Meuthen hat die AfD verlassen

Jörg ‚Meuthen gibt auf‘, heute definitiv: Herr „Meuthen verlässt die AfD“ mit sofortiger Wirkung und ist damit auch nicht mehr Bundessprecher (Vorsitzender) der Partei, behält jedoch sein Mandat im EU-Parlament. In ‚Dreimal drei Flügel in der AfD‘ spekulierte ich bereits 2017, dass er dem Vorbild von Bernd Lucke und Frauke Petry nachfolgen könnte, indem er sich mit dem (auch auf sein Betreiben hin offiziell aufgelösten) Flügel überwirft und dadurch seine Spitzenstellung verliert. Am erstaunlichsten ist, dass er sich sechseinhalb Jahre an der Parteispitze halten konnte (und wollte). Dass er vorher nichts von den vielen Rechtsextremisten bemerkt haben will, ist hingegen nicht erstaunlich, sondern einfach gelogen. Er kam in der AfD an dem Tag nach oben, als Bernd Lucke abgewählt wurde, die ganze weitere Entwicklung bis heute und darüber hinaus bereits offensichtlich war und ich deshalb austrat (siehe ‚Petrys Pyrrhussieg und mein AfD-Austritt‘).

Herr Meuthen hat recht spät seinen eigenen opportunistischen Kurs geändert und nicht länger mit dem rechtsextremen Flügel gekungelt, sondern diesen schließlich offen kritisiert und besonders schlimme Vertreter sogar aus der Partei geworfen. Das war ein netter Versuch, der jedoch sein politisches Schicksal besiegelte. Ein Kurswechsel für die ganze Partei gelang ihm dadurch natürlich nicht, was meine Entscheidung von 2015 noch einmal bestätigt hat. Die AfD ist damit noch nicht am Ende, aber schon lange keine bürgerliche, konservative oder auch nur halbwegs seriöse Partei mehr. Gerade das macht sie für Opportunisten so anziehend, da sie hier am leichtesten nach oben kommen können. Herr ‚Otte kandidiert für die AfD als Bundespräsident‘ und Frau „Erika Steinbach will der AfD beitreten“. Viel Spaß mit Herrn Höcke und seinen nationalen Sozialisten!

194 Gedanken zu „Meuthen hat die AfD verlassen

      • Richtig, Herr Gauland ist noch in der AfD und wird wohl auch nicht austreten. Nur er und Herr Renner sind übrigens noch von den echten Gründungsmitgliedern übrig.

      • Gauland sitzt alle aus. Das hat er in der CDU gelernt.
        Was ist mit Glaser? War der nicht auch von Anfang an dabei?

      • Ich auch nicht. Daher wusste ich das nicht genau. Glaser ist allerdings auch schon sehr früh in Erscheinung getreten, weshalb ich mir nicht ganz sicher war.

  1. Ist die AfD ein Toyota? (‚Nichts ist unmöglich‘)
    Jörg Meuthens innere Kündigung hat sich langsam, aber für Insider deutlich erkennbar vollzogen. Sein gestriger Schritt war somit nicht wirklich eine Überraschung.
    Jetzt werden Sie sich natürlich (völlig zu Recht) fragen, wie lange es andere Realos in diesem Augiasstall noch aushalten werden?
    Nun, so wie ich die Lage inzwischen einschätze, wird der nächste Bundesparteitag der AfD (die Neuwahl des gesamten Bundesvorstands steht an) wohl endgültig richtungsweisend sein.
    Ob Frau Steinbach das Ruder jetzt noch herumreisst? (https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/nach-meuthen-abgang-ex-cdu-abgeordnete-steinbach-will-afd-beitreten-17763481.html)
    Who knows …

    • Sie verweisen seit Jahren auf den nächsten Bundesparteitag. Wenn wir zurückschauen, welcher hat denn schon einmal eine Verbesserung gebracht? In gewisser Weise wird es auch nicht wirklich schlimmer, da die AfD schon sehr schlimm ist und sich so noch viele Jahre mit sich selbst beschäftigen kann. Sie sitzt in den Parlamenten, kann dort aber nichts bewirken (außer eine Stabilisierung der jeweiligen Regierungsmehrheit, die durch sie weiter nach links verschoben wird), was sich auch nicht geändert hat und nicht ändern wird.

      • Ich neige inzwischen ja beinahe schon dazu, Ihnen diesbezüglich weitgehend zuzustimmen. Dennoch behalte ich mir als liberaler Freidenker vor, selbst zu entscheiden, wann für mich persönlich der (ggf. späteste) richtige Zeitpunkt für einen etwaigen Absprung ist. Ich bin kein Beamter, kein Parteienhopper, war vor der AfD in keiner anderen Partei und habe auch nicht vor, mich – nachdem ich den Politklüngel nun ausgiebig von innen kennen lernen durfte – weiterhin politisch so stark zu engagieren wie in den letzten Jahren. Für so einen Kakistrokratengarten wie den Circus Maximus der „Repräsentativen Demokratie“ in Deutschland ist das Leben doch viel zu schade. Oder etwa nicht?

      • Es ist Ihre Entscheidung. Gerade deshalb interessieren mich die Gründe, warum aufgeklärte Menschen noch in dieser AfD verbleiben. Es hat sich leider nichts daran geändert, dass die allgemeine Politik in Deutschland sehr schlecht ist, doch die heutige AfD kann daran nichts ändern, sondern verschlimmert die Lage eher noch. Wenn wir auch sonst nichts tun können, sollten wir es wohl tatsächlich ganz lassen. Sollen setzt Können voraus. Dabei erwarte ich nicht, ganz allein die Bundes- oder gar Weltpolitik nennenswert beeinflussen zu können, doch ich hatte, vielleicht fälschlich, gehofft, irgendwo meinen kleinen Teil zum Positiven beitragen zu können.

      • Im Grunde geht es mir damit ja ganz ähnlich wie Ihnen. Nur habe ich schon 2015 keine Lösung darin gesehen, zu einer anderen Partei oder gar zu einer Kleinstpartei zu wechseln. So sammelt eben jeder seine eigenen Erfahrungen …

  2. Höcke als Alibi und kein Ende. Dieser unsäglich dämliche Mann – ein Lehrer ! – macht es Demokraten tatsächlich in seiner hervorgehobenen Stellung sehr schwer diese Alternativen zu wählen.

    Professor Meuthen als Pendant fand ich hingegen immer wohltuend sachlich, demokratisch. Ein Vorbild für Opposition. Seine Reden im EU – Parlament brilliant und wohltuend gegenüber Selbstbeweihräucherung anderer Abgeordneten, oder gar bzgl. v.d.Leyen.

    Meuthens nachtreten gegenüber der Partei die ihn als Parteivorsitzenden wählte finde ich nicht gut. In der Freien Marktwirtschaft ist es Zeichen von Charakterlosigkeit, desavouiert eigene Persönlichkeit, Glaubwürdigkeit.

    Aber Wirtschaft ist – leider – nicht Politik.

    • Höcke ist nicht dämlich. Er erfüllt nur seine Mission. Wäre er kein hauptberuflicher Provokationsagent, wäre ihm doch längst der Beamtenstatus entzogen worden.

      • Was soll denn sein Dienstvergehen sein, zumal er aktuell gar nicht aktiv im Dienst ist? Ich würde wetten, dass er nicht als Lehrer an eine staatliche Schule zurückkehrt.

      • Was war das ‚Dienstvergehen‘ von MdB und Ex-Staatsanwalt Thomas Seitz?
        Ist „Landolf Ladig“ da nicht viel extremer?

      • Den Fall von Herrn Seitz habe ich nicht so genau verfolgt, doch an einen Staatsanwalt sind wohl höhere Anforderungen zu stellen als an einen Lehrer, er hat Amt und Politik stärker vermengt sowie direkt zurechenbar schlimmere Äußerungen getätigt.

      • Seitz = Überzeugungstäter
        Höcke = Agent

        Das ist der Grund für die unterschiedliche Behandlung dieser beiden Beamten.

      • Sie wissen nicht, ob Herr Höcke für den Verfassungsschutz arbeitet. Das lässt sich auch nicht aus seinem Beamtenstatus ableiten. Ich bezweifle, dass er jemals in den staatlichen Schuldienst zurückkehren wird.

      • Natürlich kann ich es nicht beweisen. Aber fast alles spricht dafür und überhaupt nichts dagegen. Und ich stehe mit dieser Annahme nicht alleine. Dass Agenten sich nicht selbst als solche öffentlich outen, liegt hingegen in der Natur der Sache.

      • Es spricht wenig dafür und vieles dagegen, insbesondere dass man keine ehrenrührigen Behauptungen ohne irgendwelche Evidenz verbreiten darf. Herr Höcke könnte Sie deswegen sogar verklagen. Dass er es nicht tut, spricht auch nicht für Ihre Behauptung, sondern gegen die Bedeutung von meinem Blog und Ihren Kommentaren hier.

      • Eine fixe Behauptung ist das ja nicht. Nur eine Vermutung, für die Vieles spricht.

      • Es ist eine reine Spekulation. Es gibt doch genügend andere und viel besser belegte Vorwürfe, die man Herrn Höcke machen kann und muss. Selbst wenn er mit dem Verfassungsschutz zusammenarbeiten sollte, würde das nicht bedeuten, dass er in Wirklichkeit für die Verfassung ist.

      • Höchstwahrscheinlich rekrutiert der Verfassungsschutz sogar ganz gezielt schlimmste Provokateure und Braunhemden. Womit wir uns beispielsweise wieder der Frage nähern, wer hinter „Landolf Ladig“ steckt.

      • Ja, doch die angeworbenen Extremisten und Kriminellen werden dadurch nicht zu Verteidigern des Grundgesetzes, sondern nur noch mehr korrumpiert. Zur Informationsbeschaffung mag das manchmal nötig sein, antidemokratisches Agitieren durch Agenten des Verfassungsschutzes ist jedoch selbst ein Übel, siehe NPD.

      • Das wäre dann quasi ein vom Verfassungsschutz (in wessen Auftrag?) implantiertes Krebsgeschwür.

    • Richtig nachgetreten hat Herr Meuthen doch gar nicht. Im Grunde verkündet er ganz allgemeine Erkenntnisse über die AfD, die jeder schon lange vor ihm haben konnte. Interessant wären Details aus dem Innenleben der Parteiführung. Ehrliche Memoiren wären interessant, sind aber eher nicht zu erwarten von ihm.

      • Ich denke nicht, dass Jörg Meuthen aufs Nachtreten aus ist. Ein Buch in der Art von Frauke Petrys „Requiem für die AfD“ kann ich mir von ihm nicht vorstellen. Zumal er in keinem seiner Interviews und Statements gegen die ganze AfD ausgeteilt hat oder austeilt, sondern stets sauber differenziert. Dass sein Austritt für den einen oder anderen seiner bisherigen Mitstreiter eine herbe Enttäuschung ist, ist zwar nachvollziehbar. Aber man sollte eben weder in Unternehmen noch in Parteien oder anderen Organisationen den Fokus nur auf eine einzige Schlüsselperson legen.

  3. Die AfD wird ein ähnliches Schicksal ereilen, wie es die Linkspartei erleidet. Gefangen in einem gewissen Prozentbereich ohne Machtoption.
    Die AfD hat aktuell viele Positionen, die von vielen nicht geteilt werden und ein rotes Tuch sind. So zum Beispiel das Zusammarbeiten mit den Querdenkern, das Verbreiten von Fake News zur Impfung und das Verteidigen des russischen Imperalismus in der Ukraine. Damit verschreckt man außerhalb Ostdeutschlands die staatstragenden Wähler.
    Dazu das Problem, dass die AfD keine Regierungsoption hat.

    • Die Einflussoptionen von Die Linke sind inzwischen viel größer und besser als die der AfD. Vielleicht erklärt das auch den Frust von Herrn Meuthen. Er hätte weiter mit dem Flügel gekungelt, wenn es etwas gebracht hätte. Tatsächlich hätte er sich so noch länger an der Parteispitze halten können, doch ohne reale Gestaltungsmöglichkeiten. Jeder CDU-Hinterbänkler im Kreistag hat mehr reale Macht.

      • Groß ist der Einfluss der Linke auf Bundesebene nicht. Nur mit mehr Glück als Verstand sind die überhaupt noch im Bundestag. In vielen Punkten, Klimapolitik, heilos zerstritten und hören tut man von denen nur, wenn sie Putin verteidigen. Also ähnlich wie bei der AfD. Mit dem Unterschied, dass die AfD im Osten „näher bei den Menschen“ ist und eine Machtbasis hat.

      • Die Linke ist schwach, aber ihr politischer Einfluss ist trotzdem viel größer als der der AfD. Sie stellt einen Ministerpräsidenten, regiert in weiteren Ländern mit und wäre wahrscheinlich sogar an der Bundesregierung beteiligt, wenn es für Rot-Grün-Rot im Bund gereicht hätte.

  4. Herr Meuthen wusste 2015 schon sehr genau, auf was er sich einließ. Gauland, Petry/Pretzell u.a. führten die Partytags Regie und Herr Meuthen stand in Essen gut vorbereitet und instruiert bereit, sich in Luckes Fußstapfen treten zu lassen. Meuthen wurde als neues ebenfalls konservatives und kompetentes professorales Gesicht dem grölenden Parteitagsvolk vorgestellt. Hauptsache war Herrn Lucke zu demontieren und eine neue bessere teamwillige Alternative zu präsentieren.
    Ich gebe zu, ich traure manchmal über das, was aus der AfD geworden ist. Herr Meuthen ist für diese Entwicklung im besonderen Maße mitverantwortlich. Heißt es nicht „Die Revolution frisst ihre Kinder“…

    • Die größte Verantwortung für die Fehlentwicklung der AfD trägt Frau Petry (zusammen mit ihrem Mann). Es war echte Hybris gepaart mit Ungeduld. Sie könnte heute unbestrittene Vorsitzende einer viel besseren AfD mit echtem politischen Einfluss sein. Aber nein, sie musste unbedingt Herrn Lucke mit Hilfe des Flügels verdrängen (statt mit ihm gegen diesen verbündet zu bleiben). Die Tragödie wiederholte sich dann als Farce, als Herr Meuthen dasselbe mit ihr machte.

      • @Alexander Dilger

        Das sehe ich bei aller berechtigter Kritik an „Bonnie & Clyde“ ein wenig anders. Nämlich so: Die größte Verantwortung für die Fehlentwicklung der AfD trägt der kleine Bernd zusammen mit Tronkenburg. Ich frage mich bis heute, in wessen Auftrag Lucke unterwegs gewesen ist (bei Gauland ist es offensichtlicher). Lucke könnte heute unbestrittener Vorsitzender einer viel besseren AfD mit echtem politischen Einfluss sein. Aber nein, er musste unbedingt potentielle und tatsächliche NPD-Leute in die AfD einladen, was die Entstehung des Flügels überhaupt erst ermöglicht hat. Die Tragödie wiederholte sich dann als Farce, als Frauke Petry sich mit Höcke und Co. gegen Lucke verbündete und Herr Meuthen dasselbe mit ihr machte.

      • Bernd Lucke kenne ich hinreichend gut und kann Ihnen versichern, dass er definitiv nicht im Auftrag von anderen Leuten oder Organisationen gehandelt hat. Bei aller Kritik hat er das größte Verdienst um die Entstehung der AfD. Es ist richtig, dass er entscheidende Fehler gemacht hat, die zu seinem eigenen Abgang und dem heutigen Zustand der AfD geführt haben. Aber das war sicher keine Absicht, sondern die Rolle des alleinigen Parteiführers war zu groß und schwer für ihn. Da er klug ist, hat er das selbst gewusst und, was weniger klug war, sogar öffentlich eingeräumt. Sein Versuch, sich auf andere zu stützen, ging gründlich schief, weil er sich dabei auf genau die falschen Leute verlassen hat, insbesondere Frau Petry.

        Man kann nun argumentieren, dass auch Frau Petry und Herr Meuthen eben so sind, wie sie sind, weshalb sie nicht anders handeln konnten. Dann ist aber niemand mehr verantwortlich und alles nur noch Schicksal. Ich denke, dass wir durchaus für unsere Entscheidungen und Handlungen verantwortlich sind und diese dazu beitragen, wer wir sind. Wer lügt, ist ein Lügner, wer absichtlich schlecht handelt, ist ein schlechter Mensch. Nach diesem Maßstab ist Herr Lucke kein schlechter Mensch, aber eben auch kein strahlender Held, sondern eher eine tragische Figur, die Gutes wollte und dabei ein Monster geschaffen hat. Wir müssen uns vorwerfen lassen, dass wir das nicht verhindern konnten.

      • Einigen wir uns einfach darauf, dass Bernd Lucke ein sehr schlechter Menschenkenner mit ausgeprägtem Hang zur Autokratie sowie zu professoraler/oberlehrerhafter Klugscheißerei und null Empathie ist. Ich hoffe für ihn selbst und für all seine Weggefährten, dass er politisch nicht mehr aktiv wird.

      • Sehr sehr rechte Leute waren definitiv schon zu Beginn der AfD 2013 auch in NRW dabei. Und zwar Typen, die sowohl bzgl. Region als auch beruflicher Stellung wohl kaum direkt oder indirekt von Lucke eingesetzt wurden.
        Nichtlinke Parteigründungen ziehen eben sehr Rechte an und es hat Jahre gedauert, bis sie nicht mehr dabei waren.

      • In NRW wurden alle Problemfälle (auch sehr linke und kriminelle) bereits vor Gründung des Landesverbandes aufgenommen (oder dann später wieder unter Herrn Pretzell). In den ersten Wochen wurde (fast) jeder durch den Bundesverband aufgenommen, was keine gute Idee war und in die Verantwortung von Herrn Lucke fällt, der auf schnelles Wachstum setzte.

      • Ich denke, man muss bezüglich der größten Verantwortung früher ansetzen, nämlich beim ungezügelten Egomanen Lucke. Er war parteiintern gottgleich (innerparteiliche Gegner sind dazu kein Widerspruch, sondern Bestätigung, vergleichlich Satan). hätte dort alles erreichen können und hat es verpatzt. Alle Figuren danach waren bestenfalls (oder schlechtenfalls?) Epigonen.

      • Ja, Herr Lucke hätte mit der AfD alles erreichen können und hat es vermasselt. Er hat die Partei jedoch keinem anderen weggenommen, sondern die AfD aufgebaut und sich dann wegnehmen lassen. Die Hauptschuld daran trägt Frau Petry.

      • Wäre Lucke nicht so wie er ist (nämlich völlig unfähig, eine Partei zu führen), hätte Petry ihm die sicher geglaubte Hausmacht in der AfD doch gar nicht entreißen können.

      • Das mag so sein, doch Sie sollten keine Täter-Opfer-Umkehr betreiben. Dabei ist es nicht verboten, sich selbst an die Spitze einer Partei wählen zu lassen. Dämlich und schädlich war es trotzdem, wie die weitere Entwicklung der AfD zeigt.

      • Junge Parteien brauchen eben viele Jahre bis sie sich professionalisieren. Unbesehen dessen sind die derzeitigen Verhältnisse aber natürlich keine Basis, die AfD zu einem etwaigen späteren Erfolg zu führen.

      • Auch an der Spitze der AfD gibt es doch fast nur noch Politprofis, die von der Politik leben und ihre Mandate um keinen Preis verlieren wollen. Dazu kämpfen sie jedoch vor allem gegen ihre Parteifreunde und nicht um zusätzliche Wählerstimmen oder gar bessere Inhalte.

      • Dass an der Spitze einer Partei fast nur Berufspolitiker stehen ist doch kein Ausdruck von Professionalität der Partei selbst. Ganz im Gegenteil: Erst die Trennung von Amt und Mandat würde zu einer zügigen Professionalisierung führen, setzt aber voraus, dass für die professionelle Wahrnehmung eines wichtigen Parteiamts eine angemessene Aufwandsentschädigung bezahlt wird, wozu die AfD von Anfang an nicht bereit war und es bis heute nicht ist. Vor allem genau das lässt sie letztlich so unprofessionell erscheinen …

      • In der AfD gibt es doch gar keine Trennung von (Partei-)Amt und Mandat, wie sie nur anfangs gefordert, aber nie realisiert wurde. An der Spitze der AfD stehen also auch Berufspolitiker mit ihren eigenen Interessen. Das ist professionell, aber gerade nicht gut.

      • Leider. Ich finde das allerdings überhaupt nicht professionell, da die bezahlten Berufspolitiker mit der Ausübung ihres Mandats bereits einem Fulltimejob nachzugehen haben. Wenn sie zugleich ein hohes Parteiamt bekleiden, müssen sie entweder ihr Mandat oder das Amt, wenn nicht sogar beides, vernachlässigen. Bei den Altparteien mit ihrem eingespielten Personalapparat mag das zum Teil einigermaßen funktionieren. Bei Parteien, die Zuarbeiterjobs rein nach dem Günstlingsprinzip vergeben und nicht nach Qualifikation, funktioniert es nicht.

      • Das Problem scheinen mir tatsächlich eher die weiteren, angestellten Mitarbeiter der Partei und auch der Fraktion(en) zu sein, nicht die gewählten Parteifunktionäre selbst. In der AfD geht es da leider noch viel mehr um Günstlingswirtschaft und innerparteiliche Machtabsicherung statt Qualifikation und Leistung als bei den etablierten Parteien.

      • Das eine Problem schließt in diesem Fall das andere keineswegs aus.

  5. Ich mag den Meuthen, aber ich habe nie verstanden, warum er lange Zeit mit dem Flügel koalierte. Klar, das hat ihn an der Parteispitze gehalten und überhaupt erst dorthin gebracht. Aber hat er ernsthaft geglaubt, ihn würde nicht irgendwann das Schicksal Luckes und Petrys ereilen? Glaubte er wirklich, er könne es schaffen, die AfD als seriöse bürgerliche Kraft zu etablieren, obwohl der Zug schon 2015 abgefahren war? Und indem er jahrelang den Flügel toleriert und diesen zu „pazifizieren“ versucht? Das wäre tragisch, aber spräche nicht für sein politisches Urteilsvermögen. So hat er nur seine Weste schmutzig gemacht und sich jahrelang aufgerieben.

    Geschichte wiederholt sich eben doch, jedenfalls in der AfD. Mal sehen, wer jetzt die bürgerliche Fassade aufrechterhalten soll. Ich denke nicht, dass Höcke jetzt zum Parteivorsitz greift, selbst wenn er sich seiner Mehrheit sicher sein sollte.

    Politisch bräuchte es eine AfD von 2013 dringender denn je. Es ist so schade.

    • Ich denke auch nicht, dass Herr Höcke offen nach der Parteispitze greifen wird, zumal der Versuch scheitern könnte, was ihn entzaubern würde. Herr Chrupalla bleibt ziemlich sicher Vorsitzender, vielleicht mit Frau Weidel oder nun Herrn Otte.

      • Volle Zustimmung, aber er wird doch wohl in den Bundestag gehen und die Spitzenkandidatur ergreifen?

  6. Diese Ereignisse werden leider in den Medien immer nur unter dem Aspekt „Gemäßigte bzw. Liberale gegen Rechtsextreme“ dargestellt. Tatsächlich gibt es viel interessantere Deutungsmuster. Die Vorgänge um Meuthen sind symptomatisch für die AfD insgesamt, sie haben sich seit Jahren auf allen Ebenen abgespielt, in hunderten von Fällen, die nur nicht so viel Publizität bekommen.

    Mal ein paar Stichworte für die Diskussion:

    Strukturelle Illoyalität scheint ein Markenkern der AfD zu sein. Der Instinkt, sich um angegriffene Führungspersönlichkeiten zu scharen, funktioniert nicht. Wer in der AfD, egal auf welcher Ebene, ein Amt übernimmt, macht sich zur Schießbudenfigur, an der die vielgerühmte Basis ihre Aggressionen abreagiert, ohne dass es jemanden stört.

    Sansculottentum von Rechts ist ein Zug, der dazu passt und die Mentalität von Teilen der Basis gut beschreibt.

    Auf diese Situation ist die Strategie des Flügels angepasst, die man als eine Verbindung von Schutzgelderpressung mit einem politischen Franchisesystem beschreiben kann. Wer Schutz und Hilfe sucht, bekommt sie, wenn er zum Franchisenehmer des Flügels wird.

    Damit bekommt man kein gutes Personal, schon gar nicht im Westen. Diese strukturelle Schwäche des Flügels erklärt wohl, warum er noch nicht nach der vollen Macht gegriffen hat.

    Ungleichzeitigkeit der Wahrnehmung ist ein Grund, warum immer noch neue bürgerliche Mitglieder nach Führungspositionen streben (Steinbach), während ihre Vorgänger gerade jede Hoffnung aufgegeben haben (Meuthen). Offenbar muss jeder die Erfahrungen seiner Vorgänger erst persönlich wiederholen.

    All das erklärt, warum eine Partei, in der eine klare Majorität der Mitglieder (vermutlich noch immer) keineswegs rechtsrextrem ist, von einer kleinen, aber gut organisierten Minderheit (die ebenfalls überwiegend nicht rechtsextrem ist) in Geiselhaft gehalten wird.

    • Eigentlich finde ich es ganz sympathisch, dass es in der AfD keinen Bonus, sondern eher einen Malus für Amtsinhaber gibt. Das gleicht die großen Vorteile der Amtsinhaber zumindest etwas aus und verstärkt den demokratischen Wettbewerb. In der CDU kann man das genaue Gegenteil beobachten. Bei beiden Parteien gibt es ein großes programmatisches Vakuum, welches jedoch ebenfalls gegenteilige Folgen hat. In der CDU dominieren deshalb die Regierungspragmatiker (weshalb die CDU schnell zurück an die Regierung muss und ansonsten ein großes Problem hat), in der AfD die Extremisten, weil sie etwas Verbindendes haben und deshalb stärker zusammenhalten als die reinen Opportunisten.

      • Ich fürchte, der Malus des Amtsinhabers führt dazu, dass man in eine Negativschleife gerät: ich wähle nur jemanden, den ich für dümmer halte, als mich selbst. Das führt dann zu Typen wie D. Kübelböck.

      • @Piscator

        Sie meinen den Transformationsprozess von der Kakistokratie zur Idiokratie?

      • @300sel
        Im Grunde ja- nur mit Ihren Wortbildungen bin ich nicht ganz einverstanden. Da bleibe ich lieber bei den klassischen Bezeichnungen. Ein Idiot bezeichnet in der Antike einen Egoisten, keinen dummen Menschen. Aristoteles bezeichnete das als Übergang von der Demokratie zur Ochlokratie (gr. ochlos= Pöbel).
        Hinweis am Rande: 1.im Neuen Testament wird bei Johannes dieser Vorgang bei der Verurteilung Jesu präzise beschrieben: Pilatus verurteilt Jesus aufgrund des Drucks des Pöbels (ochlos) , nicht aufgrund des Drucks des jüdischen Volkes (laios, evtl. auch iudaios) oder der wahlberechtigten Bevölkerung Jerusalems (ekklesia, demos)
        2. Plato fehlt noch dieses Verständnis, wie eine Demokratie entarten kann. Er stand sein Leben lang unter dem Schock der Hinrichtung des Sokrates und des vorher stattgefundenen Arginusenprozesses. Deshalb steht er im „Staat“ der Demokratie skeptisch gegenüber. Nachdem sein politisches Modell in der Realität gescheitert war, entwarf er ein neues die „Gesetze“. Leider fand und findet die Diskussion um Plato immer nur anhand des – leichter zu lesenden- „Staates“, nicht aber anhand der „Gesetze“ statt.

      • @Piscator

        Egal, ob man die Idiokratie als die Herrschaft der Dümmsten definiert oder Idioten als Egoisten, so bleibt doch ohnehin nur zu konstatieren, dass uns sowieso nichts anderes mehr bleiben wird, als in den Egoismus zu flüchten. Oder haben Sie eine Idee, wie die wohlstandsverblödeten sogenannten „Sozialstaaten“ aus ihrem Dilemma noch herauskommen wollen? Vermutlich geht das alles nur noch über den totalen Zusammenbruch der Gesellschaft und jeder muss dann selbst sehen, wo er bleibt.

      • Unsere Gesellschaft wird nicht total zusammenbrechen, jedenfalls nicht deswegen, sondern es droht ein schleichender Niedergang, der bereits begonnen hat und noch viele Jahrzehnte so weitergehen kann.

      • Der Untergang kommt tatsächlich eher wie ein schleichender Niedergang daher. Aber aufzuhalten ist er nicht mehr. Die Deutschen haben sich (schleichend) dem Sozialismus verschrieben und die Errungenschaften der Nachkriegszeit bis zur „Wende“ gehen langsam aber sicher verloren. So ähnlich wie ein altes unbewohntes Haus langsam stirbt bzw. verfällt, wenn es nicht in einem Zug abgerissen oder gesprengt wird. Ab einem gewissen Punkt ist eine Sanierung wirtschaftlich nicht mehr rentabel und irgendwann ist sie überhaupt nicht mehr möglich. In welchem Stadium des Verfalls sich Deutschland heute genau befindet, ist den Deutschen nicht bekannt, geschweige denn bewusst. Es interessiert sie offenbar nicht einmal.

      • Jeder Trend lässt sich umkehren, es gibt keine Determinismus in der Geschichte und Politik. Bislang fehlt es jedoch an Einsicht und dem Willen zur Änderung.

      • Jede Hochkultur, die ihren Zenit überschritten hat, geht irgendwann zu Grunde. Oder kennen Sie ein Gegenbeispiel?

      • Die ganze Menschheit wird nicht ewig leben, doch es macht schon einen Unterschied, ob sie in den nächsten Jahren endet, in Tausend Jahren oder einer Millionen (und ob sie in einer Katastrophe ausstirbt oder z. B. in andere intelligente Daseinsformen übergeht). China ist eine Hochkultur und sogar ein Staat mit durchgehender Geschichte seit der Antike, mit zwischenzeitlichen Niedergängen und Aufschwüngen. Sinnvollere Warnungen für Deutschland scheinen mir Länder wie Argentinien oder Venezuela zu sein, die ihren Wohlstand fahrlässig verspielt haben, ohne ganz zu verschwinden.

      • China hat gravierende Systemwechsel hinter sich. Ob man diese zu einer durchgängigen Hochkultur zusammenfassen darf ist wohl Definitionssache. Falls ja, ist China die Hochkultur, die sich bislang am längsten gehalten hat.

      • China ist eine durchgehende Hochkultur und die meisten Chinesen gehören noch zu demselben Volk wie in der Antike, auch wenn die herrschende, z. T. fremdländische Elite mehrfach gewechselt hat. Die meiste Zeit herrschte ein Kaiser und zumindest Mao und Xi verhalten sich auch so.

      • Ein winziger Punkt auf der Landkarte. Nicht von Relevanz.

      • Deshalb ja lieber klein und fein als zentralistische Superstaaten nach kommunistischem und/oder preußischem Vorbild.

      • Plato blieb sein ganz Leben nicht nur Gegner der Demokratie, sondern auch Befürworter eines autoritären und zugleich elitären Staates. Aristoteles ist ethisch und politisch viel überzeugender.

      • Das ist eben die Tragik der Sansculotten: sie sind so kritisch gegenüber allen „Amtsinhabern“, dass sie immer führungslos bleiben und sich dann irgendwann einem Heilsbringer um den Hals werfen (Robespierre, Napoleon, …)

      • @Piscator: wenn der Malus des Amtsinhabers dazu führt, dass man alle, die eine persönliche Alternative haben, wegekelt, bleiben eben nur noch die Küblböcks übrig

      • @300Sel
        1. es ist die Frage, ob wir uns in den Egoismus flüchten müssen. Von Frau Prof. Singer, einer Neurobiologin hörte ich dazu heute morgen einen interessanten Vortrag: „„Die Abwesenheit von Mitgefühl ist die Ursache für die meisten unserer derzeitigen globalen Probleme.“https://taniasinger.de/de/Wirtschaft/
        2. Es ist die Frage, ob das, was Sie als „Dilemma“ bezeichnen, wirklich eines ist. Damit befasse ich mich jetzt: echte und nicht-echte Dilemmata.

      • @Piscator

        zu 1.)
        Die Flucht in den Egoismus als einziger verbleibender Ausweg ist meine Einschätzung der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Lage in Folge zu teuer werdender (bzw. bereits gewordener) „Sozialstaaten“, die unweigerlich crashen. Mit der bloßen Anamnese, dass „Die Abwesenheit von Mitgefühl … die Ursache für die meisten unserer derzeitigen globalen Probleme“ sei, ist dieses Problem nicht zu lösen. Derartige Feststellungen wie das von Ihnen angeführte Vortragszitat mögen zur rein theoretischen Unterstützung der Thesen und Empfehlungen Klaus Schwabs und seines WEF passen, nicht jedoch zum tatsächlichen Verhalten der Menschheit. Der Mensch ist nun einmal das einzige Säugetier, das nicht ausschließlich aus Notwehr oder um zu Fressen, was es zum Überleben benötigt, tötet. Ob dadurch die Menschheit langfristig überlebensfähig(er) ist, steht auf einem anderen Blatt.

        zu 2.)
        Auch dies ist nicht nur eine Frage der abstrakten Sicht der Dinge bzw. der Definition des Begriffs „Dilemma“. Fakt ist, dass Sozialismus und Planwirtschaft bislang noch immer in den wirtschaftlichen Ruin geführt haben. Nach etwa 50 bis 70 Jahren sind die Ressourcen erschöpft und der zuvor erreichte Standard ist nicht mehr zu halten. Das gilt auch für zu viel „Sozialstaat“.

      • @300 SEL
        Sie liefern mit Ihrem letzten Satz ein treffliches Beispiel für ein Scheindilemma

      • @Piscator

        Falls Sie meinen, dass es nicht schaden würde, wenn die unzähligen Leistungsempfänger ihre Ansprüche zurückschrauben und wieder mehr Eigeninitiative ergriffen würde? Bei mir rennen Sie damit offene Türen ein. Aber die Erwartungshaltung des größten Teils unserer Gesellschaft ist genau gegenteilig. Daher spricht kein Politiker die Wahrheit aus und somit wird der Deutsche Michel erst aufwachen, wenn ihn die Realität eingeholt hat.

      • Die europäische Kultur existiert auch nicht erst seit gestern. Wenn man die Anfänge des Christentums als Beginn ansieht, wäre man bei 2000 Jahren, wenn man das Judentum als Bezug nimmt, wäre die Zeitspanne noch größer. Auch die deutsche Kultur im engeren Sinn gibt es schon seit Langem, ich verweise hier auf das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Das ist vielen in Deutschland gar nicht bewusst.

      • Die europäische Hochkultur ist viel älter als das Christentum (aber nicht als das Judentum), doch es gibt hier kein durchgehendes Reich wie in China, sondern viel mehr Brüche. Das gilt auch und gerade für Deutschland. Das ist auch relevant für die Vorhersage der Zukunft. Es ist keineswegs sicher, dass es die Bundesrepublik Deutschland in einer oder gar drei Generationen noch gibt.

      • @Helmut S.

        Die östliche Levante, also der Nahe Osten – wo die Buchreligionen ihren Ursprung haben -, gehört nicht zu Europa.

    • @300SEL
      Ich entschuldige mich für einen Tipfehler: ich meinte den letzten Satz bei Ihnen unter 1. Da haben Sie mit den beiden letzten Sätzen ein Scheindilemma aufgebaut.

      • @Piscator

        Das spielt keine Rolle, denn um Dilemmata geht es ja eigentlich nur unter 2.) …

  7. Wenn wir hier ein kleines Tipp-Spiel hätten: Mein Tipp wäre, dass Meuthen zu den Freien Wählern geht, sofern die z.B. im EU Parlament nicht zu abstoßend unterwegs sind.

    • Würden die Freien Wähler Herrn Meuthen aufnehmen und könnte er sich Herrn Aiwanger unterordnen? Ich vermute eher, dass er es bei einer Kleinstpartei versucht. Wirklich lustig wäre sein Beitritt zu LKR, die damit wieder ein EU-Mandat von der AfD hätten.

      • Warum sollte sich Jörg Meuthen das überhaupt antun?
        Er ist jetzt 60, kann noch etwas mehr als zwei Jahre im Europaparlament bleiben und wenn er danach noch einmal für ein paar Jahre an die Hochschule zurückkehrt, ist es sicher auch kein Beinbruch. Ich glaube nicht, dass sich Meuthen die Freien Wähler oder gar eine Mitgliedschaft in einer aussichtslosen Kleinstpartei antut. Wenn überhaupt, dann sähe ich ihn allenfalls zur FDP wechseln.

      • Wir brauchen als LKR Herrn Meuthen, den Verräter um die damalige Abwahl Bernd Luckes, wahrlich nicht in der LKR. Einer Bewerbung (wieso Beitritt) würde ich mich als Mitglied des BuVo LKR – zusammen mit dem gesamten Vorstand – widersetzen.

      • Gab es nicht schon Überlegungen, selbst Frau Petry in die LKR aufzunehmen? Sie hat damals mit ihrem Mann die Abwahl organisiert, Herr Meuthen war nur dabei. LKR hat doch schon andere AfDler aufgenommen, die damals in Essen noch lauthals gegen Herrn Lucke waren.

      • @Andrea Konorza

        Wie viel Mitglieder sind Sie noch in der LKR?
        Eine Handvoll? Ein Dutzend?
        Inzwischen gehen doch selbst opportunistische abtrünnige AfD-MdB lieber zur Kleinstpartei „Deutsche Zentrumspartei“ mit angeblich ca. 300 MItgliedern, weil sie sich davon bessere Chancen auf Wiederwahl versprechen als mit der LKR … (https://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Witt_(Politiker))

      • Sie meinen, LKR hätte mehr Mitglieder als Wähler? Nun, ausschließen würde ich das nicht, aber ich kann es nicht überprüfen, da es – im Gegensatz zu den Wählerzahlen – keine validen Angaben über die Mitgliederzahl der LKR gibt. Laut Wikipedia sollen es noch „ca. 1.000“ sein (https://de.wikipedia.org/wiki/Liberal-Konservative_Reformer).

      • Das hat zumindest den Vorteil, dass jeder Wähler persönlich von einem LKR-Mitglied betreut werden könnte, wenn sich LKR darum bemühen würde.

      • Es wäre ja völlig lächerlich, wenn Meuthen sich einer dieser nachhaltig maximal erfolglosen Kleinstparteien anschließen würde.

      • LKR ist eine solche Kleinstpartei, die Freien Wähler sind es nicht, sondern bereits in Landtagen und sogar in einer Landesregierung vertreten. Würden sie sich anders aufstellen, könnten sie es auch in den Bundestag schaffen. Ob Herr Meuthen ihnen dabei helfen würde, bezweifle ich allerdings.

      • Sie überschätzen die Freien Wähler. Die Freien Wähler haben ihre Stärke nur auf der kommunalen Ebene. Schon im Bayerischen Landtag geben sie eine sehr schwache Figur ab. Auf Bundesebene haben sie keine Chance, auch nur in die Nähe von 5% zu kommen, was ja auch die letzte Bundestagswahl gezeigt hat.

      • Die Freien Wähler auf kommunaler Ebene sind kein Teil der Partei, sonst wäre diese viel erfolgreicher. Die Partei Freie Wähler war bei der Bundestagswahl mit 2,4 Prozent der Stimmen die stärkste unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde, kein Vergleich mit den 0,0 Prozent von LKR.

      • Auch wenn die Freien Wähler nicht so weit hinten liegen wir LKR, so sind sie doch sehr weit von der 5%-Hürde entfernt. Und ich kann beim besten Willen nicht erkennen, was dieser Partei bundesweit über 5% verhelfen sollte.

      • Eine Verdoppelung der Wählerzahl ist schwierig, aber keineswegs unmöglich, zumal die Wahlbereitschaft steigt, sobald die Fünf-Prozent-Hürde realistisch überwindbar erscheint. Es gibt doch auch großen Bedarf für eine bürgerliche Partei. Die Freien Wähler könnten diese Lücke besetzen, tun das jedoch interessanterweise nicht konsequent. In Bayern tragen sie z. B. jeden Unsinn von Herrn Söder mit, selbst wenn sie sich vorher vernünftiger äußerten. Im Ergebnis erscheinen sie noch opportunistischer und prinzipienloser als die FDP.

      • Ja, so ist es. Die FW sind bereits auf Landesebene nur prinzipienlose Mehrheitsbeschaffer. Was erwarten Sie sich von dieser Partei dann erst im Bund?

      • Die Freien Wähler in ihrem gegenwärigen Zustand schaffen es nicht in den Bundestag, was wohl auch besser so ist. Trotzdem könnten sie sich viel leichter reformieren und ein echter Hoffnungsträger werden als z. B. die AfD oder gar LKR.

      • Na ja. Besser als die LKR gewiss. Aber das Schicksal der FW wäre genauso schnell besiegelt wie das der AfD, wenn hier erst einmal die U-Boote der ehemaligen Volksparteien auftauchen.

      • Noch lustiger wäre nur noch der Eintritt in die Familie.

      • Herr Geuking würde ihn bestimmt gerne aufnehmen und dann nachträglich wieder ein Veto gegen seine eigene Entscheidung einlegen.

      • „Gab es nicht schon Überlegungen, selbst Frau Petry in die LKR aufzunehmen?“

        Lucke‘s Königliche Realsatire hat das tatsächlich getan? Das ist doch kaum denkbar, erst recht nicht zu Gottes Lebzeiten.

      • Und LKR würde sie auch entgegen ihren eigenen Statuten (https://de.wikipedia.org/wiki/Liberal-Konservative_Reformer#Mitglieder) aufnehmen, wenn sie ein Mandat mitbringt, wie erst jüngst mit zwei Bundestagsabgeordneten gegen Ende der 19. Legislaturperiode sowie einem Landtagsabgeordneten in Schleswig-Holstein und zuletzt dem Europaabgeordneten Lars-Patrick Berg geschehen (sie kamen alle aus der AfD und waren dort noch lange nach dem 01.12.2015 Mitglied). Pecunia non olet.

      • Es erfolgt eben keine reguläre Aufnahme von einfachen AfD-Mitgliedern, aber LKR nimmt jeden bisherigen Gegner mit Kusshand auf, wenn er nur ein Mandat mitbringt. Diese Prinzipienlosigkeit ist nicht das einzige Problem von LKR, passt jedoch zum Gesamteindruck.

    • LKR wird doch nur noch von den Abgeordneten am Leben gehalten, die von der AfD gewechselt sind. Anderes Geld fließt doch nicht mehr in die Partei. Kann mir kaum vorstellen, dass sich Meuthen denen anschließt

      • @kartoffelbrei

        Jörg Meuthen wird sich ganz sicher keiner solchen Splitterpartei anschließen.

  8. Auch wenn die AfD zur Ostpartei wird und im Bund an der Fünfprozentklausel scheitert, so wird sie Merz die entscheidenden drei bis vier Prozent zur stärksten Partei im Bund kosten.
    Deswegen hat Herr Lindner bereits die Konsequenz gezogen, nämlich dass es in den nächsten 10 Jahren keine bürgerliche Mehrheit geben wird. So ist er im Sinne seiner Karriere bereits zu RotGrün gewechselt.
    Cato: Bereits vor Jahren haben sowohl MM als auch ich auf die Agent-provocateur-Eigenschaft Höckes hingewiesen Deswegen wird er auch nicht für den Vorsitz kandidieren.

    • Selbst mit Herrn Laschet wäre die Union fast wieder stärkste Kraft im Bundestag geworden. Dann hätte sie zumindest Chancen gehabt, weiter den Kanzler zu stellen, wenngleich es tatsächlich durch die AfD auf absehbare Zeit keine rein bürgerliche Mehrheit mehr geben wird. Herr Merz hat beim nächsten Mal zumindest eine realistische Chance gegen Herrn Scholz, der sich nicht besonders gut schlägt als Kanzler.

    • @Günther Konorza

      Ich denke nicht, dass die Wähler der Ostverbände der AfD tatsächlich überwiegend potentielle CDU-Wähler sind. Ganz im Gegenteil: Ein Landesvorsitzender aus einem solchen Verband der „Lega Ost“ hat sich mir gegenüber vor wenigen Wochen damit gebrüstet, dass die AfD der SED bei der Bundestagswahl 2021 120.000 Stimmen abgenommen hat (was tatsächlich stimmt).

  9. Mit Herrn Meuthen hat ein nützlicher Idiot seine Arbeit getan. Immerhin behält er ja sein EU Mandat.
    Ich denke, er hat in den letzten Monaten von der immer grösseren Sekte in der AfD Feuer bekommen und wurde kaltgestellt.
    Aus meiner Sicht war der Flügel ein Projekt um die Macht/Mandate in der AfD für einen kleinen auserwählten Kreis zu sichern, die vielen Tabubrüche um „bürgerliche“ zu verprellen hat prima funktioniert.. Ich habe es selber erlebt dieses Feind/Freund denken in der Partei. Mitglieder die sich kritisch mit der Sekte beschäftigten wurden toxisch systematisch kaltgestellt und bekämpft. Mit Anschuldigen, man spalte die partei, man muss auf die Straße gehen. etc… seltsame Neumitglieder wurden reingeholt. Die Frage, die ich mir stelle: Wer ist der Spiritus Rector dieser Sekte/Flügel? Wirklich ein Höcke?
    Welcher Patriot kann so etwas decken (die Sekte ist zutiefst unpatriotisch) ? Welche Rolle spielt Gauland ?

    • @“Max“
      „Welche Rolle spielt Gauland ?“

      Eine sehr interessante Frage, die seit CDU-Mäxchens Kandidaturerklärung für das Präsidentenamt wieder an Brisanz gewinnt.
      Dass bereits die ganz frühe AfD von CD-U-Booten wie Tronkenburg und dem kleinen Bernd kontrolliert und angeführt wurde, dürfte ja hinreichend bekannt sein.

  10. @ Yorck Dietrich
    Stimmt! Zum offiziell aufgelösten „Flügel“ gehören nur ca. 20% der AfD-Mitglieder, im Osten durchaus mehr, im Westen weniger. Die Flügel-Leute sind aber leider besser organisiert und vernetzt, sogar kadermäßig geschult.

    Jörg Meuthen hat in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass einige besonders radikale Flügel-Köpfe ausgeschlossen wurden (Kalbitz, Sayn-Wittgenstein, Arppe, Steinke, Pasemann, …) und andere von selbst gegangen sind (Poggenburg, Mandic, …). Dabei hat er allerdings seit Monaten Abnutzungserscheinungen gezeigt, gerade seit er das von ihm favorisierte Duo Cotar/Wundrak gegen seine Widersacher Weidel/Chrupalla als AfD-Fraktionschefs im Bundestag nicht durchsetzen konnte.

    Von Jörg Meuthen habe ich lange viel gehalten, auch wenn er nie ein begnadeter Redner, kein kühler Stratege und erst recht kein Visionär war. Dass er aber sein fürstlich bezahltes Mandat im EU-Parlament nicht zurückgibt, ähnlich wie alle anderen MdEPs, MdBs und MdLs, die die AfD verlassen haben, zeigt wieder einmal überdeutlich , dass „Erst das Fressen, dann die Moral“ kommt“.

    Bei der Gründung der AfD 2013 war ich im Ausland. Wenn ich in den Sommermonaten in Deutschland war, habe ich nur gearbeitet und hatte für die Politik gar keine Zeit. Daher bin ich der Partei nie als Mitglied beigetreten, habe sie aber stets aktiv unterstützt. Das muss ich mir künftig gut überlegen…

    Deutschland wurde unter der Merkel-Herrschaft so weit nach links verschoben, dass ich mich dort nicht mehr wohlfühle und über mein Exil in der Dominikanischen Republik sehr froh bin. Ich habe hier allerdings kaum Einkommen und mir fehlen noch ein paar Jahren bis zur vorgezogenen Rente. Im Mai komme ich nach Deutschland und suche dafür Arbeit bis November. Wer einen Job für mich hat, kann mir gerne an konservative.rlp@web.de schreiben.

      • @Piscator

        Sie meinen, Jörg Meuthen habe die AfD nur verlassen, um Schaden von der Partei abzuwenden? 🤔

      • Das wäre noch die anständige Version @Cato maior
        Ich denke eher, er will ein Disziplinarverfahren vermeiden und hofft, mit einem Austritt aus der AFD die Disziplinarkammer milde zu stimmen.

      • Da muss ich passen. Vom Beamtenrecht verstehe ich nichts.
        Aber von einem Disziplinarfahren gegen Herrn Meuthen ist mir davon abgesehen noch nichts zu Ohren gekommen. Worum genau geht es da?

      • @Cato maior
        Herr Meuthen muss den Verlust seiner Immunität hinnehmen und ein Strafverfahren befürchten. Nach Abschluss dieses Verfahrens kann es zu einem Disziplinarverfahren kommen. Wird er zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt, wird er automatisch aus dem Dienst entlassen. Wird die AfD zu einer verfassungsfeindlichen Partei erklärt, hat er das gleiche Problem. Da ist es zweckmässiger, als Zeichen des guten Willens auszutreten, um nicht den Beamtenstatus oder finanzielle Einbußen zu riskieren.

      • @Piscator

        Vielen Dank für die Erläuterung. Klingt plausibel (auch wenn es nur eine von vielen möglichen Ursachen ist).

      • Herr Meuthen verliert seine parlamentarische Immunität und es wird strafrechtlich gegen ihn ermittelt wegen des Spendenskandals. Er muss jedoch keine Freiheitsstrafe von einem Jahr oder länger fürchten. Sein Beamtenstatus ist auch nicht in Gefahr, sondern er hatte einfach die Mehrheit im Bundesvorstand und der gesamten Partei verloren.

      • Correctiv.Org ist zwar ein linker Blog, aber das bedeutet nicht, daß dessen Recherchen nichts taugen würden. Ganz im Gegenteil, oft sind diese Leute gut informiert. Bei Herrn Meuthen darf man seinen Lebensstil nicht ausblenden!

      • Die Aufhebung der Immunität ist kein Austrittsgrund, sondern spräche doch umgekehrt dafür, den Schutz der Partei zu suchen.

  11. Bleibt noch die Frage, welcher Promi als nächstes die AfD verlässt?
    Frau Weidel hat ja seit längerem enge Bande nach rechtsaußen geknüpft und gefestigt, so dass sie relativ sicher scheint, solange sie sich „ordentlich“ benimmt.
    Schwer zu sagen, ob es (ihr) irgendwann zu bunt bis braun wird, dass es zum Bruch kommen könnte. Bzw. ob sich die AfD inhaltlich noch weiter nach rechts verschiebt.

    • Das Problem der Bürgerlichen und der wenigen noch in der AfD verbliebenen Liberalen ist doch, dass wir von Anfang an nicht organisiert waren und es bis heute unmöglich scheint, dies noch nachzuholen. Was Jörg Meuthen in dem knappen Zeitfenster seit den BuVo-Nachwahlen in Kalkar (28.11.2020) nicht nachgeholt hat, fällt uns jetzt endgültig auf die Füße. Wer soll ihm an der Parteispitze nachfolgen, wenn jeder Bundessprecherposten (auch die der Stellvertreter und Beisitzer) einzeln im k.o.-Verfahren gewählt wird? Der Flügel dominiert doch inzwischen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch die Mehrheit der Delegierten und Alice Weidel weiß nur all zu genau, dass sie dasselbe Schicksal wie Lucke, Petry und Meuthen ereilen würde, wenn sie sich jetzt noch von den Strippenziehern Gauland und Höcke abwendet.
      Ein repräsentativeres Wahlverfahren (z.B. Gruppenwahl ohne so genannte „Akzeptanzwahl“) böte zumindest die Chance, die Gemäßigten als Korrektiv im Bundesvorstand zu halten. Aber ob sich für eine entsprechende Änderung der Wahlordnung eine Mehrheit finden ließe? Ich sehe für den Fall eines solchen Antrags schon den ehemaligen Stadtkämmerer von Frankfurt am Main (auch so ein Totengräber der AfD) eine Gegenrede unter großem Applaus des Flügels halten.

      • @Horst Krebs

        Mag sein, dass die AfD ein ‚Fleischwolf‘ ist und „dank“ ihrer selbst gewählten unglücklichen Positionierung als Fundamentalopposition auch noch lange bleiben wird. Nichtsdestotrotz legt sie bei einigen sehr wichtigen Themen als einzige parlamentarische Opposition den Finger an der richtigen Stelle in die Wunde(n). Alleine dafür muss sie in den Parlamenten gehalten werden, gleichwohl ich mir mehr bessere Repräsentanten dringend wünsche.

      • Die AfD will und kann nichts umsetzen, sondern beschädigt auch noch für sich genommen vernünftige Positionen (und z. T. sogar Personen).

      • Der Flügel allein hat noch immer nicht die Mehrheit, trotzdem dominiert er die Partei, da er recht geschlossen agiert und die meisten Opportunisten um seine Stimmen buhlen. Es gibt kaum noch bürgerliche Funktionäre in der AfD und von einer proporzmäßigen Minderheitsbeteiligung hätten sie auch nicht wirklich etwas. Vermutlich wäre die Ihnen vorschwebende Wahlordnung auch gar nicht zulässig.

      • Ein sehr frühes AfD-Mitglied aus Baden-Württemberg, Herr Stephan Wunsch, der auch mehr als sechs Jahre im Bundesschiedsgericht mitgewirkt hat, hat dieser Tage seinen Austritt erklärt. Ich erlaube mir an dieser Stelle, einen m.E. sehr zutreffenden Passus aus seiner öffentlichen Austrittserklärung zitieren:
        „Die völkisch-sozialistische Minderheit der Partei diffamiert immer wieder die bürgerlich-liberal-konservative Mehrheit, der ich angehöre, in herabwürdigender Absicht, etwa als ‚Halbe‘ oder ‚Systemlinge‘. Dies ist vor allem deshalb grotesk, weil alle führenden Vertreter dieser Strömung von Mandaten und Jobs leben, die ihnen das verachtete System bietet. Dieser innere Widerspruch ist objektiv unauflösbar, für diese Leute aber problemlos. Ihre Angriffe sind oft übergriffig, politisch wie tonal indiskutabel, dies hat auch nach der offiziellen Auflösung -die weder strukturell noch personell real stattfand- des ‚Flügel‘ nicht nachgelassen. Wie auch, wenn das leitende Personal dasselbe ist.
        Darüber hinaus gibt es, primär im Osten, auch extremistische Mitglieder, die demokratiefernen Systemen anhängen. Das sind zwar nur sehr wenige an der Zahl, aber jeder ist einer zu viel. Ich lehne solche An- und Absichten seit jeher strikt ab, Extremismus jedweder Couleur ist von Demokraten zu bekämpfen.“

        Ich stimme Ihnen – Herr Dilger – zu, dass eine Minderheitsbeteiligung der Bürgerlichen in Gremien der AfD, insbesondere im Bundesvorstand und in den Landesvorständen, nicht ausreicht, um das Erscheinungsbild der AfD in der Öffentlichkeit zu retten, also die AfD salonfähig oder anschlussfähig zu machen. Die Reputation ist durch Gauland, Höcke und Co. zumindest für viele Jahre beschädigt. Daher ist natürlich fraglich, ob es noch einen Sinn macht, für diese Sache weiter zu kämpfen. Aber zu frühes Aufgeben hat derartige Probleme auch noch nie konstruktiv gelöst.

        Was das Wahlverfahren angeht – hierfür ist keine Satzungsänderung erforderlich. Ein einfacher Antrag auf dem Parteitag würde genügen, so er denn behandelt und angenommen wird.

      • Entscheidend ist nicht der Anteil bei den einfachen Mitgliedern, sondern die reale Macht einschließlich Deutungsmacht in der Partei. Diese liegt eindeutig beim Flügel.

        Ich bin auch nicht für zu frühes Aufgeben, weshalb ich nicht gleich Ende 2013 ausgetreten bin, sondern erst Mitte 2015. Jetzt ist es sechseinhalb Jahre zu spät, aber besser spät als nie.

        Für die Wahlverfahren in Parteien gelten Gesetze, Satzungen und Wahlordnungen. Sie können nicht durch einfachen Beschluss des Parteitags völlig verändert werden, obwohl das auch schon vorgekommen ist.

      • Selbstverständlich muss jeder selbst entscheiden, wann es ihm ggf. zu bunt wird oder die endgültige Schmerzgrenze erreicht ist. Wie das Mobilisierungshandicap der Mehrheit der Mitglieder gelöst werden kann, weiß ich aber ehrlich gestanden auch nicht. Es ist wohl so, dass gemäßigte Mitglieder im Durchschnitt ein geregelteres Leben führen als die Extremisten in der AfD und daher ihre Abende und Wochenenden lieber angenehmeren Dingen widmen, als sich mit Geflügel herumzuärgern.

      • Die Strukturen in der AfD sind jetzt gefestigt. Selbst Herr Meuthen konnte sie nicht aufbrechen. Wer sollte das jetzt noch können? Das schließt einen externen Schock nicht aus, aber der ist nicht planbar. Chancen für Verbesserungen sind inzwischen selbst bei Die Linke größer, denken Sie an Frau Wagenknecht, oder in der Post-Merkel-CDU.

      • Die Klatschhasen-CDU oder CSU wird nie meine politische Heimat werden und die sozialistischen Parteien links von ihr sowieso nicht. Vielleicht ist es ja an der Zeit, sich wieder lukrativeren und vor allem schöneren Dingen zu widmen, als dem verlogenen Sumpf des Politikbetriebs.

      • Ich mache keine Parteipolitik mehr, sondern kommentiere sie nur noch. Wer meinen Rat oder Hilfe wünscht, kann mich gerne persönlich anschreiben. Vielleicht ergibt sich noch einmal eine Gelegenheit, ansonsten haben wir es wenigstens versucht, wenn auch leider vergeblich.

    • Die AfD wird sich noch weiter nach rechts verschieben. Irgendwann wird auch Frau Weidel gehen bzw. gegangen. Sie ist doch offensichtlich ideologisch gar nicht rechts, sondern eine reine Opportunistin wie Frau Petry.

  12. Mir scheint Petry die Haupttotengräberin der AfD gewesen zu sein, nicht Meuthen. Damals glaubten noch viele, zwischen zwei liberal-konservativen Kandidaten wählen zu können. Als nächste ist Weidel dran – und dann bleiben noch simple Typen wie Cipalla übrig, und eine regionale Ostpartei.

    Wird Meuthen der LKR beitreten? Nein. Wenn hätte das auch sofort erfolgen müssen, da die Medien nur dann berichten, wenn sie der AfD schaden können. Das ist bei einem Austritt. Was der Kandidat danach macht, ist egal und wird nicht berichtet.

    War der Beitritt zur LKR mal seine Absicht? Wäre die ehem. nieders. AfD Vorsitzende Dana Guth nicht beim Versuch der LKR Übernahme gescheitert, wäre das eine Option gewesen. Wir hätten dann vielleicht 200 AfDler übertreten gesehen, was indes nicht viel hätte bewirken können, außer dem Ende der LKR. Warum? Guth brachte ca. 40 Personen mit, die aber inzwischen soweit von bürgerlichen Werten entfernt waren, dass sie sich in der LKR nicht mehr einfügen konnten. Auch die sog. „liberalen“ Kräfte in der AfD sind inzwischen so verroht, dass diese Partei und ihre Mitglieder nicht mehr anschlussfähig sind. Damit sind diese Personen zur politischen Gestaltung unfähig bzw. ungeeignet.

    • Ja, Frau Petry und ihr Mann haben die ursprüngliche AfD zerstört. Herr Meuthen war da nur Mitläufer. LKR ist politisch irrelevant und liberale Kräfte gibt es in der AfD schon lange nicht mehr.

  13. “ Ex-AfD-Chef Meuthen erwägt Gründung einer neuen Partei…“
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article236608189/Joerg-Meuthen-Ex-AfD-Chef-erwaegt-Gruendung-einer-neuen-Partei.html

    Für Unterhaltung ist gesorgt. „Die blaue Partei“ und Poggi-Partei gibst leider nicht mehr und über ALFA/ LKR spotten wird schon langweilig, da braucht es natürlich eine neue Gigantenpartei.
    Ist natürlich völlig chancenlos, spannend ist eher welcher Parteinamen Meuthen einfallen wird.
    Vielleicht:
    FKP ( Freiheitlich Konservative Partei )

    In NRW gibt eine neue Partei wo Ex-AfD Mitglieder mitmischen: „Freiheitliche Alternative Deutschland“ ( FAD). Der Parteiname ist durchschnittlich weder peinlich noch besonders gut.

  14. Nach neuesten Meldungen möchte Jörg Meuthen jetzt seine eigene Partei gründen. Da es in Deutschland allerdings die 5%-Klausel gibt, wird er die Schicksale von Frauke Petrys Blauer Wende oder der LKR teilen. Böse Zungen behaupten gar, sein Auftraggeber Thomas Haldenwang habe ihn zum Austritt gedrängt. Aber der tatsächliche Hintergrund ist wohl ein anderer: Bei einer internen Abstimmung im Bundesvorstand über die Aufnahme des derzeitigen Vorsitzenden der Werte-Union Markus Krall in die AfD fiel das Ergebnis 6:4:2 aus, wobei Herr Meuthen mit seinen drei Gefolgsleuten in der Minderheit war.

      • Das vermute ich auch. Viel spannender finde ich aber die Frage, ob überhaupt noch irgendeine Neugründung im konservativen oder liberalen Spektrum im tief sozialistischen Deutschland eine Chance hätte, die 5%-Hürde zu überspringen. Ich bin da ehrlich gestanden nicht sehr optimistisch.

        Angeblich sollen hinter den Kulissen gerade zahlreiche Gespräche um Jörg Meuthen, Uwe Junge und andere mit dem Ziel einer Bündelung austrittsbereiter Mandatsträger aus AfD, Unionsparteien, FDP und anderen Lagern in einer neuen Partei, stattfinden. Die Protagonisten dieser Idee stellen sich wohl vor, so von Beginn an eine relevante Größe in der Parteienlandschaft einnehmen zu können. Warten wir es ab.

      • Parteineugründungen sind nur sehr selten erfolgreich, nach der Gründungsphase der Bundesrepublik Deutschland waren es bundesweit bislang nur die Grünen und die AfD, die beide auf je ihre Weise keine Verbesserungen waren. Aktuell halte ich eine Neugründung vor allem durch Ex-AfDler für völlig aussichtslos. Die politischen Kräfte sollten nicht weiter zersplittert, sondern jeweils auf das aussichtsreichste Projekt konzentriert werden. Das ist aktuell die CDU mit Herrn Merz an der Spitze. Erst wenn er erkennbar gescheitert sein wird, ergeben sich neue Opportunitäten.

  15. Ich kann den wohlwollenden Umgang der meisten Kommentatoren mit Meuthen nicht teilen. Die Aufgabe eines Bundessprechers ist nicht die (weitere) Fragmentierung der Partei durch öffentliche Kritik, sondern der Versuch, sie durch Fokussierung auf realpolitische Sachthemen zu einigen. Und davon gäbe es genug, allen voran das Gründungsthema der AfD: Die Euro-Politik. Ein zwar für viele Mitglieder und Wähler sperriges Thema, aber umso notwendiger, es immer wieder auf die Agenda zu setzen. Ebenso wichtig wären nachvollziehbare Alternativen bspw. zur Energie- und Corona-Politik. Jepp, macht mehr Arbeit als steile Thesen oder Abgrenzung vom „Flügel“, wäre aber der einzige Weg, die strauchelnde und zerrissene AfD unter positiven Zielen zu einigen. Die Konzentration auf Sachfragen nimmt außerdem die Luft aus den Personalquerelen. Meuthen hat seine komfortable Position im EU-Parlament dafür nicht genutzt und sich offensichtlich auf Selbststilisierung konzentriert. Völlig indiskutabel ist er für mich auch aufgrund Beibehaltung seines Mandats: Wenn er jetzt die Partei, die ihn ins Parlament gebracht hat, so massiv ablehnt, erfordert es der Anstand, auch das Mandat niederzulegen. Wie man übrigens als prominentes Parteimitglied die eigene Partei sachlich scharf kritisieren kann, ohne sie bzw. Teile der Mitgliedschaft öffentlich niederzumachen, zeigt aus der entgegengesetzten politischen Ecke Sarah Wagenknecht.

    • @Zidewinter

      Ihr frommer Wunsch in allen Ehren, aber dafür sind die inhaltlichen Differenzen innerhalb der AfD viel zu groß. Das Lager der „Sozialen Patrioten“, wie sich der Flügel jetzt so gerne nennt, will eine ganz andere Politik als die ursprüngliche AfD (nämlich eine Art nationalen Sozialismus) und nimmt nicht nur den Mund ziemlich voll, sondern beansprucht zugleich die inhaltliche Deutungshoheit über die ganze Partei für sich. Die gesamte AfD auf einen solchen Kurs zu „einen“ ist aber nicht nur unmöglich, sondern wäre im Falle des Falles auch ihr Untergang.

      • Wäre ja schön, wenn es bei den Differenzen wirklich um diskussionswürdige Inhalte ginge – ich sehe da eher Stimmungen und Haltungen am Werk (und natürlich Eitelkeit, Gewinnstreben, Aggression – das übliche Sträußchen Todsünden). Der „soziale Patriotismus“ ist, soweit ich überblicken kann, eine mit sehr breitem Griffel skizzierte Form des Kommunitarismus und lässt sich auf praktische Fragen aus guten Gründen nicht ein. Passt also eher zu einer Bewegung als zu einer politischen Partei, scheint mir auch nicht mehrheitsfähig.

      • @Zidewinter

        Da viele dieser „Sozialen Patrioten“ (also Flügelanten) die AfD ohnehin mehr als „Bewegung“ denn als Partei sehen und nicht einmal begriffen haben, dass politische Parteien in die Parlamente gehören und nicht auf die Straße, wird von diesen Leuten erst gar nicht differenziert. Bleibt nur die Frage, warum ihre Anführer den ganzen Vogel damit zum Absturz bringen wollen.

      • Mit diesem Flügel kann der Vogel nicht weit fliegen. Er flattert damit ein wenig umher bis er erschöpft ist und lässt sich dann in der Ex-DDR zum Sterben nieder. Der Flügel müsste ersetzt oder zumindest amputiert werden, um den Vogel noch zu retten. Begreift der Vogel wohl nur leider nicht mehr rechtzeitig. Nach dem nächsten Bundesparteitag wissen wir mehr.

      • Diese Bewegung hat jedoch die AfD als bürgerliche und halbwegs seriöse Partei zerstört. Sie eignet sich höchstens noch zur Protestwahl und hat (zum Glück) keine realen Gestaltungsoptionen.

      • Die AfD hat sich durch den Einfluss der von Herrn Lucke und Herrn Gauland hereingebetenen Braunhemdem im äußeren Erscheinungsbild leider sehr zu ihrem Nachteil verändert. Es ist aber nicht so, dass es den Geist der ursprünglichen AfD nicht mehr gibt. Bedauerlicherweise ist das Image der AfD aber inzwischen so ramponiert, dass sie nicht mehr erreichen wird, was sie eigentlich hätte erreichen können. Eine Alternative zur AfD kann ich derzeit trotzdem nicht erkennen. Mikroparteien haben keine Chance und die Union ist – wenn auch auf andere Weise – ebenso verbrannt wie die AfD. Und was die Papageienparteien machen, ist nichts anderes als ein noch schlechterer Abklatsch der GroKo. Was bleibt?

      • Die CDU ohne Frau Merkel und mit Friedrich Merz an der Spitze hat aktuell die besten Chancen. Das ist so, als wenn in der AfD nicht Herr Meuthen, sondern Herr Höcke gegangen wäre, der wie Frau Merkel die ursprünglichen Werte der eigenen Partei mit Füßen getreten hat.

      • Friedrich Merz wird völlig überschätzt. Es ist zwar gut, dass Genossin Merkel endlich weg ist, aber Herr Merz alleine macht noch keinen Frühling. Von der Ära Merkel wird sich die CDU nicht so schnell erholen. Zumal Merkels Fanclub in Olaf Scholz einen fabelhaften Nachfolger gefunden hat. Die Bundesrepublik Deutschland ist jetzt die moderne Ausgabe einer größer gewordenen DDR. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

      • Es geht nicht um Friedrich Merz als Person, sondern als Symbol für einen Kurswechsel. Dieser kann gleich auf vier Arten scheitern: Herr Merz wechselt gar nicht den Kurs, sondern macht weiter wie Frau Merkel; die Merkel-Anhänger machen ihn mürbe und wechseln ihn aus statt den Kurs; die CDU wechselt den Kurs und wird dafür von den Wählern abgestraft, bis sie jeden Einfluss verliert oder auf den Merkel-Kurs zurückkehrt; die CDU kommt mit neuem Kurs wieder an die Regierung und scheitert dann damit krachend. Das erste Risiko erscheint mir momentan am größten, aber es gibt eben auch die realistische Chance, dass der Kurswechsel gelingt und die nächste Regierung besser wird als die aktuelle oder gar die letzte. Mit der AfD gibt es diese Chance nicht, ob nun der nächste Vorstand nur noch aus Rechtsextremisten besteht oder auch noch ein paar Rechtsradikale und Rechtspopulisten umfasst.

      • Beide Entwicklungen (CDU und AfD) muss man abwarten.
        Friedrich Merz ging es doch primär darum, eine alte Rechnung mit Frau Merkel zu begleichen und etwas Genugtuung zu erhalten. Dieses Ziel hat er zwar spät erreicht, aber ich denke, dass ihm das genügt. Große Innovationsschübe für die CDU sind zur Zeit doch nicht einmal am fernen Horizont zu erkennen. Was soll da noch kommen und vor allem woher?
        Wenn sich die AfD endgültig ihren schlimmsten Krakeelern ergibt (was zu befürchten ist), dann hat sich die Hoffnung, dass der Sozialismus in seinem Lauf in Deutschland noch aufzuhalten sei, für die nächsten Jahrzehnte erledigt.

      • So schnell wird Höcke nicht gehen. Er wird am 1. April (wie passend) 50. Da hat er noch 17 Jahre bis zur Pensionierung und der Verfassungsschutz hat sicher kein Interesse, ihn aus der AfD abzuziehen.

      • Für Politiker gibt es keine Pensionsgrenze. Ich halte es für möglich, dass Herr Höcke auch noch in dreißig Jahren sein Unwesen treibt.

      • Ich habe das jetzt auch mehr aus der Perspektive ‚Höcke als Beamter‘ gesehen.

        Aber wenn wir schon mal beim Thema sind:
        Sollten wir uns nicht für eine Altersgrenze für Politiker einsetzen?
        Mir fielen da einige Kandidaten ein, die ich lieber im „wohlverdienten Ruhestand“ als länger in den Parlamenten sehen würde …

      • Ich bin gegen Altersdiskriminierung, nicht nur, aber auch bei Volksvertretern, die doch auch sehr alte sowie sehr junge Menschen vertreten sollen. Sinnvoll wäre hingegen eine Begrenzung der Amts- und Mandatszeiten, damit die normalen Bürger von anderen Bürgern repräsentiert werden und nicht nur von einer entfremdeten Politikerkaste mit ganz eigenen Interessen.

      • Durch eine – auch von mir schon lange geforderte – Begrenzung der Mandatszeit würde sich das Problem der Überalterung in den Parlamenten vielleicht teilweise lösen.
        Das Hauptproblem scheint mir aber zu bleiben. Nämlich, dass Menschen, die ihr Berufsleben schon hinter sich haben und keine Nettoleistung mehr für die Gesellschaft erbringen, über die Spielregeln für die (deutlich jüngeren) Leistungsträger bestimmen und für ein leistungsfeindliches Ambiente sorgen.

      • Ein viel größeres Problem als Abgeordnete im Rentenalter nach einem produktiven Leben und mit ihrer Rente (oder Pension) als Rückfalloption sind doch die vielen reinen Berufspolitiker, die noch nie außerhalb der Politik gearbeitet haben und es auch gar nicht könnten, also unbedingt auf ihre Politikkarriere angewiesen sind und dafür entsprechend alles tun ohne Rücksicht auf Moral und Inhalte.

      • Die meisten älteren Abgeordneten entsstammen doch selbst dem öffentlichen Dienst oder waren ihr Leben lang Berufspolitiker und können einfach nicht loslassen (das gilt sogar für die noch junge AfD – denken Sie doch beispielsweise nur an die Ex-CDU Granden Glaser und – von seiner Zeit als Herausgeber der „Märkischen Allgemeinen“ abgesehen – Gauland).

      • Der öffentliche Dienst ist nicht dasselbe wie Berufspolitikertum und bietet doch gerade eine gute Exitoption aus der Politik, die unabhängiger macht. Dasselbe gilt für Rentner und Pensionäre, nicht jedoch für abgebrochene Studenten, die sich in der Politik tummeln.

      • Gerade die bequeme Rückfalloption des Öffentlichen Dienstes hat doch dafür gesorgt, dass Deutschland vorzugsweise von Beamten, die Politik in erster Linie für Beamte und und daneben nur für reine Leistungsempfänger machen, regiert wird. Und die Studienabbrecher, die direkt in die Politik gegangen sind nie außerhalb des Politikbetriebes gearbeitet haben, kennen letztlich auch nichts anderes als diesen Sumpf des allmächtigen Öffentlichen Dienstes zu protegieren.

    • Herr Meuthen hat doch lange versucht, den Flügel zu integrieren, und sei es nur zum eigenen Machterhalt. Nun ist er gar kein Mitglied mehr und sagt doch eigentlich nichts Besonderes, sondern seit 2015 Offensichtliches.

      • Der Flügel lässt sich nicht integrieren. Er wurde gegründet, um die AfD zu torpedieren und diese Aufgabe erfüllt er bis heute (auch wenn er sich offiziell aufgelöst hat).

      • Der Flügel hat die ursprüngliche AfD zerstört, aber nicht völlig, sondern mit Übernahme des Namens, von Strukturen und vielen Opportunisten. Flügel und AfD sind nun nicht mehr unterscheidbar und Sie sollten endlich austreten.

  16. Könnte es sein, dass die Herren Dilger und 300sel dem Flügel zu viel Bedeutung zumessen? Mir mit meiner zugegebenermaßen beschränkten NRW-Perspektive scheint er ein Ausdruck der besonderen politischen Befindlichkeiten der Neuen Bundesländer zu sein; seine hiesigen Protagonisten sind qualitativ u. quantitativ kaum der Rede wert. Aufgeblasen wird seine Bedeutung vor allem von ihm selber – und den Gegnern der AfD, vor allem in den Medien. Auch Meuthen tarnte seine konzeptionellen Schwächen als Sprecher gerne mit der angeblichen Übermacht des Flügels, um gleichzeitig mit ihm zwecks Machterhalt zu kungeln; ohne den Mut, eine echte inhaltliche Auseinandersetzung zu suchen. Anstatt ihn als Buhmann zu benutzen, sollte man ein eigenes, scharf konturiertes „West“-Profil der AfD entwickeln, und zwar auf Basis klarer, faktenbasierter, realistischer politischer Forderungen. Denn wenn die AfD in der Bedeutungslosigkeit versinkt (was nach den LT-Wahlen in NRW durchaus möglich wäre), gäbe es keine konservativ-liberale Alternative mehr. Egal was für ein Saustall die Partei weitgehend ist, nur sie hätte das Potential, in entscheidenden Politikfeldern (EU-Integration, Euro, Energiepolitik u.a.m.) Oppositionsarbeit zu leisten. CDU ist für mich keine Alternative, so lange ich ihr keinen kompletten Relaunch glaube – und ein Merz ist noch keinen Frühling, sondern höchstens die Ankündigung eines möglichen Endes des Winters 🙂

    • Intern leidet die AfD in NRW wohl noch immer unter den Folgen von Herrn Pretzell, doch in der Außenwirkung kann der Flügel kaum unterschätzt werden. Die AfD ist eben längst keine konservative oder gar liberale Alternative mehr, sondern eine national-sozialistische (im Wortsinne, nicht unbedingt historisch). Herr Meuthen konnte das offensichtlich nicht ändern, doch wer könnte das jetzt noch?

      • @Alexander Dilger

        Dieser junge Mann könnte und sollte es versuchen:

      • @Alexander Dilger

        Gestatten Sie mir noch ein paar Worte zu „in der Außenwirkung kann der Flügel kaum unterschätzt werden.“
        Genau das ist ja das Fatale. Daher ist jeder Geschlossenheitsaufruf sinnlos und eine Pseudo-Einigung der Lager, auf was auch immer, ebenso. Nur eine konsequente Trennung vom Flügel und seinen Unterstützern gäbe der AfD endlich eine Perspektive, die über das vor sich Hindümpeln als ca. 10%-Fundamentalopposition deutlich hinausginge.
        Der Flügel braucht den Vogel, um nicht abzusterben. Der Vogel braucht den schädlichen Flügel aber nicht, um zu überleben. Mit ihm flattert er bestenfalls zornig im Kreis herum, kommt aber nicht voran.

      • Herr Meuthen hat es doch versucht, doch die AfD wird den Flügel nicht los, während der sukzessive Austritt der verbliebenen bürgerlichen Mitglieder ihn weiter stärkt, ohne dass eine aussichtsreiche Alternative außerhalb der AfD entstünde. Die ursprüngliche AfD gibt es nicht mehr und faktisch stärken Sie den Flügel durch Ihren Verbleib in dessen Partei.

      • Der Gesamttrend zeigt leider in diese Richtung und Herrn Meuthens Bemühungen kamen im Grunde fünf Jahre zu spät. Und natürlich weiß auch ich, dass mit jedem Gemäßigten, der geht, die Wahrscheinlichkeit einer Trendumkehr sinkt. Dennoch ist der Flügel nach wie vor eine relativ kleine Minderheit in der Partei. Eine Minderheit, die allerdings auf dem besten Wege ist, alles zu zerstören. Aber wie gesagt – die Schmerzgrenze ist individuell unterschiedlich.

      • Es geht nicht um Schmerzen, die man für ein lohnendes Projekt aushalten könnte, sondern um Hoffnung, die die AfD 2013 vermittelte, nun aber nicht mehr.

      • Wie Sie wissen, stirbt die Hoffnung zuletzt. Bei den einen ist das früher der Fall und bei anderen später. Je nach persönlicher Resilienz.

      • Auf die CDU oder die Freien Wähler brauchen Sie auch nicht zu setzen. Auch wenn Deutschland sich momentan noch auf – im Vergleich zu einigen ehemaligen Schwellenländern – „Augenhöhe“ befindet, wird der Verfall fortschreiten, während sehr viele andere Länder aufsteigen. So viel ist sicher.

      • Das ist zum Glück nicht sicher, aber leider wahrscheinlich, weil die Politik aktiv schädlich ist und die Demographie ungünstig.

      • Was wollen Sie dem entgegensetzen?
        Etwa die Wiedereinführung des „Ehrenkreuz(es) der Deutschen Mutter“? *sarcasm off*

        Dass in wohlstandsverblödeten Konsumgesellschaften die Geburtenraten in den Keller gehen, weiß man seit mehr als 50 Jahren. Deutschland hat hierauf bis heute keine ernst zu nehmende Antwort und setzt stattdessen auf die Erhaltung des „Generationenvertrags“ von 1957 durch Analphabeten-Zuwanderung aus der Dritten Welt.

    • @Renate E. Zillessen

      Theoretisch haben Sie schon Recht. Aber seit sich der Bundesparteitag in Kalkar von Albrecht Glaser (AfD Hessen) im Verbund mit Hardcore-Flügelvertretern dazu hinreissen lassen hat, statt der wirklich fortschrittlichen Vorschläge des zuständigen Bundesfachausschusses für Arbeit, Alterssicherung und Soziales, an dem u.a. auch Herr Meuthen mitgearbeitet hat, Glasers von unrealistischen Ideen nur so strotzendes „Konzept zur Sozialpolitik“ zu verabschieden, ist mein Glaube an die Stärke der Westverbände mehr als eingetrübt.

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