Wahnsinnstat vielleicht noch stoppen könnte.

  5. Was Putin in der Ukraine macht, grenzt an Realitätsverlust. Er hat wohl ernsthaft gedacht, dass die Menschen und ukrainische Truppen ihn mit Wohlwollen empfangen. Stattdessen kämpfen sie und treiben die russischen Opfer in die Höhe. Mit Gewalt kann er das Land weiterhin erobern. Aber sein Bild wird auch in Russland große Schrammen abbekommen. Nun ist ihm sein Ruf nicht mehr wichtig, die schon zuvor offen durchgeführten Morde sind ein Beweis dafür, aber nun könnte es für ihn immer enger werden. Die Brutalität gegenüber der einheimischen Bevölkerung wird zunehmen, weil diese nicht ganz blöd ist und weiß, was Putin gerade anrichtet.

    Den Krieg in der Ukraine kann er langfristig nicht gewinnen. Selbst wenn er mit militärischem Nachschub das Land besetzen kann, woran ich nicht zweifle, wird die Ukraine sicherlich zu einem zweiten Afghanistan werden. Es bleiben Tausende unschuldige Todesopfer und Millionen, die ihre Heimat und Alltag verloren haben.

    Welche Fehler der Westen in der Vergangenheit auch gemacht haben mag: Das Verhalten Putins ist durch nichts zu rechtfertigen. Es ist nie zu spät, das zu erkennen. Wer aufmerksam die Nachrichten verfolgt hat, der wusste seit 2 Wochen, dass der Angriffskrieg kommen würde. Wer sich Putins letzte Reden angeschaut hat, der weiß auch, dass der Aggressor alleine Putin ist und kein Zugeständnis an ihn, diesen Krieg hätte verhindern können. Hoffnung macht lediglich, dass auch das russische Volk und die russischen Soldaten erkennen dürften, dass sich hier gerade eine Katastrophe abspielt.

    • Ich wusste nicht sicher, dass eine solche Invasion kommt. Gerade nach dem Besuch von Bundeskanzler Scholz gab es doch durchaus gegenteilige Signale. Auch jetzt ist nicht klar, was Herr Putin wirklich will. Deshalb wissen wir auch nicht, ob er seine Ziele erreichen kann.

      • Putin würde seine Truppen bestimmt abziehen, wenn die Ukraine den Verzicht auf eine NATO-Mitgliedschaft garantiert. EUschi gießt gerade Öl ins Feuer, der Ukraine eine schnelle EU-Mitgliedschaft in Aussicht zu stellen. Dazu im Vergleich wäre Griechenland wirklich peanuts! Der Knackpunkt wird die Krim bleiben, die Russland nicht mehr hergibt und die die Ukraine nicht aufgeben will, bzw. kann…

      • Eine für alle Seiten vorteilshafte Friedensvereinbarung könnte so aussehen, dass die Ukraine nicht NATO-Mitglied wird, solange sie nicht erneut angegriffen wird, andernfalls jedoch schnellstmöglich (es wäre quasi eine verzögerte Beistandsgarantie), während die Krim offiziell Russland zugesprochen wird, welches sich aus dem Rest der Ukraine vollständig zurückzieht und keine weiteren Gebietsansprüche mehr stellt.

      • Es scheint mir eine naive Vorstellung zu sein, dass Putin die Ukraine in Ruhe lässt, sofern sie sich zur Neutralität bekennt und sich ergibt. Im Gegenteil, Putin würde darin Schwäche erkennen und es könnte sein, dass er noch brutaler zuschlägt auf dem Weg der Wiederherstellung des alten russischen Reiches.

      • Wenn die Ukraine einseitig aufgibt, hört sie vielleicht ganz zu existieren auf. Es könnte jedoch Frieden auf dem Verhandlungswege gebe, bei dem dann jede Seite Zugeständnisse macht. Es gibt Schlimmeres als Neutralität, z. B. Putins Herrschaft.

      • Was könnten Russland oder auch die EU von der Ukraine realistischerweise verlangen, um zum Frieden beizutragen? Die Rolle der Neonazis in der Ukraine (z.B. Regiment Asow) ist vielleicht schon eine Frage, die man klären könnte. Könnte die Ukraine gesichtswahrend auf die Krim verzichten?

      • Russland ist der Aggressor und bringt Krieg statt Frieden. Die Ukraine trifft keine Schuld und von ihr ist nichts zu verlangen. Sie könnte trotzdem freiwillig Zugeständnisse bei Friedensverhandlungen machen, die jedoch dadurch erschwert werden, dass der russischen Regierung nicht zu trauen ist, die nicht nur allgemein das Völkerrecht bricht, sondern auch zahlreiche Verträge und Zusagen von Russland. Jede Vereinbarung würde also die Ukraine binden, während Russland sie einfach wieder brechen könnte.

      • Dann sehe ich nicht, wie der Krieg enden könnte, ohne dass die Ukraine großflächig zerstört ist und aufgeben muss. Russland ist schlicht der deutlich stärkere Gegner, auch wenn die Invasion vielleicht ein wenig langsamer vorangeht als von ihm erhofft. Anscheinend ist schon die erste Großstadt gefallen, weitere werden folgen.

      • Die Ukraine wird voraussichtlich vollständig besetzt werden, aber die Ukrainer werden nicht aufgeben. Russland konnte auch Afghanistan erobern, aber nicht halten. Wladimir Putin ist für sehr viel sinnloses Leid verantwortlich.

      • Man weiß nicht, was Putin letztendlich vorhat.
        Will er die Ukraine komplett eingliedern?
        Oder einen Vasallenstaat errichten?
        Wenn er lediglich das Ziel hätte, eine zu enge Westbindung der Ukraine zu verhindern, wäre dafür die Drohung mit dem Einmarsch wahrscheinlich ausreichend gewesen.
        Als gute Schachspieler sollten die Russen wissen, daß eine Drohung oftmals stärker ist als ihre Ausführung.

      • Herr Putin hat die Ukraine doch erst Richtung Westen getrieben. Er kann sie jetzt nur noch mit Gewalt an Russland binden, die Herzen und Köpfe hat er längst verloren. Gewalt ist jedoch kein Ersatz dafür und wird langfristig nicht funktionieren.

      • Mit Repression kann man viel erreichen. Ich vermute auch, dass viele Ukrainer sich im Endeffekt dann doch mit einer russischen Regierung arrangieren können, zumal es sich im weiteren Sinne um einen Kampf zwischen Russen handelt. Vor Kriegshandlungen fliehen natürlich einige Menschen (eine Million Flüchtlinge wäre angesichts von über 40 Millionen Einwohnern immer noch überschaubar), aber wenn Frieden herrscht?

      • Ukrainer sind keine Russen und es wird kein Frieden herrschen, solange die Ukraine angegriffen wird und besetzt ist. Eine Verhandlungslösung ist durch die Invasion viel schwieriger geworden. Selbst die Krim hat Russland jetzt nicht mehr sicher.

      • Im weiteren Sinne. Historisch (zumindest aus Sicht des russischen Zarenreiches) besteht das russische Volk aus Großrussen, Kleinrussen und Weißrussen, wobei die Kleinrussen auf dem Gebiet der heutigen Ukraine lebten.
        https://de.wikipedia.org/wiki/Kleinrussische_Identit%C3%A4t
        Natürlich bedeutet das nicht, dass die heutige Ukraine zwangsweise ein Teil des heutigen Russlands sein muss.

      • Die Ukrainer sehen das doch gerade anders. Österreicher sind eher Deutsche als Ukrainer Russen, Niederländer etwas weniger. In keinem Fall ist eine gewaltsame Invasion gerechtfertigt.

  6. Pingback: Scholz kündigt 100 Milliarden Sondervermögen für die Bundeswehr und Übertreffen des Zwei-Prozent-Ziels bei Verteidigungsausgaben an | Alexander Dilger

  7. Ich möchte es hier so nicht stehen lassen, dass, wie oben gesagt, wenn sie in Russland eine vom offiziellen Kurs abweichende Meinung öffentlich kundtun, nicht eingesperrt werden. Vielleicht sollte man den Text aus der Tagesschau nehmen, wobei ich allerdings nicht weiß, ob er verifizierbar ist.
    Dort heißt es:
    „Zahlreiche Festnahmen bei Protesten.
    Vor der Teilnahme an Straßenprotesten haben aber viele Russen Angst. Bei den Demonstrationen gegen Putins Krieg gab es seit Donnerstag mehr als 2000 Festnahmen.“

    • Niemand hat hier behauptet, dass man in Russland nicht eingesperrt oder sogar noch schlimmer bestraft wird, wenn man für Frieden und Gerechtigkeit demonstriert. Das zeigt, wie schlimm es dort inzwischen unter dem Putin-Regime ist und was der Ukraine droht.

  8. Ich hatte um 10:52 gefragt“ Wie sieht es eigentlich mit der Schweiz aus? Kann der russische Geldverkehr jetzt über die Schweiz abgewickelt werden?“
    Um 20:47 kam nun die Antwort aus der Schweiz.
    „Der Schweizer Bundespräsident Ignazio Cassis sagt, es sei sehr wahrscheinlich, dass sein Land am Montag der EU folgen werde, Russland zu sanktionieren und russische Vermögen einzufrieren“.

      • @Alexander Dilger „Das Einfrieren von Vermögen ist etwas anderes als das Verbot des laufenden Zahlungsverkehrs.“ Ich bitte dazu um nähere Erläuterung. Das verstehe ich nicht.

      • Es sind einfach zwei völlig verschiedene Maßnahmen, auch wenn sie kombiniert werden können. Die eine Maßnahme betrifft Vermögen aus dem sanktionierten Land in den sanktionierenden Ländern, entweder pauschal oder bezogen auf bestimmte Personen und Institutionen. Das andere betrifft Zahlungen zwischen den Ländern. Wenn Sie Geld nach Russland überweisen wollen, handelt es sich nicht um russisches Vermögen in Deutschland.

  9. Frau vdL möchte die Ukraine nun schleunigst als Vollmitglied in der EUdSSR haben. Es sei daran erinnert, daß Brüssels Griff nach der Ukraine bereits 2013 und 2014 den Grundstein für den heutigen Krieg gelegt hat.

  10. Klaus Wolfgang Berger,

    “ Für Sie ist selbst der Hilfeschrei eines Ertrinkenden noch eine unzumutbare Belästigung.“

    Weise ich zurück. Hilfe für ukrainische Bevölkerung tut dringend not. Aber deshalb den Präsidenten der Ukraine Selenskyi und die vielen Oligarchen nicht kritisieren zu dürfen ist keine unterlassene Hilfeleistung.

    Vielleicht zur Erinnerung : …..Selensky hat eine Briefkastenfirma in einer Steueroase zur Steuerflucht / Hinterziehung benutzt. Seine Nähe zu Oligarchen ist unumstritten. Und ein lupenreiner Demorkat ist er auch nicht. So jedenfalls seine Politik mit div. Aussagen.

    So what ? Sakrosankt ?

    • Präsident Selensky ist nicht perfekt, aber wer ist das schon? Aktuell kämpft er mutig unter Einsatz seines Lebens für sein Land, dessen Freiheit und Demokratie. Präsident Putin kämpft dagegen, und zwar sowohl in der Ukraine als auch in Russland (und ohne Gewalt, doch mit Propaganda sogar in Deutschland).

      • Neuer Zug von Selensky: Die Ukraine bietet jedem russischen Soldaten der sich ergibt, Straffreiheit und 4o TEUR.

      • Die Ukraine kann die russischen Soldaten jedoch nicht vor Putins Strafen schützen. Allerdings scheint er den Widerstand der Ukrainer unterschätzt zu haben.

      • Sie sind doch sonst so konsequent für Recht und Gesetz, aber im Fall von Selensky verharmlosen Sie eindeutig („Präsident Selensky ist nicht perfekt, aber wer ist das schon“) seine schmutzigen Finanztricksereien.

        Es sollte Ihnen bekannt sein, dass mit den „Pandora Papers“ die dunklen Offshore-Geschäfte des „Saubermannes“ Selensky aufgeflogen sind. Er ist eine Marionette von milliardenschweren Oligarchen, die die Ukraine seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion beherrschen und besitzt auch mehrere, teuere Auslandsimmobilien und zahlreiche Firmenbeteiligungen.

        Natürlich ist Putin ein Gauner. Aber Selensky ebenso! Als Partner oder gar Verbündeter des Westens ist er unvorstellbar, auch wenn er gerade wieder sein schauspielerisches Talent einsetzt. Wer wirklich eine rechtsstaatliche EU will, kann nicht im Traum daran denken, die Ukraine als Mitglied aufzunehmen!

      • „Natürlich ist Putin ein Gauner. Aber Selensky ebenso!“ Nein, diese Gleichsetzung eines brutalen Gewaltherrschers, der völlig ungerechtfertigt Krieg führt und Millionen Menschen ins Elend stürzt, mit einem Opfer dieser Politik ist falsch. Präsident Selensky riskiert gerade sein Leben, statt zu fliehen oder sich z. B. von Herrn Putin bestechen zu lassen. Herr Putin treibt die Ukraine doch förmlich in die EU, während beide zuvor zurückhaltender waren.

      • Es ging gar nicht um einen Vergleich zwischen Selensky und Putin! Aber das ganz erhebliche und geheime, mit Briefkastenfirmen verschleierte Auslandsvermögen Selenskys zeigt, dass er eben nicht „der Gute“ ist, für den die Lügenpresse ihn versucht hinzustellen. Dass Sie sonst so penibel auf Recht und Gesetz pochen, aber bei Selensky zeitgeistig beide Augen zudrücken, ist sehr enttäuschend. Dieser korrupte Komiker inszeniert gerade den Thriller „Der Bunker 2″…

      • Sie hatten „ebenso“ geschrieben. Das ist nicht nur ein Vergleich, sondern eine Gleichsetzung, die völlig falsch ist. Zu Recht und Gesetz gehören auch das Verhältnismäßigkeitsprinzip und der Gleichheitsgrundsatz, wonach Gleiches gleich und (in wesentlicher Hinsicht) Ungleiches ungleich zu beurteilen und zu behandeln sind. Die Präsidenten Putin und Selensky sind völlig verschieden und die Verbrechen des einen machen den anderen zum Helden, auch wenn er kein Heiliger ist. Auch unsere deutschen Politiker sind doch im Vergleich zu Herrn Putin alle harmlos (was natürlich auch an den besseren Umständen liegt) und Bundeskanzler Scholz wächst sogar im Amte.

      • Sie weichen schon wieder aus und verstecken sich hinter Worthülsen. Wo ist ihr Eingeständnis als Verfechter von Recht und Gesetz, dass Selensky eben NICHT der „Saubermann“ ist, sondern dubioses Vermögen in Offshore-Kanälen verschleiert, das er mit ehrlicher Arbeit gar nicht verdient haben kann, er also korrupt ist! Dagegen sind die Maskendeals oder getürkte Doktorarbeiten und aufgehübschte Lebensläufe deutscher Politiker wirklich peanuts…

      • Sie lenken von Putins Verbrechen ab. Wo habe ich behauptet, dass Herr Selensky ein Saubermann sei? Doch er stellt sich mutig einem mörderischen Aggressor entgegen, den Sie verharmlosen. Sie sollten sich schämen.

      • @francomacorisano
        Es gibt keine Gleichheit im Unrecht! Deshalb können die Vergehen der Herren Selnski und Putin keinesfalls gegeneinander aufgerechnet werden. Jeder von beiden muß individuell für seine ihm nachweisbaren Taten zur Rechenschaft gezogen werden. Das gilt schon in der Schule und sollte auch in der großen Politik gelten.

      • Für welches Vergehen soll denn Herr Selenski zur Rechenschaft gezogen werden? Vermögen ist kein Vergehen und politische Beziehungen zu anderen mächtigen Menschen sind es auch nicht, sondern sie sind notwendig für jeden Politiker. Ein Verbrechen entschuldigt kein anderes, aber in diesem Fall gibt es nur einen Verbrecher und der ist nicht Präsident Selenski.

      • Selbst wenn es solche Verbrechen von Herrn Selenski gäbe, wäre eine solche Aufrechnung nicht richtig. Aber es gibt sie nicht, jedenfalls nicht mit Beweisen oder auch nur Plausibität, sondern nur in der russischen Propaganda.

      • @ Alexander Dilger
        Ich bin kein Fan von Putin und verharmlose ihn nicht. Daher muss ich mich auch nicht schämen!

        Es müssen aber auch selbstkritische Fragen möglich sein, wie sie @ Karlheinz Engel hier zu Recht stellt. Der Westen hat viele Fehler gemacht, sich in die Konflikte völlig anderer Kulturen eingemischt und dabei oft das Gegenteil von dem erreicht, was er wollte. Gerade das Afghanistan-Desaster sollte uns doch zu denken geben…!

      • Doch, Sie verharmlosen die Verbrechen des russischen Präsidenten, indem Sie so tun, als hätten der ukrainische oder der US-amerikanische Präsident dasselbe getan. Natürlich haben sie und ihre Vorgänger Fehler gemacht, aus denen man lernen sollte, aber diese sind doch ganz anderer Art. Politisch kann es sogar ein Fehler sein, zu nett und ehrlich zu sein, weshalb ich besser Wissenschaftler bleibe.

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  12. Im Grunde kommt das alles zu spät und ist ein verzweifeltes Rufen in Walde. 2008 und 2014 gab es bereits deutliche Anzeichen für die Entsteheung des Konflikts, aber da wollte niemand etwas davon hören. Nach 2014 fragte auf dem Wissenskongreß ein Referent, was Hunter Biden, – der Sohn des heutigen US-Präsidenten -, denn damals in der Ukraine gemacht hatte. Aber erinnern Sie sich noch daran, wie Sie die Veranstaltung des Wissenskongresses schlecht gemacht haben? Auch hier, in genau diesem Forum! Jeder der etwas über unsere lieben amerikanischen Freunde sagte, war ein Paria. Aber jetzt, Herr Professor Dilger, ist es zu spät! Damals als die CIA den Sturz der Regierung Georgiens betrieb und auch als sie den Maidan anzettelte, hätte man noch etwas machen können. Aber Sie erzählten etwas von „ich will, daß Sie mit diesem verschwörungstheoretischen Unsinn aufhören“. Jetzt ist die Zeit des Besserwissens und Laberns vorbei, sehr zum Leid für die armen Ukrainerinnen und Ukrainer, so als ob die sich die Umtriebe der Geheimdienste und US-finanzierten Milizen ausgesucht hätten! Es steht doch so, die „Strategen“ von der amerikanischen Ostküste müssen nicht vor Panzern und Raketen fliehen, all das wird mal wieder auf dem Rücken und auf Kosten der Leben Unschuldiger ausgetragen! Und das Gesindel, das bereits vor Jahren die Lunte gelegt hat, verdient heute an den Rüstungskäufen.

    • Auch das ist verschwörungstheoretischer Unsinn, mit dem Sie bitte aufhören. Es ist doch völlig klar, wer der Aggressor ist, während die AfD inzwischen geistig und moralisch vollkommen verkommen ist.

      • Alice Weidel wird ja dafür kritisiert, daß sie Rußland als Agressor bezeichnet hat, eine Auffassung, welche ich durchaus teile! Das hält mich allerdings nicht davon ab, darüber nachzudenken, was für Leute im Jahre 2014 am Maidan mitgewirkt hatten, woraufhin der damalige ukrainische Ministerpräsident Viktor Janukowitsch nach Rußland floh. Und es hält mich auch nicht davon ab, festzustellen, daß westliche Geheimdienste und Medien Lukaschenko in die Arme Putins getrieben haben. Wer sich auch nur einmal ansatzweise mit der Geschichte Weißrußlands beschäftigt, wird unweigerlich feststellen, daß die Weißrussen, und so auch Lukaschenko, gerne unabhängig sein würden. Allein der Westen ließ ihnen keine andere Wahl. Und so waren die 65% Stimmen für die Verfassungsänderung dann vermutlich echt!

        Dafür daß auch ich der Ansicht Alice Weidels folge, habe ich bereits deutliche Kritik erfahren. Aber man sollte schon differenzieren, anstatt sich nur in verallgemeinernden Perspektiven zu ergehen. Ja, Rußland ist der Agressor, denn alle Intrigen unserer lieben amerikanischen Freunde, der CIA und der Ostküsten-Freimaurer, rechtfertigen es nicht, ein Land einfach zu überfallen und einem Volk das Selbstbestimmungsrecht zu nehmen. Dafür habe ich schon „Prügel“ bezogen!
        Aber man muß eben unterscheiden, two wrongs make no right, heißt es im Angloamerikanischen. Aber wenn Sie zu diesen Differenzierungen nicht in der Lage sein wollen und nur von „Verschwörungstheorien“ schwadronieren, werden wir nie aus den Fehlern der Vergangenheit lernen!

      • Viele Menschen und Völker sind doch aus eigenem Antrieb für Demokratie, Freiheit, Menschenrechte und Unabhängigkeit, nicht wegen westlicher Geheimdienste. Der russische Geheimdienst und der deutsche Verfassungsschutz mischen doch z. B. auch in der AfD mit, die es aber nicht nur deshalb gibt. Die blutige Gewaltherrschaft in Russland und Weißrussland und erst recht der Angriffskrieg gegen die Ukraine sind unvergleichlich schlimmer. Sie ignorieren diese simple Wahrheit, während ich differenziere.

  13. „Viele Menschen und Völker sind doch aus eigenem Antrieb für Demokratie, Freiheit, Menschenrechte und Unabhängigkeit, nicht wegen westlicher Geheimdienste“.

    Wozu hat denn der „Arabische Frühling“ geführt, außer zu islamistischen, islamisch-konservativen Regimen oder zu Diktaturen? Sie irren sich Herr Dilger, die Demokratie westlicher Prägung ist auf dem Boden der abendländischen Kultur entstanden. Sokrates und Cicero, die Rezeption des Römischen Rechts, die Renaissance, die Aufklärung, die Französische Revolution, die Märzrevoltion mit der Paulskirchenversammlung, die Frauenemanzipation, das fehlt anderen Zivilisationen doch vollkommen!

    • Sie verwechseln hier etwas. Fast alle Völker wollen Unabhängigkeit und lehnen Fremdherrschaft ab. Ein eigener Diktator ist immer noch erträglicher als ein fremder. Um die Ukraine wirklich nach Russland zurückzuholen, hätte der russische Präsident also an die Gemeinsamkeiten erinnern und die Ukrainer viel besser behandeln müssen, statt erst Teile des Landes gewaltsam abzuspalten und nun das ganze Land anzugreifen.

      Außerdem wollen die meisten Menschen überall auf der Welt eine gute Regierung, die für Sicherheit, Wohlstand und zumindest etwas persönliche Freiheit sorgt (selbst wer nicht liberal ist und nicht allen Menschen individuelle Freiheit zubilligt, will sie doch meist für sich selbst). Diese Regierung muss nicht demokratisch sein, ein guter König oder ein wohlwollender Diktator werden auch akzeptiert, während eine zu schlechte demokratische Regierung abgewählt wird. Das Problem bei Gewaltherrschern ist, dass sie mit Gewalt herrschen, auch gegen den Willen ihres eigenen Volkes. Wir haben im Westen nicht bessere Menschen als anderswo, sondern bessere Institutionen. Diese sind aber auch keine absolute Garantie, denken Sie an die NS-Diktatur.

  14. „Um die Ukraine wirklich nach Russland zurückzuholen, hätte der russische Präsident also an die Gemeinsamkeiten erinnern und die Ukrainer viel besser behandeln müssen, statt erst Teile des Landes gewaltsam abzuspalten und nun das ganze Land anzugreifen.“
    In der Tat, hier setzt Putin die Willkür der Zaren fort! Das ändert jedoch nichts daran, daß der Westen Rußland unterwandern wollte, und das sollte man sich einmal vergegenwärtigen, wenn man nach den tieferen Ursachen dieses Konfliktes forscht.

    • Der Westen wollte Russland doch nicht unterwandern. Vernachlässigung war das Problem in den 1990er Jahren. Der Westen freute sich über gute Deals und hat Schwächen ausgenutzt, statt auf langfristige gemeinsame Ziele hinzuarbeiten. Russland könnte jetzt selbst zu den liberalen Demokratien gehören, wenn man das besser gemacht hätte. Außerdem werden kleinere Länder vom Westen als souverän betrachtet (niemand zwingt sie in NATO und EU, aber ihnen wird auch nicht der Zugang pauschal verweigert), was die russische Führung offensichtlich anders sieht. Das führt zu Konflikten, ist aber keine moralische Schuld des Westens.

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