Inflation bleibt entgegen Vorhersagen bei fast fünf Prozent

Laut Statistischem Bundesamt beträgt die deutsche „Inflationsrate im Januar 2022 voraussichtlich +4,9 %“. Das ist etwas weniger als im Dezember (siehe ‚Inflation in Deutschland steigt weiter auf 5,3 Prozent‘), doch viele, insbesondere auch von der eigentlich für die Inflationsbekämpfung zuständigen Europäischen Zentralbank (EZB), hatten einen deutlich stärkeren Rückgang vorhergesagt, da erstmals die Anfang 2021 erfolgte Aufhebung der vorübergehenden Absenkung der Mehrwertsteuer keine Rolle mehr spielt. Seit Dezember sind die Preise auch noch einmal um vier Promille gestiegen. Vor allem die Energiepreise steigen weiterhin stark, nicht zuletzt durch verfehlte Energiepolitik, und es gibt auch weiter Lieferengpässe sowie starke Anstiege bei den Preisen für Vor- und Zwischenprodukte. Wir werden voraussichtlich noch länger mit hoher Inflation leben müssen, die die Realeinkommen senkt und die Ersparnisse entwertet, was die EZB pflichtwidrig ignoriert. Diese setzt weiterhin Null- und Negativzinsen und kauft massenweise Anleihen, als müsse sie aktuell Deflation statt selbst nach ihren eigenen aufgeweichten Kriterien viel zu hohe Inflation bekämpfen.

23 Gedanken zu „Inflation bleibt entgegen Vorhersagen bei fast fünf Prozent

  1. Demnächst gibt es dann Strom-, Gas- und Lebensmittelgeld oder -karten oder nach dem Mietendeckel auch Preisdeckel auf dem Weg in den Sozialismus.
    Ausgeheckt von Habeck, Scholz und Co. wird es Kassenwart Lindner umsetzen.

  2. Es mag sein, daß die EZB die Auswirkungen der Inflation „pflichtwidrig“ ignoriert, aber sie ignoriert sie nicht unbewußt. Die Inflation ist halt die bequemste Art, die Schulden des Südens über die Ersparnisse des Nordens zu reduzieren.

    • Die Inflation ist zugleich die bequemste Art, drastische Steuererhöhungen durch die Hintertür zu realisieren (absolut durch gleichbleibende Verbrauchssteuersätze und zusätzlich durch die kalte Progression). Dass gegen die ungerechte und leistungsfeindliche progressive Besteuerung von (Arbeits-)Einkommen niemand aufsteht, ist dabei nur dem Neid- und Missgunsteffekt überholter sozialistischer Klassenkampf-Phrasen zu verdanken.

  3. Die Preissteigerungen sind ja nicht geldpolitisch veranlasst. Damit ist nicht gesagt, daß die Geldpolitik der EZB seit der Finanzkrise je richtig war. Aber die Nachfrageüberhänge als Ursache für Preissteigerungen liegen in Produktions- bzw. Wettbewerbsmängeln, sehr aktuell verursachten, aber auch langfristig politisch verursachten.

    • Die Geldpolitik ist extrem expansiv mit nominalen Negativzinsen und der Monetarisierung der meisten Staatsschulden. Bis vor einem Jahr war die Inflation trotzdem niedrig, nun haben sich die Bedingungen geändert und kommt das Ketchup aus der Flasche.

      • Ihre Kritik an der Geldpolitik teile ich. Die jetzige Inflation kennt aber andere Gründe: Lieferengpässe, verschärfter Fachkräftemangel, drastisch erhöhte Energiepreise, erhöhte Umweltauflagen etwa… Erhöhte Finanzierungskosten jetzt plötzlich änderten daran nicht so viel, würgten aber teils Wachstum ab..

      • Die Geldpolitik ist ein wesentlicher Grund für die Inflation, auch wenn sie allein in den Vorjahren keine so hohe Inflation verursacht hat, sondern zwischenzeitlich weitere Gründe hinzutraten. Vor allem könnte die EZB die Inflation jetzt wirksam bekämpfen, wenn sie ihr Mandat ernst nehmen würde, was sie nicht tut. Das Wachstum würde nicht dadurch abgewürgt, dass die extrem negativen Realzinsen etwas angehoben würden.

  4. Wirksam gegen Inflation könnte auch wirksam gegen Wachstum sein.. Ich denke nicht, daß Geldmengensenkung die Preise wirklich beeinflußt: Öl wird dadurch kaum billiger.

    • Manchmal kann man zwischen stabilen Preisen und Wachstum (oder weniger Arbeitslosigkeit) wählen, momentan geht aber beides Hand in Hand. Die hohe, von der EZB noch befeuerte Inflation gefährdet aktuell das Wachstum stärker als eine leichte Anhebung der sehr negativen Realzinsen. Selbst das Öl würde dann zumindest nicht noch teurer, weil es in Dollar gehandelt wird und die Fed die Zinsen erhöhen wird.

  5. EZB und Regierungen wollen doch diese Inflation, auch wenn sie das nicht zugeben wollen. Es geht darum, mit Inflation die Staatsschulden zu reduzieren, bzw. den Tag X eines Zusammenbruchs der Euros so weit wie möglich in die Zukunft zu schieben. Aus unserer D-Mark wurden Lira. Die Sparer, die „für das Alter vorgesorgt“ haben, wie uns immer eingeredet wurde, sind jetzt die Dummen…

    • Daß dies möglich wurde, ist eines der drei großen politischen Verbrechen Helmut Kohls. (Die anderen beiden waren die Förderung Merkels und das Versagen beim Entfernen der 68er aus den Institutionen)

      • 1982 hatte Kohl eine „geistig-moralische Wende“ und die „Halbierung der Anzahl der Türken in Deutschland“ versprochen. Auf beides warten wir bis heute vergeblich.

        Schon anhand der Tatsache, dass Merkel zu „DDR“-Zeiten Westreisen unternehmen konnte, was nur 150%-igen Genossen gestattete wurde, hätte Kohl wissen müssen, dass sie eine linientreue Kommunistin war.

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